kal­ter kaf­fe, um­ge­rührt

felix schwenzel

viel in­ter­es­san­ter als ein ar­ti­kel sind manch­mal die re­ak­tio­nen dar­auf. mei­ne klei­ne, un­le­ser­li­che zu­sam­men­fas­sung des me­dia cof­fee am diens­tag im ham­burg hat un­ter an­de­rem zu ei­nem be­su­cher­an­sturm aus dem fi­sche­r­Ap­pelt-netz­werk ge­führt, al­lein ges­tern zähl­te der pphlog­ger mehr als 10 ein­zel­ne be­su­cher. da fir­men wie fi­sche­r­App­let alle hin­ter ei­nem rou­ter/pro­xy sit­zen, dürf­te die wah­re zahl noch et­was hö­her lie­gen. heu­te auch wie­der sechs zu­grif­fe, vie­le von ei­nem do­ku­ment aus dem fi­sche­r­Ap­pelt-in­tra­net. hier in der heim­statt der ge­pfleg­ten fä­ka­li­en hat sich herr cords von fi­scher app­let al­ler­dings noch nicht zu wort ge­mel­det. wohl aber bei spree­blick, bei der kon­ku­renz (die zu­grif­fe aus edel­mann-haupt­quar­tier sind ganz be­schei­den, ges­tern ge­ra­de mal zwei) und gleich mehr­fach bei ba­sic­thin­king (hier und hier). teil­wei­se ent­wi­ckel­ten sich dort in­ter­es­san­te dis­kus­sio­nen, er jus­tier­te mei­ne un­ge­nau­en zi­ta­te et­was nach, blieb aber kon­se­quent auf sei­ner li­nie: blogs sind bis auf ein her­aus­ra­gen­des pro­mil­le öde-po­pö­de. re­spekt an john­ny, ro­bert und wolf­gang wie sie cords sach­lich-freund­lich aber be­stimmt die hose run­ter­las­sen. mat­thi­as mül­ler von blu­men­cron scheint das al­les scheiss­egal zu sein. vom spie­gel-pro­xy kein ein­zi­ger zu­griff in den letz­ten ta­gen. re­spekt. da kann ei­ner igno­rie­ren. von blu­men­cron zu ler­nen heisst sie­gen ler­nen. klaus-pe­ter frahm zeigt sich ent­täuscht dass ich mich nicht in der ver­an­stal­tung zu wort ge­mel­det hät­te, bleibt aber auch kon­se­quent bei sei­ner „och-ja-nee“-hal­tung. news­ak­tu­ell hat plötz­lich auch ein er­höh­tes in­ter­es­se an fä­ka­li­en und be­schert mir stünd­li­che be­su­cher aus dem news­ak­tu­ell-haupt­quar­tier. phil­ip graf dön­hof ist sich nicht zu fein (ob­wohl ich ihm leicht ans bein ge­pisst habe) sich hier kurz zu wort zu mel­den. da­für be­kommt er spä­ter eine klei­ne por­ti­on „kon­struk­ti­ve“ kri­tik.


frei­heit­lich lob­by­is­ti­sche par­tei deutsch­lands

felix schwenzel

dass die fdp eine par­tei des hoh­len ge­sab­bels ist, soll­te je­dem klar sein der ein­mal gui­do wes­ter­wel­le live er­lebt hat. aber dass sie un­ge­prüft je­den scheiss glau­ben und durch­zu­set­zen ver­su­chen de­nen ih­nen ein an­zug­trä­ger (aka lob­by­ist) ins ohr flüs­tert, soll­ten auch die wis­sen, die wes­ter­wel­le noch nicht live er­lebt ha­ben. „bür­ger­rech­te“ wer­den in der fdp mal eben mit lobb­by­is­ten­sprech ver­wech­selt. über­ra­schend ist das wie ge­sagt nicht.


me­dia markt fin­det fä­ka­li­en scheis­se

felix schwenzel

der me­dia­markt ant­wor­tet auf re­nés email:

Noch ein­mal: Sach­li­che Kri­tik ist uns je­der­zeit will­kom­men. Fä­kal­aus­fäl­le je­doch, über die der Ver­fas­ser im Nach­hin­ein den Deck­man­tel der Mei­nungs­frei­heit zu brei­ten ver­sucht, ver­bit­ten wir uns.

dum­my os­ten

felix schwenzel

auch wenn die nike wer­bung schal­ten, wer­de ich mir die ak­tu­el­le dum­my wohl auch wie­der kau­fen, al­lei­ne we­gen die­sem­ar­ti­kel:

For Kim / Nord­ko­rea kommt im­mer so schlecht weg. Wir ha­ben die staat­li­che Pres­se­agen­tur mal ge­be­ten, uns das Land aus ih­rer Sicht zu zei­gen
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kal­ter me­di­en-kaf­fee zu web2.0

felix schwenzel

ges­tern abend lud news­ak­tu­ell zum me­dia cof­fee ein, the­ma „web 2.0 — wie ver­än­dern sich me­di­en und pr?“. ge­la­de­ne gäs­te auf dem po­di­um wa­ren lars-chris­ti­an cords, fi­sche­r­Ap­pelt kom­mu­ni­ka­ti­on, phil­ip graf dön­hof, net­zei­tung, klaus-pe­ter frahm, news­ak­tu­ell, ste­fan keu­chel, goog­le, ma­thi­as mül­ler von blu­men­cron, spie­gel on­line, mo­de­riert von anet­te hil­le­brand, aka­de­mie für pu­bli­zis­tik. eine lus­ti­ge, gut­ge­laun­te run­de. ob­wohl so rich­tig gut­ge­launt war nur der blu­men­cron. der hat­te ein dau­er­grin­sen auf­ge­setzt und blick­te stän­dig er­war­tungs­froh ins pu­bli­kum.

die dis­kus­si­on ent­wi­ckel­te sich zwar im lau­fe des abends in eine th­ree-men-show von blu­men­cron, keu­chel und cords. blu­men­cron wur­de vom ver­an­stal­ter auch gleich „pu­bli­kums­ma­gnet“ be­för­dert. frahm be­kam im lau­fe der dis­kus­si­on kaum die ge­fal­te­ten hän­de vorm ge­sicht weg, dön­hof lang­weil­te sich of­fen­bar et­was und konn­te mit dem the­ma nicht all­zu­viel an­fan­gen.

nach ei­ner kur­zen be­griffs­er­klä­rung an­geb­li­cher web2.0 be­grif­fe wie rss, pod­cast, vod­cast, chat, track­back, wiki, fo­rum, die alle teil­neh­mer der run­de reih­um er­klä­ren soll­ten um bil­dungs-gleich­stand im pu­bli­kum zu er­rei­chen ging die ers­te fra­ge an blu­men­cron: „was sind die ge­fah­ren von web2.0 für die klas­si­schen, eta­blier­ten me­di­en?“ blu­men­cron blieb er­staun­lich dif­fe­ren­ziert: „das al­les ist kei­ne be­dro­hung, das ist eine er­gän­zung.“ die klas­si­schen me­di­en hät­ten nach wie vor gros­se be­deu­tung, die le­ser­zah­len wür­den wei­ter stei­gen, es gäbe da kei­ne wirk­li­che kon­ku­renz­si­tua­ti­on. al­ler­dings kom­me deutsch­land in sa­chen blogs nicht rich­tig vor­an. in ame­ri­ka wäre da eine viel grös­se­re viel­falt und die ame­ri­ka­ni­schen blogs wä­ren viel­fach viel in­ter­es­san­ter. sein lieb­lings­blog sei „paid­con­tent“, das sei rich­tig in­ter­es­sant, da wür­de er al­les wich­ti­ge aus der me­di­en­sze­ne er­fah­ren. die wür­den auch geld mit wer­bung und ver­an­stal­tun­gen ver­die­nen und das sei ja auch gut und rich­tig so. ent­we­der man ver­die­ne mit blogs geld oder sei, wie die ame­ri­ka­ner sag­ten, ein „trust­fund baby“. von blogs habe er auch eine men­ge ge­lernt, näm­lich vor al­lem ei­nen of­fe­nen um­gang mit feh­lern. und da hät­ten die deut­schen me­di­en gros­sen nach­hol­be­darf. deut­sche zei­tun­gen hät­ten (fast) alle kei­ne kor­rek­tur­spal­te (räus­per, wo ist die kor­rek­tur­spal­te von spon?). blogs wür­den die­se funk­ti­on zum teil sehr gut er­fül­len. „da­mit müs­sen wir um­ge­hen ler­nen. blogs sind eine neue macht­vol­le stim­me für je­der­mann.“ spä­ter wies blu­men­cron noch auf eine be­son­der­heit der deut­schen on­line-land­schaft hin. über­all auf der welt wä­ren die stärks­ten und re­le­van­tes­ten on­line­an­ge­bo­te die von ta­ges­zei­tun­gen, nir­gend­wo wür­den wie in deutsch­land die wo­chen­ma­ga­zi­ne den on­line­markt be­herr­schen (spon, stern, zeit). wenn man be­den­ke, dass on­line die zu­kunft des jour­na­lis­mus lie­ge und tags­über die haupt­in­for­ma­ti­ons­quel­le „on­line“ sei, wür­den die zei­tun­gen ge­ra­de ihre ei­ge­ne zu­kunft ver­pen­nen. das be­rei­te ihm sor­gen, sag­te er grin­send.

keu­chel hau­te be­rech­tig­ter­wei­se in die glei­che ker­be wie blu­men­cron: in deutsch­land wer­de sei­ner mei­nung nach die zu­kunft der blogs ver­schla­fen. wenn man be­den­ke, dass das „fros­ta-blog“ das er­folg­reicht­se cor­po­ra­te-blog in deutsch­land sei (la­chen im saal), sehe man, dass man in deutsch­land stän­dig nur die ge­fah­ren von blogs se­hen wür­de und nicht die chan­cen und po­ten­zia­le die sich er­gä­ben. cords mein­te er wäre zwar ger­ne der be­ra­ter ge­we­sen der fros­ta emp­foh­len hät­te zu blog­gen, aber (qed!) er wür­de nie­man­dem emp­feh­len ein cor­po­ra­te blog zu ma­chen. die „ri­si­ken“ sei­en zu hoch, die deut­sche un­ter­neh­mens­kul­tur sei noch nicht so weit, es herr­sche auf al­len sei­ten nicht ge­nü­gend ver­trau­en und aus­ser­dem kön­ne eh nie­mand „die re­spon­ses hän­deln“.

phil­ip graf dön­hof er­zähl­te was web2.0-mäs­sig so bei der net­zei­tung los sei. in etwa so eu­pho­ri­sie­rend und mit­reis­send wie die rea­ders edi­ti­on sich zur zeit dar­stellt, er­zähl­te er auch da­von. das sei halt so ne zei­tung die von le­sern er­stellt wer­de, die mo­de­ra­to­ren ge­stal­te­ten kräf­tig mit und sei­en so eine art „be­treu­te le­ser“, auch wenn un­ter den mo­de­ra­to­ren teil­wei­se „ech­te“ jour­na­lis­ten sei­en. man schu­le die mo­de­ra­to­ren in work­shops und eine re­dak­teu­rin ver­ant­wor­te das gan­ze. was man denn da be­son­de­res be­kom­me bei der rea­ders edi­ti­on, warf die mo­de­ra­to­rin ein. „nun“, stam­mel­te dön­hof, vor al­lem eine stär­kung der re­gio­na­len be­richt­erstat­tung. ups. ich habe die RE seit dem start abo­niert, aber re­gio­na­les habe ich da noch nicht all­zu­viel ge­le­sen. ich ver­mu­te ja eher, das pro­jekt ist re­dak­ti­ons­in­tern be­reits ab­ge­schrie­ben, als ge­schei­tert, lang­wei­lig und die er­war­tun­gen nicht er­fül­lend, im pa­pier­korb ge­lan­det. oder dön­hof ist ex­trem un­ta­len­tiert im ver­kau­fen. viel­leicht auch bei­des.

was denn das span­nen­de an web2.0 wäre, frag­te die mo­de­ra­to­rin. blu­men­cron mein­te web2.0 sei voll re­tro. des­halb sei es auch so hip. das be­geis­ter­te die mo­de­ra­to­rin: „das ist mor­gen die über­schrift!“. blu­men­cron mein­te wenn man be­den­ke, dass das web be­reits in der ver­si­on 1.0 to­tal „an­ar­chisch“ ge­we­sen sei, dass be­reits da­mals je­der sa­gen konn­te was er wol­le habe sich ei­gent­lich gar nicht so viel ver­än­dert. zum bei­spiel hät­te vor 10 jah­ren die gan­ze „com­mu­ni­ty“ laut ge­schrien als spie­gel on­line ging und dann auch noch wer­bung mach­te (ko­misch, hab ich da­mals nicht mit­be­kom­men, hört sich an wie ein ur­ba­ne le­gen­de). trotz­dem habe sich vie­les ver­än­dert, vor al­lem tech­nisch, al­les sei schnel­ler, ein­fa­cher, ver­netz­ter, macht­vol­ler ge­wor­den.

[mor­gen mehr dar­über wie lars-chris­ti­an cords sich in rage re­de­te, ste­fan keu­chel kein wort über goog­le ver­lor und klaus-pe­ter frahm und phil­ip graf dön­hof fast nichts sag­ten.]

die mo­de­ra­to­rin frag­te ir­gend­wann das pu­bli­kum, wer denn al­les sel­ber blog­ge. da ich ge­ra­de in dem mo­ment da­bei war was ins in­ter­net zu schrei­ben und eh nicht mehr blog­ge konn­te ich nicht auf­zei­gen, aber auch nicht se­hen wie­vie­le blog­ger sich mel­de­ten. ich glau­be es wa­ren vier oder fünf fin­ger. lars-chris­ti­an cords nahm den ge­rin­gen an­teil blog­ger im pu­bli­kum als steil­vor­la­ge: „sie ver­pas­sen da aber auch nix.“ blogs sei­en im­mer noch „zu 99,9% ego­zen­tri­scher, selbst­re­flek­tier­ter schrott auf dem ni­veau von teen­ager-ta­ge­bü­chern.“ was man you­tube, my­space und sonst­wo fin­de sei al­les so un­ter­ir­disch, „da möch­te man sich gar nicht mit aus­ein­an­der­set­zen.“ [nach­trag: cords meint er habe fol­gen­des ge­sagt: „ 99,99% des In­halts im Web 2.0 ist das Er­geb­nis von ego­zen­tri­schen Selbst­re­flek­tie­rern und hat das Ni­veau von Teen­ager-Ta­ge­bü­chern.“] cords fing an sich in rage und ins herz des pu­bli­kums zu re­den. un­ter­bro­chen nun nur noch ab und an von mat­ti­as mül­ler von blu­men­cron und klaus-pe­ter frahm, wo­bei blu­men­cron ver­such­te cords aus­sa­gen zu re­la­ti­vie­ren („wir er­hal­ten durch­aus in­ter­es­san­tes aus der le­ser­schaft“, „die al­ten hier­ar­chien las­sen sich nicht auf­recht­erhal­ten“) und frahm das von cords ge­sag­te noch­mal für we­ni­ger sprach­be­gab­te lai­en zu­sam­men­fass­te: was er da ge­sagt hät­te sei to­tal 2004 und pro­vo­kant. blogs sei­en mitt­ler­wei­le er­wach­sen ge­wor­den. [nach­trag: ich habe das von herrn frahm ge­sag­te stark ver­ein­facht. hier in den kom­men­ta­ren steht es von ihm selbst nach­jus­tiert et­was de­tail­ier­ter. tzz. im ge­däch­nis blei­ben im­mer nur die schrei­häl­se.]

cords wur­de jetzt mun­ter und lei­te­te sei­ne nächs­te run­de mo­no­log mit ei­ner rhe­to­ri­schen fra­ge an sich selbst ein: „mich in­ter­es­siert mei­nungs­bil­dung. wie kann ich mei­nung be­ein­flus­sen?“ er fra­ge sich ob „wir“ es mit ei­ner art schwarm­in­tel­li­genz (der olle pro­fi wuss­te das: beim wort schwarm­in­tel­li­genz lach­te sich das pu­bli­kum halb schief) zu tun be­kom­men wür­den, mit so ei­ner „voll de­mo­kra­ti­schen, ir­gend­wie ver­edel­ten mei­nungs­bil­dung“ oder ob sich wie­der „con­tent­py­ra­mi­den“ von mei­nungs­füh­rern bil­den wür­den, de­nen dann alle wie im print in ei­ner art her­den­trieb fol­gen wür­den. ihn wür­de in­ter­es­sie­ren wie man dort die mei­nun­gen be­ein­flus­sen kön­ne, ob man sich mit die­sen schwär­men aus­ein­an­der­set­zen müs­se oder eben doch nur ein paar mei­nungs­füh­rer. „wie kann ich die mei­nun­gen be­ein­flus­sen?“ frag­te er die run­de. mit an­de­ren wor­ten, er frag­te wie er künf­tig sei­nen job er­le­di­gen sol­le.

ste­fan keu­chel flüs­ter­te ihm von der sei­te zu, er sol­le sich doch mal an­schau­en was mit der mei­nungs­bil­dung bei der „du bist deutsch­land“-kam­pa­gne pas­siert sei. da hät­te die mei­nungs­bil­dung doch fast nur bei spree­blick statt­ge­fun­den. cords wur­de jetzt ein biss­chen emo­tio­nal. das sei ja al­les „ok“ ge­we­sen, die mo­ti­ve der flickr grup­pe sei­en teil­wei­se bes­ser ge­we­sen als die ori­gi­nal-mo­ti­ve. ABER DAS SEI AL­LES DER JOHN­NY HAEUS­LER GE­WE­SEN! DER HABE DAS AL­LES GE­MACHT! SO­GAR DIE PHO­TO­SHOP TEM­PLA­TES UM DIE KAM­PA­GNE ZU VER­UL­KEN! AL­LES JOHN­NY HAEUS­LER! wer denn die­ser haeus­ler sei, frag­te die mo­de­ra­to­rin im na­men des pu­bli­kums. ACH DAS SEI DER BLOG­GER SCHLECHT­HIN DER DIE­SE GAN­ZE CHOO­SE MIT DEN WEB­LOGS INS ROL­LEN GE­BRACHT HÄT­TE, MIT SONER JAM­BA-GE­SCHICH­TE DIE DANN GANZ GROSS GE­WOR­DEN SEI WEIL DER SPIE­GEL SIE AUF­GE­GRIF­FEN HÄT­TE (dar­auf folg­te ein vor­wurf­vol­ler blick in rich­tung blu­men­cron). „DAS WAR AL­LES DER HAEUS­LER, DER REST IST ZU NEUN­UND­NEUN­ZIG KOM­MA NEUN PRO­ZENT IR­RELE­VANT!“

nach­dem cords den bo­den des po­di­ums mit hun­der­ten klei­nen aus­ru­fe­zei­chen aus­ge­legt hat­te, aber doch noch ir­gend­wie die kur­ve zur un­ter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on hin­be­kom­men hat­te und plötz­lich die the­se im raum stand es gehe im­mer öf­ter um ei­nen kampf der eta­blier­ten mit et­was neu­em, un­be­re­chen­ba­ren, wi­der­sprach blu­men­cron; john­ny haeus­ler sei mitt­ler­wei­le durch­aus eta­bliert, so­gar selbst ver­le­ger: „der ist jour­na­list wie da­mals der kress“, der sich ir­gend­wo hin­ge­setzt habe und sein ding durch­ge­zo­gen habe. neu sei, dass heut­zu­ta­ge je­der ei­nen un­ter­neh­mens­skan­dal aus­lö­sen kön­ne. und da sei eben in­ter­es­sant: „wie gehe ich mit mei­nen feh­lern um?“ an der mei­nungs­bil­dung sei­en nun ein­fach sehr viel mehr men­schen be­tei­ligt.

ans pu­bli­kum ge­wandt sag­te blu­men­cron: „wenn sie alle blog­gen wür­den, dann wer­den wir uns das ganz ge­nau an­gu­cken. und wenn da was lus­ti­ges da­bei ist oder was pein­li­ches, dann ma­chen wir eine ge­schich­te dar­aus.“ ob­wohl blu­men­cron be­reits seit gut an­der­t­alb stun­den un­un­ter­bro­chen grins­te, leg­te er an die­ser stel­le noch­mal et­was zu. kei­ne ah­nung ob das eine an­kün­di­gung war, dass spie­gel-on­line das ni­veau künf­tig noch ein biss­chen sen­ken möch­te oder ob das eine dro­hung oder war­nung an die ham­bur­ger ge­schäfts­welt war die fin­ger vom blog­gen zu las­sen.

cords woll­te dann auch noch­mal was sa­gen. er fän­de doof dass das the­ma web2.0 im­mer auf „die­se blogs“ re­du­ziert wer­de. viel re­le­van­ter sei­en doch the­men wie „breit­band“ und das nun dank ei­ner viel­zahl an tech­ni­schen in­no­va­tio­nen vi­deo und au­dio viel ein­fa­cher vi­ral un­ter die leu­te zu brin­gen sei. man kön­ne die leu­te ja per vi­deo viel bes­ser emo­tio­nal pa­cken, es tä­ten sich vie­le span­nen­de po­ten­zia­le die un­ter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on auf. die sa­che mit dem „lo­nely­girl15“ fän­de er span­nend ob­wohl das ja wohl ein „kul­tu­rel­les pro­jekt“ ge­we­sen sei. aber das hät­te ge­zeigt, wie die „eta­blier­ten“ es den blog­gern, den usern mal in sa­chen „cul­tu­ral hack­ing“ zu­rück­zah­len könn­ten. blu­men­cron wi­der­sprach und wies dar­auf hin, dass die ma­cher von „lo­nely­girl15“ kei­nes­falls eta­blier­te ge­we­sen sei­en, im ge­gen­teil. „hät­ten aber sein kön­nen!“ rief cords. was sich durch­set­zen wür­de, hier wie da, auf you­tube, in blogs, bei den „eta­blier­ten“ sei qua­li­tät. wenn et­was gut und au­then­tisch sei, dann kä­men die leu­te auch.

am ende muss­te ich mir ein­ge­ste­hen, der­je­ni­ge in der run­de der am bes­ten ver­stan­den wie das mit die­sem in­ter­net­dings und die­sem an­geb­li­chen web­zwo­null­dings läuft war ma­thi­as mül­ler von blu­men­cron. lars-chris­ti­an cords steht wie der ochs vorm webw­zo­null­ber­ge und ver­steht die welt nicht mehr. er kann sei­nen job nicht mehr or­dent­lich ma­chen weil er nach 5-9 jah­ren blog­dings im­mer noch nicht raus­be­kom­men hat wie man die­ses ding be­ein­flus­sen kann. al­les was ihm ein­fällt ist: „au­dio und vi­deo, da pa­cken wir sie vi­ral und emo­tio­nal. die mehr­heit möch­te eh pas­siv kon­su­mie­ren.“ ste­fan keu­chel ist viel sym­pa­thi­scher als sei­ne af­fi­ge fri­sur ver­mu­ten lässt. und er kennt blog­ger per­sön­lich und glaubt dar­an, dass blog­ger mei­nun­gen be­ein­flus­sen kön­nen. huh. wie phil­ip graf dön­hof aus­sieht habe ich ge­nau­so ver­ges­sen wie das was er ge­sagt hat. als ich eben noch­mal mei­ne no­ti­zen durch­ge­gan­gen bin habe ich den ein­druck ge­won­nen er habe gar nix ge­sagt. hat er aber. glau­be ich. ge­nau­so wie der klaus-pe­ter frahm. nur was? steht si­cher bald im me­dia­cof­fee blog. oder in den kom­men­ta­ren. oder sonst­wo.

[nach­trag]
aus­ser­dem zum the­ma:

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zi­ta­te am abend

felix schwenzel

„web 2.0 ist voll re­tro.“
mat­ti­as mül­ler von blu­men­cron, spon.

„blogs und das was man da so sieht ist ist im­mer noch zu 99,9% ego­zen­tri­scher, selbst­re­flek­tier­ter schrott auf dem ni­veau von teen­ager ta­ge­bü­chern. […] was sie bei you­tube, my­space und über­all fin­den, das ist al­les so un­ter­ir­disch, da möch­te man sich gar nicht mit aus­ein­an­der­set­zen.“
lars-chris­ti­an cords, fi­sche­r­Ap­pelt kom­mu­ni­ka­ti­on

ge­sagt so­eben auf dem me­dia cof­fee von news­ak­tu­ell in ham­burg.

[nach­trag]
zum me­dia cof­fee gibts jetzt auch wie der chef von news­ak­tu­ell sag­te, „ei­nen blog“.

[nach­trag]
lars-chris­ti­an cords:

Tat­säch­lich habe ich ge­sagt: „99,99% des In­halts im Web 2.0 ist das Er­geb­nis von ego­zen­tri­schen Selbst­re­flek­tie­rern und hat das Ni­veau von Teen­ager-Ta­ge­bü­chern.“

ix bin wohl ein arsch­loch

felix schwenzel

bes­ter kom­men­tar seit lan­gem und über­haupt von ver­tan auf spree­blick:

Der Anus ist ein sehr sen­si­bles Or­gan. Der Ring­mus­kel im Af­ter ist ver­gleich­bar mit dem des Mun­des (Lip­pen). Der Hin­ter­aus­gang ist wahr­schein­lich mit mehr Ner­ven­endun­gen ver­se­hen als der Ein­gang. - Arsch­lö­cher sind ein­fach sehr sen­si­bel.

aus­ufern­de pri­va­te ver­viel­fäl­ti­gung

felix schwenzel

ich kanns ja ei­gent­lich nicht mehr hö­ren. das ewi­ge ge­jam­mer der pho­no­ver­bän­de:

Doch die CD-Ver­käu­fe ha­ben sich bei rund 54,6 Mil­lio­nen Al­ben sta­bi­li­siert. „Das sind gute Zei­chen“, meint Mi­cha­el Haent­jes von den Deut­schen Pho­no­ver­bän­den. Den­noch fal­le die Markt­ent­wick­lung schwä­cher aus als er­hofft. Schuld sei­en „die un­ge­lös­ten Pro­ble­me durch aus­ufern­de pri­va­te Ver­viel­fäl­ti­gung“.

es sind im­mer die an­de­ren. glück­li­cher­wei­se gibt es leu­te die ver­stan­den ha­ben, das drm mu­sik nicht schützt, dass die kri­mi­na­li­sie­rung der ziel­grup­pe nicht hilft und dass die ewig­gest­ri­gen pen­ner be­reits ver­lo­ren ha­ben. es gibt al­ter­na­ti­ven. ver­trau­en und fans ge­winnt man nicht vor ge­richt.


amts­vor­mund­schaft

felix schwenzel

ein dol­les wort, „amts­vor­mund­schaft“. was es be­deu­tet, wenn meh­re­re äm­ter, ge­rich­te, fa­mi­li­en, bür­ger­meis­ter und land­rä­te um ein kind rin­gen kann man beim le­sen die­ses ar­ti­kels im bon­ner ge­ne­ral an­zei­ger er­ah­nen. kaf­kaes­que ist da gar kein aus­druck:

Der Trois­dor­fer Ju­gend­amts­lei­ter Her­bert Pau­li hat am Mon­tag alle 16 be­tei­lig­ten Par­tei­en für Diens­tag­nach­mit­tag zu ei­nem Ge­spräch ein­ge­la­den. Im Wege der Me­dia­ti­on sol­len nach sei­ner Vor­stel­lung ins­be­son­de­re die frü­he­ren Pfle­ge­el­tern und die jet­zi­gen Ad­op­tiv­pfle­ge­el­tern zu ei­nem ge­mein­sa­men Be­schluss kom­men.

16 „par­tei­en“ zer­ren und zan­ken sich um ein baby? wenn das mal gut geht.

[via an­ony­mer email von ei­ner mit­tel­bar be­tei­lig­ten. mehr dazu auch hier.]

[gibts so­was ei­gent­lich noch?]


die bei­fah­re­rin

felix schwenzel

sie hat mich an­ge­bag­gert. von an­fang an. zu­erst nur vir­tu­ell, mit an­deu­tun­gen und ver­steck­ten bot­schaf­ten. ich habe für sol­cher­lei bauch­pin­se­lei­en und an­deu­tun­gen al­ler­dings nur ein ein­ge­schränk­tes sen­so­ri­um. flirt­ver­su­che zie­hen un­be­ach­tet an mir vor­bei. ich be­mer­ke sie nichtg. ei­nes ta­ges kam sie ge­schäft­lich in die stadt. ein mir be­kann­ter und mit al­len was­sern ge­wa­sche­ner frau­en­held organ­sier­te ein tref­fen, si­cher­lich auch weil sie einst sei­nen bauch sorg­fäl­tig ge­pin­selt hat­te. flirt­pro­fis wie er könn­nen so­was so­gar zwi­schen den zei­len le­sen. ich noch nicht mal mit aus­ru­fe­zei­chen. die­ses ers­te tref­fen zo­gen der frau­en­held und ich un­be­wusst auf wie ein cas­ting. wir hat­ten al­ler­lei be­kann­te ein­ge­la­den, wa­ren aber als ein­zi­ge pünkt­lich. als sie die knei­pe be­trat, sas­sen wir ne­ben­ein­an­der, un­ter­hiel­ten uns über ir­gend­ei­nen blö­den tech­nik­kram und ba­ten sie uns ge­gen­über platz zu neh­men. an die­sem abend sah ich ihr strah­len zum ers­ten mal. ein wär­men­des, über das gan­ze ge­sicht ver­teil­tes strah­len. nicht nur ein lä­cheln. ein strah­len. schon ein lä­cheln kann ei­nen wär­men. aber ihr strah­len war be­son­ders warm. ich fing an zu schwit­zen. wohl auch weil ich ihr in­ter­es­se an mir nicht mehr ver­drän­gen oder als fehl­wahr­neh­mung ver­drän­gen konn­te. nicht dass ich aus­ser­ge­wöhn­lich kon­takt­ge­stört wäre, aber der ge­dan­ke an kör­per­li­che nähe, an in­ti­mi­tä­ten mit frem­den löst in mir un­be­ha­gen aus. sie blieb am ball. kei­ne 10 mi­nu­ten nach ih­rem ein­tref­fen fand sie es an der zeit ge­mein­sa­me fo­tos zu er­stel­len. sie ver­liess den ihr zu­ge­wi­sen­en platz, also die si­che­re di­stanz und kamn zu mir rü­ber. der frau­en­held soll­te uns fo­to­gra­fie­ren. nicht nur we­gen ih­res strah­lens, auch we­gen ih­res ein­drin­gens in mei­ne in­tim­sphä­re (sie leg­te den arm um mich, woll­te ge­sicht an ge­sicht po­sie­ren), lief ich zu­sätz­lich zum schwit­zen auch noch pu­ter­rot an.

mir ging das al­les zu schnell. um ver­trau­en zu je­man­dem zu schöp­fen brau­che ich nor­ma­ler­wei­se zeit. ein bis zwei jah­re, oder so. mein flucht­re­flex sieg­te, nach drei he­fe­wei­zen konn­te ich ohne zu lü­gen sa­gen ich sei hun­de­mü­de, to­tal ka­putt und müs­se am nächs­ten tag früh raus.

am fol­gen­den tag hat­te sie eine aus­stel­lungs­er­öff­nung. alle an­we­sen­den hat­ten zu­ge­sagt auch zu kom­men. ich war dann auf der ver­nis­sa­ge der ein­zi­ge der kam. als sie mich sah, kam sie strah­lend auf mich zu und be­grüss­te mich. wie­der lief ich pu­ter­rot (even­tu­ell so­gar krebs­rot) an. im lau­fe des abends be­trank und ent­spann­te ich mich al­ler­dings merk­lich. sie führ­te mich her­um, strahl­te, es ka­men noch ein paar ge­mein­sa­me be­kann­te vor­bei und beim ab­sa­cken bei al­ko­hol im pra­ter hiel­ten ich so­gar mal kurz ihre hand in mei­ner. ich muss­te am nächs­ten mor­gen wie­der früh raus und ging wie­der als ers­ter. wei­ter als sie zu ei­ner ver­an­stal­tung ei­ni­ge wo­chen spä­ter in ber­lin ein­zu­la­den woll­te und konn­te ich an die­sem abend al­ler­dings nicht ge­hen. ich ging nach­hau­se. al­lei­ne.

ei­ni­ge wo­chen spä­ter dann die ver­an­stal­tung zu der ich sie ein­ge­la­den hat­te. sie war tat­säch­lich da. ich ver­dräng­te er­folg­reich die tat­sa­che, dass sie al­lein we­gen mir ge­kom­men war und ver­such­te mei­ne ver­pflich­tung mich um sie zu küm­mern zu igno­rie­ren. ich trieb sie in den wahn­sinn be­vor ich mich nach stun­den dazu durch­rin­gen konn­te mich zu ihr zu set­zen und mit ihr mit be­leg­ter stim­me zu plau­dern. sie strahl­te. sie strahl­te so sehr, dass mich frem­de men­schen zur sei­te nah­men um mich dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die­se frau of­fen­kun­dig in­ter­es­se an mir habe. ich er­wisch­te mich selbst da­bei, auch in­ter­es­se zu ent­wi­ckeln. aber der wich­ser, der so­zio­path in mir wehr­te sich noch. ich wei­ger­te mich, trotz enor­men drucks („peer pres­su­re“), sie in mei­ne un­auf­ge­räum­te, ko­misch rie­chen­de jung­ge­sel­len­woh­nung mit­zu­neh­men. wir kann­ten uns ja ge­ra­de erst 2 mo­na­te.

jede noram­le frau hät­te spä­tes­ten an die­sem punkt auf­ge­ge­ben und die ge­schich­te als ge­schei­ter­tes ex­pe­ri­ment ad acta ge­legt. sie nicht. sie liess sich strah­lend mit dem ver­spre­chen ab­wim­meln, dass ich sie dem­nächst in ih­rer hei­mat­stadt zu ei­ner aus­stel­lungs­er­öff­nung be­su­chen wür­de.

und tat­säch­lich, nach ei­nem hal­ben jahr wer­ben, 2 mo­na­te nach un­se­rem ers­ten tref­fen mach­te ich mich lo­cker und liess sie an mich ran, öff­ne­te mich und nahm sie als mei­ne bei­fah­re­rin.

war­um ich das al­les so de­tail­iert auf­schrei­be? weil mei­ne bei­fah­re­rin eine ex­trem an­ge­neh­me bei­fah­re­rin ist und ich schon lan­ge mal wie­der was po­si­ti­ves schrei­ben woll­te und be­merkt habe, dass man fürs glück ei­gent­lich nur ei­nes tun muss: am ball blei­ben und der in­ne­ren stim­me fol­gen. aus­ser­dem ist bald weih­nach­ten und dann fah­ren wir be­reits ein jahr zu­sam­men.


sen­sa­ti­on

felix schwenzel

jür­gen klins­mann kann le­sen.


nacht­stu­dio

felix schwenzel

der pan­zer hat heu­te abend den pres­spre­cher von goog­le, kath­rin pas­sig und ein paar an­de­re zu gast um über goog­le zu plau­dern. heu­te im 2df, 00:50 laut 2df, 00:35 laut tv­brow­ser.


sir stein­gart

felix schwenzel

vom “sturm­ge­schütz der de­mo­kra­tie” zur spritz­pis­to­le der an­ge­la mer­kel. rené (und die taz) über ei­nen „lack­af­fen“ na­mens ga­bor stein­gart.

[nach­trag 19.09.2006]
mal­te fasst den kal­ten blick des ga­bor stein­gart zu­sam­men und hat ein supa sym­bol­bild.


„das par­fum“ stinkt

felix schwenzel

ich glau­be anke grö­ner hat in al­lem was sie über „das par­fum“ schreibt recht. ich glau­be es des­halb, weil ich ihre kri­ti­ken ers­ten nie be­vor ich den film ge­se­hen habe lese und zwei­tens weil ich mich erst­mal mit mei­nen ei­ge­nen wor­ten aus­kot­zen will, be­vor ich ihre kri­tik lese. drit­tens habe ich vor dem film den ers­ten ab­satz ih­rer kri­tik ge­le­sen. dort steht, dass anke grö­ner fin­det, dass „das par­fum“ von tom tykwer stin­ke.

ich sage, stin­ken ist gar kein aus­druck. ich habe schon lan­ge nicht mehr so ei­nen film vol­ler mie­ser schau­spie­le­rei und mie­ser re­gie ge­se­hen und mich so ge­lang­weilt. schon die ers­te ein­stel­lung in der man gre­nouilles nase in ei­nem licht­ke­gel sieht (und sonst nichts) legt den grund­stein für die sül­ze die in den nächs­ten 140 mi­nu­ten (ge­fühl­te 4 stun­den) zu be­trach­ten ist: über­in­sze­nier­ter, ama­teur­haf­ter stuss. wie aus ei­ner teen­ager phan­ta­sie ent­sprun­gen kommt die­se ers­te ein­stel­lung da­her­ge­stol­pert. nase? ge­ruch? wie in­sze­nie­re ich das? mit licht! ein­fach nur die nase be­leuch­ten! die lo­gik da­hin­ter: „mach mal licht, ich riech was“. eben­so muss das cas­ting für gre­nouilles lehr­meis­ter, den par­fü­meur bal­di­ni ge­lau­fen sein: „wel­cher amer­ka­ni­sche schau­spie­ler hat die gröss­te nase?“ lo­gisch, weil die nase ja ein riech­kol­ben ist: dus­tin hoff­man.

dann das licht und die mas­ke: der gan­ze schmutz den der film ger­ne dar­stel­len möch­te wirkt auf­ge­malt, auf­ge­schminkt und über­be­leuch­tet wie in ei­nem c&a wer­be­spot. aus­ser­dem be­steht der film zu ge­fühl­ten 80 pro­zent aus ex­trem zä­hen zeit­lu­pen, un­ter­legt mit noch zä­he­rer eso­te­rik-mu­sik aus dem ve­ga­ner-zu­be­hör-la­den. die ein­zi­gen schau­spie­ler bei de­nen nicht die mühe beim spie­len sand in die dra­ma­tur­gie streu­te wa­ren dus­tin hoff­man und alan rick­man. noch schlim­mer die sta­tis­ten, die man stän­dig in gros­ser zahl, mi­se­ra­bel ge­schminkt und teil­wei­se nackt sieht. sie be­weg­ten sich wie im eu­ryth­mie an­fän­ger­kurs in der an­tro­po­so­phen grund­aus­bil­dung: teil­wei­se pein­lich be­rührt, leicht ver­krampft udn kom­plett ah­nungs­los was sie da ei­gent­lich tun.

es war ein­fach ein qual und so­gar im eng­li­schen ori­gi­nal teil­wei­se ganz übel syn­kro­ni­siert. die­ser film ist so flop, dass sich bernd ei­chin­ger si­cher bald frei­wil­lig bei den gol­de­nen hir­schen be­wirbt, um in ei­nem neu­en „raub­ko­pie­rer sind ver­bre­cher“-wer­be­spot als chef­an­klä­ger auf­zu­tre­ten. denn so stolz wie der auf die­sen schund ist, kön­nen nur noch raub­ko­pie­rer sei­ne ehre ret­ten.

und jetzt les ix anke grö­ner.


spon hetzt

felix schwenzel

kri­tik am papst, so könn­te man nach dem le­sen die­ses ar­ti­kel auf spon mei­nen, ist aus­chliess­lich is­la­mis­tisch ge­prägt und steht in 20 jäh­ri­ger tra­di­ti­on von is­la­mis­ti­schen an­grif­fen auf car­rell, rush­die, ayan hir­si ali, van gogh, flem­ming rose. vier ab­sät­ze ein­lei­tung mit in der tat graus­li­chen ge­walt­tä­ti­gen is­la­mis­tisch ge­präg­ten aus­wüch­sen, lei­ten lo­cker über zur an­geb­lich „gro­tes­ken“, „schar­fen, oft auch mit der An­dro­hung von Ge­walt ver­bun­de­nen“ kri­tik an des ham­pel­manns rede in re­gens­burg. da ist plötz­lich al­les was dazu ge­sagt wird von „bös­wil­li­gen Ver­dre­hun­gen sei­ner Wor­te und ab­sur­den Un­ter­stel­lun­gen“ durch­wirkt. von ir­gend­wel­chen nicht wei­ter spe­zi­fi­zier­ten „Is­lam­ver­tre­tern“ ge­äus­sert und in ers­ter li­nie „auch ein fron­ta­ler An­griff auf den frei­en re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Dis­kurs“. dass durch­aus mo­de­ra­te is­lam­wis­sen­schaft­ler, zum bei­spiel auch der vom papst höchst­selbt be­müh­te und zi­tier­te adel theo­dor khou­ry den papst kri­ti­sie­ren un­ter­schlägt claus chris­ti­an mal­zahn in sei­nem ar­ti­kel. laut ta­ges­spie­gel sag­te khou­ry:

„Ich hät­te mir vom Papst ein paar Wor­te der Dif­fe­ren­zie­rung ge­wünscht“, sagt Khou­ry. Die von Be­ne­dikt re­fe­rier­te An­sicht des christ­li­chen Kai­sers Ma­nu­el II. über den Is­lam sei „nur eine Les­art des ra­di­ka­len Is­lam“. Da­ne­ben gebe es an­de­re In­ter­pre­ta­tio­nen, die die Fried­fer­tig­keit des Is­lam her­aus­ar­bei­te­ten. Er hät­te sich auch ge­wünscht, dass der Papst die Mei­nung von Kai­ser Ma­nu­el nicht un­wi­der­spro­chen ste­hen ge­las­sen hät­te, sagt Khou­ry.

gro­tesk? bös­wil­lig? der papst be­müh­te in sei­nem zi­tat „eine Po­le­mik ge­gen den Is­lam zu Zei­ten der Be­la­ge­rung Kon­stan­ti­no­pels“. un­kom­men­tier­te po­le­mik aus dem mit­tel­al­ter als an­ge­bot zum dia­log der kul­tu­ren? auch mar­tin ri­ex­in­ger, is­lam­wis­sen­schaft­ler an der uni göt­tin­gen und an­de­re is­lam­wis­sen­schaft­ler kris­ti­sie­ren die schluss­fol­ge­run­gen des paps­tes. al­les bös­wil­li­ge fa­na­ti­ker, die die „Frei­zü­gig­keit von Rede und Dis­kurs“ aus­höh­len?

wenn man den ar­ti­kel im ta­ges­spie­gel und den ar­ti­kel auf spon so ne­ben­ein­an­der hält und mal so schaut was auf spon sonst noch so al­les steht, könn­te man das ge­fühl be­kom­men dass es dem spon gar nicht um an­geb­li­ches „papst bas­hing“ geht, son­dern um het­ze. un­dif­fe­ren­ziert den is­lam und kri­ti­ker des paps­tes in die ecke der be­klopp­ten stel­len, ängs­te schü­ren und al­les in ei­nen gros­sen topf wer­fen auf dem steht: „ge­fahr!“. statt die mo­de­ra­ten kräf­te des is­lam zu stär­ken, führt eine sol­che be­richt­erstat­tung, ge­nau­so wie die kläg­li­chen ab­gren­zungs­ver­su­che des paps­tes ge­gen den an­geb­lich ge­walt­tä­ti­gen is­lam zu im­mer neu­en kon­flikt­her­den und hass­brü­he. auf bei­den sei­ten. für mich ist klar: der spie­gel und sein on­line­ab­le­ger ins­be­son­de­re ist ge­nau­so ein dre­cki­ges hetz­blatt wie die „bild“-zei­tung. wi­der­lich, bi­gott, un­dif­fe­ren­ziert, ein­sei­tig, par­tei­isch, zum kot­zen.

ra­di­ka­le is­la­mis­ten, ge­walt­auf­ru­fe, an­ti­de­mo­kra­ti­sche oder frau­en­feind­li­che um­trie­be die sich auf den is­lam be­ru­fen müs­sen ent­schie­den be­kämpft und ver­dammt wer­den, aber sug­ges­tiv und het­zend al­les in ei­nen topf wer­fen bringt uns auch nicht wei­ter. im ge­gen­teil.


manch­mal

felix schwenzel

kann man auch eine „bild“-schlag­zei­le un­ter­schrei­ben. auch wenn die spa­cken auf un­nö­ti­gen pa­thos nicht ver­zich­ten kön­nen. ich für mei­nen teil habe so­gar auf ge­schlechts­ver­kehr ver­zich­tet, um mor­gen wäh­len ge­hen zu kön­nen.


wos4.3 - law­rence les­sig

felix schwenzel

law­rence les­sig hat heu­te die schlüs­sel­re­de der „wiz­zards of oz 4“ ge­hal­ten. ich hat­te vor­her noch nie et­was von ihm ge­hört. hät­te ich aber sol­len, denn schliess­lich hat er die idee der crea­ti­ve com­mons li­zen­zen ent­wi­ckelt. und die sind si­cher eine gute sa­che, wenn auch teil­wei­se hef­tig dis­ku­tiert.

aber viel be­schäf­tigt habe ich mich mit die­sen din­gen nie. ich gehe mit dem ur­he­ber­recht nach ge­fühl um, wie mit der recht­schrei­bung — ver­let­ze also si­cher die eine oder an­de­re re­gel, hier und da. beim vor­herr­schen­den ur­he­ber­recht sei es in­ter­na­tio­nal, na­tio­nal, ame­ri­ka­nisch oder deutsch be­schleicht mich hier und da das ge­fühl, dass dass al­les even­tu­ell nicht ganz in or­dung oder gar völ­lig schwach­sin­nig sein könn­te. vor al­lem was ver­le­ger, die mu­sik- und film­in­dus­trie mit hil­fe ih­rer lob­by­or­ga­ni­sa­tio­nen so trei­ben und mehr und mehr den frei­en zu­gang und um­gang mit kul­tur, in­for­ma­tio­nen und wis­sen ver­bau­en, ver­mi­nen und mit ju­ris­ten-ar­beits­be­schaf­fungs­mass­nah­men gar­nie­ren.
aber ich habe das ge­fühl, dass die­ses crea­ti­ve com­mons dings eine gute sa­che sein könn­te. wie ge­sagt. gross be­schäf­tigt habe ich mich da­mit nie. des­halb steht wir­res.net auch nicht un­ter ei­ner cc-li­zenz (mei­ne flickr-bil­der ste­hen al­ler­dings seit ei­nem jahr oder so un­ter ei­ner cc-li­zenz), ob­wohl ich kei­ne pro­ble­me da­mit habe dass die sa­chen die ich hier schrei­be und ver­öf­fent­li­che an­ders­wo ge­nutzt wer­den. ich freue mich im­mer wenn mich je­mand fragt ob er et­was bei sich ver­wen­den kön­ne und habe bis jetzt noch nie nein ge­sagt. so­lan­ge mei­ne ur­he­ber­schaft klar er­kenn­bar ist und an­de­re mit mei­nen ar­bei­ten kein geld ver­dient wird (ohne mir da­von et­was ab­zu­ge­ben). es gibt crea­ti­ve com­mons li­zen­zen die so­et­was ab­de­cken. und ir­gend­wann guck ich mir dass dann auch mal ge­nau­er an.

heu­te wäre so eine ge­le­gen­heit ge­we­sen. ein­fach law­rence les­sig zu­hö­ren und da­zu­ler­nen. aber ich muss zu­ge­ben, ich kann die­ser theo­re­ti­schen ju­ris­te­rei nicht so recht fol­gen. des­halb habe ich nur auf die bild­chen die law­rence les­sig zeig­te ge­ach­tet. was er ge­sagt hat, kann man dem­nächst si­cher bei hei­se.de le­sen und die zwei fleis­si­gen bien­chen die die gan­ze schlüs­sel­re­de ge­filmt ha­ben wer­den si­cher auch noch ei­ni­ges dazu ver­öf­fent­li­chen was er­heb­lich klü­ger als mein mum­pitz rü­ber­kom­men wird. ich tra­ge dass dann jetzt nach und schaue mir jetzt eine mit ko­pier­schutz, ver­krüp­pel­ten na­vi­ga­ti­ons­funk­tio­nen und re­gion­code ver­se­he­ne drecks-dvd an.

[nach­trag]
an­de­res the­ma, nicht min­der in­ter­es­sant, dazu si­cher dem­nächst auch mehr auf vi­deo in ei­nem blatt ih­res ver­trau­ens.

[nach­trag 16.09.2006]
sach ich ja, ste­fan krempl be­rich­tet auf hei­se.de schön aus­führ­lich.


stein­hö­fel vs. rain­er­sacht

felix schwenzel

stein­hö­fel ist ein *********, ****** *******, ein ********** ********* und me­dia markt auch. war­um?

1. le­sen
2. spen­den
3. was drü­ber ins in­ter­net schrei­ben
4. dar­über nach­den­ken ob man im me­dia markt (oder den an­ge­schlos­se­nen wa­ren­häu­sern) wirk­lich al­les so güns­tig und frisch be­kommt wie die wer­bung sug­ge­riert oder ob man nicht wo­an­ders güns­ti­ger und mit et­was rei­ne­rem ge­wis­sen ein­kau­fen kann. zu­min­dest die­ser faz-ar­ti­kel deu­tet an, dass im me­dia­markt fast al­les ein we­nig teu­rer als an­ders­wo ist.

[via fon­si]

[nach­trag]
er­staun­lich auch was der typ so auf sei­ner home­page für tex­te hat und ge­gen was für tex­te er vor­geht.

[nach­trag 16.09.2006]
ei­nen klei­nen me­di­en­spie­gel, wie ju­lio lam­bing, ihn be­gon­nen hat, könn­te man ja durch­aus mal zu­sam­men­stel­len:

oh. sehe ge­ra­de, hier gibts auch schon nen klei­nen pres­se­spie­gel.


co­ming zu­ne, plays not for su­re*

felix schwenzel

zune will den raub­ko­piern rie­gel vor­schie­ben und den ipod tö­ten. sagt man ja so, ipod-kil­ler. mit heis­sem dampf kann mi­cro­soft ja um­ge­hen, wenn auch manch­mal, naja, er­geb­nis­s­of­fen. fehlt ja noch ei­ni­ges. ei­ni­ges ist ja auch schief ge­gan­gen. aber den vo­gel schies­sen die „di­gi­ta­les-rech­te-ma­nag­ment“-freun­de von mi­cro­soft dies­mal wirk­lich ab. laut bo­ing­bo­ing spielt der zune nur un­ge­schütz­te mu­sik ab, also noch nicht ein­mal von mi­cro­soft als „plays for sure“ be­wor­be­ne, also mit mi­cro­soft­tech­nik ver­schlüs­sel­te und ko­pier­ge­schütz­te, mu­sik­da­tei­en. wer also auf mi­cro­softs bull­shit-mar­ke­ting rein­fiel und sich „play­s­for­su­re“ (aka plays for shit) mu­sik ge­kauft hat, steht nun doof da. schon irre zu was für ab­sur­den fol­gen die­se drm-ka­cke führt. vol­ker we­ber wür­de sa­gen: „Re­peat af­ter me: DRM is bad for the cus­to­mer.“

*) über­schrift hier ge­klaut.

[nach­trag]
et­was kla­rer ver­ständ­lich als bei mir liest sich das gan­ze bei netz­po­li­tik.

[nach­trag 16.09.2006]
auf li­zen­zen scheisst mi­cro­soft of­fen­bar auch.


i will sur­vi­ve

felix schwenzel


fatz­ke

felix schwenzel

was für ein ag­gres­si­ver, ge­coach­ter fatz­ke. dem würd ix noch nicht mal ein dö­ner ab­kau­fen.

[nach­trag]
hihi, der herr knü­wer wie­der.