alles
stefan niggemeier:
Der ZDF-Korrespondent beschreibt nicht, was — für jeden sichtbar — vor Ort passiert, weil es seiner Interpretation der Realität widerspricht. Er hat die Komplexität dessen, was in Griechenland passiert, soweit reduziert (mutmaßlich damit sie auch die Bauern irgendwo in Rheinland-Pfalz besser verstehen), dass sie mit den Bildern hinter ihm nicht mehr in Einklang zu bringen ist.
Und das ZDF meint, das mit einer läppischen, kryptischen „Korrektur“-Bemerkung angemessen berichtigt zu haben, und sein Intendant behauptet auch noch, das sei ein wichtiges, vorbildliches Mittel, um das Vertrauen in das ZDF wiederherzustellen?
Nein, das ZDF hat diese Korrektur-Ecke nicht, um sich zu berichtigen und kritisch mit der eigenen Berichterstattung auseinanderzusetzen. Sondern um auf Podien und in Gastbeiträgen in Zeitungen behaupten zu können, dass man das jetzt täte.
ich glaube eines der vielen ungelösten probleme des journalismus ist das finden der richtigen dosis demut. natürlich wissen alle medienmacher (bzw. jede die etwas herstellt oder eine dienstleistung anbietet) dass fehler, übersehungen oder auslassungen nahezu unvermeidbar sind — aber die wenigsten möchten andere an diesem wissen und daraus folgenden zweifeln teilhaben lassen.
es gilt immer noch als allgemein verkaufs- und vertrauensfödernd öffentlich ein hundertprozentiges selbstvertrauen und zweifelsfreies gut-finden der eigenen leistung zu demonstrieren. je arroganter und selbstbewusster man auftritt, je überzeugender die darstellerische leistung ist, desto vertrauenswürdiger glaubt man zu sein. aber leider ist meistens das gegenteil der fall.
ich finde ja, dass gerade die dokumentation von nichtwissen oder wissenslücken, von unsicherheiten oder schwächen der glaubwürdigkeit hilft — vorausgesetzt es besteht ein mindestmass an substanz. weniger aalglattes popanzgehabe, weniger professorale phrasendrescherei, weniger darstellung von selbstbewusstsein und sich selbst geilfinden. dann könnte das mit dem vertrauen in die medien auch wieder klappen.
Hacking Team more bothered about bad publicity than human rights impact of its tech. twitter.com/CDA/status/618…
linksammlung vom 07.07.2015
zeit.de: Hacking Team: Ein „Feind des Internets“ wird bloßgestellt
patrick beuth über die unfreiwillige offenlegung der geschäftsunterlagen des italienischen spionage- und einbruchs-software-herstellers hacking team. beim spiegel gibt’s auch nen artikel dazu, aber insgesamt finde ich die berichterstattung der deutschen medien dazu etwas mau.
diesen artikel auf csoonline.com hat john gruber verlinkt, aber wirklich erhellend ist das was christopher soghoian (@csoghoian) in den letzten tagen twitterte (auch von gruber empfohlen). in soghoians twitter-strom finden sich (natürlich) viele links, unter anderem zu diesem wired-artikel: „The FBI Spent $775K on Hacking Team’s Spy Tools Since 2011“.
besonders schadenfreude induzierend ist aber was motherboard.vice.com hier schreibt:
Hacking Team asked its customers to shut down operations, but according to one of the leaked files, as part of Hacking Team’s “crisis procedure,” it could have killed their operations remotely. The company, in fact, has “a backdoor” into every customer’s software, giving it ability to suspend it or shut it down—something that even customers aren’t told about.
To make matters worse, every copy of Hacking Team’s Galileo software is watermarked, according to the source, which means Hacking Team, and now everyone with access to this data dump, can find out who operates it and who they’re targeting with it.
diejenigen die das internet nach hintertüren, lücken und schwachstellen absuchen um sie für einbrüche und spionage auszunutzen, sind diesen hintertüren, lücken und schwachstellen eben auch ausgesetzt. wenn das alles nicht so traurig wäre, wäre das sehr witzig.
(ursprünglich veröffentlicht am 07.07.2015 06:28)
ruhrbarone.de: Oxi - Eine große, dumme romantische Geste
stefan laurin:
Viele begeistern sich in Deutschland über den Mut der Griechen und den von Syriza. Es ist eine billige Begeisterung, weil sie keine Konsequenzen haben wird. Noch der glühendste Revolutionär in Deutschland weiß, dass die Banken morgen geöffnet haben werden, das Gehalt oder die Staatsknete pünktlich auf dem Konto sein wird, ein Arzt ihn behandeln wird und die Regale in den Geschäften gut gefüllt sein werden. Die Griechen haben diese Gewissheit nicht.
so gesehen ist das natürlich billige kritik, wenn stefan laurin, eingebettet in wohlstand (den andere als erarbeitet haben) und stabilität „eine radikale Entschlackung des [griechischen] Staates“ fordert oder das ergebnis der volksbefragung als „eine große, romantische Geste […], aber vor allem [eine] Dummheit“ bezeichnet.
nach zwei tagen auf dem digital bauhaus summit (eindrücke vom ersten und zweiten tag) bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob romantik und idealismus unbedingt etwas schlechtes sein müssen — zumindest wenn eine mehrheit der bevölkerung offensichtlich etwas geändert sehen möchte.
(ursprünglich veröffentlicht am 06.07.2015 06:25)
gq.com: Why Does the Mob Want to Erase This Writer?
langes lesestück über den autor roberto saviano, der seit 9 jahren versteckt und von der polizei bewacht lebt, weil er [-werbelink] einen bestseller über die neapolitanische mafia geschrieben hat.
(ursprünglich veröffentlicht am 07.07.2015 07:01)
nachtrag/ergänzung zum bob-ross-link von gestern. hier schreibt austin kleon über die rivalität, bzw. den streit zwischen bob ross und seinem mentor bill alexander. (via)
und — weils geht — hier noch ein video von bill alexander wie er malt und in bestem denglisch sachen erzählt.
(ursprünglich veröffentlicht am 07.07.2015 07:07)
bonustweets (enthalten links):
Fragte mich lange, wofür Lanier berühmt ist. @faznet weiß es: Er hat Internet UND Videospiele erfunden - also u.a. pic.twitter.com/ard1COiPaW
@Jochen @faznet zu Lanier sei ein Text aus dem @redaktionmerkur empfohlen merkur-zeitschrift.de/2014/06/virtue…
(ursprünglich veröffentlicht am 06.07.2015 06:35)
nachtrag/ergänzung zum bob-ross-link von gestern. hier schreibt austin kleon über die rivalität, bzw. den streit zwischen bob ross und seinem mentor bill alexander. (via)
und — weils geht — hier noch ein video von bill alexander wie er malt und in bestem denglisch sachen erzählt.
gq.com: Why Does the Mob Want to Erase This Writer?
langes lesestück über den autor roberto saviano, der seit 9 jahren versteckt und von der polizei bewacht lebt, weil er [-werbelink] einen bestseller über die neapolitanische mafia geschrieben hat.
zeit.de: Hacking Team: Ein „Feind des Internets“ wird bloßgestellt
patrick beuth über die unfreiwillige offenlegung der geschäftsunterlagen des italienischen spionage- und einbruchs-software-herstellers hacking team. beim spiegel gibt’s auch nen artikel dazu, aber insgesamt finde ich die berichterstattung der deutschen medien dazu etwas mau.
diesen artikel auf csoonline.com hat john gruber verlinkt, aber wirklich erhellend ist das was christopher soghoian (@csoghoian) in den letzten tagen twitterte (auch von gruber empfohlen). in soghoians twitter-strom finden sich (natürlich) viele links, unter anderem zu diesem wired-artikel: „The FBI Spent $775K on Hacking Team’s Spy Tools Since 2011“.
besonders schadenfreude induzierend ist aber was motherboard.vice.com hier schreibt:
Hacking Team asked its customers to shut down operations, but according to one of the leaked files, as part of Hacking Team’s “crisis procedure,” it could have killed their operations remotely. The company, in fact, has “a backdoor” into every customer’s software, giving it ability to suspend it or shut it down—something that even customers aren’t told about.
To make matters worse, every copy of Hacking Team’s Galileo software is watermarked, according to the source, which means Hacking Team, and now everyone with access to this data dump, can find out who operates it and who they’re targeting with it.
diejenigen die das internet nach hintertüren, lücken und schwachstellen absuchen um sie für einbrüche und spionage auszunutzen, sind diesen hintertüren, lücken und schwachstellen eben auch ausgesetzt. wenn das alles nicht so traurig wäre, wäre das sehr witzig.
dieses tweet hab ix ausgedruckt und in nem briefumschlag an meine eltern geschickt:
"Mailst du mir das Foto bitte zweimal. Ich wollte deiner Mutter auch eins ausdrucken."
"Gerne, Papa."
.@dasnuf hat mich gebeten in meinem profil zu vermerken, dass man über mich gerne kontakt zu ihr aufnehmen kann. tz. pfft. klar.
(sorry für den link hierher im tweet, das war keine absicht, sondern automatik).
@dasnuf hat übrigens sein twitter-konto vor ein paar tagen gelöscht. aus total bekloppten gründen. aber ich glaube sie reaktiviert das demnächst auch wieder. ansonsten ist das tatsächlich so. tweets an mich die an sie gerichtet sind lese ich ihr jeden einzelnen (gerne) vor …
Fragte mich lange, wofür Lanier berühmt ist. @faznet weiß es: Er hat Internet UND Videospiele erfunden - also u.a. pic.twitter.com/ard1COiPaW
@Jochen @faznet zu Lanier sei ein Text aus dem @redaktionmerkur empfohlen merkur-zeitschrift.de/2014/06/virtue…
ruhrbarone.de: Oxi - Eine große, dumme romantische Geste
stefan laurin:
Viele begeistern sich in Deutschland über den Mut der Griechen und den von Syriza. Es ist eine billige Begeisterung, weil sie keine Konsequenzen haben wird. Noch der glühendste Revolutionär in Deutschland weiß, dass die Banken morgen geöffnet haben werden, das Gehalt oder die Staatsknete pünktlich auf dem Konto sein wird, ein Arzt ihn behandeln wird und die Regale in den Geschäften gut gefüllt sein werden. Die Griechen haben diese Gewissheit nicht.
so gesehen ist das natürlich billige kritik, wenn stefan laurin, eingebettet in wohlstand (den andere als erarbeitet haben) und stabilität „eine radikale Entschlackung des [griechischen] Staates“ fordert oder das ergebnis der volksbefragung als „eine große, romantische Geste […], aber vor allem [eine] Dummheit“ bezeichnet.
nach zwei tagen auf dem digital bauhaus summit (eindrücke vom ersten und zweiten tag) bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob romantik und idealismus unbedingt etwas schlechtes sein müssen — zumindest wenn eine mehrheit der bevölkerung offensichtlich etwas geändert sehen möchte.
linksammlung vom 06.07.2015
vice.com: Ich war bei dem Seminar eines Vergewaltigungsbefürworters
mia walther war auf einem seminar von roosh v, „einem der bekanntesten Frauenfeinde und Männerrechtsaktivisten der USA“:
Statt Wut im Bauch habe ich unendliches Mitleid im Herzen für diese Männer, die ihr komplettes Leben danach ausrichten, sich selbst zu optimieren, mehrere Sprachen zu lernen, in andere Länder zu ziehen, um dann Frauen klarmachen zu können, denen sie angeblich doch sowieso keinen Wert beimessen. Das ist nämlich das große Ziel dieser Neomaskulinisten: Sich in einem Land niederzulassen, das sich dem „schädlichen Einfluss" des Westens bisher entziehen konnte, weil man nur noch dort „gute Mädchen" findet. Zwischenzeitlich kann man natürlich auch mit anderen Frauen Beziehungen führen—aber nur, wenn sie einen vergöttern und man selbst keinerlei Gefühle für sie hegt. Kein Wunder, dass sich diese Menschenroboter leer fühlt.
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 10:14)
Kid tries to take photo of woman with laptop camera, woman covers lens (110 BC)
Image: of a woman with her slave child-attendant (Greek, c. 100 BC) - detail. Getty Villa, Usa [via]
(ursprünglich veröffentlicht am 06.07.2015 05:44)
mentalfloss.com: Meet the Woman Who Discovered Bob Ross
caitlin schneider erzählt wie bob ross zum fernsehen kam. unterwegs erzählt sie von bob ross’ vorgänger, bill alexander, einem deutschen, der noch bob rossiger war als bob ross selbst. über dieses video habe ich gestern abend ungefähr 14 minuten geschmunzelt:
(ursprünglich veröffentlicht am 06.07.2015 05:53)
boingboing.net: Not a bug
ha, schöner bildwitz. um den witz zu verstehen, muss man sich natürlich zu boingboing.net durchklicken und ein bisschen englisch verstehen.
mir fällt da übrigens einer meiner englischen lieblingswitze zu ein:
did you hear about the dumb terrorist who tried to blow up a car and burned his lips at the exhaust pipe?
(ursprünglich veröffentlicht am 06.07.2015 06:00)
Vor dem Späti sitzt ein Punk mit einer Flasche "Evian". Die Hitze, sie macht die Menschen kaputt.
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 17:31)
boingboing.net: Not a bug
ha, schöner bildwitz. um den witz zu verstehen, muss man sich natürlich zu boingboing.net durchklicken und ein bisschen englisch verstehen.
mir fällt da übrigens einer meiner englischen lieblingswitze zu ein:
did you hear about the dumb terrorist who tried to blow up a car and burned his lips at the exhaust pipe?
mentalfloss.com: Meet the Woman Who Discovered Bob Ross
caitlin schneider erzählt wie bob ross zum fernsehen kam. unterwegs erzählt sie von bob ross’ vorgänger, bill alexander, einem deutschen, der noch bob rossiger war als bob ross selbst. über dieses video habe ich gestern abend ungefähr 14 minuten geschmunzelt:
kurzkritik „big game“: hätte 1 netter film werden können, folgte aber ner vorhersehbaren HO-modelleisenbahnlogik mit kaputter physik-engine.
Vor dem Späti sitzt ein Punk mit einer Flasche "Evian". Die Hitze, sie macht die Menschen kaputt.
vice.com: Ich war bei dem Seminar eines Vergewaltigungsbefürworters
mia walther war auf einem seminar von roosh v, „einem der bekanntesten Frauenfeinde und Männerrechtsaktivisten der USA“:
Statt Wut im Bauch habe ich unendliches Mitleid im Herzen für diese Männer, die ihr komplettes Leben danach ausrichten, sich selbst zu optimieren, mehrere Sprachen zu lernen, in andere Länder zu ziehen, um dann Frauen klarmachen zu können, denen sie angeblich doch sowieso keinen Wert beimessen. Das ist nämlich das große Ziel dieser Neomaskulinisten: Sich in einem Land niederzulassen, das sich dem „schädlichen Einfluss" des Westens bisher entziehen konnte, weil man nur noch dort „gute Mädchen" findet. Zwischenzeitlich kann man natürlich auch mit anderen Frauen Beziehungen führen—aber nur, wenn sie einen vergöttern und man selbst keinerlei Gefühle für sie hegt. Kein Wunder, dass sich diese Menschenroboter leer fühlt.
linksammlung vom 05.06.2015
hier meine sammlung von links, die in den letzten tagen hier reintröpfelten.
anmutunddemut.de: Was ist eigentlich ein Buch?
anlässlich dirk von gehlens frage „was ist eigentlich ein buch?“ greift benjamin birkenhake den gedanken und titel auf und denkt über unseren textbegriff nach. und folgert: keine sorge, alles in ordnung.
Dirk hat drüben schon dargelegt, dass das bisherige Modell, dass Autoren nach heruntergeladenen Büchern bezahlt vor allem zu einem geführt hat: Viele Autoren und Verlage haben bereits auf die Produktion von kürzeren Büchern umgestellt, die zudem meist Fortsetzungen waren. Leuchtet ein, weil die Leute dann halt mehr Bücher runterladen. Lustigerweise musste ich als alter Perry-Rhodan-Fan gleich denken: "Ach schau an, The Return of the Groschenroman". Aber mit eben genau diesem Blick, wird deutlich, dass schon der erste Schritt von Amazon nichts am Textbegriff verändert. Denn man kann über Perry-Rhodan denken was man will … an Komplexität mangelt es der inzwischen aus 2800 Heften bestehenden Geschichte wahrlich nicht. Und schaut man sich aktuell populäre die Erzählformen an, dann ist klar, dass es eine große Zuneigung zur Langform gibt. Das Lied von Eis und Feuer, hätte G.R.R. Martin vermutlich mit weit mehr Profit einfach kapitelweise verkaufen können. Für die Handlung sind die fast schon willkürlichen Grenzen der Bücher irrelevant.
Nein, nein, ganz gleich wie Amazon seine Autoren entlohnt, und ganz gleich, wie diese Schreiben … der Textbegriff sitzt fest im Sattel, selbst die Langform. Und das trotz der hartnäckigen Konkurrenz durch allanwesende Ablenkung in Form kleiner digitaler Online-Texthappen, kaufen und lesen die Menschen mehr Bücher, ganz gleich ob digitale oder gedruckte.
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 08:24)
juliareda.eu: Angriff auf die Panoramafreiheit: Steckt dahinter eine ominöse Lobby? Die Wahrheit ist noch schlimmer.
julia reda erklärt gut nachvollziehbar und differenziert was hinter dem „Angriff auf die Panoramafreiheit“ steckt und als leser erkennt man wie politik funktioniert. eine art happy end scheints auch zu geben und wenn es demnächst wieder mal wahlen zum eu-parlament geben sollte werde ich versuchen meine stimme so einzusetzen, dass julia reda wieder ins parlament einziehen kann — auch wenn das heissen sollte nochmal piraten zu wählen.
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 08:56)
spreeblick.com: Krisenmanagement
fussnote zu diesem verstörenden text von johnny haeusler:
Der Text beruht auf wahren Begebenheiten und ist eine Mischung aus Erlebnissen von mir, Freunden, Bekannten und anderen Kleinunternehmern, mit denen ich in den letzten 20 Jahren gesprochen habe. Er stellt weder eine Handlungsempfehlung noch eine Rechtsberatung dar, die beschriebenen Situationen hätten auch ganz anders passieren können und/oder würden heute anders ausgehen. Die genannten Summen sind frei erfunden und sollen nur die Gesamtsituation darstellen. Als Parabel für Griechenland taugt der Text nur bedingt.
(ursprünglich veröffentlicht am 02.07.2015 21:55)
faz.net: Ausstellung „Black Mountain College“ in Berlin
niklas maak über das black mountain college , bzw. über eine ausstellung im hamburger bahnhof über das black mountain college. natürlich ist das alles mit dem bauhaus verflochten:
Schon das Bauhaus stellte ins Zentrum der Lehrbauten nicht die Arbeitssäle, sondern eine Bühne und ein Restaurant, also einen Ort des gemeinsamen Essens und einen Ort der Fiktionalisierung des Lebens.
Auch das Black Mountain College entstand in einer Zeit, in der der radikalliberale Kult des eigennützigen Individuums einen weltwirtschaftskrisenbedingten Knick bekommen hatte. Es wurde zu einem Ort, an dem neue Formen kollektiven Lebens erprobt werden sollten.
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 08:50)
seesslen-blog.de: Der Nerd: eine Mini-Phänomenologie
dieser text von georg seeßlen liest sich ganz gut (via) und natürlich erkennt jeder der diese kategoriesierung phänomenologie liest, beispiele und situationen wieder und auch dieses zwischen-fazit erweckt potenziell kopfnicken:
Der deutsche Nerd (nicht alle Nerds in Deutschland sind auch deutsche Nerds, wohlgemerkt!) verbindet die Monomanie des angelsächsischen Vorbilds, das sich, in eben dieser angelsächsischen Tradition durchaus selbstironisch zu seinem Spleen verhalten kann, mit deutscher Gründlichkeit und Oberlehrerhaftigkeit. Der deutsche Nerd treibt nicht nur seinen „Gegenübern“, sondern auch seinen Mit-Nerds die Lust an ihrem Gegenstand gründlich aus.
Der deutsche Nerd liebt nicht, was er sich erwählt hat, sondern er hasst, was dem entgegen oder auch nur außerhalb steht. Der deutsche Nerd denkt immer hierarchisch. Er will unbedingt Ober-Nerd werden. Er will das Nerd-Tum organisieren. Statt Exegesen produziert er Vorschriften, statt Gottesdiensten seines Kultes hält er Gerichte.
nur: das hat alles nichts mit angelsächsischer oder deutscher herkunft zu tun und möglicherweise noch nicht mal mit nerdtum einseitigen leidenschaften für bestimmte themen. es gibt in jeder gruppe von menschen arschlöcher, erbsenzähler, übellaunige und dummköpfe — aber auch das gegenteil.
oder um mal eben das zu machen, was ich eigentlich kritisieren wollte: solche „Phänomenologien“ und versuche die welt zu ordnen sind typisch deutsch.
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 09:12)
3sat.de: Bauerfeind assistiert …
bis jetzt hab ich mir nur eine folge von bauerfeind assistiert … angesehen, die folge mit anne will. und die fand ich ziemlich gut (die sendung, anne will aber auch).
[nachtrag 05.07.2015]
die folge mit tim mälzer habe ich auch noch geguckt und finde das format jetzt grandios. und ich nehme alles schlechte was ich jemals über katrin bauerfeind gesagt haben mag zurück. was sie so aus den leuten herauskitzelt und der absolute wille auch peinlichen und unangenehmen situationen nicht auszuweichen verdient respekt. aber tim mälzer gebührt auch respekt für seine schonungslosigkeit.
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 08:58)
dobschat.de: Meinungsfreiheit, Strafanzeige und 800 Euro Schadenersatz [Update]
carsten dobschat:
Da gab es vor gut einem Jahr mal einen Politiker, der meinte, er könne diskriminierende Aussagen über Homosexuelle tätigen und das wäre dann nicht diskriminierend, weil er ja dazu schrieb, er wolle damit nicht diskriminieren und er würde nur von seiner Meinungsfreiheit gebrauch machen. Außerdem müssten ja die Kinder vor den Homosexuellen geschützt werden. Tja, ich schrieb dann in mein kleines Weblog, dass ich ihn, wie alle homophoben Menschen, für Arschlöcher halte, ohne ihn oder diese damit beleidigen zu wollen – ist halt meine Meinung.
musste ich sehr drüber lachen.
(ursprünglich veröffentlicht am 02.07.2015 21:27)
noch ne abmahnung, bzw. strafanzeige. oder anders gesagt: staatliche aufmerksamkeitslenkung.
Beide Artikel haben damals leider nicht das große Interesse und eine gesellschaftliche Debatte über die Ausweitung der Überwachungsbefugnisse durch den Verfassungsschutz hervorgerufen, was wir mit unserer Berichterstattung erhofft hatten. Daher bedanken wir uns beim Präsidenten des Verfassungsschutzes für diese Streisand-Möglichkeit, um die in den Artikeln veröffentlichten Informationen einem breiteren Kreis zugänglich zu machen.
um diese beiden artikel geht’s:
- Geheimer Geldregen: Verfassungsschutz arbeitet an „Massendatenauswertung von Internetinhalten“
- Geheime Referatsgruppe: Wir enthüllen die neue Verfassungsschutz-Einheit zum Ausbau der Internet-Überwachung
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 09:17)
techniktagebuch.tumblr.com: Spaß mit der Packstation
kiki thaerigen hatte „Spaß mit der Packstation“. also eher nicht. um das motto des techniktagebuchs mal zu zitieren: ja, jetzt ist das langweilig alltäglich. aber in zwanzig jahren (werden wir uns ganz wehmütig an die gut funktionierende technik damals erinnern.)
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 09:01)
(ursprünglich veröffentlicht am 05.07.2015 08:51)
noch ne abmahnung, bzw. strafanzeige. oder anders gesagt: staatliche aufmerksamkeitslenkung.
Beide Artikel haben damals leider nicht das große Interesse und eine gesellschaftliche Debatte über die Ausweitung der Überwachungsbefugnisse durch den Verfassungsschutz hervorgerufen, was wir mit unserer Berichterstattung erhofft hatten. Daher bedanken wir uns beim Präsidenten des Verfassungsschutzes für diese Streisand-Möglichkeit, um die in den Artikeln veröffentlichten Informationen einem breiteren Kreis zugänglich zu machen.
um diese beiden artikel geht’s:
- Geheimer Geldregen: Verfassungsschutz arbeitet an „Massendatenauswertung von Internetinhalten“
- Geheime Referatsgruppe: Wir enthüllen die neue Verfassungsschutz-Einheit zum Ausbau der Internet-Überwachung


