ich weiss nicht warum, aber menschen die eine webseite haben wollen lieben kleine, enge textblöcke in denen der benutzer mit klicks auf javascript-knöpfchen manchmal sehr langen texte lesen sollen. die textblöcke sollen, wahrscheinlich aus ästhetischen gründen oder scrollbalken-hass, klein bis sehr klein gehalten werden. also baut man zähneknirschend, kunde ist ja könig, entweder in flash oder javascript solche textblöcke, die dann statt ordentlicher, systemeigener scrollbalken, selbstdesignte, proprietäre steuerelemente ein.
ich habe als benutzer immer über einen solchen irrsinn geschimpft. ich kann in solchen textblöcken weder mein scrollrad benutzen, noch all die textfunktionen die ich sonst gewohnt bin. texte sollen frei sein, auch im browser.
am sonntag war ich zum ersten mal in meinem leben in einem schrebergarten. der schrebergarten war voller tand und kitsch (allerdings ohne gartenzwerge), die hecken waren vorschriftsmässig auf bauchnabelhöhe geschnitten und die nachbarn hatten, das spürte man durch und durch, alles im auge.
im schrebergarten ein nach new york ausgewanderter künstler mit seiner amerikanischen frau, ihrem athiöpischen adoptivsohn, die eltern des auswanderers, die beifahrein, ihr sohn und ix. auf dem elektrogrill würste. sehr viele würste, schinkenwurst und riesencurrywürste. auf dem tisch nudelsalat mit mayonaise und ständig nachgefülltes bier. das perfekte spiesser-idyll.
was mich ein bisschen erschreckt: mir gefiel das.
[witzig wie der ausgewanderte hamburger erzählte wie er in new york manchmal tagsüber auf dem spielplatz sitzt, umgeben von spielenden, weissen kindern und aufpassenden schwarzen oder mexikanischen „nannys“ und er der einzige weisse mann mit einem schwarzen kind. ich glaub ich brauch eine weile um dieses bild wieder zu vergessen.]
Aufgaben: Realisierung einer Java-Anwendung für die Betriebsführung von Kernkraftwerken Vorhandene fachliche Konzepte verstehen und an der Konzeption der technischen Lösung mitwirken Kenntnisse aus dem Bereich Kernkraft und Betriebsführung sind wünschenswert
RESTRICTIONS. […] You acknowledge that Licensed Software is not designed or intended for use in the design, construction, operation or maintenance of any nuclear facility. Sun Microsystems, Inc. disclaims any express or implied warranty of fitness for such uses.
qype bietet sein ein paar tagen ein neues feature. die punkte die man sich durchs qypen sammelt, kann man in coupons einlösen. coupons werden von unternehmen nach eigener massgabe angeboten und qype-mitglieder können sie, wenn sie wollen, mit ihren punkten kaufen. das tierfutter-geschäft „HELDENHUNDE + friends“ zum beispiel bietet qypern „folgendes Kennenlernangebot“ an:
1 Paar Schweineohren
ich finde die idee ziemlich gut (die gutschein-idee, nicht die schweineohren-idee), da sowohl die qype-benutzer etwas bekommen (können), nämlich geldwerte vorteile, als auch die unternehmen, nämlich neue kunden. das problem, wie immer, ist die kritische masse. einerseits interessieren mich die coupos die bis jetzt für berlin angeboten werden nicht die bohne, andererseits weiss ich nicht wie weit sich unternehmen überhaupt für qype interessieren, bzw. davon zu überzeugen sind, dass es ihnen was bringt auf qype gutscheine anzubieten. hört sich für mich danach an als ob noch zielmlich viele klinken geqypt werden müssen, bevor das konzept einschlägt und eine kritische masse erreicht.
immerhin. mein lieblings-kaffee-laden der erst von drei leuten geqypt wurde, hat mittlerweile nen qype aufkleber an der tür kleben. mal schaun wann ich einen gutschein fürs coffee-mamas kaufen kann.
ich habe im urlaub von jemandem gehört, dass ameisen nicht nur blattläuse melken, sondern auch auf die blattläuse aufpassen. das geht so weit, dass die ameisen die läuse angeblich sogar bei regen in ihren ameisenhaufen tragen und sie nach dem regen wieder auf ihre blätter setzen. das hat mich so sehr fasziniert, dass ich mir beim nächsten besuch im kiosk die deutsche national-geographics ausgabe mit der ameisen-schwarmintelligenz gekauft habe (englischer volltext hier).
da liest man dann folgenden zentralen satz: „A single ant or bee isn’t smart, but their colonies are.“
die einzelne ameise handelt nach relativ einfachen, festen regelsätzen, aber in der summe ergibt sich daraus intelligentes verhalten. im falle von bienen sind auf der basis von einfachsten mechanismen entscheidungsprozesse zu beobachten die beispielsweise bei der bestimmung des künftigen nistplatzes stets zum optimalen ergebnis führen.
besonders faszinierend und das eigentliche erfolgsgeheimnis der ameisen: niemand trägt die alleinige verantwortung.
One key to an ant colony, for example, is that no one’s in charge. No generals command ant warriors. No managers boss ant workers. The queen plays no role except to lay eggs. Even with half a million ants, a colony functions just fine with no management at all—at least none that we would recognize. It relies instead upon countless interactions between individual ants, each of which is following simple rules of thumb. Scientists describe such a system as self-organizing.
woran mich das erinnert? richtig. an das blogdings. relativ einfache kommunikationsmittel, keine zentrale steuerung, viele autarke einzelindividuen die lose miteinander verbunden sind und von aussen, zumindest bei naiven, ahnungslosem oder panischen blick, wie ein homogener haufen aussehen. diese ahnungslosen blicke ohne jede sachkenntnis werfen zur zeit vermehrt vermeintliche alleswisser die sich journalisten nennen. die meinen dann, einzelne stimmen sprächen für das ganze, bilden sich ein, der haufen habe ein ziel oder „grosse vorbilder“.
aber die parallelen sind frappierend. unternehmen müssen lernen, dass plötzlich eine einzelne ameise die sie schlecht behandeln anderen ameisen davon berichtet und sie es plötzlich nicht mit einem unzufriedenen kunden zu tun haben, sondern mit einem unkontrollierbaren, lauten, gefrässigen schwarm. eine ameise einfach plattzuhauen, ihr zu drohen funktioniert nicht mehr so wie früher. und das aus einem ganz einfachen grund: die ameisen kommunizieren miteinander.
Es sind nicht (nur) die Blogs, die die Medien verändern, es ist das Netz. Und das Netz greift viel tiefer in unser Leben und Denken ein, als sich das so mancher Journalist offenbar vorstellen mag. Ohne das Netz, das wiederhole ich gerne immer wieder, hätte wir nicht mal den Ansatz einer Diskussion über die sog. „Sicherheitsgesetze“ von Schäuble + Co. Ohne das Netz würden Ideen, wie die des Bürgergeldes nicht so schnell eine breite Öffentlichkeit gefunden haben. Blogs sind nur das momentane Transportmittel für solche Dinge. [don dahlmann]
es ist das netz, dummkopf! das netz ist mehr als seine einzelteile. die ausschliessliche, isolierte betrachtung von einzelteilen oder -aspekten hilft nicht das ganze zu verstehen. und: ein paar fette ameisen die besonders auffällig oder laut sind, sprechen keinesfalls für das ganze, sondern ausschliesslich für sich selbst.
ich habe 4 minuten gebraucht um diesen text mit einem auge zu lesen und dabei einen falschen hasen verspeist. [via]
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sollte man einen arzt an seinen primären geschlechtsorganen rumschnippeln lassen, der es noch nichtmal schafft den namen seiner firma richtig zu schreiben?
immerhin hat prof. dr. stefan gress so nachgewiesenermassen geschafft zumindest einer frau die erregungsstörung zu nehmen. ganz ohne chirurgischen eingriff, nur mit einer pressemitteilung. obwohl. vielleicht sollte ix sauberer zwischen erregung und aufregung unterscheiden. das wiederum würde meine pointe zerstören. also unterscheide ix nicht weiter.
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abmahnen und rechtliche schritte androhen wirkt (siehe auch hier ). ich hätte sonst wahrscheinlich nie was über den laden erfahren.
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sowas find ix gut:
Der Preis des folgenden Titels hat sich verringert: Edward James Olmos (Darsteller), et al „Battlestar Galactica - Season 3 [UK IMPORT]“ [DVD] OLD PRICE EUR 77,99 NEW PRICE EUR 56,97
mit der lieferung so lange warten, bis der sich um 20 euro verringert und den neuen preis an mich weitergeben. ich mag amazon.
nils minkmar in der faz über lawrence wrights buch „Der Tod wird euch finden“ („The Looming Tower“):
John O’Neill pflegte ein ähnliches Verhältnis zu Frauen wie sein Antagonist Bin Ladin, bloß ist es im Islam statthaft, vier Frauen zu haben, während O’Neill seine Polygamie irgendwie geheim halten musste, ebenso seine Schulden, seine Spielleidenschaft und seine Eigenart, Aktenkoffer mit Geheimunterlagen in Bars stehen zu lassen. Wenn Wright dennoch attestiert, dass ’Neill, hätte man ihn in eine verantwortungsvolle Position befördert, der Mann hätte sein können, die Anschläge zu vereiteln, so beleuchtet er zugleich ein ganz anderes und unerwartetes Problem: John O’Neill feierte gern und liebte das gute Leben, sein Jahresgehalt von 80.000 Dollar hielt nicht lange vor. Er konnte es sich einfach nicht länger leisten, im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Gerade als sich Attas Leute schon in den Vereinigten Staaten befanden, wechselte er in die Privatwirtschaft, als Sicherheitschef des World Trade Center, wo er dann auch umkam.
ein rütteliger oder meinetwegen auch aufrüttelnder text im tagesspiegel vom lieblingsrussen der deutschen wladimir kaminer garri kasparow. er schreibt über putin und nennt sein regime „mafiös“. und er schreibt über die unterstützer dieses regimes, gerhard schröder, silvio berlusconi und nicoolas sarkozy:
Die Versuchung, sich an den Kreml zu verkaufen, ist bei den heutigen Energiepreisen so etwas wie ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Gerhard Schröder ließ sich von Putin die Geschäftsbedingungen diktieren, und nachdem er als Kanzler die Ostsee-Pipeline durchgedrückt hatte, wartete nach seiner Abwahl ein Gasprom-Job auf ihn. Auch Silvio Berlusconi setzte sich für Putin ein. Und heute erleben wir, wie Nicolas Sarkozy eine Teilhabe der französischen Energiefirma Total am russischen Stokman-Gasfeld ermöglichen will. Kann Sarkozy sich noch für die Interessen Großbritanniens stark machen, wenn er mit Putin dicke Deals abschließt? Er könnte sein blaues Wunder erleben, wenn Gordon Brown eines Tages Putin ans Telefon bekommt und anbietet, die Ermittlungen gegen Lugowoj fallen zu lassen: Plötzlich könnte beim Stokman-Deal BP den Vorzug vor Total erhalten. (quelle)
warum sich gerade sarkozy für die interessen von frankreichs erbfeind grossbritanien stark machen sollte ist zwar eine ganz grosse frage, aber karsparows text zu lesen lohnt sich in jedem fall. und es zeigt sich, dass es auf der welt noch viel mehr zum aufregen als studivz oder adical gibt. ich überlege im übrigen, ob ich mir die haare schrödern soll. meine kottletten sind in 6 monaten sicher schlohenweiss. hat jemand ein gutes mittel?
[die überschrift ist übrigens vom tagesspiegelk geklaut.]
apropos, die betonstelen des holocaust-denkmals in berlin haben zwei jahre nachdem das denkmal eingeweiht wurde risse bekommen. in der zeitung steht das sei nicht schön und würde die leute stören. uwe neumärker, der geschäftsführer der holocaust-mahnmals-stiftung, sagt die öffentliche meinung tue sich schwer mit rissen in betonstelen. der architekt hingegen, sagt er könne gut damit leben: „Im Eisenmanschen Verständnis könnte man mit der Verwitterung leben.“ in der tat scheint der architekt weder überrascht noch abgeneigt zu sein, dass sein werk risse bekommt: „So what? ... Das Alte Rom! Nothing is forever!“
jetzt will man die risse mit kunstharz zukleben. steht in der zeitung. in der gleichen zeitung steht einen tag später, dass eisenman sagt, das sei noch gar nicht entschieden, man wäge noch verschiedene möglichkeiten ab. andere zeitungen befragen führende betonexperten und suchen meinungen zu rissen zusammen. man konnte die risse zwar schon seit monaten sehen, berichtet wird aber erst jetzt - warum eigentlich?. so kann man das sommerloch mit kunstharz und betonstelen füllen.
statt das denkmal würdevoll alt werden zu lassen, will man also daran herumdoktern. im urlaub, in porto veccio habe ich in der altstadt eine frau gesehen die ziemlich alt gewesen sein muss. das ist ja nix schlimmes. irritierend fand ich nur, dass ihre lippen wie schlauchboote aussahen, ihr ganzes gesicht nach hinten gezogen war, vor allem der bereich unter der nase. sie sah aus wie ein verzerrtes alien. menschen bekommen auch risse, falten, schuppen, adern und punkte — überall am körper. aber ist das würdevoll, wenn sich alte menschen den schönheitsidealen von 20jahrigen oder 15 jährigen unterwerfen und sich selbst, ihre spuren, ihre vergangenheit, die spuren die ihr leben hinterlassen hat leugnen?
und zack sind wir wieder bei der würde! da hatte ich ja schonmal drüber geplaudert. darüber, dass politiker ständig von der würde von orten schwadronieren (und weniger von der menschenwürde) und ich eigentlich gar nicht weiss, was sie damit meinen.
das holocaust-denkmal ist ja so ein „ort der würde“. hier verstehe ich auch ein bisschen was das bedeuten könnte. es geht um symbolik. allerdings wird die würde des ortes am holocaust-denkmal ziemlich liberal und offen ausgelegt. da wird gepicknickt, gegessen, rumgesprungen, laut und leise geredet, aber auch still und leise nachgedacht, meditiert, abgetaucht. es ist ein stiller und lauter ort zugleich! mitten im leben. mir gefällt das. ich denke es ist eine gute sache gedenken nicht an einem sterilen, toten, abgeschlossenem ort stattfinden zu lassen, sondern mitten in der stadt, mitten im grossstadt-dreck und lärm, mitten im leben! und nach jedermans façon.
warum irgendeinen schein wahren und sommerlöcher, bzw. risse zukleistern? warum nicht das denkmal altern lassen, es aus seinen rissen kalk weinen lassen? es unberührt altern lassen wie einen jüdischen friedhof? es aushalten, dass nichts für ewig gleich bleibt, sondern sich stets verändert?
das macht für mich die würde dieses ortes aus. die offenheit, die verankerung im grossstadtleben und die ehrlichkeit. auch der beton hat eine würde die nichts mit kunstharz am hut hat. ix finde, die risse und die kalktränen müssen bleiben!
[und das ist wohl auch das problem mit der würde von orten: jeder interpretiert das was würde beudeutet komplett anders.]
ich wollte gerade, nach dem betrachten von zweifolgen des elektrischen reporters eine eloge auf mario sixtus formulieren. mir fleuchten folgende sätze durch den kopf: „ich bewundere mario sixtus, wie mit ziemlich geringen mitteln die nägel auf den kopf trifft, und besser noch, allein durch die auswahl seiner gesprächspartner und die richtigen, im film stumm gestellten fragen, das sagen lässt was einem die augen öffnet.“
mir ist das allerdings zu prekär, so öffentlich anderen leuten in den hintern zu kriechen. deshalb erweitere ich den kreis derjenigen die ich abgrundtief bewundere einfach mal: ich bewundere harald martenstein für seinen humor, der die pointen im kopf des lesers und betrachters entstehen lässt, ich bewundere anke gröner für ihren schamlosen pathos den ich normalerweise hasse, bei ihr aber liebe, ich bewundere stefan niggemeier für seine fähigkeit dinge so zu sagen wie man sie selbst gerne sagen würde und die fähigkeit immer den exakt kern der sache herauszuarbeiten. ich bewundere peter turis renitenz und schamlosigkeit konsequent und fast ausnahmslos falsch und verfälschend zu zitieren, ich bewundere den mut der korsen auf landstrassen die linke fahrspur auch bei gegenverkehr zu benutzen und caren migosas fähigkeit mit so einem kleinen mund so klare und uneitle sätze zu sprechen.
[was ich übrigens gar nicht abkann, sind leute die sich weigern andere leute zu bewundern.]
weitere bewunderungen in den kommentaren.
den paar leute die mich in diesen tagen fragen wie es denn im urlaub war, antwortete ich immer wieder: „das obst! das gemüse!“ das korsische obst das man in stinknormalen korsischen supermärkten findet ist der absolute hammer. wirklich. ganz korsika ist enorm stolz auf korsika und so hat jeder korsische supermarkt ganze regale voll mit korsischen produkten. korsischer käse, korsisches obst, unübersehbar plaziert, mit fetten aufklebern auf denen „Corse“ steht oder der bekannte maurenkopf. die melonen sind so reif, dass sie nach 5 tagen lagerung faul sind, wenn man sie aber innerhalb von drei tagen verspeist lösen sie aber soetwas wie einen orgasmus im mund aus. die mangos die man in korsischen supermärkten kaufen kann schmecken nach frucht, nach mango und nicht wie die mangos die man in deutschland bekommt nach harter gurke. der knoblauch ist fett und saftig und brennt auch tausendfach verdünnt wie feuer im mund, die pfirsiche sind weiss und knackig und implodieren im mund. selbst das korsische eis und die korsischen marmeladen (mandarine und feige!) sind besser als alles was ich jemals ass. selbst die kaugummis mit wassermelonengeschmack schmecken zehntausendmal besser als deutsche wassermelonen. nur die korsischen gurken, die schmecken wie die mangos in deutschland, nach harter, ausgetrockneter, bitterer pappgurke.
das kind der beifahrerin erstaunt mich immer wieder. es ist (fast) 12 jahre alt und ich frage mich ob es ein besonders weit entwickeltes humorverständnis entwickelt hat oder ob meins auf dem stand eines 12-jährigen stehen geblieben ist. denn das kind macht immer mehr witze die ich wortgleich auch so machen würde. das führt zu erstaunlichen situationen beim essen, beispielsweise mit meinen eltern. da schnapppt mir das kind einfach witze weg, verdreht den anwesenden die worte im mund, hört doppeldeutigkeiten und lacht über witze die ausser mir niemand versteht.
auf die knie bin ich gegangen als das kind nach unserem rückflug von korsika (mit germnanwings) fragte ob es auch eine fluggesellschaft gäbe die „chickenwings“ hiesse.
logisch, dass ich dem kind nicht sagen musste, es sollte sich mal überlegen ins internet zu schreiben. das kind kam von selbst auf die idee und macht das nun seit einem halben jahr, unregelmässig zwar, aber komplett alleine, aus eigenem antrieb und schreibt dann unter anderem solche sachen auf:
Im Stuttgarter Hauptbahnhof bellt ein Hund, Mutter sagt: „oh ein Weimaraner.“ Daraufhin frage ich „was ist das?“ Mutter sagt „eine Hundemarke.“
neuerdings liegt das kind manchmal stundenlang ruhig in seinem zimmer rum und wenn man dann fragt was es macht sagt es: „stör mich nicht, ich überlege gerade was ich bloggen könnte.“
heute ein portrait im tagesspiegel über die scientology-„fluchthelferin“ ursula caberta und ihr neues „schwarzbuch“ ([amazon-werbelink] bei amazon kaufen) gelesen. das ist insofern witzig (oder gar nicht witzig), weil ich gestern in hamburg an einer feuerwehrwache vorbeigelaufen bin und am eingang ein grosses schild gelesene habe, auf dem stand „Arbeitsgruppe Scientology“. die arbeitsgruppe scientology sitzt neben der hamburger feuerwehr. ok. nicht witzig. das buch bestellt hab ich trotzdem.
reggae macht mich aggressiv, zweidrittelhosen mit sandalen, egal ob mit oder ohne socken, käsebeinen oder haarlosen braunbrandbeinen lassen mich die faust in der tasche ballen, gäste in einem restaurant die versuchen durch geschrei die laute raggae-musik zu übertönen lassen mich ebenso wie schwachmaten die billige zigarren in restaurants rauchen überlegen ob ich aufstehen und das gewaltmonopol der exekutiven brechen sollte. wenn aber eine pappnase mit zweidrittelhose, käsebeinen, flipflops an den füssen in einem restaurant sitzt in dem raggae-musik läuft, sein gegnüber anschreit und eine billige fusel-zigarre raucht und dann auch noch die ganze zeit zu mir rüberschaut, dann ist es wirklich zeit aufzustehen.
one-night-stands sind ja so eine sache. nicht nur blondinen packen morgens, nach dem aufstehen, ihre sachen und gehen nach hause. ich habe mir sagen lassen, dass machen sogar leute aus meinem bekanntenkreis. das vornehmliche motiv dafür ist die paarung ohne fortpflanzung. morgens soll es nach solchen aktionen hin und wieder böses ein erwachen geben und von erfahrenen einmalfickern habe ich mir sagen lassen, dass es immer vorteilhaft ist one-night-stands dort durchzuführen von wo man morgens unkompliziert verschwinden kann.
immer wenn ich jemanden höre der sagt „der freund eines guten freundes hat …“ geht bei mir ein rotes warnlämpchen an unter dem steht „vorsicht grossstadtlegende!“. ich nehme gerne in kauf, dass am anfang des nächsten satzes einige dieser warnlampen angehen, denn es ist völlig unerheblich ob die folgende geschichte wahr ist, eine legende, eine lüge oder sonstwas, denn sie hat einen ganz anderen sinn: man kann etwas aus ihr lernen.
eine freundin eines guten freundes (scherzhaft hin und wieder „julchen“ genannt), ich nenne sie mal petra, hatte vor einiger zeit soetwas wie einen one-night-stand. eigentlich erhoffte sie sich ein bisschen mehr von dem jungen mann als eine nacht, aber irgendwann ist immer ein erstes mal — und manchmal ist das eben auch das letzte mal. morgens zumindest musste der junge one-night-stand-mann früh raus und da der one-night-stand bei ihm in der wohnung stattfand, sagte er zu petra: „zieh einfach die tür hinter dir zu wenn du gehst.“
petra machte sich dann irgendwann in der fremden wohnung fertig und einen kaffee und als der gastrokolische reflex einsetzte ging sie aufs klo, entleerte ihren darm und stellte fest, dass die klospülung defekt war. nun ist das scheissen in fremden wohnungen an sich schon prekär. noch prekärer ist es jedoch in einer fremden wohnung eine übel riechende wurst zu hinterlassen, erst recht wennn man am besitzer der wohnung ein gewisses interesse hat. weil ihr nichts besseres einfiel, holte petra sich eine plastiktüte aus der küche und füllte ihre fäkalien in die tüte um die tüte in einem mülleimer auf der strasse zu entsorgen. ob diese aktion klug war kann man diskutieren, ich kann mir durchaus andere möglichkeiten vorstellen fäkalien in einer defekten kloschüssel zu beseitigen. aber morgens funktioniert das mit dem denken ja bekannntlich nicht immer auf anhieb.
als petra dann zehn, fünfzehn minuten später die wohnungstüre hinter sich zuzog durchfuhr es sie wie ein blitz: sie hatte die tüte mit den fäkalien auf dem küchentisch stehen lassen!
die beiden haben sich nie wieder gesehen.
[nachtrag 21:20] yetused weist in den kommentaren auf eine alten taz-artikel hin, der exakt die gleiche geschichte erzählt. also eine grossstadtlegende. schade eigentlich.
zuerst wollte ich nen witz konstruieren, so nach dem motto „polizei schlägt randalierer in den schlaf“ oder „anästhesisten im ausseneinsatz“ nachdem ich eben auf der letzten seite im tagesspiegel las: „Die Polizisten seien bei dem nächtlichen Einsatz mit Schlafstöcken und Schutzschildern ausgerüstet gewesen.“ doch dann fragte ich mich ob es der tipppfehler ist in dem der witz steckt oder die trivialität der berichterstattung über die ausstattung der polizisten. trugen sie schwarze springerstiefel oder bequeme turnschuhe, passten die socken zum gürtel? oder was? dann sah ich, dass der tippfehler in der onlineausgabe des tagesspiegels bemerkt und korrigiert wurde und entschied mich dann doch nix drüber zu schreiben.
ich bin zurück aus dem urlaub. die sonnenallergie (dermatitis solaris) klingt bereits ab, ich habe zum ersten mal seit 11 tagen keinen sand mehr zwischen den zehen und wundere mich warum ich überall in alten blogbeiträgen vom „scheiss wetter“ lese — in hamburg scheint die sonne. und die milch im rewe ist immer noch billiger als die in allen korsischen supermärkten in denen ich war: 55 cent.
die emails der letzten 11 tage hatte ich in zwei stunden durch, den feedreader hab ich nach weiten zwei bis drei stunden grob durch. was hängen bleibt ist das gefühl, nichts wirklich wichtiges verpasst zu haben, alles was ich las wirkte auf mich wie mild-hysterisches winken in 500 meter entfernung, mit wenigen ausnahmen berührte mich fast nichts von dem was ich las.
ich bin wohl noch ein bisschen in urlaubsstimmung, oder im energiesparmodus, den man sich bei 30-40 grad temperatur im schatten zulegt: alles schön langsam, nicht aufregen, wenns allzuheiss wird ins wasser springen oder ruhig in den schatten legen und dösen, spätestens um 23 könnte man wieder klar denken, wenn einen der rotwein und die lethargie nicht dran hindern würden.
dass mein urlaubsblog scheisse aussieht, kommentare zerhackt, neben blauem himmel fast nix zeigt und wahrscheinlich niemanden so recht interessiert hat: genauso egal wie der komplette aufmerksamkeitsschwund und leserzahlen-absturz für wirres.net.
relativ erfreulich fand ich zwar, dass das mein letztes video für watchberlin ein paar zuschauer fand obwohl ich ihm vor meinem urlaub keine zuschauer von hier rüberschicken konnte und dass es trotz enormer kürzung sogar irgendwie sinn ergibt.
ich hatte den schwerpunkt meiner tirade eigentlich auf die unfähigkeit staatlicher institutionen software zu erstellen abgestellt*, übrig blieb nach dem schnitt fast nur das lob der nische. dass ich jetzt lese, dass frau zypries stolz auf eine vertagung des irrsinns sei, der trojaner eher ne wanze sei überzeugt mich nach wie vor nicht davon, dass politiker vernunftgeleitet oder kompetent handeln. im gegenteil.
*) bund und länder entwickelten zehn jahre lang für wahrscheinlich weit mehr als 100 millionen DM das „polizeiliche Informationssystem der deutschen Polizeien“, INPOL-neu, das anfangs zum launch 2001 nicht funktionierte und erst nach zwei jahren nachbesserung 2003 in betrieb gehen konnte, von 1993 bis 2005 butterte die öffentliche hand 900 millionen euro in das „Föderales Integriertes Standardisiertes Computer-Unterstütztes Steuersystem“, fiscus, das 2005 komplett in die tonne getreten wurde und die „elektronische Steuererklärung“, ELSTER kann auch nach neun jahren entwicklungszeit nicht auf mac- oder linux-systemen laufen (siehe auch hier).
ich fahre morgen für zwei wochen in den urlaub. der neue gastblogger bin ix! hier.
die software auf der wirres.net läuft ist eine art antiquität und ix kann die vom handy aus nicht füttern. also fütter ich hier bilder ein. jeden zweiten tag eins. oder so. auch wenn mich die umts-gebühren aus frankreich ruinieren werden.