kurzversion: die ikea aktivkohlefilter nyttig fil 558 für die aus dem sortiment genommene abzugshaube luftig BF325 kann man mit [amazon-werbelink] elektrolux filtern des typ 303 ersetzen.
im dezember haben wir bei ikea eine neue küche gekauft. eigentlich soll man die aktivkohlefilter der küchenabzugshaube ja alle 4 monate austauschen (immerhin kosten die jeweils 15 euro und unsere „LUFTIG BF325“ braucht zwei davon), aber wir haben einfach gewartet bis der filter so voll war, dass nichts mehr durchging. nach 7 monaten war es soweit.
bei ikea erfuhren wir dann am wochenende, dass ikea unsere „luftig“ abzugshaube, sowie die benötigten aktivkohlefilter „NYTTIG FIL 558“ aus dem sortiment genommen hat. in diesem strang des offiziellen ikea-community-dings lässt eine mitarbeiterin verlauten:
… leider gibt es keine Ersatzfilter für die Dunstabzugshaube. Aktuell gibt es jedoch noch geringe Restbestände des NYTTIG Filters in den Einrichtungshäusern Berlin-Tempelhof, Chemnitz und Regensburg.
Liebe Grüße Dein hej Team
das ist schon erstaunlich; wie will man bei ikea eigentlich die 5 jahre garantie die auf das gerät gewährt werden einhalten, wenn ein ersatzteil das alle 4 monate ausgetauscht werden soll, nicht mehr lieferbar ist? eigentlich sollte man die scheisse das gerät ausbauen und bei ikea vor die tür kippen den garantiefall anmelden. defakto ist das gerät so bereits nach sieben monaten im arsch unbrauchbar. kaputt. müllreif. von lieblosen grosseinkaufs-anzugträgern weggespart oder sortiments-optimiert. anzugsträger, die sich im marketing-modus per du an einen ranwanzen, aber ansonsten bei ihrer profitmaximierung öffentlich auf die kunschaft scheissen pfeiffen.
ikea und die beifahrerin (und ich) waren mal gute freunde. unser verhältnis ist jetzt aber ernsthaft getrübt. sagt die beifahrerin, die leider sehr nachtragend ist.
mit etwas suchmaschinenbedienung lässt sich übrigens razusfinden, dass die LUFTIG BF325 wohl von elektrolux gebaut wurde und sich dort elektrolux kohlefilter des typ 303 einsetzen lassen. bei amazon kann man die dann für preise von bis zu €134,00 kaufen. aber eben auch für [amazon-werbelink] knapp 14 euro. das ist in etwa der ikea-originalpreis. am samstag habe ich zwei stück davon bestellt und tatsächlich passen die filter problemlos in unsere abzugshaube.
monatliche anzahl besucher vom august 2011 bis zum juli 2013
monatliche anzahl RSS-leser vom november 2012 bis zum juli 2013
das sind laut piwik die monatlichen besucherzahlen dieser website bis ende juli 2013 (siehe auch hier). man sieht dass die monatlichen besucherzahlen um die 28tausend herumschwenzeln, was eine recht mikrige zahl von knapp 900 websitebesuchern pro tag macht. per RSS liest nochmal die gleiche anzahl leser mit.
die anzahl der rss-leser (so erfasse ich die) hat im juni erstmal über 30tausend erreicht. die abschaltung des google readers hat also keinesfalls zu einem rückgang der RSS-nutzung geführt. zumindest nicht hier.
Wenn man Matthias Matussek in Krömers Late Night sieht, dann merkt man vor allem, dass Matussek sich selbst schwer zurücknehmen kann. Es tat weh, mit anzusehen, wie er sich ständig in den Vordergrund drängen und witziger sein wollte oder zu kontern oder zu versuchen, das Geschehen zu beeinflussen.
Kurt Krömers Show ist destruktiv, sie sucht keinen Dialog, es ist eine Walze, die ein bisschen planlos über allem hinweg rollt. Inklusive über sich selbst.
mek fand die sendung -- wie ich -- unterhaltsam und löst das problem matusseks mit krömer im vorletzten absatz brilliant auf (ich würde allerdings statt „alphatier“ „möchtegern-alphatier“ sagen). das zitiere ich jetzt aber nicht auch noch, steht ja schon bei mek.
(die sendung mit matussek in der ARD-mediathek ist aber bereits depubliziert worden. ob matussek doch noch vor gericht sein alpha-dings durchgesetzt hat?)
grossartige folge breaking bad (staffel 5, folge 9) und ebenso grossartig und tiefgründig die analyse der folge von laura hudson auf wired.com. auf keinen fall lesen bevor man die neunte folge der fünften staffel gesehen hat! (itunes link us store, de-itunes-store vermutlich ab dienstag)
Das hier ist das offizielle FDP-Foto von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (eigentlich 62). Weiß jemand, ob es bei Photoshop dafür eine automatische Einstellung "muppetize" oder so gibt?
oder andersrum, der präsidenten-effekt: eine US-präsidentschaft scheint aus einen schwarzen, sympathischen, rhetorisch begeisternden und zuversicht spendenden menschen innerhalb von knapp 5 jahren einen grauen, kafkaesken unsinn erzählenden und misstrauisch machenden bürokraten zu machen.
ich poste ja nicht so gerne native embedcodes (wegen tracking und so) hier rein, aber gestern habe ich aus egozentrischen und ästhetischen gründen eine ausnahme gemacht und heute aus anderen gründen:
frédéric valin über rechtschreibfanatiker:
... denn was Bismarck an der Macht hielt, war das Spießertum; und das hat sich heute die dass/das-Diskussion, das wenn/falls-Dilemma und der Rettung von dem Genitiv verschrieben. Das in einem Land, das seine soziale Ungerechtigkeit vor allem durch sein Schulsystem zementiert.
leider enthält der text keine für mich erkennbaren rechtschreibfehler — oder was ich gerne auch ersatzweise nutze: typographische fehler wie beispielsweise die nutzung von zollzeichen als anführungszeichen.
entspanntes, gute übersicht verschaffendes stück von jean-louis gassée über jeff bezos’ kauf der washington post. so waren für mich früher oft die stücke in der zeit: etwas abgehangen, unaufgeregt und einen guten überblick verschaffend.
den befürworter der vorratsdatenspeicherung fällt es schwer die wirksamkeit der vorratsdatenspeicherung zu belegen oder ermittlungen in denen es um terroristische aktivitäten ging zu nennen. von wissenschaftlichen untersuchungen ganz abgesehen.
Have the opponents of data retention already won? While on Twitter many observers highly welcomed the critical questions, applauded the Court and even saw the data retention directive melting away, Rena Tangens, co-founder of Digitalcourage, and a spokesperson for Germany's working group AK Data Retention, said after the hearing: "No, the opponents have not yet won. But the extremely tough questions and harsh tone seem to be good signs. There is hope."
natasha lomas ist vorsichtig optimistisch dass das prinzip „actio et reactio“ auch das überwachungssystem der NSA wieder auf ein vernünftiges mass einpendelt.
Just as our digital interactions and online behaviour can be tracked, parsed and analysed for problematic patterns, pertinent keywords and suspicious connections, so too can the behaviour of governments. Technology is a double-edged sword - which means it's also capable of lifting the lid on the machinery of power-holding institutions like never before. In the case of technology-enabled mass surveillance, the spy becomes the spied upon - as happened the moment Edward Snowden leaked data on the NSA's surveillance programs.
ich konnte mit solchen texten über kunst noch nie viel anfangen. ich lese sie und denke, stimmt wahrscheinlich alles, aber hilft mir das jetzt irgendetwas besser zu verstehen? dabei ist der text von schneede (und wahrscheinlich auch seine anderen texte) nahezu bequem zu lesen, im gegenteil zu so etlichem verkopften kunsttheoretischem schmu den ich in den letzten 25 jahren gelesen habe.
was ich aber eigentlich sagen wollte, und was vielleicht auch schneedes text aussagt: kunst erfährt, erlebt man besser als drüber nachzudenken. ich glaube kunst ist nicht zum verstehen da, sondern zum erleben. genauso wie romane nicht für germanisten oder die analyse geschrieben werden, sondern um einen zu berühren, um einem etwas zu zeigen, was man vorher noch nicht kannte. ein grossteil unserer kultur besteht daraus geschichten zu erzählen, in kunst, literatur oder auch in film und fernsehen. auch hier geht es nicht darum die form oder die intention zu erkennen (auch wenn die sich manchmal sehr leicht erkennen lassen), sondern sich inspiriren zu lassen, etwas zu fühlen, zu lernen oder selbst zu machen.
und das ist auch mein erweiterter kunstbegriff: kunst steckt in allem was menschen so treiben, aber das wirklich wichtige ist auch selbst aktiv zu werden, selbst etwas zu machen, zu schaffen, zu erzählen oder zu zeigen.
die privatisierung von krieg und spionage in den USA ist wirklich besorgniserregend. auch, weil so kaum jemand interesse hat an frieden, datensparsamkeit oder angstfreiheit hat. fehlt eigentlich nur noch das folgende argument um die absurdität dieser konstruktion deutlich zu machen: ob edward snowden schonmal daran gedacht hat, wieviele tausend arbeitsplätze er weltweit in gefahr bringt oder bereits vernichtet hat?
jan böhmermann erzählt, dass dieser 30-sekunden-clip den er für die bundeszentrale für politische bildung aufgenommen hat, der BZpB nicht neutral genug ist:
Hallo, mein Name ist Jan Böhmermann. Sie kennen mich vielleicht als Markus Lanz aus 'Wetten, dass...?' im ZDF. Wenn Sie wollen, dass Ihr gesamter Internetverkehr weiterhin von ausländischen Geheimdiensten überwacht wird, unsere städtischen Kindergärten schlecht ausgestattet bleiben, wenn Sie möchten, dass es in Deutschland keinen Mindestlohn gibt, deutsche Autos noch immer mit Benzin fahren, wie vor 100 Jahren, obwohl es längst anders ginge, also wenn Sie möchten, dass alles so bleibt wie immer, dann gehen Sie am 22. September bitte nicht zur Bundestagswahl. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
mike masnick über die folgen der haltung der us-regierung, dass sie das recht habe auf beliebige daten die amerikanische unternehmen gespeichert haben zuzugreifen:
Still, this kind of thing is showing how these ridiculous surveillance policies from the US government are doing massive harm to US businesses, basically making them either lie to their customers and violate their privacy, or to shut down completely. It's going to drive many, many users to overseas services. Is that really worth it?
sicherheit, verschlüsselung, datensparsamkeit werden jetzt marketingbegriffe wie probiotisch, bio und light. die nächsten 10 jahren werden schrecklich. das hier ist nur der anfang.
schöne tweets. das blackbirdpie plugin habe ich beim nuf wieder zum laufen gebracht, mit der twitter API 1.1. wer das auch gerne testen möchte, nachricht an mich.
Ich habe keine Lust, mich öffentlich als „hintervotziges Arschloch“ und „Puffgänger“ bezeichnen zu lassen.
matussek erklärt warum er gegen krömer klagt. und warum er uncool ist. und ein spielverderber. und dann erklärt er, dass er hinterfotziges arschloch lieber mit v schreibt und nicht so genannt werden will. eigentümlicherweise macht es ihm nichts aus, wenn der halbe „Mediensauhaufen“ darüber berichtet, dass krömer ihn in der sendung die am samstag ausgestrahlt werden wird, ein „hinterfotziges arschloch“ nennen wird. wo ist da der unterschied? achso. es geht ihm gar nicht um satisfaktion, sondern um deutschland:
Es geht mir ums Prinzip. Auch darum herauszufinden, was wir in Deutschland unter Unterhaltung verstehen.
aber dann zeigt er seine ignoranz, als er sagt:
Ich empfehle dringend, sich andere Late-Nights reinzuziehen, Formate wie die Daily Show mit Jon Stewart, die besonders die junge Zielgruppe binden - die sind tatsächlich unterhaltsam und intelligent, ohne „Arschloch“ und Puff-Witze.
offenbar kennt er jon stewart nicht so gut. der nannte vor einer weile hugh grant „HUGH CUNT“ und „big pain in the ass“. stewart ist bekannt dafür, in der show zu fluchen und zu schimpfen, dass die zensoren wunde beep-finger bekommen. achegal.
ruth berger erklärt das es komplizierter ist als man es manchmal glaubt:
Ein Vegetarier, der neben viel Gemüse und Obst reichlich Milchprodukte verzehrt, ernährt sich nach alledem klar weniger klimafreundlich und weniger flächenschonend als ein Klimamuffel, der Nutellabrot, Wurstbrot, Brathähnchen, Kartoffelchips und Wiener Schnitzel liebt, sich aber bei Milchprodukten zurückhält. Die primären Klimasünder unter den Nahrungsmitteln sind eben nicht fleischliche Produkte an sich. Es sind Nahrungsmittel vom Rind (oder anderen Wiederkäuern), ganz gleich, ob in Fleisch- oder Milchform, denn die beiden Nutzungsformen sind nicht trennbar. Man kann allgemein leider nicht davon ausgehen, dass eine als gesund geltende Ernärung auch klimafreundlich oder ressourcenschonend ist.
Jeder, der sich mit Merkel angelegt und verloren hat, weiß um die Doppelgesichtigkeit dieser Kanzlerin. Die Liste der Gescheiterten ist lang: Edmund Stoiber, Roland Koch, Norbert Röttgen, Friedrich Merz. Die kennen das.
ich finde die liste die nelles aufzählt nicht besonders lang. eher kurz.
constantin seibt anlysiert die zeitungskrise:
Die Hilflosigkeit der Presse lässt sich doppelt erklären. Erstens: Hundert Jahre Erfolg. Bis 2001 waren Zeitungen sichere Gelddruckmaschinen in einem geschützten Markt - die Eintrittskosten für Konkurrenten waren enorm, die Kunden treu.
und löst sie aber auch gleich darauf:
Kurz, die Zeitung von morgen braucht: den kühnen Blick auf die großen Fragen von heute.
ladar levison, der seinen email-dienst gerade eingestellt hat, offenbar um die daten seiner benutzer nicht herausgeben zu müssen meint:
This experience has taught me one very important lesson: without congressional action or a strong judicial precedent, I would _strongly_ recommend against anyone trusting their private data to a company with physical ties to the United States.
markus henkel zieht ein paar dienste die er nutzt zu anderen dienstleistern um, komme („Mist“) von google aber noch nicht los. das noch schreibt er dabei wie seine verzweiflung in anführungszeichen und bewertet seinen aktionismus danach selbst wie folgt:
Ja, ich bin ein Typ, der radikale Veränderungen sucht.
vor acht tagen gefiel mirein kostenlos lesbarer artikel auf süddeuschte.de so gut, dass ich dafür etwas bezahlen wollte. eine bezahl- oder spenden-funktion fand ich auf der seite der süddeustchen zeitung nicht. die süddeutsche bietet zwar print- und digitalabos und jede menge apps (ituneslink) an, aber eine möglichkeit einzelne artikel zu bezahlen, oder der redaktion einfach geld zukommen zu lassen habe ich nicht gefunden.
ich habe dann zwar noch eine möglichket gefunden für den artikel zu bezahlen, indem ich das (papier) sz-magazin für exakt zwei euro bestellt habe, in dem der artikel ursprünglich erschien. das finde ich super günstig, zumal in den zwei euro auch das porto für die unnütze papier-lieferung enthalten ist. ausserdem bin ich jetzt „registriert“, wofür ich sogar eine dankes-email erhielt:
Sehr geehrter Herr Schwenzel, vielen Dank für Ihre Registrierung bei Süddeutsche Zeitung Shop!
kurz darauf bedankte man sich erneut bei mir:
Sehr geehrter Herr Schwenzel, vielen Dank für Ihre Bestellung im Süddeutsche Zeitung Shop.
bei fragen könne ich mich auch gerne an den kundenservice wenden. da ich eine frage hatte, bedankte ich mich also auch und fragte:
vielen dank für die promte bestätigung. können sie mir die rechnung auch gleich per email schicken? ich zahle dann auch gleich.
darauf bekam ich eine handgeschriebene email zurück, in der sich eine sehr freundliche dame auch zuerst bedankte und mir schrieb:
Sehr geehrter Herr Schwenzel,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Gern senden wir Ihnen die Rechnung per Mail, sobald diese erstellt wurde.
Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
mir brannte die frage warum der magazin-kauf die einzige abo- und app-freie methode für süddeutsche-zeitungs-inhalte zu zahlen sei dann doch zu sehr unter den fingern, also fragte ich:
ja, ich habe noch eine frage. das sz-magazin habe ich gekauft, weil es keine andere möglichkeit gab für die reportage von michael obert etwas zu zahlen. und ich unbedingt etwas für die geschichte zahlen wollte. http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/40203/
jetzt kommt die frage: gibt es keine andere möglichkeit (freiwillig) für artikel aus der sz oder dem sz-magazin die online zu lesen sind zu bezahlen, als ein heft zu kaufen? vor allem ohne ein abo abzuschliessen? wenn nein, warum nicht?
die handgeschriebene antwort der sehr freundlichen dame dauerte diesmal ungefähr einen tag und fing, natürlich, so an:
Sehr geehrter Herr Schwenzel,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
die antwort selbst war etwas unbefriedigend. die sehr freundliche dame erklärte mir, dass die gesamte zeitungsbranche derzeit im wandel sei und dass mein wunsch, nur für die inhalte die ich lesen wollte zu zahlen, sicherlich auch irgendwann einmal möglich sein werde und derzeit in der verlagswelt ausgiebig diskutiert werde. sie wies mich darauf hin, dass die verlagswelt sich derzeit frage, ob man sich bei einem solchen bezahlmodell dann überhaupt noch leisten könne eine zeitung zu produzieren und ob dann vielleicht nur noch artikel die massentauglich seien veröffentlicht würden. das alles müsse bei meiner fragen berücksichtigt werden.
obwohl mich die sehr freundliche dame abschliessend (wieder) darauf hinwies, dass ich ihr gerne noch mehr fragen stellen könnte, liess ich das mal so stehen. ich hatte ja nur 2 euro bezahlt und kein abo abgeschlossen und wollte nicht nerven.
ich wies sie also nicht darauf hin, dass es mir nicht darum gehe nur noch für sachen zu zahlen die mir gefallen (wo kämen wir denn dahin wenn jeder nur noch für sachen die ihm gefallen geld ausgibt?), sondern dass ich überhaupt zahlen können wollte ohne mich gleich an die süddeutsche zeitung zu binden.
ich weiss natürlich, dass eine mitarbeiterin des sz-shops nicht für den verlag der süddeutschen zeitung sprechen kann, aber ich fürchte beinahe, dass das was sie mir schrob doch genau der mentalität der deutschen verlage entspricht.
wenn es nach denen geht, sollen die leser statt der angeblichen kostenloskultur nachzugehen, die die verlage derzeit anbieten, mit jedem einzelnen verlag abonnements abschliessen. da ich regelmässig die zeit, den spiegel, diverse heise-magazine, die brandeins, den guardian, die new york times, die FAZ, die wired und ca. 200 andere verlagserzeugnisse lese wären das pi mal daumen 211 abonnements die ich abschliessen müsste.
man kann die absurdität dieses abo-gedankens in einer digitalen welt, in der ich zugriff auf jedes erdenkliche verlagserzeugnis der welt haben kann, eigentlich kinderleicht erkennen — nur konsequenzen scheint in der verlagswelt niemand zu ziehen. stattdessen werden weiterhin abo-modelle als das nächste grosse ding gepriesen. die welt ist stolz auf 47 tausend (oder so) digital abonnenten, die bild verkauft ihr plus auch nur als abo. bei der FAZ habe ich (neben abos) nur die möglichkeit einzelne artikel zu apothekenpreisen um die zwei euro zu kaufen oder gar nichts bezahlen zu können. wenn ich wollte, könnte ich allerdings „rechte“ erwerben.
ich will das alles nicht. ich will keine abos abschliessen, ich will keine rechte erwerben, ich will nach dem bezahlen kein papier geliefert bekommen. ich will einfach für etwas das ich schätze, das mir empfohlen worden ist oder über dass ich im netz gestolpert bin bezahlen können. das muss auch nicht die einzige methode sein, aber mir erscheint sie im moment logisch und verständlich. warum ist die taz die einzige zeitung die das anbietet? haben die verlage wirklich angst vor der abonnement-kanibalisierung durch microzahlungen für einzelartikel? sind es die technischen schwierigkeiten? ist es furcht vor dem misserfolg? glaubt niemand, ausser jeff bezos, dass man millionen durch die verehrung von lousy pennies scheffeln könne?
das sz-magazin kam einen tag nach der bestellung per post, die rechnung zwei tage später. und heute, 10 tage nach meiner bestellung habe ich die dritte handgeschrieben email der sehr freundlichen mitarbeiterin des sz-shops erhalten, die mich darauf hinwies, dass ich die rechnung jetzt per email erhalten habe. menschen die mal freundlich behandelt werden möchten, kann ich nur empfehlen im shop der süddeutschen einkaufen zu gehen.
ich glaube das ist eine der herausragenden qualitäten des internets; dass es fragen beantwortet, die niemand stellt und die oft auch niemanden interessieren. zum beispiel: wer steckt eigentlich hinter peer steinbrück? oder genauer, hinter peersteinbrueck?
Im November 2006 tun sich vier Männer zusammen, um den Suhrkamp Verlag zu erobern. Einer davon ist Hans Barlach. Bis heute kämpft er als Minderheitsgesellschafter erbittert gegen die Verlegerin von Suhrkamp, Ulla Unseld-Berkéwicz. Der Verlag steckt jetzt in einem Insolvenzverfahren - und steht damit am Rande des Abgrunds. Neue Quellen zeigen, wie es dazu kam.
bodo mrozek, thomas e. schmidt und adam soboczynski erklären detailiert was hinter der krise des suhrkamp-verlages steckt — verständlich oder nachvollziehbar ist es trotzdem nicht.
marcel weiss in einem kommentar in einem insgesammt ganz interessanten diskussionsstrang:
Wer also für ein starkes Urheberrecht ist, ist vielleicht für die Kreativen von Gestern, aber mit Sicherheit nicht für die von heute und erst recht nicht für die von morgen, deren Handlungsspielräume enorm eingeschränkt werden. Das ist nur ein Aspekt von vielen. Ich wünschte, es würden sich mehr Kreativschaffende, die sich in die Debatte einschalten wollen, damit auseinandersetzen, statt mit einem plumpen "Ihr wollt mir doch nur mein Geld wegnehmen" um die Ecke zu kommen.
torsten kleinz ist, sehr zu recht, von stephen colbert begeistert. auch wenn er sich, wie er selbst sagt, etwas von colbert hat blenden lassen.
Der BND gibt massenhaft Metadaten an die NSA. Alles rechtens, so die Regierung: Deutsche seien nicht betroffen. Doch daran gibt es Zweifel.
der witz des jahres. der BND kann deutsche filtern!
jens arne männig hat einen deprimierend weitsichtigen hunderzwanzig jahre alten text über den parlamentarismus des französischen soziologen gustave le bon ausgegraben:
Trotz aller Schwierigkeiten ihrer Arbeitsweise bilden die Parlamentsversammlungen die beste Regierungsform, die die Völker bisher gefunden haben, um sich vor allem möglichst aus dem Joch persönlicher Tyrannei zu befreien. [...]
Sie bergen eigentlich nur zwei ernstliche Gefahren in sich: die übermäßige Verschwendung der Finanzen und die zunehmende Beschränkung der persönlichen Freiheit.
stefan schulz redet mit dirk baecker und der sagt viele kluge dinge. mir gefällt der optimismus der aus seiner letzten antwort tropft:
Stefan Schulz: Brauchen wir neue politische Visionen? Und von wem?
Dirk Baecker: Wir sind schon mit Priestern, Intellektuellen, Wissenschaftlern und Pädagogen fertig geworden. Sogar Manager haben wir inzwischen auf ihr rechtes Maß reduziert, von Soziologen ganz zu schweigen. Die eine oder andere mediale Aufregung hilft bei diesem Geschäft der Steigerung und Reduktion von Deutungsansprüchen ja durchaus. Wenn es uns gelingt, an Schulen und Universitäten nicht nur Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, sondern auch Ökonomie, Politik und Informatik auf einem anspruchsvoll neugierigen Niveau zu unterrichten, mache ich mir auch um den politischen Nachwuchs keine Sorgen. Denn dann wird man erkennen, dass die faszinierenden Handlungsfelder direkt vor der Haustür liegen. Neue politische Visionen brauchen wir nicht. Gute Schulen tun es auch.
sensationell. vollzitat von rené auf nerdcore. unbedingt hinklicken und dort die aufzeichnung sehen.
Nachtrag zum Frankenburger gestern: Mark Post von der Maastricht University hatte auf einer TED-Konferenz in Haarlem im Detail erklärt, wie man einen Hamburger in einer Petrischale züchtet.
This hamburger contains 60 billion cells. Now, that's a lot. You need to culture a lot of cells. You need to somehow find a way to do that efficiently because, remember, we have to be more efficient than the cow or the pig...
It has to be efficient and it has to also be meat. Not some kind of substitute. We have more than enough substitutes from vegetable proteins. It needs really to be meat. Nothing less, nothing more...
It takes about 7-8 weeks to grow a muscle fiber, and so, also 7-8 weeks to grow a hamburger. You could do it at home if you like ... If you have the right materials, it's very, very easy to do. And in fact [the] stem cells ... they survive freeze-drying, so you could envision that over the Internet we would eventually sell little, sort of, tea bags of stem cells -- from tuna, from tiger, from cows, from pigs, from whatever animal you could imagine. Then, in the comfort of your own kitchen, you could grow your own tissue. You would have to know what you want to eat 8 weeks in advance -- because it takes a while.
witzig: im amerikanischen fernsehen informiert man sich über die nachrichtenlage, indem man comedy-nachrichten ansieht oder fernsehserien wie the good wife ansieht. die geschichte des richters der bestechungsgelder von einem privaten gefängnis annahm war zumindest in the good wife mal thema.
schöner merksatz zur späteren eigenen verwendung:
... mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auf vielfältigen Wegen mit großer Beharrlichkeit und Sorgfalt, aber auch mit der gebotenen Ruhe sehr zielstrebig ...
Ergebnisse aus der NSA-Überwachung und anderen geheimdienstlichen Aktivitäten der USA fließen keineswegs nur in die Terrorbekämpfung. Vielmehr werden Daten der NSA auch in normalen Kriminalfällen verwendet, enthüllt die Nachrichtenagentur Reuters.
der titel auf der seite lautet: „Steinmeier hat angefangen“ — das illustriert das niveau der debatte ganz gut: kindergartenniveau.
mein erster gedanke dazu war auch auf kindergartenniveau: möglicherweise brauchen die grünen und die SPD noch ein paar jahre opposition um zu sinnen zu kommen. in regierungsverantwortung sind sie zumindest genau so inkompetent und gefährlich (für bürgerrechte) wie die merkel witztruppe.
alles drin. ein journalist sagt bereits 1991, dass sie im internet kein geld verdienen wollten — aber wohl auch nicht viel verlieren würden (*möööp*). ein leser bemerkt wie leicht sich die inhalte der zeitung speichern liessen und dass das sicher die zukunft der interaktion mit medien sein würde. und später, frei nach passigs standardsituationen der technologiekritik, weist die moderatoring darauf hin, dass das alles zu langsam, zu teuer und deshalb natürlich keine konkurenz für die gedruckte zeitung sei.
Und deutsche Verfassungsschützer sind so arglos, dass sie sogar die Buchstaben in den Abkürzungen verschiedener Geheimorganisationen verwechseln und neben der NSA offenbar auch jahrelang mit dem NSU kooperierten. Aber das ist vielleicht auch schon zu viel gesagt und ich nehme es hiermit vorsichtshalber - ausdrücklich nicht unter Folter - wieder zurück.
jens weinreich zitiert aus einem buch von 1991 von brigitte berendonk in dem, leicht ironisch, folgende massnahmen empfohlen werden um dopingkrisenkommunikation zu betreiben:
Hier also Berendonks “Goldener Zehn-Punkte Plan zum Schutz des diskreten Anabolismus”:
Aussitzen. Ruhe, Gelassenheit, keine Emotionen. Es sei denn gegen Störenfriede, Selbstbezichtiger, Nestbeschmutzer, Wahrheitsfanatiker und Moralisten - d. h. Doping-Gegner. Gründung vertraulicher Kommissionen, die außer allgemeinen Feststellungen und Pressemeldungen schon nichts zustande bringen werden, das Staats- und Sportsräson gefährden könnte. Hearings vor dem Sportausschuss des Bundestages, möglichst als geschlossene Gesellschaft von Duldern und stillen Teilhabern des Dopings. Viele Anti-Doping-Grundsatzerklärungen (grundsätzlich unverbindlich) von NOK, DSB, den Sportverbänden bis zum Sportärztebund; noch besser ist eine Charte (natürlich Magna), das bringt wieder Ruhe ins Volk, genau wie 1977. Tägliche Pressemeldungen über viele negative Dopingkontrollen. Bundesverdienstkreuze, silberne Lorbeerblätter und anderes staatliches Suppengewürz für verdiente Mitglieder der geheimen Dopingfamilie. Öffentliche Gruppenbilder – mit oder ohne Dope-Damen: der Bundespräsident stellt sich vor die gedopten Sportler, NOK-Präsident Daume hinter die dopenden Ärzte. Verwirrspiele mit Sportgerichtsverfahren, seit 1977 besonders bewährt. Die Sportjournalisten wählen eine über 21-Meter-Kugelstoßerin zur (ungedopten) Sportlerin des Jahres – wie 1977, und die Kameraleute des Fernsehens werden instruiert, bei Nahaufnahmen von Spitzensportlerinnen verräterische Steroid-Akne zu vermeiden.
das funktioniert auch in vielen anderen bereichen der politik.