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jcvd ge­flat­tert

felix schwenzel

nach­dem die bei­fah­re­rin heu­te in mei­nen links das jean-clau­de-van-dam­me-LKW-wer­be­film­chen ge­se­hen hat, hat sie den wi­ki­pe­dia-ein­trag von jean clau­de van dam­me ge­le­sen und dem rest der fa­mi­lie münd­lich zu­sam­men­ge­fasst. ich hab den wi­ki­pe­dia-ein­trag dann auch kom­plett ge­le­sen. dort wird der van-dam­me-film jcvd (trai­ler) in al­len mög­li­chen tö­nen ge­lobt:

2008 er­schien der Film JCVD, mit wel­chem Van Dam­me, zu­min­dest in ei­ni­gen Län­dern, wie­der den Sprung in die Ki­nos schaff­te. In die­ser Tra­gi­ko­mö­die spielt er sich selbst als ge­al­ter­ten und des­il­lu­sio­nier­ten Ac­tion­star mit vie­len Pro­ble­men. Kri­ti­ker lob­ten die­sen Film, die kri­ti­sche Selbst­re­fle­xi­on und die schau­spie­le­ri­sche Leis­tung Van Dam­mes und ei­ni­ge se­hen dar­in sei­nen bis­lang bes­ten Film.

die bei­fah­re­rin und ich ha­ben uns dann ent­schie­den, den film heu­te abend an­zu­se­hen. im deut­schen itu­nes-store kann man den film kau­fen (€5,99) und lei­hen (€2,99). aber dort ist er le­dig­lich deutsch syn­chro­ni­siert zu ha­ben. im us-ame­ri­ka­ni­schen itu­nes-store ist der film für $9,99 zu kau­fen, aber nicht zu lei­hen. lo­gisch und nach­voll­zieh­bar ist das nicht. war­um be­kommt man es im deut­schen itu­nes-store nicht hin, min­des­tens den lie­fer­um­fang ei­ner pi­se­li­gen DVD ab­zu­lie­fern?

ich fin­de das ja wirk­lich gross­ar­tig, nicht mehr zwei­mal zur DVDhek lau­fen zu müs­sen, ein­mal um den film aus­zu­lei­hen, wenn er über­haupt vor­rä­tig ist, und um ihn da­nach wie­der ab­zu­ge­ben. den film ein­fach per knopf­druck per ap­ple-tv auf un­se­ren schlaf­zim­mer fern­se­her zu bea­men ist schon gran­di­os. aber dass ich mich für eine nicht von syn­chron­spre­chern ver­hunz­te ver­si­on im­mer noch in den ame­ri­ka­ni­schen itu­nes-store schlei­chen muss, ist är­ger­lich.

was ich aber ei­gent­lich sa­gen woll­te: ich habe jean clau­de van dam­me heu­te über den ame­ri­ka­ni­schen itu­nes-store mit un­ge­fähr 7 euro 50 ge­flat­tert. fühlt sich gut an. jetzt muss nur noch der film nicht scheis­se sein.


[nach­trag 23:00 uhr]
ei­gen­ar­ti­ger film, der mir rea­li­tät und fik­ti­on et­was zu kon­fus ver­mischt. aus­ser­dem lag über dem film ein 30er-jah­re-se­pia-fil­ter und ein 90er-jah­re-mtv-wa­ckel­ef­fekt, der den kon­sum des films et­was er­schwer­te. jean clau­de van dam­me ge­bührt aber re­spekt wie scho­nungs­los am bo­den er sich und sein le­ben dar­stellt. weil fik­ti­on und rea­li­tät aber so kru­de ver­mischt sind, weiss ich nach dem film nicht, was der film mir mit auf den wei­te­ren weg ge­ben will: ei­nen jean clau­de van dam­me, der sein le­ben und sein kar­rie­re scho­nungs­los of­fen dar­stellt, oder ei­nen, der sein le­ben kal­ku­liert in­sze­niert und sich über die dep­pen amü­siert, die den film als ka­thar­si­sche bi­lanz sei­nes le­bens ver­ste­hen.

wenn man aber kei­ne angst hat sich zum dep­pen zu ma­chen, ist der film gar nicht mal so schlecht. und egal wie man den film ver­ste­hen will, van dam­me ist kein schlech­ter schau­spie­ler. oder ge­nau­er, kein schlech­ter van dam­me dar­stel­ler — so wie die ganz gros­sen hol­ly­wood-schau­spie­ler fast aus­nahm­los gute hol­ly­wood-schau­spie­ler-dar­stel­ler sind. aus­ser viel­leicht dus­tin hoff­man, der im­mer eine art rain man dar­stellt.


lie­ber franz jo­sef wag­ner,

felix schwenzel

darf ich ih­nen er­klä­ren, war­um sie nie für eine an­de­re zei­tung als die bild zei­tung schrei­ben wer­den.

sie schrei­ben nie für eine an­de­re zei­tung, weil wir zur schu­le ge­gan­gen sind. bil­dung hat uns vom blin­den ver­trau­en in ob­rig­keit be­freit.

ja, viel­leicht sind sie der gos­sen-goe­the des bou­le­vards, der ham­pel­mann von diek­mann und döpf­ner.

aber ich lie­be dif­fe­ren­zie­rung.

die zwi­schen­tö­ne.

die so­pra­nos.

mel gib­son in flet­chers vi­sio­nen. gene hack­man in ab­so­lu­te power.

ich ent­schei­de mich im­mer für das ge­naue hin­se­hen. wahr­heit ist im­mer ein kom­pro­miss.

zwei­fel ist mir lie­ber als glau­ben. men­schen, die glau­ben im be­sitz der wahr­heit zu sein, ma­chen die welt zur höl­le.

wie schön wäre es, wenn der ko­lum­nist die zwei­fel die ihn pla­gen, nicht mehr hin­ter ei­ner mau­er aus ideo­lo­gie und un­ter­tä­nig­keit ver­ste­cken müss­te. dann könn­te er auch für an­de­re schrei­ben.

herz­lichst,

ihr
fe­lix schwen­zel

jetzt kön­nen Sie fe­lix schwen­zel auch eine e-mail schrei­ben: ix@wir­res.net
p.s.: sind sie bei face­book? wer­den sie fan von fe­lix schwen­zel!


sie­he auch franz jo­sef wag­ners brief an ed­ward snow­den.


auf­re­gen → re­kla­mie­ren

felix schwenzel


part­ner

felix schwenzel

da ich teil­neh­mer am ama­zon af­fi­lia­te-pro­gramm bin, be­kom­me ich hin und wie­der post von ama­zon, in der ich auf part­ner­netz-ak­tio­nen hin­ge­wei­sen wer­de. vor ei­ner wei­le be­kam ich eine mail, in der mir eine re­la­tiv gute ver­gü­tung für part­ner­links zu neu­en kind­le-mo­del­len an­ge­bo­ten wur­de. ama­zon part­ner­links funk­tio­nie­ren, so­weit ich das ver­stan­den habe, wie folgt: man linkt auf ein pro­dukt bei ama­zon.de und hängt sei­ne part­ner-id an den link. ama­zon ge­ne­riert ei­nem, wenn man möch­te, auch sol­che links, da­mit man hin­ter­her ge­nau aus­wer­ten kann, wel­che „kam­pa­gnen“ oder wel­che links die meis­ten ver­käu­fe ge­ne­riert ha­ben.

die­se links ge­ne­rie­ren ein­nah­men, wenn sie je­mand klickt und auf ama­zon.de et­was kauft. das funk­tio­niert 24 stun­den lang oder so­lan­ge, bis der­je­ni­ge der den wer­be­link ge­klickt hat, ei­nen an­de­ren wer­be­link mit ama­zon-part­ner-id ge­klickt hat. dann be­kommt der zu­letzt ge­klick­te part­ner die ein­nah­men. der letz­te link, oder wie der pro­fi das sagt, der letz­te coo­kie, zählt. wich­tig ist: für den käu­fer ist der ar­ti­kel gleich teu­er — egal ob über ei­nen part­ner­link ge­kauft wird oder ob man ein­fach so auf die ama­zon-sei­te geht. ama­zon knappst die wer­be­prä­mie, die bei un­ge­fähr 5 pro­zent liegt (va­riert je nach pro­dukt oder um­satz den man ge­ne­riert), vom eig­nen um­satz ab.

ich habe frü­her hin und wie­der sol­che ei­nen part­ner­links in blog­ar­ti­keln be­nutzt, nur war mir das ir­gend­wann zu doof, links in blog­ar­ti­keln zu ha­ben, die ei­nen vor- oder nach­ge­stell­ten [wer­be­link]-hin­weis ha­ben. vor zwei mo­na­ten habe ich das zum ers­ten mal seit jah­ren wie­der ge­macht, weil ich mir dach­te, dass das pro­dukt über ich schrei­be von vie­len leu­ten ge­sucht wer­den wird und so ei­ni­ge be­su­cher von goog­le an­spü­len wird. mei­ne rech­nung ging auf, seit zwei mo­na­ten kli­cken und kau­fen re­gel­mäs­sig leu­te sa­chen über den ama­zon-link in dem ar­ti­kel. zu­letzt wur­de über die­sen link so­gar ein blau­er, im dun­keln leuch­ten­der und bat­te­rei­ebe­trie­be­ner butt-plug ge­kauft.

nach­dem ich die mach-doch-mal-wer­bung-für-den-kind­le-mail von ama­zon be­kom­men habe, sah ich in mei­nen time­lines auf twit­ter und face­book plötz­lich lau­ter wer­be­trei­ben­de. an vor­ders­ter front — na­tür­lich — nico lum­ma, gleich mit zwei re­kla­met­weets (eins und zwei):

der ein­fa­che Kind­le für €25 - ein pri­ma Schnäpp­chen! ama­zon.de/gp/pro­duct/B00…

Nico Lum­ma (@Nico15.10.2013 14:46

kon­stan­tin wink­ler, der als mo­de­ra­tor bei @SPORT1fm und so­cial me­dia ma­na­ger ar­bei­tet war auf sei­nem „pri­va­ten ac­count“ auch fleis­sig (eins und zwei), nilz hit­ze, dirk ol­bertz, jens blond, alle war­ben für den kind­le ohne ei­nen hin­weis, dass ihre tweets wer­bung sind und sie bei ei­nem kauf eine fi­nan­zi­el­le ver­gü­tung be­kom­men wür­den. dass es auch an­ders geht zeig­te mar­kus an­ger­mei­er (@kos­mar):

son’ nor­ma­les kind­le kos­tet jetzt ja schon we­ni­ger als ein teu­res buch link.to.it/1cr11cz #an­zei­ge

Mar­kus An­ger­mei­er (@kos­mar08.10.2013 13:48

auch auf sei­ner web­sei­te weist mar­kus an­ger­mei­er dar­auf hin, dass er an af­fi­lia­te pro­gram­men teil­nimmt:

Ei­ni­ge Links füh­ren zu Ama­zon, iTu­nes oder an­de­ren Händ­lern oder Dienst­leis­tern. Da­bei han­delt es sich zum Teil um so­ge­nann­te Af­fi­lia­te-Links. Dies be­deu­tet, dass mir ein ge­rin­ger Teil Ih­res even­tu­el­len Ein­kaufs­wer­tes als Pro­vi­si­on gut­ge­schrie­ben wird. Ich er­fah­re da­bei auch teil­wei­se wel­che Ar­ti­kel ge­kauft wur­den, je­doch nicht von wem.

das macht al­ler­dings auch nico lum­ma, so­wohl in sei­nem im­pres­sum als auch mit ei­nem wid­get von sei­nem af­fi­lia­te-dienst­leis­ter yieldkit, dass eine of­fen­le­gungs­sei­te für sei­ne pro­gramm-teil­neh­men be­reit­stellt.

na und?
wenn mir leu­te de­nen ich auf twit­ter oder face­book fol­ge oder die ich per­sön­lich ken­ne wer­bung vor den latz knal­len, ohne dazu zu sa­gen, dass sie wer­bung be­trei­ben dann fühl ich mich ver­arscht. das reicht dann manch­mal schon, um ei­nen blog­ar­ti­kel zu schrei­ben.


be­vor ich die­sen ar­ti­kel schrieb, habe ich auf face­book ge­fragt, war­um man­che blog­ger oder twit­te­rer hin und wie­der ama­zon-links mit ih­rer part­ner-id ver­öf­fent­li­chen, ohne die­se als wer­bung zu kenn­zeich­nen. der grund­te­nor der ant­wor­ten war, wie ich ver­mu­tet habe, vor al­lem faul­heit: „och, zu um­ständ­lich“ oder „stimmt, die zu kenn­zeich­nen wäre bes­ser“. jörg kan­tel hat mei­ne fra­ge gleich zum an­lass ge­nom­men das für künf­ti­ge links zu än­dern. vie­le wie­sen dar­auf hin dass sie in der re­gel kenn­zeich­nen und anne schüß­ler schrieb: „Manch­mal kenn­zeich­ne ich, manch­mal nicht. Wenn nicht, dann aus rei­ner Faul­heit […].“ eine „nicht blog­gen­de Ama­zon­kun­din“ gab zu, dass sie den funk­ti­ons­me­cha­nis­mus gar nicht kennt und nicht wuss­te, dass, wenn man bei­spiels­wei­se ei­nen buch­link zu ama­zon ge­langt, auch an­de­re ein­käu­fe bei ama­zon (auch von dritt­an­bie­tern) dem ur­sprüng­li­chen part­ner zu­gu­te kom­men.

ei­ni­gen war die kenn­zeich­nung die­ser wer­be­links schnup­pe, weil sie den ama­zon­kun­den ja nichts kos­ten wür­den oder weil das doch eh je­der wis­se, dass vie­le blog­ger sol­che links ver­wen­den um ein klei­nes zu­brot zu ver­die­nen. oder ma­rio six­tus, der schrieb:

Wenn ein Blog­ger sei­nen Le­sern ein Buch emp­fiehlt oder Mu­sik, oder ein tech­ni­sches Schnick­schnack-Dings, dann gehe ich da­von aus, dass er das tut, weil er die­ses Buch, Mu­sik, Schnick­schnack toll fin­det. Wenn er dann auf Ama­zon linkt, wo ich das Dings be­stel­len kann, dann ist es mir egal, ob der Blog­ger dar­an et­was ver­dient oder nicht.

das funk­tio­niert si­cher­lich bei vie­len blogs die man im lau­fe der zeit ken­nen­ge­lernt hat und zu de­ren au­toren man ein ge­wis­ses ver­trau­en auf­ge­baut hat. so bin ich mir bei­spiels­wei­se sehr, sehr si­cher, dass anke grö­ner wirk­lich nur bü­cher ver­linkt und emp­fiehlt, die sie toll fin­det (anke grö­ner be­nutzt manch­mal eine part­ner-id, kenn­zeich­net die­se aber nicht ge­son­dert), ge­nau wie isa­bel bog­dan (linkt zu ama­zon, aber so­weit ich sehe ohne part­ner-id). ma­xi­mi­li­an bud­den­bohm kenn­zeich­net sei­ne ama­zon-part­ner-links nicht, ver­linkt aber eh nur sei­ne ei­ge­nen bü­cher in der sei­ten­leis­te und be­nutzt die part­ner-id „nicht mehr“ in ar­ti­keln. sei­ne ei­ge­nen bü­cher ver­linkt auch thi­lo baum, der mir erst­mals wäh­rend ei­ner wort­mel­dung auf der re­pu­bli­ca auf­fiel, in der er dar­auf hin­wies wie wich­tig es für blog­ger sei, sich an die vor­schrif­ten des te­le­me­di­en­ge­set­zes zu hal­ten. auf eine kenn­zeich­nung von ama­zon-part­ner­links als wer­bung ver­zich­tet er aber aus nicht er­sicht­li­chen grün­den. viel­leicht steht dazu nichts im te­le­me­di­en­ge­setz. chris­toph koch passt bü­cher-links in den gast­bei­trä­gen der „mein me­di­en-menü“-ka­te­go­rie an, da­mit sie sei­ne ama­zon part­ner-id tra­gen. die links selbst kenn­zeich­net er nicht, aber in sei­nem im­pres­sum steht ein hin­weis auf die teil­nah­me am ama­zon part­ner-pro­gramm.

wit­zi­ger­wei­se ist ge­nau das eine der vorraus­set­zun­gen für die teil­nah­me am ama­zon-part­ner­pro­gram: ama­zon ver­langt von teil­neh­mern an sei­nem part­ner­pro­gramm, dass sie auf ih­rer web­sei­te „deut­lich les­bar“ fol­gen­des an­ge­ben „müs­sen“:

„[Bit­te fü­gen Sie hier Ih­ren Na­men ein] ist Teil­neh­mer des Part­ner­pro­gramms von Ama­zon EU, das zur Be­reit­stel­lung ei­nes Me­di­ums für Web­sites kon­zi­piert wur­de, mit­tels des­sen durch die Plat­zie­rung von Wer­be­an­zei­gen und Links zu [bit­te fü­gen Sie hier den zu­tref­fen­den Na­men der Web­site ein (Ama­zon.co.uk / Ja­va­ri.co.uk / Lo­cal.Ama­zon.co.uk / Ama­zon.de / Ja­va­ri.de / de.Buy­VIP.com / Ama­zon.fr / Ja­va­ri.fr / Ama­zon.it / it.Buy­VIP.com / Ama­zon.es / es.Buy­VIP.com )] Wer­be­kos­ten­er­stat­tung ver­dient wer­den kann.“

wie ge­sagt, ei­ni­ge teil­neh­mer an die­sem part­ner­pro­gramm ma­chen das.
moey­skit­chen.com, mo­bi­le­ge­eks.de, das upload-ma­ga­zin.de. man­che, wie spree­blick.de, netz­wer­tig.com, kenn­zeich­nen die links als wer­be- oder part­ner­links, ha­ben aber den hin­weis weg­ge­las­sen oder selbst for­mu­liert. tho­mas knü­wer legt auf go­to­rio zwar gros­sen wert dar­auf ex­tra dar­auf hin­zu­wei­sen, dass er und sei­ne ko­au­to­ren nicht käuf­lich sind („Rei­sen, Re­stau­rant­be­su­che, Shop­ping­tou­ren sind selbst be­zahlt - denn wir sind nicht käuf­lich.“), ver­zich­tet aber dar­auf, die fleis­sig ein­ge­setz­ten af­fi­lia­te-links als ein­nah­me­quel­le an­zu­ge­ben oder als wer­bung zu kenn­zeich­nen.

nicht ver­ges­sen soll­te man leu­te wie ca­schy, die zwar ein gut­ge­hen­des gad­get-blog ha­ben, aber voll­kom­men auf af­fi­lia­te-links ver­zich­ten (bei­spiel). [sie­he]

ein an­de­res pro­blem könn­te sein, dass pri­va­te blogs, die sol­che ama­zon-part­ner­links ver­wen­den als ge­werb­lich (und eben nicht mehr pri­vat) an­ge­se­hen wer­den müs­sen. ama­zon macht ge­nau das zur vor­aus­set­zung zur teil­nah­me am part­ner­pro­gramm:

Auf­grund von gel­ten­den Preis­vor­schrif­ten für Bü­cher dür­fen sich nur ge­werb­li­che Un­ter­neh­men an­mel­den, um für die deut­sche Ama­zon-Web­site zu wer­ben.


das mag jetzt al­les ziem­lich erb­sen­zäh­le­risch klin­gen, ist aber nicht so ge­meint. von mir aus kann je­der sei­ne twit­ter-ac­count oder sein blog mit wer­bung voll­knal­len wie er oder sie es will — aber ohne ei­nen hin­weis auf die na­tur der sa­che fühlt sich das dem le­ser (oder fol­lower oder face­book­freund) ge­gen­über ziem­lich re­spekt­los an. das for­mal­ju­ris­ti­sche, ob im im­pres­sum eine zau­ber­for­mel aus den ama­zon-part­ner­pro­gramm-teil­nah­me­be­din­gun­gen steht oder ob die da­ten­schutz­er­klä­rung ei­ner web­site der prü­fung ei­nes ju­ris­ten stand­hält ist mir herz­lich egal (mei­ne ei­ge­ne da­ten­schutz­er­klä­rung weist gros­se ju­ris­ti­sche lü­cken auf und die ama­zon part­ner­netz zau­ber­for­mel habe ich auch erst seit ei­ner wo­che im im­pres­sum). mir gehts eher um die hal­tung: was ich weiss, soll­te der le­ser auch wis­sen.

und ei­gent­lich ist das auch das ein­zi­ge was mich an feh­len­der kenn­zeich­nung von wer­bung stört: die man­geln­de trans­pa­renz, oder ge­nau­er, dass die mög­lich­keit be­steht, das weg­las­sen ei­ner nicht ganz un­re­le­van­ten in­for­ma­ti­on po­ten­zi­ell als ver­such­te täu­schung miss­ver­stan­den wer­den kann.

kurz ge­sagt: war­um soll­te ich als blog­ger et­was tun, das mög­li­cher­wei­se das ver­trau­en mei­ner le­ser in mich zer­stört oder trübt? ehr­lich­ge­sagt bin ich da auch et­was über­emp­find­lich, ich re­agie­re so­gar auf april­scher­ze emp­find­lich, weil ich es grund­sätz­lich nicht so irre lus­tig fin­de, an­de­re zu täu­schen oder zu be­lü­gen. aber das ist ein an­de­res the­ma.


mar­kus bert­ling hat ei­nen ziem­lich ele­gan­ten weg for­mu­liert, wie man ama­zon af­fi­lia­te links per CSS ziem­lich ein­fach und au­to­ma­tisch kenn­zeich­nen kann (von mir et­was ver­ein­facht):


tweet von @ar­to­nal­ine

felix schwenzel


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„blog­ger pri­vat“

felix schwenzel

eben, nach un­ge­fähr 6 jah­ren, war ix mal wie­der in ei­ner sen­dung von ra­dio track­back. „blog­ger pri­vat¹“, nen­nen die die ru­brik. in dem mo­ment in dem te­re­sa si­ckert mich an­rief, fing die wasch­ma­schi­ne an zu schleu­dern, kei­ne ah­nung was das zu be­deu­ten hat. frü­her, wenn mich ra­dio-leu­te an­ru­fen woll­ten, bin ich im­mer raus auf die stras­se ge­gan­gen, weil ich ers­tens kein fest­netz hat­te, zwei­tens schlech­ten mo­bil-emp­fang in der woh­nung (o₂) und drit­tens sehr viel echo in der woh­nung hat­te. jetzt hab ich fest­netz und ne wasch­ma­schi­ne.

hier das pro­to­koll der sen­dung, an das, so­weit ich weiss, spä­ter die sen­dung als pod­cast an­ge­hängt wird hier der pod­cast.

emp­foh­len für die nächs­te sen­dung habe ich üb­ri­gens smil­la dan­kert. und die klas­si­ke­rin anke grö­ner auch, weil te­re­sa si­ckert auch noch ei­nen zwei­ten vor­schlag woll­te. wenn ich noch ei­nen drit­ten blog­ger emp­feh­len hät­te sol­len, wärs der kiez­neu­ro­ti­ker ge­wor­den.


1) WTF?


hu­bert job­atey huf­fing­ton

felix schwenzel

ich bin mal ge­spannt, wel­cher blog­ger als ers­tes leis­tungs­schutz­rech­te ge­gen hu­bert job­ateys huf­fing­ton-post gel­ten ma­chen wird. ich fän­de das, ob­wohl ich eine schwe­re jura-all­er­gie habe, sehr amü­sant. mög­lich müss­te das ja sein, wenn ver­le­ger jetzt so­gar für satz­fet­zen ih­rer kri­ti­ker auf buch­rü­cken schutz­geld er­pres­sen¹ wol­len.


als ich das schrieb, fiel mir ein, hat cher­no job­atey ei­gent­lich noch­mal was in die huf­fing­ton post ge­schrie­ben? hat er, schon das zwei­te stück.

über der au­toren­sei­te von cher­no job­atey steht:

Be­gann bei der taz. Ge­sel­len­zeit beim Früh­stücks­fern­se­hen (20 Jah­re). Schreibt für vie­le Pu­bli­ka­tio­nen von Wirt­schafts­wo­che bis Zeit.

schreibt für die zeit? laut zeit-ar­chiv stimmt das:

müss­te das aber nicht kor­rek­ter heis­sen: … schrob für die zeit?


als ich cher­no job­ateys ar­ti­kel von heu­te 14:34 uhr (!) las, frag­te ich mich: was kann der mann ei­gent­lich, aus­ser flos­kel­reich zu plau­dern?


(die­ser art­kel war mal ein face­book-sta­tus)


1) den text hin­ter dem link re­la­ti­viert, bzw. dif­fe­ren­ziert wolf­gang mi­ch­al auf car­ta


20 din­ge die isa­bel bog­dan heu­te mal nicht über sich ge­schrie­ben hat

felix schwenzel

  1. Ich wur­de mal als „Ar­tist in Re­si­dence“ an die Uni­ver­si­tät Nan­jing ein­ge­la­den
  2. Ich bin auf der Buch­mes­se drei­mal Bas­ti­an Sick über den Weg ge­lau­fen
  3. Ich stand mal in ei­ner Run­de mit Det­lev Buck, Mo­ritz Rin­ke, Da­vid Wag­ner, Da­ni­el Kehl­mann und Tho­mas Gla­vi­nic
  4. Ich bin für die ver­pflich­ten­de Ein­füh­rung von Na­mens­schild­chen
  5. Ich kau­fe lo­kal, bio und fair
  6. Ich war mal Mo­del
  7. Ich hab vom Carlsen-Ver­lag mal ganz vie­le Bü­cher ge­schenkt be­kom­men
  8. Ich habe mal ein In­ter­view mit Eli­sa­beth Rank ge­führt
  9. Ich bin mal um die Als­ter ge­lau­fen
  10. Ich habe be­kann­ter­ma­ßen das schlech­tes­te Ge­dächt­nis der Welt
  11. Als ich in die Schu­le kam, konn­te ich be­reits le­sen
  12. Ich war nie Fan ir­gend­wel­cher un­er­reich­ba­rer Stars
  13. Manch­mal wür­de ich gern die Fi­gu­ren aus Bü­chern ken­nen­ler­nen, bei­spiels­wei­se die Män­ner aus Wil­helm Gen­a­zi­nos Ro­ma­nen, oder Ali­na Bron­skys ta­ta­ri­sche Groß­mutter
  14. Ich war mal beim Folk­fes­ti­val in Stone­ha­ven
  15. Ein Buch von mir war mal nach ei­nem Jahr in der ers­ten Auf­la­ge aus­ver­kauft
  16. Ich habe mal Or­kas ge­se­hen. Or­kas! Ein­fach so! Am Strand bei St. Cy­rus!
  17. Mein Mann ist Leh­rer
  18. Ich bin eine Ba­naus­in, meist ver­ste­he ich Kunst ein­fach nicht
  19. Ich war mal auf ei­ner TEDx-Kon­fe­renz Blog­ge­rin vom Dienst
  20. Das Rhön­rad ist mein Mar­ken­zei­chen

das hat isa­bel­le bog­dan zwar al­les ge­schrie­ben, aber eben nicht in eine lis­te. sie hat sich statt­des­sen ent­schie­den, die ei­tel­keit, das selbst­dar­stel­ler­tum und die ICHig­keit sol­cher lis­ten iro­nisch und schlecht­ge­launt mit ei­ner to­tal un­eit­len lis­te auf­zu­bre­chen.

mir scheint das so­wie­so ein neu­er trend in mei­nen fil­ter­bla­sen zu sein, wenn man den kom­men­tar­spal­ten glau­ben schen­ken darf: sehr vie­le le­ser füh­len sich von schlecht ge­laun­ten und mie­se­pe­tri­gen tex­ten glän­zend un­ter­hal­ten. zum bei­spiel in­grid, die „die ten­den­zi­ell pein­li­che Selbst­aus­kunfte­rei“ in lis­ten von isa „ad­äquat und un­ter­halt­sam“ kom­men­tiert sieht.

ab­ge­se­hen da­von habe ich heu­te ge­lernt, un­ter jede mie­se­pe­te­rei fol­gen­des zu schrei­ben: das ist sonst gar nicht mei­ne art.


trep­pen­haus im mar­tin gro­pi­us bau

felix schwenzel


20 fak­ten über mich

felix schwenzel

mich hat zwar kei­ner ge­fragt (und ich fra­ge auch nie­man­den, die­ses stöck­chen auf­zu­he­ben), aber ich dach­te mir, ich könn­te auch mal zwan­zig fak­ten über mich auf­schrei­ben, so wie das das nuf, die kalt­mam­sell, anne schüss­ler und jo­han­nes mi­rus (und vie­le an­de­re) ge­tan ha­ben. und weil nico lum­ma mich auch was ge­fragt hat, kann ich viel­leicht gleich zwei flie­gen er­schla­gen.

  1. ich habe am 24. de­zem­ber in las ve­gas ge­hei­ra­tet. das jahr kann ich mir nicht mer­ken, aber auf der in­nen­sei­te des rings steht 2008. von jetzt ab kann ich goog­len, wann ich ge­hei­ra­tet habe.
  2. ich habe als kind von ei­ner ge­hei­men ko­man­do­zen­tra­le ge­träumt. ob­wohl es in der kom­man­do­zen­tra­le mei­ner vor­stel­lung na­tür­lich mo­ni­to­re und un­zäh­li­ge schal­ter gab, ging es mir da­bei, glau­be ich, we­ni­ger um kon­trol­le als dar­um das sie nie­mand aus­ser mir ken­nen wür­de und be­tre­ten könn­te.
  3. mein lieb­lings­su­per­held ist phan­to­mi­as.
  4. als kind woll­te ich mein le­ben so weit wie mög­lich au­to­ma­ti­sie­ren und fern­steu­er­bar ma­chen. mir fiel schon als kind auf, dass ich gros­se mühe und viel zeit dar­auf ver­wen­de um zeit und mühe zu spa­ren. so habe ich in mei­nem kin­der­zim­mer auf­wän­di­ge kon­struk­tio­nen aus ha­ken, sei­len und ra­dier­gum­mis ge­baut, mit de­nen ich per zug­seil den licht­schal­ter aus­schla­gen konn­te.
  5. ich schla­fe bei for­mel-eins-ren­nen im­mer ein und lie­be es. also das ein­schla­fen und die ge­räu­sche die so ein ren­nen macht. die for­mel eins selbst fin­de ich seit ei­ni­gen jah­ren un­fass­bar lang­wei­lig.
  6. ich sehe aus wie mein va­ter, nur un­ra­siert und un­fri­siert.
  7. ich wäre theo­re­tisch ger­ne as­tro­naut ge­wor­den. prak­tisch, also als ich er­fah­ren habe, was das be­deu­tet, nicht.
  8. ich habe mei­ne plä­ne psy­cho­lo­gie zu stu­die­ren auf­ge­ge­ben, als ich er­fah­ren habe, dass die ar­beits­plät­ze für psy­cho­lo­gen zum gros­sen teil von kirch­li­chen trä­gern an­ge­bo­ten wer­den.
  9. ich tra­ge seit mei­nem 16. le­bens­jahr kei­ne arm­band­uhr mehr. ei­ner­seits weil ich mei­ne da­mals heiss­ge­lieb­te swatch ver­lo­ren habe und an­de­rer­seits weil ich fand, dass arm­band­uh­ren doof aus­sa­hen.
  10. mein ers­tes mal im in­ter­net, auf mei­nem ei­ge­nen com­pu­ter (da­mals ein per­for­ma 630 per­for­ma 6300), war mit dem net­scape na­vi­ga­tor 1.0. viel­leicht aber auch mit NCSA mo­saic. ist ewig her. auf mei­ner ers­ten home­page die ich kurz dar­auf hat­te (so ge­gen 1995), habe ich „unüt­ze links“ ei­nes ge­wis­sen fefe ver­linkt.
  11. den ers­ten aha-mo­ment im in­ter­net habe ich ge­habt, als ich zum ers­ten mal über die ko­man­do­zei­le in ei­nen irc-chat ge­gan­gen bin und mein com­pu­ter mir kurz dar­auf fol­gen­des an­zeig­te: „Hal­lo Fe­lix“. da habe ich be­merkt, dass man mit die­sem in­ter­net mehr aus ei­nem com­pu­ter raus­be­kommt, als man rein­steckt. bis da­hin kam aus ei­nem com­pu­ter näm­lich nur das her­aus, was ich per tas­ta­tur oder dis­ket­te oder CD rein­ge­tan habe.
  12. ich war noch nie auf ei­nem bar­camp.
  13. ich lese auch im ur­laub, oder wenn ich krank bin, be­ruf­li­che emails. ich lese über­haupt ziem­lich viel, aber (lei­der) sehr we­ni­ge bü­cher.
  14. ich konn­te als kind ge­sich­ter in tür­be­schlä­gen se­hen. das hat mir nicht we­ni­ge alp­träu­me be­schert. für eine wei­le war ich der fes­ten über­zeu­gung, dass sich in un­se­rer woh­nungs­tür ein auf­zug in den kel­ler be­fin­det. zu­min­dest nachts.
  15. mir ist es egal, wenn an­de­re mich nicht ver­ste­hen, aber ich rege mich furcht­bar auf, wenn ich falsch ver­stan­den wer­de.
  16. ich hal­te ins netz ge­schrie­be­nes für plas­ti­scher als auf pa­pier ge­schrie­be­nes.
  17. ich habe eine all­er­gie ge­gen per­fek­ti­on. mein ge­sel­len­stück fand ich bei­spiels­wei­se ziem­lich gut, wuss­te aber auch, dass ich die tisch­ober­flä­che per­fekt und sehr in­ten­siv fein­schlei­fen müss­te, da­mit mei­ne prü­fer das auch fan­den. ich habe vor der ab­ga­be auf ge­nau die­sen fein­schliff ver­zich­tet, weil ich glaub­te, dass das ge­sel­len­stück auch ohne den fein­schliff mehr als gut ge­nug war. mitt­ler­wei­le weiss ich, dass das mehr trotz als faul­heit war und lei­der konn­te ich die­sen trotz ge­gen per­fek­ti­on bis heu­te nicht ab­le­gen. das merkt man an je­dem text den ich ver­fas­se.
  18. ich tan­ze nicht ger­ne und kann mit der meis­ten mu­sik nicht viel an­fan­gen. ich habe mir bei­spiels­wei­se auf an­re­gung von ben­ja­min kürz­lich ama­de­us an­ge­se­hen (ein euro fünz­ig leih­ge­bühr im ame­ri­ka­ni­schen itu­nes store) und fand den film ganz be­zau­bernd. aber die mu­sik fand ich fast aus­nahms­los gräss­lich.
  19. ich has­se pa­thos. bis auf manch­mal.
  20. ich mag iOS 7.
  21. ich habe fast im­mer recht (sie­he).

ein paar fra­gen von nico lum­ma sind jetzt un­be­ant­wor­tet ge­blie­ben. das liegt un­ter an­de­rem dar­an, dass ich auf man­che fra­gen kei­ne ant­wor­ten habe. ich weiss nicht, wel­chen vor­teil po­li­ti­ker ha­ben, die so­cial me­dia be­nut­zen — oder ob sie ei­nen vor­teil ha­ben. ich weiss auch nicht, ob ich ein ein­zel­nes lieb­lings­blog be­nen­nen könn­te. die die ich gut fin­de, habe ich auf­ge­lis­tet — wahr­schein­lich feh­len da auch noch ein paar. ich weiss auch nicht, wer drin­gend mit dem blog­gen an­fan­gen soll­te, aus­ser die, die et­was zu sa­gen ha­ben. aber die mer­ken es meis­ten ir­gend­wann selbst. wie zum bei­spiel wla­di­mir ka­mi­ner. tweets schrei­be ich im­mer vor, be­vor ich sie ab­schi­cke. manch­mal las­se ich sie auch noch ein paar tage lie­gen. und die gren­zen der trans­pa­renz sind bei mir flies­send. kommt halt drauf an.


pa­ra­de­uni­form

felix schwenzel

fried­rich­stras­se ecke do­ro­theen­stras­se: an der ro­ten am­pel tou­ris­ten, pas­san­ten und ein sehr gross­ge­wach­se­ner po­li­zist in pa­ra­de­uni­form. von hin­ten sieht er ein biss­chen aus wie tom selleck in blue bloods. ei­nen schnurr­bart hat er auch, al­ler­dings grau me­liert, mit nach oben ge­zwir­bel­ten en­den. die ho­sen sind et­was hoch­wäss­rig, aber der an­zug ma­kel­los. vor­ne hängt ein mes­sing­far­be­nes na­mens­schild mit sei­nem nach­na­men, auf dem kopf trägt er eine der et­was al­ber­nen, blau­en schirm­müt­zen mit ame­ri­ka­ni­schem ein­schlag. ob­wohl der po­li­zist in sei­ne pa­ra­de­uni­form aus den war­ten­den an der am­pel her­aus­ragt wie ein mur­mel­tier mit schirm­müt­ze, wagt es auf der ge­gen­über­lie­gen­den sei­te je­mand bei rot die do­ro­theen­stras­se zu über­que­ren. der po­li­zist er­klärt dem mann, dass er bei rot über die am­pel ge­gan­gen sei und dass das ver­bo­ten sei, be­lässt es aber bei der er­mah­nung.

an der mit­tel­stras­se ist wie­der rot. ein mann ne­ben dem po­li­zis­ten will bei rot die men­schen­lee­re und au­to­lo­se stras­se über­que­ren. der po­li­zist in pa­ra­de­uni­form hält den mann an der schul­ter fest und zeigt mit dem zei­ge­fin­ger auf die rote am­pel.

zu­frie­den und mit fe­dern­dem schritt ver­schwin­det der pa­ra­de­po­li­zist kurz dar­auf im u-bahn­ein­gang der sta­ti­on fran­zö­si­sche stras­se. kei­ne poin­te.


ist mein te­le­fon loy­al?

felix schwenzel

auf dem weg nach­hau­se habe ich heu­te kurz dar­über nach­ge­dacht, war­um smart­phones smart sein sol­len. zu klug­heit ge­hört ja erst­mal wis­sen. mein smart­phone weiss ei­ni­ges über mich: alle mei­ne adres­sen, mei­ne ter­mi­ne, mei­nen auf­ent­halts­ort, mit wem ich te­le­fo­nie­re und schrei­be. na­tür­lich weiss mein te­le­fon das al­les nicht, son­dern es spei­chert die­se da­ten erst­mal nur. der pro­zess die­se in­for­ma­tio­nen zu ech­tem wis­sen um­wan­deln, steckt noch ziem­lich am an­fang. soft­ware- und te­le­fon­her­stel­ler ver­su­chen durch die ver­knüp­fung der da­ten die über mich vor­lie­gen mit an­de­ren da­ten­quel­len und da­hin­pro­gram­mier­ter lo­gik, in­tel­li­genz zu si­mu­lie­ren. so stellt goog­le now mut­mas­sun­gen dar­über an, wo ich hin möch­te oder was ich su­chen könn­te. ich kann mitt­ler­wei­le mei­nem te­le­fon auch ein­fach sa­gen, es sol­le mei­ne frau an­ru­fen oder mich nach hau­se di­ri­gie­ren.

so­weit ist das al­les na­tür­lich nichts neu­es. mir fiel aber auf, dass das pro­blem mit der da­ten­sam­mel­wut, also das sam­meln von in­for­ma­tio­nen über eine per­son, ei­gent­lich gar nicht so neu ist. im prin­zip gibt es die­se si­tua­ti­on schon vie­le hun­dert jah­re. ein but­ler muss zum bei­spiel, wenn er ein gu­ter but­ler sein will, so viel wie mög­lich über sei­nen chef wis­sen. vor al­lem soll­te er so viel pri­va­tes wie mög­lich wis­sen. auch ein gu­ter but­ler (oder as­sis­tent) soll­te mei­ne kon­tak­te, kor­re­spon­denz-me­ta­da­ten und ter­mi­ne ken­nen, je­der­zeit mei­nen auf­ent­halts­ort so ge­nau wie mög­lich be­stim­men kön­nen und so viel wie mög­lich über mei­ne vor­lie­ben und ab­nei­gun­gen wis­sen. die­se da­ten soll­te sich ein but­ler auch gut mer­ken kön­nen, da­mit ihm das al­les nicht je­den mor­gen neu er­klärt wer­den muss.

ein gu­ter but­ler geht also, von be­rufs we­gen, ei­ner ma­ni­schen da­ten­sam­mel­wut nach. aus­ser­dem bü­gelt und fal­tet er, wie ein gu­tes smart­phone, je­den mor­gen die zei­tung. die pro­ble­me, die wir heu­te (un­ter an­de­rem) mit smart­phones ha­ben sind also kei­nes­wegs neu. zum bei­spiel die fra­ge, wel­che da­ten sam­melt das ding über mich? ist mein smart­phone loy­al und ver­schwie­gen, bzw. schützt es die da­ten die es über mich sam­melt, oder tratscht es die bei je­der ge­le­gen­heit aus? die­se fra­gen ha­ben sich in den letz­ten jahr­hun­der­ten si­cher­lich auch schon un­zäh­li­ge ade­li­ge oder pri­vi­le­gier­te ge­stellt. und wir jetzt eben auch.

viel­leicht wäre das gar kei­ne schlech­te idee, die eine oder an­de­re ge­pflo­gen­heit oder tabu das sich im ver­hält­nis von pri­vi­le­gier­ten und ih­ren die­nern oder as­sis­ten­ten in den jahr­hun­der­ten her­aus­ge­bil­det hat, auch auf tech­nik an­zu­wen­den. viel­leicht soll­ten wir von ge­rä­ten, die uns die­nen oder das le­ben leich­ter ma­chen sol­len, nicht nur rei­bungs­lo­ses funk­tio­nie­ren und ein­fa­che be­dien­bar­keit er­war­ten, son­dern eben auch ver­schwie­gen­heit, dis­kre­ti­on und loya­li­tät?

wenn wir über die tech­nik, die wir der­zeit nut­zen, sei es in form von trag­ba­ren ge­rä­ten oder diens­ten, die auf ge­rä­ten drit­ter lau­fen und die uns über das netz ver­bun­den hel­fen un­ser le­ben zu or­ga­ni­sie­ren, in den ka­te­go­rien von loya­li­tät und auf­rich­tig­keit nach­den­ken, kom­men wir viel­elicht zu ganz neu­en schluss­fol­ge­run­gen oder nar­ra­ti­ven?

dann sind nach­läss­lich­kei­ten oder ko­ope­ra­tio­nen von gros­sen und klei­nen dienst­leis­tern mit po­li­zei und ge­heim­diens­ten viel­leicht eben kein abs­trak­ten da­ten­schutz­lü­cken mehr, son­dern em­pö­ren­de fäl­le von il­loya­li­tät und ver­trau­ens­brü­che.

an­de­rer­seits ist loya­li­tät auch ein teu­res gut. ein but­ler kos­tet in deutsch­land etwa €6000 im mo­nat. da nimmt man viel­leicht auch mal ei­nen für €60 im mo­nat, der sei­nen job ei­ni­ger­mas­sen er­füllt, aber da­für stän­dig nach hau­se te­le­fo­niert. aber muss loya­li­tät wirk­lich teu­er sein oder nur für pri­vi­le­gier­te er­reich­bar sein?



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huf­fing­ton pos­til­li­on

felix schwenzel


vi­sua­li­sie­rung hui, mu­sik pfui

felix schwenzel

auf spie­gel on­line ge­fun­den : eine be­ein­dru­ckend an­schau­li­che vi­sua­li­sie­rung des ge­plan­ten bau­fort­schritts der nächs­ten 13 jah­re der ba­si­li­ka sagra­da famí­lia von an­to­ni gau­dí in bar­ce­lo­na.

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ich fra­ge mich al­ler­dings wie das pas­sie­ren kann, dass ein ver­ein der ei­nen sol­chen auf­wand in die pro­duk­ti­on ei­ner vi­sua­li­sie­rung steckt, nur 3 euro fünf­zig für die mu­si­ka­li­sche un­ter­ma­lung die­ser vi­sua­li­sie­rung üb­rig hat. die mu­sik, mit der das vi­deo un­ter­legt ist, ken­ne ich (glau­be ich) aus fünf­zig an­de­ren wer­be­clips. aber wenn man das vi­deo stumm­ge­schal­tet an­sieht, dann geht’s.


wer­bung mit oh­ne wer­bung

felix schwenzel

su­per­le­vel lässt sich künf­tig von vice ver­mark­ten (die auch nerd­core.de ver­mark­ten). fabu scherzt über sei­ne au­toren:

Die wer­te Au­toren­schaft leis­tet her­vor­ra­gen­de Ar­beit und hat sich noch nie dar­über be­schwert, le­dig­lich mit Gum­mi­bär­chen, Ra­batt­mar­ken und se­xu­el­len Ge­fäl­lig­kei­ten ent­lohnt zu wer­den.

bis­her war su­per­le­vel, wie ich, auch bei stilan­zei­gen. jetzt eben stil­lo­se wer­bung. aber:

Zahl­rei­che Men­schen ha­ben mit Wer­bung im In­ter­net oder spe­zi­ell in Blogs ein Pro­blem. Ich kann das durch­aus nach­voll­zie­hen, aber es in­ter­es­siert mich nur pe­ri­pher. We­der habe ich Lust dar­auf, die Ein­bin­dung von Wer­bung im­mer und im­mer wie­der zu recht­fer­ti­gen, noch möch­te ich et­wa­ige Kri­ti­ker igno­rie­ren. Aus dem Grund wer­den wir je­dem Be­su­cher (!) die Mög­lich­keit bie­ten, die Wer­bung auf Su­per­le­vel sei­ten­über­grei­fend zu de­ak­ti­vie­ren. Fakt ist näm­lich, dass wir lie­ber auf Wer­be­ein­blen­dun­gen statt auf Le­ser ver­zich­ten. Wer sich also be­wusst für ein Ab­schal­ten der Wer­bung auf Su­per­le­vel ent­schei­det, be­kommt ganz of­fi­zi­ell und ohne Mur­ren un­se­ren Se­gen.

ich bie­te das eben­falls seit ca. 9 jah­ren an (wor­auf ich im schnitt alle 4 jah­re hin­wei­se). wer­bung auf wir­res.net ab­schal­ten geht mit der tas­te w, dem menü rechts (tas­te y) oder über die wir­res.net-ein­stel­lungs­sei­te. die ein­stel­lung wird mit ei­nem coo­kie ge­spei­chert, der zwei wo­chen lang hält.

jah­re­lang hat (glau­be ich) kei­ner ver­stan­den, war­um ich das an­bie­te. viel­leicht auch, weil ich es nicht so gut be­grün­det habe wie fabu. ich glau­be üb­ri­gens auch, dass es der wer­be­ind­su­trie und den pu­blishern gut ge­tan hät­te ad­blo­cker selbst zu er­fin­den. bei su­per­le­vel in den kom­men­ta­ren zeich­net sich zu­min­dest eine gros­se ak­zep­tanz ab. al­ler­dings vor al­lem, weil su­per­le­vel.de su­per ist und weil alle hof­fen, dass die au­toren dort ohne se­xu­el­le ge­fäl­lig­kei­ten bes­ser schrei­ben.


wah­re fak­ten über frö­sche

felix schwenzel

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ich habe an ei­ner stel­le zwei stel­len wirk­lich trä­nen ge­lacht. muss man sich mal vor­stel­len, ich sit­ze in der kü­che, gu­cke tier­fil­me und la­che. die bei­fah­re­rin war je­den­falls ein biss­chen ir­ri­tiert.


kein dra­ma

felix schwenzel

ges­tern ha­ben wir beim es­sen in der fir­ma über po­li­tik ge­re­det. die aus­gangs­fra­ge die über dem es­sen schweb­te war: wer sind ei­gent­li­che die­se CDU-wäh­ler? die meis­ten die am tisch sas­sen ken­nen kei­ne. ich ken­ne eine CDU-wäh­le­rin aus der neun­ten und zehn­ten klas­se. ich glau­be sie ist so­gar CDU-mit­glied. mög­li­cher­wei­se wählt mein va­ter die CDU. sonst fällt mir auch kei­ner ein. aber aus­ser­halb un­se­rer so­zia­len- und fil­ter­bla­sen muss es sehr vie­le ge­ben. wenn es nach dem zweit­stim­men­er­geb­nis geht, le­ben wir in ei­ner schwar­zen re­pu­blik:

don dah­l­mann weist eben­falls dar­auf hin, dass das er­geb­nis der uni­on kei­nes­falls his­to­risch sei, es sei der nor­mal­fall in deutsch­land:

Der SPD ist es nur 1972 (Wil­ly Brandt) und 1998 (Schrö­der) ge­lun­gen, mehr Stim­men als die CDU zu ho­len. Wir le­ben in ei­nem Land, in dem die kon­ser­va­ti­ve CDU den brei­tes­ten Kon­sens ab­bil­det. Und das schon im­mer.

das wahl­er­ge­bis zeigt, dass die deut­schen mehr­heit­lich zu­frie­den mit der re­gie­rungs­po­li­tik sind und kein all­zu gros­ses be­dürf­nis nach ver­än­de­rung ver­spü­ren. beim mit­tag­essen ka­men wir dann auf die fra­ge, war­um das so sei und ob man die men­schen nicht bes­ser auf­klä­ren müss­te über die miss­stän­de in der re­pu­blik.

ich ver­mu­te man kann das am bes­ten mit ei­nem bild il­lus­trie­ren. ich fin­de es zum bei­spiel sehr an­ge­nehm in ei­ner stadt zu woh­nen, in der eine un­ge­heu­re viel­falt herrscht, in der tür­ken, po­len, rus­sen, spa­ni­er oder ame­ri­ka­ner dicht ge­drängt zu­sam­men­woh­nen, in der man aufs auto ver­zich­ten und wenn man glück hat eine güns­ti­ge alt­bau­woh­nung be­kom­men kann. eine stadt in der man nachts bis in die pup­pen aus­ge­hen und ein­kau­fen kann und in der die nach­barn nichts über mei­ne ver­gan­gen­heit oder mei­nen be­ruf oder mei­ne freun­de wis­sen. ich lebe hier in die­ser stadt mit vie­len men­schen zu­sam­men die die­se frei­hei­ten schät­zen und den preis da­für (hoche dich­te, lärm, durch­ein­an­der, stän­di­ge ver­än­de­rung) sehr ger­ne zah­len.

ich kann mir al­ler­dings schwer vor­stel­len ei­nen bau­ern, der zu­frie­den mit sei­ner fa­mi­lie in der röhn auf sei­nem ei­ge­nen hof lebt, mer­ce­des fährt und sei­ne kin­der in gers­feld auf die schu­le schickt, über die vor­zü­ge mei­nes le­bens­stil „auf­zu­klä­ren“. noch schwe­rer wür­de es wohl, wenn ich ihm klar­zu­ma­chen ver­such­te, war­um die netz­neu­tra­li­tät wich­tig sei. ich kann mir durch­aus vor­stel­len die­se the­men ver­ständ­lich und über­zeu­gend auf­zu­ar­bei­ten und bei­spiels­wei­se mit power­point oder key­note un­ter­halt­sam zu prä­sen­tie­ren, aber die hoff­nung ihn „auf­zu­klä­ren“ oder ihn da­von zu über­zeu­gen, auch mei­nen le­bens­stil in er­wä­gung zu zie­hen wer­de ich mir wohl ab­schmin­ken müs­sen. auch von der dring­lich­keit bür­ger- oder grund­rech­te in der stoff­li­chen welt und dem in­ter­net zu er­hal­ten und zu stär­ken, wer­de ich je­man­den der nachts noch nicht­ein­mal die haus­tü­re ab­schliesst, wirk­lich schwer über­zeu­gen kön­nen.

[nach­trag 28.09.2013: was im vor­he­ri­gen ab­satz steht soll nicht be­deu­ten, dass ich glau­be ein rhön-bau­er ver­ste­he be­stimm­te po­li­ti­sche the­men nicht, was ich vor al­lem sa­gen will: vie­le the­men die ich wich­tig fin­de in­ter­es­sie­ren ei­nen rhön­bau­ern nicht, vor al­lem auch, weil sie sei­ne le­bens­wirk­lich­keit nicht be­rüh­ren. und: ich hal­te die hoff­nung leu­te mit an­de­ren po­li­ti­schen an­sich­ten auf­klä­ren zu kön­nen für ziem­lich be­scheu­ert und ar­ro­gant. des­halb steht das wort fast durch­gän­gig in an­füh­rungs­zei­chen.]

ich habe dann beim es­sen ge­fragt, was denn die wirk­lich drän­gen­den the­men sind, din­ge die die men­schen emo­tio­nal auf­wüh­len. beim um­welt­schutz fiel nie­man­den et­was ein, was sich die mer­kel-re­gie­rung nicht schon in gross­buch­sta­ben auf die fah­nen ge­schrie­ben hät­te. be­wah­rung der schöp­fung, en­er­gie­wen­de, kli­ma­wan­del steht gleich­be­rech­tigt auf schwar­zen, ro­ten und grü­nen fah­nen. den grü­nen fah­nen­trä­gern fällt es sicht­lich schwer sich the­ma­tisch ge­gen die schwar­zen ab­zu­set­zen. auf den schwar­zen fah­nen ste­hen mitt­ler­wei­le so­gar die wor­te min­dest­lohn und steu­er­erhö­hun­gen. es gibt kaum ein the­ma das die mer­kel-re­gie­rung nicht schon um­armt und in wat­te ge­packt hat und mit dem man noch mehr­hei­ten mo­bi­li­sie­ren oder po­la­ri­sie­ren könn­te. aus­nah­me sind na­tür­lich auf­ge­klär­te fil­ter­bla­sen-be­woh­ner (wie du und ich), die da­für sor­gen dass die schwar­ze kar­te oben ein paar bun­te ein­spreng­sel in den tra­di­tio­nel­len fil­ter­bla­sen-bal­lungs­räu­men be­kommt.

das er­geb­nis der bun­des­tags­wahl hat auch nichts mit dem ver­sa­gen des jour­na­lis­mus oder der „netz­ge­mein­de“ zu tun. es da­mit zu tun, dass kei­nes der the­men das jour­na­lis­ten oder netz­be­woh­ner für drän­gend hal­ten, ir­gend­wen aus­ser­halb von ber­lin, di­ver­sen fil­ter­bla­sen und bal­lungs­räu­men emo­tio­nal be­rührt. die the­men die wir netz­be­woh­ner, jour­na­lis­ten oder städ­ter für drän­gend hal­ten (mei­ner mei­nung durch­aus zu recht), sind dem otto-nor­mal-bür­ger nach wie vor zu abs­trakt oder zu weit ent­fernt, um da­von emo­tio­nal be­rührt zu wer­den.

oder an­ders ge­sagt: was in­ter­es­siert den bau­ern in der rhön das schick­sal von ed­ward snow­den oder das von un­zäh­li­gen dun­kel­häu­ti­gen men­schen die op­fer von ra­cial pro­fil­ing oder frem­den­feind­li­chen über­grif­fen wer­den oder die men­schen oder jour­na­lis­ten de­ren lap­tops an den gren­zen ge­filzt oder be­schlag­nahmt wer­den?

so trau­rig das klingt, aber mehr­heit­lich las­sen sich vie­le men­schen wohl eher von ei­ner PKW-maut für aus­län­der (sprich ös­te­rei­cher und schwei­zer) be­rüh­ren oder sich von uni­ons-spin­dok­to­ren ein­re­den, dass die grü­nen für spies­si­ge be­vor­mun­dung stün­den. dass die CSU-re­gie­rung in bay­ern gleich­zei­tig für eins der strengs­ten nicht­rau­cher­ge­set­ze im lan­de ver­ant­wort­lich ist, stört die auf­re­gung dann kaum. ab­ge­se­hen da­von, dass sich kaum ein uni­ons­po­li­ti­ker vor­stel­len kann, wie eine po­li­tik aus­se­hen könn­te, in der men­schen mit ab­wei­chen­der se­xua­li­tät oder rausch­be­dürf­nis­sen nicht spies­sig und ewig­gest­rig be­vor­mun­det wer­den, steht das C in der CDU/CSU ja be­reits seit vie­len hun­dert jah­ren für den fleisch­lo­sen frei­tag, an den sich vie­le kan­ti­nen be­reits seit de­ka­den hal­ten. tat­sa­che ist aber: die uni­on hat stän­dig the­men im kö­cher mit de­nen sie die ge­fühlskla­via­tur von sehr viel mehr wäh­lern ma­ni­pu­lie­ren be­spie­len kann als ihre geg­ner.


ich habe kürz­lich ge­lernt, dass wir von grund­rech­ten spre­chen soll­ten und nicht von bür­ger­rech­ten. ich fra­ge mich al­ler­dings noch ob ich jetzt auch das wort „bür­ger­recht­ler“ aus mei­nem vo­ka­bu­lar strei­chen soll und von „grund­recht­lern“ re­den soll? ich habe auch ge­lernt, dass in­tel­lek­tu­el­les haa­re­spal­ten und durch­ana­ly­sie­ren zwar gros­sen spass macht und sti­mu­liert, aber nie­man­den aus­ser ein paar blog­gern, jour­na­lis­ten und stadt­be­woh­ner in­ter­es­siert.

was fehlt, um die the­men der netz­po­li­tik, der frei­heit und der grund­rech­te nach vor­ne zu brin­gen oder zu ei­nem wahl­ent­schei­den­den the­ma zu ma­chen, so wie vor 20 oder 30 jah­ren die um­welt­po­li­tik, ist nicht auf­klä­rung oder bes­se­re ver­mitt­lung, son­dern emo­tio­na­le auf­la­dung. was bei der um­welt­po­li­tik in den letz­ten 40 jah­ren auch zu star­ken über­dra­ma­ti­sie­run­gen ge­führt hat, an de­nen wir bis heu­te zu knab­bern ha­ben (bei­spiels­wei­se die was­ser­wer­ke).

die­se dra­ma­ti­sie­rung kann nicht syn­the­tisch er­zeugt wer­den, son­dern nur durch — das hört sich jetzt leicht dra­ma­tisch an — kon­kre­te op­fer, im sin­ne von mensch­li­chen schick­sa­len und iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gu­ren. ed­ward snow­den ist ein an­fang, aber lei­der ein sehr schwer ver­mit­tel­ba­rer — zu­min­dest in deutsch­land. ähn­lich üb­ri­gens wie mu­rat kur­naz oder gustl mollath. kei­nes die­ser schick­sa­le hat die mehr­heit der wäh­ler so weit be­rührt, dass sie dar­aus kon­se­quen­zen an der wahl­ur­ne ge­zo­gen hät­ten — im ge­gen­teil. aber trotz­dem glau­be ich fest dar­an (und ich irre ger­ne und oft), dass es schick­sa­le von men­schen sein wer­den, die the­men wie netz­po­li­tik und grund­rech­te so­weit dra­ma­ti­sie­ren kön­nen, dass sie ir­gend­wann doch bei der mehr­heit der be­völ­ke­rung an­kom­men. bei der um­welt­po­li­tik hat es üb­ri­gens mal ge­reicht um die 3 mil­lio­nen men­schen zu be­rüh­ren um ei­nen wech­sel her­bei zu füh­ren.

was ich ei­gent­lich sa­gen will: ne­ben den wahr­neh­mungs­stö­run­gen der bal­lungs­raum- und ber­lin-fil­ter­bla­sen ist das haupt­pro­blem das ei­nem po­li­tik­wech­sel ent­ge­gen­steht mal in ei­nem völ­lig an­de­ren zu­sam­men­hang von bill clin­ton aus­ge­spro­chen wor­den: „it’s the eco­no­my, stu­pid!


  • ri­chard gut­jahr meint, es sei­en „nicht The­men, Par­tei­pro­gram­me oder Po­si­tio­nen, son­dern die Per­so­nen“ die die wahl ent­schei­den. nur müs­sen die per­so­nen na­tür­lich schon für the­men oder po­si­tio­nen ste­hen, sage ich.
  • das nuf er­gänzt mei­ne un­fer­ti­gen ge­dan­ken um ein paar wei­te­re ge­dan­ken.

in­ter­es­san­te re­ak­tio­nen hier in den kom­men­ta­ren, auf twit­ter und face­book; ich fin­de ja, dass ich auf we­sent­li­che re­du­ziert, un­ge­fähr fol­gen­des ge­schrie­ben habe: in un­se­rer ur­ba­nen bal­lungs­raum-fil­ter­bla­se er­ken­nen wir nicht, dass sich kaum je­mand für die von uns hoch­prio­ri­sier­ten the­men in­ter­es­siert und erst recht nicht von uns be­leh­ren („auf­ge­klä­ren“) las­sen will. dar­auf als re­ak­ti­on zu schrei­ben: „merkt ihr ei­gent­lich nicht, dass euch in eu­rer fil­ter­bla­se nie­mand zu­hört?“ oder mich als ar­ro­gan­ten, bes­ser­wis­se­ri­schen oder bla­sier­ten schnö­sel dar­zu­stel­len, er­staunt mich dann doch er­heb­lich. aber weil ich mich viel­leicht in der tat für erst- oder ober­fläch­lich-le­ser miss­ver­ständ­lich aus­ge­drückt habe, habe ich oben ei­nen nach­trag in ecki­gen klam­mern nach­ge­tra­gen.


on­line ad sum­mit nach­le­se

felix schwenzel

vom on­line ad sum­mit letz­te wo­che in köln (ich schrob be­reits ein biss­chen drü­ber) sind jetzt die fo­li­en und ein paar bil­der bei flickr on­line. ich habe mei­nen vor­trag (den ich mit ap­ple key­note ge­baut hat­te) mal ver­sucht als blog­ar­ti­kel in html auf­zu­ar­bei­ten. so am stück auf­ge­schrie­ben sieht man mal wie­viel man in knapp 25 mi­nu­ten so weg­re­det, wie lang das in buch­sta­ben ist, näm­lich un­ge­fähr 3100 wor­te.

in den letz­ten ta­gen habe ich noch­mal über eine mei­ner stei­len the­sen nach­ge­dacht. auf den ers­ten blick scheint sie eher ab­surd, aber je län­ger ich drü­ber nach­den­ke, des­to mehr sinn er­gibt sie (glau­be ich). ich habe mich ge­fragt, ob es nicht eine gute idee ge­we­sen wäre (oder nach wie vor ist), wenn die wer­be­indus­trie ad­blo­cker an­bö­te. ge­nau be­trach­tet macht das un­ter­neh­men evi­don, dass un­ter an­de­rem dienst­leis­tun­gen für die wer­be­indus­trie an­bie­tet, ge­nau das: es bie­tet ghos­tery an.

die mög­lich­kei­ten die mir für den vor­trag ein­ge­fal­len sind (da­ten­ge­win­nung, ei­nen draht zum nut­zer, ein­fa­ches, ge­ziel­tes white­lis­ting) sind noch sehr aus­bau­fä­hig und in den letz­ten ta­gen sind mir noch min­des­tens 3 wei­te­re gute grün­de für so eine her­an­ge­hens­wei­se ein­ge­fal­len. aber dazu viel­leicht dem­nächst mal mehr.


köln

felix schwenzel

nach drei jah­ren bin ich die­se wo­che mal wie­der in köln ge­we­sen. ich wur­de ein­ge­la­den ei­nen vor­trag zu hal­ten, über wer­bung im in­ter­net. im vor­feld hat­te ich mich schon irre ge­freut, weil ralph cas­pers, ei­ner der mo­de­ra­to­ren und mit­ma­cher der sen­dung mit der maus, die ver­an­stal­tung mo­de­rie­ren soll­te. und dann das:

ich so zu ralph cas­pers: »gros­ser fan!« ralph cas­pers so: »gleich­falls!«
muss jetzt auf­pas­sen nicht vor stolz zu plat­zen.

was ralph cas­pers dann auch noch ge­ditot hat.

nach­dem jetzt also ge­klärt ist, dass ralph cas­pers und ich ge­gen­sei­tig fans sind, muss ich aber noch ei­nen drauf set­zen. weil ich näm­lich fin­de, dass er nicht nur ein su­per fern­seh­mo­de­ra­tor ist, son­dern auch ein su­per ver­an­stal­tungs­mo­de­ra­tor.

der on­line ad sum­mit, den ralph cas­pers am diens­tag mo­de­rier­te, ist jetzt nicht so die art ver­an­stal­tung, auf der gute lau­ne und fröh­lich­keit im vor­der­grund ste­hen. aber trotz­dem hat ralph cas­pers es ab dem ers­ten satz sei­ner mo­de­ra­ti­on ge­schafft mir ein lä­cheln aufs ge­sicht zu zau­bern. er ist wirk­lich wit­zig. dazu kommt, dass er wirk­lich ah­nung vom in­ter­net hat. das sage ich nicht nur, weil er wir­res.net kennt und in sei­nem ad­blo­cker ge­white­lis­tet hat, son­dern weil tors­ten kleinz das ge­sagt hat:

Letz­tens habe ich ihn auf ir­gend­ei­ner Web-Kon­fe­renz mo­de­rie­ren ge­se­hen. Und er hat­te tat­säch­lich Ah­nung von was er sprach. UND: Er kann mo­de­rie­ren. Ohne sich kon­stant selbst auf die Schul­ter zu klop­fen. In der Kom­bi­na­ti­on ein No­vum.

ich weiss zwar nicht ob ein kom­pe­ten­ter und gleich­zei­tig un­prä­ten­tiö­ser mo­de­ra­tor wirk­lich ein no­vum ist, aber ich weiss, dass ralph cas­pers bei­des ist.

was ich aber ei­gent­lich sa­gen woll­te: ich kann ralph cas­pers ohne ein­schrän­kung als mo­de­ra­tor emp­feh­len. ich kann mir vor­stel­len, dass er so un­ge­fähr jede ver­an­stal­tung be­rei­chert.


auf der dmex­co soll an­geb­lich noch schlech­te­rer mo­bil­te­le­fon-emp­fang herr­schen als auf der re­pu­pli­ca. das kann ich nicht be­stä­ti­gen, zu­min­dest am ers­ten tag war ich auf der dem­ex­co im­mer bes­tens ver­bun­den. al­ler­dings traf die dmex­co als mes­se so gar nicht mei­nen nerv.

die­sen mes­se­stand hat ma­ris­sa mey­er vor­letz­tes wo­chen­en­de mit zwei prak­ti­kan­ten ganz al­lei­ne ent­wor­fen

es wa­ren zwar ir­gend­wie alle da die die bei­den wor­te in­ter­net und geld schon­mal in ei­nem satz laut aus­ge­spro­chen ha­ben oder sich zum ziel ge­setzt ha­ben leu­te im in­ter­net zu zäh­len, aus­zu­mes­sen oder zu ver­ar­schen, aber nach dem quer­le­sen von drei hal­len habe ich die ver­an­stal­tung wie­der ver­las­sen und bin lie­ber ein biss­chen durch die in­nen­stadt von köln ge­sch­len­dert. in der in­nen­stadt ist das es­sen auch et­was güns­ti­ger als auf der dmex­co und we­ni­ger war­te­schlan­gen-ver­seucht. kann aber auch sein, dass die aus­hän­ge an den dmex­co-asia bu­den ein witz wa­ren. weil 9 euro für fet­ti­ge asia-nu­deln mit ali­bi-ge­mü­se im kar­ton, kann ja nie­mand ernst­haft ver­lan­gen.

ich hab dann zwar in der in­nen­stadt auch 9 euro aus­ge­ge­ben, aber das war ei­ner­seits frisch zu­be­rei­tet, thai­län­disch und mit ei­ner schor­le ser­viert. im pik thai in der wolfstras­se.

im ma­nu­fac­tum-la­den ist auch al­les mes­se-teu­er, aber weil ich ge­hört habe, dass das brot das dort ver­kauft wird über­agend toll sein soll, habe ich dort mal ei­nen (gros­sen) vier­tel-laib zum pro­bie­ren ge­kauft. ich hof­fe das brot funk­tio­niert bes­ser als die klem­men­den klin­gel­schal­ter von ma­nu­fac­tum.


die aben­de in köln habe ich mit al­ten freun­den ver­bracht, die ich teil­wei­se 8 jah­re nicht ge­se­hen habe. freun­de in köln zu ha­ben ist aus vie­len grün­den sehr schön. man kann sie be­su­chen, mit ih­nen es­sen oder es­sen ge­hen und kölsch oder was­ser trin­ken, aber man kann un­ter um­stän­den auch bei ih­nen über­nach­ten, wenn zu mes­se-zei­ten die ver­blei­be­nen ho­tel­zim­mer bei 300 bis 600 euro pro über­nach­tung los­ge­hen und zim­mer­prei­se von über tau­send euro nicht un­ge­wöh­lich sind. sehr an­ge­tan war ich von der kü­che des al­te­bur­ger hofs. dort habe ich mir eine schlacht­plat­te für 14 euro be­stellt die sehr ex­qui­sit und zi­vi­li­si­ert war. gar nicht so wie man sich deut­sche schlacht­plat­ten vor­stellt, bru­tal, fett und fleisch­trie­fend. son­dern fein por­tio­nier­te klei­ne köst­lich­kei­ten mit ein biss­chen kar­tof­fel­sa­lat, ein biss­chen sau­er­kraut-wurst-sa­lat, et­was pas­te­te, et­was fisch­tar­tar und ein paar köst­lich­kei­ten die ich nicht er­ken­nen konn­te, die aber toll wa­ren.

am tag vor­her hat­te ich in deutz noch das ver­gnü­gen beim me­xi­ka­ner, der sich in den letz­ten 15 jah­ren nicht ei­nen deut ver­än­dert hat, mei­nen per­sön­li­chen klas­si­ker zu es­sen; den spi­nat­sa­lat des cafe espe­cial.

am don­ners­tag bin ich auf dem weg zum bahn­hof an der köl­ner stadt­bi­blio­thek vor­bei­ge­lau­fen und habe mich gleich in die ein­gangs­hal­le ver­liebt, in der un­ter an­de­rem ein ter­mi­nal stand, auf dem man aus­län­di­sche pres­se le­sen könn­te, zwei ku­gel­ses­sel mit an­mon­tier­ten ipads und ganz vie­le cor­bus­sier-ses­sel­chen. aus­ser­dem hing im fens­ter ein pla­kat, auf dem un­ter an­de­rem stand: „web­co­mics — die not­wen­dig­keit zu blog­gen“

ein biss­chen habe ich mich in die­ser wo­che wie­der dar­an er­in­nert, wie schön es ist in köln zu woh­nen. aber ber­lin ist auch toll.

(bild oben: flur­be­leuch­tung mit ster­nen­him­mel)


apro­pos be­fä­hi­gung zum amt des bun­des­kanz­lers

felix schwenzel

ich bin mir nicht si­cher ob man die be­fä­hi­gung zum amt des bun­des­kanz­lers da­von ab­hän­gig ma­chen soll­te, wie sich die­je­ni­ge oder der­je­ni­ge auf fo­tos in­sze­niert. oder ob man von der ab­we­sen­heit mensch­li­cher re­gun­gen eine be­son­ders gute re­gie­rungs­fä­hig­keit — oder das ge­gen­teil — ab­lei­ten kann.



“world have your say” in ber­lin

felix schwenzel

i was in­vi­ted as an au­di­ence mem­ber for BBC world news’ world have your say (WHYS) broad­cast which was sent live from 12:00 to 13:00 GMT, which is con­fu­sin­gly 14:00 to 15:00 ber­lin time¹. the au­di­ence dripp­led in from around 12:30 (ger­man time) un­til clo­se to the be­gin­ning of the broad­cast. pro­ba­b­ly be­cau­se no­bo­dy was told ahead of time, that re­hear­sals were plan­ned to start around 12:30. at least i wasn’t told be­fo­re.

and of cour­se, ever­y­bo­dy must have he­ard that, ma­king te­le­vi­si­on in­vol­ves a lot of wai­ting. or as the mo­de­ra­tor ros at­kins put it du­ring the re­hear­sal: »now you get a glim­pse of how much work it ta­kes, to make so­me­thing look nor­mal on TV.« when i twit­te­red this image du­ring the re­hear­sal, i lear­ned that my ipho­ne tri­es to auto cor­rect »at­kins« to »sta­lin«. i hope iOS does that only when you put it into ger­man lan­guage mode.

i re­al­ly lik­ed how ros at­kins con­duc­ted the au­di­ence du­ring the broad­cast. wat­ching TV, wat­ching the fi­nis­hed pro­duct al­most al­ways makes me feel be­ing a mo­de­ra­tor or pre­sen­ter is like a pie­ce of cake. ever­y­thing seems to be quite na­tu­ral on TV, even the most ri­di­cu­lous set.

but be­ing pre­sent on the set and see­ing what has to be ta­ken into ac­count, how many loo­se ends have to be tied tog­e­ther to make it a plea­sant ex­pie­ri­ence for the view­er is kind of awe-striking. it doesn’t feel na­tu­ral tal­king into a ca­me­ra, stan­ding in the midd­le of a room full of peo­p­le you hard­ly know that sta­re at you, ha­ving so­meone tal­king into your ear­pie­ce while you talk and lis­ten or read on an ipad that is strap­ped to your hand.

again, i lik­ed how ros at­kins pre­sen­ted and mo­de­ra­ted the dis­cus­sion. if you ha­ven’t seen it, in a cou­ple of days it will be on you­tube. thats at least what ros pro­mi­sed. and he re­al­ly seems to be a sin­ce­re guy, here it is:

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ros at­kins and i met once be­fo­re to film some scraps of a con­ve­ra­ti­on about ger­ma­ny which were used to put tog­e­ther a teaser for the broad­cast. the teaser was send at least once on BBC world news be­fo­re the broad­cast. i got 8 se­conds of spea­king time (see the who­le clip or a still-image) af­ter wai­ting an hour for the team and chat­ting half an hour with ros. which was a plea­su­re and worth the while for 8 se­conds of world-wide fame.

i was sea­ted in one of the front rows, which i found kind of flat­te­ring. sit­ting the­re, ros as­ked me one of the more an­noy­ing ques­ti­ons he al­re­a­dy as­ked me on mon­day. he as­ked if the­re hasn’t pas­sed en­ough time sin­ce world war 2 for ger­ma­ny, so that it could re­turn to a nor­mal role in for­eign po­li­cy. i didn’t say all of this, but i was won­de­ring what a »nor­mal« role would look like. and i also do hope, that even if a very long time pas­ses, that ger­ma­ny won’t re­turn to a for­eign po­li­cy that wants to »pu­nish« peo­p­le or for­eign go­vern­ments. i was ac­tual­ly quite up­set by a re­mark by ger­man zeit news­pa­per jour­na­list ma­ri­am lau, who said that she was »as­ha­med« of the ger­man go­vern­ment, that didn’t sign a sy­ria-re­so­lu­ti­on on the same day as other eu­ro­pean go­vern­ments and that »we« had to pu­nish the sy­ri­an go­vern­ment. i re­al­ly don’t know how »pu­nis­hing« sy­ria with mi­li­ta­ry ac­tion (pro­ba­b­ly mea­ning mas­si­ve airst­ri­kes) would help an­yo­ne, let alo­ne the sy­ri­an peo­p­le, who would flee the coun­try in lar­ge num­bers. as far as i know (cor­rect me if i’m wrong) the­re ha­ven’t been any airst­ri­kes that suc­cessful­ly re­mo­ved a bru­tal re­gime in the last cou­ple of cen­tu­ries. and don’t say hi­ro­shi­ma and na­ga­sa­ki, which took a huge count of ci­vi­li­an li­ves and that i wouldn’t dare to call »airst­ri­kes«.

so ho­we­ver that pu­nish­ment would look like, i have no clue how that would help any­bo­dy, ex­cept for the warm fee­ling that you get if you can say: »look, at least we did so­me­thing and didn’t just sit around.« in ger­ma­ny we like to call that shop­ping-win­dow po­li­tics. so if »nor­mal« for­eign po­li­cy me­ans that, then i’d say, no thank you, i’m not con­vin­ced.


what i re­al­ly lik­ed about the pro­gram­me was the di­ver­si­ty of the au­di­ence. that was a re­al­ly good job by the WHYS team. peo­p­le of co­lor, ger­mans with roots in other count­ries, con­ser­va­ti­ves, li­be­rals, a po­li­ti­ci­an, pro­fes­sors, ex­perts on eco­no­my and me. may be the num­ber of jour­na­lists was a litt­le to high, but at least the po­li­ti­cal cor­ners were ba­lan­ced. may be they shouldn’t have ba­lan­ced it as far as they did and even in­vi­te a jour­na­list from the »bild«-news­pa­per. at least i got a chan­ce to ob­ject to him (didn’t get his name). he tried to make a point that any eco­no­mic go­vern­ment in­ter­ven­ti­on or eco­no­mic de­ve­lo­p­ment sche­me is bad. be­cau­se jour­na­lists from »bild« be­lie­ve (or want to be­lie­ve) that the go­vern­ment is in­ca­pa­ble of do­ing things right. ex­cept, of cour­se, if it’s about pro­tec­ting news­pa­pers from com­pe­ti­ti­on (see »leis­tungs­schutz­recht« (loo­ked it up: an­cil­la­ry co­py­right law) or de­pu­bli­cis­ing con­tent from pu­blic TV) or if it’s about in­tel­li­gence ser­vices. the­se is­sue, says the »bild«-news­pa­per, are hand­led and exce­cu­ted per­fec­ty by the go­vern­ment. i was won­de­ring aloud if they also think that ger­man streets and au­to­bahns would be bet­ter ma­na­ged in pri­va­te hands. so i tried to make my last point and say, that i be­lie­ve that the go­vern­ment should in­vest much more in in­fra­struc­tu­re or at least sti­mu­la­te mas­si­ve de­ve­lo­p­ment of the ger­man in­fra­struc­tu­re. espe­ci­al­ly con­cer­ning the in­ter­net, but also rail­roads and en­er­gy pro­duc­tion.


i re­al­ly lik­ed the dis­cus­sion, espe­ci­al­ly be­cau­se the­re were al­most no po­li­ti­ci­ans pre­sent. i would re­al­ly like ger­man TV to pick up on that kind of dis­cus­sion. nor­mal peo­p­le dis­cus­sing on live TV with a litt­le help of a mo­de­ra­tor. i am dreadful­ly bo­red by ger­man talk­shows, but en­joy­ed »world have your say« a lot. by the way, i was also ama­zed how many ger­mans speak eng­lish in a plea­sant way. and i was ap­pal­led by how i strug­g­led with the lan­guage. if i watch ame­ri­can TV shows i al­most feel like a na­ti­ve spea­k­er. so i had to learn, what a big dif­fe­rence the­re is bet­ween lis­tening to eng­lish and ac­tual­ly tal­king eng­lish. let alo­ne wri­ting.


1) eng­lisch? ich fin­de das aus­nahms­wei­se mal an­ge­mes­sen. und weil ich beim eng­lisch schrei­ben auch mal in ei­nem wör­ter­buch nach­schla­gen kann, fluppt das wor­te-fin­den auch hof­fent­lich et­was bes­ser als eben im fern­se­hen.


[nach­trag 13.09.2013]
das dra­dio über die sen­dung am mitt­woch, auf deutsch: „Der Blick der An­de­ren“ (via @BB­CRo­sAt­kins)

[nach­trag 14.09.2013]
you­tube-vi­deo oben ein­ge­bet­tet.