das jahr ist schon 10 tage alt und ich habe das ge­fühl, dass es jetzt nicht mehr lan­ge dau­ert und das jahr ist schon wie­der vor­bei.

der gros­se an­ge­kün­dig­te sturm blieb in ber­lin aus, das wet­ter fror ein­fach so vor sich hin, statt ag­gres­siv zu wer­den. das ist nicht das ers­te mal, dass mei­ne be­nach­rich­ti­gun­gen auf dem han­dy vol­ler war­nun­gen und ver­vor­sich­ti­gun­gen wa­ren und dann am ende we­der wind, noch schnee oder or­kan auf­ka­men. mir ist schon klar, dass wet­ter­vor­her­sa­gen kom­ple­xe wahr­schein­lich­keits­re­chun­gen sind und ein schmet­ter­ling in ost­asi­en den win­ter­sturm po­ten­zi­ell ver­hin­dern oder mit­aus­lö­sen kann. aber viel­leicht soll­ten die war­nungs­er­zeu­ger trotz­dem noch­mal ihre kom­mun­ka­ti­ons­stra­te­gien über­den­ken und war­nun­gen mit mehr kon­junk­ti­ven prä­sen­tie­ren und ent­war­nun­gen mit der glei­chen reich­wei­te und wucht ver­brei­ten wie die ur­sprüng­li­chen war­nun­gen. weil so bleibt bei mir ir­gend­wie die fra­ge hän­gen: wie ernst wer­de ich die nächs­te war­nung neh­men?

glei­ches gilt für die war­nun­gen zum strom­aus­fall im sü­den ber­lins. den strom­aus­fall hat bei mir kei­ne der in­stal­lier­ten warn­app am 3. ja­nu­ar an­ge­kün­digt. daür be­kam ich am 7. ja­nu­ar mit viel ge­tö­se eine „Ex­tre­me Ge­fahr WAR­NUNG MIT­TEL“ und kurz da­nach, mit­ten in der nacht eine „Ge­fah­ren­in­for­ma­ti­on ENT­WAR­NUNG“ die mein te­le­fon schrei­en liess.

screenshot von warnungen und entwarnungen die mich am 7.1.2026 erreicht haben

war­nun­gen und ent­war­nun­gen

das ist ein biss­chen so, als ob die he­rol­de der se­nats­ver­wal­tung um 22 uhr sturm klin­geln um zu sa­gen: „al­les OK, KEIN GRUND ZUR SOR­GE, BIT­TE SCHLA­FEN SIE WEI­TER! und be­den­ken sie, nach 18 uhr kein glas in glas­con­tai­ner zu wer­fen, da­mit ihre mit­bür­ge­rin­nen in ih­rer nacht­ru­he nicht ge­stört wer­den!“

je­den­falls war es heu­te zum mor­gen­spa­zier­gang wie­der -6°C aber es wirk­te ir­gend­wie mil­der als in den vor­he­ri­gen ta­gen. zum teil kann das dar­an ge­le­gen ha­ben, dass ich heu­te zum ers­ten mal mei­ne win­ter­ja­cke, statt mei­nes som­mer­män­tel­chens trug. zum an­de­ren blies kein wind, was die ge­fühl­te tem­pe­ra­tur er­höht ha­ben dürf­te.

alle men­schen und hun­de die wir heu­te früh tra­fen wa­ren ex­trem ent­spannt. fri­da auch, ob­wohl sie mich 5 mal frag­te ob es ok sei, wenn sie mal kurz ei­nen ex­kurs ins un­ter­holz macht um dort even­tu­ell sit­zen­de vö­gel auf­zu­schre­cken. ich liess sie ge­wäh­ren, auch weil sie vor­her über­eif­rig folg­sam war, als ich sie dar­um bat.

sonnenaufgang über der catcherwiese in den rehbergen. im vordergrund glänzt der zu eis festgestampfte schnee in der morgensonne, im hintergrund kahle böume

cat­cher­wie­se