kopfkino
heute beim morgenspaziergang hatte ich intensives kopfkino. die filmausschnitte bestanden aus erinnerungen, die von einströmenden umweltreizen ausgelöst wurden. auf dem footballfeld der berlin adler plärrte depeche mode aus den lautsprechern. lautsprecher die unter freien himmel spielen haben einen ganz charakteristischen klang. die musik verweht ein bisschen, wabbert und sammelt sich gelegentlich zu echos. vor meinem inneren ohr und auge liefen erinnerungen, die mich an den historischen jahrmarkt in kornelimünster1 denken liessen. auf diesem jahrmarkt habe ich einen teil meiner kindheit verbracht. vor meiner inneren nase zog grill- und ponygeruch auf.
das open-air-geschrei der eher jüngeren menschen auf dem weitläufigen football-platz in kombination mit ein paar harten sonnenstrahlen auf meinemn gesicht spülte dann auch noch erinnerungen an die sommer-zeltlager2 hoch.
ich staunte während des spaziergangs was da alles in mir aus der vergangenheit aufschwamm. das passiert mir nicht immer, aber heute fanden die sensorische inputs wohl einen weg sich in meinem kopf auszubreiten. ich spielte irgendwann sogar ausschnitte eines youtube-videos, das ich am vorabend gesehen hatte, vor meinen inneren augen ab.
während ich frida beobachtete, mich gerüche, geräusche, der wind im gesicht und in der nase reizten, ein paar sonnenstrahlen, eine kühle brise, wassergeruch, kindergeschrei, openair lautsprecher meine sinne stimulierten dachte ich: schon erstaunlich, was ich alles abgespeichert habe. ich staunte auch, dass nur schöne erinnerungen aufschwammen. die erinnerungen waren farbenfroh, positiv, ein bisschen nostalgisch.
gestern schrieb mir meine mutter, der gerade plötzlich zwei gute freunde weggestorben waren, wie schön sie es fand, dass sie mit volker, der gerade gestorben ist, noch vor zwei wochen beim „portugiesen“ essen waren und volker, wie immer, gutgelaunt trank und ass und erzählte. das müsse wohl dieses carpe diem („oder so“) sein, von dem alle sprechen. ich antwortete ihr dass vermeintlich langweilige oder ereignislose tage meiner meinung nach und in diesem sinne auch ok seien, müsse ja nicht alles eine wilde vergnügungsfahrt sein.
heute fällt mir auf, dieses carpe diem kann man auch im kopfkino machen. so kann auch ein langweiliger morgenspaziergang zu einer wilden vergnügungsfahrt werden. ich bin mir auch sicher dass ich mit dieser erfahrung nicht allein war und es frida ganz ähnlich ging. ihre sensorik gegenüber umweltreizen und gerüchen dürfte um einiges bunter und differenzierter sein und ich will nicht wissen was für ein kopfkino in ihrem kopf abgeht, wenn sie sich durch die umwelt schnüffelt.
zuhause musste ich natürlich gleich in meiner alten, analogen fotokiste kramen. dabei fiel mir auf, die bilder die ich vorher im kopf hatte waren bunter, lebendiger, mehrdimensionaler als die auf dem fotopapier. zumal mir dabei auch auffiel, wie zurückhaltend wir damals mit der anzahl fotos waren. 36 bilder hatten die filme damals, da knippst man nicht wie wild rum.
beim blättermn in der fotokiste fielen ir dann aber noch zwei fotos aus meinem studentenzimmer in die hand. strassenlärm, vor allem höllisch laut klappernde LKW, wecken normalerweise erinnerungen an dieses zimmer das direkt an einer der haupteinfallstrassen des stuttgarter kessels lag (heilbronner strasse). auch der geruch des zimmer-ölofens hat sich bei mir eingebrannt, wird aber selten ausgelöst weil man öl heutzutage ja fast nur noch völlständig und russfrei verbrennt und in seinem unverbranntem aggregatzustand kaum noch begegnet.
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eine fotogalerie des historischen jahrmarkts in kornelimünster auf commons.wikimedia.org, dieses und dieses und dieses un dieses foto treffen meine 80er-jahrer-erinnerungen ganz gut. ↩
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die zeltlager waren sehr liberal und wurden damals vom liberalen jugendwerk aachen und heiner jüttner organisisert. die zeltlager gabs wohl noch länger oder gibts gegebenenfalls immer noch. ich hab, wenn ich mich recht erinnere, an mehreren zeltlagern zwischen 1981 und 1986 teilgenommen und sehr viel über den
verantwortungsvollenumgang mit tabak und alkohol gelernt. ↩
→ mit route …
immer an die lesenden denken …
trotz verschiedenster metriken die ich hier erfasse habe ich wenig ahnung woher mein publikum kommt, was es erwartet, was den menschen gefällt oder missfällt. alle was ich habe sind ahnungen. deshalb gestalte ich den ganzen scheiss hier fast ausschliesslich so, wie ich es mag wenn ich webseiten besuche.
ich mag minimalistische webseiten, bei denen die inhalte im vordergrund stehen und nicht das beiwerk, die mich nicht nach cookie- oder tracking-zustimmung fragen, die relativ schnell laden, im desktop browser genau so gut funktionieren wie auf dem telefon oder tablet, die ich per RSS oder im reader-modus lesen kann, die dunklen hintergrund haben (wenn ich das will). spontan fallen mir als vorbilder daring-fireball und das couchblog ein. wenn ich etwas länger nachdenke fallen mir auch nur das couchblog und daring-fireball ein. wenn ich dann auf meine blogrolle schaue, fallen mir ein paar mehr ein konnexus.net, florian.photo, eay.cc, vowe.net, knuspermagier.de oder anmutunddemut.de.
in der vorherigen version vom couchblog hab ich erstmals vom 512kb.club gehört. ich glaube nico hat das 512kb.club-banner in der aktuellen (wieder) wordpress-version runtergenommen, weil er sich nicht mehr qualifiziert. ich qualifizierte mich nicht mal ansatzwesie mit einer startseite, die initial 3-7mb daten lädt. aber jetzt doch, mit meiner minimalversion die wahrscheinlich noch ganz gut optimierbar ist und im prinzip aus markdown dateien besteht, die per javascript zu html gezaubert werden:
wirres.net/index.md.html ist gerade mal 190kb gross. und sie enthält trotzdem links zu über 700 artikeln die dann auch jeweils nicht viel mehr als 70 bis 480kb laden (je nachdem ob und wieviele fotos eingebettet sind).
ich habe so eine ahnung dass mein angebot von markdown-versionen oder einer minimalistischen version so gut wie niemanden interessiert. aber ich denk ja nicht nur an menschliche besucher, sondern auch an automaten. ich sehe täglich 400 bis 1500 einzelne abrufe von markdown-versionen meiner beiträge. ob sich das ganze gewese um solche optimierungen lohnt ist eine andere frage. aber diese frage stellt sich ja auch beim verfassen von texten oder kommentaren. man weiss nie ob’s irgendwem gefällt und wenn ja wieviel.
deshalb bleibt mir nicht viel anderes übrig als mich zu bemühen und gelegentlich an die lsenden zu denken. heute habe ich nochmal an die lesenden gedacht. beim google page speed test meiner minimal-übersichtseite …

… sah ich heute nämlich etwas neues: „agentisches browsen“. ein punkt von dreien gibts für:
Wenn deine llms.txt-Datei nicht den Empfehlungen entspricht, können Large Language Models möglicherweise nicht nachvollziehen, wie deine Website gecrawlt oder für das Training verwendet werden soll. Die llms.txt-Datei muss eine Markdown-Datei sein, die mindestens eine H1-Überschrift enthält.
die hab ich den llms dann gleich mal gebaut: wirres.net/llms.txt
und wo ich gerade dabei war auch noch eine humans.txt: wirres.net/humans.txt
ich weigere mich ja meine webseite nach google vorgaben auszurichten, aber gelegentlich den empfehlungen die die page speed insight aussprechen zu folgen kann sich doch lohnen (für die indexierbarkeit, aber auch lesenden-freundlichkeit). für die auffindbarkeit von wirres.net in der google-suche lohnt es sich momentan lediglich für rezepte.
bing hat bisher meine rezepte (grösstenteils) tapfer ignoriert. in den webmaster tools empfiehlt bing sehr eindringlich index now zu nutzen. weil das von mir eingesetzte seo-plugin das eigentlich kann, habe ich das schon vor vielen monaten aktiviert.
das problem war nur: hat nicht funktioniert. diese woche habe ich das mal debugged und repariert. und seit ich jetzt bei jedem neuen oder geänderten artikel bing und den bei index-now angeschlossenen suchmaschinen einen ping sende, findet man bei einer suche nach „wassermeldonensalat ottolenghi“ auch wirres.net ganz oben.
ich hasse es, wenn beiträge in blogs mit einem call to action enden. das riecht so llm-ig oder seo-ig. aber es würde mich wirklich sehr interessieren was dir, lieber leser, liebe leserin an wirres.net fehlt oder dich nervt. die automaten geben mir bereitwillig auskunft darüber. aber die humans eher wenig. aber da mich jetzt alle humans mit aktiviertem javascript mit leichtigkeit in den kommentaren erhellen oder beschimpfen können, würde ich mich über feedback sehr freuen.
das wichtige schwimmt

ich wünschte ich könnte das john irving zitat „sorrow floats“ öfter benutzen, aber es passt nie und nirgendwo.
das geniale an „sorrow floats“ ist das bildhafte, der nach seinem tod ausgestopfte familienlabrador sorrow, der nach einem flugzeugunglück irgendwo zwischen den trümmern treibt. und gleichzeitig ist „sorrow floats“ eine metapher dafür, dass trauer nie ganz verschwindet und immer wieder zwischen trümmern auftaucht.
aber es ist eben nicht nur die trauer die schwimmt, eigentlich ist es alles wichtige. das meine ich zumindest im laufe der jahre immer wieder beobachtet zu haben. und wenn ich schon nicht mein leben nach dieser erkenntnis ausrichte, so habe ich zumindest meinen medienkonsum danach ausgerichtet.
leider hört sich „importance floats“ nicht halb so gut an wie „sorrow floats“.
jedenfalls musste ich da heute wieder dran denken, weil ich gerade hier und da lese, dass manche leute von ihrem RSS reader gestresst sind. klar, lesen sollte kein stress sein und RSS zu lesen erst recht nicht.
die app current hat sich zur aufgabe gemacht das lesen von rss feeds wieder schön zu machen:
Every RSS reader treats your feeds as a to-do list. Current doesn't.
There are no unread counts. No badge of phantom obligation. Just a river.
New articles flow in at the top. Old ones drift downstream. Nothing is owed.
ich hab current gekauft und ausprobiert aber mir war das zu stressig. current versuchte mich wie ein gutmeinender onkel, der nichts von mir weiss, dabei zu unterstützen „wertvolle“ feeds zu identifizieren (von „authors“) und aus meinen vermeintlichen lesegewohnheiten filter zu bauen.
ich habe gemerkt: meine eigenen, eingebauten filter funktionieren ganz gut ohne app-hilfe und dass mich eine onkelige app nervt, die ständig in meine gewohnheiten grätscht.
ich habe auf einem asteroiden (von uberspace) miniflux installiert und nutze entweder das webfrontend von miniflux oder den reeder classic auf dem telefon um meine 435 feeds zu lesen. das oben drüber „ungelesen 7238“ steht ist mir egal. ich lese das was oben steht zuerst und springe weiter, wenn mich weder die überschrift, noch die ersten paar sätze interessieren.
das ist nicht anders als früher die tages- oder wochenzeitung zu lesen. da lagen auch mehrere hundert artikel vor mir und wenn mich weder die überschrift, noch die ersten paar sätze interessieren, sprang ich weiter in die nächste spalte oder seite.
warum sollte mich das stressen wenn ich ein paar hundert ungelesene artikel vor mir liegen habe? gelegentlich hab ich zeitungen in der mitte aufgeschlagen oder am ende, weil ich wusste dass dort kategorien themen oder kolumnen lagen die mich interessierten.
so mache ich das auch mit RSS. ein paar blogs, ein paar autoren habe ich irgendwann in einen ordner gelegt, den ich, wenn mir danach ist, gezielt ansteuern und lesen kann.
sonst gehe ich ausschliesslich umgekehrt chronologisch vor. ich lese das ungelesene und springe mit der tastatur (j/k) oder wischgesten weiter.
man vergisst ja schnell, dass chronologie bereits eine form von kuratierung ist. die zeit sorgt dafür, dass wichtiges wieder auftaucht und das belanglose vorbei treibt.
apropos zeit. ich habe vor vielen jahren, als nachrichten noch mehrheitlich auf papier vertrieben wurden, mal behauptet, dass die welt besser wäre wenn es nur wochenzeitungen gäbe (quasi). wenn nachrichten ein bisschen getrocknet sind und ihre atemlosigkeit nachlässt, wenn der oder die eine oder andere autorin zeit hatte nachzudenken, gewinnen nachrichten an interessanz und das wichtige bleibt, schwimmt auf.
wenn zeitungen das äquivalent zum feed-reader sind, dann wären magazine das äquivalent zu instagram oder tiktok. die magazin-macher haben auch schon damals versucht die lesenden emotional zu packen, zu skandalisieren und überspitzen. doomscrolling nannte man damals einfach blättern.
aber ich komme vom thema ab. was ich an meiner chronologischen sammlung von über 400 quellen so sehr mag ist gerade die anzahl der ungelesenen beiträge. beunruhigt bin ich, wenn mein feedreader leer wäre.
der ungelesen-zähler ist keine aufforderung, sondern entspannendes weisses rauschen.
wenn ich mal tiefer meinen selbst „kuratieren“ nachrichtenstrom einsteige (und dabei nicht einschlafe oder mir was besseres einfällt) und einfach immer weiter lese, bestätigt sich irgendwann die these von oben. das interessante, das wichtige war oben, nach unten wird meistens langweiliger und ich denke zunehmend: „kenn ich schon.“ oder „schon anderswo drüber gelesen“
möglicherweise ist die sicht auf einen strom auch einfach mit etwas distanz besser, als wenn man mittdrin steht. sicher ist: wenn man die ströme auch mal an sich vorbeiziehen lässt, verpasst man trotzdem nix.
manche dinge scheinen sich nicht zu ändern. ich sehe immer wieder eltern mit ihren kindern, die vor müllautos oder baustellen stehen bleiben, weil die kinder die müllwagen, baumaschinen oder die müllarbeiter oder bauarbeiter fasziniert beobachten (wollen). geht mir auch oft noch so: ich frage mich wie die müllmenschen in berlin von den hunderten haustürschlüsseln, die sie in einem riesigen bündel mit sich herumtragen, den richtigen finden. baustellen und grosse maschinen sehe ich mir weiterhin gerne an. baustellen sind ja quasi real-life-wimmelbilder.
genauso fasziniert, wie ich mir gelegentlich wimmelsituationen ansehe, bin ich irritiert darüber, dass so wenige menschen die ins internet schreiben selbstgemachte animierte bilder benutzen. ich mein: jedes iphone hat live-bilder standardmässig aktiviert. das heisst bei einem foto, nimmt das iphone vorher und nachher ein paar sekundenbruchteile video mit auf, die man, wenn man will zu einer endlosschleife umwandeln kann, ider so einem „abpraller“. man kann auch eine langzeitbelichtung damit simulieren.
sehr, sehr viele menschen haben solche bilder also auf ihren telefonen, aber im internet sieht man die trotzdem selten bis nie. warum?
ich poste solche bilder regelmässig mit dem hashtag #live fotos und vor einer weile habe ich sogar erklärt wie ich das mache, bzw. dass ich neben einer mp4-endlosschleife auch fallback-gifs baue um die endlosschleifen auch im RSS feed anzeigen zu können. ich hab sogar mal eine seite erstellt, die alle beiträge auflistet die (echte) gifs verwenden. das hatte ich völlig vergessen, funktioniert aber.
fragen an die hie rmitlesenden:
- habt ihr „live fotos“ auf eurem iphone/eurer kamera aktiviert?
- erstellt ihr in der fotomediathek gelegentlich auch endlosschleifen oder abpraller?
- wollt ihr die nicht der welt zeigen?
datenschutz, erklärung, isso und so
wegen des neuen kommentarsystems habe ich gedacht, ich müsse nochmal meine datenschutzerklärung ansehen und gegebenenfalls ergänzen. statt mir halbwissen zusammenzugooglen habe ich die hilfe von chatgpt und gemnini in anspruch genommen um mit deren halbwissen die anmerkungen zum datenschutz ein bisschen umzuformulieren, zu kürzen und vor allem verständlicher zu machen. ich finde das ist ganz gut gelungen. danach habe ich cursor die erklärung nochmal auditieren lassen und noch ein paar ganz gute hinweise erhalten.
isso setzt beim kommentieren tatsächlich einen cookie. der authentifiziert die kommentierenden 15 minuten lang gegen die isso-API, damit die ihren kommentar editieren oder löschen können. pfiffig und für sowas — nicht zum tracken — sind die dinger ja auch mal erfunden worden.
ausserdem daran erinnert worden, dass ich tatsächlich an einer stelle die komplette IP-adresse von besuchenden verarbeite: für den shitvote nutze ich tatsächlich die ungekürzte IP adresse der besuchenden um einen hash zu errechnen und doppel-shit-votes (in ansätzen) zu verhindern. sonst sind die IPv4 adressen überall um zwei oktette gekürzt und die IPv6 adressen auf ein /48-präfix gekürzt.
aus den kommentaren 30.06.2026
das funktioniert tatsächlich reibungslos, also völlig transparent, zum beispiel auf diesem €-artikel auf sueddeutsche.de, den ich vorher nicht lesen konnte. 10 € bibliotheksgebühr gut angelegt.
niedrigschwelligere kommentare anzubieten fängt an sich bezahlt zu machen.
da musste ich gestern doch ein bisschen lachen: colin furze berichtet, dass es in seinen tunneln unter seinem garten wohlige 18°C hat. wenn er in seinem unterirdischen bunker sitzt und formel 1 schaut, muss er gelegentlich den heizlüfter anmachen.
14 jahre brevia @wirres.net

zufällig auf den 14 jahre alten artikel gestossen, in dem ich schreibe, dass ich ab jetzt die brevia nutze: wirres.net/articles/6145
witzigerweise dachte ich damals, dass ich der brevia irgendwann übertdrüssig würde. das gegenteil ist der fall. ich mag die schrift nach wie vor sehr, sehr gerne und finde sie weiterhin sehr frisch. die kommentatoren von damals (ja, nur männer) waren nicht soo begeistert1. aber damals gabs auch noch anti-aliasing um schriften zu glätten und ich habe die absätze damals mit 14,4px gerendert, also eher klein.
weil ich jetzt relativ niedrigschwellig zugängliche kommentare habe, bin ich mal gespannt ob hier lesende die brevia immer noch so scheisse finden wie damals und ob ich der einzige bin bei dem extreme brevia-gewöhnungseffekte eintreten.
beim kommentieren die email optional zu machen scheint gut zu funktionieren, zumindest in dem sinn, dass es die schwelle hier zu kommentieren stark zu senken scheint. sogar unter meinem wassermelonensalat-rezept, das am sonntag fast einhundert besucher von google rübergeschickt bekam, ist ein kommentar aufgeschlagen.
auch 14 jahre her: das erste mal, dass ich von „darm mit charme“ hörte: wirres.net/articles/6218 (mit einem in meinem humorverständnis witzigen kommentar drunter.)
giulia enders hab ich zuletzt bei hotel matze gesehen und war fasziniert, dass sie immer noch so mitreissend über den menschlichen körper und geist redet, dass ihre euphorie unweigerlich überschwappt und ansteckt.
endmarken, fucking homepod, batterien, the agency und formel1
ich benutzte meinen homepod eigentlich nur für zwei dinge und alleine wegen dieser beiden dinge mag ich meinen homepod sehr, sehr gerne. bis heute.
die eine sache für die ich die siri im homepod gerne nutze ist zu fragen: „wie spät?“ die andere sache ginge wahrscheinlich auch mit jedem anderen der 5 vernetzten lautsprecher bei mir im zimmer, aber ich lasse es den homepod machen: bei einem formel-eins-rennen, fünf minuten vor start ein formel-eins-wrooooom-geräusch abspielen.
seit heute fängt siri selbständig an musik abzuspielen. leise, aber immer wieder. da sich homepods nicht wirklich debuggen oder befragen lassen was sie zur jeweiligen aktion gebracht hat, steh eich völlig auf dem schlauch. ich habe zwischenzeitlich alles abgeschaltet was ich in verdacht hatte, mein iphone, home assistant, mein laptop bluetooth, die klimaanlage — nichts hilft.
aber zum automatisieren habe ich ja home assistant. eine kleine automation schaltet die musik jetzt aus, sobald die musik startet.
alias: fucking homepod aus
description: ""
triggers:
- trigger: media_player.started_playing
target:
entity_id: media_player.homepod
options:
behavior: each
for: "00:00:00"
conditions:
- condition: state
entity_id: media_player.homepod
state:
- music
attribute: media_content_type
actions:
- action: media_player.media_stop
metadata: {}
target:
entity_id: media_player.homepod
data: {}
mode: single
das funktioniert, auch wenns keine lösung ist. wenn ich in den nächsten tagen nicht rausbekomme was oder wer das verursacht, muss der homepod temporär sterben (stromlos werden). immerhin habe ich ausgeschlossen, dass der homepod das rauschen der klimaanlage als sprachbefehle interpretiert.
apropos formel 1, das guck ich ja gelegentlich gerne und fahre dafür gerne mit einem virtuellen privaten netzwerk nach östereeich. das rennen heute in östereich konnte zwar nicht viel mehr als dreissig prozent meiner aufmerksamkeit binden, war aber trotzdem ganz spannend. aber wirklich toll waren die drohnenaufnahmen, nicht mit der üblichen drohnen-vogelperspektive, sondern eine drohne, die den autos mit bis zu 300 km/h im tiefflug hinterherflog. keine ahnung was man machen muss um für sowas bei einer veranstaltung mit publikum eine genehmigung zu bekommen, aber östereich hatte ja noch kein rammstein. die bilder waren aber tatsächlich beeindruckend.
beim spiegel habe ich das schon öfter gesehen: endmarken. wenn ein spiegel-artikel zuende ist, klascht der spiegel ein logo-„S“ an den letzten absatz.
das kann ich auch, dachte ich mir und klatsche jetzt einen haufen scheisse, meinen shit-vote, bzw. „ich mag diesen scheiss!“-button an den letzten absatz — oder je nachdem, wenn ein beitrag nicht mit einem absatz endet, auch dadrunter.
ausserdem habe ich den artikel-fuss („footer“), die kommentar-sektion und die beilage ein bisschen neu geordnet, in der hoffnung dass damit auch menschen die nicht ich sind die funktion und den sinn (ein bisschen) begreifen. wenn nicht, ist auch nicht so schlimm, solange meine texte (ein bisschen) verständlich sind.
auch witzig (für mich) meine mutter, die jetzt ja ein welterste und -einzige wirres.net-beiträge per email bekommt, meinte sie hätte die letzten artikel nicht gelesen. dass habe ich ehrlichgesagt auch nicht anders erwartet, dass mein reigen an technischen deep-dives ins ATprotokoll, avtivitypub, bubbles und meine maschinenraum-geschichten an einem teil des publikums vorbeigehen und dass dieses publikum genau das tut, weiterblättern („scrollen“). das ist das schöne am internet: man kann den massengeschmack ignorieren und ganz viele nischeninteressen („long tail“) bedienen und das gezielte ignorieren funktioniert.
apropos home assistant und automatisierungen: phasenweise habe ich mich damit genauso manisch beschäftigt, wie ich mich derzeit manisch mit dieser website beschäftige. aber home assistant ist so freundlich, dass es auch ohne meine aufmerksamkeit monatelang zuverlässig funktioniert. selbst gelegentlich leerlaufende batterien bringen das system und die sensorik nicht zum erliegen, auch weil ich vieles redundant aufgesetzt habe. trotzdem habe ich der automatischen wohnung heute nochmal etwas aufmerksamkeit geschenkt, updates eingespielt, kaputtaktualisiertes („breaking changes“) gefixt, batterien getauscht und über-optimistische-sensor-wert-validierungen, bzw. glättung. als ich die aufgesetzt habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass am hoffenster temperaturen > 27°C auftreten (das ist immer im schatten). pustekuchen, in den letzten tagenm gings öfter drüber. deshalb hat meine sensor historie jetzt abgeflachte kurven und durch die filter-anpassung ein paar falschmessungen/ausreisser nach unten.

the agency staffel 2 hat mich in den ersten paar folgen mit 4 parallelen handlungssträngen total überfordert. aber mit jeder folge verstehe und finde ichs besser. die abgefucktheit von geheimdienstarbeit bringt die serie wirklich gut rüber, vor allem im gegenteil zu den 2000 anderen filmen und serien die geheimdienstarbeit gerne ästhetisieren, ridikülisieren oder glorifizieren. das macht the agency zwar auch, sonst wäre es ja nicht eine fiktionale unterhaltungssendung, sondern eine „true political crime“-serie auf netflix.
das klimaanlagen-/wärmepumpen-rabbithole, in das markus kürzlich gefallen ist, habe ich gerade noch vermieden. die beifahrerin hat vor ein paar jahren eine mobile, kleine klimaanlage für ihr atelier gekauft, die jetzt in meinem zimmer steht und es auf erträgliche 24,5°C kühlt. sie hat jetzt zwar auch interesse an einem weiteren gerät angemeldet, weil die temperaturen in ihrem zimmer jetzt auch auf über 25°C klettern. und meine eltern wollen auch eine. und da soll ich dann sowohl beraten als auch montieren. aber das konnte ich alles gut in den winter schieben weil man jetzt ohnehin nichts derartiges kaufen kann.
kommentare? isso?
ich staune, wie viele menschen bei google nach „wassermelonensalat ottolenghi“ suchen. google verrät mir, dass dieser suchbegriff zwischen dem 18.06 und 24.06 fast 600 mal dazu geführt hat, dass meine rezeptseite dazu bei google angezeigt wurde. google hat deshalb in den letzten tagen pro tag ungefähr 60 menschen hierher geschickt. das fühlt sich beinahe an, wie früher, als google der grösste fan von blogs war. jetzt liebt google, die alte opportunistin, offenbar nur noch rezepte.
als ich die tage darüber nachdachte ob und was mir diese menschen bringen, die von google hierhergespült werden, stand ich auf dem schlauch. immerhin produzieren sie eine metrik und heben zwei meiner rezepte auf der rückseite unter „meistbesuchte seiten“ nach oben. ich habe überlegt ob ich eine einfach zugängliche (rezept) bewertungsfunktion mit ⭐⭐⭐⭐⭐ anbieten soll, weil ja niemand versteht, was das 💩 soll. dann dachte ich, vielleicht eine einfach zugängliche kommentarfunktion und habe mir nochmal isso angeschaut. das hatte ich mir zuletzt vor einem jahrzehnt angeschaut als haloscan eingestellt wurde. aus unerfindlichen gründen hatte ich mich damals dann für disqus entschieden, deren javascript ich (optional) unter meine artikel klebte.
jedenfalls war ich überrascht wie unkompliziert sich isso anfühlt. keine anmeldung und nach dem absenden des kommentars bleibt der sogar noch editierbar oder löschbar. kommentare lassen sich mit markdown formatieren und das ganz lässt sich auch noch leicht mit docker installieren. also erstmal isso unter die zwei rezepte geklebt, die gerade so viel besuch bekommen.
dann habe ich gedacht, wenn selbst menschen mit jahrzenhnten interneterfahrung von meinem jetztigen kommentarsystem überfordert sind und mich teilweise per mail um bedienungstipps fragen, kann ich ja auch mal einen regulären beitrag kommentierbar machen und schauen was passiert.
dieser beitrag ist also kommentierbar. name, email oder website sind optional, lediglich javascript ist voraussetzung. moeration ist erstmal deaktiviert. was hälst du von (isso-) kommentaren unter beiträgen auf wirres.net?
nachtrag 20:00 uhr:
ich habe die kommentare aus maurice komments plugin in isso importiert und erstmal die kommentarfuntion komplett auf isso umgeschaltet. isso-kommentare werden jetzt überall unter dem beitrag angezeigt, ausser man klappt die kommentare zu.
webmentions, kommentare auf mastodon oder bluesky erden erstmal weiterhin in der beilag angezeigt, aber ich hab pläne und idee das in zukunft zu verbessern und technisch eleganter zu machen.
markdown-gedöns — weils geht
gelegentlich mache ich sachen nur weils geht. manchmal ergeben sich dann zufällig andere, gute sachen daraus.
vor zwei wochen hatte ich die idee, dass ich beiträge ja auch als markdown ausliefern könnte. seitdem kann man im browser einfach an eine beitrags-adresse ein .md hängen und der artikel wird als text/markdown geladen:
- wirres.net/articles/markdown-gedons-weils-geht
- wirres.net/articles/markdown-gedons-weils-geht.md
dann las ich zufällig über standard.site und ATproto und sah, dass ich den markdown-text einfach mit ein paar metadaten in mein PDS schreiben kann und das markdown dann zu einem ordentlich aussehenden html-beitrag gerendert wird, zum beispiel hier:
weil ich die markdown-version der beiträge auch im quelltext ankündige, mit …
<link rel="alternate" type="text/markdown" title="markdown-gedöns — weils geht (Markdown)" href="https://wirres.net/articles/markdown-gedons-weils-geht.md">
… finden crawler und bots die markdown-version automatisch — wenn sie wollen — und nehmen das angebot auch dankend an, wie ich in meinen logs sehe (derzeit ca. 600 markdown-dateien-crawls pro tag).
von mir aus können sich crawler und bots hier austoben, solange sie sich benehmen, höflich bleiben und sich an die robots.txt regeln halten. eine regel mit der ich mir einbilde in den letzten jahren gut gefahren zu sein: inhalte die jünger als fünf jahre sind dürfen die crawler indexieren, was älter ist nur wenn ich es explizit zur indexierung freigegeben habe. ich weiss dass es nicht wenige arschloch-bots gibt, die sich nicht an die regeln halten, und das ich dagegen (momentan) wenig ausrichten kann. was ich aber nicht mache: markdown für bots gesperrte inhalte auszuspielen.
effektiv stehen hier also ca. 953 beiträge zur indexierung bereit. das stimmt natürlich nicht ganz, in echt sind es 3483 beiträge die laut
zur indexierung freigegeben sind. aber das sind vor allem „sofortbilder“ (mein instagram archiv, 2376 beiträge), checkins (151) und statische seiten. eine liste dieser 953 beiträge, die auch indexiert werden dürfen und keine checkins oder sofortbilder sind, stehen jetzt auch in einer übersichtlichen liste zur verfügung:
- wirres.net/index (html, klassiches layout, mit link zur html- und markdown-version)
- wirres.net/index.md (markdown, mit link zur markdown-version)
leider können browser heutzutage noch nicht nativ markdown rendern, weshalb der markdown-text eben als plaintext angezeigt wird (ausser man installiert sich zum beispiel diese chrome-extension).
zu diesem thema hat sven kanoldt kürzlich nachgedacht: What If Your Browser Could Just Ask for Markdown?
wäre es nicht toll, wenn browser statt nur nach einem html-dokument zu fragen, auch — falls browsende das wünschen — auch nach einem markdown-dokumnet fragen könnten? das wäre dann wie die safari reader funktion, die aus unlesbaren seiten eine vereinfachte, gut lesbare version rendert. zum lesen von online-koch-rezepten kann man mittlerweile kaum noch html benutzen, weil die rezpte fast immer in slop-texte eingebettet sind. ich lese rezepte online fast nur noch in mela. markdown rezepte hingegen sind gut lesbar:
- wirres.net/articles/wassermelonensalat-nach-ottolenghi (html)
- wirres.net/articles/wassermelonensalat-nach-ottolenghi.md (text/markdown)
- wirres.net/index.md.html?file=articles%2Fwassermelonensalat-nach-ottolenghi.md (mit javascript in html gerendertes markdown)
- https://standard-reader.app/a/did:plc:x747gklkwqilltssmoubjg6l/3mnsjrpa3v62s (vom standard-reader.app gerendertes markdown aus meinem PDS)
jedenfalls, für alle die sich fragen was das alles soll: es ändert sich nichts, ausser dass es jetzt eine schlanke, schnelle übersichtseite aller artikel gibt, die manche vielleicht übersichtlicher oder schöner finden als die klassische startseite mit 21 artikeln im volltext:
und eben ne menge markdown-gedöns, das man getrost ignorieren kann, was ich aber mal ausprobieren wollte, ob es geht. es zeigt sich: ja, es funktioniert eine markdown indexseite mit einem dünnen javascript-wrapper auch jetzt schon ohne browser extension zu rendern. und ja, bots fressen gerne markdown. und ja ich finde das fazzinierend.
und abgesehen davon, spare ich jetzt mit do it yourself einen haufen geld, weil cloudflare das alles was ich mir hier selbst gebaut habe kunden für viel geld verkauft:
Markdown for Agents is available to Pro, Business and Enterprise plans, and SSL for SaaS customers at no cost.
(pro pläne verkauft cloudflare ab ca. 20 €/monat, business geht bei 180 €/monat los und enterprise ab 2000 €/monat. und ja, „content negotiation headers“ für markdown hab ich auch eingebaut.)
nachtrag: ich habe gemini gebeten einen blick in den mascheinenraum zu werfen („wenn du dir die header von wirres.net/articles/markdown-gedons… ansiehst, was siehst du, was fehlt, was ist ungewöhnlich?“). die antwort verstehe ich als kompliment und habe sie in die beilage kopiert.
ich mag popfeed, dass ist einer der wenigen medientracker, der auch „abseitige“ sendungen wie die mit der maus oder die mit lewis hammilton ordentlich tracken kann. potenzial für interessante vernetzungen ist da und alles sieht lecker aus.
was ich vermisse ist eine ordentliche API.
theoretisch ist die mit dem ATprotokoll, auf dem popfeed basiert, gegeben, aber popfeed hat sich entschieden den PDS nur zum speichern zu nutzen. das wird technische gründe haben, ist aber sehr schade. ich hätte gerne meinen eigenen medientracker mit popfeed automatisch synchronisieren lassen.
aber egal, dan mache ich das manuell. alles was ich sehe oder lese erfasse ich weiterhin bei mir und trage das dann mit ein paar klicks in popfeed nach. die ios und web-apps sind anständig zu bedienen (wenn auch noch hier und da ein bisschen buggy) und wie man am anfang des strangs sieht, produziert auch der „crosspost“ button ordentliche posts.
tl;dr: schau dir doch mal popfeed an. mit deinem bluesky-konto kannst ud dich dort einfach einloggen und mir dann sachen empfehlen oder eigenes gegucktes, gelesenes, gehörtes oder gespieltes tracken.
Δ 20,5 kg
| datum | gewicht |
|---|---|
| mai 2025 | 113,5 kg |
| juni 2026 | 93,1 kg |

kontext: ich habe von august 2025 bis anfang oktober 2025 semaglutid / ozempic genommen. seitdem habe ich weiter abgenommen und ca. seit januar 2026 halte ich das gewicht bei 93-94 kg.
damit beende ich die berichterstattung über mein gewicht, mit ausnahme eines beitrags im april 2027.
links und likes 22.06.2026
durch rené zum ersten mal von intheweights.com gehört und auch ausprobiert.
intheweights.com fragt den eingegebenen namen bei mehreren LLMs ab und extrahiert irgendeine metrik und listet auf, was die modelle zum namen zu sagen haben. sieht aus seien GPT-5.5, GPT-5.4-mini und claude opus 4.8 nah dran, während claude haiku 4.5 mich schon zum journalisten halluziniert und gemni 3.1 lite zum „langjährigen“ co-autoren von nerdcore macht. DeepSeek V4 sieht mich gar als mitgründer von netzpolitik.
GPT-5.5 says
German blogger, web developer, and internet personality associated with the blog wirres.net.
GPT-5.4 Mini says
German blogger and web developer, known for writing on technology, startups, and internet culture.
Claude Opus 4.8 says
German blogger and writer known for his blog 'wirres.net', active in the German-language blogosphere and internet culture scene.
Claude Haiku 4.5 says
German journalist and media professional, though limited public recognition without additional context.
Gemini 3.1 Lite says
A German blogger, author, and long-time contributor to the tech and culture blog Nerdcore.
Kimi K2 0905 says
German blogger and co-founder of the media blog 'wirres.net', known for tech and internet culture commentary.
DeepSeek V4 says
German journalist and author, known for tech and media commentary, co-founder of netzpolitik.org.

offensichtlich und abgesehen davon mag ich die spielautomaten-schrift von intheweights.com sehr. und eigentlich mag ich pixel-bilder von „TODAY’S HEAVYWEIGHTS“ auf der startseite auch, ich bin ja schliesslich mit nem C64 aufgewachsen.

aber das was GPT auf meine aufforderung hin aus diesem bild gemacht hat, ist selbst für mich etwas dick aufgetragen. faszinierend ist einzig, dass für das bild 256×256 pixel reichen.
den besten artikel zu künstlicher intelligenz hab ich heute von christian stöcker gelesen.
christian stöcker bringt das problem mit der künstlichen intelligenz auf einen passenden nenner aus der kognitiven psychologie:
den »kognitiven Geizkragen«. In Kurzform: Wir strengen unser Gehirn ungern an. Wenn wir nicht müssen, lassen wir es lieber.
diese denk und lernfaulheit zu überwinden lohne sich, weil lernen, üben oder die „Reibung“ der denkprozesse zu überwinden eben befriedigung verschaffen und türen öffnen. christian stöcker und wahrscheinlich auch die kognitive psychologie plädieren dafür sich mehr anzustrengen, bzw. weniger bequem zu sein:
Dem kognitiven Geizkragen nachzugeben und intellektuelles Outsourcing zu betreiben, mag zwar bequem sein, es macht aber weder klug noch zufrieden.
ich würde gerne „neugier“ ergänzen. ich mache dinge nicht selbst um selbstdisziplin zu üben, sondern meist um meine neugier zu befriedigen. rauszufinden wie etwas genau funktioniert kann ich am besten indem ich es selbst mache. und selbst machen erfordert lernen, üben und wiederholung.
ich habe auch irgendwann erkannt, dass ich gesehenes oder gelesenes besser verstehe und mehr davon habe, wenn ich drüber schreibe. eigentlich würde ich jetzt auch lieber auf dem sofa sitzen und die neue folge house of the dragon gucken als auf dem sofa zu sitzen und über christian stöckers kolumne nachzudenken. aber die neugier, der mitteilungsdrang und das bedürfnis nach (ein bisschen) intellektueller anerkennung treibt mich zum bedürfnisaufschub. das ist auch der wahre grund, warum ich einmal pro jahr einen republica vortrag schreiben möchte: um mir selbst zu beweisen, dass ich in eine materie tief genug einsteigen kann, ohne mich völlig lächerlich zu machen. vorraussetzung ist natürlich, dass das thema, in das ich tiefer einsteigen möchte mich auch interessiert, meine neugier weckt.
auch hier ist ein wichtiger aspekt: wenn ich etwas lernen oder etwas selber machen oder selbst zu machen lernen will, stecke ich oft deutlich mehr arbeit rein, als andere für vernünftig halten würden.
ich glaube stefan niggemeier hat auch einen sehr guten text über ki geschrieben. nur leider kann ich ihn nicht lesen, weil ich kein SZ-abo habe.
ersatzweise bietet er an diesen text von ambros waibel in der taz zu lesen. das thema schöpfunghöhe oder tiefe im journalismus geht mir schon lange im kopf rum. constantin seibt hat mal geschrieben:
Das Konzept von komprimierter Zeit ist auch das der Grund, warum Leute gern lesen: Sie machen ein blendendes Geschäft. In einer Minute haben sie eine Stunde fremde Denkarbeit oder mehr gewonnen.
das gefühl „komprimierte Zeit“ zu konsumieren habe ich bei klassichen journalistischen produkten immer weniger. oft spüre ich dieses phänomen aber in bestimmten youtube-kanälen, wo nicht nur mit neuen arten der informations-darreichung experimentiert wird, sondern eben auch merklich viel denkarbeit investiert wird. das kann auch damit zu tun haben, dass erfolgreiche youtube-kanäle das problem der finanzierung gelöst haben (wenn auch auf eine sehr prekäre oder unnachhaltige art) und deshalb kräftig in recherche und kreation investieren können.
das gegenteil, der mangel an spürbarer denkarbeit ist das, was menschen dazu bringt sich von bestimmten darreichungsformen abwenden oder KI-gedöns als schlamperei (slop) bezeichnen.
und vielleicht …
… fragt jannis schakarian. ausserdem passend:
hundestrand lubmin 2026

jedes jahr im juni oder juli ist es der beifahrerin danach mal an den strand zu fahren. also fahren wir drei stunden lang zur ostsee, nach lubmin, an den hundestrand. wir sind jedesmal davon überrascht wie ruhig und kühl es dort ist. in berlin gingen die temperaturen, trotz eines unwetters, bis auf 30°C hoch, in lubmin blieb es unter 22°C. vom parkplatz aus gehen wir gerade mal 10 minuten nach westen und sind dann praktisch alleine am strand.
frida ist am wasser allgemein etwas gestresst und bekommt ihre aufregung nicht gut in den griff. aber wenn sie mit der beifahrerin ins wasser geht, schwimmt sie wie ein schnellboot und schwimmt ständig kreise um die beifahrerin. ganz allgemein habe ich immer wieder den eindruck, dass sie zwischen fortbewegung an land und im wasser nicht grossartig unterscheidet, so natürlich geht ihr beides aus der hand. ich bin mir auch nicht sicher was sie mehr in aufregung versetzt, der sand oder das wasser.
beim am strand lang laufen entspannt sie dann auch ein bisschen. laufen entspannt, ganz allgemein, alles und immer.
→ weiterlesen
blogdings 2004 und jetzt

facebook gibts seit 2004, aber es dauerte noch mindestens vier jahre, bis man es in deutschland benutzen konnte. soziale netzwerke entstanden in dieser zeit gerade, in diesem beitrag von 2004 erwähne ich einen dienst der „frienster“ hiess und an den ich mich nicht mal mehr erinnern kann. über das bloggen schrieb ich damals das hier:
die person hinter einem weblog, ihre glaubwürdigkeit und das vertrauen das sie sich erschrieben hat, steht am anfang. jedes blog ist durch links, link-hubs und link-zähler, aggregatoren, blogrolls und kommentarfunktionen in eine art soziales netz von vertrauen, empfehlungen und bewertungen eingebettet. dieses soziale netz geht jetzt schon über systeme wie „frienster“ hinaus. es funktioniert vor allem jetzt schon.
blogs funktionierten damals „in sich“, sie vernetzten sich im wortsinn durch gegenseitige verlinkungen, interaktionen (kommentare), blogrollen (linklisten) und durch die hilfe von aggregatoren und teilweise auch suchmaschinen. ausserdem waren blogs immer schon abonnierbar mit RSS. das war technisch etwas anspruchsvoller als eine webseite/ein blog im browser aufzurufen, aber gute RSS-reader oder -clients gabs auch schon damals. der reiz, damals wie heute, von RSS ist natürlich die aggregation: neue artikel werden oben angezeigt, wie in einem blog, nur dass man sich in seinem reader dutzende oder hunderte blogs zusammenstellen konnte und so den überblick über neue beiträge behalten konnte.
nicht zu unterschätzen, ungefähr 2005 kam google mit dem google reader. der google reader machte RSS-feeds einfach zugänglich. ich weiss nicht mehr wie das genau funktionierte, aber die eingangsschwelle zum google reader war niedrig und einmal drin war es einfach blogs zu folgen. etwas später kamen empfehlungsfunktionen für einzelne beiträge dazu, mit dem man gelesene beiträge weiterempfehlen und (wenn ich mich recht erinnere) auch mit einem kommentar versehen konnte.
2013 endete der google reader, weil google eine bekloppte idee namens google plus hatte. wozu das gut sein sollte verstand damals ausserhalb von google niemand und irgendwann verstand das bei google auch niemand mehr und google plus wurde auch eingestellt. viele sahen das als eine art todesstoss für blogs, aber weder das ende des google readers, noch facebook oder twitter waren das ende von blogs. blogs verschwanden lediglich wieder in ihre nischen, in denen sie auch vorher schon waren, etwas ausserhalb der wahrnehmung des mainstreams.
jetzt habe ich weit ausgeholt, obwohl ich eigentlich nur sagen wollte, dass ich, als ich mein zitat oben las, dachte: das würde ich heute genau so schreiben. blogs funktionieren, blogs sind weiterhin da. manche verschwinden, viele neue tauchen auf, und ständig findet man perlen, inspiration, unterhaltung, kontroversen oder serendipität — wenn man im strom ein bisschen mitschwimmt.
und was mich in den letzten tagen immer wieder fasziniert hat ist das aufpoppen (in meinem sichtfeld) von spannendne „neuen“ technologien (#atproto, #activitypub), apps und aggregatoren die das potenzial haben dem ganzen (immer) wieder neuen schwung zu verleihen.
bubbles, ein relativ neuer, toller aggregator mit voting empfehlungs- und kommentarfunktion, lahmt im deutschsprachigen bereich noch ein bisschen, aber im englischsprachigen brummts. maurice schrieb in einem kommentar:
inzwischen ist [bubbles] bei mir der haupt-referrer über den leserinnen auf meine seite kommen. Außerdem stöbere ich dort auch echt gerne.
das er viele besucher von dort bekommt liegt wahrscheinlich auch daran, dass er (auch) englisch schreibt (seine profilseite bei bubbles zeigt auf die englische version seiner website), bei mir schaufelt rivva derzeit noch mehr besucher als fast jede andere website rüber. top referrer in den letzten 12 monaten:
- vorspeisenplatte.de: 33,9%, 2.817 besuche
- buddenbohm-und-soehne.de: 29,6%, 2.465 besuche
- rivva.de: 12,5%, 1.040 besuche
- reader.konnexus.net: 4,7%, 391 besuche
tatsache ist aber, auch jetzt funktionieren blogs mindestens so gut, wenn nicht sogar besser als 2004. einerseits natürlich weil signifikant mehr leute ins internet schreiben, weil es RSS, rivva, blogrollen, webringe gibt, weil ins internet schreibende sich weiter gegeseitig verlinken und weil sich weiter viele menschen gedanken darüber machen, wie man technologien, plattformen, protokolle weiterentwickeln kann um dem ganzen nochmal mehr schwung zu geben.
ein anderer grund warum das ganze blogdings weiter brummt fällt mir morgens oft beim ersten kaffee auf, wenn sich mir (in etwa) dieses bild präsentiert:

die konstanz mancher ins internetschreibenden ist beeindruckend. jeden tag zwischen 6 und 7 uhr tauchen maximilian buddenbohm und die kaltmamsell bei mir in den feeds auf. oft ganz nah dran: markus. es scheint (weiterhin) sehr viele menschen zu geben, für die die lektüre bestimmter blogs zur morgen- oder tagesroutine gehört. ich hab wenig ahnung für wie viele menschen meine texte zur routine gehören, aber ich freue mich natürlich immer sehr, wenn ich andere mit in meine rabbitholes reissen kann oder zumindest dazu inspirieren kann, mal kurz einen blick auf dinge zu werfen über die ich mich gerade freue.
tl;dr: berichte über den tod des offenen webs sind stark übertrieben.
das artikelbild zeigt netnewswire icons von 2006 bis heute.
siehe auch:
ATproto 101
guter, ausführlicher erklär-artikel von jan montag über die „gute Idee“ ATproto, also das protokoll das hinter blue-, black- oder eurosky steckt.
[Damit wird] theoretisch möglich […], dass du deine Identität endlich mitnehmen kannst. Überleg dir die Löschung deines Instagram oder Facebook oder X Accounts. Das wars. nicht so jetzt. Hier kann du die App wechseln und trotzdem alles mitnehmen.
auf einem PDS, dem „personal data server“, sind beim ATprotokoll alle daten gesichert, in verschiedenen schichten, die identität, der soziale graph, beiträge, app-daten. der PDS wird von jemandem zentral betrieben, lässt sich aber umziehen, mit allen daten und (im prinzip) auch mit dem benutzernamen. APPs sind im prinzip das schaufenster auf diese daten.
mein PDS liegt derzeit noch bei bluesky, in den USA. weils geht und aus prinzip werde ich den in nächster zeit zu eurosky migrieren. damit sollte sich weder etwas an meinem bluesky-konto ändern, noch auf irgendeinem anderen konto das ich mit meinem ATmosphere-konto nutze (zum beispiel standard-reader, blento, sill oder popfeed).
so einen PDS kann jeder betreiben, allerdings ist das genauso undankbar und viel arbeit, wie einen eigenen mail- oder mastodon-server zu betreiben:
Föderation ist nicht schwer, weil Protokolle schwer sind. Föderation ist schwer, weil Betrieb schwer ist. Updates, Abuse, Spam, DDoS, Moderation, rechtliche Geschichten, Kosten, Backups – das ist nicht romantisch, das ist Alltag. Und dieser Alltag führt fast automatisch dazu, dass sich wieder zentrale Anlaufstellen bilden.
jans fazit, trotzdem und mit einem aufruf zur wachsamkeit:
ATProto ist eine wirklich elegante Idee: Schichten trennen, Identität portabel machen, Apps austauschbar machen. Bluesky hat damit ein Fenster geöffnet.
Aber Fenster sind nur Fenster. Wenn du nicht durchgehst, wird es wieder zugemauert.
und seine kurzfassung um den unterschied zwischen ATproto (atmosphere) und ActityPub (fediverse) zu erklären:
Fediverse = „viele Dörfer, Post wird zwischen Rathäusern ausgetauscht“;
ATProto = „du hast dein eigenes Haus (PDS), aber die großen Straßenkarten (Index/AppView) entscheiden, wer dich findet.“
ich würde ergänzen:
fediverse: viele autonome dörfer, die sich auf ein austauschformat geeinigt haben, die daten aber im dorf speichern.
atmosphere: grosse datenlagerhäuser die mit glasfaser vernetzt sind, an die sich dörfer, bastler, werkstätten oder konzerne andocken können und geregelten zugriff auf die lagerbestände bekommen und auch selbst lagerfläche anmieten können. die inhalte (fast) aller lagerbestände sind — nach bestimmten regeln — auch wieder für alle anderen zugänglich.
beide protokolle haben ihre vor und nachteile. wir brauchen keine monokulturen, im gegenteil, RSS ist nicht durch activitiPub überflüssig geworden, standard.site wird RSS auch nicht verdrängen. protokolle können nebeneinander existieren, man kann brücken bauen, protokolle könnnen zusammenwachsen oder sich spezialisieren. in beiden genannten protokllen stecken ungehobene potenziale — und das ist das eigentlich spannende.
ich für meinen teil spreche gerne mit allen. ich mag es, wenns ein bisschen kompliziert ist.
p.s.: hier kann man jan montags artikel (wie ich) hochvoten: https://bubbles.town/entry/38217373
(man muss sich nur mit seinem fediverse handle anmelden)
durch die nacht fahren
ich habe 40 minuten dieses achtstündigen videos gesehen und gehört, das volker weber bei sich eingebettet hat. nach zwei minuten habe ich aus unerklärlichen gründen damit gerechnet, dass sich der balkon, auf dem lewis hamilton sitzt, als der balkon eines kreuzfahrtschiffs herausstellt und langsam aus dem hafen von monaco herausgleitet.
ich sitze sehr gerne auf balkonen, aber noch lieber hinter geöffneten balkontüren. hinter balkontüren kommt mir die möblierung meistens mehr entgegen als auf dem balkon. ich sitze gerne am schreibtisch, auf einem sofa oder liege gerne im bett. auf dem balkon selbst ist das meistens nicht möglich. der stuhl auf dem lewis hamilton im video sitzt, sieht auch nicht besonders gemütlich aus. ich vermute hinter der balkontüre könnte er gemütlicher sitzen.
im winter sehne ich die zeit herbei, in der ich zuhause die balkontür wieder öffnen kann. ich mag es, wenn vor dem balkon die welt vorbeizieht. die geräusche die von draussen nach innen dringen sind nicht immer angenehm oder entspannend, aber das sind sie in cafés auch nicht immer — und trotzdem finden fast alle menschen café-geräuschkulissen angenehm. so wie fast alle menschen kaffeehaus-geräuschkulissen angenehm finden, finde ich strassenlärm angenehm. vielleicht auch, weil diese geräuschkulisse den kontrast zur relativen ruhe der nacht deutlich macht. ruhe ist ja immer relativ. oder anders gesagt absolute ruhe ist unangenehm. ruhe bei der es plätschert, zwitschert, glocken klingen oder menschen leise reden ist die beste.
nachts gemütlich, bei (relativer) ruhe hinter einer geöffneten balkontür zu sitzen ist toll, aber noch besser ist es, wenn der balkon leise durch wasser gleitet. genau das ist die eindrücklichste erinnerung die ich an meine letzte, erste und einzige kreuzfahrt habe. da sass ich nachts, bei (relativ) absoluter rühe hinter der geöffneten balkontür meiner kabine, draussen plätscherte das wasser leise und am horizont sah ich lichter von siedlungen an land vorbeiziehen. das war toll und ich denke da oft dran.
mit dem zug durch die nacht zu fahren ist auch toll. aber züge sind zu schnell, als das man länger als fünf minuten gemütlich hinter einem geöffneten zugfenster sitzen könnte.









