freie fahrt für freie ab­ge­ord­ne­te

felix schwenzel

nico platz der kra­gen(*). wenn ich dann den von ihm ver­link­ten hei­se ar­ti­kel lese, sträu­ben sich auch mir die haa­re.

da ist die rede von ver­stärk­ter ver­dachts­un­ab­hän­gi­ger über­wa­chung der „In­ter­net­nut­zer“ durch po­li­zei­be­hör­den und ge­heim­diens­te in fol­ge des neu­en „te­le­me­di­en­ge­set­zes“. das heisst ja im klar­text die bun­des-re­gie­rung will auf druck der län­der mehr oder we­ni­ger alle deut­schen über­wa­chen. schliess­lich be­we­gen sich ja mitt­ler­wei­le fast alle deut­schen, mit aus­nah­me der po­li­ti­ker, im in­ter­net. to­ta­le trans­pa­renz wird da dem in­ter­net­nut­zer auf­er­legt. kann ja sein, dass ei­ner die­ser po­ten­ti­el­len ver­bre­cher (frü­her hies­sen die mal „bür­ger“) mal aus der rei­he tanzt und et­was ver­bo­te­nes tut. und die po­li­zei­be­hör­den und ge­heim­diens­te ha­ben sich ja in letz­ter zeit im­mer wie­der als enorm fle­xi­ble, un­fehl­ba­re, von na­tur aus ge­rech­te ver­fas­sungs­or­ga­ne pro­fi­liert.

man könn­te das ge­fühl be­kom­men, dass die ein­zi­gen men­schen de­nen noch das recht auf ver­trau­lich­keit der kom­mu­ni­ka­ti­on oder das recht auf in­for­ma­tio­nel­le selbst­be­stim­mung zu­ge­stan­den wer­den soll die ab­ge­ord­ne­ten selbst sein sol­len. die­se ab­ge­ord­ne­ten sind der mei­nung, dass eine of­fen­le­gung ih­rer ne­ben­ein­künf­te ihr recht auf in­for­ma­tio­nel­le selbst­be­stim­mung und be­rufs­frei­heit ver­let­ze:

[Fried­rich] Merz, Sieg­fried Kau­der und Mar­co Wan­der­witz (CDU), Wolf­gang Göt­zer und Max Strau­bin­ger (CSU), Hans-Joa­chim Otto, Sy­bil­le Lau­rischk und Hans-Hein­rich Kolb (FDP) so­wie Pe­ter Danckert (SPD). Sie alle füh­len sich in ih­ren Grund­rech­ten auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung und Be­rufs­frei­heit ver­letzt und fürch­ten eine Ein­schrän­kung der in Ar­ti­kel 38 des Grund­ge­set­zes ga­ran­tier­ten Un­ab­hän­gig­keit des Ab­ge­ord­ne­ten. (wei­ter­le­sen)

der vi­ze­prä­si­dent des bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts win­fried has­se­mer stimmt den ab­ge­ord­ne­ten zu und wird hier wie folgt zi­tiert:

Trans­pa­renz sei je­doch ein „mo­der­ner und schil­lern­der Be­griff, der nicht in der Ver­fas­sung steht.“

soll­te der bun­des­tag das te­le­me­di­en­ge­setz durch­win­ken und den trans­pa­ren­ten bür­ger ge­setz­lich fest­le­gen, bin ich da­für die mit­glie­der­zahl des bun­des­ta­ges dras­tisch zu er­hö­hen. näm­lich auf un­ge­fähr 82 mil­lio­nen. wenn man bür­ger­rech­te nur noch als ab­ge­ord­ne­ter be­kommt, dann wer­den wir halt alle ab­ge­ord­ne­te.

*) ob das wohl mit ni­cos ak­tu­el­ler über­do­sis po­li­ti­scher (on­line) me­di­en­in­kom­pe­tenz zu­sam­men­hängt?


su­pa wit­ze, nicht selbst ge­macht

felix schwenzel


t-punkt

felix schwenzel

die papp­na­sen von der qua­li­täts­pres­se nen­nen die­ses blog­dings ja im­mer wie­der „ta­ge­buch­dings“. manch­mal ist das wirk­lich so. man­che blogs sind so so rich­ti­ge ta­ge­bü­cher. da liest man dann dar­über dass die frau nen t-punkt hat, dass der dea­ler für mag­gi mehr ver­langt und dass der arme mann wie­der mit dem nä­gel­kau­en an­ge­fan­gen hat, weil er kei­ne schrau­ben mehr hat. was soll ich sa­gen? dass ich mich vor la­chen halb ge­lacht habe? oder dass ichs abo­niert habe? ich sach nix mehr.

[via blogrol­le vom en­zy­glo­be]


fan­post

felix schwenzel

ins in­ter­net schrei­ben, ob auf eine web­sei­te oder in eine email, kann durch­aus zu brie­fen im brief­kas­ten oder post­la­gern­den ein­schrei­ben füh­ren. die­se er­fah­rung habe ich in den letz­ten ta­gen öf­ter ge­macht. heu­te lag ein sechs tage al­ter brief vom amts­ge­richt düs­sel­dorf vom 20.10.2006 im brief­kas­ten. der aus­s­sa­ge­kräf­ti­ge be­treff lau­te­te „Buß­geld­be­scheid-Nr. 3280-01-41-4057-7-SB058“:

Sehr ge­ehr­ter Herr Schwen­zel!

In Ih­rer Buß­geld­sa­che

be­ab­sich­tigt das Ge­richt, das Ver­fah­ren ge­mäß § 47 II OWIG ohne Aus­la­ge­n­er­stat­tung ein­zu­stel­len.

Hier­mit er­hal­ten Sie Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me hier­zu bin­nen ei­ner Wo­che.

Hoch­ach­tungs­voll

hm. das könn­te et­was mit der mail die ich am 17.09.2006 an die buss­geld­stel­le in düs­sel­dorf ge­schrie­ben habe zu tun ha­ben:

sehr ge­ehr­te da­men und her­ren,

am 15.09 habe ich ih­ren brief vom 05.09.2006 er­hal­ten. er be­zieht sich auf ei­nen buss­geld­be­scheid von vor ei­ni­gen wo­chen in dem mir zur last ge­legt wird mit dem PKW B-KW 4594 in düs­sel­dorf ohne park­schein ge­parkt zu ha­ben und den ich an­geb­lich noch nicht be­gli­chen ha­ben soll. sie stel­len mir 25 euro sech­zig an aus­la­gen und ge­büh­ren für „ent­stan­de­ne kos­ten“ in rech­nung.

ich möch­te dazu fol­gen­des er­klä­ren:

1. ich habe die 5 euro be­reits be­zahlt.
2. das auto mit dem kenn­zei­chen B-KW 4594 bin ich nie in mei­nem le­ben ge­fah­ren.
3. ich war am 6.7.2006 den gan­zen tag in ber­lin, zeu­gen nen­ne ich ih­nen ger­ne ge­gen eine ge­rin­ge ge­bühr.
4. ich habe ih­ren un­be­rech­tig­ten buss­geld­be­scheid nicht sorg­fäl­tig ge­nug ge­le­sen und fälsch­li­cher­wei­se, wohl aus re­flex, das buss­geld be­zahlt.

ich möch­te sie de­halb bit­ten mir die 5 euro zu­züg­lich mei­ner aus­la­gen und mü­he­ge­büh­ren von 25,60 auf un­ten an­ge­ge­be­nes kon­to zu­rück zu über­wei­sen. ge­gen eine ge­rin­ge ge­bühr er­stel­le ich ih­nen auch ger­ne eine rech­nung.

kon­to# ***
blz: 39050000
spar­kas­se aa­chen

mit freund­li­chen grüs­sen
fe­lix schwen­zel

ich stel­le fest: die fünf euro sind wohl im arsch.


wei­ter mit mu­sik

felix schwenzel

mc win­kel kann nicht sin­gen, rap­pen schon gar nicht. macht nix, hab mich trotz­dem tot­ge­lacht. und ge­lernt dass es nicht nur em­zieh­win­gel, son­dern auch neil­zen­bör­ger heisst. man lernt nie aus.


schlam­pen und schlam­per

felix schwenzel

mar­cel reich-ra­ni­cki:

[…] die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen von der „Bild“ sind ab­scheu­li­che Schlam­pen und Schlam­per.

[via re­de­sign­tem bild­blog]


ra­dio hits

felix schwenzel

nach­dem se­bas ges­tern eine sms von mop­pel­chen be­kom­men hat­te und mir eine sms schrob und chris­toph schult­heis mir eine email schrob um mich dar­über auf­zu­klä­ren, dass im ra­dio über mich ge­re­det wur­de und ich doch bit­te mal an­ru­fen sol­le und ich dann 10 mi­nu­ten ra­dio im han­dy hör­te und ein biss­chen mit hol­gi und ste­fan plau­der­te, bat mich hol­gi doch mal zu gu­cken ob die nen­nung von „wir­res.net“ im ra­dio ir­gend­wel­che aus­wir­kun­gen auf mei­ne be­su­cher­zah­len ha­ben wür­de. hats nicht, die­sen mon­tag, also ges­tern hat­te ich 300 be­su­cher we­ni­ger als den mon­tag letz­te wo­che. ich schät­ze mal 30-40 ra­dio-hö­rer ha­ben „wir­res.net“ oder „fe­lix schwen­zel“ in ih­ren brau­ser ein­ge­ge­ben und hier mal kurz vor­bei­ge­guckt.

kurz: nix. die leu­te ma­chen kei­ne me­di­en­sprün­ge. al­les was wei­ter weg oder kom­pli­zier­ter als ein klick ist, exis­tiert nicht. mal schaun wie das bei john­nys track­back klappt.


en­zy­b­log

felix schwenzel

der pro­jekt­glei­ter be­kam von ei­nem lö­wen­zah­men steu­er­bra­ter ei­nen kar­tof­fel­ein­lauf ver­passt. so­was führt nor­ma­ler­wei­se zu ei­ner phra­sen­ver­schie­bung und pe­rü­cken­schmer­zen. in die­sem fall führ­te es aber zu ei­nem hö­he­punk und wirt­schafts­plun­der. ganz schön heim­tür­kisch.


bo­rat/ka­sach­stan

felix schwenzel

ob das ein zu­fall ist, dass heu­te im ta­ges­spie­gel eine sonderbeilage „ka­sach­stan“ (in­klu­si­ve in­ter­view mit dem ka­sa­chi­schen bot­schaf­ter) lag und am 2. no­vem­ber „bo­rat“ der film star­tet? si­cher­lich.

[via]


who the fuck is „lüs­s­ar“?

felix schwenzel

dik­tiert der tho­mas knü­wer ar­ti­kel manch­mal am te­le­fon?:

Dies mein­te die die On­line-Ta­ge­buch­schrei­be­rin Ka­tha­ri­na Bor­chert, ge­nannt Lüs­s­ar, zu er­wi­dern mit: „Aber in den klas­si­schen Me­di­en doch ge­nau­so.“ [quel­le]

re­gio­nal ex­cre­ments edi­ti­on

felix schwenzel

so ge­fällt mir die rea­ders edi­ti­on: re­gio­na­les und fä­ka­li­en.


gu­te links

felix schwenzel


huch, mar­ke­ting­ex­per­ten ken­nen wir­res net

felix schwenzel

doo­fe über­schrift (*), ix weiss, aber das zi­tat und der link auf die­se pres­se­mel­dung ist noch döö­fer:

Die bei On­line-Mar­ke­ting-Ex­per­ten be­kann­tes­ten Blogs sind Wer­be­blog­ger Dr. Web und das E-Com­mer­ce-Blog. Das in der jüngst er­schie­ne­nen Über­sicht ein­fluss­rei­cher deut­scher Blogs (Tech­no­ra­ti/Edel­mann) auf Platz acht ste­hen­de Wir­res.net wird zwar oft ver­linkt, aber nur 8,7 Pro­zent ken­nen es. Bei den Ken­nern am be­lieb­tes­ten sind Blogs von Ro­bert Ba­sic (Ba­sic­Thin­king) und Klaus Eck (PR-Blog­ger).

*) al­ter­na­tiv-über­schrift — auch doof — wäre ge­we­sen: „ken­ner ken­nen wir­res net“

[via goog­le alerts]


ein­schrei­ben am mor­gen

felix schwenzel

wir­ken ähn­lich wie kaf­fee und ein zwei cheese­bur­ger zu­sam­men.


jo­gurt auf frucht „oh­ne frucht“

felix schwenzel

ziem­lich le­cker.


ab­nehm­tipp

felix schwenzel

ein­fach gleich­ge­wicht ver­lie­ren und nicht zu oft zum steu­er­bra­ter ge­hen.


ant­wor­ten oder fra­gen?

felix schwenzel

dave wi­ner:

An­yo­ne who thinks they know what the blogos­phe­re is about is as right as so­meone who thinks they know the mea­ning of life, and po­ten­ti­al­ly as dan­ge­rous (in a not-nice way) be­cau­se may­be they’ll try to force you to see it their way.

jörg tha­de­usz

felix schwenzel

ich weiss nicht ob er es wit­zig meint oder ob er un­ter ar­ro­ganz- oder angst-at­ta­cken lei­det, der von mir re­la­tiv hoch­ge­schätz­te jörg tha­de­usz. si­cher ist, in sei­ner ko­lum­ne in der ber­li­ner zei­tung for­dert tha­de­usz (oder sei­ne ghost­wri­te­rin li­schen mül­ler) die gren­zen der or­tho­gra­fie her­aus:

Ach­tung, Web­blog­ger! Kauft Euch li­nier­te Klad­den. Schreibt dort rein, war­um Ihr meint, dass der nord­ko­rea­ni­sche Dik­ta­tor ein fei­ner Kerl ist und der 11. Sep­tem­ber eine Ver­schwö­rung Au­ßer­ir­di­scher war. Trefft Euch mit an­de­ren Spin­nern und lest Euch ge­gen­sei­tig vor.

dass er es viel­leicht wirk­lich iro­nisch mei­nen könn­te, deu­tet sich wei­ter un­ten an:

Fern­se­hen müs­sen Ama­teu­re nicht sel­ber ma­chen. Fern­se­hen ist eine An­ge­le­gen­heit un­ter Pro­fis. Hoch­be­zahl­te Voll­be­ruf­ler pro­du­zie­ren Sen­dun­gen.

wenn ich ihn das nächs­te mal im gross­raum­wa­gen sit­zen sehe, wie er sta­pel­wei­se aus­ge­druck­te web­sei­ten liest, wer­de ich ihm aber von mei­nen klad­den vor­le­sen und da­von über­zeu­gen, dass kim jong il ein fei­ner kerl ist. und fra­gen war­um ha­gen boss­dorf ein pro­fi ist.

[via, sie­he auch hier was an­de­re papp­na­sen über „web­blog­ger“ den­ken]

[nach­trag 17.10.2006]
tho­mas knü­wer über jörg tha­de­usz, den „Pro­fä­schenell“.


1und1 mag kei­ne blogs

felix schwenzel

trotz der stol­zen sum­me von 40 euro ist 1und1 der mei­nung, dass man den traf­fic ei­nes word­press­blogs mit fünf bis sechs tau­send pa­ge­views nicht schul­tern kann. apo­the­ken­prei­se neh­men und winz­ser­vice bie­ten. be­rät edel­man 1und1?

[via]


dün­ne ro­te li­ni­en

felix schwenzel

es gibt leu­te, die ha­ben im­mer ein stück­chen rote krei­de da­bei um nach ei­ge­nem gut­dün­ken dün­ne rote li­ni­en da­hin zu zeich­nen wo es ih­nen ge­ra­de passt. wenn ei­ner die­se dün­nen ro­ten li­ni­en über­schrei­tet plus­tern sie sich auf und zei­gen laut mit dem von der krei­de ro­ten fin­ger auf die li­ni­en­über­schrei­ter und fan­gen an zu schrei­en. die­je­ni­gen mit ro­ter krei­de in der hand über­sprin­gen die von ih­nen ge­zeich­ne­ten dün­nen ro­ten li­ni­en al­ler­dings hin und wie­der, wenn man sie fragt war­um sie ihre ei­ge­nen dün­nen ro­ten li­ni­en über­schrei­ten, ant­wor­ten sie, sie sei­en auf der gu­ten sei­te, sie tä­ten es für die gute sa­che.

nun kann je­der der ein biss­chen geld in der ta­sche hat sich rote krei­de kau­fen und nie­mand hält ir­gend­je­man­den da­von ab, ei­ge­ne dün­ne rote li­ni­en zu zie­hen, was die sa­che, bzw. die li­ni­en­mus­ter un­ge­heu­er kom­pli­ziert ma­chen kann. auch ich habe schon rote krei­de be­nutzt und dann mit mei­nen krei­de­ro­ten fin­gern auf leu­te ge­zeigt, ge­nau­so wie ich be­reits dün­ne rote li­ni­en über­schrit­ten habe die ir­gend­wel­che klug­scheis­ser in mei­nem weg ge­zo­gen ha­ben.

das al­les spricht nicht prin­zi­pi­ell ge­gen rote li­ni­en, wohl aber da­für, dass die in­ter­pre­ta­ti­on, ge­nau­so wie das zeich­nen der dün­nen ro­ten li­ni­en eine sa­che ist, die von vie­len ge­macht wer­den soll­te. men­schen die dar­auf be­stehen, dass nur ihre ei­ge­nen dün­nen ro­ten li­ni­en gül­tig­keit ha­ben, soll­te man mit vor­sicht be­geg­nen, ins­be­son­de­re wenn es tän­zer sind.

und, auch das ab­sicht­li­che über­schrei­ten von li­ni­en die im kon­sens ge­zo­gen wur­den, kann hin und wie­der hilf­reich sein, wenn es öf­fent­lich ge­macht wird und eine of­fe­ne dis­kus­si­on er­mög­licht wird. manch­mal kann es aber auch ein griff ins klo sein. klü­ger ist man am ende aber in je­dem fall.


ab­tei­lung eit­ler lü­gen­ba­ron

felix schwenzel

ich bin 1,91 und wirk­lich nicht fett.