„die wahrscheinliche wahrheit“

mads pankow hat mich vor ein paar tagen zu seiner buchvorstellung eingeladen. das buch schien mir interessant also hab ichs mir gekauft und zugesagt zur buchvorstellung zu kommen („wg. Wein, Stühle“).
ich wollte das buch bis heute durchgelesen haben, aber es kam so vieles dazwischen, die neue staffel reacher, eine gute folge strange new worlds, arbeit, noch mehr arbeit und youtube. 49% prozent lesefortschritt zeigt mir apple books an. das buch gefällt mir sehr. 20% der 49% prozent, die ich bis jetzt gelesen habe, hat mads pankow zu einem vortrag komprimiert, den er heute zu seiner buchvorstellung hielt. der vortrag gefiel mir auch gut, aber geschrieben gefällt mir seine stimme besser. nicht dass seine vortragsstimme unangenhem wäre, aber seine stimme im buch ist angenehm schlüssig, unaufgeregt und auf eine unkomplizierte art geschliffen. aber dazu mehr, sobald ich 100% gelesen habe.
mir fällt jetzt auf, dass ich wie ein LLM schreibe, oder so, wie mads pankow beschreibt, wie ein LLM schreibt. es setzt seine texte aus wörtern zusammen, die am wahrscheinlichsten zu den vorherigen wörter passen. ich bilde mir zwar gelegentlich ein, vor dem schreiben eine leise idee davon zu haben was ich schreibe, aber was ich tatsächlich schreibe ergibt sich eigentlich aus dem was ich schreibe. vielleicht ist der grund, warum wir von LLMs generierte texte so sehr verachten, dass sie das so ähnlich wie wir machen, nur müheloser und gelegentlich besser oder schlechter als wir. das ist aber nur so ein gedanke und dass sich jetzt ganz viele menschen gedanken um dieses ganze KI-gedöns machen ist bitter nötig — weil weggehen wird das alles nicht mehr — und die gesellschaftlichen, philosophischen und moralischen umwälzungen die das alles haben wird dürften massiv sein. das zumindest zeigt mads pankows buch ziemlich gut und, wie gesagt, unaufgeregt, weit ausholend, aber nachdrücklich und stringent.
ich bin nicht mehr für den wein geblieben, damit ich in der bahn und zuhause weiterlesen konnte.
