vom links­par­tei­tag: glanz und glo­ria und glat­zen (teil 7)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

gysi glänzt sit­zend auf der büh­ne. also er sitzt glän­zend auf der büh­ne, bzw. sei­ne glat­ze glänzt. bei la­fon­taine glänzt nicht die glat­ze, die ist ja ver­deckt, son­dern die gan­ze per­son. ja, so­bald er sich durch den saal be­wegt, was er in der letz­ten hal­ben stun­de ca. 5mal ge­macht hat, blitzt es und mur­melt. so­bald er durch den saal stol­ziert folgt ihm eine meu­te von 40 jour­na­lis­ten und ca. 5 per­so­nen­schüt­zern, er wird von meh­re­ren vi­deo­ka­me­ras bes­tens aus­ge­leu­che­tet. stän­dig wird er in­ter­viewt, als ob die gan­zen fer­seh­sen­der nur für ihn ge­kom­men wä­ren.

gysi bleibt sit­zen. stän­dig, im­mer in der ers­ten rei­he. mal schau­en ob er sich nach sei­ner rede in­ter­view­en lässt.

ich wer­de jetzt mal, wie die meis­ten de­le­gier­ten, ein bier­chen trin­ken. die ge­nos­sen (und ge­nos­si­nen) ha­ben zwar ei­nen un­auf­hol­sa­men vor­sprung (die sau­fen seit 9 uhr), aber wenn ich ul­rich mau­rer wei­ter zu­hö­re schla­fe ich so­fort ein. der letz­te satz von ihm, un­glaub­lich lang­sam und mo­no­ton ge­spro­chen: „wir ha­ben lei­den­schaft […] und das ist wich­tig.“

[was ham die po­li­ti­ker bloss im­mer mit ih­ren haa­ren?]

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