na­me von max ge­än­dert

felix schwenzel

könnt ich mich öm­me­lig drü­ber la­chen, max än­dert ei­nen na­men:

Ralf (aus Man­gel an Re­dak­ti­on muss­te ich den Na­men selbst än­dern) wur­de ge­ra­de mit etwa 250 an­de­ren De­mons­tran­ten von ei­ni­gen Was­ser­wer­fern weg­ge­spült.

schwit­zen mit jour­na­lis­ten 2

felix schwenzel

ich weiss nicht was ges­tern an­stren­gen­der war, die hit­ze oder die er­mü­den­de dis­kus­si­on. am ende war ich zu­min­dest kom­plett feucht und leer. un­fass­bar wie ei­nem jour­na­lis­ten die bir­ne weich re­den kön­nen. die dis­kus­si­on der ber­li­ner-jour­na­lis­ten.de fand im ber­li­ner taz-café statt und hat­te den spa­cki­gen ti­tel „Bür­ger­jour­na­lis­mus - Was bringt’s den Ta­ges­zei­tun­gen?“. an­we­send wa­ren se­bas­ti­an ba­se­dow vom haupt­stadt­blog.de, chris­toph kee­se, chef­re­dak­teur von welt.de, mat­thi­as ur­bach, lei­ter taz.de, mer­ce­des bunz, on­line­che­fin vom ta­ges­spie­gel.de und an­dre­as k. bitt­ner der zur ein­füh­rung ei­nen kur­zen vor­trag hielt. den vor­trag fand ich fa­cet­ten­rei­cher und in­tel­li­gen­ter als ich vor­her er­war­tet hat­te, aber bitt­ner fuhr spä­ter schwe­re rüf­fel vom po­di­um ein. nach dem vor­trag, der im schnell­durch­gang al­les vom on­line­jour­na­lis­mus, reich­wei­ten, web2.0 zeug wie you­tube, flickr und my­dings, mei­nungs­platt­for­men und blogs hin zum lo­kal­jour­na­lis­mus streif­te (links zum vor­trag im haupt­stadt­blog), ver­brach­te das po­di­um erst mal 40 mi­nu­ten da­mit sich ge­gen­sei­tig zu ver­si­chern, dass das was die gros­sen ta­ges­zei­tun­gen ma­chen, on­line wie off­line, to­tal knor­ke sei. chris­toph kee­se, wie­der­hol­te fast wort­gleich alle sei­ne be­kann­ten the­sen die be­le­gen soll­ten, dass print ja ei­gent­lich viel tol­ler als on­line ist, vor al­lem weil man nix run­ter­la­den müs­se. aus­ser­dem, das wis­se ja wohl je­der, wol­len die le­ser sich on­line-ar­ti­kel im­mer aus­dru­cken. plötz­lich ent­brann­te eine kreuz­lang­wei­li­ge dis­kus­si­on dar­über, was on­line­jour­na­lis­mus und print­jour­na­lis­mus ei­gent­lich aus­ma­che, was qua­li­täts­jour­na­lis­mus sei und wie toll die re­laun­ches der ei­ge­nen blät­ter ge­lun­gen sei­en oder ge­lin­gen wer­den.

über bür­ger­jour­na­lis­mus oder was das ei­gent­lich sei oder was es den ta­ges­zei­tun­gen brin­ge: kein wort. nicht dass ich mich da­für son­der­lich in­ter­es­sie­re was „bür­ger­jour­na­lis­mus“ ta­ges­zei­tun­gen brin­ge, ich muss ja mit ta­ges­zei­tun­gen kein geld ver­die­nen, aber man hät­te die ver­an­stal­tung ja von an­fang an „on­line­jour­na­lis­ten sind toll“ nen­nen kön­nen. ich for­mu­lier­te die­sen ein­wand als zwi­schen­ruf und ver­such­te die fra­ge zu for­mu­lie­ren, wie sich denn nun ta­ges­zei­tun­gen und ihre on­line­auf­trit­te und das was sich in den letz­ten jah­ren im in­ter­e­n­et tue, be­fruch­ten könn­ten, bzw. ob die zei­tungs­ma­cher ideen hät­ten wie und ob sie da­von, bei­spiels­wei­se von blog­gern, et­was ler­nen könn­ten. mer­ce­des bunz be­ant­wor­te­te die fra­ge in etwa so, dass sie ih­rer re­dak­ti­on (alle drei tage) sage, sie soll­ten zur in­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung nicht nur „den ti­cker“ le­sen, son­dern auch blogs. blogs als zu­sätz­li­che in­for­ma­ti­ons­quel­le, so wie aus­län­di­sche oder an­de­re zei­tun­gen oder fern­se­hen. kom­men­ta­re, füg­te sie hin­zu, sei­en üb­ri­gens nix neu­es, dass habe es on­line schon im­mer ge­ge­ben, da­mit kön­ne man heu­te ei­gent­lich kei­nen mehr be­ein­dru­cken.

mat­thi­as ur­bach, von der taz, sag­te die taz selbst sei ei­gent­lich ein pro­dukt des bür­ger­jour­na­lis­mus, wenn sie jetzt und nicht vor dreis­sig (?) jah­ren ge­grün­det wor­den wäre, wür­de sie si­cher ein on­line-pro­jekt sein. wie bür­ger­jour­na­lis­ten an der taz teil­neh­men könn­ten? sie könn­ten ar­ti­kel ein­schi­cken und wenn sie gut sei­en wür­den sie „ge­druckt“ und be­zahlt.

chris­toph kee­se wie­der­hol­te im we­sent­li­chen das was er im sz-in­ter­view ge­sagt hat:

Gute Re­dak­tio­nen le­sen Tex­te in drei, vier oder fünf un­ter­schied­li­chen Stu­fen ge­gen, be­vor die­se ver­öf­fent­licht wer­den. Was am Ende in der Zei­tung oder on­line er­scheint, ist Team­ar­beit. Ge­nau das er­war­ten Le­ser von uns: ein sorg­sam be­grün­de­tes Ur­teil auf­grund sach­lich kor­rek­ter In­for­ma­tio­nen. Blogs ar­bei­ten völ­lig an­ders - es sind sub­jek­ti­ve Ta­ge­bü­cher.

er stelll­te die stei­le the­se auf, re­dak­tio­nel­le struk­tu­ren und hier­ar­chien stell­ten si­cher, dass das was am ende im blatt ste­he rich­tig und wahr sei. ich kann mich an vie­le bei­spie­le er­in­nern in de­nen völ­li­ger mum­pitz in der welt oder welt.de stand. nicht nur dass der ipod kei­en mp3-da­tei­en ab­spieln kön­ne las ich in der welt, auch die falsch-mel­dung der dpa ti­cker­te un­ge­prüft auf welt.de. auch den fall po­se­ner sprach kee­se an. er ver­tei­dig­te ve­he­ment sei­ne über­zeu­gung, dass das was un­ter dem la­bel „welt.de“ er­schei­ne zu­min­dest von ihm ge­gen­ge­le­sen wer­den müs­se und sich den re­dak­tio­nal­len grund­sät­zen beu­gen müs­se. nie­mand kann kee­se dar­an hin­dern un­ter welt.de nur kal­ten kaf­fee zu ser­vie­ren und so wie er sei­ne über­zeu­gung dar­leg­te, wird ihn auch kei­ner dar­an hin­dern. eben­falls be­ein­dru­ckend an kee­se: er wirk­te die gan­ze zeit le­viert, von sei­nen über­zeu­gun­gen und ab­nei­gung ge­gen on­line-ge­döns so sehr ge­tra­gen, dass er zwei bis drei zen­ti­men­ter über dem po­di­um zu schwe­ben schien. ein kla­rer vor­teil ge­gen­über den zwei­feln­den und un­si­che­ren „68ern“ die ihn um­ga­ben.

ich hat­te mir vor der ver­an­stal­tung zwei (ei­gent­lich vier) the­sen zu­recht­ge­legt. die ers­te the­se war, dass in­sti­tu­tio­na­li­sier­ter bür­ger­jour­na­lis­mus (oder ins in­ter­net schrei­ben) nicht funk­tio­niert. ei­ner­seits ist es viel zu ein­fach selbst zu pu­bli­zie­ren — war­um soll man sich dem tech­nik- oder re­dak­ti­ons­sta­tut ei­ner wie auch im­mer ge­ar­te­ten in­sti­tu­ti­on un­ter­wer­fen? we­gen der reich­wei­te? viel­leicht, aber das ist dann auch nix neu­es: ich kann theo­re­tisch je­der zei­tung mein ma­nu­s­tript schi­cken und hof­fen dass sie es neh­men — oder eben nicht. nur war­um ich all die­se bü­ro­kra­ti­schen hür­den neh­men soll, wenn ich selbst ohne hür­den ver­öf­fent­li­chen kann, hat mir noch kei­ner er­klärt. mei­ne zwei­te the­se lau­te­te, dass jour­na­lis­mus durch­aus et­was von „lear­ning by do­ing“ hat und kei­ne ex­klu­siv­ver­an­stal­tung ist. wenn ich re­gel­mäs­sig schrei­be lege ich mir ein per­sön­li­ches sta­tut und stil zu, ich bil­de mir mei­ne re­geln und grund­sät­ze und un­ter­schei­de mich theo­re­tisch nicht mehr von jour­na­lis­ten. mei­ne bei­den lieb­lings­ar­chi­tek­ten ta­dao and? und pe­ter zum­thor ha­ben bei­de kei­nen uni­ver­si­täts-ab­schluss in ar­chi­tek­tur. durch ihr werk sind sie aber bei den eta­blier­ten, stu­dier­ten ar­chi­tek­ten durch­aus an­er­kannt. blog­ger, von a-z, müs­sen sich von ver­meint­lich pro­fes­sio­nel­len jour­na­lis­ten im­mer noch stän­dig vor­hal­ten las­sen, sie sei­en ta­ge­buch­schrei­ber, sub­jek­tiv, un­ge­nau und feh­ler­an­fäl­lig. der prä­si­dent des bun­des­ver­bands deut­scher zei­tungs­ver­le­ger (BDZV), hel­mut hei­nen meint pfrün­den ge­gen un­aus­ge­biil­de­te schrei­ber ver­tei­di­gen zu müs­sen und for­mu­liert mei­ner mei­nung nach ge­nau das was die meis­ten jour­na­lis­ten den­ken:

Re­le­van­te In­hal­te ge­ne­rie­ren, struk­tu­rie­ren, auf­be­rei­ten und die De­bat­ten in den ver­schie­de­nen Le­bens­be­rei­chen mo­de­rie­ren, das sei ein kom­pli­zier­tes Hand­werk, wel­ches nur von ta­len­tier­ten und gut aus­ge­bil­de­ten Jour­na­lis­ten er­le­digt wer­den kön­ne. (quel­le)

mei­ne bei­den the­sen von der ar­ro­ganz der eta­blier­ten me­di­en und de­ren un­ver­mö­gen das po­ten­zi­al von ei­gen­ver­lag, von blogs, vom sel­ber­ma­chen­kön­nen zu er­ken­nen, lös­ten sich im lau­fe der dis­kus­si­on in rei­nen schweiss auf. selbst chris­toph kee­se, der den blog­gern ja ger­ne vor­wirft aus­schliess­lich ta­ge­buch zu schrei­ben, be­haup­te­te steif und fest, wer re­gel­mäs­sig schrei­be sei da­mit au­to­ma­tisch jour­na­list, zu­mal die be­rufs­be­zeich­nung nicht ge­schützt sei. alle an­de­ren an­we­sen­den on­line-chefs bil­li­gen den „bür­ger“ als ma­xi­mal-be­tei­li­gung le­ser­brie­fe oder kom­men­ta­re zu und be­stau­nen das was sich im netz so tut als et­was völ­lig von ih­nen los­ge­lös­tes, wenn­gleich auch fas­zi­nie­ren­des.

ein et­was un­ra­sier­te­rer und noch fül­li­ge­rer mann als ich warf fol­gen­des in die dis­kus­si­on: „es gibt leu­te die müs­sen je­den tag schrei­ben, auch wenn sie nichts zu sa­gen ha­ben, das sind jour­na­lis­ten und es gibt leu­te die ha­ben et­was zu sa­gen und schrei­ben es auf. das sind bür­ger­jour­na­lis­ten.“ das hät­te eine zu­stim­mungs­wür­di­ge the­se wer­den kön­nen, wenn der herr nicht noch fünf mi­nu­ten eso­te­ri­sches ge­schwa­fel hin­ter­her­ge­wor­fen hät­te.

am ende der dis­kus­si­on in der be­grif­fe wie „me­di­en­kom­pe­tenz“, „auf­rich­tig­keit“ oder „ex­pe­riem­tier­freu­de“ gar nicht fie­len, da­für aber stän­dig von „reich­wei­ten“, „pa­ge­im­pres­si­ons“ und „re­de­signs“ ge­re­det wur­de, stand als fa­zit so et­was wie: al­les ist gut, wir ma­chen un­ser ding, aber kei­ne ex­pe­ri­en­te, ihr macht euer ding, aber das hat nix mit uns zu tun. schlimm ist das, bis auf die deut­lich mit­schwin­gen­de ar­ro­ganz, nicht. aber ein biss­chen trau­rig, wenn man zei­tun­gen mag, ist es schon. starr­köp­fig­keit und furcht vor neu­em führt nicht zwangs­läu­fig ins grab, aber de­fi­ni­tiv zu ei­nem star­ren kopf.

[die­ser ar­ti­kel ist eine er­gän­zung zum bei­trag „schwit­zen mit jour­na­lis­ten“]

[nach­trag 23.06.2007]
es gibt auch ein vi­deo von der ver­an­stal­tung.


ich bin glo­ba­li­sie­rung

felix schwenzel

klar kann man ge­gen die glo­ba­li­sie­rung sein und trotz­dem ihre pro­duk­te schät­zen. es geht ja auch nicht dar­um die welt bes­ser zu ma­chen, son­dern dar­um welt­ver­bes­se­rung zu for­dern und zu be­schlies­sen.

und weil wir alle selbst (nicht „die“) glo­ba­li­sie­rung sind, fang ich bei mir selbst an und pro­tes­tie­re hier­mit scharf ge­gen mich selbst, ge­gen mei­ne in­kon­se­quenz und blin­de fle­cken, mei­ne un­ter­stüt­zung der „chi­ne­si­schen mör­der­ban­den“ durch das tra­gen von puma-schu­hen, die aus­beu­tung von nä­he­rin­nen in asi­en durch den kauf von enorm güns­ti­gen tex­ti­li­en, … — ich glau­be ich un­ter­bre­che mei­nen pro­test an die­ser stel­le. ich be­stehe zu neun­zig pro­zent aus pro­duk­ten die ich mir dank der glo­ba­li­sie­rung und der un­ge­rech­tig­keit der wirt­schafts­kreis­läu­fe über­haupt erst leis­ten kann. wür­de ich glo­ba­li­sie­rung kon­se­quent ab­leh­nen, ich müss­te mein le­ben be­en­den.

ich bin glo­ba­li­sie­rung. glo­ba­li­sie­rungs-pro­tes­te aus­nahms­wei­se mal in die kom­men­ta­re.

[nach­trag 08.06.2006, 18:18]
mei­ne ers­ten sät­ze oben wa­ren zy­nisch ge­meint. ohne zy­nis­mus gehts aber viel bes­ser und deut­li­cher, wie cems ge­dan­ken zum the­ma glo­ba­li­sie­rung zei­gen.


schwit­zen mit jour­na­lis­ten

felix schwenzel

ich habe heu­te abend sehr ge­schwitzt. sehr. ich über­le­ge ob ich ab­neh­men soll, wei­ter das wet­ter ver­flu­chen oder zur ab­wech­se­lung in ge­schlos­se­nen, über­hitz­ten räu­men das ja­cket aus­zu­zie­hen soll­te.

ich habe aber ne­ben schwit­zen auch zu­ge­hört, ge­filmt und ein biss­chen ge­re­det, auf die­ser ver­an­stal­tung. da ich nach der ver­an­stal­tung ganz weich in der bir­ne war, müde und leer­ge­re­det, tue ich heu­te et­was ich nor­ma­ler­wei­se to­tal doof fin­de: ich ver­öf­fent­li­che das was ich heu­te abend zur ver­an­stal­tung auf­ge­schrie­ben habe erst spä­ter und kün­di­ge gleich­zei­tig an, dass es von der ver­an­stal­tung even­tu­elll ei­nen film auf watch­ber­lin.de ge­ben wird und das das künf­tig öf­ter pas­sie­ren wird.

das ei, also der ver­trag mit watch­ber­lin, ist zwar noch un­ge­legt, aber wenn al­les klappt be­kom­me ich auf watch­ber­lin.de mei­ne klei­ne, re­gel­mäs­si­ge vi­deo-ko­lum­ne. vor all­lem aber fra­ge ich mich ob die schnitt­künst­ler von watch­ber­lin aus den zwei voll­ge­film­ten mi­ni­DV-kas­set­ten (wie­der) et­was brauch­ba­res zu­sam­men­schnei­den kön­nen und ob ich zu der ver­an­stal­tung noch et­was brauch­ba­res zu­sam­men­schrei­ben wer­de kön­nen. jetzt erst­mal aus­schla­fen und die flau­sen die mir heu­te ein hau­fen jour­na­lis­ten in den kopf ge­la­bert hat ver­dau­en.

[nach­trag 08.06.2007]
eine kur­ze zu­sam­men­fas­sung der ver­an­stal­tung im haupt­stadt­blog.

[nach­trag 09.06.2007]
ich habe hier et­was mehr zur dis­kus­si­ons­run­de ge­schrie­ben.


be­die­nung mit fri­scher wurst

felix schwenzel

ich fin­de trans­pa­renz ja im­mer lo­bens­wert, aber was soll man von ei­ner be­die­nung hal­ten, die nur ein­mal pro wo­che, frei­tags, eine fri­sche wurst in sich hat? ich habe fast täg­lich eine fri­sche wurst in mir — aber ich schreib das nicht auf ein pla­kat!


„ich war­te auf die agen­tur“

felix schwenzel

das der so­ge­nann­te „qua­li­täts­jour­na­lis­mus“ zu ei­nem nicht un­er­heb­li­chen teil am tropf der agen­tu­ren hängt und agen­tur-mel­dun­gen kaum prüft hab ich schon mehr­fach ge­hört. dass die agen­tu­ren auch nicht im­mer al­les prü­fen (kön­nen) und auch mal feh­ler ma­chen hab ich mir auch ge­dacht. trotz­dem nett mal im näh­käst­chen zu le­sen: „dpa war in dem Fall aber ich.


ma­cken mit mar­ken­na­men

felix schwenzel

jour­na­lis­ten, bzw. de­ren kor­rek­to­ren mö­gen mar­ken­na­men nicht nach mar­ke schrei­ben. die brand­eins etwa wei­ger­te sich noch vor ein paar jah­ren stand­haft:

Wir schrei­ben Mar­ken nie nach Logo.

Zum ei­nen ist es nicht un­ser Job, in re­dak­tio­nel­len Tex­ten Mar­ken­wer­bung zu ma­chen. Zum an­de­ren gilt bei uns - wie in vie­len an­de­ren Me­di­en - die schlich­te Re­gel: Wo ein Mar­ken­na­me nur aus drei nicht als Wort zu le­sen­den Buch­sta­ben be­steht, schrei­ben wir den Mar­ken­na­men in Ver­sa­len (BMW, AOL); alle an­de­ren Na­men wer­den ge­schrie­ben, wie es der Du­den be­sagt: Groß­buch­sta­be am An­fang, der Rest klein.

des­halb schrob die brand­eins also „I-Pod“. mitt­ler­wei­le schreibt sie aber auch „iPod“. macht der ge­wäh­nung oder so. war­um „ssu“ auf spie­gel on­line heu­te aber schrieb

Am Frei­tag dann er­halt­ten die Ver­an­stal­ter eine Nach­richt und meh­re­re FlickR-Fo­tos.

er­schliesst sich mir nicht. we­der der du­den, noch flickr le­gen nahe den letz­ten buch­sta­ben des mar­ken­na­mens gross zu schrei­ben. der au­tor be­müht auch noch an­de­re wor­te die na­he­le­gen das er an ah­nungs­lo­sig­keit oder in­kon­sis­tenz lei­det:

Da er die Next Web Con­fe­rence schon ab­ge­sagt hat­te, sei er ein­fach auf der Re­boot-Kon­fe­renz ge­blie­ben.

war­um ist dei „next web“ eine „con­fe­rence“, die „re­boot“ aber eine „kon­fe­renz“? und dann:

Den ät­zen­den Blog­post vom Sonn­tag ziert in­zwi­schen die Strik­eth­rough-Schrift.

wie­so kann man zu „Strik­eth­rough-Schrift“ nicht ein­fach sa­gen „durch­ge­stri­chen“? zu­mal der „ät­zen­de blog­post“ mitt­ler­wei­le auch nicht mehr durch­ge­stri­chen son­dern ge­löscht ist, we­gen „some jour­na­lists [who] still use it as in­spi­ra­ti­on to wri­te ar­tic­les“.

man kann am spie­gel on­line ja viel rum­mä­keln. hab ich oben ja nu auch aus­gie­big ge­macht. was mir trotz­dem re­spekt ein­flösst, ist wie spon manch­mal auf kri­tik re­agiert und sei­ne has­tig er­stelll­ten falsch­mel­dun­gen klar­stellt und kor­ri­giert. als in­for­ma­ti­ons­quel­le mag ich spon trotz­dem nicht (mehr) nut­zen. da lie­fert mir mein rss-rea­der meist ein aus­ge­gli­che­ne­res bild und we­ni­ger klick­gei­len pan­ora­ma-scheiss.

scheis­se for­mu­lie­ren kann aber be­kann­ter­mas­sen auch die bild-zei­tung:

In Un­garn stell­te eine Leh­re­rin pri­va­te Sex-Fo­tos in den Schul­com­pu­ter. Aus Ver­se­hen!

wie, bit­te, stellt man denn fo­tos in „den“ schul­com­pu­ter? aus­dru­cken, zu­schnei­den, com­pu­ter auf­schrau­ben, fo­tos rein­stell­len und aus­rich­ten, zu­schrau­ben? oder be­nutzt man in un­garn noch schrank­gros­se zuse-com­pu­ter in die man wä­sche, pau­sen­bro­te und fo­tos stel­len kann?

[nach­trag 06.06.2007]
das mit dem re­spekt vor spon muss ich wohl zu­rück­neh­men (). über­prü­fen, könn­te man mei­nen, möch­te man dort nichts von dem was man dort ti­ckert. lie­ber schnell und falsch ab­ge­schrie­ben und wenn die ente durch den blät­ter­wald ge­flat­tert ist, schnelll ne kor­rek­tur hin­ter­her­schie­ben.


ups

felix schwenzel

ich hät­te nicht ge­dacht, dass mich je­mals ir­gend­ein pro­dukt von mi­cro­soft eu­pho­ri­sie­ren könn­te, aber das was an­dre­as hier aus­ge­gra­ben hat, haut mich fast um. da steckt po­ten­zi­al drin. fas­zi­nie­rend.


die tratsch­trötsche ist kö­ni­gin

felix schwenzel

am don­ners­tag in­ner mit­tags­pau­se war ix bei c und a. an­zü­ge von h und m sind mir mitt­ler­wei­le zu „slim­fit“. die pas­sen nie, selbst in 56, müss­te also „slim­tight“ heis­sen. bei c und a gibt es ent­ge­gen an­ders­lau­ten­der ge­rüch­te tat­säch­lich auch an­zü­ge die nicht aus hun­dert pro­zent po­ly­es­ter be­stehen. meis­tens ha­ben die auch noch ein paar mo­del­le in 56 vor­rä­tig. am don­ners­tag hab ich dann drei an­zü­ge die mit 56 aus­ge­zeich­net wa­ren an­pro­biert, ei­ner sah scheuss­lich aus, ei­ner war zu eng (ver­fluch­ter „slim­fit“), ei­ner sass wie ne eins. vor den umkklei­de­ka­bi­nen war eine sitz­bank auf der zir­ka 80 kilo wä­sche aus­ge­legt wa­ren und ein roll-stän­der der mit 160 kilo wä­sche be­han­gen war. ich habe die bei­den an­zü­ge die nicht pass­ten sorg­fäl­tig auf den wä­sche­hau­fen ge­legt, der stän­der schien mir zu voll und wur­de aus­ser­dem von zwei tratsch­trö­ti­gen ver­käu­fe­rin­nen ver­stellt.

gros­ser feh­ler: von den zwei ver­käu­fe­rin­nen un­ter­brach eine die un­ter­hal­tung mit ih­rer kol­le­gin und er­mahn­te mich, ob ich das nächs­te mal bit­te so freund­lich sein kön­ne die sa­chen die nicht pass­ten an den hän­ger zu hän­gen. da ge­hör­ten die näm­lich hin. ich ent­schied mich, sie nicht als fau­le, doo­fe tratsch­trötsche zu be­schimp­fen, son­dern ver­sprach ihr, das nächs­te mal so freund­lich zu sein.

als ich dann noch ei­nen an­zug fand des­sen hose be­son­ders gut pass­te und zur kas­se eil­te, kam zu­erst eine prak­tii­kan­tin an­ge­schli­chen und nahm mei­ne bei­den an­zü­ge in emp­fang. sie wur­de nach 5 mi­nu­ten rum­ge­fal­te an den an­zü­gen von ei­ner äl­te­ren kol­le­gin ab­ge­löst. die frag­te dann „hast du die grös­sen kon­trol­liert?“ ich so: „ja, klar, passt su­per!“ sie so: „nein ich mein­te mei­ne kol­le­gin. wir müs­sen näm­lich die grös­sen kon­trol­lie­ren.“ ich so: „aha. dannn kon­trol­lie­ren sie mal.“

sie kon­trol­lier­te also die grö­sen und fand, oh schreck, dass die eine an­zugs­ho­se nicht wie das ja­cket grös­se 56 hat­te, son­dern 57. so dür­fe sie mir das lei­der nicht ver­kau­fen. „ding dong“ (sie be­tä­tig­te die klin­gel). nach 10 mi­nu­ten kam die eine tratsch­trötsche aus der lee­ren her­ren­ab­tei­lung an­ge­wat­schelt. sie sol­le doch mal eben sche­cken, ob die hose noch in 56 da sei. nach 20 mi­nu­ten kam die trötsche zu­rück und mein­te sie habe we­der an­zug noch hose von der sor­te in 56 mehr fin­den kön­nen. das hät­te ich ihr auch sa­gen kön­nen, denn sonst hät­te ich den auch ge­kauft. aber ich bin ja nur ein kun­de und habe von sol­chen din­gen kei­ne ah­nung.

nach 35 mi­nu­ten an der kas­se, liess mich die kas­sie­re­rin von c und a tat­säch­lich die bei­den an­zü­ge die ich kau­fen woll­te be­zah­len. also fast. vor­her woll­te sie noch ein bild von mir ha­ben. be­zah­len kann man bei c und a mit der eu­ro­scheck-kar­te näm­lich nur mit gül­ti­gem bild. das bild auf mei­nem aus­weis sei un­gül­tig, be­lehr­te mich die kas­sie­re­rin, bil­der auf ab­ge­lau­fe­nen per­so­nal­aus­wei­sen sei­en un­gül­tig. mein füh­rer­schein­bild (mehr bil­der) war so ge­se­hen nicht un­gül­tig, denn mein füh­rer­schein ist le­bens­lang gül­tig. das foto sei zwar wit­zig, mein­te sie, aber ich sei nicht zu er­ken­nen, so kön­ne ich nicht be­zah­len. das bild auf der bahn-card ak­zep­tier­te sie dann schwe­ren her­zens.

dass man tratsch­trötschen als ver­käu­fe­rin­nen be­schäf­tigt ver­steh ich ja noch. ver­käu­fe­rin­nen die das wort ku­lanz oder freund­lich­keit ken­nen sind in ber­lin wahr­schein­lich nur mit ma­na­ger-ge­häl­tern zu be­kom­men. aber dass ein la­den wie c und a sei­ne trötschen per dienst­an­wei­sung in­stru­iert, kun­den vor­trä­ge über dienst­an­wei­sun­gen zu hal­ten wun­dert mich dann doch. ob­wohl, ei­gent­lich wun­dert mich bei c und a gar nix mehr. dem­nächst ver­kau­fen die wahr­schein­lich eh nur noch ver­si­che­run­gen und kre­di­te. in der bran­che sind die kun­den es ge­wohnt ver­sarscht nicht be­dient zu wer­den.

weiterlesen

usw.

felix schwenzel

heu­te im café-ein­stein un­ter den lin­den ein paar ti­sche wei­ter oli­ver gehrs ge­se­hen. sei­ne toch­ter trug ein kopf­tuch. hen­ryk m. bro­der wür­de das si­cher po­li­ti­sie­ren, ix nicht.

ges­tern trotz mil­der ho­mo­film­pho­bie „bro­ke­back moun­tain“ an­ge­guckt. als die bei­den zum zwei­ten mal ge­mein­sam an­geln gin­gen hab ich die dvd we­gen ei­nes an­falls von schmerz­haf­ter lan­ge­wei­le aus­ge­wor­fen. ich lang­wei­le mich ja schon bei fil­men in de­nen he­te­ro-män­ner ge­mein­sam an­geln.

quel­len­an­ga­ben ste­hen auch auf mi­ne­ral­was­ser­fla­schen.


to­ni ma­ho­nis bü­cher drei­klang

felix schwenzel

eben hab ix ne alte fol­ge von toni ma­ho­ni ge­se­hen und ich schwör er hat ge­sagt: „die­ses buch ist von heinz strunk und heisst »fleisch ist mei­ne möse«“.


sprin­ter

felix schwenzel

er­staun­li­che ähn­lich­kei­ten: sprint eins, sprint 2.


ber­lin gu­cken

felix schwenzel

heu­te hab ich mal wie­der bei watch-ber­lin rein­ge­schaut. oli­ver gehrs hat die­se wo­che blau ge­macht und nicht den spie­gel ge­le­sen, da­für war der „blatt­schuss“ von letz­ter wo­che sehr amü­sant. un­ter an­de­rem er­zählt er wie der spie­gel auf der letz­ten sei­te — wie im­mer — ei­gen­lob zu ei­nem sei­ner ar­ti­kel ab­druckt. lei­der hat man dies­mal den kri­ti­schen teil des ar­ti­kels, der den spie­gel hef­tig kri­ti­siert, weg­ge­las­sen. die sixt-an­zei­ge im spie­gel er­kennt gehrs nicht und hält sie für eine an­zei­ge der bun­des­wehr. ups.

dass ka­mi­ner auf watch ber­lin auf­taucht hab ich ja schon lan­ge ge­sagt, jetzt stellt er sei­nen kiez, eins sei­ner kin­der und ka­nin­chen vor. sehr schön sei­ne lie­bes­er­klä­rung an ber­lin: ber­lin sei eine mi­schung aus grös­sen­wahn und klein­ka­riert. in ber­lin sei al­les für alle, aber nicht je­der müs­se je­den scheiss mit­ma­chen. das sei eine gros­se an­samm­lung von in­ter­es­sens­ge­mein­schaf­ten, die ein­an­der nicht wirk­lich an­ge­he. […] in ber­lin kön­ne man 10 ok­to­ber­fes­te, 20 kar­ne­va­le und 5 love­pa­ra­den ver­an­stal­ten, das in­ter­es­sie­re kei­ne sau. das habe et­was sehr dörf­li­ches au­ber auch sehr gross­städ­ti­sches.

fried­mans auf­ruf auf die stras­se zu ge­hen man­gelt es nicht an pa­thos, aber bes­ser hat mir sein ge­spräch mit rein­hard grin­del von der CDU ge­fal­len. er ist sich nicht zu scha­de sich wie ein kind zu be­neh­men. ir­gend­wie sym­pa­thisch, aber eben auch kin­disch.


wah­re glaub­wür­dig­keit nur in schwarz/weiss?

felix schwenzel

anke grö­ner im po­li­tik-di­gi­tal-chat:

glau­be, das hängt auch mit der Neu­ig­keit des Me­di­ums zu­sam­men. Wahr­schein­lich gab es bei den ers­ten Zei­tun­gen auch Dis­kus­sio­nen wie „Du hast ja gar kei­ne Le­ser­brief­sei­te, du bist ja gar kei­ne rich­ti­ge Zei­tung.“ Oder beim Fern­se­hen: „Iiiihh, du sen­dest ja jetzt in Far­be ... wo bleibt die Glaub­wür­dig­keit?“ Und die Au­ßen­ste­hen­den ha­ben sich ge­wun­dert, war­um die Jungs sich so ernst neh­men.

ICE 1607

felix schwenzel

der zug fährt heu­te von gleis fünf, meint die plär­ren­de stim­me am bahn­steig acht, am bahn­steig fünf mel­det sie sich wie­der: „der zug ver­kehrt heu­te in um­ge­kehr­ter wa­gen­rei­hen­fol­ge“. zug ver­kehrt? aha. an­de­rer­seits ver­kehr­te er seit dem fahr­plan­wech­sel je­des mal wenn ich ihn be­nut­ze um­ge­kehrt, fährt also ei­gent­lich rich­tig rum.

im köl­ner stadt­an­zei­ger vom sams­tag ist eine bei­la­ge zum her­aus­neh­men und quer­le­sen mit dem na­men „ma­ga­zin“. das ma­ga­zin ist ver­kehrt her­um (quer) be­druckt. im ma­ga­zin ist auch eine bei­la­ge zum her­aus­neh­men, mit dem na­men „mo­der­ne zei­ten“. die mo­der­nen zei­ten sind wie­der rich­tig her­um (hoch) be­druckt.

bei wit­ten­ber­ge tut der lo­kom­tiv­füh­rer so, als sei er vom bahn­hof über­rascht wor­den und steigt so sehr in die ei­sen, dass der zug­chef auf au­gen­hö­he an mir vor­bei­fliegt und das ma­ga­zin des köl­ner stadt­an­zei­gers vom tisch weht.

gar nicht um­ge­kehrt oder ir­gend­wie zu­sam­men­hän­gend mit dem oben ge­schrie­be­nen ist die­se zeich­nung.


goog­le-bom­ben funk­tio­nie­ren

felix schwenzel

ich hab mich ja vor ein paar ta­gen ge­fragt ob goog­le-bom­ben noch funk­tio­nie­ren? nach 10 ta­gen fin­det sich rum­pel­stilz­chen atze schrö­der tat­säch­lich bei ei­ner goog­le-su­che nach „rum­pel­stilz­chen“ auf platz fünf. er­staun­lich, platz fünf, in zehn ta­gen, bei fünf mitmachern.

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trans­pa­ren­te pe­ris­tal­tik

felix schwenzel

du bist so dünn, wenn man dich ge­gen eine ne­on­röh­re hält, kann man die scheis­se wan­dern se­hen.

nils hein­rich, ges­tern beim kaf­fee.satz.le­sen le­sen von „die kur an der ost­see“.


pao­lo ma­ho­ni

felix schwenzel

heu­te war ich, wie an­ge­kün­digt, mit der bei­fah­re­rin auf der der kaf­fee.satz.le­sung num­mer 40. lei­der habe ich beim part von sig­rid beh­rens nicht wirk­lich ge­schla­fen, son­dern je­des ih­rer wor­te ge­hört, aus­ser 30 se­kun­den, in de­nen ich ver­such­te ein kau­gum­mi so lei­se wie mög­lich aus ei­ner ra­sche­li­gen tüte zu fi­schen. je­des wort habe ich ge­hört und kei­nes ver­stan­den. dass tex­te be­müht wir­ken kann man ja nie­man­dem vor­wer­fen, aber wenn ver­sucht wird je­des wort mit be­deu­tung zu auf­zu­la­den, sät­ze zu zer­ha­cken um den ver­meint­lich zer­hack­ten, lee­ren geist des prot­ago­nis­ten zu il­lus­trie­ren, dann wirkt so ein text schon schnell mal „auf­ge­schwemmt“ (zu „auf­ge­schwemmt“ fand mar­tin ebel beh­rens text den sie beim bach­mann-preis vor­trug). aber es muss ja nicht je­dem al­les ge­fal­len.

sehr wit­zig wa­ren dann mi­cha­el weins und nils hein­rich. sie wa­ren so gut, dass ich mir fast de­ren bü­cher ge­kauft hät­te. viel­leicht hat beim re­zi­pie­ren der tex­te auch ge­hol­fen, dass die fens­ter trotz s-bahn-lärms ge­öff­net wur­den. wenn ich mich recht er­in­ne­re gab es bei weins so­gar sze­nen­ap­plaus. ob­wohl der ap­plaus für die bei­den je­weils ziem­lich in­ten­siv war, war ihr ap­plaus nichts ge­gen den ap­plaus den toni ma­ho­ni und sei­ne klei­ne band spä­ter ern­te­ten. wenn ap­plaus das brot des künst­lers ist, dann ist toni ma­ho­ni ein sat­ter mann.

aber ei­gent­lich wirkt ma­ho­ni nicht satt, im ge­gen­teil. er wirkt hung­rig. an­de­re wür­den sa­gen er ist ne ram­pen­sau, ich sage er schafft es das pu­bli­kum zu ver­zau­bern. wenn er da so am tisch sitzt (er sass den gan­zen auf­tritt über) und vor sei­nen lie­dern re­det, wirkt er so wit­zig, sym­pa­thisch und ent­spannt, dass ei­nem die trä­nen kom­men. wenn er singt la­chen die leu­te über sei­ne tex­te und sei­ne klei­nen ges­ten. und der ap­plaus nach sei­nen lie­dern liess war­schein­lich je­den an­we­sen­den schrift­stel­ler über­le­gen, ob er nicht lie­ber ein paar git­ta­ren-stun­den neh­men soll­te, statt stän­dig nur zu schrei­ben. ap­plaus­mäs­sig be­ka­men die schrei­ber knä­cke­brot und tro­cke­ne bröt­chen, die mu­si­ker sah­ne­tor­te.

heu­te vor­mit­tag hör­te die bei­fah­re­rin im wohn­zim­mer eine plat­te von pao­lo con­te. sie mein­te in deutsch­land gäbe es leu­te vom ka­li­ber con­tes nicht. als ich ma­ho­ni heu­te abend hör­te muss­te ich wie­der dar­an den­ken. das was ma­ho­ni auf der büh­ne an lei­den­schaft, an lie­be zur mu­sik und zum text zeig­te, liess in mir den irr­wit­zi­gen ge­dan­ken rei­fen: ma­ho­ni hat das for­mat ein ganz gros­ser zu wer­den, min­des­tens fast so gross wie pao­lo con­te. ich bin si­cher, toni ma­ho­ni wird die­ses jahr noch bei ste­fan raab zu se­hen sein. bei war­ner mu­sic (wo­vor war­nen die bloss) hat er ja schon un­ter­schrie­ben. das mit der ar­mut und dem brot soll­te also ge­ges­sen sein. und: ich gönn es ihm.

[of­fen­le­gung]
toni ma­ho­ni wird von john­ny haeus­ler ge­ma­nagt, mit dem ich be­freun­det bin und des­sen fir­ma adi­cal bei mir an­zei­gen schal­tet. herr paul­sen, der das kaf­fee.satz.le­sen ver­an­stal­tet, hat mich schon­mal zum es­sen ein­ge­la­den. ich habe den vol­len ein­tritts­preis be­zahlt, fin­de ma­ho­ni seit sei­nem ers­ten pod­cast bei spree­blick gut und ona­nie­re ge­le­gent­lich.

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1 ICE, 10 de­fek­te toi­let­ten

felix schwenzel

die nächs­te funk­tio­nie­ren­de toi­let­te im ICE von köln nach ham­burg ist 5 wa­gen ent­fernt. alle an­de­ren ha­ben „funk­ti­ons­stö­run­gen“, ha­ben vol­le ab­was­ser­tanks oder lee­re frisch­was­ser­tanks. nach 2 stun­den ent­schul­dig­te sich der zug­chef da­für so­gar per durch­sa­ge, al­ler­dings nur auf deutsch, eng­lish-spea­king pis­ser müs­sen ih­ren lan­gen weg durch den zug ohne ent­schul­di­gung an­tre­ten. als aus­gleich macht der zug­chef alle 30 mi­nu­ten durch­sa­gen dar­über, dass ge­trän­ke heu­te im spei­se­wa­gen be­son­ders güns­tig sei­en. ge­zapf­te ge­trän­ke zum „son­der­preis“ von ein euro neun­zig, bier für zwei euro dreis­sig.


bush wird im­mer häu­fi­ger mit fä­ka­li­en in zu­sam­men­hang ge­bracht

felix schwenzel

ges­tern wur­de er be­schis­sen und jetzt ge­zeich­net wie er sei­ne aus­schei­dun­gen be­wun­dert. nicht dass das be­son­ders lus­tig wäre, aber bei fä­ka­li­en kann ich mich mit ei­nem link oft schwer zu­rück­hal­ten.


zeit­ma­ga­zin 2.0

felix schwenzel

ich hab mir zum ers­ten mal seit lan­ger zeit die zeit ge­kauft. am ki­osk. weil man ja über­all hört, da sol­le wie­der das zeit ma­ga­zin drin sein. das zeit ma­ga­zin war tat­säch­lich drin, denn die zeit liess sich ex­trem schlecht fal­ten. die um­ver­pa­ckung hab ich dann ganz schnell weg­ge­wor­fen und das ma­ga­zin ge­le­sen. der ers­te ein­druck: toll! tol­les ti­tel­bild von gün­ter wall­raff mit tol­ler pe­rü­cke. auch das le­sen war sehr an­ge­nehm. nach ei­ner stun­de rum­sit­zen und rum­le­sen im zeit ma­ga­zin in der knei­pe wo ich sonst im in­ter­net lese such­te ich erst­mals die akku-an­zei­ge. toll! das zeit ma­ga­zin kann man ohne wlan und ohne akku le­sen. ein klei­nes wun­der­werk deut­scher in­ge­nieurs­kunst.

al­bern fand ich das edi­to­ri­al von chris­toph amend, der in fra­ter­na­li­sie­ren­dem ton­fall schwa­dro­nier­te wie er mit der zeit gross ge­wor­den ist. ich bin mit lei­tungs­was­ser gross­ge­wor­den, aber da­mit be­läss­ti­ge ich doch nicht mei­ne le­ser! könn­te das edi­to­ri­al bit­te von mat­thi­as kal­le ver­fasst wer­den? der kann das bes­ser und zeit hat er ne­ben sei­ner tä­tig­keit als zit­ty-chef auch, wie man an sei­ner kolumm­ne über fern­seh­ärz­te sieht.

er­grei­fend die klei­ne, la­ko­nisch und ru­hig ge­schrie­be­ne re­por­ta­ge von gün­ter wall­raff. war­um, frag­te ich mich al­ler­dings, war­um muss wall­raff das sel­ber ma­chen? gan­ze ge­ne­ra­tio­nen von jour­na­lis­ten sind mit sei­nen bü­chern auf­ge­wach­sen und der ein­zi­ge der sol­che re­por­ta­gen schreibt ist wall­raff selbst. war­um macht nie­mand an­ders so­was?

mar­ten­stein heult in sei­ner ko­lum­ne un­er­träg­lich dar­über rum, dass ihm art­di­rek­to­ren sei­ne tex­te kür­zen. er tut so als leb­ten wir im jah­re 1940 als es das in­ter­net, in dem man be­kannt­lich be­lie­big lan­ge tex­te ver­fas­sen kann und selbst art­di­rek­tor spie­len kann, noch nicht gab. heul nicht, schreib ins in­ter­net, wenn der platz nicht reicht, rief ich beim le­sen laut aus.

das in­ter­view mit acker­mann ist ein glanz­stück in per­sön­li­cher PR. das wo­für an­de­re jah­re­lang ins in­ter­net schrei­ben, schafft acker­mann in ei­nem in­ter­view: sei­ner frat­ze ein mensch­li­ches, bei­na­he sym­pa­thi­sches ant­litz auf­ma­len. bei­na­he wär ich schwach ge­wor­den und hät­te ge­dacht, „fei­ner kerl, die­ser acker­mann“. die pr-agen­tur die ihn da ge­coacht hat möch­te ich mal kenn­nen­ler­nen. wirk­lich.

hel­mut schmidt ist ja ei­ner der men­schen, we­gen de­rer man nicht nur lan­ge le­ben möch­te, son­dern sich auch vor­stel­len kann alt zu wer­den. nicht nur we­gen der fri­sur, son­dern we­gen dem was er sagt:

Gio­va­ni Di Lo­ren­zo: Was sa­gen sie den Hun­dert­tau­sen­den Ju­gend­li­chen die be­haup­ten, die In­dus­trie­na­tio­nen be­wahr­ten ih­ren Wohl­stand auf Kos­ten der ar­men Län­der?
Hel­mut Schmidt: Der Vor­wurf ist ge­recht­fer­tigt. An­de­rer­seits bleibt un­klar, wie man die­sem Vor­wurf ent­spre­chen könn­te. Wenn den Ent­wick­lungs­län­dern in Asi­en, La­tein­ame­ri­ka und Afri­ka durch­grei­fend ge­hol­fen wer­den soll, dann müss­te das zu­las­ten des Le­bens­stan­dards in den wohl­ha­ben­den Län­dern ge­hen. Aber hier wür­den die Re­gie­run­gen ab­ge­wählt, wenn sie eine we­sent­li­che Ver­rin­ge­rung des Le­bens­stan­dards in Kauf neh­men soll­ten. Des­we­gen tun sie es nicht. Hier liegt ei­ner der ein­ge­bo­re­nen Feh­ler der De­mo­kra­tie.

mei­ne wor­te: ge­rech­tig­keit be­deu­tet nicht ge­gen ir­gend­was zu sein oder die gi­tar­re raus­zu­ho­len und von schul­den­er­lass zu sin­gen, son­dern „ver­zicht, rote bee­te statt man­gos [und] ein ende der un­glaub­li­chen ver­schwen­dung“.

ich freu mich dass das ma­ga­zin wie­der da ist. der pop­kul­tur­jun­kie hat ziem­lich viel drü­ber ge­schrie­ben, hai­ko he­big fin­det es ist ein gros­sen wurf ge­wor­den, netz­aus­fall ver­steht es nicht auf an­hieb, clap reisst wit­ze und lau­tes grund­rau­schen gibts jede men­ge.

ans bein pis­sen möch­te ich noch mal kurz der zeit on­line re­dak­ti­on. herr ran­dow ist ja ganz stolz und twit­tert dass er dort le­sen wür­de: mo­bil.zeit.de. nur was soll das? um die wall­raff re­por­ta­ge zu le­sen soll ich 29 mal blät­tern? was bit­te ist der un­ter­schied zu nur­text.zeit.de wo ich für den wall­raff-text nur 5 mal blät­tern muss? und war­um soll ich auf dem han­dy sie­ben oder fünf buch­sta­ben tip­pen, wenn es ei­ner auch täte: m.zeit.de? frag ja nur. war­um nicht mehr vom zeit­ma­ga­zin on­line steht frag ich gar nicht erst. die kron­ju­we­len ver­schenkt mag man bei der zeit eben nicht mit bann­nern ver­schan­deln.