links vom 26.09.2011
heute nicht hier, sondern im bildblog. mit grossbuchstaben.
heute nicht hier, sondern im bildblog. mit grossbuchstaben.
thilo-baum.de: Schon wieder: Tod ohne Ursache
was für eine berechenbare, sarrazinige heulsuse. man beachte auch den gebrauch des wortes „gutmensch“.
blog.flickr.net: Occupy Wall Street
sollte jemals bedarf bestehen die aktion „occupy wall street“ in deutschland zu veranstalten, schlag ix die übersetzung „wir gehen an die börse“ vor.
profil.at: „Die mutigsten Hurensöhne der ganzen TV-Branche“
david simon („the wire“):
Picasso meinte: "Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit zeigt.“ Vor "The Wire“ hat mir das nicht viel gesagt. Dann habe ich selbst diesen Trick angewandt. Die Grundregel von "The Wire“ war: Diese Dinge müssen genau so stattgefunden haben können.
boingboing.net: Gallery of past and future logos
hihi.
Am 20.09.2011 um 08:54 schrieb **** ******:
Sehr geehrter Herr Schwenzel,
mein Name ist **** ****** und ich beschäftige mich mit unserer deutschen Webseite de.myfab.com.
Ihre Webseite http://wirres.net hat bei der Recherche nach anderen Inhalten bezüglich Lifestyle und aktuellen Trends mein Interesse geweckt und ich würde nun gerne fragen, ob Sie Interesse an einem Linktausch mit unserer Webseite haben.
Unsere Domain Name Authority ist bereits jetzt recht gut (http://www.opensiteexplorer.org/de.myfab.com/a!links?anything[]=de.myfab.com&anything[]=a!links) und mit 600.000 registrierten Mitgliedern und etwa 1.000.000 Unique Visitors pro Monat in Frankreich und Deutschland haben wir eine sehr gut besuchte Webseite.
Folgender Link wäre für uns interessant: <a href="http//:de.myfab.com"> myfab: Designmöbel und Dekoration für Ihr zu Hause </a>
Im Gegenzug würden wir Sie selbstverständlich in unsere Partnerseite "Unsere Lieblings-Webseiten", http://de.myfab.com/unsere-liebsten-design-webseiten.html, mit aufnehmen und würden uns freuen, wenn Sie uns einen entsprechenden Link und eine kleine Beschreibung zukommen lassen könnten.
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße,
**** ******
de.myfab.com
Am 20.09.2011 um 09:44 schrieb felix schwenzel:
hallo frau *****,
von ihrem satz in dem sie „lifestyle“ und „aktuelle trends“ mit meiner webseite wirres.net in zusammenhang bringen, komme ich mir hochgradig verarscht vor. vielen dank für ihren offenen umgang mit textbausteinen. was mein interesse weckt ist folgendes: sie schreiben webseitenbetreiber an und bieten ihnen einen linktausch an, der der gegenseitigen suchmaschinenoptimierung dienen soll.
die seite auf der diese getauschten links gesammelt werden, überschreiben sie mit „unsere lieblings-webseiten“ — mit anderen worten, sie lügen ihre kunden, bzw. die besucher ihrer webseite geradeheraus an.
ich hatte einen gar nicht mal so schlechten eindruck vom konzept und den produkten von myfab. bis jetzt. ihre offensichtliche kundenverachtung, das extrem unseriöse agieren in grauen bis dunklen bereichen der suchmaschinenoptimierung und die art und weise wie sie mich angeschrieben haben, konnten das einigermassen gute image von myfab innerhalb von sekunden zerstören.
ich werde mich von nun an bemühen, diesen schlechten eindruck auch an andere interessierte menschen weiterzugeben. das gute daran für sie: sie bekommen dabei vermutlich tatsächlich ein paar links.
dass sie allerdings zu blöd sind einen syntaktisch korrekten link auf de.myfab.com zu versenden macht sie fast wieder sympathisch.
grüsse, felix schwenzel
Am 20.09.2011 um 10:18 schrieb **** ******:
Hallo Herr Schwenzel,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung - schade, dass Sie sich von meiner durchaus freundlichen E-Mail so angegriffen fühlen.
Und das wäre alles noch etwas leichter ernst zu nehmen, wenn Sie meinen Namen korrekt abgeschrieben hätten.Einen schönen Tag noch - trotz meiner ärgerlichen E-Mail.
**** ******
[nachtrag 21.09.2011]
Am 21.09.2011 um 12:03 schrieb **** ******:
Hallo Herr Schwenzel,
wie ich sehe, haben Sie unseren gestrigen Schriftverkehr auf Ihrem Blog veröffentlicht. Dies können Sie gerne tun, ich würde Sie jedoch bitten, meinen Namen nicht auf Ihrer Seite zu veröffentlichen - ich nehme an, Sie können das aus meiner Sicht und im Hinblick auf den Datenschutz verstehen?
Vielen Dank
**** ******
tape.tv: Knorkator - Du nich Video
ich weiss nicht warum, aber ich mag beide.
neunetz.com: Berliner Piratenergebnis ist ein Geschenk an alle deutschen Netzpolitiker
wer in der politik jetzt nicht den netzpolitischen schuss gehört hat, könnte ernste probleme bekommen.
burks.de: Ahoi!
in einem wahllokal in neukölln hatte die fdp eine stimme. immerhin.
sushee.posterous.com: Warum ich heute Piraten gewählt habe
18 gute gründe sonntag piraten gewählt zu haben.
/via neunnetz.com
metronaut.de: Hedonistische Internationale und “Die Partei" kapern FDP-Wahlparty
sehr schön.
siehe auch spon :
Zusätzlich zu ihrem Verlust musste die Berliner FDP auch noch bitteren Spott hinnehmen. Als die Prognose um 18 Uhr verkündet wurde, brandete Jubel von Anhängern der Konkurrenzpartei "Die Partei" um den ehemaligen "Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn im Thomas-Dehler-Haus auf. Die rund 30 Mann hatten sich dort eingeschmuggelt. Die "Guerilla-Aktion" erklärte er dann im Saal mit den Worten: "Wir freuen uns, dass die letzte Spaßpartei in Berlin rausgeflogen ist." Sonneborn verteilte dann auch noch Aufnahmeanträge für "Die Partei". "Wir bieten FDP-Mitgliedern jetzt ein Aussteigerprogramm an."
crackajack.de: nerdcore.de: Pirate Party Leitartikel-Bingo
kann jetzt schon das „abgeordnetenhaus geentert“ nicht mehr lesen.
blog.tagesschau.de: Wer sind die Piraten?
schönenborn sagt „denkzettel“, ich sage mit max winde : ihr werdet euch noch wünschen wir wären politikverdrossen.
blog.tagesschau.de: Pünktlich um 18.00 Uhr ein bisschen Statistik
die grossen parteien schrumpfen.
tagesspiegel.de: Die Jugendverdrossenen
irre. johnny haeusler kann auch kurz schreiben. und toll sowieso. mit neologismus.
off-the-record.de: Wer oder was ist Harald Schmidt wirklich...?
hätte spiesser alfons einen guten ghostwriter, wäre er vielleicht überzeugender -- oder sogar unterhaltsam?
blog.koehntopp.de: Datenschutztheater: Google Analytics ist amtlich datenschutzkonform
der amtsschimmel hat gewiehert.
die sendung mit der maus erklärt wie nussnougat-creme gemacht wird.
die zusammensetzung sieht man auf dem bild:
nussnougat-creme besteht aus:
ich fand johnnys „endorsement“ für die piraten sehr überzeugend. (mir fällt kein gutes deutsches wort für das „endorsement“ ein. „unterstützung“ oder „wahlempfehlung“ ist ein bisschen schwach und beschreibt das was johnny, quasi in angelsächsischer journalistischer tradition getan hat, nur ansatzweise.) hinzu kommt, dass ich, wäre berlin noch mein erster wohnsitz (berlin ist nur noch mein zweiter wohnsitz, ix wähle in hamburg), auch piraten wählen würde.
als mich vor ein paar tagen eine kollegin fragte, was ich denn wählen würde zögerte ich noch ein bisschen, sagte dann aber auch piraten. die kollegin hat sich das wahlprogramm der piraten durchgelesen und kam zu einem anderen ergebnis. nämlich, dass das wahlprogramm der piraten „völlig realitätsfremd“ sei und das die piraten jetzt möglicherweise eine rolle einnähmen, „welche die Grünen traditionell auf Bundesebene hatten: Ein gutes, inspiratives Gegengewicht zu den etablierten Parteien zu sein.“ ob das allerdings die piraten wählbar macht, fand die kollegin, sei eine andere frage.
ich glaub es geht bei wahlen primär auch nicht um parteiprogramme. welches parteiprogramm wurde in den letzten 50 jahren denn so umgesetzt wie es auf dem parteiprogrammpapier stand? ich wage mal ohne weitere recherche zu behaupten: keines. bei wahlen geht es den meisten wählern meiner meinung um zwei dinge: vertrauen auszusprechen und eine richtung vorzugeben. wer parteiprogramme umsetzen will wählt nicht nur, sondern engagiert sich in einer partei. wer wählt weiss sehr wohl (aus erfahrung), dass parteiprogramme nichts anderes als grobe richtungsvorgaben sind.
das mit dem vertrauen haben die vier etablierten parteien ziemlich verbockt. die partei die im parteiprogramm sowas wie nie wieder krieg stehen hatte, zog unter schröder in diverse kriege. die SPD scheisst aus prinzip auf ihre prinzipien und wahlprogramme solange es opportun erscheint und stimmt, wenns sein muss, auch geschlossen für gesetze die sie für verfassungswidrig hält. eher als der CDU vertraue ich wahrscheinlich der bild-zeitung, also wahrscheinlich nie und die FDP ist in jeder hinsicht indiskutabel.
oder um es anders auszudrücken, vertrauen schenke ich einer partei nicht wegen ihres wahlprogramms, sondern wegen dem was sie tut, was sie unterlässt und wie sie agiert. nicht an den worten, sondern an den taten sollte man parteien messen. insofern fällt es mir derzeit schwer überhaupt einer partei vertrauen zu schenken.
was mir bei der SPD fehlt, habe ich kürzlich aufgeschrieben. unter anderem sagte ich
ich glaube politik ist der entertainment-industrie gar nicht mal so unähnlich. man kann das publikum nicht bitten witze einzureichen und die dann die publikumswitze auf der bühne vortragen. die witze muss man schon selbst mitbringen. und damit jemand lacht, muss man auch ein bisschen könnerschaft mitbringen und eigensinn.
dieser satz brachte mir harsche kritik von martin oetting ein, teilweise zu recht. denn natürlich kann man sich nicht ständig hinstellen und mit dem finger auf andere zeigen, über deren schlechte performance meckern aber selbst keine vorstellung davon zu haben, wie es besser werden könnte. und natürlich reicht die publikumsrolle nicht, man sollte sich eben auch engagieren und mitgestalten. trotzdem beschreibt der absatz oben ein mulmiges gefühlt das ich seit einer weile mit mir rumschleppe. nämlich dass der SPD den parteien die grossen ziele, die grossen ideen fehlen. vielleicht fehlen die grossen ziele und ideen auch uns allen.
natürlich besteht politik zum grossen teil aus interessensausgleich und kompromissen und gerade deutschland hat mehrfach erfahren, dass die umsetzung grosser ideen, nicht immer zu einer besseren gesellschaftsordung führen. trotzdem haben einige grosse ideen und politische leitlinien viel gutes bewirkt: die entspannungspolitik der SPD in der zeit des kalten krieges, der zu schau getragene fast krankhaft bescheidene und mega-normale lebenstil von helmut schmidt in seiner zeit als kanzler, die anti-atomkrafthaltung der grünen, der wille zur europäischen einheit der CDU.
mir fehlen zur zeit ideen dieser art. mir kommt es in den letzten jahren vor, als ob politik sich mit nichts anderem beschäftigt, als löcher zu stopfen. hinter den reformen der letzten 20 jahre standen weniger grossen ideen, sondern krisen die gelöst werden mussten. krisen scheinen die politik zu treiben, nicht ideen.
möglicherweise übersehe ich die grossen ideen oder die politik ist unfähig sie mir zu vermitteln — oder die grossen ideen sind uns tatsächlich ausgegangen.
der astrophysiker neil degrasse tyson sagte kürzlich, wir hätten aufgehört zu träumen. in einer talkshow sagte er:
First of all, let's clarify what the NASA budget is. Do you realize that the $850 billion dollar bailout, that sum of money is greater than the entire 50-year running budget of NASA?
And so when someone says, "We don't have enough money for this space probe," I'm asking, no, it's not that you don't have enough money, it's that the distribution of money that you're spending is warped in some way that you are removing the only thing that gives people something to dream about tomorrow.
You remember the 60s and 70s. You didn't have to go more than a week before there's an article in Life magazine, "The Home of Tomorrow," "The City of Tomorrow," "Transportation of Tomorrow". All of that ended in the 1970s. After we stopped going to the Moon, it all ended. We stopped dreaming.
And so I worry that the decision that Congress makes doesn't factor in the consequences of those decisions on tomorrow. Tomorrow's gone. They're playing for the quarterly report, they're playing for the next election cycle, and that is mortgaging the actual future of this nation, and the rest of the world is going to pass us by.
keiner sagt mehr „no future“, aber ebenso denkt auch keiner mehr an morgen. das morgen ist aus der zukunft verschwunden. für politiker ist die zukunft auf vier oder fünf jahre beschränkt, dann ist wieder wahl.
und weil die piraten „völlig realitätsfremd“ zu träumen wagen und ideen formulieren zu wagen, von denen wir heute noch nicht wissen ob und wie sie umsetzbar sind, diese ideen aber in eine richtung zeigen die mir zusagt, weil man nach dem lesen des piraten-parteiprogramms „romantisch“ werden könnte, deshalb würde ich am sonntag piraten wählen.
und abgesehen davon: wenn wir wieder mehr zu träumen wagen, könnte das mit dem politischen engagement auch wieder funktionieren.
und was ist „berlin verstehen“ bitte für eine idee?
kürzlich hat sascha lobo ein sehr schönes loblied auf die sinnlosigkeit gesungen: Antipareidolie: Der beliebte Netzkommentar „Das braucht niemand“ ist dumm. Denn Sinnlosigkeit ist fast immer situativ und subjektiv.
dem untertitler vom dienst bei spon und dem beitragstitler bei spiegel.tv ist es offenbar egal dass sascha lobo und ich ihn jetzt für dumm halten:
rebelart.net: Verlosung: Gewinnt 3 x das neue Buch “Brad Downey: Spontaneous Sculptures"
very hübsch.
xkcd.com: Working
ich habs nicht nachgerechnet, aber bei xkcd.com steht, dass jemand der neun minuten damit verbringt einen dollar zu sparen, für weniger als den mindestlohn arbeitet. dazu fällt mir nur ein: wer ins internet schreibt oder zeichnet oder blogt in der regel auch. [zum glück gibts keine abrechnung verschwendeter lebenszeit.]
heute mal ein einzelner link auf eine seite die mich immer wieder erfreut. beiträge erscheinen dort leider eher sporadisch — und wenn doch, dann immer gleich fünf oder sechs pro tag (oder nacht). unbedingt abonnieren:
harald martenstein hat charlotte roches neues buch gelesen und den auftakt ihrer lesetour besucht und darüber im tagesspiegel über fast die ganze seite drei geschrieben. ich habe zuerst gar nicht gemerkt, dass martenstein der autor des textes war, weil der text keinerlei sarkasmus, ironie oder andere für mich erkennbare martenstein-stilmittel enthielt. der text liest sich über die erste spalte wie eine klare, schnörkellose reportage. bis martenstein am ende der ersten spalte irre subjektiv wird:
Charmanter und unschuldiger kann man ein lustiges Sexbuch vermutlich nicht vorlesen.
Insgesamt ist „Schoßgebete“ von den Literaturkritikern sehr positiv aufgenommen worden, was man ruhig als ein gutes Zeichen für den Zustand der deutschen Literaturkritik verstehen darf.
Aber die Sprache passt sehr gut zur Protagonistin und zum Stoff, sie hat Witz und Kraft, vielleicht ist es ja genau die richtige Sprache.
zuerst dachte ich, dass der text wahrscheinlich von einer frau verfasst wurde. so viel sympathie, empathie und hemmungslose gutfindung traute ich einem mann nicht zu. aber über den autor dachte ich gar nicht bewusst nach, bis ich diesen absatz las:
Die Weltsicht von „Schoßgebete“ ist nicht weit entfernt von der Weltsicht des französischen Autors Michel Houellebecq. Wie Houellebecq hat Roche unter der Trennung der Eltern und der Libertinage der Mutter gelitten. […] Allerdings hasst Houellebecq seine Mutter, die ihn verlassen hat, um sich selbst zu verwirklichen. Roche hasst nicht. Sie ist weniger hart, weniger entschieden. Houellebecq schreibt über eine Gesellschaft, die er verachtet, Roche schreibt über eine Frau, die leidet.
beim letzten satz bekam ich eine empathie-gänsehaut und musste zm erstenmal auf die autorenzeile schauen. und war überrascht martenstein dort zu finden, weil er ja gar keine frau ist.
was ich eigentlich sagen wollte: ganz, ganz grossartiger text von harald martenstein über charlotte roche, ihre lesetour und ihr buch. danach kann man sich zwar nicht entscheiden wen man toller finden soll, roche oder martenstein, aber das ist auch irgendwie egal. weil man ja beide gleichtoll finden kann.
blog.koehntopp.de: Facebook vs. Schleswig-Holstein
datenschutz durch (browser-) technik, nicht (datenschutz-) theater.
blog.spackeria.org: Datenschutztheater
datenschutztheater. (ich habe die überschrift wiederholt, um meiner zustimmung ausdruck zu verleihen)
notesofberlin.com: Gutschein für einmal in den Wald scheißen
hihi.
welt.de: Jürgen Fliege: "Alles kostet Geld, und auch mein Service kostet"
habe meine welt.de- und stuckrad-barre-aversion überwunden und statt günther jauchs ARD-debüt weiterzugucken den stuckrad-barre text über jürgen fliege gelesen. verlinke den jetzt auch schon gleich nach der ersten stelle an der ich gelacht habe:
Die Redewendung „einen an der Waffel haben“ kommt einem in den Sinn, während Pfarrer Fliege irgendein Bibelzitat bemüht, das macht er häufig, und es ist ja auch ein dickes Buch. Bibelzitat und dann ohne Punkt und Komma weiter mit einer Interpretation, in der Wörter wie „Kotzen“, „Mist“ oder „Scheiße“ vorkommen, das ist die Rhetorik des Pastors Fliege, so erdet er die Heilige Schrift.
kutter.antville.org: Das Trümmerkleid des Kapitalismus
na gut. ein 9/11-link. einer.
allthingsd.com: Walt Mossberg Ethics Statement
walt mossbergs „ethics statement“, in dem er beschreibt was er tut und was er nicht tut, wenn er produkte testet. sehr beispielhaft. auch beispielhaft: wenn man die seite erstmals besucht, erscheint ein popover, der erklärt dass und welche cookies beim leser für werbung gesetzt werden. /via frédéric filloux
olereissmann.de: Unterschreiben gegen Vorratsdaten
unterschrieben hab ix, demonstriert nicht.
herzdamengeschichten.de: Lebe wild und gefährlich
nicht golfen ist das neue grüne haare tragen.
wahrheitueberwahrheit.blogspot.com: Nachhaltige Vollverblödung
»Diese Flaschen aus hochwertigem Borosilikatglas verfolgen ein nachhaltiges Trinkkonzept im umweltfreundlichen, skandinavischen und zeitlosen Design.« /via die ennomane
citronengras.de: Das Drama der beknackten Übersetzung
wie übersetzt man eigentlich "übersetzungen crowdsourcen"?
truthdig.com: John Dean: A Dud From 'Darth' - Book Review
john dean über dick cheneys memoiren:
However, one thing is clear from Cheney's memoir, and his promotion of it: He is not likely to be traveling abroad soon. Cheney's “In My Time" speaks to the mentality of a contemporary war criminal, but it certainly provides no defense. Along with videos of him dressed as Darth Vader, it would make a nice exhibit at his war crimes trial.
ix habe zweifel ob das konzept der wired-kompakt ne gute idee war, nachdem ich anke gröners text ungekürzt, also in richtig lang, gelesen habe. ganz grandios:
Eine Schokolade auf das Leben oder: Wie man in der Lebensmittelbranche arbeitet, ohne ein Teil von ihr zu sein
journalist.de: Georg Mascolo: "Hellseher sind wir leider nicht"
hans hoff interviewt den (druck) spiegel-chefredakteur georg mascolo. zusammenfassung (in meinen worten): so! — nö! — doch! — oh, oh nein!
scilogs.de: Ja, wir sind wirklich zum Mond geflogen
was mich wundert: dass man solche aufnahmen noch nicht früher machen konnte. mein
technikglaube
teleskopglaube scheint zu gross zu sein.
daringfireball.net: Why Didn't Google Sue Apple Directly?
google benimmt sich wie die anderen arschloch-konzerne, hat offenbar aber nicht den mut zu sagen, dass sie jetzt genau so ein arschloch-konzern wie apple, microsoft und die tyrell corporation sind.
internet-law.de: Das unseriöse Geschäftsgebaren der 1&1 Internet AG
merkregel nummer eins: blogs nicht bei massenhostern hosten lassen.
erinnert sich noch jemand an die erste deutsche ausgabe der vanity fair? auf dem titel stand laut schreiend: „DAS NEUE MAGAZIN FÜR DEUTSCHLAND“.
thomas knüwer sagte gestern im interview mit olaf kolbrück auf die frage wer wired lesen solle:
Ich behaupte: Uns ist ein Heft gelungen, bei dem es keine Zielgruppe gibt, die daran keinen Spaß haben wird. Jeder Deutsche wird einen substanziellen Teil der „Wired“ interessant und lesenwert finden.
wired ist also — in klein und leise — das was die vanity fair sein wollte. was für jeden „deutschen“ dabei. weniger arsch und titten, etwas mehr geronnenes netz, ein hauch brandeins, aber alles schön flach und glattgefeilt, damit sich niemand stösst oder piekst.
inhaltlich kann man gegen die deutsche wired wirklich (fast) nichts sagen. solide, gar nicht mal langweilige journalistische kost, nichts worüber man sich aufregen müsste, aber auch nichts was einen grossartig bewegt. die kolumnen sind ordentlich und angenehm kompakt, selbst der text von richard gutjahr ist ausnahmsweise mal unhysterisch, auch wenn die fetten reste gutjahr-euphorie sich offenbar nicht rausredigieren liessen. statt apple ist diesmal halt israel das tollste auf der welt. auch die nerd-portraits sind OK. ein bisschen wie man das eben von der brandeins kennt: leute die was können oder was aufgebaut haben, werden in einem möglichst rosigen licht dargestellt. das angenehm geerdete portrait des it-sicherheits-experten sandro gaycken von thomas wiegold bringt sogar ein bisschen politik ins heft und anke gröner hat mit dem portrait einer ehemaligen telekom-managerin die jetzt edel-schokolade herstellt, ein thema gefunden, dass ihr wie auf den leib geschneidert ist. musste beim lesen sogar einmal laut grinsen.
selbst die auf dem cover schmierig angekündigte köder-sex-story über das soziale- geschlechtsverkehr-netzwerk badoo ist lesenswert.
albernen missionarischen eifer legt dann wieder thomas knüwer aufs parkett, indem er einfach behauptet, dass leute mit ungewöhnlichen begabungen oder interessen statt in die schublade „nerd“ lieber in die schublade „geek“ gesteckt werden möchten. jemanden nerd zu nennen sei „unterdurchschnittlich nett“, behauptet er auf seite 60. im off-the-record-interview beschreibt er seine selbstgestellte mission folgendermassen:
Das Wort „Nerd“ ist eine Beleidigung. Das positive Wort „Geek“ wird in Deutschland nie verwendet. Das wollen wir ändern.
das ist natürlich quark. eine umfrage in meinem kollegenkreis (alles leute die man potenziell nerd nennen könnte, was ich aber nicht im traum täte) ergab, dass niemand das wort nerd als beleidigung empfindet, einige aber den kopf schüttelten und zurückfragten was denn der scheiss mit den schubladen überhaupt solle (in meinen worten zusammengefast). einige nennen sich selbst oder sogar ihre ehepartner gelegentlich nerd.
selbst knüwers autoren nennen sich selbst nerds. teresa bücker schreibt: „In Sachen Liebe bin ich passionierter Laie. Durch meine Nerdbrille habe ich über die großen Gefühle für die Wired geschrieben.“ auch cem basman lässt sich durch die wired-lektüre nicht von der benutzung des wortes „nerd“ abbringen.
abgesehen davon, dass es sich ähnlich unschön anhört wenn thomas knüwer „geek“ schreibt, wie wenn thomas gottschalk „rockmusik“ sagt, fragte ich mich warum knüwer ne schublade umbenennen will, statt daran zu arbeiten, sie loszuwerden. ich fürchte beinahe, dass knüwer im nächsten heft den konflikt um den richtigen artikel für das wort „blog“ zum leithema des heftes machen könnte.
gestalterisch trägt das heft für meinen geschmack ein bisschen zuviel ornament. möglicherweise wurde aus dem guten vorsatz opulenz im eifer des gefechts schnörkel.
die verschnörkelte heftgestaltung ist gleichzeitig irre trend-fixiert. das führt bedauerlicherweise dazu, dass zum beispiel die aktuelle lenovo-kampagne die gleiche visuelle sprache spricht, wie viele redaktionelle seiten. durch das ganze heft hinweg sind werbung und inhalt kaum voneinander zu unterscheiden.
entweder hat sich artdirector markus rindermann zu sehr von aktuellen werbetrends inspirieren lassen, oder die leserverarschung leserverwirrung hat prinzip. mir fiel es ausgesprochen schwer redaktionelle inhalte von anzeigen — und umgekehrt — zu unterscheiden. aber vielleicht werde ich auch zu alt und falle einfach zu schnell auf solche rentnerfallen rein.
man kann das auch kürzer ausdrücken:
#bbpBox_111773089183961088 a { text-decoration:none; color:#8f8b8b; }#bbpBox_111773089183961088 a:hover { text-decoration:underline; }
Konnte die Print-Wired nicht lesen weil mein Adblocker aktiv war.
about 7 hours ago via web Reply Retweet Favorite
@dasnuf dasnuf
versteht jemand das cover? das ding was auf dem cover abgebildet ist ist mit „Hotel Deutschland“ beschriftet und wird offensichtlich umgebaut. das steht auch nochmal in grossen lettern drauf. auf der obersten etage stehen satelittenschüsseln und ein windkraftrad. unten steht das hotel deutschland auf einer art analog-computer mit usb- und firewire-anschlüssen, aber ohne tastatur. es gibt aber einen joystick und drei space-invader. unter dem joystick ein schild mit der aufschrift „wired builder 0811 DE“. ist die auf dem cover abgebildete maschine ein symbolbild für thomas knüwer (wired builder de?) oder kann man mit solch einer maschine deutschland verbessern? oder ist das bild einfach ein WTF-provokateur?
über die wired-app kann ich nichts sagen, da sie mir eindeutig zu teuer ist: 479,00€ + 2,99€ = 481,99€. ich habe aber gehört, dass sie neben „zückerchen“ auch feenstaub „funkelnde Sterne oder Vogelgezwitscher“ enthalten soll.
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