zachary crockett über alan adler, den erfinder des aerobie wurfrings und der aerobie kaffeepresse. die aerobie kaffeepresse habe ich mir selbst zum geburtstag gekauft, mal schauen ob mir das teil hilft mich von nespresso zu lösen. /pxlnv.com
michael seemann versucht anne helm zu verteidigen und fonsi zu debunken. das eine gelingt ihm ganz gut, was aber, genau betrachtet, auch nicht so schwer ist bei jemandem der lieber raunt und andeutet als argumentiert. andererseits ist es doch schwer; mir fällt es meisten schon schwer überhaupt zu verstehen was fonsi überhaupt meint, wenn er seinen unscharfen, aggressiven wortquark absondert.
kürzlich, als ich fonsi mal wieder verlinkt habe habe ich auch nicht alles verstanden was er dort erzählte, fand anne helms erklärung dafür, dass sie die presse und den bundesvorstand ihrer partei anlog, aber so unredlich, dass ich mich auch zum thema äussern wollte. ich finde das übrigens nach wie vor extrem irritierend und verstehe ehrlichgesagt nicht, warum michael seemann meint, einer politikerin die „dumme und unpassende“ aktionen unternimmt (seine worte) und die kein problem damit hat zu lügen (meine worte), eine „Politikerkarriere“ bevorstünde.
ich will das wirklich nicht hoffen, dass jemand wie anne helm in der politik karriere macht. wobei ich glaube, dass nicht don alphonsos geraune die grösste gefahr für ihre karriere ist, sondern sie selbst.
(ein bisschen traurig ist es, dass michael seemann den anfängerfehler begeht und über fonsis texte schreibt, ohne davon vorher sicherungskopien oder screenshots zu machen.)
georg diez im juni des letzten jahres über sibylle lewitscharoff:
Warum also bekommt Sibylle Lewitscharoff, diese Gegenwartslegasthenikerin, diese herrische Reaktionärin, diese Gottesanbeterin mit dem fatalen Hang zum Kunsthandwerk, den immer wieder sogenannten "wichtigsten" deutschen Literaturpreis im Namen des jungen, wütenden, traurigen, liebenden, rasenden Georg Büchner?!
Wen will die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung damit eigentlich beleidigen? Was will sie damit sagen? Reicht es schon, Literatur als Religion zu feiern, was ja eine alte deutsche Krankheit ist? Reicht es schon, sich in öde Schlachten zu werfen wie die um den Realismus? Reicht es schon, eine rasende Kleinbürgerin zu sein, die mit besonderer Verachtung anderen Kleinbürgern gegenüber auftritt?
swantje karich über einen nachwuchskünstler, der bereits höchstpreise erzielt:
Die Mitarbeiter der Auktionshäuser dürften sofort erkannt haben, was die Bilder für ein Potential haben: Der Markt verleibt sich ein, was abstrakt ist, farblich schön und mit einer glatten Oberfläche, eben „smart daherkommt“, wie es die New Yorker Galeristin Fabienne Stephan von „Salon 94“ formuliert, die zuletzt eine große Ausstellung mit Lucien Smith organisiert hat - und noch unentschieden wirkt, ob sie auf Dauer mit dem Künstler arbeiten will.
aha. „abstrakt ist, farblich schön und mit einer glatten Oberfläche“ -- mit dieser beschreibung sollten amazon oder google eigentlich in ein paar jahren kunstroboter herstellen können, die abstrakte, farblich ansprechende heimdeko dann wieder für viele erschwinglich machen sollte.
Jeder Dritte, der gegen einen Beschluss der Behörde vorgeht, bekommt also letztendlich Recht. Wenn die Bescheide von vornherein sorgfältiger bearbeitet würden, bliebe nicht nur Jobcenter und Sozialgericht viel Arbeit erspart. Auch die Staatskasse würde entlastet. Knapp 330.000 Euro allein an Anwaltskosten musste das Jobcenter Pankow laut einer Kleinen Anfrage der Bezirksverordneten Daniela Billig (Bündnis 90/Die Grünen) im Jahr 2012 erstatten. Mit diesem Geld müsste ein Hartz-IV-Empfänger 70 Jahre lang auskommen.
ich habe an dieser stelle aufgehört den artikel zu lesen, weil ich aus einem mir unbekannten grund zu einem zweiten teil weiterblättern sollte („Hier Weiterlesen: ...“). was mich auch total irritiert: neben einem bild der autorin juliane wiedemeier steht ein link der lautet „Alle Artikel des Autors“. ich will jetzt gar nicht mit genderneutraler sprache anfangen, aber sowas finde ich extrem lieblos, zumal es auch informativer wäre, wenn dort stehen würde „Alle Artikel von Juliane Wiedemeier“. sitzen die macher der prenzlauerberg-nachrichten eigentlich manchmal in redaktionssitzungen zusammen und überlegen, wie man das lesen der artikel erschweren könnte?
tl;dr: polizisten sind frustriert, dass sie nicht gesetzeswidrig handeln können.
(die aufgeworfene frage im titel, warum es bis heute (angeblich) keinen staatstrojaner gibt, beantwortet der artikel von philipp alvares de souza aoares übrigens nicht. er stellt nur fest, dass es offenbar keinen gibt.)
Wenn man sich häufiger als einmal im Jahr äußert, widerspricht [jeder] '07 irgendwo [sich selbst] '14 oder irgendwann. Dass es hier etwas Besonderes ist, klar, aber das Recht zu lernen und sich weiterzuentwickeln halte ich für nichts Verdammenswertes.
worauf hin ich antwortete:
alles richtig. lernen, umdenken, neudenken ist sehr, sehr wichtig. irritierend finde ich aber, wie hart, aggressiv und verständnislos greenwald mit seinen argumenten aus dem jahr 2007 ins gericht geht: „the accusation barely even warrants a response“. übersetzt: völlig gaga wer sowas sagt (wie ich im jahr 2007).
das andere was mich irritiert ist, dass sein radikaler positionswechsel (im sinne von überzeugungen) mit einem positionswechsel (im sinne von abhängigkeitsverhältnissen) einhergeht. ich mag greenwald sehr, würde ihn aber sicher noch mehr mögen, wenn er nicht nur zweifel an anderen äussern würde, sondern auch an sich selbst und seiner weltsicht. ohne zweifel fällt es mir zumindest schwer ihm die unopportunistische weiterentwicklung abzunehmen.
vielleicht sollten wir uns dran gewöhnen -- oder besser akzeptieren -- dass es absolute sicherheit nicht gibt. und mit schadenfreude zurückhalten sowieso.
via:
We can now put the "secure because it is open source" argument to rest. http://t.co/AgA5ZWsdSi
Der Hersteller besteht darauf, dass er nicht explizit für DeGeneres' Selfie bezahlt hat. Recherchen des Wall Street Journals zufolge hat ABC der Moderatorin aber nahe gelegt, für die Schnappschüsse ein Samsung zu verwenden statt ihr privates iPhone. Samsung-Mitarbeiter mussten ihr erst einmal beibringen, wie man das Galaxy überhaupt verwendet. Hinter der Bühne twitterte und knipste sie dann wieder mit ihrem iPhone. Für Samsung war es ein riesiger Werbeerfolg.
kathrin passig, wie immer genial auf den punkt:
Dass der angemessene Preis für Bücher, den Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln, für Musik und für Filmkonsum im Moment heftig diskutiert werden, liegt nicht daran, dass "das Internet" oder "die Kostenloskultur" die Preise kaputtmachen. Durch die Digitalisierung entstehen neue Substitutionsmöglichkeiten und das Netz macht es einfacher, Ausweichstrategien und alternative Güter zu entdecken.
Neben ihm auf der Bank steht eine Flasche Fruchttiger. In der Ferne klimpert ein Spielmannszug “Anton aus Tirol". Eine pummelige Katze steht zwischen dem Sträfling und einem zart ausschlagenden Ginster und brüllt in ihr Handy: “Schlaf getz! Mama und Papa kommen gleich!"
mc winkel so: hey, davon hab ich vor langer zeit schonmal was gehört! jetzt isses offiziell! das gibts jetzt! das soll super klappen! hier sind die preise! wow! das guck ich mir auch mal an! irgendwann! tschöhö!
filme die das nuf scheisse findet haben gute chancen bei den oscars abzuräumen. um filme und sendungen die das nuf empfiehlt, sollte man einen grossen bogen machen.
huch, ich bekomme offenbar gar keine shitstürme mehr mit. don dahlmann spannt jedenfalls ein bisschen den shitschirm über enzensberger auf.
Oder aber wenn er Online-Banking als einen Segen bezeichnet, “aber nur für Geheimdienste und für Kriminelle.” möchte man ihm das SWIFT-Abkommen erklären, wo die Geheimdienste selbstverständlich unsere Finanz-Daten abgreifen, ob jetzt bequem per Onlinebanking überwiesen oder per Überweisungsformular in der Bank.
nicht nur der preis macht dinge prestigeträchtig, auch der schwierigkeitsgrad der bedienung. siehe skateboard, flappy birds oder eben die bloomberg terminals.
automatisch generierte liste (fast) aller tweets, an die ich im februar ein sternchen gemacht habe. viele tweets habe ich auch über stellar gefunden. in meinem reclaim-blog sammle ich auch favs.
This sheep was gone for 6 years. When it was finally found, he got famous and even met New Zealand's Prime Minister pic.twitter.com/rLjJKErNpN
Wow. This German guy left negative comments on every video I posted, then apparently had a breakdown mid-comment. pic.twitter.com/Faqpq3ZIP8
die einkaufswagen im aldi sind so tief, dass ich beim auspacken an der kasse immer angst habe hineinzufallen und nie wieder rauszukommen.
ich fand wolfang lüneburgers antworten sehr, sehr witzig. auch weil sie zeigen, wie wichtig es ist exakt zu sein und zu differenzieren. und zwar immer und überall. /via luebue nachklang:
Studentin reagiert verärgert auf meine Kritik an ihrem Fragebogen, der zusammen mit dem Prof entstanden sei. Das ist ja noch schlimmer.
Auf meiner Rückfahrt nach Berlin am Sonntag Abend rief mich der Berliner Kurier an und fragte mich nach meiner Beteiligung an der Aktion. Zu dem Zeitpunkt dachte ich, dass lediglich die Bilder, welche die BILD schon gedruckt hatte, vorlagen. Daher bestritt ich meine Beteiligung, da ich mich auf Grund von Indizien oder Hinweisen nicht belasten wollte und der Überzeugung war, die Verbindung zur Piratenpartei verhindern zu können. Den Bundesvorstand verwies ich ebenfalls auf diese Aussage.
übersetzt: ich habe gelogen, weil ich glaubte damit durchzukommen und weil ich dachte es sei besser für die partei.
einige meinen (fonsi, stefanolix), dass sie auch in ihrer „entschuldigung“ nicht die wahrheit sagt.
ich bin mir noch nicht sicher ob das allgemein ein problem der piraten ist oder speziell eins von anne helm, aber hier scheint ein enorm verlottertes verhältnis zur öffentlichkeit und ein sehr CSUiges verständnis von integrität und wahrhaftigkeit vorzuliegen. normalerweise haben politiker erst nach 30 oder 40 jahren in der politik so ein abgefucktes verhältnis zur wahrheit und zur öffentlichkeit. bei den piraten reichen offenbar 30 bis 40 monate.
mir fiel zu markus beckedahls hilferuf, in dem er unter anderem überlegt, den RSS feed zu kürzen um mehr netzpolitik-seitenbesuche vermarkten zu können, nur etwas ein, was sich leicht aggressiv anhört, aber eigentlich gar nicht so gemeint ist:
ein gekürzter RSS feed sendet aus meiner sicht folgende botschaft:
wenn du uns lesen möchtest, musst du dich ein bisschen anstrengen. dass du uns neben hunderten anderen webseiten auch offline, bzw. in einer effektiv organisierten umgebung, die du dir eventuell über die jahre hinweg in deinen feedreadern eingerichtet hast, lesen möchtest, interessiert uns nicht.
wir möchten nicht, dass du uns so liest, wie es dir am besten passt, sondern dass du uns so liest wie wir und unsere vermarkter uns das denken: auf unserer seite, ohne script- und bug-blocker.
ich verstehe das dilema, aber eine finanzierung sollte nicht gegen die leser vorangetrieben werden. wenn ein grossteil der leser sich dafür entscheidet (aus welchen gründen auch immer) webseiten tracker- und werbefrei zu lesen, sollte man das akzeptieren oder eben bereit sein auf bestimmte leser zu verzichten.
christian ihle erklärt, warum die neue HBO serie true detective ganz heisser scheiss ist.
mir gefiele die serie übrigens auch, wenn dort nicht grossartig gesprochen oder gehandelt würde. mir reichen eigentlich schon die wunderbar eingefangenen landschaftsaufnahmen von louisiana.
ob gifs, eine technologie aus dem jahr 1987, wirklich innovativ sind, ist noch eine ganz andere frage, aber das facebook es wirklich noch nicht hinbekommen hat gifs ordentlich anzuzeigen ist schon ein bisschen erschütternd. mehr beispiele bei don dahlmann.
das ist schon eine erstaunliche positionierung, mit der sich die united internet töchter konsequent profilieren: marketing, dass die unbedarftheit und ängste der kundschaft ausnutzt und ihnen teure glasperlen verkauft.
das ist der knaller. amazon bietet seine selbst produzierte serie alpha house zum start des deutschen prime-streamings lediglich auf deutsch synchronisiert an. ich kann mir das nicht anders erklären, als dass amzon in deutschland von leuten geleitet wird die als einzige fremdsprache schwäbisch sprechen. oder dass die deutsche amzon niederlassung ihr büro hinter dem mond hat.
in den bewertungen unter dem piloten finden das auch der eine oder andere sehr befremdlich.
[nachtrag] ich wollte bedienungsunfreundlichkeit nicht ausschliessen, und in der tat scheint das das alte amazon-problem zu sein, grottig schlechte benutzerführung und zu doofe benutzer:
@diplix Suche "Alpha House", finde "Alpha House [OV]"... Oder, s. 2te Nutzerbewertung. hthxbai
fussball ist übrigens ein prima beweis dafür, dass filterbalsen immer durchlässig sind. ich tue wirklich alles um fussball aus meinem leben, meiner wahrnehmung und meinen timelines auszublenden. es geht nicht. überflüssige und störende informationen rund um den fussball dringen immer noch in grosser anzahl in meinen kopf.
gestern schrieb ich ein paar zeilen über die entstehung von reclaim social media und das aktuelle test-releaseauf github. auch wenn es eigentlich noch nicht allzu viele frequently asked question gibt, beantworte ich im folgenden mal ein paar fragen die möglicherweise demnächst öfter gestellt werden könnten.
was ist reclaim social media?
kurz gesagt kann man damit seine eigenen inhalte, die man auf social-media- oder anderen webseiten hinterlassen hat, in ein selbstgehostetes wordpress-blog ziehen. man kann sich damit also seine eigenen daten in eine datenbank ziehen, die man selbst kontrolliert. profaner formuliert nennt man das kopieren, auf denglisch reclaimen.
das ist alles?
im prinzip ja. reclaim ist eine einbahnstrasse: aus dem silo raus, auf die eigene website. fertig. indieweb-ansätze wie POSSE mit dem man eigene inhalte auf der eigenen seite postet und in die silos reinaggregiert finde ich faszinierend, sind aber nicht das was reclaim kann oder können soll. ich denke, viele inhalte sind in den silos von facebook oder twitter oder instagram oder flickr gut aufgehoben und entwickeln dort mitunter auch ein interessantes eigenleben und eigene dynamik. das ist ja auch der grund, warum es sie gibt und das was sie gut können: das erstellen und verteilen von inhalten einfach und effektiv machen.
was mich immer gestört hat ist, dass es mitunter schwer ist die inhalte dort hinaus zu holen, und sei es nur als überschrift mit link aufs original im silo. so wie ich das seit vielen jahren auf meiner rückseite mache.
wo ich mir noch nicht ganz sicher bin: soll reclaim auch die kommentare unter eigenen inhalten kopieren? für twitter und facebook funktioniert das ansatzweise, wenn der social plugin von alex king installiert und konfiguriert ist. reclaim gauckelt social dann vor, dass (beispielsweise) die von reclaim kopierten facebook-artikel von social zu facebook gepusht seien und synchroniert so die kommentare unter dem artikel. so sieht das dann aus.
von wo kann ich denn jetzt inhalte „reclaimen“?
derzeit gibt es module für
bookmarks (pinboard, delicious, import per RSS)
facebook (alle status-mitteilungen und shares, import per API)
flickr (kopiert alle bilder per API auf den eigenen server, inklusive den meisten metadaten)
foursquare (kopiert checkins per API, inklusive geodaten und eventuell vorhandenem checkin-bild)
goodreads (importiert alle bücher auf der gelesen-liste, derzeit nur per RSS)
google plus (alle status-mitteilungen und shares, import per API)
instagram (kopiert alle bilder per API auf den eigenen server, inklusive den meisten metadaten, optional auch favoriten)
moves (zieht per API die aktivitäten des letzten tages und baut eine zusammenfassung mit visualisierung)
twitter (kopiert alle eigenen tweets per API, optional auch favs, derzeit keine retweets)
vine (kopiert alle eigenen vines, bzw. deren embed code, inklusive revines; wirklich kopiert wird nur das video-titelbild)
youtube (wie bei vine wird hier nicht die eigentliche filmdatei kopiert, sondern nur der embedcode und das video-titelbild.optional auch die favoriten)
geplant habe ich auch ein generisches RSS modul, mit dem man dann zum beispiel eigene blogartikel kopieren kann, wie gastartikel auf fremden blogs, die einen autoren-RSS-feed anbieten. das könnte man jetzt schon mit einem weiteren plugin machen, mit feedwordpress, aber der ist fast noch komplizierter als reclaim zu konfigurieren. ausserdem möchte ich bald ein tumblr-modul, ein vimeo-modul, ein twitlonger-modul, ein eigenes pinboard-modul das die API statt den RSS-feed abfragt und eventuell ein quora- und ein yelp-modul bauen.
yelp? die yelp-API bietet so eine möglichkeit doch gar nicht
ja, hab ich auch gelesen. aus genau diesem grund finde ich die idee von reclaim so spannend. da ist ein dienst, der davon lebt, dass benutzer ihn mit erfahrungen, bewertungen, kritiken, fotos füllen und was gibt der dienst seinen benutzern an die hand um ihre eigenen daten anderswo zu benutzen?
einen mikrigen RSS-feed mit den letzten 10 yelp-empfehlungen, ohne bilder und mit gekürztem text. yelp ist ein egoistisches datensilo par excellence. reclaim soll genau für solche weltabgewandten dienste werkzeuge anbieten. ein yelp-modul würde ich wie folgt bauen:
titel, link, geokoordinaten und erstellungsdatum speichern
IDs der empfehlungen extrahieren und per simple_html_dom den volltext (und wenn möglich auch die eigenen bilder) von der yelp-seite scrapen
artikel bauen
hört sich kompliziert an. apropos kompliziert. warum muss ich für für so viele module API-schlüssel beantragen und eintragen bevor ich reclaim die daten kopieren lassen kann?
technisch wäre es kein problem einen zentrale authentifizierungsserver, beispielsweise auf reclaim.fm aufzusetzen, der als app-proxy funktioniert. dann wäre die authentifizierung eine sache von einem oder zwei klicks. so wie man das von vielen webseiten kennt (anmelden mit twitter, anmelden mit facebook, klick, klick). nur wäre es einerseits für die dienstanbieter wie twitter und facebook ein einfaches so eine zentrale app, bzw. deren schlüssel zu sperren, wenn es ihnen nicht passt, was wir damit machen. andererseits bestünde die (theoretische) möglichkeit, an diesem proxy benutzerdaten, bzw. die zugangsschlüssel zu speichern oder abzugreifen.
ich finde den dezentralen ansatz konzeptionell besser. jeder betreiber eines reclaim blogs meldet eine eigene app bei den jeweiligen silos an und regelt die anmeldung ohne einen dritten mit dem dienstanbieter selbst. wenn beispielsweise twitter fünde, dass dieses reclaim gegen deren nutzungsbedingungen verstösse, müssen sie sich mit jedem einzelnen benutzer der seine eigenen daten kopieren möchte auseinandersetzen. eigene app- und entwickler-schlüssel zu beantragen ist zuerst ein bisschen mühsam, aber so behält man alles in der eigenen, dezentralen hand. und: an diese API-schlüssel zu kommen ist meistens nicht besonders schwer und (einigermassen) gut dokumentiert und googlebar.
kann ich den reclaim-plugin einfach in meinem bestehenden wordpress-blog installieren?
im jetztigen test-stadium würde ich das nicht empfehlen. aber auch wenn wir einen stabilen stand erreicht haben, finde ich eine mischung aus normalen inhalten und kopierten, reclaimten inhalten nicht optimal. man könnte zwar auf wordpressbasis gut filter implementieren und so die inhalte trennen, ich finde aber, dass es aus mehreren gründen sinn macht, die kopierten, aggregierten daten separat zu halten:
aus der eigenen reclaim-instanz lassen sich die daten leicht reaggregieren, auf RSS-basis, per json, in widget-form, etc. die möglichkeiten von wordpress sind hier ziemlich gross.
noch gibt es kein auf reclaim abgestimmtes wordpress theme, aber ich denke die darstellung der kopierten inhalte muss nicht unbedingt den blog-gewohnheiten folgen. ich denke eine angemessene darstellungsform ist die von saschas reclaim-prototypen. reclaim blogs können, müssen aber nicht wie normale wordpress-blogs aussehen.
wann ist reclaim denn fertig?
pfft. ich kann mir vorstellen auf erstes richtiges release mit dem derzeitigen feature-stand hinzuarbeiten. ein weiterer grosser meilenstein wäre das ganze multiuser- und multi-account fähig zu machen. also so, dass man beispielsweise mehr als ein twitter-konto einlesen kann oder eben mehrere benutzer ihre einstellungen separat verwalten können. ein noch grösserer schritt wäre die umsetzung einer vernetzungsfunktion. also dass man andere reclaim-blogs abonnieren kann und deren inhalte friendfeed- oder facebook-mässig in seinem eigenen reclaim-blog an sich vorbeirauschen lassen könnte. prototypisch ist das bereits hier umgesetzt.
weitere fragen beantworte ich gerne, auch wenn sie nicht oft, sondern nur einmal gestellt werden.
alan posener schreibt auf starke-meinungen.de, was so ungefähr die peinlichste adresse im internet ist, die man sich vorstellen kann. na gut, geiler-hengst.de, ihr-experte.de oder matthias-matussek.de sind, je nach kontext, noch peinlicher.
jedenfalls mag ich es, dass alan posener zwar mitunter ziemlich bescheuerte meinungen vertritt, aber immerhin hat man bei ihm immer wieder mal das gefühl, dass er mit sich und seinen überzeugungen und vorurteilen ringt und wirklich nachdenkt. mehr oder weniger.
das fiel mir zumindest auf, als ich diesen text im feedreader las: ich konnte am stil und inhalt nicht erkennen von wem der text war. und ich glaube das ist ein gutes zeichen.
Wenn wir schon über Sex reden, dann bleiben wir doch am besten bei einem Beispiel, das in Matusseks Kohorte auch immer gerne genommen wird: Bienen. 99,9 % der Mitglieder eines Bienenvolkes kümmern sich einen Dreck um die eigene Fortpflanzung, überlassen das lieber der Königin und machen ansonsten, was Schwule im Universum von Matussek vermutlich auch immer so machen: ein bisschen das Haus schön halten, an Blümchen schnuppern und viel herumsumsen. Es geht also, kurz gesagt, beim Arterhalt mitnichten um die Fortpflanzung des Individuums, sondern um die genetische Fitness der ganzen Population.
michael schulso über die amerikanische ausprägung des bio- und vollkornwahns:
“This slicer used for cutting both CONVENTIONAL and ORGANIC breads" warns a sign above the Durham location's bread slicer. Synagogue kitchens are the only other places in which I've seen signs implying that level of food-separation purity.
vor ein paar monaten (so um die 9) sind sascha lobo und ich am kuhdamm zu besuch bei der digitalen heimat gewesen. vor der republica letzten jahres habe ich mit sacha lobo ein paar php-scripte und proxy-scripte zusammengestöpselt, mit denen man seine inhalte von facebook, twitter, youtube und ein paar anderen diensten in ein wordpress-blog ziehen konnte. wir erzählten christian fenner und remigi illi von unser idee, weil sie interesse und etwas zeit und etwas mehr wordpress-know-how hatten als ich.
zwei monate später hatte remi eine frühe alpha eines wordpress-plugin fertig, der in etwa das gleiche tat wie meine proxy-scripte. der plugin war modular aufgebaut, mit modulen für facebook, google-plus, twitter und youtube. aus verschiedenen gründen, die auch mit mangender zeit und können zu tun hatten, dauerte es nochmal ein paar monate bis ich es endlich schaffte, die vorarbeit von remigi illi auf github zu stellen.
ein bisschen half dabei, dass mein arbeitgeber espresto, bzw. meine chefs und ein paar entwickler auch interesse an reclaim social media hatten und mir erlaubten, auch während meiner arbeitszeit an dem projekt zu arbeiten.
vor versionskontrollsystemen stand ich immer ein bisschen wie der ochs vorm berge. ich glaube einer der gründe war, dass mir das vorstellungsvermögen fehlte diese systeme zu verstehen, die ja fast immer über die kommandozeile bedient werden. github und vor allem der idiotensichere os x client haben es mir aber relativ leicht gemacht das nicht nur zu verstehen, sondern auch intensiv zu nutzen. eigentlich ist das nicht viel komplizierter als FTP, was ich über die kommandozeile allerdings auch nicht nutzen kann — mir fehlt dafür einfach das abstraktionsvermögen.
zusammen mit meinem kollegen sascha kranz habe ich mich dann an die arbeit gemacht. ein bisschen geplant, ein bisschen dokumentiert und ein bisschen den code aufgeräumt und erweitert und angepasst. es ist relativ faszinierend zu sehen, was passiert, wenn man halböffentlich zu mehreren an einer gemeinsamen codebasis arbeit. es spornt an und inspiriert. ich wurde fast ein bisschen manisch. das faszinierende am programmieren ist ja, dass man versucht probleme zu lösen, eins nach dem anderen — und dann oft auch tatsächlich löst. leider bin ich relativ schlecht darin, probleme liegen zu lassen — zumindest probleme die mich interessieren. probleme wie matussek oder sarrazin kann ich relativ gut ignorieren. probleme wie oAuth-authentifizierung oder multidimensionale arrays, kann ich aber sehr schwer ignorieren, unter anderem weil deren lösung (und verständnis) türen öffnet. türen zu beinahe unendlichen möglichkeiten — und weiteren problemen.
irgendwann im dezember fragte sogar die beifahrerin, wann ich denn wieder aufhören würde zu programmieren und zu einen normalen schlaf- und alltagsrhytmus zurückkehren würde. tatsächlich war genau das auch einer der gründe, warum ich die konkrete arbeit an dem projekt im letzten jahr ein bisschen vor mir hergeschoben habe; weil ich wusste, dass es mich schlaf und freizeit kosten würde und vor allem, mich vor faszinierende probleme stellen würde, von denen ich sogar träumen sollte.
mitte januar kamen plötzlich, aus heiterem himmel, pull requests, also neuer code von christian muehlhaeuser (chris.de) in das projekt. um das nochmal zu wiederholden: ich finde das wirklich beeindruckend, dass man an einem projekt halböffentlich arbeitet und plötzlich machen einem vorher unbekannte leute einfach mit. christian muehlhaeusers input hat sehr geholfen, das projekt voranzubringen. er hat die idee vorangetrieben, dass die einzelnen klassen nicht nur die letzten 20 oder 50 oder 100 einträge per API abholen, sondern die ganze timeline, beispielsweise von twitter. er hat den code aufgeräumt und zusammen mit sascha kranz die klassen instanziiert — etwas von dem ich mir noch immer nicht sicher bin wie man es schreibt, aber immerhin ansatzweise erkenne wie nützlich es sein kann.
ein problem haben wir allerdings noch gehabt, denn ein paar tausend tweets oder facebook einträge abzuholen, zu bearbeiten und in wordpress zu speichern dauert ein paar minuten. und nach ein paar minuten, meistens weniger, beenden nullachtfünfzehn server die man als normaler blogger so zum bloggen mietet, die importscripte. man müsste einen weg finden, den import irgendwie aufzuteilen um den server zu schonen.
aus dem blauen löste ein weiterer fremder dieses problem: carsten senf (csenf.de). seine lösung fand ich zuerst total unwahrscheinlich: ajax. der import wird einfach vom browser gesteuert, lässt sich unterbrechen und wiederholen. das funktioniert so gut, dass ich seit kurzem ein grosser ajax-fan bin.
aus dem blauen kam auch daniel nix (nxd4n.nixekinder.be). er hat viele blöde fehler gefunden, gute fragen gestellt und den plugin auf französisch übersetzt.
ich schreibe das alles auf, weil ich heute einen zwischenstand vom projekt veröffentlich habe, von dem ich glaube, dass es fruststrationstolerante und wordpressaffine interessierte testen könnten. das kann man zwar jederzeit, der code ist ja offen (und GPL lizensiert), aber wenn man noch nie etwas vom composer gehört hat (wie ich noch vor ein monaten), ist die installation nicht ganz trivial. mit dem release ist das einfacher: runterladen, auspacken, den ordner in wp-content/plugins werfen, aktivieren, konfigurieren, fertig.
es gibt noch viele offene punkte, aber diese reclaim-version sollte bereits ganz gut funktionieren. viele der offenen punkte sind in form von issues im github-projekt angelegt. wer sich am projekt beteiligen will, sollte sich auf der github-projektseite zurechtfinden. wer den plugin testen möchte, sollte das auf einer frischen wordpress-installation tun — zumindest nicht auf einer installation, auf der wichtige daten liegen.
ich und die anderen am projekt beteiligten freuen uns sehr über feedback oder hilfe. in den nächsten tagen schreibe ich etwas mehr über den plugin selbst, was er kann, was er (noch) nicht kann und wie er funktioniert und funktionieren soll. meine testinstallation läuft auf wirres.net/reclaim.