vom linksparteitag: alles sehr wortreich hier (teil 2)

(ursprünglich im „wahlblog“ veröffentlicht)
ich weiss ja nicht viel über parteitage. im fernsehen gibt es immer sondersendungen von parteitagen, meist ganz spät abends. der parteitag selbst dient im fernsehen eigentlich vor allem als hintergrund um einen a-blogger partei-leithammel zu interviewen und ein bisschen rumzumoderieren.
der eigentliche sinn von parteitagen — soweit ich das nach 2 stunden beurteilen kann — scheint aber die produktion von worten zu sein. es werden sehr, sehr viele worte in reden gesprochen, diese worte werden bei manchen rednern auch auf papier gedruckt verteilt, zum nachlesen, wenn man zum beispiel aus den reden einen neuen text machen möchte, für eine zeitung oder ein weblog.
der wahlkampfmanager der linkspartei, ein heiserer herr ramelow hat meine vermutung übrigens eben in seiner ansprache bestätigt; er bat (wortreich) darum nicht zu viel zu reden (oder zu diskutieren), damit man „zügig“ zu ergebnissen komme. denn diese ergebnisse sollen „sofort“ nach dem parteitag in 100 000den exemplaren gedruckt werden. der parteitag ist also dazu da am ende eine art wortsammlung (wahlprogramm) zu drucken.
ein weiterer sinn von parteitagen ist möglichst viel aufmerksamkeit zu erregen. denn aufmerksamkeit hat weitere worte zur folge. einer rednerin ist bereits aufgefallen, dass das bereits im vorfeld geklappt hat. soviel presse, soviele kameras, das hätte man noch nie gehabt.
wer nun nicht auch noch meine worte haben will, kann sich ja meine bilder bei flickr vom linksparteitag angucken