gestern ging diese maoam-porno-ente durch den deutschen blätterwald und das blogdings. bis zu ananova hat es die ichwärgerneinestory gemacht. leider hatte boingboing die story ungeprüft von ananova übernommen. aber boingboing ist ja ein weblog, da kann man flott mal die mail hinschicken und schon gibts ein update, ne korrektur, natürlich auch ungeprüft. und jetzt sind ix und das bildblog auf boingboing verlinkt. da hagelts demnext wieder mal pagerank.
darf man das, ein buch rezensieren was man noch nicht ganz gelesen hat und das auch noch unter alkoholeinfluss? ich denke schon:
nie selten bin ich so gerne u-bahn gefahren wie eben; vom görlitzer bahnhof über das gleisdreieck zur schönhauser allee. ich hatte das blogs!-buch dabei und wäre fast bis zur endhaltestelle durchgefahren um weiter im buche lesen zu können. und wieder zurück. ich war nur zu müde.
das buch ist wunderbar, es funktioniert. es funktioniert nonlinear, es funktioniert linear. man kann es aufschlagen und einzelne einträge lesen, man kann es durchsurfenblättern, quer oder gerade, wie man mag. es funktioniert sogar im geschlossenen zustand, man hat ein gutes gefühl wenn es einem auf dem schoss liegt. vor allem funktioniert es aber weil es einem die lust am lesen, die lust am schreiben, die lust am text wiederschenkt. neidisch bin ich nicht nur, weil ich nicht an diesem buch beteiligt bin, sondern weil die paar texte die ich bis jetzt (wieder) gelesen habe so geil sind - und machen. dieses buch hat soviel mit dem internet zu tun wie berlin mit liebe. nämlich gar nichts und doch alles. ohne internet, ohne dieses blogdings wäre das buch viellicht nicht möglich gewesen, und doch ist es eine ganz klassische textsammlung von hervorragenden texten - und autoren - wie es sie seit der erfindung des buchdrucks gibt (oder geben sollte). internet hin. blogs her.
ich lese darin zum teil texte die ich schon online gelesen habe, aber sie wirken im buch anders. unmittelbarer, glaubhafter, sorgfältiger, gesetzter. ich weiss es nicht. die filmkritik von „punch-drunk love“ von anke gröner liess mich, als ich sie online las, die DVD ausleihen, als ich sie im buch las, trieb sie mir tränen in die augen; anke gröner skizziert den film nach und bewirft mich zärtlich mit der essenz, den ingredienzien des films, so dass mich der film, die bilder des films erneut bewegen, der film in der u-bahn wiederaufersteht.
von dirk hesse werden genau die texte aus dem archiv gezerrt die es sich dort besonders gemütlich gemacht hattten und von meiner oberflächlichen art weblogs (online) zu konsumieren nie mein auge erreicht hätten, allein „menschen, märkte, sensationen“ rechtfertigt den kauf des buches. ich könnte weiter lobhuddeln und hätte viele weitere gute gründe dafür, ich bin jetzt aber wirklich zu müde (und getrunken habe ich auch, merkt man das?) und freue mich aufs u-bahn fahren morgen.
eins noch. das buch sollte man sofort kaufen, lesen oder verschenken kann man es aber auch noch guten gewissens zu weihnachten, ja selbst zu weihnachten 2005 oder 2006, denn die texte sind stark genug diese zeit zu überdauern. sie sind nicht, wie man befürchten könnte, flüchtig, mit verfallsdatum oder aktualitätszwang versehen. das buch wird auch in 2 jahren noch ein gutes buch sein. respekt.
heute mal skype ausprobiert. das ist ja ganz nett und schick, aber die sprachqualität war als ob mein gegenüber in einer vibrierenden, luftdichten konservendose sitzen würde und dabei an einer verschluckten flipperkugel würgen würde. zuerst dachte ich es läuft kraftwerk im iTunes, aber es war nur der dirk via skype. wir haben dann noch ein bisschen im iChat telefoniert, das klang dann auch so wie man das erwartet.
heute nachmittag dann von gunnar, unserem neuen praktikanten/techniker/guten geist erfahren, dass sipgate auch mit xlite funktioniert. now that's a killer. ne kostenlose, bzw. grundgebührfreie festnetznummer die mit einer plattformübergreifenden softwarelösung oder einem hardware sip-telefon funktioniert. netzübergreifend natürlich auch, sprich ip-telefonie ins festnetz, ausland usw zu anständigen preisen.
kürzlich im bus, mir sitzen zwei heranwachsende halbstarke gegenüber. die beiden unterhalten sich über porneaux. der eine meint er habe am wochenende einen gesehen: „die lecken sich da wo man pipi macht.“ der andere ekelt sich: „am rand oder am deckel?“
enkelin geht mit ihrer oma zu karstadt. bikinis kaufen. die enkelin schlägt einen bikini vor. die oma sagt: „nö, das oberteil brauch ich nicht, ich krieg alles in die hose.“
fragebogenausfülltag. der fragebogenausfüllkontrolleur sagt: „das ist doch nicht ihr wirkliches alter.“ die ältere dame sagt: „doch das ist mein richtiges alter, allerdings schon ein paar jahre alt.“
a: „wusstest du, dass man laut neuesten forschungsergebnissen nur ein drittel seine gehirn benutzt?“ b: „und was ist mit dem anderen drittel?“
am montag im tagesspiegel: eine karikatur aus der fas/faz von greser & lenz: abgebildet darauf: kofi annan: „wegen der kriegsgrundlügen wird amerika und england der sieg im irak aberkannt.alleiniger sieger ist nun polen“
ich musste wegschalten gestern. die langeweile stach mir schmerzhaft ins auge. das neue motto, klein, weiblich, gut ist ein weiterer versuch sich am eigenen schopf aus dem sumpf zu ziehen, sich aus sich selbst heraus zu ironisieren. es gab mal, vor langer, langer zeit einen der das konnte. chris geletneky kann es nicht.
„Für scharfe Augenblicke verwende ich am liebsten warme Rot- und Brauntöne, die ich nach Belieben mische. Mein Lidschatten ist von Mäc und wird vor allem vonMake Up-Artistenverwendet. Deshalb ist er ziemlich teuer, etwa 9 Euro pro Farbe.”
wie kann man bloss so eine scheisse verzapfen? oder seinen namen dafür hergeben? für geld. klar. aber wie nennt man das dann nochmal?
früher war alles besser. da wurde noch so richtig geblubbert:
also wer glaubt von neun bis achtzehn uhr einen job zu suchen, der ist bei uns auf keinen fall richtig... innnovation und marktorientierung ist das was heute gefragt ist...
call a bike ist cool. das gleiche gibts jetzt (demnächst?) auch fürs auto. shelldrive. einmal anmelden, auto per www buchen, an der nächsten tankstelle das auto mit der shell-card öffnen, pin in den bordrechner eintippen, wegfahren.
eigenartig, der kleinste zeittarif (smart) ist sehr viel billiger als call a bike: einsfuffzig für eine stunde, pro tag zwanzig euro.
ab und zu schreibe ich gabriele fischer emails in denen ich den „neuen“ online-auftritt der brandeins zereisse, beschimpfe und als strategisch komplett falsch bezeichne. sie antwortet mir höflich und nett auf jede email. faszinierend. ich fasse meine meckereien und ihre antworten vielleicht bald mal zusammen (obwohl, wen interessierts?), aber heute nochmal rumgemäckel live, umsonst und in der blogosphäre: