tagesspiegel.de über ein „beschmiertes“ KaDeWe, den künstler brad downey und das „niemand“ den anflug einer ahnung gehabt haben will:
Schließlich habe sich niemand empört, als er einen Farbanschlag auf ein Gebäude plante. Einen Aufschrei habe es erst gegeben, als es unvermutet das KaDeWe traf. (weiterlesen)
sieht aus, als hätten ein paar leute beim KaDeWe und lacoste die lage völlig verkannt und meinen nun auf druck von oben nach unten treten zu müssen. sieht für mich aus wie klassisches angstbeissen.
mir macht es nach wie vor spass papierzeitungen zu lesen. das eigentlich bemerkenswerte daran ist, dass ich mich genau darüber jedesmal wundere, jedesmal wenn ich so ein faltenschlagendes, beim blättern sich windendes und knarzendes ungetüm versuche zu bändigen, freue ich mich wie ein hampelmann darüber etwas zu finden was ich mit dem markierstift anstreichen kann (das ist das analoge pendant zum copy+paste, bzw. bookmarken). heute wieder in des fas, auf der medienseite: ein portrait über bürger lars dietrich von peer schader. mein markierstift lief schon am artikelanfang heiss:
Anke Engelke hat das ZDF-Ferienprogramm moderiert, bevor sie für ihre Comedy-Rollen mit Fernsehpreisen überschüttet wurde, Christian Ulmen war beim „Disney-Club“, bevor er für MTV Leute verulken durfte. Und Kermit der Frosch hat sich auch erst in der „Sesamstraße“ behaupten müssen, bevor man ihm die „Muppet Show“ anvertraute. Bei Bürger Lars Dietrich läuft das etwas anders.
[im geiste ergänzte ich noch, dass cherno jobatey erst jahrelang das morgenmagazin moderieren musste, bevor man ihm … — ja was eigentlich? egal.] auf den ersten absatz folgt ein beinahe liebevolles portrait von bürger lars dietrich. so liebevoll, dass ich mich gleich inspiriert fühlte mal eine seiner sendungen auf dem kindersender nickelodian anzuschauen. und mir fiel auf, wie sehr sich meine lese-erwartungen beim lesen von zeitungen denen beim lesen im internet angepasst haben. ich erwarte persönliche stellungnahme, eine klar zu erkennende subjektive, aber auch ehrliche, haltung zum objekt der berichterstattung — und fachkompetenz. vielleicht war das immer schon so und mir fällt es erst jetzt so klar auf, dass ich diesen ganzen pseudointellektuellen kack, das was man immer noch, immer wieder im kulturteil liest, 10 prozent information, 30 prozent zitate und 60 prozent profilierung des autors, nicht mehr lesen mag und kann. artikel die ohne studium von kulturwissenschaften fast unverständlich sind und eigentlich nur zeigen sollen, dass der autor kulturwissenschaften studiert hat. artikel die voller elaborierter beflissenheit zäh triefen oder ganz kurz gesagt, statt liebe oder zumindest sympathie zum sujet nur die intelligenz des autors ausdrücken.
derzeit scheint das regelmässige veröffentlichen auf diesem qualitätsnivieau nur auf gedrucktem papier zu funktionieren, aber ich habe so eine ahnung, dass das in naher zukunft auch ohne papier gehen wird. vielleicht so in 10 jahren. oder so.
vor einer weile gab es google earth nur für den pc. ich habe mich damals dazu hinreissen lassen zu sagen, google earth sei ein grund einen pc zu kaufen. jetzt sage ich, dass google earth der grund sein könnte ein iphone zu kaufen. bald.
Egal wie schlimm ein Fleisch ist, vom Gesundheitlichen hat selbst das schlechteste Fleisch weniger Gift als das meiste Gemüse. Ganz schlimm ist es mit Salat.
gestern abend auf der next08 gabs noch ein kleines highlight. das projekt „chat“ von aram bartholl. im prinzip geht das so:
vorne steht ein mensch mit umgebundener tastatur, hinter ihm ein weiterer mit einer alu-konstruktion an deren ende eine sprechblase montiert ist die von einem mini-beamer bestrahlt wird der von einem eeePC gesteuert wird. die tatstatur ist per bluetooth-kabel an den eeePC gestöpselt.
der mensch an der tastatur kann dann anfangen leute zu belästigen oder mit der anderen sprechblase zu „chatten“.
wenn der mensch an der tatstatur mal pullern muss oder keinen bock mehr hat, kann er die tatstatur abgeben.
die next-konferenz dieses jahr sei hervorragend organisiert sagten mir eben ein paar besucher. darin schwingt mit, dass sie die letzten beide jahre nicht so gut organisiert gewesen sei. tatsache ist, ich habe bisher jedes jahr am eingang der next-konferenz in einer DDR-artigen schlange stehen müssen, war sonst aber stets zufrieden. bis jetzt habe ich allerdings niemanden getroffen der gesagt hätte, eine der keynotes oder eines der panels hätte ihn umgehauen oder etwas substanziell neues erfahren. trotzdem sind die panels solide: ein paar grosse namen, ein paar themen die sogar zum diesjährigen motto „get realtime“ passen und ein paar themen schaffen es sogar die leute in grossen mengen vom buffet wegzuholen. schade nur, dass die leute dann die veranstaltungsräume in denen die panels stattfinden zum smalltalk statt zum schnauze halten nutzen. keine ahnung ob das eher was mit web2.0 oder business-induziertem kackbratzentum zu tun hat, tatsache ist, die leute quatschen die ganze zeit hemmungslos rum.
als werner vogels von amazon während seiner präsentation den unmut des zuhörenden teils des publikums aufgriff und den vor sich hinquatschenden pappnasen ein kurzes, bündiges, aber sehr lautes „can everybody shut up please?“ entgegenrief half das gerade mal für 3 minuten. danach ging das gequatsche wieder los.
was mich auch wundert ist die völlige unkenntniss von deppen-scheppers-law: jedes auf dem boden stehende glasbehältnis wird mindestens einmal, meist aber dreimal getreten und scheppert dann laut. ich glaube es hat etwas mit grössenwahn zu tun. menschen stellen flaschen oder gläser neben sich auf den fussboden weil sie der festen überzeugung sind sich die stelle an der sie das glas oder die flasche abgelegt haben merken können. können sie aber nicht und treten es nach mindestens 20 minuten eigenfüssig um.
inhaltlich habe ich bis jetzt nichts viel neues oder euphoriesierendes mitgenommen. ok, ich habe den googles android-emulator in aktion gesehen, bekomme langsam angst vor google, weil ich mich frage wie lange das noch so weitergehen kann, dass so ein laden ständig strategisch so brilliante entscheidungen treffen kann, bzw. warum das was google macht eigentlich niemand anders macht oder machen kann.
auch auf der seite der unternehmen gibt es nicht viel neues. wenn sie mit jahrelanger verspätung den schuss hören und anfangen auf benutzer und kunden hören zu wollen oder es zumindest mal versuchen, gehen sie nicht unbefangen oder offen auf das neue zu, sondern sitzen bewegungslos, mit vollgeschissenen hosen, in ihren chefsesseln. deutsche unternehmer, so bekommt man den eindruck wenn sie mal den mund auf machen, sind kontrollfreaks. weder dem markt, noch dem kunden, noch der eigenen courage vertraut man. immerhin sind die anzüge teilweise ganz schick.
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sascha lobo hat zwar den „dünnsten“ laptop der welt, aber dafür auch die dickste tasche der welt.
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holger schmidt von der faz versucht peter glaser nachzumachen, leider nur in sachen körperhaltung und nicht im schreibstil.
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katharina borchert hat auf der next08 ihre beine verloren. wer sie findet soll sie bitte am „trouble counter“ abgeben.
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interessant: um anonym zu bleiben geben manche teilnehmer auf der next ihren vollen namen, statt ihres pseudonyms an.
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toralf feuchtenhofer. ein name den ich mir aus keinem grund gemerkt habe.
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als mario sixtus ein panel vorzeitig verliess, winkten ihm alle teilnehmer auf dem podium zum abschied.
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mario sixtus macht bald was neues, sascha lobo sowieso, plazes auch. nico lumma auch irgendwie. ix sollte auch mal was neues machen.
die letzte sendung von harald schmidt auf sat1, ich erinnere mich noch ziemlich genau, war der letzte scheiss. uninspiriert, voller unterdrücktem frust, strunzlangweilig. ich hoffe ja ein bisschen, dass mein letzter film auf watchberlin sich irgendwie auf dem niveau von harald schmidt bewegt. und sendung kann man das was ich über ein jahr bei watchberlin gemacht habe, ja auch nicht nennen. eher ne ziehung. oder so.
heute früh habe ich in der s-bahn auf spiegel-online diesen artikel gelesen. was für ein scheiss dachte ich und meinte damit sowohl das video der „Elektrorock-Gruppe Justice“, als auch den artikel von henning lohse. irgendwie dachte ich noch, das video musst du dir nochmal anschauen, ne eigene meinung bilden und so, und sah natürlich nicht, dass spiegel-online das video in den artikel eingebettet hatte — ich hab den artikel ja mit opera mobile gelesen. heute mittag las ich dann diesen bildblog-artikel, der mein dumpfes gefühl, dass der artikel stimmungsmachender, pseudo-objektiver scheiss ist, bestätigte. um die dramatik zu erhöhen und eine rassistische komponente reinzubringen machte henning lohse mal eben aus asiatisch- und teilweise sehr dunkelhäutig ausseheneden „opfern“ der gang im video „weisse“.
heute abend sah ich im bildblog ein update, in dem stand, das spiegel-online den artikel geändert hat und auf die korrektur hingewiesen hat. einerseit finde ich das gut und lobenswert, auf einen fehler derartig hin zu weisen, andererseits frage ich mich, wie soetwas passieren kann. irgendeiner muss den text doch, wie das angeblich im qualitätsjournalismus immer geschieht, gegengelesen und das video gesehen haben, bevor text und video online gingen. na gut schlamperei. passiert. aber ist das die einzige schlamperei?
immerhin — und ich weiss auch hier nicht, ob ich das gut oder bigott finden soll — ist das video direkt eingebunden, so dass man sich wenigsten eine eigen meinung bilden kann, indem man ich das angeblich so verabscheuungswürdige video selbst anschaut. und als ich das tat, empfand ich das video auch ganz anders als von henning lohse beschrieben. brutal? mag sein, aber da hab ich im kulturteil, auch von spiegel online, schon viel brutalere filme mit lob überschüttet gesehen. wenn tarantino-filme im spiegel rezensiert werden, wird zwar auch auf „gnadenlos zur Schau gestellte Gewalt“ hingewiesen, aber irgendwie auch, dass es tarantino nicht um die gewalt gehe, sondern das tarantino „in Wahrheit“ wissen wolle, „was junge Frauen reden, wenn sie unter sich sind“.
eine ernsthafte auseinandersetzung mit dem video von „justice“ bringt spiegel-online hier nicht, was spiegel online macht riecht nach rädchen in der grossen pr-maschine spielen, hysterisch rumgeifern um sich oberflächlich moralisch zu legitimieren um das video schön distanziert in den artikel einbinden zu können. unterm strich bleibt: spiegel-online promotet das video.
in dieser form riecht der artikel nach bigotterie und pseudo-journalismus. ehrlicher wäre es gewesen daraus einen einfachen bösen, klar subjektiven kommenatar zu machen, in dem henning lohse seine meinung klar erkennbar, subjektiv, ichig und von mir aus auch einseitig gefärbt abgegeben hätte. dieser pseudo-objektive schwachsinn ist voll achtziger, wenn nicht sogar fünfziger. immerhin fällt es jetzt leichter das niveau von spiegel-online und bild.de zu vergleichen: spiegel-online ist jetzt endgültig auf augenhöhe.
[nachtrag 16.05.2008] nerdcore hat die übersetzung der spex einer pressemitteilung von justice. und im gegenteil zu rené bin ich durchaus der meinung, dass künstler sich nicht dazu berufen fühlen müssen „tiefgehend“ über soziale probleme zu reden. es mag ein bisschen ungeschickt formuliert sein, wenn justice sagen „wir haben weder die Absicht noch die Legitimität tiefgehend über soziale Probleme zu sprechen.“, aber ich höre da eher raus: „das ist nicht unsere sache. wir zeigen die probleme, wir erklären sie nicht, wir legen den finger in die wunde, können sie aber nicht heilen.“
die aufgabe von kunst kann meiner meinung auch nicht weitergehen als die dinge zu zeigen, darzustellen, subjektiv einzufärben, zu verzerren oder zu überzeichnen. oder anders ausgdrückt, der diskussionsbeitrag des künstlers ist das werk und nicht die interpretation oder gar die erklärung des werkes.
bei journalisten, bloggern oder leuten die ins internet schreiben ist das anders. die sehen sich berechtigt zu allem etwas vermeintlich tiefgehendes abzusondern. das ist nicht weiter schlimm, solange man journalisten und blogger nicht allzu ernst nimmt und sich vor allem zutraut kunst selbst zu bewerten und zu interpretieren. denn dafür gibt es kunst: angucken und auf sich wirken zu lassen. klugscheisser, die einem das abnehmen, sind dafür in der regel nicht nötig.
das kind hat ferien, soll aber in den ferien ein bisschen mathematik üben. heute hatte es unter anderem eine aufgabe in der es rausfinden musste was das sei:
was ist das doppelte des gewinns, der anfang des nichts und die mitte des sinns?
das kind und ich brauchten geschlagene 3 minuten um das rauszufinden.
[die kommentare sind bis morgen mittag moderiert, erscheinen nach dem abschicken also nicht.]
we are not used to this messy world. life is messy.
alle sehnen sich nach ordnung, nach klaren verhältnissen, wollen aufräumen, säubern und übersehen das entscheidende: der müll gehört dazu. die sehnsucht nach ordnung ist ein schlimmeres übel als das chaos und der müll selbst. das gute, die potenziale zu erkennen ist im müll nicht so einfach. aber möglich. und nötig.
quasi in letzter minute. jetzt muss ich den donnerstag doch nicht faul in der sonne rumsitzend verbringen, sondern kann im museum prototyp rumsitzen.
eigentlich ist es physisch beinahe unmöglich, aber ich komme normalerweise mit ungefähr 30 cm platz im bett aus. ich schlafe, wenns sein muss, hochkant liegend ein und wache genauso wieder auf. wenn mein bett voll mit zeitschriften, büchern, rechnungen oder klamotten ist, liegen die sachen am nächsten morgen unverändert an ihren plätzen. kurz: ich bewege mich beim schlafen kaum.
neuerdings allerdings wache ich morgens regelmässig einen meter weiter zum fussende hin auf als ich eingeschlafen bin. meine beine hängen aus dem bett, am kopfende ist massig platz.
keine ahnung ob das was zu bedeuten hat und wenn ja was.