500 tage tägliches loggen, 531 tage kirby
vor 531 tagen schrieb ich „hallo kirby“, nachdem ich wirres.net mit kirby wieder belebt hatte. und seit 500 tagen habe ich jeden tag etwas veröffentlicht. nicht unbedingt jeden tag einen text, aber mindestens ein bild oder einen checkin.

ich bin ganz zufrieden mit dem, was ich mir hier in den letzten letzten anderthalb jahren zusammengedengelt habe. auf der vorderseite sieht’s aus wie das was ich mir als blog vorstelle, 1-2 tägliche beiträge in denen ich das abbilde was ich gesehen habe, was mich beschäftigt, was ich empfehle, was ich gegessen habe. dahinter ein weiterer fluss mit bookmarks, likes oder reposts von sachen die mir begegnet sind, aber oft noch unsortiert, unkommentiert oder zu lieblos für die voderseite sind. die 84 bilder vom baum den ich mir im letzten winter vorgenommen habe jeden tag wenn ich dran vorbeikomme zu fotografieren muss nicht jeder sehen. aber für mich ist es die wiederentdeckung des logs in weblog. in die gleiche kerbe (loggen) fällt mein medienmenü oder medienlog, in dem ich filme, serien und bücher logge, die ich gesehen oder gelesen habe. tatsächlich tauchen dort seit januar nur filme und serien und youtube-stunden auf, die ich mit dem laptop gesehen habe. keine bücher. obwohl ich im märz ein buch angefangen habe. und im september gleich zwei. zuende gelesen hab ich seit jahren keins mehr (aber ich bin dran).
aber das ist ja der witz an der sache mit dem loggen: mir selbst visualisieren womit ich meine zeit verbracht habe und womit nicht und wo diese zeit hin ist. eigentlich war das von anfang an eine motivation für mich ins internet zu schreiben: wenn die zeit schon mit steigendem tempo an mir vorbeirauscht, dann wenigsten die eine oder andere erinnerung festhalten.
wenn ich mir den aktivitätsgraphen der letzten 12 monate ansehe, erkenne ich auch, dass ich seit dem frühjahr auch mehr uns mehr auf den geschmack komme. die felder werden heller, ich veröffentliche also auch mehr und mehr.

nutze ich KI? klar, vor allem im maschinenraum. während ich früher diese webseite mit hilfe von gegoogelten codeschnipseln zusammendengelt habe, überlasse ich den grossteil des codings mittlerweile diversen KI-modellen. das prinzip ist das gleiche wie früher: ich stelle mich mit meinen ideen auf die schultern von anderen, die das mit dem coden besser können, um meine ideen umzusetzen. ich lese zwar weiterhin, wie früher, liebend gern den quellcode von webseiten und versuche zu verstehen wie dinge funktionieren, ich staune, wenn ich CSS-, microformat- oder json-ld-spezifikationen lese, ich freue mich über denkarbeit, die andere in plugins stecken und die ich dann adaptieren kann, aber eigentlich ist das prinzip, wie ich meine webseite baue, seit 30 jahren unverändert: ich kopiere und stehle code um daraus was eigenes zu machen. mit KI geht das ganze nur einen ticken schneller.
ob ich damit im jobs’schen/picasso’schen sinne ein good oder great artist oder gar kein artist bin, weiss ich auch nicht.
Good artists copy, great artists steal.
was zählt: ich hab mir mein haus selbst gebaut, auch wenn mir dabei sehr, sehr viele andere geholfen haben, deren code entweder open-sourced ist, googlebar war oder von LLMs zum lernen genutzt wurde. umgekehrt helfe ich (hoffentlich) anderen, auch was eigenes zu bauen, indem ich meine ideen hier frei verfügbar hinausposaune.
und für recherche nutze ich KI natürlich auch. oder wie nennt man das, wenn man etwas weiss, mal gehört hat, sich aber nicht mehr genau erinnern kann? genau dafür nutze ich auch immer wieder LLMs.
wie hat das steve jobs sagt, „xx kopieren, künslter klaubne bei den bestenb?“
Du meinst sehr wahrscheinlich das Zitat, das oft Steve Jobs zugeschrieben wird:
“Good artists copy, great artists steal.”
Jobs verwendete diese Formulierung 1996 in einem Interview und bezog sie auf die Idee, sich von hervorragenden Arbeiten anderer inspirieren zu lassen und daraus etwas Eigenes zu schaffen. Der Satz stammt allerdings nicht ursprünglich von Jobs; er wird häufig Pablo Picasso zugeschrieben, wobei auch diese Zuschreibung nicht eindeutig belegt ist.
andererseits ist die nutzung von KI für solche fragen manchmal auch quatsch. kagi und google hätten mir mit dem gleichen wortlaut der frage auch helfen können. kagi präsentiert das ergebnis allerdings in suchergebnissen, google als KI zusammenfassung.
ich koche übrigens genauso, wie ich blogge. einerseits suche ich nie perfektion, sondern immer effizienz, andererseits nehm ich den ganzen aufwand in kauf, damits mir schmeckt und freue mich, wenns auch anderen oder der beifahrerin schmeckt. auch was ich koche oder blogge hat oft den gleichen ursprung: die beifahrerin sagt gelegentlich: „mach doch mal chili con carne“ oder sucht mir rezepte raus und ich guck dann was ich draus mache. ist beim bloggen nicht anders: irgendjemand macht xy im internet und ich gucke was ich daraus mache.
gestern dachte ich mir: warum chili con carne a la jamie oliver eigentlich überhaupt kochen? also gabs gestern zum abendessen extra fein gewürfelte rote zwiebel mit einer dose mutti-tomaten, einer kleinen dose kichererbsen, einer dose schwarzen bohnen, etwas dosenmais (abweichend vom originalrezept), etwas balsamico, etwas sojasauce, etwas kreuzkümmel, etwas zimt und wie erwartet ergab das ein sehr leckeres, gazpachio-artiges gericht. frische, feingewürfelte paprika hätte dem ganzen auch gut getan, hatten wir aber nicht mehr. heute früh hab ich den rest von gestern abend mit salami-würfeln verlängert. chili con salami war auch gut.

