vi­deo em­beds

felix schwenzel in über wirres

ich lie­be you­tube. also nicht you­tube an sich, aber vi­de­os auf you­tube zu se­hen. im mo­nat zäh­le ich un­ge­fähr 50 stun­den, die ich vor der tube sit­ze. ich habe auch gros­sen re­spekt vor dem al­go­rith­mus der mir die vi­de­os zu­sam­men­stellt. die mi­schung der vi­de­os ist in­ter­es­sant ge­nug um mich bei der stan­ge oder tube zu hal­ten, aber ich be­kom­me trotz­dem kei­ne schwurb­ler-vi­de­os vor­ge­setzt oder vi­de­os in die time­line ge­spült, nur weil sie ge­ra­de „tren­den“ oder so. you­tube ist mei­ne guil­ty plea­su­re, mein gar nicht mal so heim­li­ches las­ter1.

wer den vi­de­os die ich mag fol­gen will, alle vi­de­os, un­ter die ich ei­nen po­si­ti­ven dau­men set­ze, lan­den im fa­vo­ri­ten stream (RSS).

als ich ges­tern ein vi­deo von der 2MR Kon­fe­renz sah, habe ich zu­nächst gar nicht ge­merkt, dass es kein you­tube-vi­deo war, saon­dern auf peer­tu­be lag. um es so auf wir­res.net ein­zu­bet­ten wie ich es mag (ohne ex­pli­zi­te frei­ga­be kein fremd­code oder if­rame oder ja­va­script von dritt­ser­vern), muss­te also ein neu­er em­bed block her. cur­sor und clau­de konn­ten das schnell um­set­zen und das funk­tio­niert auch, wenn ich ein peer­tu­be-vi­deo fave (bei­spiel).

so­weit das neue aus dem ma­schi­nen­raum.

was mir dann aber noch auf­fiel: ich muss mich bei je­der peer­tu­be-in­stanz se­pa­rat an­mel­den, wenn ich dort übeer den brow­ser ei­nen ech­ten fav hin­ter­las­sen will. das ist ja ei­gent­lich bei al­len fe­di­ver­se in­stan­zen so, egal ob mast­o­don oder go­to­so­cial oder pi­xel­fed. im brow­ser ste­he ich im­mer dumm un­an­ge­mel­det da. ich weiss, ich kann die url der peer­tu­be sei­te in mei­nem mast­o­don cli­ent im such­feld ein­ge­ben und dann in­ter­agie­ren (fa­ven, kom­men­tie­ren), aber war­um die­ser um­weg? im in­die­web gibts in­die­auth was wirk­lich ein­fach zu nut­zen ist und mit dem man sich über die ei­ge­ne web­sei­te an­mel­den kann. das ist so de­zen­tral wie es nur sein kann und ich fra­ge mich, war­um kön­nen fe­di­ver­se in­stan­zen nicht auch iden­ti­ty-pro­vi­der sein? wenn ich mich an be­lie­bi­gen fe­di­ver­se in­stan­zen, die ich im brow­ser be­su­che, ein­fach so an­mel­den könn­te um dort zu in­ter­agie­ren, wäre das aus mei­ner sicht ein ech­ter fort­schritt in sa­chen be­dien­freund­lich­keit und kon­sis­tenz. oder über­se­he ich et­was? gibts das schon? oder ist das kom­pli­zier­ter als ich ge­ra­de den­ke?


  1. ich gu­cke you­tube wer­be­frei in sa­fa­ri, ohne you­tube da­für geld in den ra­chen zu wer­fen. der trick ist eine sa­fa­ri er­wei­te­rung na­mens vi­n­egar. vi­n­egar tauscht ein­fach den you­tube-play­er mit dem na­ti­ven brow­ser-play­er aus und um­geht da­mit die wer­bung. das funk­tio­niert so gut, dass you­tube in mei­ner an­seh-his­to­rie so­gar wer­be­clips an­zeigt, die ich an­geb­lich ge­se­hen hät­te, aber nie ge­se­hen habe. das heisst im um­kehr­schluss, den you­tube-krea­to­ren ent­ge­hen da­durch kei­ne wer­be­ein­nah­men und ich muss den scheiss nicht se­hen. 


reich­wei­ten

felix schwenzel in artikel

über den me­t­abe­ne news­let­ter bin ich auf die­ses vi­deo ge­stos­sen, in dem ro­bin thies­mey­er (meta bene), rocko scha­mo­ni und marc-uwe kling über „of­fe­ne so­zia­le Net­ze“ re­den.

PeerTube Video Vorschaubild
peertube-video laden, info, direktlink

am an­fang zeigt ro­bin eine kur­ze prä­sen­ta­ti­on, in der er sich vor­stellt. ich fand das sehr wit­zig.

… weil ich mi­ni­ma­list bin, als äs­the­ti­sches kon­zept, das ken­nen sie viel­leicht, das is ne sehr an­stren­gen­de art von faul­heit …

der rest war nicht so lus­tig, weil die drei, vier auf der büh­ne, dann über reich­wei­te und mo­ne­ta­ri­sie­rung re­den. über reich­wei­te re­den oder nach­den­ken ist im­mer ir­gend­wie trau­rig. wenn ei­nen kei­ner liest (oder sieht), ist man trau­rig, wenn man merkt dass ein paar leu­te das le­sen oder se­hen was man ins netz ver­öf­fent­licht, ist man auch trau­rig, weil an­de­re ja be­stimmt mehr auf­merk­sam­keit be­kom­men. und wenn man 1000 fol­lower oder abon­nen­ten hat, ist man trau­rig, dass man nicht 2000 hat.

da­mit will ich mich kei­nes­falls über die drei auf der OMG 2MR-büh­ne lus­tig ma­chen, son­dern es ist eine er­fah­rung die ich in den letz­ten 30 jah­ren ge­macht habe. noch trau­ri­ger wird es, wenn dann ne­ben reich­wei­te auch noch über mo­ne­ta­ri­sie­rung ge­spro­chen wird, weil bei­des wahn­sin­nig schwer ist und mit die­sen „of­fe­nen so­zia­len netz­wer­ken“ noch schwe­rer. und wenn man wirk­lich vie­le leu­te er­rei­chen will, muss man sich ge­ge­be­nen­falls auch noch ver­bie­gen und die an­ge­bo­te von ame­ri­ka­ni­schen tech-bu­den in an­spruch neh­men und sich da an ab­sur­de re­geln hal­ten oder mit bü­ro­k­ar­ti­schen bots aus­ein­an­der­set­zen.

wenn mich am mon­tag alex matz­keit in sei­nem pa­nel auf der re­pu­bli­ca fragt, wie es denn da­mals in den frü­hen ta­gen der blogo­sphä­re war, wer­de ich mög­li­cher­wei­se (auch) sa­gen: wir konn­ten uns für eine kur­ze wei­le ein­bil­den viel reich­wei­te und eine ge­wis­se re­le­vanz zu ha­ben. ein­bil­dung des­halb, weil das viel­leicht eine re­la­tiv hohe reich­wei­te war, aber ab­so­lut eher nicht. wir ha­ben halt in un­se­rer bla­se „ge­bloggt“ und ge­le­gent­lich ver­ges­sen, dass un­se­re bla­se ei­gent­lich teil ei­nes rie­si­gen schaum­tep­pichs mit mil­li­ar­den an­de­ren bla­sen ist.

un­se­re blogo­bla­se (viel­leicht ein bes­se­res wort als blogos­hä­re?) hat­te al­ler­dings eine ei­gen­schaft, die die reich­wei­te ver­meint­lich mas­siv er­höh­te: die blogo­bla­se hat­te vie­le schnitt­stel­len mit der jour­na­lis­ten-bla­se. des­halb gab es mul­ti­pli­ka­ti­ons­ef­fek­te und ge­le­gent­lich so­was wie ge­fühl­te re­le­vanz. aber mei­ne the­se ist, dass „wir“, die blog­gen­den men­schen der frü­hen 2000er und 2010er, un­se­rer reich­wei­te aus ei­nem sehr be­grenz­ten um­kreis re­kru­tier­ten.

ir­gend­wann (vor 10 jah­ren) wur­den mal ein paar er­folg­rei­che you­tuber auf die re­pu­bli­ca ein­ge­la­den. als die ihre zu­schau­er- und abon­nen­ten­zah­len nann­ten, fiel den meis­ten blog­gern, min­des­tens mir, die kinn­la­de run­ter. trotz der be­ein­dru­cken­den zah­len der you­tuber wa­ren sie trotz­dem ex­tre­me ni­schen­an­bie­ter. auch die you­tuber-bla­sen wa­ren bei wei­tem nicht so gross, dass mei­ne el­tern ei­nen oder eine von ih­nen je­mals ge­se­hen hät­ten oder freun­de und be­kann­te aus­ser­halb mei­ner in­ter­net-bla­se die kann­ten.

was ich sa­gen will: reich­wei­te ist re­la­tiv. und sehr, sehr schwer zu er­rei­chen und noch schwe­rer zu hal­ten. und mo­ne­ta­ri­sie­rung ist noch schwe­rer. elen­dig viel ar­beit.

was ich auch sa­gen will: ich bin froh dass mir bei­de the­men, reich­wei­te und mo­ne­ta­ri­sie­rung, mitt­ler­wei­le (gröss­ten­teils) völ­lig egal sind. das hat eine sehr ent­spa­nen­de wir­kung. an­de­rer­seits muss ich da­von was ich in der öf­fent­lich­keit ver­an­stal­te auch nicht le­ben.

eay hat heu­te ein zi­tat von jim niel­sen ver­bloggt:

John Gru­ber, quo­ting Walt Dis­ney:

We don’t make mo­vies to make mo­ney; we make mo­ney to make more mo­vies.

Gru­ber’s ver­si­on: don’t make soft­ware to make mo­ney, make mo­ney to make more soft­ware.

My ver­si­on: don’t make web­sites to make mo­ney, make mo­ney to make more web­sites.

das ist ge­nau mein der­zei­ti­ger ar­beits­mo­dus im netz: das was ich hier ver­an­stal­te tue ich nicht um geld zu ver­die­nen, son­dern ich ver­die­ne geld, da­mit ich das hier ma­chen kann. der grund war­um ich an­fing öf­fent­lich zu schrei­ben, zu­erst in ei­nen news­let­ter, dann un­ter mei­ner ei­ge­nen do­main wir­res.net, war mein be­dürf­nis zu schrei­ben. ein be­dürf­nis et­was zu tun, was sich krea­tiv an­fühlt und mich zwingt um und in mich zu schau­en — und das was ich sah in wor­te zu fas­sen.

und das ma­che ich seit­dem. reich­wei­ten und mo­ne­ta­ri­sie­rungs­fra­gen ha­ben mich auf die­ser rei­se ge­le­gent­lich neu­gie­rig ge­macht und ich habe da­mit viel ex­pe­ri­men­tiert, aber die ei­gent­li­che mo­ne­ta­ri­sie­rung kam im­mer aus der lohn­ar­beit.

ich bin dar­über nicht trau­rig, im ge­gen­teil, aber trotz­dem ist es doch trau­rig, dass krea­ti­ve ar­beit mit krea­ti­ver ar­beit al­lein so schwer fi­nan­zier­bar ist. ich glau­be auch nicht dass es da­für te­chi­sche lö­sun­gen gibt. die gibt und gab es schon län­ger, ste­ady, pa­tre­on oder you­tube — und frü­her mal flattr. aber bis auf ganz we­ni­ge aus­nah­men, kön­nen da die we­nigs­ten von le­ben.

vor zwan­zig oder dreis­sig jah­ren hat­ten wir mal die hoff­nung, dass das netz die gate­kee­per da­von­schwemmt und auf­merk­sam­keit de­mo­kra­ti­scher oder ge­rech­ter ver­teilt wer­den könn­te. oder dass die 15 mi­nu­ten fame die uns andy war­hol in den 60ern ver­spro­chen hat, sich durchs netz und neue tech­no­lo­gien ver­viel­fa­chen lies­sen. statt­des­sen ka­men neue gate­kee­per und die kon­ku­renz um die ware auf­merk­sam­keit wird im­mer schär­fer.

ich lie­be wei­ter­hin auf­merk­sam­keit, aber um sie erst­haft zu ver­fol­gen bin ich wahr­schein­lich ein­fach zu müde und zu alt. mir ge­fällt, dass ich die­sen text hier ein­fach raus­rot­zen kann und ihn erst spä­ter, lan­ge nach dem drü­cken des ver­öf­fent­li­chen-knopfs, noch­mal ge­gen­le­se und die gröbs­ten or­tho­gra­phi­schen schnit­zer raus­kor­ri­gie­re.


The only se­cret of ma­gic is that I'm wil­ling to work har­der on it than you think it's worth.
-- Penn Jil­let­te

die­ses zi­tat flog mir eben in den kopf und ich muss­te erst­mal eine quel­le fin­den, um den wort­laut wie­der zu­sam­men­zu­be­kom­men. das zi­tat er­klärt gut wie zau­be­rei, il­lu­sio­nen, aber auch ganz all­ge­mein, jede krea­ti­ve ar­beit funk­tio­niert. ge­nau ge­nom­men gilt das für jede ar­beit und al­les was wir gut kön­nen. wenn je­mand et­was gut kann, dann hat die­se per­son ir­gend­wann mal da­für ge­übt — und mit ziem­li­cher wahr­schein­lich­keit mehr, als man als aus­sen­ste­hen­der für nö­tig oder mög­lich hält.

mir fällt in dem zu­sam­men­hang auch im­mer die (wahr­schein­lich aus­ge­dach­te) an­ek­do­te ein, die pa­blo pi­cas­so zu­ge­schrie­ben wird. der sass in ei­nem café und zeich­ne­te auf ei­ner ser­vi­et­te. als eine frau ihn frag­te ob er sie auf der ser­vi­et­te por­trä­tie­ren wür­de, war er in zwei mi­nu­ten fer­tig und ver­lang­te eine as­tro­no­mi­sche sum­me für das por­trät. auf den ein­wand, dass er doch nur ein paar mi­nu­ten da­für ge­braucht habe, sag­te er: „es hat mich mein gan­zes le­ben ge­kos­tet, das in zwei mi­nu­ten zu zeich­nen.“

ich fin­de bei al­lem was ich tue per­fek­ti­on über­flüs­sig. ich will nicht sa­gen, dass ich per­fek­ti­on has­se, im ge­gen­teil, per­fek­ti­on fas­zi­niert mich. aber mir ist das zu viel ar­beit. das hält mich aber nicht da­von ab, re­gel­mäs­sig sehr viel ar­beit in „gut ge­nug“ zu ste­cken. oft wahr­schein­lich deut­lich mehr, als an­de­re für ver­nünf­tig hal­ten wür­den.


neu an mei­ner wand

felix schwenzel in notiert

das pos­ter habe ich vor 20 jah­ren bei eboy ge­kauft (ar­chi­ve-link). seit­dem, also die letz­ten 20 jah­re, lag es zu­sam­men­ge­rollt in ei­ner un­se­rer kam­mern. bei der letz­ten auf­räum­ak­ti­on hat die bei­fah­re­rin das pos­ter ge­fun­den und wir ha­ben es auf­ge­hängt.

das pos­ter in in vier­fa­cher hin­sicht su­per: ich mag wim­mel­bil­der, iso­me­tri­sche dar­stel­lung und pi­xel-äs­the­tik. und dazu ist es noch eine art hi­os­to­ri­sches do­ku­ment und zeigt al­ler­hand ge­döns, das es nicht mehr gibt (sky­pe, tech­no­ra­ti, del.ici.us, feedb­ur­ner). das pos­ter ist so alt, dass da­mals face­book und twit­ter noch kein ding wa­ren.


nach­trag 13.05.2026:
frank west­phal hat das pos­ter 2006 ver­bloggt und sich die mühe ge­macht ein paar der web2.0-diens­te zu ver­lin­ken. den html-block ko­pie­re ich mal, weil er vor­treff­lich il­lus­triert, wie viel web2.0 den exit ge­macht hat.

weiterlesen

Good Luck, Have Fun, Don't Die (2025) gesehen

etwas einfach gestrickt, aber nicht lang­wei­lig. ich hab ja nichts gegen über­kan­di­del­te filme, aber das über­kan­di­del­te in good luck, have fun, don't die ist mir zu flach und geht ins lä­cher­li­che. viele der szenen sind AI-generiert, was satirisch sein soll, aber trotzdem nervt und unlustig ist. ei­gent­lich ist alles eher unlustig.

der ei­gent­li­che witz ist aber — und das ist nur ein ganz milder spoiler — dass die zu­grun­de­lie­gen­de idee des films lautet: die welt ist scheisse — und das ist auch gut so. trotzdem nichts was ich für meine republica session nutzen kann, weil es der film niemals ins pop­kul­tu­rel­le gedächnis schaffen wird. zu belanglos alles.


war­um heißt es ei­gent­lich ma­ni­kü­re und pe­di­kü­re, aber nicht ka­pil­li­kü­re?


abend­essen 07.05.2026

felix schwenzel in gekocht

das war wirk­lich ein­fach: schin­ken, spar­gel, zwie­bel­rin­ge, feta und ein paar to­ma­ten im air­fry­er sta­peln, 14 mi­nu­ten bei 180°C ba­cken, fer­tig. zum ser­vie­ren et­was salz, sehr le­cker.

nach­trag: ver­ges­sen: 4 eier wa­ren auch noch drauf­ge­sta­pelt (ohne scha­le)


ste­phen col­bert hat nur noch ein paar wo­chen, be­vor sei­ne late-night-sen­dung ein­ge­stampft wird. ich fand sei­ne late-night-sen­dung im­mer ganz okay, aber ein fan war ich nie. ge­le­gent­lich stol­per­te ich auf you­tube über sen­dungs­aus­schnit­te, und ge­le­gent­lich war das eben okay. wäh­rend ich von let­ter­man und fer­gu­son nie ge­nug be­kom­men konn­te, reich­ten mir die schnip­sel von col­bert. bei kim­mel fin­de ich das ganz ähn­lich, haut mich meis­tens nicht von den so­cken.

im letz­ten hal­ben jahr war ich all­ge­mein zu­neh­mend ge­nervt von der ver­wurs­tung und läng­li­chen auf­be­rei­tung von trumps schwach­sinn. ich fin­de es na­tür­lich gran­di­os, dass trump so dünn­häu­tig ist, dass er von wit­zen über ihn ge­nervt ist und sich nicht zu scha­de ist, mit sei­nen klei­nen hän­den zu­rück­zu­bo­xen und sei­ne spei­chel­le­cken­den un­ter­ge­be­nen auf col­bert, kim­mel und sonst­wen, der oder die es wagt, sich über ihn lus­tig zu ma­chen, zu het­zen. ich habe kei­ne lust mehr, do­nald trump über­haupt noch auf­merk­sam­keit zu schen­ken.

ich habe ein biss­chen das ge­fühl, dass auf­merk­sam­keit für do­nald trump das ist, was zeit für die grau­en män­ner in momo ist. in mi­cha­el en­des er­zäh­lung kön­nen die grau­en män­ner den men­schen die zeit steh­len, in­dem sie die men­schen da­von über­zeu­gen, zeit spa­ren zu müs­sen. wie die grau­en män­ner mit der zeit macht do­nald trump mit der auf­merk­sam­keit, die er uns stiehlt, nichts be­son­de­res oder sinn­vol­les — aus­ser im ram­pen­licht zu exis­tie­ren und an­de­ren men­schen die lau­ne oder die exis­tenz­grund­la­ge zu zer­stö­ren.

um bei dem bild zu blei­ben: die zeit, die wir durchs spa­ren an die grau­en män­ner ver­lie­ren, hält uns, ge­nau wie die auf­merk­sam­keit, die wir do­nald trump schen­ken, da­von ab, die zeit et­was sinn­vol­lem zu wid­men und un­se­re auf­merk­sam­keit auf et­was kon­struk­ti­ves, schö­nes, sinn­stif­ten­des zu len­ken.

je­den­falls fand ich es sehr wohl­tu­end, ste­phen col­bert da­bei zu­zu­se­hen, wie er ba­rack oba­ma in­ter­viewt und sich von ihm durch oba­mas noch zu er­öff­nen­de pre­si­den­ti­al li­bra­ry cen­ter füh­ren lässt. ex-prä­si­den­ten wer­den mit ab­stand zum amt ja oh­ne­hin im­mer sym­pa­thi­scher, aber oba­ma ist so sym­pa­thisch, dass ich ihn knud­deln möch­te. und ste­phen col­bert ist teil­wei­se wirk­lich wit­zig, so wit­zig, dass ich ein paar­mal laut la­chen muss­te. und auf ge­wis­se wei­se ist das was oba­ma sagt auch er­bau­lich, op­ti­mis­tisch stim­mend und eben nicht voll­ge­so­gen mit der end­zeit- und angst­in­du­zie­ren­den rhe­to­rik der po­pu­lis­ten-fa­schis­ten, die uns seit jah­ren zu­neh­mend auf al­len wahr­neh­mungs­ka­nä­len über­schwemmt. des­halb: col­bert bei oba­ma fand ich se­hens­wert.


#rp26 app

felix schwenzel in notiert

screenshot der #rp26-app mit einer suche nach „felix schwenzel“

die re­pu­bli­ca-app für die­ses jahr ist draus­sen. das freut mich, weil ich dann jetzt mein #rp26-pro­gram mit der ♥️ funk­ti­on zu­sam­men­kli­cken kann (und die tage hier ver­öf­fent­li­chen kann).

noch mehr wür­de ich mich na­tür­lich freu­en, wenn ganz vie­le mei­nen vor­trag im pro­gramm der app su­chen („fe­lix schwen­zel“) und fin­den und mit ei­nem ♥️ mar­kie­ren wür­den. ich glau­be, in al­ler be­sch­ei­den­heit, dass mein vor­trag die­ses jahr ganz gut sein könn­te. und die­ses jahr is­ser auch nicht am letz­ten re­pu­bli­ca-tag, weil er schon fast fer­tig ist und ich die drei re­pu­bli­ca-tage nicht zum fer­tig­schrei­ben brau­che.


nach­trag: of­fen­bar kann man in die­sem jahr ein­zel­ne ses­si­ons oder ein zu­sam­men­ge­stell­tes #rp26 pro­gramm in die app im­por­tie­ren.

mit die­sem link oder QR code soll­te mei­ne ses­si­on zum mar­kie­ren in die app im­por­tiert wer­den kön­nen.
https://re-pu­bli­ca.com/app-im­port?s=10417


re­pu­bli­ca vor­trä­ge schrei­ben

felix schwenzel in notiert

mmen vor­trä­ge für die re­pu­bli­ca schrei­ben ist nicht das al­ler­gröss­te ver­gnü­gen. aber alle paar jah­re ent­sch­ei­de ich mich dazu, mich in die lage zu brin­gen 30 mi­nu­ten ei­ni­ger­mas­sen nach­voll­zieh­ba­ren text zu ver­spre­chen und dann auch tat­säch­lich im mai ab­zu­lie­fern.

die idee da­hin­ter ist im­mer die glei­che. ich for­mu­lie­re eine stei­le the­se zu ei­nem the­ma das mich fas­zi­niert, in­ter­es­si­ert oder be­schäf­tigt und ver­su­che dann ei­nen text zu er­ar­bei­ten, der die er­war­tun­gen er­füllt. die­ses jahr war die the­se be­son­ders steil (die welt ist scheis­se — und das ist auch gut so) und auch wenn ich bei der ein­rei­chung eine idee hat­te, in wel­che rich­tung das gan­ze ge­hen soll­te, er­for­dert das schrei­ben dann doch noch ziem­lich viel denk-akro­ba­tik.

mir fällt das schrei­ben und öf­fent­li­che re­den gar nicht mal so leicht. hier im blog kann ich tex­te hem­mungs­los ver­öf­fent­li­chen, auch wenn sie nicht wirk­lich zu­en­de ge­dacht sind oder noch sehr un­ge­schlif­fen sind. „hin­ge­rotzt“ nen­nen an­de­re das ge­le­gent­lich und so sind die tex­te hier auch meis­tens eher frag­men­te, ein­zel­tei­le für wei­te­re denk­pro­ze­se und zum wei­ter­den­ken, die ich spä­ter nbo­chmal auf­grei­fe oder auch nicht.

so ein vor­trag, eine prä­sen­ta­ti­on vor pu­bli­kum auf der re­pu­bli­ca soll­te aber, zu­min­dest im an­satz, in sich ge­schlos­sen sein. das rot­zi­ge, teils un­ge­schlif­fe­ne ist oft wei­ter ein be­stand­teil, aber es muss auch et­was sub­stanz rein, da­mit er be­stehen kann.

an­de­rer­seits bil­de ich mir ein, re­la­tiv git ein­schät­zen zu kön­nen, was ich pu­bli­kum der re­pu­bli­ca zu­mu­ten kann und was nicht. und na­tür­lich ist das re­pu­bli­ca pu­bli­kum sehr of­fen und po­si­tiv. ich habe je­den­falls im­mer das ge­fühl, dass ich mit dem pu­bli­kum eine ge­mein­sa­me wel­len­län­ge fin­den kann und mir wit­ze und an­deu­tun­gen er­lau­ben kann, die mir je­des an­de­re pu­bli­kum um die oh­ren schla­gen wür­de.

trotz­dem: es steckt viel ar­beit in die­sen prö­sen­ta­tio­nen und der grund war­um ich die mir alle paar jah­re zu­mu­te ist der glei­che war­um ich ins in­ter­net schrei­be: selbst­ge­stell­te auf­ga­ben zu lö­sen, den mund et­was voll neh­men und dann trotz­dem was lie­fern kön­nen, ei­nen auf den ers­ten blick un­über­wind­ba­ren berg zu er­stei­gen ist be­frie­di­gend. ein­fa­che auf­ga­ben (spül­ma­schi­ne re­pa­rie­ren, brot ba­cken) zu er­le­di­gen ist be­frie­di­gend, aber an schwie­ri­ge auf­ga­ben (hund er­zie­hen, öf­fent­lich spre­chen) nicht zu schei­tern ist be­frie­di­gen­der.

der ab­lauf so ei­nen vor­trag zu schrei­ben ist meis­ten auch ziem­lich ähn­lich. ich pum­pe mich wo­chen­lang mit in­for­ma­tio­nen zum the­ma voll, bzw. su­che und fin­de an al­len mög­li­chen ecken des in­ter­net und in bü­chern (die ja auch in­ter­net sind) be­zü­ge zu mei­nem the­ma die ich mich in sei­ten­lan­gen klad­den no­tie­re. da­nach ver­su­che ich das al­les zu ei­nem ei­ni­ger­mas­sen ko­hä­ren­ten text zu­sam­men­zu­fas­sen, den ich im prin­zip auch so ins in­ter­net stel­len könn­te. wäh­rend des gan­zen pro­zes­ses baue ich be­reits fo­li­en die mir un­ter­wegs ein­fie­len, von de­nen ich danch min­des­tens die hälf­te weg­schm­eis­se. die prä­se­nen­ta­ti­on baue ich dann in key­note, den text auf­ge­teilt in den mo­de­ra­to­ren no­ti­zen und dazu dann hiunder­te fo­li­en.

den text habe ich seit ges­tern fer­tig. er muss noch ge­schlif­fen und an vie­len stel­len ge­kit­tet und er­gänzt oder ge­stutzt wer­den, aber in ein zwei ta­gen könn­te ich den im prin­zip hier ver­öf­fent­li­chen.

und ich fra­ge mich ge­ra­de ob das ein gute idee ist. so wirk­lich da­ge­gen spricht ei­gent­lich mei­ne vor­trags­lek­to­rin, der ich den vor­trag immr min­des­tens ein­mal vor der re­pu­bli­ca vor­spie­le, schaut sich auch meist noch ger­ne den vor­trag noch­mal live an. den text vor­her zu ver­öf­fent­li­chen, soll­te also nie­man­den da­von ab­hal­ten den vor­trag trotz­dem noch zu se­hen. an­de­rer­seits habe ich die­ses mal ja eine eher ab­sei­ti­ge büh­ne mit of­fi­zi­ell 20 plät­zen zu­ge­wie­sen be­kom­men.

trotz­dem weiss ich nicht ob es eine gute idee ist den text vor­her zu ver­öf­fent­li­chen. viel­leicht tut le­ser­feed­back dem text ja noch gut? oder spoilt das die gan­ze ge­schich­te?


nach­trag 08.05.2026:
ich habe eine um­fra­ge auf mast­o­don ge­macht, bei der ich nach ein paar stun­den aus­ver­se­hen 15 stim­men ge­löscht habe, die stim­men da­nach ten­dier­ten am ende eher zu ei­ner vor­ab-ver­öf­fent­li­chung („würd ich le­sen“). hei­ko hin­ge­gen hat mir zwei web­men­ti­ons kom­men­ta­re ge­sen­det (ei­nen hab ich mitt­ler­wei­el ge­löscht), die sich schon fast fle­hend an­hör­ten: „Nicht vor­her ver­öf­fent­li­chen“

ich war­te jetzt erst­mal ab, was mei­ne lek­to­rin sagt, wenn ich ihr das am wo­chen­en­de vor­spie­le.


nach­trag 11.05.2026:
fa­zit nach ei­ner kur­zen ses­si­on mit der lek­to­rin (@das­nuf): text ist noch nicht fer­tig.
und sie hät­te mir ger­ne 5 mi­nu­ten län­ger zu­ge­hört. ich brau­che noch ein paar tage bis ich mei­ne haus­auf­ga­ben er­le­digt habe.


schein­glück

felix schwenzel in notiert

je­der kennt schein­rie­sen: ein rie­se, der im­mer klei­ner wird, je nä­her man ihm kommt.

für mei­ne #rp26-prä­sen­ta­ti­on habe ich mir eine va­ria­ti­on von mi­cha­el en­des wun­der­ba­rem bild aus­ge­dacht: schein­glück

wenn man dem glück hin­ter­her­rennt, des­to grös­ser wird der frust, den man ei­gent­lich zu­rück­las­sen möch­te. gilt auch für alle an­de­ren pro­ble­me, vor de­nen man weg­lau­fen möch­te.

mei­ne prä­sen­ta­ti­on, mein plä­doy­er für op­ti­mis­mus („die welt ist scheis­se — und das ist auch gut so“), fin­det am zwei­ten #rp26-tag statt, am 19.05.2026 von 13:00 bis 13:30 uhr. mei­ne „büh­ne“ ist das so­ge­nann­te en­er­gie­mo­bil, 55" screen und mi­kro­fon und platz für 20 zu­schau­er ist laut spea­k­er-brie­fing vor­han­den.

ich freue mich über je­den der kommt und noch mehr dar­über, dass ich schon 35% des texts fer­tig habe. der rest ist auch fer­tig, den muss ich nur noch auf­schrei­ben.

noch 14 tage bis zur #rp26.



mond

felix schwenzel in notiert

home-assistant-dashboard mit daten zu den gestirnen

in mei­nem home as­sistant da­sh­board las­se ich mir den son­nen- und mond­stand an­zei­gen. der son­nen­stand ist prak­tisch, weil ich dann weiss, ob wann mor­gens die son­ne auf­geht. weil es mich er­freut, hat­te ich dort auch im­mer ein sche­ma­ti­sches bild des mond, wie er im mo­ment in ber­lin aus­sieht. ti­meand­da­te.com ge­ne­riert die­ses bild für je­den ort der erde.

das bild hat sich home as­sistanz dort im­mer ge­scraped. seit ei­ner wei­le ver­hin­dert cloud­fla­re für ti­meand­da­te.com jetzt das scra­ping. fair en­ough. also frag­te ich cur­sor, ob es mir das bild mit ei­nem script be­rech­nen kön­ne. es mein­te zwar, dass es das kön­ne, aber wie so oft, konn­te es das nicht, auch nach sechs schril­lio­nen to­kens und meh­re­ren ite­ra­tio­nen kam nicht mehr als ein hit­ler­bild raus.

j sei dank hat­te sich schon je­mand an­ders die mühe ge­macht: mit den tools in die­sem repo las­sen sich aus nasa-bil­dern und ein paar py­thon-scrip­ten aku­ra­te bil­der des mond ge­ne­rie­ren, je nach ort und zeit.

das bringt so gut wie gar nichts, aus­ser dass es mir gros­se freu­de be­rei­tet.

akurates bild des mondes, wie er in berlin am 04.05.2026 um 05:00 uhr aussehen würde. generiert aus nasa fotos und mit github.com/dorjeduck/lunardelight
der mond wie er in ber­lin am 04.05.2026 um 05:00 uhr aus­se­hen wür­de

sonnenbadende?

son­nen­ba­den­de oder je­sus?


Das ist der ei­gent­lich ge­fähr­li­che Punkt: Menschen haben schon immer Unsinn gedacht. Das gehört einfach dazu. Aber digitale Platt­for­men haben aus fast jeder Ab­wei­chung, jeder Kränkung, jeder Wut und jeder Ver­schwö­rungs­fan­ta­sie sofort einen schein­ba­ren sozialen Raum gebaut.

das ist ein sehr schön dif­fe­ren­zier­ter und nach­denk­li­cher text von florian heinz über räume. räume im netz, in kneipen, im digitalen und im analogen. aber ich würde gerne etwas un­dif­fe­ren­ziert, bzw. kurz an­ge­bun­den wi­der­spre­chen.

die räume, in denen wir menschen in­ter­agie­ren, sind alle syn­the­tisch, also von uns menschen kon­stru­iert und mit regeln versehen. digitale räume sind lediglich eine weitere aus­prä­gung.

manche räume haben eine jahr­tau­sen­de­al­te ge­schich­te hinter sich, und alle un­ter­lie­gen einem steten wandel. ich war immer fas­zi­niert von der idee der kaf­fee­häu­ser, orte, an denen sich kluge menschen treffen, dis­ku­tie­ren, ideen ent­wi­ckeln und streiten. aber gibt’s das noch? starbucks und andere kaf­fee­haus­ket­ten leben zum teil von dieser nostalgie, aber ich würde sagen: so wie sich die digitalen räume ständig wandeln, wandeln sich auch die analogen räume, die gas­tro­no­mi­schen, po­li­ti­schen, kul­tu­rel­len orte.

ich sehe das problem eher darin, dass wir die digitalen räume noch nicht so­zia­li­siert haben, noch nicht die richtigen regeln, den richtigen umgang damit gelernt haben. in meiner jugend hatten wir ein gutes gefühl dafür, welche öf­fent­li­chen orte wir lieber meiden und in welche wir passen. ganz platt gesagt: nazi-kneipen gab’s auch schon vor dem internet. agitieren, ra­di­ka­li­sie­ren, ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sie­ren geht, das zeigt die ge­schich­te, auch ganz gut mit analogen mitteln.

und, nur so ein gedanke: virtuelle soziale räume gab’s auch schon lange vor dem internet. die vir­tu­el­len, gedachten räume, die ge­spro­che­ne oder ge­schrie­be­ne er­zäh­lun­gen öffnen, un­ter­schei­den sich meiner meinung nach nicht sub­stan­zi­ell von den neuen digitalen räumen, die sich in den letzten 20–30 jahren geöffnet haben. es gab immer wieder ka­ta­ly­sa­to­ren, tur­bo­la­der, die die alten regeln über den haufen warfen und für aufregung, umbrüche und teils radikale ver­än­de­rung sorgten. die erfindung des buch­drucks oder kürzlich des internets und jetzt unsere fähigkeit, künst­li­che neuronale netze mit vorher gedachtem, gemachtem oder auf­ge­schrie­be­nem zu füttern — all diese umbrüche er­for­der­ten und erfordern an­pas­sun­gen von ge­sell­schaft­li­chen normen und regeln, um negative effekte ab­zu­schwä­chen.

ja, ich sehe auch, dass aus digitalen räumen viel toxisches, übel­rie­chen­des kommt und dass die brut­stät­ten der de­mo­kra­tie­feind­lich­keit und aus­län­der­feind­lich­keit sich zum großen teil in digitale räume verlagert haben. aber das muss nicht unbedingt an den struk­tu­rel­len ge­ge­ben­hei­ten der räume liegen, sondern in erster linie daran, dass wir als ge­sell­schaft den umgang mit diesen räumen noch nicht gelernt haben. oder dass die radikalen schneller lernen, an­pas­sungs­fä­hi­ger, flexibler sind als die moderaten.

trotzdem: man kann nicht zu viel darüber nach­den­ken oder dis­ku­tie­ren, wie unsere sozialen räume funk­tio­nie­ren oder funk­tio­nie­ren sollten.



das t-shirt hat­te po­ten­zi­al

t-shirt mit der aufschrift „i had potential“, aber man kann von der aufschrift nix erkennen

t-shirt mit der auf­schrift „i had po­ten­ti­al“, aber man kann von der auf­schrift nix er­ken­nen


craw­ling, le­sen, frü­her

felix schwenzel in notiert

ges­tern abend, kurz be­vor ich ins bett ge­hen woll­te, sah ich hohe CPU last auf dem ser­ver auf dem wir­res.net läuft. nor­ma­ler­wei­se (re-) ak­ti­ve­re ich dann kurz cloud­fla­re (was ich nor­ma­ler­wei­se de­ak­ti­viert habe) und die un­höf­li­chen AI-craw­ler, die mei­ne mei­ne sei­te mit an­fra­gen be­schies­sen, ver­schwin­den dann re­la­tiv schnell. ges­tern schien das ak­ti­vier­te cloud­fla­re nicht viel aus­zu­rich­ten. die last blieb hoch. erst als ich das caching und die AI-craw­ler-ab­wehr auf sehr ag­gres­siv um­stell­te, ging die last run­ter.

das heisst wohl zwei­er­lei: die craw­ler schei­nen et­was ge­schick­ter dar­in zu wer­den, sich als le­gi­ti­me be­su­cher aus­zu­ge­ben, sind aber wei­ter­hin viel zu ag­gres­siv oder nach­läs­sig pro­gram­miert. ich hab ja nichts da­ge­gen, wenn die mei­ne sei­ten in­de­xiert wer­den. von such­ma­schi­nen, AI-craw­lern oder me­cha­ni­schen tür­ken. aber ich wür­de mir schon wün­schen, dass sie sich an die re­geln hal­ten oder zu­min­dest höf­lich blei­ben. ich habe vor al­lem kei­ne lust, die gan­ze zeit die cloud­fla­re schutz­wäl­le hoch­ge­zo­gen zu las­sen oder AI-la­by­rin­the auf­zu­stel­len.

je­den­falls stol­per­te ich ges­tern abend bei mei­nem kon­troll­gän­gen über mei­ne web­site über die­sen fast 20 jah­re al­ten bei­trag: ich nen­ne es le­sen

der bei­trag er­in­ner­te mich dar­an, dass „wir nen­nen es ar­beit“ jetzt schon 20 jah­re alt ist, dass ich seit 2006 ei­nen you­tube-ka­nal mit 63 abon­nen­ten habe und ein­mal ein vi­deo ver­öf­fent­licht habe, das > 100k views ein­ge­sam­melt hat.

und weil alex matz­keit mir, der kalt­mam­sel und fran­zi auf der re­pu­bli­ca die fra­ge „wie war es da­mals wirk­lich?“ stel­len wird, fiel mir die of­fen­sicht­li­che ant­wort wie­der ein: da­mals war es ge­nau­so wie heu­te. aus­ser dass wir et­was jün­ger wa­ren. es gab et­was we­ni­ger craw­ler und das hos­ting war eine spur ein­fa­cher, aber es gab und gibt ge­nau so viel oder we­nig in­ter­es­se von ech­ten men­schen an in text-, au­dio- oder vi­deo­form ge­logg­ten in­hal­ten wie heu­te.

goog­le fand blogs da­mals to­tal gut und schick­te ge­le­gent­lich be­su­cher vor­bei, die dann ir­ri­tiert wie­der ab­zo­gen. heu­te schickt goog­le nur noch leu­te vor­bei, die sich für re­zep­te in­ter­es­sie­ren.

was ge­blie­ben ist: blog­gen ist wei­ter­hin ein rand­phä­no­men. und das ist auch nicht wei­ter schlimm. im ge­gen­teil.


YouTube Video Vorschaubild
youtube-video laden, info, direktlink

extrem fas­zi­nie­rend, die welt der po­ly­mor­phe und kristalle. sehr gut und an­schau­lich erklärt.
und: scho­ko­la­de ist auch ein polymorph und ich hab jetzt endlich die wis­sen­schaft hinter tem­pe­rier­ter scho­ko­la­de ver­stan­den. kris­tall­kla­re seh­pfeh­lung.


Noch eine kleine Er­kennt­nis nebenbei: Man kann, wenn man an Krücken läuft, beim Gehen gar nicht aufs Handy sehen und dadurch erneut stürzen. Wie klug ist das denn ein­ge­rich­tet? Und sollte man also einfach zur Pro­phy­la­xe an Krücken gehen?


kon­train­tui­ti­ver mor­gen­spa­zier­gang

felix schwenzel

baum in den rehbergen im gegenlicht — ob bäume auch intuition haben?

heu­te früh ha­ben fri­da und ich den mor­gen­spa­zier­gang zum büro statt in den reh­ber­gen ge­macht. ich bin ja ein ste­ter ho­me­of­fice-mensch und gehe nur äus­serst sel­ten ins büro. aber der spa­zier­gang in rich­tung und die an­schlies­sen­de fahrt ins büro wa­ren gar nicht mal so in­ef­fi­zi­ent. um 07:15 uhr sind wir los (zu fuss vom wed­ding zur born­hol­mer stras­se, da­nach s-bahn zum ost­kreuz) und um 8:50 uhr wa­ren wir im büro. das wa­ren an­dert­halb stun­den, in­klu­si­ve ei­ner 5 mi­nü­ti­gen früh­stücks­pau­se. sonst ge­hen wir eine bis an­dert­halb stun­den mor­gen­spa­zie­ren.

trotz­dem: mei­ne pro­duk­ti­vi­tät im büro lässt sehr zu wün­schen üb­rig. ich weiss gar nicht war­um man­che ar­beit­ge­ber im­mer noch das ge­gen­teil an­neh­men, dass die pro­duk­ti­vi­tät im ho­me­of­fice zu wün­schen üb­rig lies­se. na gut, ich ver­mu­te ich weiss es schon: man­geln­des ver­trau­en in die ar­beit­neh­men­den.

das mit dem ver­trau­en funk­tio­niert ja be­kannt­lich kon­train­tui­tiv: wer ver­trau­en schenkt, be­kommt es nicht nur zu­rück, son­dern säät pflicht­ge­fühl. das ist zu­min­dest mei­ne er­fah­rung. funk­tio­niert mit men­schen, ge­nau­so wie mit hun­den.

was ich erst in den letz­ten mo­na­ten rea­li­si­ert habe: wie ef­fi­zi­ent be­schwer­den sein kön­nen, wenn sie sach­lich, freund­lich und ohne emo­tio­nen vor­ge­tra­gen wer­den. ich habe die­se er­fah­rung als be­schwer­den-emp­fän­ger ge­macht und ich kann be­rich­ten: emo­tio­nal oder gar ag­gres­siv vor­ge­tra­ge­ne be­schwer­den kann man leicht ab­per­len las­sen und weg­ra­tio­na­li­sie­ren. die sach­li­chen, stim­mi­gen und freund­li­chen hin­ge­gen sind die, die wirk­lich an die sub­stanz ge­hen.

es gibt so vie­les wo man mit in­tui­ti­on da­ne­ben lie­gen kann. ges­tern hat mir zum bei­spiel mark man­son er­klärt, dass die jagd nach po­si­ti­ven ge­füh­len dazu führt, dass wir uns schlecht füh­len. wenn man hin­ge­gen los­lässt und auch ne­ga­ti­ve ge­füh­le ak­zep­tiert, des­to mehr kann die­se ak­zep­tanz po­si­ti­ve ge­füh­le her­vor­ru­fen. mark man­son hat ein buch mit dem her­vor­ra­gen­den ti­tel „the subt­le art of not gi­ving a fuck — a coun­ter­in­tui­ti­ve ap­proach to li­ving a good life“ ge­schrie­ben. lei­der fand ich mark man­son in dem vi­deo eher un­sym­pa­thisch, so dass ich der­zeit we­der lust habe wei­te­re vi­de­os von ihm zu se­hen, noch sein buch zu le­sen, was es ei­gen­ar­ti­ger (und un­in­tui­ti­ver) wei­se auch als frei zu­gäng­li­ches pdf gibt.

trotz al­le­dem bin ich wei­ter­hin ein gros­ser fan von in­tui­ti­on. ich er­zäh­le im­mer wie­der ger­ne von mei­nem va­ter, der als kran­ken­haus-arzt im not­dienst oft zehn bis zwan­zig mi­nu­ten vor ei­nem not­fall-an­ruf wach wur­de. mei­ne er­klä­rung da­für ist völ­lig uneso­te­risch: wer sich in­ten­siv mit et­was be­schäf­tigt, tut das nicht nur be­wusst, son­dern auch un­be­wusst. das pas­siert, wenn man sich wirk­lich für ein the­ma in­ter­es­si­ert und tief dar­in ab­taucht.

ich habe mir im­mer ge­wünscht, auch in mei­nem le­ben sol­che the­men zu fin­den, in die ich so tief ein­tau­chen kann, dass sich dar­aus eine sol­che in­tui­ti­on ent­wi­ckelt. ge­le­gent­lich ge­lingt mir das auch.

weiterlesen