geht hin und baut eigenheime

um 12 uhr mache ich mittag. manchmal auch fünf bis zehn minuten später. dann sage ich: „hey snips, 25 minuten mittagsschlaf“, was einen sanften wecker stellt, den rechner ausschaltet und 25 minuten alle geräte auf DND (oder wie apple sagt, fokus auf „nicht stören“) stellt und lege mich hin.
sobald ich wieder wach bin, mache ich mir einen quark mit süssstoff und TK obst und lese 15 minuten in meinem RSS reader. neben dem morgenspaziergang, dem frühstück und dem feierabendbier ist das der beste teil meiens tages.
heute habe ich dann dann eine sehr schöne entdeckung gemacht, die mich dann vom weiteren RSS-konsum abhielt.
paul ford schreibt beruflich und das sehr viel und gut. vor ein paar monaten entschied sich paul ford seinen „stuff scattered all over the web“ in seinen eigenen „blob“ zu ziehen. ein zuhause im netz für sein zeug. tweets, veröffentlichungen, links und gedöns. mit viel expertise gevibecodet. in etwa das was ich mir hier auch baue, nur in strukturierter.
mittlerweile glaube ich, dass die gefühlte blog-renaissance auch zu einem grossen teil auf LLM-basierte coding-assistenz zurück zu führen ist. heiko hat mit hilfe von claude den sprung von wordpress zu kirby gemacht, paul ford hat seine imports mit claude gemacht und ich hätte den umzug aus meinem antiken und kaputten ezpublish auch nicht ohne maschinen-assistenz hinbekommen. ich verstehe den reiz von wordpress: das funktioniert wie ein pop-up-zelt: hinstellen, an einer leine ziehen und zack steht das zelt und just works. aber genau so verstehe ich den reiz sich einen soliden baukasten zu besorgen und dann alles, mit etwas assistenz, selbst zu bauen.
sich ein zuhause im web zu bauen ist weiterhin nicht trivial, aber mit etwas expertise und erfahrung eben auch keine grossbaustelle und mit ein bisschen hingabe und beharrlichkeit für fast jede erreichbar.
paul fords berichte aus dem maschinenraum haben etwas poetisches. ich lese (und sehe) sehr, sehr gerne was andere über die technik in ihren maschinenräumen berichten. aber bei paul ford ist das ein besodneres vergnügen. hier schreibt er über den irrsinn der manischen bot-armeen die wie bererker webseiten abhämmern. wenn so ein zuhause ungeschützt im windigen, weltweiten netz setehen ist es erstaunlich zu beobachten was diese bot-armeen so treiben. gelegentlich ging mein server in die knie, bis ich die bots mit mit einer 5 minuten langen aktivierung von cloudflare vertreiben konnte. anfang der woche schossen meine besucherzahlen über zwei tage von 300 täglichen besuchern auf fast 2000. irgendwer hatte sich die mühe gemacht ein „headless“ chrome so viele seiten wie möglich lesen zu lassen. dieses headless chrome konnte im gegenteil zu anderen crawlern auch javascript und den matomo-js-schnipsel ausführen, weshalb ich es in meienr ansonsten ziemlich botfreien matomo-statistik sehen konnte.
jedenfalls ist das alles irrsinn und ich glaube schon länger nicht mehr, dass selbstfahrende bot-autos irgendwas an der verkehrssituation verbessern würden. da hinter jedem bot auch menschen stehen, sorgt es wahrscheinlich für keinen merklichen unterschied, wenn bots, statt menschen autos steuern, auch wenn manche das noch fest glauben.
statt eines schlussworts, heute ein schlussgeräusch.
doch noch ein schlusswort, oder eine ergänzung in meienm hinterhof. aus dem strom der favoriten und bookmarks, die ich hinten sammle, habe ich jetzt einen „river“ gemacht, der favoriten und bookmarks anzeigt — udn die, die ich in artikeln verwende etwas ausblendet. finde ich nützlich (für mich jedenfalls).

(via)