vom linksparteitag: lafontaine und ungerechtigkeiten (teil 4)

(ursprünglich im „wahlblog“ veröffentlicht)
jetzt ist mittagspause. sehr witzig fand ich die ankündigung ebendieser: „wir nähren uns in zwei minuten der mittagspause.“ wow. hier herrscht noch ordnung. und ich kann jetzt endlich mal in ruhe, ohne ständiges gequatsche schreiben.
ich habe in der zeit in der ich hier rumsass, mehrfach oskar lafontaine beobachtet. ein hobby von vielen anwesenden journalisten, die ihn auch in rudeln aufsuchten um ihn zu filmen oder fotografieren. kein wunder, denn herr lafontaine sticht aus der menge auf der bühne heraus (jetzt kommt mein lieblingssatz):
oskar lafontaine ist sehr braun. tiefbraun. wie jeder weiss, war er in mallorca. der aufenthalt dort hat sich definitiv gelohnt, einerseits weil er jetzt hier auf dem parteitag so toll auffällt und andererseits, weil jetzt die presse soviel über ihn schreibt. bodo ramelow findet es übrigens ok, dass oskar lafontaine „vermögen“ habe. ja, er solle sein „vermögen“ auch geniessen, keiner könne etwas dagegen haben — solange er dafür vermögenssteuer zahle. auch engels hätte vermögen gehabt, auch marx habe vergnügen gekannt. beeindruckende rhetorik, mit der ein für allemal die luxusallüren von oskar „toskana“ lafontaine vom tisch gewischt sind. generalabsolution vom parteistrategen für lafontaine.
leider habe ich vergessen wer es gesagt hat, aber ein redner beklagte bitterlich, dass es für arme in deutschland keinen datenschutz gäbe. arbeitslose müssten auf ihren anträgen für ALG2 teilweise äusserst private und intime angaben machen. ein millionär müsste das nicht machen, das sei zutiefst ungerecht. überhaupt, ganz deutschland sei zutiefst ungerecht. bei dieser rhetorik bin ich mir immer nicht ganz sicher was eigentlich gemeint ist. die anprangerung der verhältnisse um zustimmung und stimmen zu erheischen, eine polarisierung zwischen arm und reich? was wird eigemntlich gefordert? die abschaffung der harz IV fragebögen oder die ausweitung der fragenkataloge auch auf millionäre.
na gut, ich bin ungerecht. die anwort ist klar. alles abschaffen, arbeitslosengeld zwei, harz vier, schröder und „seine“ arbeitslosigkeit. gerechtigkeit für alle, vermögenssteuer für millionäre. fertig. die forderungen der deligierten zergehen einem alle wie sahne auf der zunge, aber beim runterschlucken merkt man, dass sie nicht durch die speiseröhre passen. quasi.