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ich habe eben einen text von eberhard rathgeb der in irgendeiner faz-literaturbeilage als aufmacher über „ wir nennen es arbeit” erschienen ist gelesen. auf den ersten blick erinnerte mich die schreibe an den bekannten vaseline-schreiber peter turi, der allem und jedem über den er schreibt oder bei dem er kommentiert ( beispiel) smiley-reich, undistanziert und begierig in den hintern kriecht. turi ist es egal ob der hintern desjenigen über den er schreibt geöffnet ist oder nicht, er kommt dank seiner verbal-vaseline immer rein. aber der text von rathgeb ist doch anders, ihn mit einem text von turi zu vergleichen käme einer beleidigung gleich. denn es funktioniert auch, dass da jemand über etwas schreibt von dem er eigentlich keine ahnung hat und es doch offen, neugierig, ja begierig betrachtet und über seine neu hinzugewonnenen erkenntnisse offen und neidlos schreibt ohne den weit geöffneten hintern der autoren über die er schreibt zu beachten. rathgeb euphorisiert sich, aber er versteht auch die botschaft von „ wir nennen es arbeit”:
Man darf von der digitalen Bohème nicht zu viel erwarten. Auch die alte, die analoge Bohème hatte ihre Macken und Grenzen. Aber sie hat Leute angezogen, die eine Vorstellung vom Leben hatten und eine Vorstellung davon, was sie dort machen wollten beziehungsweise was sie dort auf keinen Fall machen wollten. Ein Bohemien, ob analog oder digital, steht morgens auf und sagt: Wieder ein Tag, an dem ich versuchen werde, so zu leben, wie ich leben möchte. Eines ist klar: Aus diesem Pool der vernetzten Kreativen und Freiberufler wird kein neuer Jürgen Habermas kommen, auch wenn sie sich Gedanken über die Strukturen der neuen Öffentlichkeit machen, auch wenn sie in den Röhren der Kommunikation stecken.
man sieht und liest: euphorie und lob geht auch ohne vaseline und analakrobatik.
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veröffentlicht am 10.12.2006 um 19:57 uhr von felix schwenzel
(zuletzt aktualisiert am 10.12.2006 um 21:07 uhr)
tags: faz wir nennen es arbeit eberhard rathgeb
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