re­speckt, doo

felix schwenzel

ma­thi­as r. ar­bei­tet für eine wer­be­agen­tur die je­den ki­no­be­such ver­süsst in­dem man dem ki­no­be­su­cher sug­ge­riert ihn er­war­te anal­ver­kehr (mov), ge­fäng­nis (mov), der ver­lust von haus und freun­din (mov) soll­te er je­mals ei­nen film ko­pie­ren, run­ter­la­den oder wei­ter­ge­ben. ein gros­ses ver­gnü­gen, bei dem selbst die dep­pen die bei der gou­loi­ses blon­des wer­bung la­chen kei­ne mie­ne ver­zie­hen. eine agen­tur also, die auf­dring­lich vor­bild­li­ches, an­stän­di­ges und zu­rück­hal­ten­des be­neh­men al­ler deut­schen zur ret­tung der film­in­dus­trie pro­pa­giert und für sie ei­nen hoch­mo­ra­li­schen zei­ge­fin­ger kon­stru­iert und je­dem un­ge­fragt ins ge­sicht hält. es gehe näm­lich laut klaus siel­ker, ei­nem der chefs von ma­thi­as r., dar­um mit der „hart aber ge­recht“ kamp­ga­ne für die „Zu­kunft Kino Mar­ke­ting GmbH“ „eine Dis­kus­si­on über das dro­hen­de Straf­maß [für Raub­ko­pien] aus­zu­lö­sen“ und „Un­rechts­be­wusst­sein“ zu schaf­fen.

ma­thi­as r. ar­bei­tet aber nicht nur für die gol­de­nen zei­ge­fin­ger, er war auch mal jung und kann die din­ge „aus ei­nem so­zio-wis­sen­schaft­li­chen Blick­win­kel“ be­trach­ten und so auch mal statt der „ver­zo­ge­nen Ju­gend“ anal­ver­kehr, ge­fäng­nis oder ei­ner dis­kus­si­on über das straf­mass an­zu­dro­hen auch mal re­spekt zol­len. so in al­ler form, in­klu­si­ve il­lus­tra­ti­on und be­lo­bi­gung ih­res il­le­ga­len tuns, als „top au­tor“ von holz­brincks „qua­li­täts­blogs“.

coo­le sau. möch­te nur mal wis­sen wie der re­agiert wenn ihm je­mand sei­ne kon­takt­lin­sen oder sei­nen ipod wie ei­nen s-bahn-zug neu la­ckiert: „Hol­la­Bol­la, die Jungs sind echt gut drauf“?

[via mat­thi­as s.]


und täg­lich mahnt das mur­mel­tier

felix schwenzel

ich hät­te jetzt bei­na­he ge­schrie­ben, dass die nach­rich­ten­agen­tur afp of­fen­bar gross­zü­gig auf das ur­he­ber­recht scheisst we­gen dem sie an­de­re mi­mo­sen­haft — wenn es um ihre ei­ge­nen tex­te geht — vor ge­richt zerrt. tu ich aber nicht, statt­des­sen zi­tie­re ich den un­glaub­lich (kei­ne iro­nie) ge­las­se­nen ma­thi­as schind­ler:

Es wäre schön, wenn AFP sich an das deut­sche Ur­he­ber­recht hal­ten könn­te und bei der Klä­rung der of­fe­nen Fra­gen mit­hilft.

the­ma: kir­che im dorf las­sen und so. wit­zig auch wie spon re­agiert hat (nach­zu­le­sen eben­falls bei ma­thi­as schind­ler). die ler­nen wirk­lich aus ih­ren feh­lern. muss ich auch mal aus­pro­bie­ren.

die kir­che im dorf las­sen will ich auch bei den di­ver­sen ab­mah­nun­gen die blog­ger in den letz­ten ta­gen er­reich­ten:

wur­de in den letz­ten ta­gen noch je­mand ab­ge­mahnt? ich füge der lis­te ger­ne noch wei­te­re ein­trä­ge hin­zu. aus­ser­dem er­öff­ne ich dem­nächst ein spar­kon­to auf das ich sämt­li­che künf­ti­gen wer­be-ein­nah­men die­ser sei­te ein­zah­len wer­de. man weiss ja nie.

[nach­trag 04.10.2006]
ve­ro­ni­ka fer­res will 10 000 euro schmer­zens­geld von an­dre­as la­zar ha­ben. ihr an­walt ul­rich ame­lung auch noch­mal an­der­t­alb tau­send. ist das jetzt die fünf­te ab­mah­nung ei­nes blog­gers in­ner­halb ei­ner wo­che?

[nach­tag 11.10.2006]
tobe hat auch post be­kom­men. streit­wert 50.000 euro.


das blog­dings

felix schwenzel

anke grö­ner:

Aber was Web­logs wirk­lich aus­ma­chen – dass sie näm­lich ir­gend­wann viel, viel mehr sind als Buch­sta­ben auf ei­nem Bild­schirm von an­geb­lich doo­fen, ein­sa­men Nerds, die nichts bes­se­res zu tun ha­ben, als über die Bahn zu me­ckern oder sich über Ce­le­bri­tys lus­tig zu ma­chen –, das ver­steht nur, wer selbst ein Web­log schreibt. Sie sind eine ein­zig­ar­ti­ge Form der Kom­mu­ni­ka­ti­on, und ich für mei­nen Teil bin sehr, sehr froh, sie für mich ent­deckt zu ha­ben.

ich nen­ne es le­sen

felix schwenzel

am mon­tag war es in mei­ner pack­sta­ti­on, „[ama­zon-wer­be­link]  wir nen­nen es ar­beit “ von sa­scha lobo und holm frie­be. liest sich gut. wie man hier sieht:

sie­he auch wir­nen­ne­nes­ar­beit.de.

[you­tube di­rekt­link]

[nach­trag]
weil sich man­che wun­dern: ja ich habe das ding ganz nor­mal bei ama­zon [ama­zon-wer­be­link] be­stellt und da­für be­zahlt. auch wenn man es an­geb­lich nur vor­be­stel­len kann, es wur­de nach 4 ta­gen ge­lie­fert.


MCMLXIX

felix schwenzel

in mei­nem ge­burts­jahr steckt ein biss­chen mc (win­kel, do­nalds?) und mein nick­na­me, ix. ix bin be­ein­druckt. nur mit dem mlx kann ix nix an­fan­gen.

[via hot­links/43fol­ders]


war­um lars-chris­ti­an cords un­recht ha­ben könn­te

felix schwenzel

und an­geb­li­che „a-blog­ger“ über­be­wer­tet wer­den, kann man beim hal­tungs­tur­ner le­sen. es ist der long tail lan­ge schwanz, nicht der kur­ze, doo.


qua­li­täts­mon­tag

felix schwenzel

ich bin be­geis­tert. ich rufe den qua­li­täts­mon­tag im blog­dings aus. was sich heu­te so an ar­ti­keln in mei­nem feed­rea­der an­sam­mel­te macht mich mil­de eu­pho­risch. zu­erst die schon er­wähn­te gif-bas­te­lei des herrn gross­blog­bau­meis­ters, dann die­ser ar­ti­kel von mal­te auf spree­blick in dem er das npd-pro­gramm in ei­nen er­schre­cken­den bis amü­san­ten zu­sam­men­hang setzt und treff­lich il­lus­triert, dann ste­fan nig­ge­mei­er der ker­ner sei­nen fuss in den mast­darm steckt, um­dreht und mit ei­nem lau­ten *plopp* wie­der raus­zieht (lan­ge nicht mehr so ge­lacht) und jetzt ich mit die­ser un­glaub­lich sprit­zig ge­schrie­be­nen blog­schau. selbst falk lü­ckes schrei­be ver­ur­sacht mir heu­te am qua­li­täts­mon­tag kei­ne kör­per­li­chen schmer­zen (bis auf den letz­ten ab­satz). das muss das qua­li­täts-pro­mil­le sein, von dem lars-chris­ti­an cords sprach. den ein­druck macht auch eva her­man mit ih­ren 99,99% schrott („Denn nur wer aus ei­ge­nem Er­le­ben sei­ne Er­fah­run­gen zieht und die Ge­set­ze des Le­bens all­mäh­lich er­kennt, er­hält ei­nen An­spruch auf Wahr­heit.“, via) auf teen­ager-ta­ge­buch-ni­veau nicht ka­putt.

[nach­trag]
auch wenns von sonn­tag ist, ich habs erst am mon­tag im feed­rea­der ge­habt, mal­te ol­schew­ski über des „Pen­ta­gons »Blut­gren­zen« in Nah­ost“ und „Um­strit­te­ne US-Plä­ne für neue Staa­ten“. die ar­ti­kel zei­gen auch, dass „bür­ger­jour­na­lis­mus“ „pen­si­ons-pro­fi-jour­na­lis­mus“ sein kann.


ganz gross,

felix schwenzel


schwanz­ver­gleich oh­ne hin­zu­gu­cken

felix schwenzel

ich habs ja mit den zu­griff­zah­len und de­ren kom­mu­ni­ka­ti­on. und tipp­feh­ler oder schlam­pig­kei­ten zu be­me­ckern bemot­zen find ich — ob­wohl ich im glas­haus sit­ze — auch toll, ins­be­son­de­re wenn sich de­ren ver­ur­sa­cher „qua­li­täts­zei­tung“ nennt und auf die­se „blog­ger“, „lai­en“ und „pseu­do­jour­na­lis­ten“ be­son­ders kri­tisch blickt.

noch kürz­lich las ix bei der frank­fur­ter rund­schau ar­ro­gant, non­cha­lant vor stolz auf die ei­ge­ne zunft strot­zend von oli­ver bech­mann:

Se­riö­ser Jour­na­lis­mus be­deu­tet eben, et­was zu ver­öf­fent­li­chen und da­für die Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. In der Blogo­sphä­re herrscht dem­ge­gen­über ge­le­gent­lich eine ge­wis­se Läs­sig­keit und Leicht­fer­tig­keit.

die sorg­falt und pro­fes­sio­na­li­tät des „se­riö­sen“ jour­na­lis­mus kann man ak­tu­ell in der frank­fur­ter rund­schau be­trach­ten, im ar­ti­kel „Me­di­en­at­ta­cke 2.0“ von pe­ter rut­kow­ski:

Das [Blog­ger frei von Re­dak­ti­ons­po­li­tik und ver­le­ge­ri­schen Ver­tei­lungs­kämp­fen ihre Mei­nung sa­gen] drückt sich nicht in Zah­len aus:So hat der Bild­blog nur 33 500 Zu­grif­fe im Mo­nat. Es geht viel­mehr um An­se­hen. Blog­ger fun­gie­ren, ähn­lich pro­mi­nen­ten al­ten Me­di­en, als Mul­ti­pli­ka­to­ren. Der Darm­städ­ter Me­di­en­wis­sen­schaft­ler Tho­mas Pleil ord­net da­her den On­line-Auf­trit­ten von Me­di­en­un­ter­neh­men die Auf­ga­be von „An­ker­punk­ten“ im Netz zu. Spie­gel-On­line macht das vor. Deut­sche Blog­ger ha­ben es be­wie­sen: Sie ver­lin­ken den Spie­gel am häu­figs­ten.

[her­vor­he­bung von mir]

  • es heisst „die bild­blog“
  • die bild­blog hat im schnitt etwa 50.000 zu­grif­fe pro tag, nicht 33.500 pro mo­nat
  • dass der spie­gel am „häu­figs­ten ver­linkt“ wür­de ist so un­dif­fe­ren­ziert for­mu­liert und ohne nen­nung ei­ner quel­le kom­plet­ter quatsch. könn­te man zu­min­dest laut tech­no­ra­ti/jens schrö­der mei­nen.
  • „den spie­gel“ kann man nicht ver­lin­ken. das ding heisst so­weit ich weiss „spie­gel on­line“.

was ler­nen wir dar­aus? auch wenn die frank­fur­ter rund­schau ein paar be­son­ders ar­ro­gan­te und selbst­be­wuss­te jour­na­lis­ten-ex­em­pla­re be­schäf­tigt, heisst das noch lan­ge nicht, dass läs­sig­keit, leicht­fer­tig­keit oder schlam­pig­keit au­to­ma­tisch von tüch­tig­keit, sorg­falt oder re­cher­chefreu­de er­setzt wer­den. im ge­gen­teil.

[nach­trag]
laut ivw hat­te die „frank­fur­ter rund­schau on­line“ im au­gust 1.146.074 be­su­cher („vi­sits“). laut blogscout.de hat­te die bild­blog in den letz­ten 30 ta­gen 1.397.629 be­su­cher. hab ich mich jetzt ver­rech­net oder falsch nach­ge­schla­gen oder ist die fr-on­line nicht son­der­lich, öhm, er­folg­reich?

p.s.: als ste­fan nig­ge­mei­er mir letz­tes­mal die feedb­ur­ner-abo-zah­len von die bild­blog sag­te, be­kam ich trä­nen in die au­gen. wirk­lich.

[nach­trag]
eine wah­re sch­lum­pe­rei was die frank­fur­ter rund­schau da ge­macht hat. noch schlum­pi­ger von mir ist es al­ler­di­kngs den link zu pe­ter rut­kow­ski ar­ti­kel zu ver­ges­sen. ist jetzt nach­ge­tra­gen.

[nach­trag 30.10.2006]
un­ver­bes­ser­lich, der herr rut­kow­ski.


kun­den­dia­log auf pa­vi­an­art

felix schwenzel

die­ser re­flex, si­cher­heits­lü­cken oder die fres­se von leu­ten die dar­auf auf­merk­sam ma­chen ju­ris­tisch zu stop­fen ist ein alt­be­kann­ter klas­si­ker. es ist ja auch ganz ein­fach: schuld an ei­ner si­cher­heits­lü­cke hat stets der ent­de­cker. das ist lo­gisch, denn vor ih­rer ent­de­ckung gabs die si­cher­he­ist­lü­cke ja nicht. so be­zah­len vie­le un­ter­neh­mer (oder ver­le­ger) wei­ter­hin lie­ber phi­lo­so­phen und ju­ris­ten, als gute pro­gram­mie­rer. aus­ser­dem macht es ja auch viel mehr spass am te­le­fon oder per mail das pa­vi­an-männ­chen raus­zu­las­sen und sich vor lau­ter geld und macht auf die brust zu trom­mel. ein bei­spiel für so ei­nen trom­mel­wir­bel kann man bei an­dre­as dit­tes nach­le­sen.

[via, bild­quel­le]

[nach­trag]
auch wit­zig, via it+w.

[nach­trag 03.10.2006]
tho­mas wag­ner hat sich in den kom­men­ta­ren von ba­sic­thin­king zu wort ge­mel­det. dar­in ver­linkt er eine ge­gen­dar­stel­lung (pdf) in der er sich bit­ter­lich dar­über be­schwert, dass kei­ner der blog­ger die über den fall schro­ben sich bei unis­ter ge­mel­det hät­te um „nach den Fak­ten und Aus­wir­kun­gen des Si­cher­heits­feh­lers“ zu fra­gen. be­mer­kens­wert ist aus­ser­dem, dass er un­term strich nicht be­strei­tet in te­le­fo­na­ten mit an­dre­as dit­tes ru­pig bis dro­hend mit ihm um­ge­gan­gen zu sein, wei­te tei­le von emails von an­dre­as dit­tes ver­öf­fent­licht und man das ge­fühl be­kom­men könnn­te er ver­su­che den blog­ger an­dre­as dit­tes zu dis­kre­di­tie­ren. kommt mir be­kannt vor, eine or­ga­ni­sa­ti­on, die sich der be­kämp­fung der kor­rup­ti­on ver­schrie­ben hat, ging kürz­lich ähn­lich vor: dem blog­ger ein­fach per­sön­li­che mo­ti­ve, un­wah­re aus­sa­gen und ver­schwö­rungs­mo­ti­ve an­hän­gen. ich schlies­se mich ro­bert ba­sic an, der das vor­ge­hen von unis­ter als „ein be­fremd­li­ches Ver­hal­ten“ emp­fin­det. mehr dazu in ei­nem nach­trag bei an­dre­as dit­tes.

[nach­trag 09.10.2006]
alle ha­ben sich laut an­dre­as dit­tes wie­der lieb. aus­ser­dem wird eine ge­mein­sa­me stel­lung­nah­me an­ge­droht.

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selbst­be­stimmt fern­se­hen

felix schwenzel

wenn der six­tus als elek­tri­scher re­por­ter so wei­ter­macht, wer­de ich mei­nen fern­se­her bald ab­schaf­fen. ach­so. ich hab ja gar kei­nen fern­se­her. was sol­che for­ma­te aber zei­gen ist ganz klar: das fern­se­hen so wie wir es ken­nen stirbt (bald). ver­we­sungs­ge­ruch strahlt es ja mitt­ler­wei­le schon aus.

wer sich heu­te kin­der oder teen­ager an­guckt sieht: die gu­cken kein mtv oder viva mehr oder das lä­cher­li­che mo­tor.tv, sie gu­cken you­tube. sie sit­zen stun­den­lang vor you­tube und stel­len sich ihr pro­gram selbst zu­sam­men. künf­tig wird es nicht mehr um pro­gramm­plä­ne ge­hen, es geht um die sen­dung und um die stars selbst und ich kann sie gu­cken wann ich will. was noch fehlt, ge­nau­so wie beim blog­dings, ist die kri­ti­sche mas­se und die pro­fes­sio­na­li­tät.

die kri­ti­sche mas­se wird ge­nau dann er­reicht, wenn die pro­du­zen­ten und ma­cher von be­weg­ten bil­dern, co­me­dy, la­tenight und wa­sauch­im­mer be­grei­fen, dass man auch mil­lio­nen zu­schau­er im in­ter­net er­rei­chen kann. es wür­de mich nicht wun­dern, wenn jon ste­wart über das in­ter­net mehnr zu­sschau­er als über co­me­dy cen­tral und cnn er­reicht. der schritt die­se sen­dun­gen kom­plett frei, mit wer­bung ver­se­hen ins netz zu stel­len (statt wie bis­her nur aus­schnit­te oder als il­le­ga­le rips) ist kein gros­ser. was soll­te je­man­den da­von ab­hal­ten ei­nen wer­be­spot für eine sen­dung die im in­ter­net läuft zu bu­chen der den spot bis­her nur im fern­se­hen ge­bucht hat? je mehr die sen­dung ko­piert wird, in je mehr web­sei­ten die sen­dung ein­ge­bet­tet wird des­to bes­ser für den pro­du­zen­ten und den wer­be­trei­ben­den.

kos­ten­lo­ses fern­se­hen im netz funk­tio­niert. was (noch) fehlt sind mu­ti­ge die ihre pro­duk­tio­nen nicht nur ins fern­se­hen hie­ven wol­len, son­dern auf das netz ver­trau­en und pro­du­zen­ten von qua­li­täts­in­hal­ten. die kon­su­men­ten sind schon da. und die pro­du­zen­ten kön­nen wir sein. ma­rio six­tus zeigt wie es ge­hen könn­te.

[nach­trag]
fa­bi­an mohr: „Kön­nen es sich Fern­seh­sen­der auf Dau­er leis­ten, ihre In­hal­te nicht frei­zu­las­sen?“

[nach­trag 01.10.2006]
spie­gel: Netz schlägt TV.

[nach­trag 02.10.2006]
ba­sic­thin­kin.de: ZDF lernt durch Bon­ker.


wer

felix schwenzel

mich heu­te nicht tref­fen will, soll­te um acht hier nicht hin­ge­hen.


al­le

felix schwenzel

alle mei­ne spree­blick-kom­men­ta­re. dank wp und max.


pimp my schwanz­ver­gleich

felix schwenzel

eh­ren­senf ist nicht nur ei­ner der top-auf­t­ei­ger der deut­schen­blog­charts (in 36 wo­chen auf platz 5), son­dern auch der deut­sche meis­ter im zu­griffs­zah­len pim­pen. noch am an­fang die­ses jah­res schaff­ten es die be­trei­ber von eh­ren­senf nicht fra­gen­den jour­na­lis­ten ihre zu­griffs­zah­len so zu nen­nen, dass sich ein ein­heit­li­ches bild er­gab: am 24.01.2006 wa­ren es laut taz „täg­lich bis zu 10.000 Zu­schau­er“. am 27.01.2006 hiess es laut ber­li­ner zei­tung, eh­ren­senf schal­te­ten „re­gel­mä­ßig 5 000 Zu­schau­er ein“.

an­fang au­gust gibt eh­ren­senf hier an, mo­nat­lich „min­des­tens 2 Mio Page Im­pres­si­ons“ zu ha­ben. was für eine be­ein­dru­cken­de ent­wick­lung in­ner­halb von ei­nem hal­ben jahr!

ges­tern las ich dann in ei­ner bei­la­ge der „in­ter­net world busi­ness“ (on­line wer­be­pla­nung ok­to­ber - de­zem­ber 2006), dass laut eh­ren­senf ver­mark­ter ad2net eh­ren­senf mo­nat­lich 3 mill­lio­nen page im­pres­si­ons habe (was pi mal dau­men 100 000 PIs — und da­mit 25 000 mehr als das bild­blog — pro tag wä­ren). ad2net woll­te mir zu den be­ein­dru­cken­den zah­len nichts sa­gen.

so ganz über­zeu­gen die auf­ge­pim­ten zah­len (apro­pos) auch die wer­be­kunschaft nicht: ich kann aus­ser ad­sen­se kei­en wer­bung auf eh­ren­senf ent­de­cken und auch die ebay-ver­stei­ge­rung von wer­bung war so­weit ich mit­be­kom­men habe, ein ab­so­lu­ter flop.

ver­ar­schung oder kli­cken wirk­lich 2-3 pro­zent der spon-le­ser auf den eh­ren­senf-link um dort PIs zu ge­ne­rie­ren? ich sehe eher ganz viel heis­sen dampf.


fern­se­hen

felix schwenzel

tho­mas knü­wer:

Pa­ki­stans Prä­si­dent Per­vez Mus­har­raf bei Jon Ste­warts „The Dai­ly Show“.

ste­fan nig­ge­mei­er:

Das deut­sche Pri­vat­fern­se­hen wird von ei­nem Duo­pol aus RTL und Pro­Sie­ben­Sat.1 be­herrscht. Da­mit un­ter die­sem ein­ge­schränk­ten Wett­be­werb der Plu­ra­lis­mus nicht lei­det, müs­sen bei­de An­bie­ter un­ab­hän­gi­ge Drit­te Sen­de­zei­ten ein­räu­men. Und in die­sen Fens­ter­pro­gram­men, die die Mei­nungs­viel­falt ga­ran­tie­ren sol­len, wer­den dann auf RTL aus­ge­rech­net Bei­trä­ge von Pro­Sie­ben­Sat.1 ge­zeigt.

um mal auf die re­le­vanz-the­sen von lars-chris­ti­an cords zu­rück­zu­kom­men: ich wür­de ja ger­ne mal auf nem po­di­um sit­zen und wie cords ins pu­bli­kum schrei­en: „99,99% der sen­dun­gen im deut­schen fern­se­hen sind das er­geb­nis von blin­dem ak­tio­nis­mus und quo­ten-gier von ko­pis­ten und voll­trot­teln und hat das ni­veau von zug­be­glei­ter-durch­sa­gen im ICE.“ stimmt zwar ge­nau­so­we­nig wie das von cords ge­sag­te, muss­te aber mal raus.

wo blei­ben die deut­schen ste­warts, ma­hers, matt lau­ers (sie­he hier) und schmidt 2.0?

fern­se­hen wird wie­der zum wirk­li­chen fern­se­hen: man muss schon ganz schön weit schau­en um was an­stän­di­ges zu se­hen. um ge­nau zu sein, über den teich.


hei­tei­tei

felix schwenzel

pro­fes­sio­nel­ler jour­na­lis­mus, neu de­fi­niert. glück­li­cher­wei­se sind ja nicht alle jour­na­lis­ten drü­ben sol­che weich­ei­er.


kaf­fee.satz.le­sen 32

felix schwenzel

heu­te nach­mit­tag mal kurz mit der bei­fah­re­rin in die ba­der­an­stalt ge­fah­ren um mir die kaf­fee.satz.le­sung 32 an­zu­hö­ren. ganz gran­di­os und zu­recht über­all „pu­bli­kums­lieb­ling“ ge­nannt, ina bruch­los. von ihr auch gleich zur fort­ge­setz­ten lek­tü­re ihr neu­es buch „[ama­zon-wer­be­link] mitt­wochs­kar­tof­feln“ ge­kauft. aber trä­nen in die au­gen ge­trie­ben hat mir vol­ker strü­bing mit sei­nen drei kurz­ge­schich­ten, vor al­lem der mit dem ti­tel „über die lie­be und fleisch­sa­lat“ (oder so). köst­lich. vol­ker strü­bing bloggt, schreibt [ama­zon-wer­be­link] ro­ma­ne und poet­rys­lämmt. zum bei­spiel kürz­lich am ran­de der leip­zi­ger buch­mes­se. von die­sem auf­tritt gibt es ei­nen mit­schnitt auf dem er „fleisch­sa­lat“ vor­trägt (so etwa ab mi­nu­te 2:42). ein gran­dio­ser text über die lie­be und fleisch­sa­lat. trotz der mie­sen ton­qua­li­tät, sehr zu emp­feh­len. al­lein schon we­gen die­ser pas­sa­ge:

„ich lie­be dich“ sagt man nicht. wer „ich lie­be dich“ sagt, sagt auch „fol­gen sie die­sem wa­gen“ oder „lass mich hier zu­rück, al­lein kannst du es schaf­fen“.

(vol­ker strü­bing)


wir sind arsch­loch

felix schwenzel

die kir­che ver­sucht seit tau­sen­den von jah­ren an­ders­gläu­bi­ge zu mis­sio­nie­ren und, wie sie es nennt, das wort got­tes un­ter die leu­te zu brin­gen. teil­wei­se mit enor­men auf­wand. gan­ze ar­meen wer­den auf­geboben um mis­sio­na­ren schutz zu ge­ben, tau­sen­de mis­sio­na­re ar­bei­ten in afri­ka um „das wort got­tes“ un­ter die leu­te zu brin­gen. der neue, un­fehl­ba­re „stell­ver­tre­ter got­tes“ möch­te das be­en­den. eine ra­di­ka­le kehrt­wen­de. der va­ti­kan ver­klagt tat­säch­lich leu­te die das ur­he­ber­recht des paps­tes ver­let­zen und sei­ne wor­te, und sei­en es auch nur 30 zei­len, un­be­rech­ti­ger­wei­se wei­ter­ver­brei­ten. steht hier. was für eine idio­tie. aber viel­leicht auch gut so.


nur scheis­se im kopf

felix schwenzel


stein­hö­fel schwä­chelt

felix schwenzel

frü­her stand er noch im saft, jetzt mar­kiert er die mi­mo­se, die für jede be­lei­di­gung die ju­ris­di­ka­ti­ve ju­di­ka­ti­ve um hil­fe an­bet­telt. frü­her war al­les, so­gar stein­hö­fel, bes­ser:

Daß vie­le in mir den ar­ro­gan­ten Wi­der­ling se­hen, stört mich über­haupt nicht. Wer mich und mei­ne Sen­dung ge­schmack­los fin­det, kann mir das vor ei­nem Mil­lio­nen­pu­bli­kum sa­gen. Ich freue mich auf jede Art der Kon­fron­ta­ti­on.

(joa­chim stein­hö­fel, 21.1.1994 in der „welt“ über sei­ne pö­bel­show „18.30“)

es wird das al­ter sein, das ihn so weich­ei­rig macht. ihm fehlt die kraft. selbst ab­mah­nun­gen ge­gen an­geb­li­che, ihn be­tref­fen­de be­lei­di­gun­gen kann er nicht mehr sel­ber schrei­ben.


rea­ders edi­ti­on: und nu?

felix schwenzel

da die netz­zei­tung in form von phil­ip graf dön­hof hier nach kon­struk­ti­ver kri­tik ge­fragt hat, drü­cke ich hier mal ein biss­chen senf zur rea­ders edi­ti­on der net­zei­tung ab. die hun­dert tage schon­frist sind ja auch ab­ge­lau­fen. ich fand das pro­jekt ja theo­re­tisch ganz span­nend. auch tech­nisch wur­de es pri­ma ge­löst mit ei­nem auf­ge­boh­ren word­press, das auch gar nicht mal so übel aus­sieht. die idee ist ganz char­mant, le­ser, „mil­lio­nen le­ser“ wie vor dem launch noch ge­tönt wur­de, eine platt­form zu bie­ten. nur die pra­xis ist ent­täu­schend. we­nig ar­ti­kel, we­ni­ges das die „mir-doch-egal-schwel­le“ über­tritt und zum teil frag­wür­di­ges und är­ger­li­ches.

es gab mal ei­nen ar­ti­kel, der hat­te was. ein in­ter­view mit gün­ter wall­raf. das in­ter­view war al­ler­dings zweit­ver­wer­tet aus ei­ner schü­ler­zei­tung. dann gabs ein­mal pr von fon für fon. kann man ma­chen, auch wennns we­der was mit jour­na­lis­mus, noch mit „bür­ger-jour­na­lis­mus“ zu tun hat. ar­ti­kel wie die­ser ja­gen mir dann aber doch schau­er über den rü­cken; schlam­pig pseu­do­pro­fes­sio­nell und ein­sei­tig ge­schrie­ben, in­for­ma­tio­nen die den te­nor des ar­ti­kels ra­di­kal ver­än­dern wür­den wer­den — ob­wohl be­kannt — ein­fach weg­ge­las­sen, mit links und ge­nau­en quel­len­an­ga­ben wird aus un­er­find­li­chen grün­den ge­geizt („ich habe mei­ne quel­len, die nenn ich aber nicht!“). news-schrott für den sich selbst kat­zen­blog­ger schä­men wür­den.

re­gio­nal will die rea­der edi­ti­on sein. auch da fehl­an­zei­ge. in je­dem haupt­stadt­blog oder den met­blogs gibts 100mal bes­se­re und 1000mal mehr ar­ti­kel. je­des x-be­lie­bi­ge blog bie­tet mehr re­gio­na­le in­hal­te als die RE. war­um soll in ei­ner zeit in der je­der nach drei klicks sein ei­ge­nes blog öff­nen kann je­mand für die net­zei­tung schrei­ben? was ist der an­reiz? das ist das eine pro­blem, das an­de­re: wie soll man für qua­li­tät sor­gen? die net­zei­tung meint mo­de­ra­ti­on wäre die lö­sung. un­ter­ir­di­sche text­qua­li­tät, recht­schreib­feh­ler, wer­bung und ju­ris­ti­sche trot­te­lei­en mag man weg­mo­die­ren kön­nen, aber wie kann man in­ter­es­san­tes, le­sens­wer­tes her­mo­de­rie­ren?

ich sehe zwei ver­säum­nis­se der net­zei­tung:

  • mas­se schaf­fen, eine brei­te user­ba­sis
  • an­rei­ze schaf­fen für die RE zu schrei­ben
  • the­men und hil­fe­stell­lung vor dem schrei­ben leis­ten und so zum schrei­ben ani­mie­ren

klar, die net­zei­tung hat kein geld um die RE rich­tig zu pu­schen oder pe­ku­niä­re an­rei­ze für die au­toren zu bie­ten. aber war­um steht da ein­fach nur: „schrei­ben sie!“ und nicht wor­über, nicht wie, nicht war­um?

war­um sam­meln die „er­fah­re­nen“ re­dak­teu­re nicht the­men über die die le­ser schrei­ben könn­ten, war­um po­si­tio­niert sich die RE nicht als ein la­den in dem man schrei­ben un­ter pro­fes­sio­nel­ler an­lei­tung ler­nen kann und sich aus­pro­bie­ren kann, war­um gibt es kein über­ge­ord­ne­tes the­ma mit dem sich die RE po­si­tio­niert und pro­fi­liert, so wie die rie­sen­ma­schi­ne (kei­ne be­find­lich­kei­ten, mög­lichst zu­kunfts­wei­sen­des oder welt­erklä­ren­des, kei­ne kla­gen über die bahn)?

war­um, zum bei­spiel, bie­tet die RE nicht eine art bör­se mit ideen, mit the­men oder the­sen, mit ter­mi­nen, ver­an­stal­tun­gen über die man schrei­ben kann? ich wäre nie­mals auf die idee ge­kom­men alle par­tei­ta­ge zu be­su­chen und darüp­ber zu blog­gen, wenn mich nicht nico lum­ma ge­fragt hät­te. und mir fällt es zu­ge­ge­be­ner­mas­sen schwer mich durch hun­der­te von pres­se­mel­dun­gen zu ackern um in­ter­es­san­te ter­mi­ne her­aus­zu­de­s­ti­lie­ren. war­um lässt die net­zei­tung das nicht von re­dak­tue­ren er­le­di­gen die eh den gan­zen tag nichts an­de­res ma­chen als the­men, mel­dun­gen und pres­se­mit­tei­lun­gen zu wich­ten, ein­zu­or­de­nen? eine term­nin­bör­se in der in­ter­es­san­te ge­richts­ter­mi­ne ste­hen, ver­an­stal­tun­gen, pres­se­kon­fe­ren­zen von de­nen man be­rich­ten könn­te und ne­ben den pro­fis auch gleich ein paar ama­teu­re hin­schi­cken könn­te? gleich­zei­tig könn­te man hil­fe bei evtl. nö­ti­gen ak­kre­di­tie­run­gen bie­ten. ge­ra­de bei wahl­kämp­fen habe ich fest­ge­stellt, dass es vie­le in­ter­es­san­te ter­mi­ne gibt über die man schrei­ben könnn­te, nur ver­strei­chen sie meist un­be­ach­tet und ich er­fah­re erst et­was von ih­nen (aus der zei­tung) wenn sie vor­bei sind.

im ernst. wenn man möch­te, dass ei­nem le­ser con­tent lie­fern, könn­te man ih­nen ja auch hil­fe­stel­lung, an­re­gun­gen, re­sour­cen ge­ben. den auf­wand be­trei­ben re­dak­tio­nen wie dei der net­zei­tung eh. nur — und das wird das pro­blem sein — dem pö­bel will man so ein her­schafts­wis­sen na­tür­lich nicht zur ver­fü­gung stel­len. der pö­bel re­agiert dann auch ent­spre­chend. mit mas­si­vem und aus­ge­präg­tem des­in­ter­es­se.

ach, viel­leicht noch eine idee. da der bes­te ar­ti­kel in der RE bis­her ein ar­ti­kel aus ei­ner schü­ler­zei­tung war, wie wärs denn mit ta­lent­su­che? ein­fach alle deut­schen schü­ler­zei­tun­gen nach ver­wert­ba­rem, wert­vol­lem ab­su­chen und zweit­ver­wer­ten? hört sich lahm an, könn­te mich aber even­tu­ell da­von ab­hal­ten die RE we­gen aku­ter lan­ge­wei­le aus mei­nem feed­rea­der zu wer­fen.