ich habe bisher jede zimmerpflanze getötet. meist durch unterlassene hilfeleistung. lediglich eine einzige planze hat meine obhut jemals überlebt, eine art gummibaum, der es tatsächlich aushielt anderthalb jahre ohne wasserzufuhr zu überleben. ich mache das nicht aus bösem willen, eher aus ignoranz. ich nehme pflanzen in der wohnung meist nicht als lebewesen wahr, sondern als dinge die (oft) im weg stehen. wenn man mir also keine freude machen will, sollte man mir blumen schenken.
von meiner mutter kann ich das verhalten nicht geerbt haben. sie stellt bei jeder sich bietenden gelegenheit blumen, topfpflanzen und ähnliches in die wohnung. kürzlich waren es veilchen, wohl als frühlingsboten gedacht. die grosse selbsttäuschungsmasche funktionierte aber; meine mutter war ganz euphorisiert: „mmmh. herrlich wie es nach veilchen duftet.“ mein vater, sonst eher kühl und verhalten (wie ich), liess sich miteuphorisieren: „ja. duftet herrlich“. diesmal liess sich lediglich meine schwester, sonst jeder euphorie nicht abgeneigt, nicht mitreissen. sie roch an den veilchen und beschrieb die fakten: „bah! die riechen nach pisse!“ meine mutter musste nach überprüfung des geruchs zugeben, das meine schwester recht hatte.
question to self: und, was hast du zu ostern so getrieben? answer to self: 47 stunden im bett verbracht, 4 stunden auf dem sofa. 17 liter wasser, ein glas tee, 1 bananenmilch, 1 heisse zitrone (auf telefonischen befehl) getrunken. 1 packung brockoli-lachs-nudeln fertiggericht, 1 tafel schokolade gegessen. ca. 7 liter urin, 10 liter schweiss abgesondert. kein fieber gemessen, aber auch nur 20 stunden schüttelfrost gehabt.
apropos fieber. wenn ich als kind fieber hatte, manifestierte sich mein fieberwahn meist durch massstabs- und haptikstörungen; meine finger fühlten sich überdimensional gross und deplaziert an, die instinktive körperliche selbstwahrnehmung verschwand. die träume drehten sich auch um absurd vergrösserte gliedmassen und derlei wahrnehmungsstölrungen. ganz anders heute. mein fieberwahn drehte sich die letzten drei tage fast ausschliesslich um satz- und gedankenfetzen die ich in irgendwelchen weblogs aufgeschnappt oder imaginiert hatte. im fieberwahn kommentierte ich vor meinem inneren auge wie ein besessener. beruhigend, dass sich im laufe des lebens der fieberwahn an das „echte leben“ anpasst.
nachdem sie kaminer interviewt haben, haben sie wohl gefallen an wladimir kaminer gefunden, die qualitätsjournalisten bei spargel online. also flott mehr kaminer bringen/einkaufen bis man ihn zu einer kolummne überredet hat. kaminer über berliner:
Der muffige Berliner, für den es immer etwas zu meckern gab, ist zum großen Teil in den Westen abgehauen, wahrscheinlich auf der Suche nach einem gut bezahlten Arbeitsplatz. Alle, die einen Vogel haben, kamen dagegen nach Berlin. Aus ganz Deutschland kommen die Knaller hierher, um endlich so zu leben, wie sie es gern hätten, ohne dass jemand mit dem Finger auf sie zeigt. Dabei finden sie in Berlin ganz schnell Gleichgesinnte, eine Stammkneipe, einen eingetragenen Verein und eine spezielle Knaller-Zeitung noch dazu. Nur gehen sie dabei unter, weil sich kein Mensch mehr über sie aufregt.
Köln, 24. März 2005 - Die auf den Healthcare-Markt spezialisierte Online-Jobbörse DocCheck® Jobs will versuchen, den ehemaligen Chef der Bundesagentur für Arbeit als freien Berater zu gewinnen.
DocCheck® hofft dabei besonders auf Unterstützung beim Kosten-Controlling und bei der Planungseffizienz. In seiner Funktion als Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte Florian Gerster maßgeblich dazu beigetragen, den virtuellen Arbeitsmarkt mit einem knappen Budget von nur 65 Millionen Euro zu einer Erfolgsstory zu machen.
"Die wertvollen Erfahrungen, die Herr Gerster während des Aufbaus des Jobportals der Bundesagentur für Arbeit gesammelt hat, könnten uns von Nutzen sein", so Dr. Frank Antwerpes, Geschäftsführer von DocCheck®. "Denn aus Fehlern wird man ja bekanntlich klug."
symantec sagt: „hey, wenn ihr einen mac kauft, kauft auch unsere anti-virus-software, sonst gibts ärger viren!“. sowas nennt man auch werbung oder pr (oder auch fudding). spon und wired machen aus dieser wissenschaftlich daherkommenden werbung und den von symantec mitgelieferten textbausteinen „news“. so einfach geht das mit den news (und der pr).
leo, übernehmen sie! spon-bananen verteilen... ich bin so müde.
Du hast mich oft gefragt, ob ich Dich wirklich liebe. Manchmal habe ich geschwiegen. Manchmal habe ich bejaht. Wenn Du mich dann nach dem Warum fragtest, wusste ich nichts befriedigendes zu äußern, nuschelte etwas von bayrischem Bier, schnellen Autos, klassischer Musik und Wiener Schnitzel. Dir war das immer zu wenig. Wer richtig liebt, schaut genauer hin, sagtest Du. Wer richtig liebt, kennt jedes Muttermal. Erst jetzt weiß ich, dass Du recht hattest. Habe Dich nicht wirklich geliebt, Dich bloß konsumiert. Deine Stärken benutzt und über Deine Schwächen gelacht. Dich betrogen. Mit anderen Ländern rumgehurt. Schlecht über Dich geredet und dabei nicht bemerkt, dass ich mich damit selbst verletze. Denn ich bin ein Teil von Dir. Du gehörst zu mir. Und ich? Zu Dir!
Du hattest recht. Du bist viel mehr. Wollte Dir aus diesem Grund schon lange einen Brief schreiben. Endlich komme ich dazu. Auf einer Zugfahrt in Deiner hassgeliebten Bahn. Schaue Dich an, wie Du daliegst. Deine Hügel im Morgennebel. Kann förmlich alle Musen mich umarmen fühlen, die einst unsere weltbekannten Dichterheroen küssten, wenn Sie auf Dir flanierten. Vom Zug aus bist Du am schönsten, wenn Du unter einer Schneedecke schläfst. Dazu ist es noch zu früh.
Du hasst es, wenn ich Dich süß nenne. Du willst nicht süß sein. Das widerspricht Deinem Anspruch als eine der führenden Industrienationen. Ja! Du willst immer gerne führen und groß sein. Bist immer noch geblendet, vom Wirtschaftswunder, von Zeiten, in denen Dein Alltag von Überlebensdrang und Aufbauwillen geprägt war. Von starken Frauen. Von kräftigen Händen aus fremden Ländern. Von Aufschwung. Alles ging so schnell. Erst hattest Du alles verloren, dann alles gewonnen. Pausbäckig und selbstzufrieden strahltest Du vor Glück. Hast Dir den dicksten Kanzler gegönnt, den die Welt je gesehen hatte und die Frauen zurück an den Herd geschickt. Goldig finde ich das.
Du hisst Deine Fahne wieder mit Pathos, aber Dir geht langsam die Luft aus. Zum vor Stolz schwellen reicht es nicht mehr. Du lebst vom Mythos einer Fleißnation. Alles Geschichte. Die Gegenwart interessiert Dich nicht. Liebes: wach auf! Du bist ein kleines Land. In Deiner Brust schlagen jetzt viele Herzen im ungleichen Takt. Eines war lange eingesperrt, hatte sich in arbeiterromantischen Wohlstaatsideologien verfangen. Du hast es aufgenommen, mit offenen Armen und doch nicht akzeptiert. Du hast so viele aufgenommen. Du willst immer viel. Nur nicht die Wirklichkeit.
Du hinkst an Deinen Träumen, Süße. Mit verklärtem Blick stehst Du am Meer, die Schuhe in der Hand, und schaust in die Ferne. In Gedanken an vergangene Zeiten. Wie eine gealterte Diva. Den großen Auftritt hast Du nur noch vor dem Ankleidespiegel hinter verschlossener Tür. Der Vorhang ist schon lange zu. Das Publikum ist gegangen!
Erst jetzt, wo Du Dich von Deiner verletzlichen Seite zeigst, beginne ich echte Gefühle für Dich zu entwickeln, auch wenn ich Dein Klagen schon lange nicht mehr hören kann. Liebstes, schalt den Fernseher aus und erfinde Dich neu. Spür’ das Leben – aus allen Ecken dieser Welt. Nimm Deine Nationen, Deine Kulturen, Deine Wälder, Deine Berge und Täler, Deine Nord- und Deine Ostsee und Deinen Erfindergeist. Mach was neues draus. Wenn Du dann in den Spiegel schaust, wirst Du sehen, dass die Falten und der glasige Blick verschwinden. Das die Kraft zurückkehrt. Und wenn der Vorhang sich langsam wieder öffnet , werden alle vollzählig erschienen sein.
lucky strike hat eineneue werbeagentur, offenbar ist die gute alte zigarettenpackung und sonst nix kampagne ein opfer der globalisierung geworden. jetzt wird mit gequirlter scheisse geworben: „senden sie uns ein foto von etwas hässlichem, gewinnen sie was schönes.“
ich werde denen ein bild ihrer werbung senden, hässlich und dumm genug ist sie. mal schaun ob die emails nehmen, denn einen ausdruck und 55 cent porto investiere ich nicht für die.
[nachtrag 23.03.2005] quox hat recht. die „schöner rauchen“ kampagne ist noch von der alten agentur knsk und nicht von grey. trotzdem hässlich. ach, das bild habe ich auf fuckingflashy-lucky-strike.de hochgeladen, nachdem vor lauter flashfrust fast meinen rechner erwürgt habe.
heute habe ich zwei hinweise bekommen, dass die super filtersoftware smartfilter von securecomputing.com diese site in ihre liste aufgenommen hat und sie „verbietet“:
Access Denied by SmartFilter
The following error was encountered:
* Access Denied by SmartFilter: Forbidden, this page (http://wirres.net/article/articleview/2456/1/6/) is categorized as: Sex.
(...)
Access control configuration prevents your request from being allowed at this time. Please contact the cache administrator if you feel this is incorrect. Generated Mon, 21 Mar 2005 17:50:02 GMT by ...
[auf der betreffenden seite geht es übrigens um frank patalong und don alfonso]
ich habe mal sites@securecomputing.com gefragt, was sie veranlasst zu denken frank patalong und don alfonso hätten etwas mit sex zu tun. ich persönlich kann mich an meinen letzten sex nicht erinnern. die wichser jungs vom sicherencomputern haben mir offenbar etwas voraus.
andererseits; ist der ruf erst ruiniert, bloggt es sich doch ganz ungeniert. trotzdem, was kann man gegen sowas unternehmen? ich komme mir so zensiert vor, die software wird offenbar von sehr vielen unternehmen eingesetzt, aus denen heraus meine wichtigen mitteilungen nicht mehr wahrgenommen werden können. oder werden nun für die nationale sicherheit peu á peu alle blogs „verboten“?
[nachtrag 23.03.2005] scheint sich erledigt zu haben, zumindest in bezug auf wirres.net:
Thank you for bringing this error to our attention.
The categorization of this URL will be corrected as 'Personal Pages'.
The control list with the corrections stated above will be available for download from our ftp server on 03/24/05. We are sorry for any inconvenience because of this site being incorrectly categorized.
wenn sie dieser meinung ehrlich sind, dann werden sie deutschland in den untergang führen, das sage ich ihnen ganz schwarz auf weiss.
so hat sie es gesagt (okok, sie hat es mit grossbuchtstaben gesagt), was jeder im stream nach ca. 8 minuten nachprüfen kann. im bundestagsprotokoll (pdf) steht es anders:
Wenn Sie ehrlich dieser Meinung sind, dann werden Sie Deutschland in den Untergang führen. Das gebe ich Ihnen schwarz auf weiß. (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Lachen bei der SPD)
das ist falsch! in der schule habe ich gelernt, dass die protokollanten jedes wort das im bundestag gesagt wird mitprotokollieren, so wie es gesagt wurde. offenbar kann man sich noch nichtmal mehr auf die bundestagsprotokolle verlassen. witzig, genau dieser ausschnitt wurde ein paar stunden später auch von harald schmidt gesendet.
[ich stelle mir gerade vor ich hielte im bundestag eine rede: „alles wichser hier, arschlöcher, faulenzer, raffkes, 0raffer! ich bin echt müde.“ und im protokoll stünde: „mir gefällt es hier nicht sonderlich, ich werde jetzt ins hotel fahren.“]
nachtrag 22.03: offenbar ist das korrigieren der redeprotokolle gängige praxis. nun sei es drum, ich habs nicht gewusst und wundere mich trotzdem. vielen dank an den tierpfleger für den hinweis auf die bundestags-stenographen-seiten:
[…] Die Turnusstenographen arbeiten ihre Mitschriften aus und übergeben sie dem Revisor. Nach eineinviertel Stunden gehen sie zu ihrer nächsten Schicht ins Plenum. Die Revisoren überprüfen die Manuskripte, sorgen für einheitliche Schreibweisen, fetten prägnante Begriffe und klären eventuell offene Fragen. Anschließend haben die Redner zwei Stunden lang Gelegenheit, das Manuskript zu korrigieren. Inhaltliche Änderungen können die Redner und Rednerinnen allerdings nicht mehr vornehmen, nur noch stilistische. Auf Übereinstimmung mit der Geschäftsordnung und inhaltliche und sprachliche Schlüssigkeit überprüft der Revisor das Manuskript, bevor es in die Endredaktion geht. Nach dreieinhalb Stunden gehen die Revisoren zurück ins Plenum.
der herr sixtus behält seinen blick fürs grosse ganze und demonstriert seine fähigkeit, das was andere ansatzweise und unbewusst denken/wissen klar verständlich auszuformulieren.
Am 11. September 2001 flogen vier sexuell stark unausgelastete Terroristen mit zwei Phallussymbolen in das Phallussymbol des Turbokapitalismus schlechthin – in der Hoffnung, nach ihrem Märtyrertod im Paradies auf etliche nackte Jungfrauen zu treffen. Oder wie es der amerikanische Journalist Dan Savage bereits im Interview für das erste DUMMY-Heft auf den Punkt brachte: »Es ging um Pussys.«