Haben die Ärzte gesagt, wie viel Zeit Ihnen noch bleibt?Nein, aber es ist absehbar. Vor einem Jahr haben sie das Gleiche zwar auch schon gesagt, aber da habe ich gedacht: »Noch einmal Frühling! Noch einmal meine Bäume und Pflanzen blühen sehen!« Und dann verging ein ganzes Jahr. Aber jetzt haben die Ärzte es wieder gesagt. Mit einem noch ernsteren Unterton. Und jetzt glaube ich es Ihnen. Ehrlich gesagt, ich fühle es sogar.
Dass Sie bald sterben werden? Ja.
er sei bei seinem vater in die lehre gegangen, die erste lektion lautete: „Das Publikum muss zweimal am Abend weinen. Die Leute wollen nicht nur lachen, die wollen auch gerührt sein.“ so isses. komik is ne verdammt ernste sache. sagt ja auch jerry lewis.
[das via zum sz-magazin-interview hab ix verschlampt]
heute hat sich daniel bettermann, betreiber des zensurblogs bei mir gemeldet. es ging um meine meckerarie über jens steiners text über das zensurblog auf politik digital. er legte mir ausführlich dar, dass die von mir kritisierten aussagen die jens steiner ihm in den mund legte so nicht gemacht wurden. jens steiner hat ein email-interview mit daniel bettermann geführt und da offenbar so einiges falsch verstanden und wie er jetzt sagt „ungenau gearbeitet“. das original interview kann man jetzt auch auf politik digital lesen und nachdem die redaktion ihn kurzzeitig vom netz genommen hatte, auch wieder den original text. der vollständigkeit halber, zitiere ich hier auch nochmal was mir daniel bettermann schrob, eine meinung kann man sich ja nun auch dank des original mail-interviews selbst schneidern:
1. ich teilte im interview mit, dass der zensurblog bereits mehrmals (bei blogcounter) in den top 30 bzw. 20 aufgelistet war (zwischen 600 und 1200 lesern am tag). dies jedoch außschließlich zu hochfrequentierten zeiten (bspw. im wahlkampf 2005). von einer regelmäßigen listung in den top 30 war nie die rede. dies tauchte im bericht nicht auf.
2. es ist der einzige blog in deutschland, der sich auschließlich mit zensur beschäftigt. andere blogs, die das thema in einer speziellen kategorie behandeln sind mir auch bekannt.
3. der blog wurde von lesern für den best of blogs 2005 vorgeschlagen. für den grimme-online-award wurde der blog nie vorgeschlagen. im Interview gab ich an, mich möglicherweise mit dem gesamtprojekt zensurmuseum (nach dem das projekt online fertiggestellt ist) und dem zensurblog zu bewerben. es sind also noch ungelegte eier. auch hier wurden von herrn steiner falsche angaben gemacht.
4. auch gabe ich nicht an, dass vielerorts zitate des zensurblogs aufgeführt sind. ich erwähnte lediglich, dass einige blogs den zensurblog in ihrer favoritenliste führen und manche durchaus einmal in ihrem blog auf eine information meines blogs zurückgreifen.
der metablocker, „das kurzmeldungsformat auf politik digital“ schreibt ich hätte meine kritik an steiners text „wenig sprachsensibel“ verfasst, was mich natürlich tief trifft, auch weils einen wahren kern hat. ich lasse mich aber nicht davon provozieren weiter sprachunsensibel auf jens steiner rumzuhacken, sondern freue mich, dass mein neologismus „falklükenhafte recherche“ nun auch in so einem sprachsensiblen umfeld wie politik digital verwendung gefunden hat. wenn auch nur in anführungszeichen.
wenn der wetterfrosch (wer ist das? wohl ein produkt der „umstrukturierung“) so weitermacht könnte lautgeben doch noch am leben bleiben. sehr lustig. naja. auch wenn der anlass gar nicht lustig ist und die witze in zitatform von hier kamen.
heute früh hat lanu eine interne mail von jean remy von matt gepostet. „aquarium“ heisst der interne newsletter bei jvm. darin stehe „klartext“ schreibt herr von matt. unter anderem äusserte sich jrvm in der mail — welch überraschung — über blogs: er habe sich wegen der diskussion um diese mail auch mal mit „dieser szene“ auseinandergesetzt. ein teil der weblogs sei wirklich sehr gut, sagt er, ernsthaft, inspirierend, innovativ und insgesamt „eine gewaltige Bereicherung der freien Meinungsäusserung“. was er auch schön fände: dieser teil sei grösser als die hälfte. aber der arme mann musste auch die kehrseite der freien meinungsäusserung kennenlernen: da sei „abschaum der publizität“, hetze und häme in wortmüll verpackt, das sei getrieben von persönlichem frust.
naja. den persönlichen frust machte der herr von matt ja auch für sich geltend („Ich hatte mich halt aufgeregt!“) und mit wortmüll scheint er sich ja auch auszukennen. was mich aber wirklich wundert — ist das klartext? — dass man meinungsäusserung in „bereichernd“ und „nicht bereichernd“ einteilen kann. das ist ja der witz an freier meinungsäusserung: man muss die scheisse, die unflätigen worte, die anderen, teilweise unappetitlichen meinungen aushalten können. an freier meinungsäusserung kann man nichts ästhetisieren.
was mich wundert: lanu nahm die mail wieder vom netz und spricht von „selbstzensur“. erinnere ich mich falsch oder machte sie sich unlängst über kiesowlustig („Noch lange kein Grund, die Hosen plötzlich voll zu haben“) der kurzzeitig ein posting vom netz nahm als ihm die leser die bude stürmten (um es dann kurz darauf wieder zu veröffentlichen)? jetzt sagt sie sie sei sauer. warum?
gestern abend, gegen mitternacht, an der friedrichstrasse mit schlechtem gewisssen, aber grossem appetit ein köstliches döner mit diesen scharfen, eingelegten jalapeños gegessen und bemerkt, dass ich dabei die halbe serviette mitgegessen habe. merke: papierservietten mit fleischersatz, „scharf“ und knoblauchsosse könnnen sehr lecker sein!
[nachtrag] bitte die lebensbeichte von herrn lobo in den kommentaren beachten.
ich bin besoffen. war beim kurt weidemann heute morgen. mit nem bierchen hatte ich schon gerechnet. man hat mich vorgewarnt. war dann aber doch ein schnaps. ein jugoschnaps. und das um halb 12 auf nüchternen magen. jetzt ist mir schlecht.
kurt weidemann ist ein faszinierender typ. ich habe ihn mal auf einer party erlebt auf der er alle anwesenden locker unter den tisch soff und bis zuletzt bis 5 uhr morgens blieb. mit seinen damals 77 jahren (jetzt isser 84) stach er auch alle anwesenden gockel aus, er hatte ständig weibliche groupies in den armen und wenn er sprach hörten ihm allle angespannt zu. ich habe vor ein paar jahren mal einen brief an die redaktion der harald schmidt show geschrieben und weidemann als talkgast vorgeschlagen. mich wunderts ehrlichgesagt, warum den noch niemand zu einer talkshow eingeladen hat (oder warum ich das nicht mitbekommen habe). ein unglaublicher typ. es heisst er habe in seinem büro eine bier-zapfanlage die er ausgiebig benutze. alkohol konserviert offenbar.
diesmal nicht in afrika, sondern ganz konkret, hier im foren- und blogdings kann man mal ein paar leuten die meinen sie könnten mit der verbreitung von angst und schrecken (und horrenden pekuniären forderungen) zeigen, was ne „negative feststellungsklage“ ist. hier kann man nachlesen um was es geht und spenden um die welt zu retten. wie ix.
[was ist eigentlich aus dem oberdroher klum geworden? festgestellt oder geklagt wurde da bis heute nicht, oder?]
ich weiss nicht was jens steiner dazu verleitet hat so einen blödsinn zu schreiben, aber im ersten absatz seines artikels „deutschlands einziges zensurblog“ stimmt einfach gar nichts. wie nennt man soetwas? lügen, ahnungslosigkeit, falklükenhafte recherche, dummdreistigkeit?
Schnell wurde sein Blog eines der 30 meistgelesenen Weblogs Deutschlands. Es wurde für den „Best of Blog Award 2005“ und den Grimme-Preis 2006 vorgeschlagen. Bettermann betreibt Deutschlands einziges Blog zum Thema Zensur. Vielerorts findet man im Internet Zitate und Links zu seiner Seite www.zensurblog.de.
dort steht, dass das „zensurblog“ eines der 30 meistgelesenen weblogs deutschlands sei. die blogcounter-statistik vom november 2005 sagt etwas anderes: im schnitt zwei bis drei leser pro tag (die stats von blogcounter sind einsehbar, wenn man ein bisschen trickst, allerdings nur von dem zeitpunkt aus, zu dem der betreiber zuletzt eingeloggt war und die statistik gecheckt hat — der betreiber eines der „meistgelesenen“ deutschen blogs hat die statistik zuletzt im november, beim stand von 2 lesern pro tag, gecheckt). die zwei bis drei leser im november werden innerhalb von 4 monaten nicht durch ein wunder auf 800 oder 900 besucher pro tag explodiert sein, kurz, eins ist das zensurblog ganz sicher nicht: in irgendeiner top100-liste oder meistgelesen.
findet man „vielerorts“ zitate und links zur seite zensurblog.de? laut technorati am 13.03.2006 exakt kein einziges zitat, laut google exakt einen link. was bleibt an grossspurigem zeug übrig? die „vorschläge“ für den renomierten grimme-online-preis und den fragwürdigen deutsche welle blog award. nur, vorschlagen kann man für beide preise auch seiten wie metzgerrei-mueller.de oder wir-spammen-dir-den-arsch-voll.info, also im wahrsten sinne des wortes, jeden scheiss.
ich weiss ja nicht was die macher von politik-digital.de für qualitätsmassstäbe an das geschreibsel anlegen dass dort erscheint, aber für so einen beitrag würde sich sogar der schlitzerbote schämen. ich schäme mich derweil ein bisschen fremd.
das boulevard-zeitungen ganz gut geld damit verdienen ihren lesern prostituierte zu vermitteln ist ja eigentlich nichts neues, auch wenn die boulevard-blättchen das ab und zu vergessen machen möchten. dazu ein blitzsauber recherchierter artikel von oliver gehrs in der aktuellen brandeins:
10 bis 15 Prozent des gesamten Anzeigenumsatzes machen die Sex-Annoncen aus – bei der kieznahen »Hamburger Morgenpost« (»Mopo«) sollen es in manchen Jahren sogar 20 Prozent gewesen sein. Im WM-Jahr versprechen sich die Zeitungsverlage einen wahren Boom der Sex-Annoncen, schließlich sind frustrierte wie euphorisierte Fußballtouristen für Prostituierte eine interessante Klientel. Im Sportteil stehen die Anzeigen ohnehin schon, da dessen Leserschaft überwiegend männlich ist. „Wir müssen die Nutten von den Hausfrauen fern halten“, sagt ein Verlagsmanager.
ohne sex- und nuttenvermittlung gehts wohl auf dem boulevard nicht, als wolfgang clement 1987 als chefredakteur der „hamburger morgenpost“ die sex-anzeigen aus dem blatt warf, brachen die kioskverkäufe massiv ein. das experiement der sex-anzeigenlosen boulevardzeitung wurde kurz darauf eingestellt.
besonders hübsch finde ich aber die vorstelllung, dass die boulevardblättchen sogar mitarbeiter zum anzeigenpreis einkassieren in die clubs und bordelle schicken, die „mopo“ habe zu diesem zweck sogar ein zweitbüro in der hamburger „innenstadt“, wohl damit die nutten und zuhälter nicht im verlag ein und ausgehen müssen.
man könnte das gefühl bekommen die „bild“-zeitung wolle auch mal ajatollah spielen und eine fathwa aussprechen. ein radikales, bösartiges, drecksblatt, das hetzt und aufwiegelt. hauptsache die kasse klingelt. aber dem papst den arsch küssen und scheinheilig den gläubigen christen mimen, das nennt man wohl bigotterie. ekelhaft und menschenverachtend.