ein polohemd mit einer brosche am kragen. die brosche sieht aus wie eine ausgedrückte zigarettenkippe

die bei­fah­re­rin hat mir eine kra­gen­bro­sche ge­macht. ich fin­de sie sehr schön und un­auf­fäl­lig.


kopf­ki­no

felix schwenzel in artikel

heu­te beim mor­gen­spa­zier­gang hat­te ich in­ten­si­ves kopf­ki­no. die film­aus­schnit­te be­stan­den aus er­in­ne­run­gen, die von ein­strö­men­den um­welt­rei­zen aus­ge­löst wur­den. auf dem foot­ball­feld der ber­lin ad­ler plärr­te de­pe­che mode aus den laut­spre­chern. laut­spre­cher die un­ter frei­en him­mel spie­len ha­ben ei­nen ganz cha­rak­te­ris­ti­schen klang. die mu­sik ver­weht ein biss­chen, wab­bert und sam­melt sich ge­le­gent­lich zu echos. vor mei­nem in­ne­ren ohr und auge lie­fen er­in­ne­run­gen, die mich an den his­to­ri­schen jahr­markt in kor­neli­müns­ter1 den­ken lies­sen. auf die­sem jahr­markt habe ich ei­nen teil mei­ner kind­heit ver­bracht. vor mei­ner in­ne­ren nase zog grill- und pony­ge­ruch auf.

das open-air-ge­schrei der eher jün­ge­ren men­schen auf dem weit­läu­fi­gen foot­ball-platz in kom­bi­na­ti­on mit ein paar har­ten son­nen­strah­len auf mei­nemn ge­sicht spül­te dann auch noch er­in­ne­run­gen an die som­mer-zelt­la­ger2 hoch.

ich staun­te wäh­rend des spa­zier­gangs was da al­les in mir aus der ver­gan­gen­heit auf­schwamm. das pas­siert mir nicht im­mer, aber heu­te fan­den die sen­so­ri­sche in­puts wohl ei­nen weg sich in mei­nem kopf aus­zu­brei­ten. ich spiel­te ir­gend­wann so­gar aus­schnit­te ei­nes you­tube-vi­de­os, das ich am vor­abend ge­se­hen hat­te, vor mei­nen in­ne­ren au­gen ab.

wäh­rend ich fri­da be­ob­ach­te­te, mich ge­rü­che, ge­räu­sche, der wind im ge­sicht und in der nase reiz­ten, ein paar son­nen­strah­len, eine küh­le bri­se, was­ser­ge­ruch, kin­der­ge­schrei, open­air laut­spre­cher mei­ne sin­ne sti­mu­lier­ten dach­te ich: schon er­staun­lich, was ich al­les ab­ge­spei­chert habe. ich staun­te auch, dass nur schö­ne er­in­ne­run­gen auf­schwam­men. die er­in­ne­run­gen wa­ren far­ben­froh, po­si­tiv, ein biss­chen nost­al­gisch.

ges­tern schrieb mir mei­ne mut­ter, der ge­ra­de plötz­lich zwei gute freun­de weg­ge­stor­ben wa­ren, wie schön sie es fand, dass sie mit vol­ker, der ge­ra­de ge­stor­ben ist, noch vor zwei wo­chen beim „por­tu­gie­sen“ es­sen wa­ren und vol­ker, wie im­mer, gut­ge­launt trank und ass und er­zähl­te. das müs­se wohl die­ses car­pe diem („oder so“) sein, von dem alle spre­chen. ich ant­wor­te­te ihr dass ver­meint­lich lang­wei­li­ge oder er­eig­nis­lo­se tage mei­ner mei­nung nach und in die­sem sin­ne auch ok sei­en, müs­se ja nicht al­les eine wil­de ver­gnü­gungs­fahrt sein.

heu­te fällt mir auf, die­ses car­pe diem kann man auch im kopf­ki­no ma­chen. so kann auch ein lang­wei­li­ger mor­gen­spa­zier­gang zu ei­ner wil­den ver­gnü­gungs­fahrt wer­den. ich bin mir auch si­cher dass ich mit die­ser er­fah­rung nicht al­lein war und es fri­da ganz ähn­lich ging. ihre sen­so­rik ge­gen­über um­welt­rei­zen und ge­rü­chen dürf­te um ei­ni­ges bun­ter und dif­fe­ren­zier­ter sein und ich will nicht wis­sen was für ein kopf­ki­no in ih­rem kopf ab­geht, wenn sie sich durch die um­welt schnüf­felt.

zu­hau­se muss­te ich na­tür­lich gleich in mei­ner al­ten, ana­lo­gen fo­to­kis­te kra­men. da­bei fiel mir auf, die bil­der die ich vor­her im kopf hat­te wa­ren bun­ter, le­ben­di­ger, mehr­di­men­sio­na­ler als die auf dem fo­to­pa­pier. zu­mal mir da­bei auch auf­fiel, wie zu­rück­hal­tend wir da­mals mit der an­zahl fo­tos wa­ren. 36 bil­der hat­ten die fil­me da­mals, da knippst man nicht wie wild rum.

beim blät­termn in der fo­to­kis­te fie­len ir dann aber noch zwei fo­tos aus mei­nem stu­den­ten­zim­mer in die hand. stras­sen­lärm, vor al­lem höl­lisch laut klap­pern­de LKW, we­cken nor­ma­ler­wei­se er­in­ne­run­gen an die­ses zim­mer das di­rekt an ei­ner der haupt­ein­fall­stras­sen des stutt­gar­ter kes­sels lag (heil­bron­ner stras­se). auch der ge­ruch des zim­mer-öl­ofens hat sich bei mir ein­ge­brannt, wird aber sel­ten aus­ge­löst weil man öl heut­zu­ta­ge ja fast nur noch völl­stän­dig und russ­frei ver­brennt und in sei­nem un­ver­brann­tem ag­gre­gat­zu­stand kaum noch be­geg­net.


  1. eine fo­to­ga­le­rie des his­to­ri­schen jahr­markts in kor­neli­müns­ter auf com­mons.wi­ki­me­dia.org, die­ses und die­ses und die­ses un die­ses foto tref­fen mei­ne 80er-jah­rer-er­in­ne­run­gen ganz gut. 

  2. die zelt­la­ger wa­ren sehr li­be­ral und wur­den da­mals vom li­be­ra­len ju­gend­werk aa­chen und hei­ner jütt­ner or­ga­ni­sis­ert. die zelt­la­ger gabs wohl noch län­ger oder gibts ge­ge­be­nen­falls im­mer noch. ich hab, wenn ich mich recht er­in­ne­re, an meh­re­ren zelt­la­gern zwi­schen 1981 und 1986 teil­ge­nom­men und sehr viel über den ver­ant­wor­tungs­vol­len um­gang mit ta­bak und al­ko­hol ge­lernt. 

mit route …

im­mer an die le­sen­den den­ken …

felix schwenzel in über wirres

trotz ver­schie­dens­ter me­tri­ken die ich hier er­fas­se habe ich we­nig ah­nung wo­her mein pu­bli­kum kommt, was es er­war­tet, was den men­schen ge­fällt oder miss­fällt. alle was ich habe sind ah­nun­gen. des­halb ge­stal­te ich den gan­zen scheiss hier fast aus­schliess­lich so, wie ich es mag wenn ich web­sei­ten be­su­che.

ich mag mi­ni­ma­lis­ti­sche web­sei­ten, bei de­nen die in­hal­te im vor­der­grund ste­hen und nicht das bei­werk, die mich nicht nach coo­kie- oder track­ing-zu­stim­mung fra­gen, die re­la­tiv schnell la­den, im desk­top brow­ser ge­nau so gut funk­tio­nie­ren wie auf dem te­le­fon oder ta­blet, die ich per RSS oder im rea­der-mo­dus le­sen kann, die dunk­len hin­ter­grund ha­ben (wenn ich das will). spon­tan fal­len mir als vor­bil­der dar­ing-fire­ball und das couch­blog ein. wenn ich et­was län­ger nach­den­ke fal­len mir auch nur das couch­blog und dar­ing-fire­ball ein. wenn ich dann auf mei­ne blogrol­le schaue, fal­len mir ein paar mehr ein kon­ne­xus.net, flo­ri­an.pho­to, eay.cc, vowe.net, knus­per­ma­gi­er.de oder an­mut­und­de­mut.de.

in der vor­he­ri­gen ver­si­on vom couch­blog hab ich erst­mals vom 512kb.club ge­hört. ich glau­be nico hat das 512kb.club-ban­ner in der ak­tu­el­len (wie­der) word­press-ver­si­on run­ter­ge­nom­men, weil er sich nicht mehr qua­li­fi­ziert. ich qua­li­fi­zier­te mich nicht mal an­satz­we­sie mit ei­ner start­sei­te, die in­iti­al 3-7mb da­ten lädt. aber jetzt doch, mit mei­ner mi­ni­mal­ver­si­on die wahr­schein­lich noch ganz gut op­ti­mier­bar ist und im prin­zip aus mark­down da­tei­en be­steht, die per ja­va­script zu html ge­zau­bert wer­den:

wir­res.net/in­dex.md.html ist ge­ra­de mal 190kb gross. und sie ent­hält trotz­dem links zu über 700 ar­ti­keln die dann auch je­weils nicht viel mehr als 70 bis 480kb la­den (je nach­dem ob und wie­vie­le fo­tos ein­ge­bet­tet sind).

ich habe so eine ah­nung dass mein an­ge­bot von mark­down-ver­sio­nen oder ei­ner mi­ni­ma­lis­ti­schen ver­si­on so gut wie nie­man­den in­ter­es­siert. aber ich denk ja nicht nur an mensch­li­che be­su­cher, son­dern auch an au­to­ma­ten. ich sehe täg­lich 400 bis 1500 ein­zel­ne ab­ru­fe von mark­down-ver­sio­nen mei­ner bei­trä­ge. ob sich das gan­ze ge­we­se um sol­che op­ti­mie­run­gen lohnt ist eine an­de­re fra­ge. aber die­se fra­ge stellt sich ja auch beim ver­fas­sen von tex­ten oder kom­men­ta­ren. man weiss nie ob’s ir­gend­wem ge­fällt und wenn ja wie­viel.

des­halb bleibt mir nicht viel an­de­res üb­rig als mich zu be­mü­hen und ge­le­gent­lich an die lsen­den zu den­ken. heu­te habe ich noch­mal an die le­sen­den ge­dacht. beim goog­le page speed test mei­ner mi­ni­mal-über­sicht­sei­te …

page speed insights für https://wirres.net/index.md.html (100% leistung, 96% barrierefreiheit, 100% best practices, 91% seo, 3/3 agentisches browsing)

… sah ich heu­te näm­lich et­was neu­es: „agen­ti­sches brow­sen“. ein punkt von drei­en gibts für:

Wenn dei­ne llms.txt-Da­tei nicht den Emp­feh­lun­gen ent­spricht, kön­nen Lar­ge Lan­guage Mo­dels mög­li­cher­wei­se nicht nach­voll­zie­hen, wie dei­ne Web­site ge­crawlt oder für das Trai­ning ver­wen­det wer­den soll. Die llms.txt-Da­tei muss eine Mark­down-Da­tei sein, die min­des­tens eine H1-Über­schrift ent­hält.

die hab ich den llms dann gleich mal ge­baut: wir­res.net/llms.txt
und wo ich ge­ra­de da­bei war auch noch eine hu­mans.txt: wir­res.net/hu­mans.txt

ich wei­ge­re mich ja mei­ne web­sei­te nach goog­le vor­ga­ben aus­zu­rich­ten, aber ge­le­gent­lich den emp­feh­lun­gen die die page speed in­sight aus­spre­chen zu fol­gen kann sich doch loh­nen (für die in­de­xier­bar­keit, aber auch le­sen­den-freund­lich­keit). für die auf­find­bar­keit von wir­res.net in der goog­le-su­che lohnt es sich mo­men­tan le­dig­lich für re­zep­te.

bing hat bis­her mei­ne re­zep­te (gröss­ten­teils) tap­fer igno­riert. in den web­mas­ter tools emp­fiehlt bing sehr ein­dring­lich in­dex now zu nut­zen. weil das von mir ein­ge­setz­te seo-plug­in das ei­gent­lich kann, habe ich das schon vor vie­len mo­na­ten ak­ti­viert.

das pro­blem war nur: hat nicht funk­tio­niert. die­se wo­che habe ich das mal de­bug­ged und re­pa­riert. und seit ich jetzt bei je­dem neu­en oder ge­än­der­ten ar­ti­kel bing und den bei in­dex-now an­ge­schlos­se­nen such­ma­schi­nen ei­nen ping sen­de, fin­det man bei ei­ner su­che nach „was­ser­mel­do­nen­sa­lat ot­to­lenghi“ auch wir­res.net ganz oben.


ich has­se es, wenn bei­trä­ge in blogs mit ei­nem call to ac­tion en­den. das riecht so llm-ig oder seo-ig. aber es wür­de mich wirk­lich sehr in­ter­es­sie­ren was dir, lie­ber le­ser, lie­be le­se­rin an wir­res.net fehlt oder dich nervt. die au­to­ma­ten ge­ben mir be­reit­wil­lig aus­kunft dar­über. aber die hu­mans eher we­nig. aber da mich jetzt alle hu­mans mit ak­ti­vier­tem ja­va­script mit leich­tig­keit in den kom­men­ta­ren er­hel­len oder be­schimp­fen kön­nen, wür­de ich mich über feed­back sehr freu­en.


das wich­ti­ge schwimmt

felix schwenzel in artikel

ein korbstuhl der kpfüber im berliner schifffahrtskanal schwimmt. man sieht in der reflektion des wassers den sehr blauen himmel.

ich wünsch­te ich könn­te das john ir­ving zi­tat „sor­row floats“ öf­ter be­nut­zen, aber es passt nie und nir­gend­wo.

das ge­nia­le an „sor­row floats“ ist das bild­haf­te, der nach sei­nem tod aus­ge­stopf­te fa­mi­li­en­la­bra­dor sor­row, der nach ei­nem flug­zeug­un­glück ir­gend­wo zwi­schen den trüm­mern treibt. und gleich­zei­tig ist „sor­row floats“ eine me­ta­pher da­für, dass trau­er nie ganz ver­schwin­det und im­mer wie­der zwi­schen trüm­mern auf­taucht.

aber es ist eben nicht nur die trau­er die schwimmt, ei­gent­lich ist es al­les wich­ti­ge. das mei­ne ich zu­min­dest im lau­fe der jah­re im­mer wie­der be­ob­ach­tet zu ha­ben. und wenn ich schon nicht mein le­ben nach die­ser er­kennt­nis aus­rich­te, so habe ich zu­min­dest mei­nen me­di­en­kon­sum da­nach aus­ge­rich­tet.

lei­der hört sich „im­portance floats“ nicht halb so gut an wie „sor­row floats“.

je­den­falls muss­te ich da heu­te wie­der dran den­ken, weil ich ge­ra­de hier und da lese, dass man­che leu­te von ih­rem RSS rea­der ge­stresst sind. klar, le­sen soll­te kein stress sein und RSS zu le­sen erst recht nicht.

die app cur­rent hat sich zur auf­ga­be ge­macht das le­sen von rss feeds wie­der schön zu ma­chen:

Every RSS rea­der tre­ats your feeds as a to-do list. Cur­rent does­n't.

The­re are no un­read counts. No badge of phan­tom ob­li­ga­ti­on. Just a ri­ver.

New ar­tic­les flow in at the top. Old ones drift down­stream. Not­hing is owed.

ich hab cur­rent ge­kauft und aus­pro­biert aber mir war das zu stres­sig. cur­rent ver­such­te mich wie ein gut­mei­nen­der on­kel, der nichts von mir weiss, da­bei zu un­ter­stüt­zen „wert­vol­le“ feeds zu iden­ti­fi­zie­ren (von „aut­hors“) und aus mei­nen ver­meint­li­chen le­se­ge­wohn­hei­ten fil­ter zu bau­en.

ich habe ge­merkt: mei­ne ei­ge­nen, ein­ge­bau­ten fil­ter funk­tio­nie­ren ganz gut ohne app-hil­fe und dass mich eine on­ke­li­ge app nervt, die stän­dig in mei­ne ge­wohn­hei­ten grätscht.

ich habe auf ei­nem as­te­ro­iden (von uber­space) mi­ni­flux in­stal­liert und nut­ze ent­we­der das web­front­end von mi­ni­flux oder den ree­der clas­sic auf dem te­le­fon um mei­ne 435 feeds zu le­sen. das oben drü­ber „un­ge­le­sen 7238“ steht ist mir egal. ich lese das was oben steht zu­erst und sprin­ge wei­ter, wenn mich we­der die über­schrift, noch die ers­ten paar sät­ze in­ter­es­sie­ren.

das ist nicht an­ders als frü­her die ta­ges- oder wo­chen­zei­tung zu le­sen. da la­gen auch meh­re­re hun­dert ar­ti­kel vor mir und wenn mich we­der die über­schrift, noch die ers­ten paar sät­ze in­ter­es­sie­ren, sprang ich wei­ter in die nächs­te spal­te oder sei­te.

war­um soll­te mich das stres­sen wenn ich ein paar hun­dert un­ge­le­se­ne ar­ti­kel vor mir lie­gen habe? ge­le­gent­lich hab ich zei­tun­gen in der mit­te auf­ge­schla­gen oder am ende, weil ich wuss­te dass dort ka­te­go­rien the­men oder ko­lum­nen la­gen die mich in­ter­es­sier­ten.

so ma­che ich das auch mit RSS. ein paar blogs, ein paar au­toren habe ich ir­gend­wann in ei­nen ord­ner ge­legt, den ich, wenn mir da­nach ist, ge­zielt an­steu­ern und le­sen kann.

sonst gehe ich aus­schliess­lich um­ge­kehrt chro­no­lo­gisch vor. ich lese das un­ge­le­se­ne und sprin­ge mit der tas­ta­tur (j/k) oder wisch­ges­ten wei­ter.

man ver­gisst ja schnell, dass chro­no­lo­gie be­reits eine form von ku­ra­tie­rung ist. die zeit sorgt da­für, dass wich­ti­ges wie­der auf­taucht und das be­lang­lo­se vor­bei treibt.

apro­pos zeit. ich habe vor vie­len jah­ren, als nach­rich­ten noch mehr­heit­lich auf pa­pier ver­trie­ben wur­den, mal be­haup­tet, dass die welt bes­ser wäre wenn es nur wo­chen­zei­tun­gen gäbe (qua­si). wenn nach­rich­ten ein biss­chen ge­trock­net sind und ihre atem­lo­sig­keit nach­lässt, wenn der oder die eine oder an­de­re au­torin zeit hat­te nach­zu­den­ken, ge­win­nen nach­rich­ten an in­ter­essanz und das wich­ti­ge bleibt, schwimmt auf.

wenn zei­tun­gen das äqui­va­lent zum feed-rea­der sind, dann wä­ren ma­ga­zi­ne das äqui­va­lent zu in­sta­gram oder tik­tok. die ma­ga­zin-ma­cher ha­ben auch schon da­mals ver­sucht die le­sen­den emo­tio­nal zu pa­cken, zu skan­da­li­sie­ren und über­spit­zen. doom­scrol­ling nann­te man da­mals ein­fach blät­tern.

aber ich kom­me vom the­ma ab. was ich an mei­ner chro­no­lo­gi­schen samm­lung von über 400 quel­len so sehr mag ist ge­ra­de die an­zahl der un­ge­le­se­nen bei­trä­ge. be­un­ru­higt bin ich, wenn mein feed­rea­der leer wäre.

der un­ge­le­sen-zäh­ler ist kei­ne auf­for­de­rung, son­dern ent­span­nen­des weis­ses rau­schen.

wenn ich mal tie­fer mei­nen selbst „ku­ra­tie­ren“ nach­rich­ten­strom ein­stei­ge (und da­bei nicht ein­schla­fe oder mir was bes­se­res ein­fällt) und ein­fach im­mer wei­ter lese, be­stä­tigt sich ir­gend­wann die the­se von oben. das in­ter­es­san­te, das wich­ti­ge war oben, nach un­ten wird meis­tens lang­wei­li­ger und ich den­ke zu­neh­mend: „kenn ich schon.“ oder „schon an­ders­wo drü­ber ge­le­sen“

mög­li­cher­wei­se ist die sicht auf ei­nen strom auch ein­fach mit et­was di­stanz bes­ser, als wenn man mitt­drin steht. si­cher ist: wenn man die strö­me auch mal an sich vor­bei­zie­hen lässt, ver­passt man trotz­dem nix.


man­che din­ge schei­nen sich nicht zu än­dern. ich sehe im­mer wie­der el­tern mit ih­ren kin­dern, die vor müll­au­tos oder bau­stel­len ste­hen blei­ben, weil die kin­der die müll­wa­gen, bau­ma­schi­nen oder die müll­ar­bei­ter oder bau­ar­bei­ter fas­zi­niert be­ob­ach­ten (wol­len). geht mir auch oft noch so: ich fra­ge mich wie die müll­men­schen in ber­lin von den hun­der­ten haus­tür­schlüs­seln, die sie in ei­nem rie­si­gen bün­del mit sich her­um­tra­gen, den rich­ti­gen fin­den. bau­stel­len und gros­se ma­schi­nen sehe ich mir wei­ter­hin ger­ne an. bau­stel­len sind ja qua­si real-life-wim­mel­bil­der.

ge­nau­so fas­zi­niert, wie ich mir ge­le­gent­lich wim­mel­si­tua­tio­nen an­se­he, bin ich ir­ri­tiert dar­über, dass so we­ni­ge men­schen die ins in­ter­net schrei­ben selbst­ge­mach­te ani­mier­te bil­der be­nut­zen. ich mein: je­des ipho­ne hat live-bil­der stan­dard­mäs­sig ak­ti­viert. das heisst bei ei­nem foto, nimmt das ipho­ne vor­her und nach­her ein paar se­kun­den­bruch­tei­le vi­deo mit auf, die man, wenn man will zu ei­ner end­los­schlei­fe um­wan­deln kann, ider so ei­nem „ab­pral­ler“. man kann auch eine lang­zeit­be­lich­tung da­mit si­mu­lie­ren.

sehr, sehr vie­le men­schen ha­ben sol­che bil­der also auf ih­ren te­le­fo­nen, aber im in­ter­net sieht man die trotz­dem sel­ten bis nie. war­um?

ich pos­te sol­che bil­der re­gel­mäs­sig mit dem hash­tag #live fo­tos und vor ei­ner wei­le habe ich so­gar er­klärt wie ich das ma­che, bzw. dass ich ne­ben ei­ner mp4-end­los­schlei­fe auch fall­back-gifs baue um die end­los­schlei­fen auch im RSS feed an­zei­gen zu kön­nen. ich hab so­gar mal eine sei­te er­stellt, die alle bei­trä­ge auf­lis­tet die (ech­te) gifs ver­wen­den. das hat­te ich völ­lig ver­ges­sen, funk­tio­niert aber.

fra­gen an die hie rmit­le­sen­den:

  • habt ihr „live fo­tos“ auf eu­rem ipho­ne/eu­rer ka­me­ra ak­ti­viert?
  • er­stellt ihr in der fo­to­me­dia­thek ge­le­gent­lich auch end­los­schlei­fen oder ab­pral­ler?
  • wollt ihr die nicht der welt zei­gen?


da­ten­schutz, er­klä­rung, is­so und so

felix schwenzel in über wirres

we­gen des neu­en kom­men­tar­sys­tems habe ich ge­dacht, ich müs­se noch­mal mei­ne da­ten­schutz­er­klä­rung an­se­hen und ge­ge­be­nen­falls er­gän­zen. statt mir halb­wis­sen zu­sam­men­zu­goog­len habe ich die hil­fe von chatgpt und gem­ni­ni in an­spruch ge­nom­men um mit de­ren halb­wis­sen die an­mer­kun­gen zum da­ten­schutz ein biss­chen um­zu­for­mu­lie­ren, zu kür­zen und vor al­lem ver­ständ­li­cher zu ma­chen. ich fin­de das ist ganz gut ge­lun­gen. da­nach habe ich cur­sor die er­klä­rung noch­mal au­di­tie­ren las­sen und noch ein paar ganz gute hin­wei­se er­hal­ten.

isso setzt beim kom­men­tie­ren tat­säch­lich ei­nen coo­kie. der au­then­ti­fi­ziert die kom­men­tie­ren­den 15 mi­nu­ten lang ge­gen die isso-API, da­mit die ih­ren kom­men­tar edi­tie­ren oder lö­schen kön­nen. pfif­fig und für so­was — nicht zum tra­cken — sind die din­ger ja auch mal er­fun­den wor­den.

aus­ser­dem dar­an er­in­nert wor­den, dass ich tat­säch­lich an ei­ner stel­le die kom­plet­te IP-adres­se von be­su­chen­den ver­ar­bei­te: für den shit­vo­te nut­ze ich tat­säch­lich die un­ge­kürz­te IP adres­se der be­su­chen­den um ei­nen hash zu er­rech­nen und dop­pel-shit-vo­tes (in an­sät­zen) zu ver­hin­dern. sonst sind die IPv4 adres­sen über­all um zwei ok­tet­te ge­kürzt und die IPv6 adres­sen auf ein /48-prä­fix ge­kürzt.


aus den kom­men­ta­ren 30.06.2026

felix schwenzel in notiert

das funk­tio­niert tat­säch­lich rei­bungs­los, also völ­lig trans­pa­rent, zum bei­spiel auf die­sem €-ar­ti­kel auf sued­deut­sche.de, den ich vor­her nicht le­sen konn­te. 10 € bi­blio­theksge­bühr gut an­ge­legt.

nied­rig­schwel­li­ge­re kom­men­ta­re an­zu­bie­ten fängt an sich be­zahlt zu ma­chen.


da muss­te ich ges­tern doch ein biss­chen la­chen: co­lin fur­ze be­rich­tet, dass es in sei­nen tun­neln un­ter sei­nem gar­ten woh­li­ge 18°C hat. wenn er in sei­nem un­ter­ir­di­schen bun­ker sitzt und for­mel 1 schaut, muss er ge­le­gent­lich den heiz­lüf­ter an­ma­chen.


14 jah­re bre­via @wir­res.net

felix schwenzel in notiert

zu­fäl­lig auf den 14 jah­re al­ten ar­ti­kel ge­stos­sen, in dem ich schrei­be, dass ich ab jetzt die bre­via nut­ze: wir­res.net/ar­tic­les/6145

wit­zi­ger­wei­se dach­te ich da­mals, dass ich der bre­via ir­gend­wann über­t­drüs­sig wür­de. das ge­gen­teil ist der fall. ich mag die schrift nach wie vor sehr, sehr ger­ne und fin­de sie wei­ter­hin sehr frisch. die kom­men­ta­to­ren von da­mals (ja, nur män­ner) wa­ren nicht soo be­geis­tert1. aber da­mals gabs auch noch anti-ali­a­sing um schrif­ten zu glät­ten und ich habe die ab­sät­ze da­mals mit 14,4px ge­r­en­dert, also eher klein.

weil ich jetzt re­la­tiv nied­rig­schwel­lig zu­gäng­li­che kom­men­ta­re habe, bin ich mal ge­spannt ob hier le­sen­de die bre­via im­mer noch so scheis­se fin­den wie da­mals und ob ich der ein­zi­ge bin bei dem ex­tre­me bre­via-ge­wöh­nungs­ef­fek­te ein­tre­ten.


beim kom­men­tie­ren die email op­tio­nal zu ma­chen scheint gut zu funk­tio­nie­ren, zu­min­dest in dem sinn, dass es die schwel­le hier zu kom­men­tie­ren stark zu sen­ken scheint. so­gar un­ter mei­nem was­ser­me­lo­nen­sa­lat-re­zept, das am sonn­tag fast ein­hun­dert be­su­cher von goog­le rü­ber­ge­schickt be­kam, ist ein kom­men­tar auf­ge­schla­gen.


auch 14 jah­re her: das ers­te mal, dass ich von „darm mit charme“ hör­te: wir­res.net/ar­tic­les/6218 (mit ei­nem in mei­nem hu­mor­ver­ständ­nis wit­zi­gen kom­men­tar drun­ter.)

giu­lia en­ders hab ich zu­letzt bei ho­tel mat­ze ge­se­hen und war fas­zi­niert, dass sie im­mer noch so mit­reis­send über den mensch­li­chen kör­per und geist re­det, dass ihre eu­pho­rie un­wei­ger­lich über­schwappt und an­steckt.


  1. ja, ich habe die al­ten dis­qus kom­men­ta­re in isso im­por­tiert (6732 kom­men­ta­re un­ter 1511 bei­trä­gen) ↩︎


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end­mar­ken, fuck­ing home­pod, bat­te­rien, the agen­cy und for­mel1

felix schwenzel in artikel

ich be­nutz­te mei­nen home­pod ei­gent­lich nur für zwei din­ge und al­lei­ne we­gen die­ser bei­den din­ge mag ich mei­nen home­pod sehr, sehr ger­ne. bis heu­te.

die eine sa­che für die ich die siri im home­pod ger­ne nut­ze ist zu fra­gen: „wie spät?“ die an­de­re sa­che gin­ge wahr­schein­lich auch mit je­dem an­de­ren der 5 ver­netz­ten laut­spre­cher bei mir im zim­mer, aber ich las­se es den home­pod ma­chen: bei ei­nem for­mel-eins-ren­nen, fünf mi­nu­ten vor start ein for­mel-eins-wrooooom-ge­räusch ab­spie­len.

seit heu­te fängt siri selb­stän­dig an mu­sik ab­zu­spie­len. lei­se, aber im­mer wie­der. da sich home­pods nicht wirk­lich de­bug­gen oder be­fra­gen las­sen was sie zur je­wei­li­gen ak­ti­on ge­bracht hat, steh eich völ­lig auf dem schlauch. ich habe zwi­schen­zeit­lich al­les ab­ge­schal­tet was ich in ver­dacht hat­te, mein ipho­ne, home as­sistant, mein lap­top blue­tooth, die kli­ma­an­la­ge — nichts hilft.

aber zum au­to­ma­ti­sie­ren habe ich ja home as­sistant. eine klei­ne au­to­ma­ti­on schal­tet die mu­sik jetzt aus, so­bald die mu­sik star­tet.

alias: fucking homepod aus
descrip­ti­on: ""
triggers:
  - trigger: media_player.started_playing
    target:
      entity_id: media_player.homepod
    options:
      behavior: each
      for: "00:00:00"
conditions:
  - condition: state
    entity_id: media_player.homepod
    state:
      - music
    attribute: media_content_type
actions:
  - action: media_player.media_stop
    metadata: {}
    target:
      entity_id: media_player.homepod
    data: {}
mode: single

das funk­tio­niert, auch wenns kei­ne lö­sung ist. wenn ich in den nächs­ten ta­gen nicht raus­be­kom­me was oder wer das ver­ur­sacht, muss der home­pod tem­po­rär ster­ben (strom­los wer­den). im­mer­hin habe ich aus­ge­schlos­sen, dass der home­pod das rau­schen der kli­ma­an­la­ge als sprach­be­feh­le in­ter­pre­tiert.


apro­pos for­mel 1, das guck ich ja ge­le­gent­lich ger­ne und fah­re da­für ger­ne mit ei­nem vir­tu­el­len pri­va­ten netz­werk nach ös­te­re­eich. das ren­nen heu­te in ös­te­reich konn­te zwar nicht viel mehr als dreis­sig pro­zent mei­ner auf­merk­sam­keit bin­den, war aber trotz­dem ganz span­nend. aber wirk­lich toll wa­ren die droh­nen­auf­nah­men, nicht mit der üb­li­chen droh­nen-vo­gel­per­spek­ti­ve, son­dern eine droh­ne, die den au­tos mit bis zu 300 km/h im tief­flug hin­ter­her­flog. kei­ne ah­nung was man ma­chen muss um für so­was bei ei­ner ver­an­stal­tung mit pu­bli­kum eine ge­neh­mi­gung zu be­kom­men, aber ös­te­reich hat­te ja noch kein ramm­stein. die bil­der wa­ren aber tat­säch­lich be­ein­dru­ckend.


beim spie­gel habe ich das schon öf­ter ge­se­hen: end­mar­ken. wenn ein spie­gel-ar­ti­kel zu­en­de ist, klascht der spie­gel ein logo-„S“ an den letz­ten ab­satz.

das kann ich auch, dach­te ich mir und klat­sche jetzt ei­nen hau­fen scheis­se, mei­nen shit-vote, bzw. „ich mag die­sen scheiss!“-but­ton an den letz­ten ab­satz — oder je nach­dem, wenn ein bei­trag nicht mit ei­nem ab­satz en­det, auch da­drun­ter.

aus­ser­dem habe ich den ar­ti­kel-fuss („foo­ter“), die kom­men­tar-sek­ti­on und die bei­la­ge ein biss­chen neu ge­ord­net, in der hoff­nung dass da­mit auch men­schen die nicht ich sind die funk­ti­on und den sinn (ein biss­chen) be­grei­fen. wenn nicht, ist auch nicht so schlimm, so­lan­ge mei­ne tex­te (ein biss­chen) ver­ständ­lich sind.


auch wit­zig (für mich) mei­ne mut­ter, die jetzt ja ein welt­ers­te und -ein­zi­ge wir­res.net-bei­trä­ge per email be­kommt, mein­te sie hät­te die letz­ten ar­ti­kel nicht ge­le­sen. dass habe ich ehr­lich­ge­sagt auch nicht an­ders er­war­tet, dass mein rei­gen an tech­ni­schen deep-di­ves ins AT­pro­to­koll, av­ti­vi­ty­pub, bubbles und mei­ne ma­schi­nen­raum-ge­schich­ten an ei­nem teil des pu­bli­kums vor­bei­ge­hen und dass die­ses pu­bli­kum ge­nau das tut, wei­ter­blät­tern („scrol­len“). das ist das schö­ne am in­ter­net: man kann den mas­sen­ge­schmack igno­rie­ren und ganz vie­le ni­schen­in­ter­es­sen („long tail“) be­die­nen und das ge­ziel­te igno­rie­ren funk­tio­niert.


apro­pos home as­sistant und au­to­ma­ti­sie­run­gen: pha­sen­wei­se habe ich mich da­mit ge­nau­so ma­nisch be­schäf­tigt, wie ich mich der­zeit ma­nisch mit die­ser web­site be­schäf­ti­ge. aber home as­sistant ist so freund­lich, dass es auch ohne mei­ne auf­merk­sam­keit mo­na­te­lang zu­ver­läs­sig funk­tio­niert. selbst ge­le­gent­lich leer­lau­fen­de bat­te­rien brin­gen das sys­tem und die sen­so­rik nicht zum er­lie­gen, auch weil ich vie­les red­un­dant auf­ge­setzt habe. trotz­dem habe ich der au­to­ma­ti­schen woh­nung heu­te noch­mal et­was auf­merk­sam­keit ge­schenkt, up­dates ein­ge­spielt, ka­put­tak­tua­li­sier­tes („brea­king ch­an­ges“) ge­fixt, bat­te­rien ge­tauscht und über-op­ti­mis­ti­sche-sen­sor-wert-va­li­die­run­gen, bzw. glät­tung. als ich die auf­ge­setzt habe, konn­te ich mir nicht vor­stel­len, dass am hof­fenster tem­pe­ra­tu­ren > 27°C auf­tre­ten (das ist im­mer im schat­ten). pus­te­ku­chen, in den letz­ten ta­genm gings öf­ter drü­ber. des­halb hat mei­ne sen­sor his­to­rie jetzt ab­ge­flach­te kur­ven und durch die fil­ter-an­pas­sung ein paar falsch­mes­sun­gen/aus­reis­ser nach un­ten.

home assistant screenshot von der temperaturaufzeichnung unseres thermometers im hoffenster

the agen­cy staf­fel 2 hat mich in den ers­ten paar fol­gen mit 4 par­al­le­len hand­lungs­strän­gen to­tal über­for­dert. aber mit je­der fol­ge ver­ste­he und fin­de ichs bes­ser. die ab­ge­fuckt­heit von ge­heim­dienst­ar­beit bringt die se­rie wirk­lich gut rü­ber, vor al­lem im ge­gen­teil zu den 2000 an­de­ren fil­men und se­ri­en die ge­heim­dienst­ar­beit ger­ne äs­the­ti­sie­ren, ri­di­küli­sie­ren oder glo­ri­fi­zie­ren. das macht the agen­cy zwar auch, sonst wäre es ja nicht eine fik­tio­na­le un­ter­hal­tungs­sen­dung, son­dern eine „true po­li­ti­cal crime“-se­rie auf net­flix.


das kli­ma­an­la­gen-/wär­me­pum­pen-rab­bit­ho­le, in das mar­kus kürz­lich ge­fal­len ist, habe ich ge­ra­de noch ver­mie­den. die bei­fah­re­rin hat vor ein paar jah­ren eine mo­bi­le, klei­ne kli­ma­an­la­ge für ihr ate­lier ge­kauft, die jetzt in mei­nem zim­mer steht und es auf er­träg­li­che 24,5°C kühlt. sie hat jetzt zwar auch in­ter­es­se an ei­nem wei­te­ren ge­rät an­ge­mel­det, weil die tem­pe­ra­tu­ren in ih­rem zim­mer jetzt auch auf über 25°C klet­tern. und mei­ne el­tern wol­len auch eine. und da soll ich dann so­wohl be­ra­ten als auch mon­tie­ren. aber das konn­te ich al­les gut in den win­ter schie­ben weil man jetzt oh­ne­hin nichts der­ar­ti­ges kau­fen kann.



kom­men­ta­re? is­so?

felix schwenzel in über wirres

ich stau­ne, wie vie­le men­schen bei goog­le nach „was­ser­me­lo­nen­sa­lat ot­to­lenghi“ su­chen. goog­le ver­rät mir, dass die­ser such­be­griff zwi­schen dem 18.06 und 24.06 fast 600 mal dazu ge­führt hat, dass mei­ne re­zept­sei­te dazu bei goog­le an­ge­zeigt wur­de. goog­le hat des­halb in den letz­ten ta­gen pro tag un­ge­fähr 60 men­schen hier­her ge­schickt. das fühlt sich bei­na­he an, wie frü­her, als goog­le der gröss­te fan von blogs war. jetzt liebt goog­le, die alte op­por­tu­nis­tin, of­fen­bar nur noch re­zep­te.

als ich die tage dar­über nach­dach­te ob und was mir die­se men­schen brin­gen, die von goog­le hier­her­ge­spült wer­den, stand ich auf dem schlauch. im­mer­hin pro­du­zie­ren sie eine me­trik und he­ben zwei mei­ner re­zep­te auf der rück­sei­te un­ter „meist­be­such­te sei­ten“ nach oben. ich habe über­legt ob ich eine ein­fach zu­gäng­li­che (re­zept) be­wer­tungs­funk­ti­on mit ⭐⭐⭐⭐⭐ an­bie­ten soll, weil ja nie­mand ver­steht, was das 💩 soll. dann dach­te ich, viel­leicht eine ein­fach zu­gäng­li­che kom­men­tar­funk­ti­on und habe mir noch­mal isso an­ge­schaut. das hat­te ich mir zu­letzt vor ei­nem jahr­zehnt an­ge­schaut als ha­l­os­can ein­ge­stellt wur­de. aus un­er­find­li­chen grün­den hat­te ich mich da­mals dann für dis­qus ent­schie­den, de­ren ja­va­script ich (op­tio­nal) un­ter mei­ne ar­ti­kel kleb­te.

je­den­falls war ich über­rascht wie un­kom­pli­ziert sich isso an­fühlt. kei­ne an­mel­dung und nach dem ab­sen­den des kom­men­tars bleibt der so­gar noch edi­tier­bar oder lösch­bar. kom­men­ta­re las­sen sich mit mark­down for­ma­tie­ren und das ganz lässt sich auch noch leicht mit do­cker in­stal­lie­ren. also erst­mal isso un­ter die zwei re­zep­te ge­klebt, die ge­ra­de so viel be­such be­kom­men.

dann habe ich ge­dacht, wenn selbst men­schen mit jahr­zenhn­ten in­ter­net­er­fah­rung von mei­nem jetz­ti­gen kom­men­tar­sys­tem über­for­dert sind und mich teil­wei­se per mail um be­die­nungs­tipps fra­gen, kann ich ja auch mal ei­nen re­gu­lä­ren bei­trag kom­men­tier­bar ma­chen und schau­en was pas­siert.

die­ser bei­trag ist also kom­men­tier­bar. name, email oder web­site sind op­tio­nal, le­dig­lich ja­va­script ist vor­aus­set­zung. moer­a­ti­on ist erst­mal de­ak­ti­viert. was hälst du von (isso-) kom­men­ta­ren un­ter bei­trä­gen auf wir­res.net?


nach­trag 20:00 uhr:
ich habe die kom­men­ta­re aus mau­rice komm­ents plug­in in isso im­por­tiert und erst­mal die kom­men­tar­f­un­ti­on kom­plett auf isso um­ge­schal­tet. isso-kom­men­ta­re wer­den jetzt über­all un­ter dem bei­trag an­ge­zeigt, aus­ser man klappt die kom­men­ta­re zu.

web­men­ti­ons, kom­men­ta­re auf mast­o­don oder blues­ky er­den erst­mal wei­ter­hin in der bei­lag an­ge­zeigt, aber ich hab plä­ne und idee das in zu­kunft zu ver­bes­sern und tech­nisch ele­gan­ter zu ma­chen.


mark­down-ge­döns — weils geht

felix schwenzel in über wirres

ge­le­gent­lich ma­che ich sa­chen nur weils geht. manch­mal er­ge­ben sich dann zu­fäl­lig an­de­re, gute sa­chen dar­aus.

vor zwei wo­chen hat­te ich die idee, dass ich bei­trä­ge ja auch als mark­down aus­lie­fern könn­te. seit­dem kann man im brow­ser ein­fach an eine bei­trags-adres­se ein .md hän­gen und der ar­ti­kel wird als text/mark­down ge­la­den:

dann las ich zu­fäl­lig über stan­dard.site und AT­pro­to und sah, dass ich den mark­down-text ein­fach mit ein paar me­ta­da­ten in mein PDS schrei­ben kann und das mark­down dann zu ei­nem or­dent­lich aus­se­hen­den html-bei­trag ge­r­en­dert wird, zum bei­spiel hier:

weil ich die mark­down-ver­si­on der bei­trä­ge auch im quell­text an­kün­di­ge, mit …

<link rel="alternate" type="text/markdown" title="markdown-gedöns — weils geht (Markdown)" href="https://wirres.net/articles/markdown-gedons-weils-geht.md">

… fin­den craw­ler und bots die mark­down-ver­si­on au­to­ma­tisch — wenn sie wol­len — und neh­men das an­ge­bot auch dan­kend an, wie ich in mei­nen logs sehe (der­zeit ca. 600 mark­down-da­tei­en-crawls pro tag).

von mir aus kön­nen sich craw­ler und bots hier aus­to­ben, so­lan­ge sie sich be­neh­men, höf­lich blei­ben und sich an die ro­bots.txt re­geln hal­ten. eine re­gel mit der ich mir ein­bil­de in den letz­ten jah­ren gut ge­fah­ren zu sein: in­hal­te die jün­ger als fünf jah­re sind dür­fen die craw­ler in­de­xie­ren, was äl­ter ist nur wenn ich es ex­pli­zit zur in­de­xie­rung frei­ge­ge­ben habe. ich weiss dass es nicht we­ni­ge arsch­loch-bots gibt, die sich nicht an die re­geln hal­ten, und das ich da­ge­gen (mo­men­tan) we­nig aus­rich­ten kann. was ich aber nicht ma­che: mark­down für bots ge­sperr­te in­hal­te aus­zu­spie­len.

ef­fek­tiv ste­hen hier also ca. 953 bei­trä­ge zur in­de­xie­rung be­reit. das stimmt na­tür­lich nicht ganz, in echt sind es 3483 bei­trä­ge die laut

zur in­de­xie­rung frei­ge­ge­ben sind. aber das sind vor al­lem „so­fort­bil­der“ (mein in­sta­gram ar­chiv, 2376 bei­trä­ge), check­ins (151) und sta­ti­sche sei­ten. eine lis­te die­ser 953 bei­trä­ge, die auch in­de­xiert wer­den dür­fen und kei­ne check­ins oder so­fort­bil­der sind, ste­hen jetzt auch in ei­ner über­sicht­li­chen lis­te zur ver­fü­gung:

lei­der kön­nen brow­ser heut­zu­ta­ge noch nicht na­tiv mark­down ren­dern, wes­halb der mark­down-text eben als plain­text an­ge­zeigt wird (aus­ser man in­stal­liert sich zum bei­spiel die­se chro­me-ex­ten­si­on).

zu die­sem the­ma hat sven ka­noldt kürz­lich nach­ge­dacht: What If Your Brow­ser Could Just Ask for Mark­down?

wäre es nicht toll, wenn brow­ser statt nur nach ei­nem html-do­ku­ment zu fra­gen, auch — falls brow­sen­de das wün­schen — auch nach ei­nem mark­down-do­kum­net fra­gen könn­ten? das wäre dann wie die sa­fa­ri rea­der funk­ti­on, die aus un­les­ba­ren sei­ten eine ver­ein­fach­te, gut les­ba­re ver­si­on ren­dert. zum le­sen von on­line-koch-re­zep­ten kann man mitt­ler­wei­le kaum noch html be­nut­zen, weil die rezpte fast im­mer in slop-tex­te ein­ge­bet­tet sind. ich lese re­zep­te on­line fast nur noch in mela. mark­down re­zep­te hin­ge­gen sind gut les­bar:

je­den­falls, für alle die sich fra­gen was das al­les soll: es än­dert sich nichts, aus­ser dass es jetzt eine schlan­ke, schnel­le über­sicht­sei­te al­ler ar­ti­kel gibt, die man­che viel­leicht über­sicht­li­cher oder schö­ner fin­den als die klas­si­sche start­sei­te mit 21 ar­ti­keln im voll­text:

und eben ne men­ge mark­down-ge­döns, das man ge­trost igno­rie­ren kann, was ich aber mal aus­pro­bie­ren woll­te, ob es geht. es zeigt sich: ja, es funk­tio­niert eine mark­down in­dex­sei­te mit ei­nem dün­nen ja­va­script-wrap­per auch jetzt schon ohne brow­ser ex­ten­si­on zu ren­dern. und ja, bots fres­sen ger­ne mark­down. und ja ich fin­de das fazz­i­nie­rend.

und ab­ge­se­hen da­von, spa­re ich jetzt mit do it yours­elf ei­nen hau­fen geld, weil cloud­fla­re das al­les was ich mir hier selbst ge­baut habe kun­den für viel geld ver­kauft:

Mark­down for Agents is available to Pro, Busi­ness and En­ter­pri­se plans, and SSL for SaaS cus­to­mers at no cost.

(pro plä­ne ver­kauft cloud­fla­re ab ca. 20 €/mo­nat, busi­ness geht bei 180 €/mo­nat los und en­ter­pri­se ab 2000 €/mo­nat. und ja, „con­tent nego­tia­ti­on hea­ders“ für mark­down hab ich auch ein­ge­baut.)


nach­trag: ich habe ge­mi­ni ge­be­ten ei­nen blick in den ma­sch­ei­nen­raum zu wer­fen („wenn du dir die hea­der von wir­res.net/ar­tic­les/mark­down-ge­dons… an­siehst, was siehst du, was fehlt, was ist un­ge­wöhn­lich?“). die ant­wort ver­ste­he ich als kom­pli­ment und habe sie in die bei­la­ge ko­piert.


ich mag pop­feed, dass ist ei­ner der we­ni­gen me­di­en­tra­cker, der auch „ab­sei­ti­ge“ sen­dun­gen wie die mit der maus oder die mit le­wis ham­mil­ton or­dent­lich tra­cken kann. po­ten­zi­al für in­ter­es­san­te ver­net­zun­gen ist da und al­les sieht le­cker aus.

was ich ver­mis­se ist eine or­dent­li­che API.

theo­re­tisch ist die mit dem AT­pro­to­koll, auf dem pop­feed ba­siert, ge­ge­ben, aber pop­feed hat sich ent­schie­den den PDS nur zum spei­chern zu nut­zen. das wird tech­ni­sche grün­de ha­ben, ist aber sehr scha­de. ich hät­te ger­ne mei­nen ei­ge­nen me­di­en­tra­cker mit pop­feed au­to­ma­tisch syn­chro­ni­sie­ren las­sen.

aber egal, dan ma­che ich das ma­nu­ell. al­les was ich sehe oder lese er­fas­se ich wei­ter­hin bei mir und tra­ge das dann mit ein paar klicks in pop­feed nach. die ios und web-apps sind an­stän­dig zu be­die­nen (wenn auch noch hier und da ein biss­chen bug­gy) und wie man am an­fang des strangs sieht, pro­du­ziert auch der „cross­post“ but­ton or­dent­li­che posts.

tl;dr: schau dir doch mal pop­feed an. mit dei­nem blues­ky-kon­to kannst ud dich dort ein­fach ein­log­gen und mir dann sa­chen emp­feh­len oder ei­ge­nes ge­guck­tes, ge­le­se­nes, ge­hör­tes oder ge­spiel­tes tra­cken.

https://pop­feed.so­cial/


Δ 20,5 kg

felix schwenzel in semaglutid

da­tum ge­wicht
mai 2025 113,5 kg
juni 2026 93,1 kg
screenshot aus der health app der mein durchscchnittliches monatsgewicht februar 2025 bis zum juni 2026 anzeigt (113,5 kg im mai 2025, 93,08 kg im juni 2026)

kon­text: ich habe von au­gust 2025 bis an­fang ok­to­ber 2025 se­maglut­id / oz­em­pic ge­nom­men. seit­dem habe ich wei­ter ab­ge­nom­men und ca. seit ja­nu­ar 2026 hal­te ich das ge­wicht bei 93-94 kg.

da­mit be­en­de ich die be­richt­er­stat­tung über mein ge­wicht, mit aus­nah­me ei­nes bei­trags im april 2027.


durch rené zum ers­ten mal von in­the­weights.com ge­hört und auch aus­pro­biert.

in­the­weights.com fragt den ein­ge­ge­be­nen na­men bei meh­re­ren LLMs ab und ex­tra­hiert ir­gend­ei­ne me­trik und lis­tet auf, was die mo­del­le zum na­men zu sa­gen ha­ben. sieht aus sei­en GPT-5.5, GPT-5.4-mini und clau­de opus 4.8 nah dran, wäh­rend clau­de hai­ku 4.5 mich schon zum jour­na­lis­ten hal­lu­zi­niert und gem­ni 3.1 lite zum „lang­jäh­ri­gen“ co-au­toren von nerd­core macht. Deep­Seek V4 sieht mich gar als mit­grün­der von netz­po­li­tik.

GPT-5.5 says
Ger­man blog­ger, web de­ve­lo­per, and in­ter­net per­so­na­li­ty as­so­cia­ted with the blog wir­res.net.

GPT-5.4 Mini says
Ger­man blog­ger and web de­ve­lo­per, known for wri­ting on tech­no­lo­gy, start­ups, and in­ter­net cul­tu­re.

Clau­de Opus 4.8 says
Ger­man blog­ger and wri­ter known for his blog 'wir­res.net', ac­ti­ve in the Ger­man-lan­guage blogos­phe­re and in­ter­net cul­tu­re sce­ne.

Clau­de Hai­ku 4.5 says
Ger­man jour­na­list and me­dia pro­fes­sio­nal, though li­mi­t­ed pu­blic re­co­gni­ti­on wi­t­hout ad­di­tio­nal con­text.

Ge­mi­ni 3.1 Lite says
A Ger­man blog­ger, aut­hor, and long-time con­tri­bu­tor to the tech and cul­tu­re blog Nerd­core.

Kimi K2 0905 says
Ger­man blog­ger and co-foun­der of the me­dia blog 'wir­res.net', known for tech and in­ter­net cul­tu­re com­men­ta­ry.

Deep­Seek V4 says
Ger­man jour­na­list and aut­hor, known for tech and me­dia com­men­ta­ry, co-foun­der of netz­po­li­tik.org.

of­fen­sicht­lich und ab­ge­se­hen da­von mag ich die spiel­au­to­ma­ten-schrift von in­the­weights.com sehr. und ei­gent­lich mag ich pi­xel-bil­der von „TO­DAY’S HEA­VY­WEIGHTS“ auf der start­sei­te auch, ich bin ja schliess­lich mit nem C64 auf­ge­wach­sen.

pixeliertes bild von felix schwenzel (ki generiert)

aber das was GPT auf mei­ne auf­for­de­rung hin aus die­sem bild ge­macht hat, ist selbst für mich et­was dick auf­ge­tra­gen. fas­zi­nie­rend ist ein­zig, dass für das bild 256×256 pi­xel rei­chen.


den bes­ten ar­ti­kel zu künst­li­cher in­tel­li­genz hab ich heu­te von chris­ti­an stö­cker ge­le­sen.

Micah Nathan bringt am Mas­sa­chu­setts Institute of Tech­no­lo­gy Leuten das kreative Schreiben bei [und berichtet]: Alle in seinem Workshop hatten KI zum kreativen Schreiben benutzt, was er an ihren Texten merkte. Manche gestanden es trä­nen­reich und sogar voller Selbst­ekel. Seine Schluss­fol­ge­rung: »Die Gefahr besteht nicht darin, dass die KI Autoren ersetzen oder meinen Workshop über­flüs­sig machen wird. Die Gefahr ist, dass die Stu­die­ren­den sich daran gewöhnen, die Reibung zu über­sprin­gen, die vorher ihren Schreib­pro­zess sichtbar machte.«

chris­ti­an stö­cker bringt das pro­blem mit der künst­li­chen in­tel­li­genz auf ei­nen pas­sen­den nen­ner aus der ko­gni­ti­ven psy­cho­lo­gie:

den »ko­gni­ti­ven Geiz­kra­gen«. In Kurz­form: Wir stren­gen un­ser Ge­hirn un­gern an. Wenn wir nicht müs­sen, las­sen wir es lie­ber.

die­se denk und lern­faul­heit zu über­win­den loh­ne sich, weil ler­nen, üben oder die „Rei­bung“ der denk­pro­zes­se zu über­win­den eben be­frie­di­gung ver­schaf­fen und tü­ren öff­nen. chris­ti­an stö­cker und wahr­schein­lich auch die ko­gni­ti­ve psy­cho­lo­gie plä­die­ren da­für sich mehr an­zu­stren­gen, bzw. we­ni­ger be­quem zu sein:

Dem ko­gni­ti­ven Geiz­kra­gen nach­zu­ge­ben und in­tel­lek­tu­el­les Out­sour­cing zu be­trei­ben, mag zwar be­quem sein, es macht aber we­der klug noch zu­frie­den.

ich wür­de ger­ne „neu­gier“ er­gän­zen. ich ma­che din­ge nicht selbst um selbst­dis­zi­plin zu üben, son­dern meist um mei­ne neu­gier zu be­frie­di­gen. raus­zu­fin­den wie et­was ge­nau funk­tio­niert kann ich am bes­ten in­dem ich es selbst ma­che. und selbst ma­chen er­for­dert ler­nen, üben und wie­der­ho­lung.

ich habe auch ir­gend­wann er­kannt, dass ich ge­se­he­nes oder ge­le­se­nes bes­ser ver­ste­he und mehr da­von habe, wenn ich drü­ber schrei­be. ei­gent­lich wür­de ich jetzt auch lie­ber auf dem sofa sit­zen und die neue fol­ge house of the dra­gon gu­cken als auf dem sofa zu sit­zen und über chris­ti­an stö­ckers ko­lum­ne nach­zu­den­ken. aber die neu­gier, der mit­tei­lungs­drang und das be­dürf­nis nach (ein biss­chen) in­tel­lek­tu­el­ler an­er­ken­nung treibt mich zum be­dürf­nis­auf­schub. das ist auch der wah­re grund, war­um ich ein­mal pro jahr ei­nen re­pu­bli­ca vor­trag schrei­ben möch­te: um mir selbst zu be­wei­sen, dass ich in eine ma­te­rie tief ge­nug ein­stei­gen kann, ohne mich völ­lig lä­cher­lich zu ma­chen. vorraus­set­zung ist na­tür­lich, dass das the­ma, in das ich tie­fer ein­stei­gen möch­te mich auch in­ter­es­si­ert, mei­ne neu­gier weckt.

auch hier ist ein wich­ti­ger aspekt: wenn ich et­was ler­nen oder et­was sel­ber ma­chen oder selbst zu ma­chen ler­nen will, ste­cke ich oft deut­lich mehr ar­beit rein, als an­de­re für ver­nünf­tig hal­ten wür­den.


ich glau­be ste­fan nig­ge­mei­er hat auch ei­nen sehr gu­ten text über ki ge­schrie­ben. nur lei­der kann ich ihn nicht le­sen, weil ich kein SZ-abo habe.

er­satz­wei­se bie­tet er an die­sen text von am­bros waibel in der taz zu le­sen. das the­ma schöp­fung­hö­he oder tie­fe im jour­na­lis­mus geht mir schon lan­ge im kopf rum. con­stan­tin seibt hat mal ge­schrie­ben:

Das Kon­zept von kom­pri­mier­ter Zeit ist auch das der Grund, war­um Leu­te gern le­sen: Sie ma­chen ein blen­den­des Ge­schäft. In ei­ner Mi­nu­te ha­ben sie eine Stun­de frem­de Denk­ar­beit oder mehr ge­won­nen.

das ge­fühl „kom­pri­mier­te Zeit“ zu kon­su­mie­ren habe ich bei klas­si­chen jour­na­lis­ti­schen pro­duk­ten im­mer we­ni­ger. oft spü­re ich die­ses phä­no­men aber in be­stimm­ten you­tube-ka­nä­len, wo nicht nur mit neu­en ar­ten der in­for­ma­ti­ons-dar­rei­chung ex­pe­ri­men­tiert wird, son­dern eben auch merk­lich viel denk­ar­beit in­ves­tiert wird. das kann auch da­mit zu tun ha­ben, dass er­folg­rei­che you­tube-ka­nä­le das pro­blem der fi­nan­zie­rung ge­löst ha­ben (wenn auch auf eine sehr pre­kä­re oder un­nach­hal­ti­ge art) und des­halb kräf­tig in re­cher­che und krea­ti­on in­ves­tie­ren kön­nen.

das ge­gen­teil, der man­gel an spür­ba­rer denk­ar­beit ist das, was men­schen dazu bringt sich von be­stimm­ten dar­rei­chungs­for­men ab­wen­den oder KI-ge­döns als schlam­pe­rei (slop) be­zeich­nen.

und viel­leicht …

… fragt jan­nis scha­ka­ri­an. aus­ser­dem pas­send:

Alles muss man selber machen lassen!


hun­de­strand lub­min 2026

felix schwenzel in bilder

je­des jahr im juni oder juli ist es der bei­fah­re­rin da­nach mal an den strand zu fah­ren. also fah­ren wir drei stun­den lang zur ost­see, nach lub­min, an den hun­de­strand. wir sind je­des­mal da­von über­rascht wie ru­hig und kühl es dort ist. in ber­lin gin­gen die tem­pe­ra­tu­ren, trotz ei­nes un­wet­ters, bis auf 30°C hoch, in lub­min blieb es un­ter 22°C. vom park­platz aus ge­hen wir ge­ra­de mal 10 mi­nu­ten nach wes­ten und sind dann prak­tisch al­lei­ne am strand.

fri­da ist am was­ser all­ge­mein et­was ge­stresst und be­kommt ihre auf­re­gung nicht gut in den griff. aber wenn sie mit der bei­fah­re­rin ins was­ser geht, schwimmt sie wie ein schnell­boot und schwimmt stän­dig krei­se um die bei­fah­re­rin. ganz all­ge­mein habe ich im­mer wie­der den ein­druck, dass sie zwi­schen fort­be­we­gung an land und im was­ser nicht gross­ar­tig un­ter­sch­ei­det, so na­tür­lich geht ihr bei­des aus der hand. ich bin mir auch nicht si­cher was sie mehr in auf­re­gung ver­setzt, der sand oder das was­ser.

beim am strand lang lau­fen ent­spannt sie dann auch ein biss­chen. lau­fen ent­spannt, ganz all­ge­mein, al­les und im­mer.

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blog­dings 2004 und jetzt

felix schwenzel in artikel

vier netnewswire icons von 2006 bis heu­te

face­book gibts seit 2004, aber es dau­er­te noch min­des­tens vier jah­re, bis man es in deutsch­land be­nut­zen konn­te. so­zia­le netz­wer­ke ent­stan­den in die­ser zeit ge­ra­de, in die­sem bei­trag von 2004 er­wäh­ne ich ei­nen dienst der „fri­enster“ hiess und an den ich mich nicht mal mehr er­in­nern kann. über das blog­gen schrieb ich da­mals das hier:

die per­son hin­ter ei­nem web­log, ihre glaub­wür­dig­keit und das ver­trau­en das sie sich er­schrie­ben hat, steht am an­fang. je­des blog ist durch links, link-hubs und link-zäh­ler, ag­gre­ga­to­ren, blogrolls und kom­men­tar­funk­tio­nen in eine art so­zia­les netz von ver­trau­en, emp­feh­lun­gen und be­wer­tun­gen ein­ge­bet­tet. die­ses so­zia­le netz geht jetzt schon über sys­te­me wie „fri­enster“ hin­aus. es funk­tio­niert vor al­lem jetzt schon.

blogs funk­tio­nier­ten da­mals „in sich“, sie ver­netz­ten sich im wort­sinn durch ge­gen­sei­ti­ge ver­lin­kun­gen, in­ter­ak­tio­nen (kom­men­ta­re), blogrol­len (link­lis­ten) und durch die hil­fe von ag­gre­ga­to­ren und teil­wei­se auch such­ma­schi­nen. aus­ser­dem wa­ren blogs im­mer schon abon­nier­bar mit RSS. das war tech­nisch et­was an­spruchs­vol­ler als eine web­sei­te/ein blog im brow­ser auf­zu­ru­fen, aber gute RSS-rea­der oder -cli­ents gabs auch schon da­mals. der reiz, da­mals wie heu­te, von RSS ist na­tür­lich die ag­gre­ga­ti­on: neue ar­ti­kel wer­den oben an­ge­zeigt, wie in ei­nem blog, nur dass man sich in sei­nem rea­der dut­zen­de oder hun­der­te blogs zu­sam­men­stel­len konn­te und so den über­blick über neue bei­trä­ge be­hal­ten konn­te.

nicht zu un­ter­schät­zen, un­ge­fähr 2005 kam goog­le mit dem goog­le rea­der. der goog­le rea­der mach­te RSS-feeds ein­fach zu­gäng­lich. ich weiss nicht mehr wie das ge­nau funk­tio­nier­te, aber die ein­gangs­schwel­le zum goog­le rea­der war nied­rig und ein­mal drin war es ein­fach blogs zu fol­gen. et­was spä­ter ka­men emp­feh­lungs­funk­tio­nen für ein­zel­ne bei­trä­ge dazu, mit dem man ge­le­se­ne bei­trä­ge wei­ter­emp­feh­len und (wenn ich mich recht er­in­ne­re) auch mit ei­nem kom­men­tar ver­se­hen konn­te.

2013 en­de­te der goog­le rea­der, weil goog­le eine be­klopp­te idee na­mens goog­le plus hat­te. wozu das gut sein soll­te ver­stand da­mals aus­ser­halb von goog­le nie­mand und ir­gend­wann ver­stand das bei goog­le auch nie­mand mehr und goog­le plus wur­de auch ein­ge­stellt. vie­le sa­hen das als eine art to­des­stoss für blogs, aber we­der das ende des goog­le rea­ders, noch face­book oder twit­ter wa­ren das ende von blogs. blogs ver­schwan­den le­dig­lich wie­der in ihre ni­schen, in de­nen sie auch vor­her schon wa­ren, et­was aus­ser­halb der wahr­neh­mung des main­streams.


jetzt habe ich weit aus­ge­holt, ob­wohl ich ei­gent­lich nur sa­gen woll­te, dass ich, als ich mein zi­tat oben las, dach­te: das wür­de ich heu­te ge­nau so schrei­ben. blogs funk­tio­nie­ren, blogs sind wei­ter­hin da. man­che ver­schwin­den, vie­le neue tau­chen auf, und stän­dig fin­det man per­len, in­spi­ra­ti­on, un­ter­hal­tung, kon­tro­ver­sen oder se­ren­di­pi­tät — wenn man im strom ein biss­chen mit­schwimmt.

und was mich in den letz­ten ta­gen im­mer wie­der fas­zi­niert hat ist das auf­pop­pen (in mei­nem sicht­feld) von span­nend­ne „neu­en“ tech­no­lo­gien (#at­pro­to, #ac­ti­vi­ty­pub), apps und ag­gre­ga­to­ren die das po­ten­zi­al ha­ben dem gan­zen (im­mer) wie­der neu­en schwung zu ver­lei­hen.

bubbles, ein re­la­tiv neu­er, tol­ler ag­gre­ga­tor mit vo­ting emp­feh­lungs- und kom­men­tar­funk­ti­on, lahmt im deutsch­spra­chi­gen be­reich noch ein biss­chen, aber im eng­lisch­spra­chi­gen brummts. mau­rice schrieb in ei­nem kom­men­tar:

in­zwi­schen ist [bubbles] bei mir der haupt-re­fer­rer über den le­se­rin­nen auf mei­ne sei­te kom­men. Au­ßer­dem stö­be­re ich dort auch echt ger­ne.

das er vie­le be­su­cher von dort be­kommt liegt wahr­schein­lich auch dar­an, dass er (auch) eng­lisch schreibt (sei­ne pro­fil­sei­te bei bubbles zeigt auf die eng­li­sche ver­si­on sei­ner web­site), bei mir schau­felt riv­va der­zeit noch mehr be­su­cher als fast jede an­de­re web­site rü­ber. top re­fer­rer in den letz­ten 12 mo­na­ten:

tat­sa­che ist aber, auch jetzt funk­tio­nie­ren blogs min­des­tens so gut, wenn nicht so­gar bes­ser als 2004. ei­ner­seits na­tür­lich weil si­gni­fi­kant mehr leu­te ins in­ter­net schrei­ben, weil es RSS, riv­va, blogrol­len, web­rin­ge gibt, weil ins in­ter­net schrei­ben­de sich wei­ter ge­ge­sei­tig ver­lin­ken und weil sich wei­ter vie­le men­schen ge­dan­ken dar­über ma­chen, wie man tech­no­lo­gien, platt­for­men, pro­to­kol­le wei­ter­ent­wi­ckeln kann um dem gan­zen noch­mal mehr schwung zu ge­ben.

ein an­de­rer grund war­um das gan­ze blog­dings wei­ter brummt fällt mir mor­gens oft beim ers­ten kaf­fee auf, wenn sich mir (in etwa) die­ses bild prä­sen­tiert:

screenshot aus meinem mastodon-client phappy mit drei zeitlich eng beieinanderliegenden posts von markus pfeifer (7:39), kaltmamsell (6:29) und buddenbohm (6:01)
meq 7:39, kalt­mam­sell 6:29, bud­den­bohm 6:01

die kon­stanz man­cher ins in­ter­net­schrei­ben­den ist be­ein­dru­ckend. je­den tag zwi­schen 6 und 7 uhr tau­chen ma­xi­mi­li­an bud­den­bohm und die kalt­mam­sell bei mir in den feeds auf. oft ganz nah dran: mar­kus. es scheint (wei­ter­hin) sehr vie­le men­schen zu ge­ben, für die die lek­tü­re be­stimm­ter blogs zur mor­gen- oder ta­ges­rou­ti­ne ge­hört. ich hab we­nig ah­nung für wie vie­le men­schen mei­ne tex­te zur rou­ti­ne ge­hö­ren, aber ich freue mich na­tür­lich im­mer sehr, wenn ich an­de­re mit in mei­ne rab­bit­ho­les reis­sen kann oder zu­min­dest dazu in­spi­rie­ren kann, mal kurz ei­nen blick auf din­ge zu wer­fen über die ich mich ge­ra­de freue.

tl;dr: be­rich­te über den tod des of­fe­nen webs sind stark über­trie­ben.


das ar­ti­kel­bild zeigt net­news­wire icons von 2006 bis heu­te.

sie­he auch:


gu­ter, aus­führ­li­cher er­klär-ar­ti­kel von jan mon­tag über die „gute Idee“ AT­pro­to, also das pro­to­koll das hin­ter blue-, black- oder eu­ro­s­ky steckt.

[Da­mit wird] theo­re­tisch mög­lich […], dass du dei­ne Iden­ti­tät end­lich mit­neh­men kannst. Über­leg dir die Lö­schung dei­nes In­sta­gram oder Face­book oder X Ac­counts. Das wars. nicht so jetzt. Hier kann du die App wech­seln und trotz­dem al­les mit­neh­men.

auf ei­nem PDS, dem „per­so­nal data ser­ver“, sind beim AT­pro­to­koll alle da­ten ge­si­chert, in ver­schie­de­nen schich­ten, die iden­ti­tät, der so­zia­le graph, bei­trä­ge, app-da­ten. der PDS wird von je­man­dem zen­tral be­trie­ben, lässt sich aber um­zie­hen, mit al­len da­ten und (im prin­zip) auch mit dem be­nut­zer­na­men. APPs sind im prin­zip das schau­fens­ter auf die­se da­ten.

mein PDS liegt der­zeit noch bei blues­ky, in den USA. weils geht und aus prin­zip wer­de ich den in nächs­ter zeit zu eu­ro­s­ky mi­grie­ren. da­mit soll­te sich we­der et­was an mei­nem blues­ky-kon­to än­dern, noch auf ir­gend­ei­nem an­de­ren kon­to das ich mit mei­nem AT­mo­sphe­re-kon­to nut­ze (zum bei­spiel stan­dard-rea­der, blen­to, sill oder pop­feed).

so ei­nen PDS kann je­der be­trei­ben, al­ler­dings ist das ge­nau­so un­dank­bar und viel ar­beit, wie ei­nen ei­ge­nen mail- oder mast­o­don-ser­ver zu be­trei­ben:

Fö­de­ra­ti­on ist nicht schwer, weil Pro­to­kol­le schwer sind. Fö­de­ra­ti­on ist schwer, weil Be­trieb schwer ist. Up­dates, Ab­u­se, Spam, DDoS, Mo­de­ra­ti­on, recht­li­che Ge­schich­ten, Kos­ten, Back­ups – das ist nicht ro­man­tisch, das ist All­tag. Und die­ser All­tag führt fast au­to­ma­tisch dazu, dass sich wie­der zen­tra­le An­lauf­stel­len bil­den.

jans fa­zit, trotz­dem und mit ei­nem auf­ruf zur wach­sam­keit:

AT­Pro­to ist eine wirk­lich ele­gan­te Idee: Schich­ten tren­nen, Iden­ti­tät por­ta­bel ma­chen, Apps aus­tausch­bar ma­chen. Blues­ky hat da­mit ein Fens­ter ge­öff­net.

Aber Fens­ter sind nur Fens­ter. Wenn du nicht durch­gehst, wird es wie­der zu­ge­mau­ert.

und sei­ne kurz­fas­sung um den un­ter­schied zwi­schen AT­pro­to (at­mo­sphe­re) und Ac­ti­ty­Pub (fe­di­ver­se) zu er­klä­ren:

Fe­di­ver­se = „vie­le Dör­fer, Post wird zwi­schen Rat­häu­sern aus­ge­tauscht“;
AT­Pro­to = „du hast dein ei­ge­nes Haus (PDS), aber die gro­ßen Stra­ßen­kar­ten (In­dex/App­View) ent­sch­ei­den, wer dich fin­det.“

ich wür­de er­gän­zen:

fe­di­ver­se: vie­le au­to­no­me dör­fer, die sich auf ein aus­tausch­for­mat ge­ei­nigt ha­ben, die da­ten aber im dorf spei­chern.
at­mo­sphe­re: gros­se da­ten­la­ger­häu­ser die mit glas­fa­ser ver­netzt sind, an die sich dör­fer, bast­ler, werk­stät­ten oder kon­zer­ne an­do­cken kön­nen und ge­re­gel­ten zu­griff auf die la­ger­be­stän­de be­kom­men und auch selbst la­ger­flä­che an­mie­ten kön­nen. die in­hal­te (fast) al­ler la­ger­be­stän­de sind — nach be­stimm­ten re­geln — auch wie­der für alle an­de­ren zu­gäng­lich.

bei­de pro­to­kol­le ha­ben ihre vor und nach­tei­le. wir brau­chen kei­ne mo­no­kul­tu­ren, im ge­gen­teil, RSS ist nicht durch ac­ti­vi­ti­Pub über­flüs­sig ge­wor­den, stan­dard.site wird RSS auch nicht ver­drän­gen. pro­to­kol­le kön­nen ne­ben­ein­an­der exis­tie­ren, man kann brü­cken bau­en, pro­to­kol­le könn­nen zu­sam­men­wach­sen oder sich spe­zia­li­sie­ren. in bei­den ge­nann­ten pro­to­kllen ste­cken un­ge­ho­be­ne po­ten­zia­le — und das ist das ei­gent­lich span­nen­de.

ich für mei­nen teil spre­che ger­ne mit al­len. ich mag es, wenns ein biss­chen kom­pli­ziert ist.

p.s.: hier kann man jan mon­tags ar­ti­kel (wie ich) hoch­vo­ten: https://bubbles.town/ent­ry/38217373
(man muss sich nur mit sei­nem fe­di­ver­se hand­le an­mel­den)



durch die nacht fah­ren

felix schwenzel in notiert

ich habe 40 mi­nu­ten die­ses acht­stün­di­gen vi­de­os ge­se­hen und ge­hört, das vol­ker we­ber bei sich ein­ge­bet­tet hat. nach zwei mi­nu­ten habe ich aus un­er­klär­li­chen grün­den da­mit ge­rech­net, dass sich der bal­kon, auf dem le­wis ha­mil­ton sitzt, als der bal­kon ei­nes kreuz­fahrt­schiffs her­aus­stellt und lang­sam aus dem ha­fen von mo­na­co her­aus­glei­tet.

ich sit­ze sehr ger­ne auf bal­ko­nen, aber noch lie­ber hin­ter ge­öff­ne­ten bal­kon­tü­ren. hin­ter bal­kon­tü­ren kommt mir die mö­blie­rung meis­tens mehr ent­ge­gen als auf dem bal­kon. ich sit­ze ger­ne am schreib­tisch, auf ei­nem sofa oder lie­ge ger­ne im bett. auf dem bal­kon selbst ist das meis­tens nicht mög­lich. der stuhl auf dem le­wis ha­mil­ton im vi­deo sitzt, sieht auch nicht be­son­ders ge­müt­lich aus. ich ver­mu­te hin­ter der bal­kon­tü­re könn­te er ge­müt­li­cher sit­zen.

im win­ter seh­ne ich die zeit her­bei, in der ich zu­hau­se die bal­kon­tür wie­der öff­nen kann. ich mag es, wenn vor dem bal­kon die welt vor­bei­zieht. die ge­räu­sche die von draus­sen nach in­nen drin­gen sind nicht im­mer an­ge­nehm oder ent­span­nend, aber das sind sie in ca­fés auch nicht im­mer — und trotz­dem fin­den fast alle men­schen café-ge­räusch­ku­lis­sen an­ge­nehm. so wie fast alle men­schen kaf­fee­haus-ge­räusch­ku­lis­sen an­ge­nehm fin­den, fin­de ich stras­sen­lärm an­ge­nehm. viel­leicht auch, weil die­se ge­räusch­ku­lis­se den kon­trast zur re­la­ti­ven ruhe der nacht deut­lich macht. ruhe ist ja im­mer re­la­tiv. oder an­ders ge­sagt ab­so­lu­te ruhe ist un­an­ge­nehm. ruhe bei der es plät­schert, zwit­schert, glo­cken klin­gen oder men­schen lei­se re­den ist die bes­te.

nachts ge­müt­lich, bei (re­la­ti­ver) ruhe hin­ter ei­ner ge­öff­ne­ten bal­kon­tür zu sit­zen ist toll, aber noch bes­ser ist es, wenn der bal­kon lei­se durch was­ser glei­tet. ge­nau das ist die ein­drück­lichs­te er­in­ne­rung die ich an mei­ne letz­te, ers­te und ein­zi­ge kreuz­fahrt habe. da sass ich nachts, bei (re­la­tiv) ab­so­lu­ter rühe hin­ter der ge­öff­ne­ten bal­kon­tür mei­ner ka­bi­ne, draus­sen plät­scher­te das was­ser lei­se und am ho­ri­zont sah ich lich­ter von sied­lun­gen an land vor­bei­zie­hen. das war toll und ich den­ke da oft dran.

mit dem zug durch die nacht zu fah­ren ist auch toll. aber züge sind zu schnell, als das man län­ger als fünf mi­nu­ten ge­müt­lich hin­ter ei­nem ge­öff­ne­ten zug­fens­ter sit­zen könn­te.

blick auf die nächtliche ostsee von einem schiff aus, am horizont sieht man lichter, der himmel ist leicht erleuchtet