vom cdu-par­tei­tag: am en­de (teil 4)

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

(ur­sprüng­lich im „wahl­blog“ ver­öf­fent­licht)

stoi­ber und mer­kel wa­ren ja die haupt­at­trak­tio­nen der gros­sen par­tei­tags­show. lei­der war ich von den vie­len re­den der mi­nis­ter­prä­si­den­ten schon ziem­lich aus­ge­laugt. glück­li­cher­wei­se sag­ten stoi­ber und mer­kel nicht viel an­de­res als die mi­nis­ter­prä­si­den­ten. stoi­ber würz­te sei­ne rede mit ei­nem kräf­ti­gen und häu­fig ver­wen­de­ten „mei­ne da­men und her­ren“. er ist ja, äh, be­kannt, als ein freund der, äh, kla­ren, äh, wor­te, mei­ne da­men und her­ren. bei sei­ner rede schaff­te er es tat­säch­lich wei­tes­ge­hend auf äh und öh zu ver­zich­ten, er be­nutz­te statt des­sen ein­fach, „mei­ne da­men und her­ren“. pfif­fig. stoi­ber gab aber auch wie­der per­len von sich. über an­ge­la mer­kel sag­te er, „die men­schen schen­ken ihr nicht nur ver­trau­en, nein, sie ver­trau­en ihr auch.“ gut fand ich auch den satz: „schrö­der hat zu al­lem al­les ge­sagt — mei­ne da­men und her­ren — aber auch das ge­gen­teil.“ ja. nein. das wür­de ei­nem pro­fi wie ihm nicht pas­sie­ren. al­les zu sa­gen, aber auch das ge­gen­teil.

lus­tig, wie im kin­der­gar­ten, wur­de es auch, als stoi­ber ver­such­te hel­mut kohl und sei­ne po­li­tik vom schwar­zen pe­ter zu säu­bern. den ei­gent­lich sei schrö­der schuld dar­an, dass kohls wich­ti­ge und rich­ti­ge re­for­men ge­sch­ei­tert sei­en — er habe sie im bun­des­rat blo­ckiert und sa­bo­tiert. am schei­tern der re­gie­rung-kohl ist also der da­mals spd-do­mi­nier­te bun­des­rat schuld, am schei­tern der re­gie­rung-schrö­der ist nach stoi­ber­scher lo­gik der bun­des­rat un­be­tei­ligt und al­lein die schrö­der-re­gie­rung schuld. dass rot-grün tech­nik­feind­lich sei und kul­tu­rel­le selbst­ver­leum­dung be­trei­be und kein „na­tio­na­les wir-ge­fühl“ zu­las­se, der haupt­grund war­um es deutschh­land schlecht gehe also man­geln­de ge­sin­nung sei, ist wahr­schein­lich teil je­der stoi­ber-rede.

auch mer­kel hieb kräf­tig in die na­tio­nal­stolz-ker­be. das wich­tigs­te sei­en aus­ser­dem wer­te, des­halb müs­se „selbst­ver­ständ­lich“ über­all am re­li­gi­ons­un­te­richt fest­ge­hal­ten wer­den. auch an­net­te scha­van wur­de hef­tig ge­lobt. sie habe im „kopf­tuch­streit“ deut­lich ge­zeigt wie wer­te in ei­ner mo­der­nen ge­sell­schaft zu „set­zen“ sei­en. ehr­lich­keit und an­stand. mir wur­de das ir­gend­wann zu blöd, klapp­te mei­nen lap­top zu­sam­men, fo­to­gra­fier­te noch ein biss­chen im saal rum und en­ter­te dann das hal­be-bröt­chen buf­fet im pres­se­zen­trum. das bier war ja, wie er­wähnt, nicht zu ge­nies­sen.

nach dem par­tei­tag, als ich im nh ho­tel end­lich ein biss­chen wlan ge­fun­den hat­te (10 euro), fand noch ein klei­nes mini-blog­ger tref­fen statt, als ich mich mit dirk hes­se traf. lei­der konn­ten wir uns nur ca. 30 mi­nu­ten un­ter­hal­ten, war trotz­dem nett. aus­ser­dem habe ich ge­se­hen, dass mir 3 spen­den zu­ge­kom­men sind, vie­len dank da­für, ich habe da­von die 3 bier für mich und dirk be­zahlt.

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