durch rené zum ers­ten mal von in­the­weights.com ge­hört und auch aus­pro­biert.

in­the­weights.com fragt den ein­ge­ge­be­nen na­men bei meh­re­ren LLMs ab und ex­tra­hiert ir­gend­ei­ne me­trik und lis­tet auf, was die mo­del­le zum na­men zu sa­gen ha­ben. sieht aus sei­en GPT-5.5, GPT-5.4-mini und clau­de opus 4.8 nah dran, wäh­rend clau­de hai­ku 4.5 mich schon zum jour­na­lis­ten hal­lu­zi­niert und gem­ni 3.1 lite zum „lang­jäh­ri­gen“ co-au­toren von nerd­core macht. Deep­Seek V4 sieht mich gar als mit­grün­der von netz­po­li­tik.

GPT-5.5 says
Ger­man blog­ger, web de­ve­lo­per, and in­ter­net per­so­na­li­ty as­so­cia­ted with the blog wir­res.net.

GPT-5.4 Mini says
Ger­man blog­ger and web de­ve­lo­per, known for wri­ting on tech­no­lo­gy, start­ups, and in­ter­net cul­tu­re.

Clau­de Opus 4.8 says
Ger­man blog­ger and wri­ter known for his blog 'wir­res.net', ac­ti­ve in the Ger­man-lan­guage blogos­phe­re and in­ter­net cul­tu­re sce­ne.

Clau­de Hai­ku 4.5 says
Ger­man jour­na­list and me­dia pro­fes­sio­nal, though li­mi­t­ed pu­blic re­co­gni­ti­on wi­t­hout ad­di­tio­nal con­text.

Ge­mi­ni 3.1 Lite says
A Ger­man blog­ger, aut­hor, and long-time con­tri­bu­tor to the tech and cul­tu­re blog Nerd­core.

Kimi K2 0905 says
Ger­man blog­ger and co-foun­der of the me­dia blog 'wir­res.net', known for tech and in­ter­net cul­tu­re com­men­ta­ry.

Deep­Seek V4 says
Ger­man jour­na­list and aut­hor, known for tech and me­dia com­men­ta­ry, co-foun­der of netz­po­li­tik.org.

of­fen­sicht­lich und ab­ge­se­hen da­von mag ich die spiel­au­to­ma­ten-schrift von in­the­weights.com sehr. und ei­gent­lich mag ich pi­xel-bil­der von „TO­DAY’S HEA­VY­WEIGHTS“ auf der start­sei­te auch, ich bin ja schliess­lich mit nem C64 auf­ge­wach­sen.

pixeliertes bild von felix schwenzel (ki generiert)

aber das was GPT auf mei­ne auf­for­de­rung hin aus die­sem bild ge­macht hat, ist selbst für mich et­was dick auf­ge­tra­gen. fas­zi­nie­rend ist ein­zig, dass für das bild 256×256 pi­xel rei­chen.


den bes­ten ar­ti­kel zu künst­li­cher in­tel­li­genz hab ich heu­te von chris­ti­an stö­cker ge­le­sen.

Micah Nathan bringt am Mas­sa­chu­setts Institute of Tech­no­lo­gy Leuten das kreative Schreiben bei [und berichtet]: Alle in seinem Workshop hatten KI zum kreativen Schreiben benutzt, was er an ihren Texten merkte. Manche gestanden es trä­nen­reich und sogar voller Selbst­ekel. Seine Schluss­fol­ge­rung: »Die Gefahr besteht nicht darin, dass die KI Autoren ersetzen oder meinen Workshop über­flüs­sig machen wird. Die Gefahr ist, dass die Stu­die­ren­den sich daran gewöhnen, die Reibung zu über­sprin­gen, die vorher ihren Schreib­pro­zess sichtbar machte.«

chris­ti­an stö­cker bringt das pro­blem mit der künst­li­chen in­tel­li­genz auf ei­nen pas­sen­den nen­ner aus der ko­gni­ti­ven psy­cho­lo­gie: „den »ko­gni­ti­ven Geiz­kra­gen«. In Kurz­form: Wir stren­gen un­ser Ge­hirn un­gern an. Wenn wir nicht müs­sen, las­sen wir es lie­ber.“

die­se denk und lern­faul­heit zu über­win­den loh­ne sich, weil ler­nen, üben oder die „Rei­bung“ der denk­pro­zes­se zu über­win­den eben be­frie­di­gung ver­schaf­fen und tü­ren öff­nen. chris­ti­an stö­cker und wahr­schein­lich auch die ko­gni­ti­ve psy­cho­lo­gie plä­die­ren da­für sich mehr an­zu­stren­gen, bzw. we­ni­ger be­quem zu sein:

Dem ko­gni­ti­ven Geiz­kra­gen nach­zu­ge­ben und in­tel­lek­tu­el­les Out­sour­cing zu be­trei­ben, mag zwar be­quem sein, es macht aber we­der klug noch zu­frie­den.

ich wür­de ger­ne „neu­gier“ er­gän­zen. ich ma­che din­ge nicht selbst um selbst­dis­zi­plin zu üben, son­dern meist um mei­ne neu­gier zu be­frie­di­gen. raus­zu­fin­den wie et­was ge­nau funk­tio­niert kann ich am bes­ten in­dem ich es selbst ma­che. und selbst ma­chen er­for­dert ler­nen, üben und wie­der­ho­lung.

ich habe auch ir­gend­wann er­kannt, dass ich ge­se­he­nes oder ge­le­se­nes bes­ser ver­ste­he und mehr da­von habe, wenn ich drü­ber schrei­be. ei­gent­lich wür­de ich jetzt auch lie­ber auf dem sofa sit­zen und die neue fol­ge house of the dra­gon gu­cken als auf dem sofa zu sit­zen und über chris­ti­an stö­ckers ko­lum­ne nach­zu­den­ken. aber die neu­gier, der mit­tei­lungs­drang und das be­dürf­nis nach (ein biss­chen) in­tel­lek­tu­el­ler an­er­ken­nung treibt mich zum be­dürf­nis­auf­schub. das ist auch der wah­re grund, war­um ich ein­mal pro jahr ei­nen re­pu­bli­ca vor­trag schrei­ben möch­te: um mir selbst zu be­wei­sen, dass ich in eine ma­te­rie tief ge­nug ein­stei­gen kann, ohne mich völ­lig lä­cher­lich zu ma­chen. vorraus­set­zung ist na­tür­lich, dass das the­ma, in das ich tie­fer ein­stei­gen möch­te mich auch in­ter­es­si­ert, mei­ne neu­gier weckt.

auch hier ist ein wich­ti­ger aspekt: wenn ich et­was ler­nen oder et­was sel­ber ma­chen oder selbst zu ma­chen ler­nen will, ste­cke ich oft deut­lich mehr ar­beit rein, als an­de­re für ver­nünf­tig hal­ten wür­den.


ich glau­be ste­fan nig­ge­mei­er hat auch ei­nen sehr gu­ten text über ki ge­schrie­ben. nur lei­der kann ich ihn nicht le­sen, weil ich kein SZ-abo habe.

er­satz­wei­se bie­tet er an die­sen text von am­bros waibel in der taz zu le­sen. das the­ma schöp­fung­hö­he oder tie­fe im jour­na­lis­mus geht mir schon lan­ge im kopf rum. con­stan­tin seibt hat mal ge­schrie­ben:

Das Kon­zept von kom­pri­mier­ter Zeit ist auch das der Grund, war­um Leu­te gern le­sen: Sie ma­chen ein blen­den­des Ge­schäft. In ei­ner Mi­nu­te ha­ben sie eine Stun­de frem­de Denk­ar­beit oder mehr ge­won­nen.

das ge­fühl „kom­pri­mier­te Zeit“ zu kon­su­mie­ren habe ich bei klas­si­chen jour­na­lis­ti­schen pro­duk­ten im­mer we­ni­ger. oft spü­re ich die­ses phä­no­men aber in be­stimm­ten you­tube-ka­nä­len, wo nicht nur mit neu­en ar­ten der in­for­ma­ti­ons-dar­rei­chung ex­pe­ri­men­tiert wird, son­dern eben auch merk­lich viel denk­ar­beit in­ves­tiert wird. das kann auch da­mit zu tun ha­ben, dass er­folg­rei­che you­tube-ka­nä­le das pro­blem der fi­nan­zie­rung ge­löst ha­ben (wenn auch auf eine sehr pre­kä­re oder un­nach­hal­ti­ge art) und des­halb kräf­tig in re­cher­che und krea­ti­on in­ves­tie­ren kön­nen.

das ge­gen­teil, der man­gel an spür­ba­rer denk­ar­beit ist das, was men­schen dazu bringt sich von be­stimm­ten dar­rei­chungs­for­men ab­wen­den oder KI-ge­döns als schlam­pe­rei (slop) be­zeich­nen.

und viel­leicht …

… fragt jan­nis scha­ka­ri­an. aus­ser­dem pas­send:

Alles muss man selber machen lassen!