Als bekannt wurde, dass Os­car­preis­trä­ge­rin Lupita Nyong’o in Chris­to­pher Nolans Ver­fil­mung der Odyssee die Helena spielen würde, ließ Kritik nicht lange auf sich warten. In Sozialen Netz­wer­ken hieß es, diese Besetzung sei his­to­risch un­zu­tref­fend. Helena von Troja, auch bekannt als die schöne Helena, sei schließ­lich weiß gewesen.

genau, und jesus, cleopatra und winnetou auch. und caesar war blond und und hatte mar­mor­far­be­ne haut.

menschen die ihr his­to­ri­sches wissen aus film und fernsehen oder aus ihren eigenen oder den hal­lu­zi­na­tio­nen einer KI beziehen sollte man wahr­schein­lich eh nicht so ernst nehmen.

aber ge­le­gent­lich frage ich mich, woher die erwartung kommt, dass fiktion in irgendwas zu­tref­fend oder akkurat sein müsste, ausser im über­tra­ge­nen sinne?

gibt es menschen (oder biologen) die sich darüber eschauf­fie­ren, dass der wolf in rot­käpp­chen spricht oder dass es ein märchen gibt, in dem ein ge­stie­gel­ter kater rumläuft?

man kann his­to­ri­sche fiktion auch aus dem hier und jetzt kri­ti­sie­ren, die intention, die in­ter­pre­ta­ti­on, so wie es sophie br­ak­e­mei­er auf filmlöwin tut. sehe ich zwar anders, spä­tes­tens sobald ich den film gesehen habe, aber das ist ja auch der witz, dasss man ein werk subjektiv, aus dem hier und jetzt beurteilt.