mo­ra­lisch, un­mo­ra­lisch?

felix schwenzel

dass goog­le in chi­na im vor­aus­ei­len­den ge­hor­sam der chi­ne­si­schen re­gie­rung ge­gen­über such­ergeb­nis­se zen­siert ist ja hin­läng­lich be­kannt. das die chi­ne­sen sich aber über die­ses mo­ra­lisch ko­rum­pier­te ge­schäfts­ge­ba­ren ka­putt la­chen ist wohl we­ni­ger be­kannt, so die welt [via jo­net].

Der kri­ti­sche Au­tor Yu Jie vom chi­ne­si­schen Pen nennt die An­bie­de­rung der Aus­land­spor­ta­le, die nur auf Ge­schäf­te aus sei­en, „zu­tiefst prin­zi­pi­en­los“. Nach Mi­cro­soft, Ya­hoo und Goog­le räum­te nun auch das IT-Un­ter­neh­men Sky­pe, das ein chi­ne­si­sches Joint Ven­ture mit „Tom On­line“ be­treibt, ein, sich der Zen­sur zu beu­gen.

eben­so we­nig be­rüh­rungs­ängs­te mit un­de­mo­kra­ti­schen re­gie­run­gen hat die deut­sche bank, die dem turk­me­ni­schen staats­prä­si­den­ten sapar­mu­rat ni­ja­sow da­bei be­hilf­lich ist, ein­nah­men aus staat­li­chen roh­stoff­ge­schäf­ten am turk­me­ni­schen haus­halt vor­bei ins aus­land zu ver­frach­ten. laut spie­gel wur­den un­ter an­de­rem gas­lie­fe­run­gen an die ukrai­ne im wert von 1,68 mil­li­ar­den dol­lar über ein kon­to bei der deut­schen bank in frank­furt ab­ge­wi­ckelt. der dik­ta­tor ni­ja­sow be­trach­te die de­vi­sen als sein „per­sön­li­ches ta­schen­geld“. die an­bie­de­rung der deut­schen bank an ni­ja­sow fin­de ich nun wie­der „zu­tiefst prin­zi­pi­en­los“.

eben­so frag­wür­dig, wenn auch in ei­ner et­was an­de­ren di­men­si­on, fin­de ich, was der „frau­en­me­dia­turm“, das „fe­mi­nis­ti­sche Ar­chiv und Do­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum“ in köln nun tut: die „qua­li­fi­zier­te“ ar­beit der do­ku­men­ta­ti­on der „femmi­nis­ti­schen be­we­gung“ ein­fach von prak­ti­kan­tin­nen und 1-euro-job­be­rin­nen er­le­di­gen las­sen. ge­ra­de noch la­men­tier­te die vor­stands­vor­sit­zen­de des frau­en me­dia turms bei chris­ti­an­sen dar­über wie die deut­sche wirt­schaft und po­li­tik frau­en we­der aus­rei­chend un­ter­stützt noch or­dent­lich be­zahlt. prin­zi­pi­en gel­ten wohl auch bei frau­en­recht­le­rin­nen nur bis zur ei­ge­nen turm­tür.

das schlimms­te aber, auch mir sind prin­zi­pi­en egal. ich bin wei­ter­hin kun­de bei goog­le, nut­ze de­ren diens­te und ma­che ge­schäf­te mit goog­le, ich habe wei­ter­hin ein kon­to bei der deut­schen bank und fin­de ali­ce schwar­zer wei­ter­hin sym­pa­thisch. auch bei lidl kau­fe ich wei­ter­hin ein und auch mit in chi­na bil­ligst pro­du­zier­ten turn­schu­hen habe ich kein pro­blem. ich un­ter­stüt­ze schwei­ne­ba­cken-ka­pi­ta­lis­mus an al­len ecken und en­den und schrei­be die­se zei­len wahr­schein­lich ge­ra­de mit atom­strom und in von schlecht­be­zahl­ten und pes­ti­zit­ver­seuch­ten baum­woll­samm­lern er­mög­lich­ter wä­sche. da­bei kom­me ich mir bei­na­he so bi­gott und ver­lo­gen vor wie to­bi­as fröh­lich, spre­cher des pro­fi­ta­b­les­ten me­di­en­kon­zerns deutsch­lands, der den be­trei­bern des bild­blogs geld­gier vor­wirft (sie­he auch hei­se.de und lanu).

was bleibt? ich ver­mu­te ein­zig und al­lein der hu­mor, die wit­zel­sucht, sar­kas­mus und iro­nie. ste­ven col­bert macht vor (quick­time, 26MB) wie das aus­se­hen könn­te [via bo­ing­bo­ing]. so will ich auch wer­den, wenn ich kein arsch­loch mehr bin.


tim mäl­zer

felix schwenzel

heu­te kurz in der ober­ha­fen­kan­ti­ne in ham­burg tim mäl­zer ge­se­hen. er sieht sym­pa­thi­scher aus, als sein auto ver­mu­ten lässt. die ober­ha­fen­kan­ti­ne ist üb­ri­gens die an­ker­klau­se ham­burgs. qua­si.


po­li­tik kann zu kot­zen füh­ren

felix schwenzel

ich blog­ge manch­mal din­ge weil ich wenn ich von ih­nen höre kör­per­li­ches un­wohl­sein ver­spü­re. so zog sich et­was in mei­nem ma­gen-darm-trakt zu­sam­men als ich erst­mals den un­glaub­lich ar­ro­gan­ten brief des ethik­be­auf­trag­ten von trans­pa­ren­cy in­ter­na­tio­nal an moni las, ge­nau­so wie wenn ich dar­über lese, dass bas­ti­an sick sich of­fen­bar sei­ne kolumm­ne zu­sam­men­klaut. ich kot­ze dann förm­lich vor em­pö­rung in mein blog. seit ei­ni­ger zeit kot­ze ich re­gel­mäs­sig in mich hin­ein, heu­te muss es raus. seit ei­ni­gen wo­chen, fast mo­na­ten lese ich im­mer wie­der von ei­ner tür­ki­schen fa­mi­lie, die nach an­ga­ben ei­ner bür­ger­initia­ti­ve aus el­tern, leh­rern und so­zi­al­päd­ago­gen als her­vo­r­a­gend in­te­griert gilt, eine der toch­ter wur­de we­gen ih­res vor­bild­li­chen en­ga­ge­ments in der schu­le so­gar zum bun­des­köh­ler ein­ge­la­den. die­se fa­mi­lie kämpft seit 17 jah­ren um asyl in deutsch­land. der asyl­an­trag wur­de ab­gel­ent, weil der fa­mi­li­en­va­ter nicht ein­deu­tig nach­wei­sen konn­te, dass er ver­bin­dun­gen zur kur­di­schen pkk hat­te, des­halb in der tür­kei po­li­tisch ver­folgt wür­de und dem­ents­pe­ch­end in deutsch­land ein recht auf asyl hät­te. nun droht der fa­mi­lie ay­din die ab­schie­bung. in ei­ni­gen ta­gen läuft die dul­dung der fa­mi­lie aus, die aus­län­der­be­hör­de schreibt der fa­mi­lie, dass sie sich päs­se be­sor­gen sol­len um aus­ge­wie­sen wer­den zu kön­nen. zu­vor hat­te der pe­ti­ti­ons­aus­schuss des ber­li­ner ab­ge­ord­ne­ten­hau­ses für eine ab­schie­bung ent­schie­den, dies­mal an­geb­lich weil sich fe­yaz ay­din für die kur­di­sche PKK en­ga­giert ha­ben sol­le. ge­nau der grund der für die staat­li­chen stel­len nicht über­zeu­gend ge­nug dar­ge­stellt wur­de um der fa­mi­lie asyl zu ge­wäh­ren, soll jetzt der grund für die ab­schie­bung sein?

die­se gan­ze pos­se ist so ab­surd, so un­mensch­lich bü­ro­kra­tisch, dass ei­nem der atem stockt. hier wol­len die bon­zen die sich po­li­ti­ker nen­nen be­wei­sen, dass sie nach dem ge­set­zes­text und nach dienst­vor­schrift han­deln kön­nen. es geht ums prin­zip. dass das han­deln der be­tei­lig­ten po­li­ti­ker dazu füh­ren wird, dass die kin­der der ay­dins in ei­nem land auf­wach­sen, das ih­nen un­be­kannt ist, dass der va­ter we­gen sei­ner po­li­ti­schen hal­tung so­fort ins ge­fäng­niss wan­dern wird, dass sie in ein land kom­men wer­den in dem der staat kin­der we­gen der teil­nah­me an ei­ner de­mons­tra­ti­on für 24 jah­re ins ge­fäng­niss ste­cken will, be­rei­tet den ent­schei­dungs­trä­gern of­fen­bar kei­ne schlaf­lo­sen näch­te. sie han­deln ja nach dem ge­set­zes­text. mensch­lich­keit zählt bei die­sen bü­ro­kra­ti­schen wichs­ern of­fen­bar nicht.

mehr dazu von gerd no­wa­kow­ski im ta­ges­spie­gel, oder von alke wierth in der taz. ich kotz jetzt mein bier aus und fra­ge mich ob ich mich dem­nächst auch ab­schie­ben soll.


ein fei­ner kerl!

felix schwenzel

das der kor­rek­te um­gang mit der deut­schen spra­che noch lan­ge nicht ei­nen an­stän­di­gen kerl aus­macht ist be­kannt. „gu­ten tag, ich wer­de ih­nen jetzt die fres­se ein­schla­gen“ ist im end­ef­fekt kei­nen deut bes­ser als zu sa­gen „ich hau dich inne fres­se.“ dass bas­ti­an sick sich zwar fein und kor­rekt aus­drü­cken kann ist be­kannt, aber dass er sich of­fen­bar völ­lig hem­mungs­los an den ideen an­de­rer be­dient und sie als sei­ne ei­ge­nen dar­stellt (also kei­ne quel­le an­gibt) ist zwar spie­gel-on­line ty­pisch, aber de­noch ganz schön hin­ter­fot­zig. nein, ei­gent­lich ist es dumm, denn auch wenn sick glaubt al­les was im in­ter­net rum­ste­he kön­ne man sich ein­fach neh­men und dann ver­ges­sen wo man es her­hat ist sau­dumm. dumm wie schif­fer­scheis­se. denn ir­gend­ei­ner merkts im­mer, zur not die­je­ni­gen die das ma­te­ri­al zu­sam­men­ge­stellt ha­ben und vor lan­ger zeit ver­öf­fent­lichtg ha­ben. wenn die es nicht mer­ken, merkst je­mand an­ders. und die hau­en ei­nem das dann um die oh­ren, der zu­sam­men­ge­klau­te text wird ver­schämt vom netz ge­nom­men und 10 kon­fe­ren­zen spä­ter wird eine ent­schul­di­gung nach­ge­scho­ben. und dann steht der sick noch blö­der da als er oh­ne­hin schon da­steht.

[via don dah­l­mann, sym­bol­bild ge­klaut bei efra­ims­toch­ter.de]

[nach­trag 03.05.2006]
die taz greift die sick ge­schich­te auf. [via]

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vor­freu­de

felix schwenzel

alle freu­en sich auf die tm-wm. nur ix nicht. da bin ix ganz eman­ze:

[nach dem ku­gel­ri­tu­al ze­le­brie­ren alle stam­mes­mit­glie­der in über­na­tür­li­cher be­ses­sen­heit ein or­gi­as­ti­sches fest un­er­schüt­ter­li­cher brü­der­lich­keit.]

aus­ser­dem neu bei franz­si­s­ka be­cker*: post­kar­ten, auch wel­che zum kau­fen.

[* dis­clai­mer: ix habe die web­sei­te von fran­zis­ka be­cker ge­baut]


schab­ra­cken kann man kau­fen

felix schwenzel

heu­te mal wie­der beim lidl ge­we­sen und dort ein su­per an­ge­bot ge­se­hen: eine schab­ra­cke (mit fell­ein­satz). ich dach­te im­mer schab­ra­cken fin­det man in düs­sel­dorf auf der kö, aber so kann man sich täu­schen. auch schön, für die in­t­e­lek­tu­el­le­ren lidl-kun­den (wie mich), dort gibt es auch „wal­king-auf­sät­ze“. lei­der in­ter­es­siert mich wal­ken ja nicht so, aber viel­leicht gibts ja dem­nächst auch „ge­sin­nungs-auf­sät­ze“ oder „be­zie­hungs-auf­sät­ze“.


ul­men in­ter­viewt hoe­neß

felix schwenzel

fuss­ball schrei­be ich mit dop­pel-s und geht mir völ­lig am arsch vor­bei. chris­ti­an ul­men hin­ge­gen weckt in mir fan-ge­füh­le. ul­men in herr leh­mann, wie er un­end­lich la­ko­nisch durch den film kroch, ul­men in „mein neu­er freund“, ein­fach gross­ar­tig. der jun­ge ist be­gabt und sieht fast so gut aus wie ich. heu­te im ta­ges­spie­gel hat ul­men die­ter hie­neß in­ter­viewt. ex­trem le­sens­wert. ge­nau die fra­ge die ich mir manch­mal auch stel­le hat er auch ge­stellt:

Und mir ist die­ser Teil des Sys­tems noch im­mer nicht ge­heu­er. Ich will, dass der Spie­ler ge­nau­so Fan ist wie ich. Denn wen feue­re ich denn da an mit der Her­tha-Fah­ne? Eine sich stän­dig er­neu­ern­de Mas­se aus Ath­le­ten und Trai­nern oder die Be­stän­dig­keit des Ver­eins­lo­gos oder Sie? (wei­ter­le­sen)

die ant­wort ist so mäs­sig be­frie­di­gend, aber das in­ter­view ist klas­se.


my­vi­deo? your­vi­deo?

felix schwenzel

ein deut­sches you­tube? gibts jetzt. brought to you by ro­ma­nia. ja, „deutsch­lands ers­te vi­deo-com­mu­ni­ty“ (laut pres­se­mel­dung) kommmt aus ru­mä­ni­nen. be­treut wird das an­ge­bot von der be­kann­ten ber­li­ner me­dia­agen­tur ma­gic in­ter­net gmbh die zur zeit we­der eine ei­ge­ne web­sei­te noch ei­nen ein­zi­gen goog­le tref­fer hat. und wer macht die pres­se­ar­beit für die­ses ru­mä­ni­sche vor­zei­ge­un­ter­neh­men? tilo bo­now, der ex (?) pro­fi-kom­mu­ni­ka­tor-mo­de­ra­tor des kreuz­ber­ger vor­zei­ge­un­ter­neh­mens jam­ba. in gu­ter al­ter spre­cher-ma­nier macht bo­now auch kei­ne an­ga­ben, zum bei­spiel zu den be­su­cher­zah­len. be­ein­dru­cken­de zah­len hat er aber de­noch aus­ge­packt: am 25. april ist die sei­te ge­star­tet, laut ei­ge­nen an­ga­ben sind aber schon 8000 be­nut­zer re­gis­triert die schon 5000 „ei­ge­ne“ vi­de­os hoch­ge­la­den ha­ben. toll. pe­ter turi über­schlägt sich dies­mal an­ge­sichts der pres­se­mel­dung nicht in eu­pho­rie und fragt sich „ob die Be­ach­tung von Ur­he­ber­rech­ten Teil des Ge­schäfts­mo­dells ist“. da rü­mä­ni­en ja für sei­ne stren­gen ur­he­ber­rech­te be­kannt ist, gehe ich mal stark da­von aus, dass auf die ur­he­ber­rech­te sorg­fäl­tig ge­ach­tet wird. auch tilo bo­now steht ja mit sei­nem na­men und bis­he­ri­ger ar­beit für se­rio­si­tät, trans­pa­renz und so­li­de ge­schäfts­mo­del­le.

ich kann mir gut vor­stel­len, dass uns dem­nächst die ers­te deut­sche klin­gel­ton- oder mp3-co­mu­ni­ty aus weiss­russ­land oder turk­me­ni­stan be­glü­cken wird. web2.0 hat noch die eine oder an­de­re über­ra­schung für uns üb­rig.


füh­rer­schein­bild

felix schwenzel

nach­dem eric hauth sein füh­rer­schein­bild ver­öf­fent­licht hat, woll­ten mc­win­kel, vie­le an­de­re und ich dem auch nicht nach­ste­hen. falls es ei­ner hier noch nicht ge­se­hen ha­ben soll­te.


mahn­wahn jetzt auch mit sup­port81

felix schwenzel

mar­cel sieht sich von ei­nem ab­mah­ner be­droht und wird wohl straf­an­zei­ge ge­gen den wü­te­rich stel­len. lus­ti­ge kom­men­ta­re hat er auch be­kom­men (via).

das schlim­me: ob­wohl die si­tua­ti­on eher ernst ist, lach ich mich im­mer ka­putt wenn ich mar­cels bei­trä­ge lese. im üb­ri­gen sieht er gar nicht so aus wie auf dem foto oben links. er hat wie ich seit da­mals ein paar kilo mehr fleisch im ge­sicht und an den hüf­ten.

[die­ser bei­trag ist ein up­date zu mahn­wahn]


mah­wahn

felix schwenzel

macel vom par­tei­buch scheint die grös­sen­wahn­sin­ni­gen ex­trem an­zu­zie­hen. heu­te rief ihn je­mad an, der mein­te mar­cel die be­nut­zung des wor­tes „ds­quatsch“ (oder so) un­ter­sa­gen zu kön­nen, weil er ein pa­tent dar­auf hät­te:

Dirk M. mein­te, ich soll­te mich das nicht trau­en, das ste­hen zu las­sen, denn die einst­wei­li­ge Ver­fü­gung wür­de mich 6.000 Euro, ihn aber le­dig­lich ei­nen Euro kos­ten wird. (wei­ter­le­sen)

glück­li­cher­wei­se hat mar­cel wie­der neue kat­zen­bil­der.

[nach­trag 25.04.2006]
es es­ka­liert …


head and should­ers

felix schwenzel

ja. ich be­nut­ze „head and should­ers“ und das ob­wohl ich gar kei­ne haa­re auf der schul­ter habe. nur, dass tex ru­bi­no­witz auf die­sen witz kom­men muss­te, wurmt mich jetzt doch ein biss­chen.


ix auf 25peeps.com

felix schwenzel

klick mich an.
(hier gibts das bild in gross.)


mehr selbst­ge­fälsch­te sta­tis­tik

felix schwenzel

99% al­ler blog­ger blog­gen pla­ti­tü­den.
67% al­ler ge­blogg­ten pla­ti­tü­den sind le­sens­wert.
89% al­ler plat­ten kom­men­ta­re stamm­men vom klei­nen f.


bü­ro­platz in kreuz­berg zu ver­mie­ten

felix schwenzel

mei­nen ar­beits­platz in ei­nem ge­mein­schafts­bü­ro in ber­lin kreuz­berg gebe ich ab so­fort ab. die bü­ro­ge­mein­schaft be­steht aus 3 räu­men, mit je­weils 4-5 ar­beits­plät­zen, ei­ner ge­mein­sa­men kü­che mit es­pres­so­ma­schi­ne und ei­nem ge­mein­sa­men be­spre­chungs­raum. den raum in dem sich mein ar­beits­platz be­fin­det tei­le ich mir mit 4 an­de­ren. hin­ter mir sass lan­ge zeit frau frank und da sie auch ih­ren platz auf­ge­ben will, ist es lo­gi­scher­wei­se auch mög­lich zwei plät­ze zu mie­ten. dies ist der „pla­ze“ mit ein paar fo­tos und hier ist eine klei­ne aus­wahl an mit­nut­zern in der ora­ni­en­stras­se:

die mie­te (für mei­nen platz) be­trägt ca. 140,- euro pro mo­nat, das büro be­fin­det sich im hin­ter­hof der ora­ni­en­stras­se 6 (goog­le map, mul­ti­map) und wer in­ter­es­se hat kann mich an­mai­len oder mar­tin un­ter die­ser ruf­num­mer an­ru­fen: (030) 308 825 54


vor­täu­schung

felix schwenzel

90 pro­zent al­ler frau­en täu­schen re­gel­mäs­sig ei­nen or­gas­mus vor. 40 pro­zent al­ler män­ner täu­schen re­gel­mäs­sig eine erek­ti­on vor.


ups, nut­te?

felix schwenzel


ich soll­te mehr trin­ken

felix schwenzel

es gibt so klei­ne er­in­ne­run­gen, bil­der die man mit sich her­um­schleppt, bil­der von er­eig­nis­sen, von si­tua­tio­nen die klein und un­be­deu­tend er­schei­nen, sich aber ganz tief ins ge­däch­nis ein­gra­ben. am in­ten­sivs­ten ha­ben sich bei mir bil­der ein­ge­brannt die in ei­ner emo­tio­na­len si­tua­ti­on ent­stan­den, aber oft nur bruch­tei­le ei­ner se­kun­de dau­ern. ein blick, eine sub­ti­le ges­te, ein au­gen­blick im wahrs­ten sin­ne des wor­tes, näm­lich der blick in die au­gen ei­nes an­de­ren. oder der win­zi­ge au­gen­blick vor ei­nem un­fall. oder der kur­ze au­gen­blick vor dem auf­prall.

ein sehr in­ten­si­ves bild, dass im­mer wie­der aus mei­nem un­ter­be­wuss­ten ins be­wusst­sein schwappt hat sei­nen ur­sprung in ei­nem klei­nen, un­schein­ba­ren er­eig­niss das aus­ser mir wahr­schein­lich kei­ner wahr­ge­nom­men hat als ich als ra­senä­her ar­bei­te­te. ge­nau­er, ich zog da­mals, an­fang der neun­zi­ger jah­re mit ei­ner grup­pe schwer­ver­mit­tel­ba­rer ar­beits­lo­ser ju­genli­cher durch ful­da und mäh­te dort ra­sen, schnittt he­cken, jä­te­te un­kraut, grub gär­ten um und schich­te­te tro­cken­mau­ern auf. das ar­beits­amt ful­da war der mei­nung, dass man die­se ju­gend­li­chen wie­der ins ar­beits­le­ben in­te­grie­ren kön­ne, wenn man sie an re­gel­mäs­si­ge, sinn­vol­le ar­beit ge­wöh­nen wür­de. ich war in un­se­rer klei­nen grup­pe der ein­zi­ge der ei­nen füh­rer­schein hat­te, die an­de­ren hat­ten ih­ren ver­sof­fen oder gar nicht erst ge­macht. aus­ser­dem war ich dazu aus­er­ko­ren, da­für zu sor­gen, dass die jungs nicht all­zu­vie­le pau­sen mach­ten und die zu­ge­wie­se­ne ar­beit er­le­digt wur­de, ich war eine art mo­ti­va­ti­ons­trai­ner für leu­te die ei­gent­lich lie­ber am ki­osk ge­stan­den hät­ten um dort do­sen­bier zu trin­ken, die fi­cken­de, selbst­tä­to­wier­te ot­ti­fan­ten auf den un­ter­ar­men tru­gen oder auch schon mal da­bei er­wischt wur­den, wie sie rent­nern plas­tik­tü­ten oder brat­hän­chen aus der hand ris­sen und auf ra­sen­mä­hen, schip­pen, schlep­pen und schnip­peln wirk­lich kei­ne lust hat­ten. aus­ser­dem muss­te ich im­mer al­les was nicht mehr funk­tio­nier­te re­pa­rie­ren (ein mo­tiv, dass sich durch mein gan­zes le­ben, bis heu­te zieht), so auch ein­mal ei­nen gros­sen ra­sen­mä­her, ir­gend­ein keil­rie­men war ab­ge­sprun­gen. ich ver­such­te das scheiss­ding ir­gend­wie wie­der auf das an­triebs­rad zu fri­ckeln, zu­letzt nahm ich ei­nen schrau­ben­zie­her zur hil­fe. kurz be­vor ich den rie­men tat­säch­lich wie­der auf das an­triebs­rad be­kom­men hat­te, rutsch­te ich mit dem schrau­ben­zie­her ab und da ich hef­tig an ihm zog, be­weg­te sich die spit­ze ziem­lich schnell in die rich­tung mei­nes rech­ten au­ges. kurz vor mei­nem auge konn­te ich mei­ne hand mit­samt dem schrau­ben­zie­her stop­pen. aus­ser dass ich lei­se „scheis­se“ sag­te, be­merk­te nie­mand ir­gend­et­was. trotz­dem ploppt mir seit­dem die­ser au­gen­blick, das bild wie ich bei­na­he ein au­gen­licht ver­lor, stän­dig wie­der vor mein in­ne­res auge, so in­ten­siv, so selbst­vor­wurfs­voll und -mit­lei­dig, so schmerz­voll, als hät­te ich mir tat­säch­lich das auge aus­ge­sto­chen.

eben­so in­ten­siv, ob­wohl es ei­gent­lich gar nichts mit mir zu tun hat, ver­folgt mich das bild des au­ges das in loi­us bo­ñuels film „der an­da­lu­si­sche hund“ mit ei­ner ra­sier­klin­ge auf­ge­schnit­ten wird. der film, den ich ir­gend­wann mal als 12jäh­ri­ger in ir­gend­ei­nem mu­se­um sah, er­weckt den ein­druck, es sei das auge ei­nes le­ben­den men­schen und auch wenn ich jetzt weiss, dass es ein schnitt-trick war und das auge das ei­nes hun­des war, ich wer­de die in­ten­si­tät die­ses bil­des nicht mehr los. viel­leicht bin ich mit au­gen auch be­son­ders emp­find­lich. wenn je­mand an­ders im sel­ben raum wie ich ein ge­rö­te­tes auge hat oder über au­gen­ju­cken klagt oder ei­nen fremd­kör­per im auge hat, fängt mein auge au­gen­blick­lich auch zu ju­cken oder zu trä­nen oder zu rei­zen an.

manch­mal wa­che ich von der vor­stell­lung auf, dass ich mit den fin­ger­nä­geln über nicht mehr ganz glän­zen­den au­to­lack krat­ze. die vor­stel­lung al­lein sorgt bei mir für eine gän­se­haut, ko­mi­scher­wei­se ist der au­to­lack meist gift­grün. das bild schleicht sich manch­mal un­ver­mit­telt von hin­ten an und bleibt manch­mal stun­den­lang vor mei­nem auge ste­hen.

be­son­ders gut kann sich der mensch of­fen­bar an ge­sichts­aus­drü­cke der ver­wun­de­rung oder über­ra­schung er­in­nern. man kann es leicht aus­pro­bie­ren: ein­fach an ei­ner viel­be­fah­re­nen stras­se ge­gen den ver­kehr ent­lang­ge­hen und die ent­ge­gen­kom­men­den fah­rer mit hoch­ge­ris­se­nem arm grüs­sen. auch wenn die au­tos mit 60 oder 80 ki­lo­me­tern pro stun­de an ei­nem vor­bei­ra­sen, man er­in­nert sich im­mer an den ge­sichts­aus­druck des fah­rers, so als hät­te man ihn für 30 se­kun­den stu­diert oder als hät­te man ein pho­to­gra­phi­sches ge­däch­nis. ganz ab­ge­se­hen da­von, dass alle fah­rer zu­rück­grüs­sen.

die­ses phä­no­me­ne­na­le mensch­li­che ge­sichts­aus­drucks­ge­däch­nis muss auch der grund sein, war­um ich mir, ins­be­son­de­re in emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen si­tua­tio­nen, ge­sichts­aus­drü­cke so gut mer­ken kann. ein ge­sichts­aus­druck den ich seit wo­chen nicht los wer­de ist eine mi­schung aus über­ra­schung, ge­ra­de ver­flo­ge­ner gu­ter lau­ne, ver­letzt­heit und ver­wir­rung. mich schmerzt die­ses bild, es be­rei­tet mir ein un­glaub­lich schlech­tes ge­wis­sen, ob­wohl ich weiss, dass die eig­ne­rin des ge­sichts schon lan­ge gras über den au­gen­blick hat wach­sen las­sen. aber ich war der aus­lö­ser, mit ei­ner un­be­dach­ten, über­re­agier­ten äus­se­rung, ei­nem satz, habe ich den ver­stör­ten au­gen­blick aus­ge­löst und den vor­he­ri­gen, fröh­li­chen zer­stört. wie zur stra­fe, wie zur mah­nung hängt mir dann das bild jetzt wo­chen­lang hin­ter­her, viel­leicht ver­lässt es mich nie wie­der.

und viel­leicht ist das auch gut so, wahr­schein­lich sind die­se bil­der, die­se ge­fro­re­nen au­gen­bli­cke ein­fach war­nun­gen, mah­nun­gen vor­sich­tig zu sein, rück­sicht zu neh­men, sich stets zu mer­ken, dass der mensch­li­che kör­per und die see­le fra­gil und sterb­lich sind und dass die lie­be zwar ein üp­pi­ges ge­wächs sein mag, aber eben auch ein ganz zar­tes pflänz­chen ist.


un­ter­las­sen sie das! so­fort!

felix schwenzel

die deut­schen schei­nen un­ter­las­sungs­af­fin zu sein:

Et­was we­ni­ger be­kannt ist die­seLis­teder Elec­tro­nic Fron­tier Foun­da­ti­on, aus der her­vor­geht, dass über drei Vier­tel der seit Sep­tem­ber 2005 bei Goog­le ein­ge­gan­ge­nen Un­ter­las­sungs­an­ord­nun­gen aus Deutsch­land stam­men. (wei­ter­le­sen)

wit­zig auch was ein in der schweiz an­säs­si­ger, wahr­schein­li­cher an­walt (oder witz­bold) der frau schnat­ter­lie­se un­ter weg­las­sung ei­ner or­dent­li­chen kanz­lei­adres­se so schreibt, weil ein köl­ner bou­ti­quen­be­sit­zer meint er rie­che nicht schlecht aus dem mund und al­len die das be­haup­ten eine be­rüh­rung sei­ner „vi­ta­len ge­schäft­li­chen in­ter­es­sen“ un­ter­stellt.


tho­mas ka­piel­ski blogggt

felix schwenzel

tho­mas ka­piel­skis wri­ters­blog bei zwei­tau­send­eins. ich glaub ich druck mir das aus und les das in­ner ubahn, auf dem weg zur und von der ar­beit. auf­merk­sam drauf ge­wor­den durch den blog­talk mit till to­lek­emitt.


christ­li­che re­pu­blik deutsch­land?

felix schwenzel

ur­su­la von der ley­en möch­te „eck­punk­te für eine wer­te­ge­bun­de­ne er­zie­hung“ mit „den bei­den gro­ßen Kir­chen“ er­ar­bei­ten. sie möch­te ihr „bünd­nis für er­zie­hung“ vor­erst aus­schliess­lich mit den bei­den christ­li­chen kir­chen zim­mern, um „Bau­stei­ne“ für eine er­zie­hung die sich an „wer­ten“ ori­en­tie­re hin­ten raus zu be­kom­men. ab herbst dürf­ten auch ver­tre­ter an­de­rer re­li­gio­nen mit­zim­mern. da stellt sich doch die fra­ge was die grin­se­ba­cke sich da­bei ge­dacht hat, ge­ra­de bei ei­nem ver­ein nach er­zie­hungs­tipps zu fra­gen des­sen lei­ten­den an­ge­stell­ten nicht nur in den usa hun­dert­fa­cher kin­des­mis­brauch vor­ge­wor­fen wird, son­dern in den letz­ten jah­ren al­lein in ir­land über hun­dert re­prä­sen­tan­ten we­gen kin­des­mis­hand­lun­gen ver­ur­teilt wur­den, ein ver­ein der noch vor we­ni­gen jah­ren nichts ge­gen prü­gel­de non­nen und pries­ter in ka­tho­li­schen kin­der­hei­men un­ter­nahm und nach wie vor ver­tuscht und ab­wie­gelt wo es nur geht.

und wie kommt von der ley­en ei­gent­lich dar­auf, dass es ethi­sche wer­te nur im rah­men von re­li­gi­on ge­ben wür­de? wo­mög­lich auch nur im rah­men christ­li­cher re­li­gi­on? das fra­ge nicht nur ich mich. jetzt sind ju­den und mus­li­me „er­zürnt“ schreibt die zeit, was ist mit den hun­dert­tau­sen­den men­schen die durch­aus wer­te für sich in an­spruch neh­men, aber auf die in­sti­tu­tio­na­li­sier­ten re­li­gio­nen scheis­sen?

na­tür­lich ist die zu­sam­men­ar­beit mit ver­ei­nen ganz an­ge­nehm, die sich trotz des be­zugs auf „ewi­ge wer­te“ auch im­mer ger­ne mal ein biss­chen an die po­li­ti­schen ge­ge­ben­hei­ten und ge­sell­schaft­li­chen nor­men an­pas­sen. das führ­te schon frü­her zu ganz hübsch viel kon­sens, händ­chen­hal­ten und le­gi­ti­ma­ti­on:

In ei­ner Ca­ri­tas-Fest­schrift über die ka­tho­li­sche Kin­der- und Ju­gend­für­sor­ge hieß es be­reits in den drei­ßi­ger Jah­ren: Dem Für­sor­ge­zög­ling „darf es schon in Fleisch und Blut über­ge­hen, dass die Ar­beit in Got­tes Auf­trag ge­schieht und nicht bloß klin­gen­de ir­di­sche Mün­zen ein­bringt, son­dern auch den ewi­gen Lohn be­dingt. Das Wort »Im Schwei­ße dei­nes An­ge­sich­tes sollst du dein Brot es­sen« darf den Ein­gang je­der Werk­stät­te zie­ren.“ (quel­le)

na­tür­lich ha­ben sich die kir­chen ver­än­dert, tun gu­tes und ru­fen mitt­ler­wei­le auch nicht mehr zum krieg ge­gen un­gläu­bi­ge auf, aber ist es nicht auch so, dass in de­mo­kra­ti­schen staa­ten re­li­gi­on und staat streng ge­trennt sind, ist die­se sä­ku­la­ri­sie­rung nicht ge­nau das, was wir im­mer als den grund für die über­le­gen­heit und sta­bi­li­tät west­li­cher de­mo­kra­tien ge­gen­über ir­gend­wel­chen ir­ren kir­chen­staa­ten ins feld füh­ren?

also ich kann auf die ex­per­ti­se der gros­sen kir­chen in er­zie­hungs­far­gen gut ver­zich­ten, ins­be­son­de­re wenn sie händ­chen­hal­tend mit der re­gie­rung da­her­kommt. ob­wohl ich an von der ley­ens in­itia­ti­ve trotz al­ler rück­wärts­ge­wand­heit und spal­te­ri­scher idio­tie auch et­was gu­tes ab­ge­win­nen kann: von der ley­en ar­bei­tet mit der laut dem je­sui­ten her­mann küg­ler „gröss­ten trans­na­tio­na­len schwu­len­be­we­gung“ zu­sam­men. das hat — muss ich zu­ge­ben — auch was pro­gres­si­ves. so ge­se­hen.