„… wurde wunschgemäss umgestellt.“
o2 schrieb mir heute früh mehrere sms. eine lautete:
Sehr geehrter Kunde, Ihr Tarif wurde wunschgemäss umgestellt. Ihre bisherige Mobilnr. bleibt erhalten. Ihr Team von o2.
als erstes fiel mir auf, dass die 2 nach dem „o“ nicht tiefgestellt war. dann fiel mir auf, dass ich eigentlich den gegenteiligen wunsch geäussert hatte, nämlich meinen vertrag nicht anzurühren. o2 bat mich ja kürzlich ihren xda als geschenk anzunehmen und ein bisschen was darüber zu schreiben. ebenso baten sie mich ihren genion XL tarif mit internet und sms und so zu testen. dafür könne ich einen extra vertrag bekommen oder den vorhandenen „upgraden“. da ich mit meinem ur-alten vertrag aus zeiten wo o2 noch viag interkom hiess sehr zufrieden bin und upgrades aus erfahrung meist einbahnstrassen sind aus denen man nicht mehr zurückkommt, bat ich darum das xl-200-sms-internet-gedöns auf einem separaten vertrag laufen zu lassen.
da ich den vertrag und die neue sim zwar vor ein paar wochen zugeschickt bekam, aber bis jetzt nicht aktiviert und benutzt habe, hat sich o2 wohl gedacht, mal meine wünsche interpretieren zu müssen.
ich hab dann mal an der hotline gefragt, auf welchen meiner wünsche man sich denn mit er umstellung genau beziehe. die dame war auch ratlos und meinte es stünde zwar eine notiz an der vertragsänderung, nämlich dass ich das internet-pack nach 6 monaten wieder abbestellen könne, aber sonst wisse sie auch nicht auf welchen wunsch von mir man sich beziehe.
als ich ihr sagte, dass ich fürchte nach diesem upgrade nicht mehr zu meinem alten vertrag (ein „select L“) zurück zu können, meinte sie, das sei eigentlich kein problem. das müsse zwar „per hand“ gemacht werden und das könne sie deshalb nicht selbst machen, aber es ginge durchaus und zwar problemlos. die frage ob sie denn keine hände habe, hab ich mir verkniffen und mich entscheiden ihr zu glauben. ich würde mich dann in sechs monaten nochmal melden. zum downgraden.
drinnen und draussen
charles bukowski über kafka:
kafka war […] kein üblicher Intellektueller mit einem kritischen Blick. Kafka war ein gottverdammter kleiner Angestellter, der ein gottverdammt mickriges Leben hatte und darüber schrieb — den Traum und den Irrsinn.[…] Der Schatten, der Traum, der Stumpfsinn. […] Kafka ist alles.
ich habe das, ich gebe es zu, kürzlich, als ich leicht angetrunken nach hause kam, zum einschlafen gelesen. unter alkohol-einfluss, kurz vor dem einschlafen ist bokowski besonders eindringlich. jetzt, nüchterner, immer noch, aber eine spur weniger.
aber was bukowski sagt ist folgendes: das leben ist nicht draussen, es ist im kopf. es ist was wir daraus machen, was wir festhalten, was und wie wir es aufschreiben. das leben ist keine reportage, es ist autobiografie.
natürlich ist der letzte satz den ich gerade schrieb, genauso blödsinnig wie das genaue gegenteil zu behaupten, das leben sei „draussen“. trotzdem. ich mag es lieber texte von leuten zu lesen, die ihr innerstes nach aussen stülpen, als texte von leuten die ihr innerstes unerwähnt lassen, um objektivität vorzutäuschen und lieber pseudoeinfühlsam über andere die ihr innerstes nach aussen stülpen berichten und dabei doch nur ihr innerstes auf das innere der anderen projezieren. ich will vom scheitern lesen, von wut, auch vom glück und vom gewinnen. aber es muss ehrlich sein, nicht inszeniert, nicht projeziert.
und das ist, warum es grossartig ist, dass jeder einfach ins internet schreiben kann. unter anderem. das muss man sich mal vorstellen: bukowski und das internet. das wäre was gewesen.
ein unanständiges angebot …
… kam heute per mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,ich Unterstütze eine große Suchmaschinen-Seite, welche daran arbeitet einen für Deutschland weitaus effektiveren Algorithmus als andere zu entwickeln. Derzeit arbeitet das Team unter voller Auslastung an der Umsetzung. Eines der Prinzipien ist, dass um den Algorithmus kein Geheimnis gemacht werden wird so wie bei Big Google. Wir können weit über die Suche nach bloßen Zeichenketten oder die Abfrage einer Datenbank hinausgehen. Man kann sagen, dass die Suche auf der Erstellung eines offenen assoziativ neuronalen Netzes basiert. Das interessante ist, dass semantische Kategorien aufgrund des Contents automatisch selbst erstellt werden und eine Zuordnung wesentlich erleichtert. Diese Interpretationshypothesen führen zu tatsächlich besseren Suchergebnissen als es derzeit Haika, Powerset, Google oder auch Searchmonkey und Freebase bieten können.
Letztlich besinnen wir uns dabei auf das zurück, was eigentlich die Idee hinter einer Suchmaschine ist. Die Suche nach Informationen anhand von Inhalt.
Ich bin auf der Suche für diesen neuen großen Dienst Blogger zu finden, die einen Blogbeitrag schreiben der Ungekennzeichnet ist. Der Beitrag kann kurz oder lang sein, Sie können ein Video und ein Link einbinden dazu ein kleinen schreiben und fertig. Ich habe Ihr Blog ausgewählt, weil es Interessant ist und es zum Thema passt. Ich nenne den Namen und den Link der Seite in diesem Stadium noch nicht, da es der Auftraggeber nicht so will.
Ich würde mich sehr freuen wenn Sie an einem Paidposting Interesse haben. Dazu senden Sie mir einfach eine Antwort und ich trage Sie ein. Wir werden uns melden sobald wir es für angebracht halten.
Folgende Dinge müssen wir vorab wissen:
- Link zum Blog
- Besucherzahlen/Tag
- E-Mail Adresse
- PreisMit freundlichen Grüßen,
•••••••• ••••••
Kundenbetreuung
••••••• / Agentur für Kommunikation
ich verstehe das nicht. da möchte jemand links auf eine neue suchmaschine kaufen? wozu? um google-juice zu bekommen? google spamen suchmaschinenoptimierung für eine suchmaschine? warum einen link und keinen artikel über die tolle neue suchmaschine? und warum einen „ungekennzeichneten“ link? vor wem soll da was versteckt werden? verstehe ich das recht, dass da jemand danach fragt werbung nicht als solche zu kennzeichnen? ist das nicht eine aufforderung gegen das wettbewerbsrecht zu verstossen?
und dann, warum fragt mich der herr nach dem link zu meinem blog, wenn er es angeblich ausgesucht hat, „weil es Interessant ist und es zum Thema passt“? passt mein logo zum thema? ist es meine neigung zur fäkalsprache die er zum thema passend findet? wozu braucht er meine emailadresse, wenn er mich per email anschreibt? und was ich gar nicht verstehe, was soll daran neu sein, anhand von „Inhalt“ nach „Informationen“ zu suchen?
das schönste finde ich aber den satz „Wir werden uns melden sobald wir es für angebracht halten“. dieser satz hat eleganz. soetwas kann wirklich nur von einem „kundenbetreuer“ kommen.
[nachtrag 20.06.2008]
das an der mail irgendetwas faul war konnte man schnell direkt riechen. spätestens seit robert die sache aufgriff, wurde klar, dass hier irgendwer mit seinem emailprogramm und mit textbausteinen irgend ein schindluder trieb. eben kam eine mail vom urheber dieser mails, der den spam als „experiment“ entschuldigen wollte:
Ich hatte im Namen einer frei erfundenen Person (Matthias Kerner) so eine E-Mail zum Thema Paid-Posting an eine Vielzahl von Blogs rausgeschickt. Sinn ist es gewesen eine anonyme Statistik auf meinem Blog webregard.de zu veröffentlichen, wie viele Blogs (also ohne diese zu nennen) auf so etwas in der jetzigen Blogosphäre darauf eingehen oder reagieren würden.
[…] Nachdem die Mails jedoch nunmehr […] im Netz veröffentlicht wurden merke und befürchte ich, dass mein Vorgehen für alle Beteiligten nicht ganz legitim war. Darum breche ich mein etwas dummes und schief gelaufenes Experiment ab.
leseempfehlung
heiko werning über peta, „milchleid“ und holzklotzmorde.
[liebe taz, seit die taz-blogs „redesignt“ wurden, linken die artikel in allen taz-blogs-rss-feeds auf die jeweiligen rss feeds. das ist richtig doof. könnte da mal jemand reparieren?]
„american gangster“ vs. „the wire“
„american gangster“ ist so ne art prequel zu staffel eins bis vier von „the wire“. „the wire“ 40 jahre vorher. new york statt baltimore. selbst die schauspieler sind zum teil die gleichen. und „american gangster“ fühlt sich ungefähr genauso lang an wie vier staffeln „the wire“. sogar „wire taps“ gibts in „american gangster“ und die tafeln an denen sie die fotos der drogenbosse und leutnants aufhängen scheinen aus dem selben requisiten-lager zu kommen. sehr grossartig.
mach doch mal was mit tieren*
gesichtspümpel
beim XDA war auch eine gerätehalterung mit dabei. nur was macht man damit, wenn man gar kein auto hat?

apropos „pümpel“, eigenartig find ich übrigens, dass jens scholz jetzt auch für bild.de schreibt.
portugiesen-viertel
s-bahn-bäume
sieht aus, als würden die bäume von strom leben. stimmt aber nicht. in echt leben sie von schotter.

„elektrizität ist in deutschland ein milchprodukt“
grimme, kaffee und fernsehen
statt fussball hab ich nen film von lukas von coffeeandtv.de über die verleihung des grimme online preises geguckt. ähnlich spannend wie fussball, aber ein bisschen witziger.
herausragendes neues stilmittel, das ich künftig in allen veranstaltungsberichten auf video sehen möchte, sind parallel eingeblendete tweets im video (zumindest bei berichten von veranstaltungen auf denen lobo und knüwer tanzen).
sehr grossartig.

XDA orbit 2

der XDA den ix von o2 zum testen bekommen habe tut zwar alles, um an ein paar ecken so zu tun als sei er ein iphone, schafft das aber nur oberflächlich. in etwa so, wie die kinderlaptops mit schwarz-weiss-LCD-bildschirm eben keine echten computer sind. trotzdem kann der XDA ein paar dinge die das iphone noch nicht kann: GPS, cut+paste, meinen laptop mit schnellem UMTS versorgen und sich umständlich mit einem stift bedienen lassen.
im 01blog hab ich dem geschenkten gaul ins maul geschaut.
→ weiterlesendas hinterstübchen einer bloggerin

[…] lieber […] blogger […] portraitieren, die tatsächlich „zeitgeschichte schreiben“ und sich obendrein damit abgefunden haben, wie sie aussehen.
bei ankunft und abfahrt hupen?
im hamburger hafen fahren ziemlich grosse kreuzfahrtschiffe ein und aus. insbesondere die schiffe der reederei aida fühlen sich hamburg irgendwie besonders verbunden, besonders seit sie ihre „aida-diva“ in hamburg taufen liess. wenn die schiffe in hamburg einlaufen und das „cruise center“ anfahren oder wenn sie hamburg wieder verlassen, hupen die kreuzfahrtschiffkapitäne wie autofahrer nach einem fussballspiel. warum, weiss ich nicht.
ich weiss auch nicht warum ich nicht hupe, wenn ich mal mit dem auto hamburg verlassen, oder warum reisebusse nicht hupen, wenn sie in hamburg eintreffen oder hamburg verlassen. vielleicht weil es albern wirkt? oder weil dei strassenverkehrsordnung hupen nur zur gefahrenvermeidung und annoncierung eines fussballsieges erlaubt?
warum also hupen kreuzfahrtschiffe in hamburg?
[nachtrag]
huch. das passt, auch wenns wohl mehr mit fussball als mit schiffen zu tun hat.
das leben der anderen

Im Übrigen empfehle ich Menschen, sich nicht mehr als 30 Minuten täglich mit Blogs zu befassen. Das Leben ist draußen.
für ihn ist das wahrscheinlich ein „mühelos“ ausformulierter „gestrandeter Gedanke“, den er ganz locker ins internet „kondensieren“ liess. für mich ist es eher arroganter, überheblicher und gequirlter klugschiss — mit der geistigen tiefe eines kuhfladens.
wenn das leben „draussen“ ist, empfielt es sich dann zeitungen, zeitschriften oder bücher unter freiem himmel zu konsumieren? oder bekommt man für den konsum von qualitätsjournalismus oder literatur nochmal je 30 minuten aus thilo baums empfehlungsmanufaktur zugestanden? was ist mit kunst, mit bildung? die werden ja meistens in weltfernen elfenbeintürmen betrieben und ganz selten, draussen, in der mitte der gesellschaft. überhaupt, wo ist dieses „draussen“? unter freiem himmel, unter menschen oder genau da, wo thilo baum sich befindet?
was rege ich mich überhaupt so auf? ich glaube es ist die durch jede zeile durchscheinende arroganz. arroganz gegenüber leuten die ihr leben, ihre gedanken vor sich ausbreiten und ins internet schreiben oder sich mit dem leben, den gedanken anderer beschäftigen. kurz: die arroganz gegenüber leuten die unter anderem über kleine elektrische kisten miteinander kommunizieren.
die arroganz, zu meinen, anderen leuten empfehlungen geben zu müssen, ihnen zu sagen was gut für ihr leben sei und zu implizieren, dass das was sie so treiben ja gar kein echtes leben sei. teile des lebens anderer schlecht machen, verniedlichen, zum hobby abwerten und als unbedeutsam deklarieren. nicht dass das neu wäre. schnösel die ihre lebensaufgabe im schlechtmachen des lebensstils anderer gefunden haben gab es schon immer. die 68er: zu ungewaschen und zu naiv, die literaten: weltfern im kaffeehaus statt draussen im rauhen wind, der rock’n’roll: zu schmutzig und völlig am ernst des lebens vorbei, die intellektuellen: sowieso an allem elend der welt schuld (nicht erst seit der eröffnung von eva hermans empfehlungsmanufaktur).
andererseits lache ich gerne über schnösel. schnösel die rausgeputzt durchs leben laufen, sich zufrieden im spiegel betrachten und jedem der an ihnen vorbeiläuft hinterherrufen: „ICH BIN SOOO GEIL und ihr könnt so viel von mir lernen.“ nur bei thilo baum fällt es mir schwer. da kann ich nicht lachen, ich kann immer nur denken, das kann der doch nicht ernst meinen, das ist doch so ne missratene, unlustige, umgekehrte horst schlämmer-nummer?
[nachtrag 07.6.2008]
benjamin birkenhake: „Bloggen ist draußen. Bloggen ist wie die großen Pausen früher.“
[nachtrag 08.06.2008]
klaus jarchow: „Den Thilo Baum aber in seinem Lauf, den wiederum halten weder ein Ochs noch ein Esel auf.“
friedbert pflüger vs. anne will
der tagesspiegel zitiert petra pau:
Hoch lebe Friedbert Pflüger, der unfehlbare Vorsitzende des staatlichen Rundfunk-Komitees der CDU Berlin.
wusste gar nicht dass die humor hat.
casanova war kammerjäger
ich glaube ich brauche noch ne weile bis ich die frauen verstehe. oder anders gesagt: ich werde frauen wahrscheinlich nie verstehen. die beifahrerin, beispielsweise, hatte vor ein paar tagen geburtstag. ich habe ihr nach langem, intensiven nachdenken ein — meiner meinung nach — unwiderstehliches geschenk gemacht: ich habe ihr druckerpatronen gekauft.
druckerpatronen die fast so viel wie der drucker selbst gekostet haben und mit denen sie bis in alle ewigkeit drucken kann. die druckerpatronen sind, laut verkäufer (eigentlich waren es zwei verkäufer: sie haben das guter-verkäufer-böser-verkäufer-spiel mit mir gespielt) unkaputtbar, unaustrockenbar und ganz besonders voll und XXL-gross.
die freude der beifahrerin hielt sich in grenzen. obwohl ich ihr zu den druckerpatronen auch noch einen gutschein für ein bücherregal (mit buch oben drauf) schenkte. was sie aber zu meiner überraschung zwei tage später überglücklich machte und stundenlang freudentränen in die augen trieb, war etwas völlig anderes:
fliegengitter! zwei stück für 1,75 € vom grabbeltisch bei aldi. noch nie habe ich die beifahrerin so glücklich gesehen, wie nach der montage der fliegengitter. endlich kann sie abends im bett liegen und dabei bei eingeschaltetem licht geschenkte oder selbstgekaufte bücher lesen. endlich können wir bei geöffnetem fenster zu abend essen. bisher war die beifahrerin nämlich der festen überzeugung, dass das ungeziefer in tausendfacher ausführung vor den fenstern lauert und beim ersten zeichen von licht die wohnung betritt um sie zu quälen.
diese furcht wurde nun durch die fliegengitter besiegt. merke: es sind nicht druckerpatronen oder schuhe die frauen wirklich glücklich machen, sondern fliegengitter.
dieter wiefelspütz vs. michel friedman

dieter wiefelspütz war mir nie sonderlich sympathisch. im gegenteil. nicht nur das bild, sondern auch seine antworten auf beispielsweise abgeordnetenwatch lösten bei mir hin und wieder tiefe aversionen aus. eben habe ich ein interview von wiefelspütz mit michel friedman auf watchberlin gesehen. und ich muss zugeben, wiefelspütz hat bei mir sympathien ausgelöst. wie er sich gegen den brüllenden friedman zu wehr setzt:
„wenn wir ein interview machen …“ — „wir führen ein gespräch!“ — „ein gespräch … dann dürfen sie auf gar keinen fall länger und lauter reden als ich.“
oder sich auf dem sofa hüpfend, wie ein kind freut, wenn friedman ihm recht gibt:
„sie haben recht!“ — „ja wie immer herr friedman. wie immer!“
auch wenn wiefelspütz im laufe des gesprächs gesine schwan mit barack obama vergleicht oder am anfang wie ein 16jähriger mofafahrer auf dem sofa rumfätzt, er hat in meinen augen punkte gesammelt. zumindest hat er sich tapfer gegen michel „pain in the ass“ friedman geschlagen. dafür ein bisschen respekt. kann man gucken.
[kein disclaimer]
brief an einen leser
Am 02.06.2008 um 10:10 schrieb k.:
[…] bzgl. des handys hättes du bei o2 besser noch ein, zwei, drei wochen gewartet, da kommt das neue htc-teil (wird von 02 grad gebrandet) raus: http://www.htc.com/www/product.aspx?id=46278 aber ehrlich, mit nem windows mobile wirst du nicht viel anfangen können.
naja. ich habs von o2 geschenkt bekommen plus 6 monate telefon- und onlinekosten. als gegenleistung soll ich was drüber schreiben und es möglichst vielen leuten zeigen. etwas das ich eh mit jedem neuen handy mache. ich bin mittlerweile bekannt dafür die features meiner handys anderen leuten ins gesicht zu klatschen, ohne rücksicht darauf, ob es sie interessiert oder nicht. und gekauft hätte ich mir so ein windows teil niemals selbst. aber jetzt wo ich es habe, bin ich zu meiner eigenen überraschung gar nicht mal so unzufrieden damit.
die dinger sind interessant, wenn du wie ich outlook nutzt und das dannsyncst. keinen ärger mehr mit irgendwelchen proprietären handy-os mehr. einfach per usb anschliessen und abgleichen. für die vips ist dann push-mail in kombi mit einem exchange-server eine interessante alternative zu bigbrotherblackberry (hab ich viele kunden, die das implementiert ham wollen, aber halt eher geschäftsumfeld).
ich bin stets im geschäftsumfeld. irgendein geschäft ist immer in meiner nähe. aber im ernst. ich steck das teil auch einfach in meinen usb- oder bluetooth-eingang (am laptop) und es gleicht sich ab. mit allem. alle adressen, alle termine, alle todos, alle notizen werden abgeglichen. beim abgleich meiner itunes-playlist und der fotos zickt die kiste noch ein bisschen, aber das ist auch kein problem, denn der interne speicher und die eingebaute memory-card erscheien als festplatten auf meinem desktop. emails zieht sich die kiste per umts und mit imap hab ich auch sowas wie push-email. selbst die eingehenden und ausgehenden sms und anruflisten werden synchronisiert. [für die synchronisations-magie musste ich allerdings 40 dollar in ein fehlendes-synchronisations-programm investieren.]
ich hab somit immer meine kontakte und meinen terminkalender mit dabei.
die hab ich seit 10 jahren immer dabei. zuerst am palm, dann an meinem ersten sony-ericsson, auf drei oder vier nokia-handys und jetzt auf dem xda. eigentlich ist das ja das mindeste was man von einem handy erwarten kann?
darüber hinaus nen tomtom drupp und aus den kontakten heraus anfahren - kwasi. sehr angenehm. ist da für deine tupperware nicht dieses iphonedings besser geeignet?
tomtom hab ich auch drauf, aber das hatte mein nokia n70 auch schon vor zwei jahren. der unterschied mit dem xda-teil ist, dass es mich in kritischen situationen nicht so doof da stehen lässt wie mein altes teil. beim n70 mit der gps-maus passierte es immer wieder, dass mich die beifahrerin fragte: „wo ist denn jetzt die dingensstrasse?“ „sekunde, ich hab gleich die satelliten.“ wenn die gps-maus dann 20 minuten brauchte um die satelliten zu finden, stand ix oft ziemlich lange und ziemlich doof da. der xda findet die satelliten und die position in der regel innerhalb von 2 minuten. das ist sehr angenehm und stärkt mein selbstbewusstsein ins beinahe unermessliche. mit dem tomtom, google-maps und dem gps-kompass fühle ich mich unbe- oder gar verirrbar.
gps kann das iphonedings noch nicht. es hat dafür ein paar andere vorteile. zum beispiel das man nicht erst 8 stunden an dem teil rumkonfigurieren muss, bis alles funktioniert. oder dass man sich webseiten ansehen kan, ohne schreikrämpfe zu bekommen. oder dass man sich nicht zwischen 6 suboptimalen möglichkeiten entscheiden muss, mit denen man texte in das handy eintippt: beim iphone gibt es nur eine suboptimale möglichkeit. andererseits werde ich gerade ganz retroromatisch: das (oder der) xda kan auch die schriftzeichen des palm-pilot verstehen. retro find ich klasse.
10 gegenthesen zu 10 thesen zur digtalen zukunft
dieser artikel von martin weigert ist mittlerweile zwei monate alt. als ich ihn zum ersten mal las, wollte ich jeder seiner zehn these widersprechen. bis jetzt hatte ich noch nicht die zeit das ausführlich zu tun. ich wollte einfach ein bisschen mehr schreiben als: „so ein abgestandener quark.“
also hab ich die thesen als vollzitate genommen und jeweils meinen widerspruch dazuformuliert. die grundaussage von oben bleibt allerdings. wer nicht so gerne liest kann hier aufhören. ich versichere hiermit, die zehn thesen von martin weigert haben ähnlichkeit mit abgestandenen quark. wer mir das nicht glauben will, muss wohl oder übel lesen.
1. Print als Massenmedium stirbt
Ein viel diskutiertes Thema, bei dem für mich nur noch die Frage offen ist, wann es passieren wird, nicht ob. Print als Massenmedium hat keine Zukunft. Die Web-Vorteile geringer Produktions- und Distributionskosten, hoher Flexibilität, entscheidender Aktualität und signifikanter Nähe zum Leser werden Inhalte weiterhin und mit zunehmender Geschwindigkeit vom Papier ins Netz verlagern.
ich halte nicht nur die hauptthese für übermässig steil, sondern auch die paar kümmerlichen annahmen die hier als argumente verkleidet wurden als übermässig steil. mag sein, dass die distributionskosten im web niedriger als bei print sind, aber ich bezweifle, dass die produktionskosten so viel niedriger sind. zum einen sind die kosten qualitativ hochwertiger inhalte unabhängig vom medium sehr, sehr hoch. und wer sagt eigentlich, die digitale distribution oder auslieferung sei wirklich so viel günstiger? eine webseite wie spiegel online zu hosten dürfte nicht ganz trivial und das gegenteil von günstig sein. kosten für die sicherheit und pflge der systeme, die pflege der „community“, die technische weiterentwicklung der site, des content-managment-systems wirken vielleicht vernachlässigenswert im direkten vergleich mit einer hochleistungsdruckerei, aber ich tippe mal, mit nem 20 euro-paket bei strato bekommt man massenmedien nicht geschultert. ein bildblog im übrigen auch nicht mehr.
was ich auch nicht verstehe, warum flexibilität und aktualität so wichtig sein sollen für ein massenmedium. massenmedien sind nicht per definition aktuell, im gegenteil. vielleicht ist genau das gegenteil von aktualität und gehetzter gereiztheit das künftige profilierungsmerkmal für den print: gut abgehangene, sauber recherchierte hintergrundinformationen. grandiose, opulente bildstrecken. reportagen nicht aus den bäumen vor östereichischen psychiatrien geschrieben, sondern aus der distanz, aus dem kaffeehaus oder dem hotelzimmer.
und dann die nähe zum leser. wirklich schlüssig finde ich es nicht, dass das vorhandensein einer kommentar-funktion wirklich mehr nähe zum leser herstellt als das nicht-vorhandensein. ich empfinde nähe zu einem autor oder einem text übrigens nicht abhängig vom medium, sondern abhängig vom schreibstil oder der persönlichkeit die ich hinter die worte projeziere. auch der fehlende rückkanal der printmedien fehlt bei genauer betrachtung eigentlich nicht. ich kann einen print-artikel wunderbar online kritisieren oder korrigieren.
kurz: print als massenmedium bleibt. es wird sich vieles am print ändern, aber papierlos wird die zukunft ganz sicher nicht. die prophezeiung der papierlosen zukunft wird durch mantraartiges wiederholen nicht wahrer oder plausibler.
2. Social Networks werden Kommunikationstool für jedermann
Social Networking ist kein temporärer Hype. Soziale Netzwerke werden langfristig für jeden Menschen zum täglichen Kommunikations- und Informationswerkzeug, auf das man von überall Zugriff hat.
einer platitüde mag ich nicht widersprechen. hilfreicher wäre es, zu überlegen welche arten von sozialen netzen sich künftig bilden. denn auch telefone waren bereits soziale netzwerke, kneipen und kaffeehäuser sind es auch und die künftigen werden sich sicherlich radikal von der derzeitigen, noch sehr rudimentären und primitiven ausprägung, unterscheiden.
kurz: kommunikationstools bleiben kommunikationstools.
3. E-Mail verschwindet nicht
Die E-Mail als das einfachste, praktischste und schnellste Kommunikationsmittel im Web wird nicht verschwinden, aber verstärkt mit Elementen des Social Web verschmelzen.
verstehe ich nicht. warum sollte email (die elektronische übermittlung von nachrichten) verschwinden? die protokolle werden sich sicher verändern und weiterentwickeln, aber weg geht das nicht mehr: email bleibt.
4. “The Winner takes it all”-Theorie behält Gültigkeit
Einzelne Bereiche des Internetgeschäfts werden weiterhin von einem (oder wenigen) großen Anbieter dominiert. Für Nischenanbieter lässt es sich aber auch im Long Tail gut leben.
auch hier mag ich nicht wirklich widersprechen. ausser vielleicht, dass ich gerne noch eine steile these hinterherschieben möchte. die dynamik mit der nischenanbieter und dominierende unternehmen ihre plätze tauschen wird zunehmen. oder anders gesagt: aus einem nischenanbieter wird auch in zukunft über nacht ein globaler spieler werden können: das netz ist und bleibt dynamisch.
5. Personalisierte Werbung wird zum Standard
Im Netz brauchen sich Werbetreibende keine Streuverluste mehr zu leisten. Das Ausliefern von maßgeschneiderten Anzeigen, basierend auf den soziodemografischen Daten und Präferenzen des Users, entwickelt sich zum allgemein akzeptierten Standard.
ich halte es für einen irrtum, dass man menschen dinge die sie nicht interessieren, mit soziodemografischen daten schmackhaft machen kann. das problem ist nicht nur weiterhin eine ungeheuer grosse technische herausforderung oder die blödheit der werber, sondern einfach die tatsache, dass man auch mit einer 24-stunden-überwachung eines menschen nicht herausbekommt was ihn wirklich interessiert und was nicht. werbung pisst den konsumenten auch massgeschneidert an, streuverluste sind optimierbar, aber unvermeidlich. personalisierte werbung ist genauso unpersönlich wie unpersonalisierte werbung: personalisierte werbung bleibt ein feuchter wunschtraum von werbefuzzis.
6. E-Commerce steigt zu populärem Geschäftsmodell auf
In Zukunft gerät das Verkaufen von realen und virtuellen Gütern verstärkt in den Blickpunkt von Anbietern, die heute noch nichts mit Handel im Netz zu tun haben. Die Erzielung transaktionsbasierter Umsätze macht Webanbieter unabhängiger vom Schwankungen unterworfenen Werbemarkt.
ich dachte wir reden hier von thesen zur digitalen zukunft? e-commerce ist bereits ein populäres geschäftsmodell. abgesehen davon passt in diese these so ungefähr jedes zukunfts-szenario, man könnte es auch so sagen: immer mehr leute kaufen online, aber die meisten kaufen in absehbarer zukunft weiterhin in geschäften ein: e-commerce bleibt. einzelhandel auch.
7. Bezahlte Inhalte erleben Renaissance
Der momentane Trend, sämtliche Inhalte im Web kostenlos anzubieten, wird abflauen. Gerade für Qualitätsangebote, die auf hohe Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit setzen, kann sich das Bereitstellen von Content gegen Gebühr als (wirtschaftliches) Erfolgsrezept erweisen. Anzunehmen, dass sämtliche digitalen Inhalte, für die bisher bei physischer Distribution bezahlt wurde, in Zukunft durch Werbung finanziert werden könnten, ist Illusion.
nach punkt 5 werden wir zum zweiten mal zeuge wie ein wunschgedanke zu einer these umgeschmiedet wird. es wird in der digitalen informations-ökologie keinen weg geben, inhalte oder content zu verkaufen, zumindest nicht in der grössenordnung eines massenmarktes. was google nicht findet gibt es nicht und was noch schlimmer ist: es ist irrelevant.
es gibt vielleicht ein paar ausnahmen, inhalte mit denen sich der konsument stark identifiziert, musik, filme, manche texte. sobald es techniken gibt, die die einfache und freiwillige zahlung eines obulus, also einer spende erlauben, könnte man von einer solchen renaissance sprechen. ein paar musiker zeigen wie soetwas funktionieren kann, alles umsonst weggeben, aber entweder für aufwändig gestaltete CD-editionen oder qualitativ hochwertigere downaloads zahlen die fans gerne. auf freiwilliger basis. das funktioniert auch bei open-source software seit jahren ganz gut, viele autoren können von kostenlos verteilter software ganz gut leben. ebenso könnte das über mediensprünge funktionieren: die musik im netz kostenlos, das konzert kostet. die texte im netz kostenlos, aber die opulente printausgabe, das best of, die lesung, das buch mit goldbordüre kostet.
aber im netz für etwas bezahlen müsen, wird weiterhin als bauernfängerei gelten. da helfen weder spin-doktoren, pr-fuzzis oder wunschdenken: bezahlte inhalte funktionieren im web nicht.
8. Marketing wird erheblich komplizierter
Dank der allgegenwärtigen Möglichkeiten zum Abrufen und zum Erstellen von weltweit verfügbaren Informationen lassen sich Konsumenten nicht länger durch leere Werbeversprechen täuschen. Verbraucher werden zu Prosumenten, die die Kunde von guten oder schlechten Produkterlebnissen sofort im Netz weitertragen. Dieses Phänomen wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich verstärken.
das wort prosumenten ist ja so ein komlizierter marketingbegriff der genauso erkenntnisfördernd ist wie das wort „kolosskalmar“. prosument ist eine in buchstaben gegossene platitüde: die menschen sind nicht so doof wie marketingfuzzis sie immer gehalten haben. nur haben die marketingfuzzis das bisher nicht gemerkt. jetzt wo ihnen der wind ins gesicht bläst merken sie es und geben dem wind namen. anders gesagt, marketing war immer schon komliziert, wird es immer bleiben, insbesondere wenn das produkt scheisse ist. kurz: marketing bleibt kompliziert.
9. Physische Distribution von Musik und Film ist bald Geschichte
In wenigen Jahren werden Musik und Filme nur noch digital über das Netz verkauft und vertrieben. Die Zeit optischer Datenträger ist dann abgelaufen.
hier hat martin weigert ein entscheidendes „wenn“ vergessen. richtig muss es heissen: „Physische Distribution von Musik und Film ist Geschichte, sobald DRM Geschichte ist.“ solange elektronisch veteilte musik oder filme damit kundenfeindlich verseucht werden, solange die usability, die funktionalität und zuverlässigkeit dieses vertriebskanals so dermassen unter aller sau ist, solange werden auch datenträger verkauft. musik, video und filme werden allgegenwärtig, der einzige grund sie zu kaufen ist sie zu besitzen und zu einem frei gewählten zeitpunkt konsumieren zu können. ich will musik die ich kaufe auch in 10 jahren noch hören können, wen mein ipdod und mein festplattenbackup längst durch altersschwäche oder fehlbedienung alle ihre daten verloren haben. ich will in mein regal greifen und den film gucken wann ich will und ich will und nicht nach der pfeife des „rechteinhabers“ tanzen müssen. der mensch sammelt und will besitzen. DRM und rechtemanagement sind eine illusion der industrie bei der die konsumenten auf dauer nicht mitspielen werden. bei der musikindustrie ist diese erkenntniss auch nach 10 jahren erfahrung erst ansatzweise angekommen. warum sollte das bei der filminsustrie schneller gehen? these 9 lege ich auf wiedervorlage, in ca. 20 jahren: DRM ist gift für die digitale distribution.
10. Lineares Fernsehen wird sich (vorerst) behaupten
Die On-Demand-Konsumtion von visuellen Inhalten nimmt zwar zu, aber die mit herkömmlichen Fernsehen verbundene Möglichkeit zur vollständigen Passivität des Zuschauers sichert klassischen TV-Sendern mit starrem Programmschema vorläufig die Existenz. Selbst der größte Freund der digitalen Revolution genießt es noch gelegentlich, sich auf der Couch für einen Augenblick passiv berieseln zu lassen.
lineares fernsehen ist tot. zumindest für mich. wenn ich fernsehen gucke, dann auf DVD als UK-import. wenn mich das zeug im fernsehen noch interessieren würde, würde ich es ausschliesslich per festplattenrekorder konsumieren. selbst der angebliche passive zuschauer wird die vorzüge der entlinearisierung entdecken, wenn festplattenrekorder bezahlbar und genauso einfach wie lineares fernsehen zu bedienen (und konfigurieren) sind. auch die letzte hochburg des linearen fernsehens, wetten dass …? ist auf dem absteigenden ast, bzw. auf dem weg in den longtail.
selbst die letzte bastion des linearen fernsehens, der sport, wird durch die verlagerung ins werbeverseuchte privatfernsehen den umsatz von festplattenrekordern anheizen. wenn ich formel1 gucke, dann am liebsten mit 10 bis 20 minuten zeitverzögerung, die mir erlaubt die werbung zu überspringen. eine bastion des linearen fernsehens wird bestehen bleiben: die sport-kneipe mit fernseher und pay-tv. dem rest werden tivo und co. den garaus machen: das lineare fernsehen wird irrelevant.



