warum liest man sowas nicht im blogruf? richtig: die zeit(.de) hat zwar ansatzweise geschnallt, dass sich mit diesem blogdings was tut und darin potenzial steckt. aber richtig verstanden hat man es dort nicht. selbst an neugier mangelt es, dafür ist mehr als genug aufgesetzter skeptizismus und unnötiges polarisieren, journalismus-mit-bloggen-rumvergleiche und den vorbildern in den mastdarm-gekrieche vorhanden. wenn die leidenschaft und die offenen ohren fehlen, sollte man es einfach sein lassen und beim lässigen vorbild anheuern und dort im chor bashen oder aus prinzip und nicht aus schlampigkeit auf quellenangaben verzichten.
whatever. ich bin ja auch ungerecht. aber seit heute glaube ich wieder ein bisschen mehr, dass bloggen unter dem dach eines grossen medienhauses scheisseeine einbahnstrasse ist.
helmut markwort ist ein eitler, bigotter, verlogenener oppurtunist. das ist bekannt und nichts neues. neuerdings schwingt er sich zum ritter der pressefreiheit auf. er findet es ungehörig, karikaturen zu verbieten. darüber ereifert er sich überall wo er sprechen und schreiben darf, auch in seinem „tagebuch“:
Wer alles vorschreiben will, mag nicht lesen lassen. Weil die Tyrannen wissen, dass die Informations- und Meinungsfreiheit, auch wenn sie ärgert, die wichtigste Voraussetzung für Demokratie ist. Deswegen müssen wir sie verteidigen.
doch markwort ist kein freund von karikaturen. der abdruck dieser karikatur gefiel markwort überhaupt nicht. er verklagte 1996 das satire-magazin titanic auf 100 000 mark „schmerzenzgeld“, weil er sich davon angeblich in seinen gefühlen verletzt sah. von der zeitschrift zitty, die die karikatur nachdruckte, verlangte er 50 000 mark. das landgericht berlin entschied gegen markworts klage und begründete die abweisung von markworts klage damit, dass der abdruck dieses cartoons durch die „meinungsfreiheit“ gedeckt sei.
verlogener und scheinheiliger gehts kaum, helmut markwort fordert von anderen hundert prozent toleranz und hat noch nicht mal die grösse einen witz über sich selbst zu ertragen. für sein gestörtes selbstbewusstsein tritt er die pressefreiheit gerne mal mit füssen, schüchtert mit absurden pekuniären forderungen die titanic und die zitty ein, predigt wasser und säuft bigotten wein.
markwort ist selber ein tyrann und scheisst auf die pressefreiheit — und weil ich ihn nicht so nennen darf (das deckt markworts begriff von meinungfreiheit nicht ab), nenn ich mich selbst einfach mal „arschloch!“
wie beim werbeblogger in den kommentaren zu lesen ist, werden wohl werberköpfe heftigst gestreichelt werden wegen höchster aufmerksamkeitswirksamkeit. mir kann man ab sofort sätze mit den worten wie „peinlich“, „recherche“, „fact-checking“, „null ahnung“ in die kommentare schreiben.
Tagesspiegel: Sie bekommen Preise und Lob für Ihr Afrika-Engagement. Doch zuletzt gab es harsche Kritik. Der amerikanische Schriftsteller Paul Theroux ...
Geldof: Fuck Paul Theroux. Nächste Frage.
Tagesspiegel: Ich würde schon gern mit Ihnen über Therouxs Kritik reden, die er immerhin in der „New York Times“ veröffentlichen durfte. Er ist der Meinung, dass finanzielle Hilfe für Afrika nichts Gutes bewirkt, weil sie die Eigeninitiative der Afrikaner hemmt, sie abhängig macht und damit Entwicklung behindert.
Geldof: Paul Theroux kennt doch Afrika überhaupt nicht.
Tagesspiegel: Er ist dort viel gereist.
Geldof: Paul Theroux macht sein Geld damit, zehn Tage mit dem Zug durch ein Land zu fahren und darüber zu schreiben. Ich bin seit zwanzig Jahren in Afrika unterwegs und verdiene damit keinen Penny. Lassen Sie uns nicht über Paul Theroux reden. Er ist ein Schriftsteller. Er macht zwei Wochen Urlaub irgendwo und schreibt größtenteils fiktionalisierte Berichte darüber.
den artikel von paul theroux über den sich geldof so echauffierte kann man hier in der new york times lesen. erstaunlich wie bob geldof mit kritik umgeht; fast wie ein blogger, auf sachliche kritik pampig den kritiker persönlich diskreditieren und die kritik wegen formfehlern zurückweisen. wie gesagt, spacken durch und durch, dieser und die profilierungs- und auszeichnungssüchtigen anderen musikanten.
eine woche mit kurzen, 3-8 stündigen unterbrechungen im büro sitzen und ich bin so im arsch, dass ich selbst nach 36 stunden im bett todmüde bin. kann natürlich auch am fremdkörper im bett gelegen haben.
manchmal sollte man medien als das bezeichnen was sie eigentlich sind, ereignismacher, nicht -berichter. ich könnt manchmal sowas von auf die medien scheissen — mich inklusive — und mich nach einer art steinzeit zurücksehnen in der informationen wohlreflektiert und -recheriert in im 4-wochen-rhytmus erscheinen. dann erschienen manche mücken nicht mehr wie elefanten, sondern als das was sie sind. fast nichts, ausser hysterie.
kann mal jemand einem phantasielosem spacken wie mir auf die sprünge helfen? rund „um“ was gibt es dann so alles lesungen? briefmarken? zugverspätungen? lesen sich „world of warcraft“-fans auch gegenseitig was vor?
ich dachte das wäre die sache mit dem singen, die um alles geht.
frank patalong, leiter des resort netzwelt klaut eine meldung und vergisst die quellenangabe. das zu kritisieren mag man kleinkariert oder langweiliges spon-bashing nennen, aber mal im ernst, mit kleinen karos und arroganter sosse bekleckert sich doch mal wieder spiegel online. ich bin so kleinkariert das auch peinlich zu finden.
(achtung, fieses wort) nachdem ich ja schon sexperte geworden bin, quasi, bin ix jetzt wohl auch noch „sechsperte“; platz sechs, vorwoche sechs, 666 links, peak 666, woche sechs:
mit dabei nilz bokelberg, lu und ix. (ja, ja, das sind nur drei, ich weiss. aber nicht warum.)
sextipps von mir? das ist in etwa so wie techniktipps von don alfonso. egal. vielleicht helfen ja die anderen mit dem einen oder anderen tipp.
gestern hat der koch in der kantine ein perfides experiment durchgezogen. er hat die leidensfähigkeit seiner opfer testen wollen. es gab flüssige, rote wurst mit kleinen runden stückchen drin, euphemistisch „grützwurst“ genannt. im rheinland gibt es auch blutwurst, aber die wird dann meist in festem aggregatzustand verspeist.
ich bin ja ernährungstechnisch recht schmerzfrei und tat mir eine grosszügige portion der roten, dickflüssigen und bröckeligen masse auf. was mich wirklich wunderte: es gab mehrere leute die sich dieses zeug auf die teller taten und auch tatsächlich assen! manchmal kommt man aus dem staunen einfach nicht raus. die deutschen sind schon sehr, sehr leidensfähig.
(das alternativgericht, „beuf stroganof“, war mit roter beete versetzt. auch das stand ganz unter dem gestrigen kantinen-motto „blutiger montag“, denn wer nach dem genuss von roter beete seinen stuhl zur darmkrebs früherkennung betrachtet bekommt einen gehörigen schrecken eingejagt.)
heute gabs u.a. pommes. ich hab sie anal-pommes genannt.
Für die deutsche SEO-Branche dürfte dies ein hektisches Wochenende werden: Zigtausende Doorway-Pages löschen, Weiterleitungen entfernen, Linkfarmen entflechten. Endlich muss die Bande den Dreck wegräumen, den sie ins Netz geschaufelt hat.
[nachtrag] bmw.de ist nach vier tagen zurück. kompetenz galore: fast alle seiten führen ins nirwana. redirects verbietet google nicht, leute, nur gefakte javascript redircts. und ein witziges suchspiel bietet bmw.de auch an: wo ist die pressestelle?
ich habe herausbekommen warum falk lücke bloggt. er liebt es über alle massen zu erklären was er eigentlich gemeint hat und einem per email mitzuteilen was er weiss, aber nicht geschrieben hat, kurz: er sucht das gespräch. neben seiner anderen leidenschaft, dem altväterlichen klugscheissen, natürlich.
[nachtrag] kommentare von mir werden auf „blogruf“ auch nicht mehr freigeschaltet. bleibt die frage wozu dort überhaupt gebloggt wird und nicht wieder zur guten alten form der predigt übergegangen wird. kritisieren darf bei der zeit — oder zumindest lükes blogruf —wohl noch noch der meckeronkel. kann natürlich auch an technischer inkompetenz desjanigen liegen, der sich bei der zeit um die wordpress-blogs kümmert, dass man dort nicht benachrichtigt wird, wenn man inner moderationsschleife hängt. ganz schlappe nummer.
huch! glaubt man „den zeitungen“ (wer tut das eigentlich noch?) halbierte ehrensenf seine zuschauerzahlen in nur 3 tagen: am 24.01 waren es laut taz „täglich bis zu 10.000 Zuschauer“, am 27.01 schalten laut berliner zeitung nur noch „regelmäßig 5 000 Zuschauer ein“. wenn die so weitermachen, haben die bald bis zu 2500 zuschauer.
ich habe übrigens täglich bis zu 10 millionnen leser, falls jemand mal wieder was über mich schreiben möchte, wirres wird täglich von den wichtigsten deutschen entscheidungsträgern und scheidungskindern gelesen und inspiriert sogar die berichterstattung der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung.