live vom linksparteitag, teil 1

(ursprünglich im „wahlblog“ veröffentlicht)
unbürokratisch sind sie ja, die linken. bloggertypisch, ohne anmeldung, ohne ahnung, betrat ich um 10 uhr das estrell in berlin-neukölln um mir dort den linkspartei.tag anzuschauen. die akreditierung bestand aus der angabe meiner „redaktion“, meines namens und meiner unterschrift. drin. keine sicherheitsschleuse, keine weiteren kontrollen, dafür war das frühstücksbuffet kostenpflichtig.

die tischchen für die presse sind entweder schon besetzt oder mit jäckchen, täschchen oder handtüchern als besetzt markiert. also setzte ich mich (hinten), rechts aussen auf ein besucherstühlchen.
auf der bühne ein bizarrer setup, links das rednerpult rechts drei reihen hinter denen die wichtigeren delegierten wie ratekandidaten in einer fersehshow präsentiert werden. sehr fernsehgereccht.
im moment redet hans modrow. anfangs machte er sogar zwei kleine, frenetisch aufgenommene witzchen; irgendwas mit einem bayerischen erholungskloster, in dem stoiber irgendetwas beichten solle. jetzt zerredet er sich die letzten verbliebenen stimmbänder. was ihm an festigkeit der stimme fehlt, macht er mit dem blick gut. jetzt hat er den parteitag eröffnet.
uhh, soeben erfahre ich, dass der parteitag bis 18 uhr gehen soll und jetzt wegen eines antrags nochmal um eine halbe stunde verlängert wird.
und jetzt besorge ich mir erstmal ein wlan-passwort.
[sehr sozialer preis, zwei stunden 7,50 €]