alles

aus­ge­dach­te aka­de­mie, selbst­ge­stell­te pro­ble­me, uz­lar le­sen, vor­bil­der selbst ma­len

felix schwenzel in notiert

mir ist auf­ge­fal­len, dass ich das was man heu­te ger­ne vibe co­ding nennt schon seit jahr­zehn­ten ma­che. näm­lich an pro­ble­me mit we­nig ah­nung, aber ei­nem aus­ge­präg­ten ge­fühl für ei­nen lö­sungs­an­satz ran­ge­hen und so­lan­ge an der lö­sung den­geln, bis das pro­blem ge­löst ist oder es so funk­tio­niertm wie ich mir das vor­her vor­ge­stellt habe.

schon die ers­ten ver­sio­nen die­ser web­site habe ich aus­chliess­lich mit frem­der hil­fe ge­baut. weil es da­mals kei­ne LLMs gab, die ihr wis­sen mit mir zei­len, nuss­te ich da­mals auf das wis­sen an­de­rer men­schen zu­rück­grei­fen. de­ren wis­sen muss­te man frü­her müh­sam zu­sam­men­su­chen, meis­ten in­dem man fra­gen in stich­wor­te auf­teil­te und sich dann schritt für schritt ei­ner lö­sung ent­ge­gen­han­gel­te.

an der ers­ten in­kar­na­ti­on die­ser web­site habe ich so um die 15 oder 20 jah­re lanf ge­schraubt bis sie den funk­ti­ons­um­fang hat­te, den ich mir vor­ge­stellt habe. mitt­ler­wei­le hat der funk­ti­ons­um­gang nach dem neu­start die­ser web­site, mei­ner ein­schät­zung nach, wie­der das ni­veau des vor­gän­gers er­reicht — in we­ni­ger als ei­nem jahr. die­ses mal ging es zwar schnel­ler, aber ehr­lich­ge­sagt schät­ze ichm dass die qua­li­tät des­sen was hin­ten raus­ge­kom­men ist um ein viel­fa­ches bes­ser ist als die vor­gän­ger-ver­sio­nen.

ich höre schon die rufe: das ist dann aber kein war­tungs­freund­li­cher code und wür­de dann ant­wor­ten: stimmt. aber dar­um geht’s gar nicht. wie lang­wei­lig wäre das denn, wenn ich mich nicht mehr in die lö­sung selbst­ge­stell­ter und selbst­ge­mach­ter pro­ble­me knien könn­te? mög­li­cher­wei­se kann man das mit dem berg­stei­gen ver­glei­chen: es geht nicht dar­um die ber­ge fla­cher oder steig­freund­lich zu ma­chen, son­dern mög­lichst im­mer stei­le­re ber­ge zu fin­den. es geht we­ni­ger dar­um pro­ble­me zu lö­sen, als im­mer wie­der neue pro­ble­me zu fin­den und die ar­beit an ih­rer lö­sung zu ge­nies­sen. ich rol­le den stein im­mer wie­der berg­auf, nicht weil mich die göt­ter dazu ver­ur­teilt ha­ben, son­dern weil ich den stein ger­ne berg­auf­wärts rol­le und berg­ab­rol­len lang­wei­lig wäre.


jo­han­nes weist dar­auf hin, dass mo­ritz von us­lar re­gel­mäs­sig ins in­ter­net schteibt. liest sich gut:

(12.03.2026) Eri­ka Tho­m­al­la hat­te ei­nen al­ten Text von Chris­ti­an Kracht vor­ge­le­sen, 1994 in der Zeit­schrift Tem­po er­schie­nen, The­ma: ein Por­trät des da­ma­li­gen SPD-Kanz­ler­kan­di­da­ten Ru­dolf Schar­ping (das ist der, der zu­rück­tre­ten muss­te, weil er für Bun­te mit ei­ner Grä­fin in ei­nem Pool plan­schen war). Der Text, ganz nor­mal vor­ge­le­sen, lös­te so­fort Be­klem­mung, Rat­lo­sig­keit, dann auch: Ent­set­zen aus, im Pu­bli­kum wie bei uns auf der Büh­ne. Es war Pop­jour­na­lis­mus pur, die da­mals ab­so­lut als toll emp­fun­de­ne Mi­schung aus Ul­tra-Sno­bis­mus, ja, auch Men­schen­ver­ach­tung, klar, (hier eher: Schar­ping-Ver­ach­tung), ir­rem Rum­ge­la­ber auf Sei­ten­we­gen (in die­sem Kracht-Text: das Deut­sche an sich, schwe­re Ar­beit, schwer Bö­den, Bäue­rin­nen mit gro­ßen Brüs­ten, hä?) und ein paar sehr di­rek­ten, gut sit­zen­den Kil­ler­sät­zen.


ben_ zählt män­ner­vor­bil­der auf. muss ich glau­be ich noch­mal drü­ber nach­den­ken, aber spon­tan wür­de ich sa­gen: vor­bil­der hatt eich nie. es gab im­mer ei­ni­ge men­schen die ich gut oder in­ter­es­sant fand, de­ren ver­hal­ten oder de­ren art ich in be­stimm­ten si­tua­tio­nen auch mal nach­ah­men wür­de. prä­gen­der wa­ren men­schen die mich dazu brach­ten be­stimm­te din­ge nicht zu tun, de­ren ver­hal­ten oder de­ren art ich un­ter kei­nen um­stän­den re­pli­zie­ren wol­len wür­de. ich woll­te auch nie zu ei­ner grup­pe ge­hö­ren, aber da­für habe ich im­mer wie­der in­ter­es­se an grup­pen ent­wi­ckeltm die ich ger­ne mal ken­nen­ler­nen wür­de oder ger­ne aus der nähe be­ob­ach­ten wür­de.

viel mehr als vor­bil­der hat mich fra­gen be­schäf­tigt: wie will ich sein, wie will ich mich ver­hal­ten, was will ich kön­nen, was brau­che ich nicht, wie löse ich das nächs­te pro­blem?

ich er­in­ner dar­an ir­gend­wan in den acht­zi­ger jah­ren im fern­se­hen ein sehr al­ten mann ge­se­hen zu ha­ben, der ganz an­ders war als alle an­de­ren al­ten men­schen, die ich bis da­hin kann­te. der alte mann, der viel­leicht gar nicht mal so alt war, aber auf mein 14 oder 15 jäh­ri­ges ich sehr alt wirk­te, stach des­halb her­vor, weil er be­sch­ei­den, klug, neu­gie­rig, po­si­tiv, wach, in­ter­es­siew­rt, eu­pho­risch und der zu­kunft zu­ge­wandt schien. die al­ten men­schen die ich bis da­gin kann­te leb­ten ge­öss­ten­teils in der ver­gan­gen­heit (oder er­zähl­ten gröss­ten­teils ge­schich­ten aus ih­rer ver­gan­gen­heit), fan­den die mo­der­ne welt nicht be­son­ders gutm zeig­ten kaum neu­gier, wa­ren grun­py und sta­chen nicht ge­ra­de durch klug­heit her­vor. selbt ein al­ter mensch zu wer­den schien mir an­ge­sichts der al­ten men­schen die ich kann­te nicht be­son­ders er­stre­bens­wert. bis ich die­sem ei­gen­ar­ti­gen al­ten mann im fern­se­hen sah. ich weiss bis heu­te nicht wer der alte mann war und ob ich mir heu­te mehr dazu zu­recht­rei­me als da­mals, aber die­sen men­schen wür­de ich durch­aus als vor­bild be­zeich­nen, auch wenn ich mir auch die­ses vor­bild, wie die meis­ten an­de­ren vor­bil­der, wohl vor al­lem selbst ge­zeich­net (oder bes­ser: ge­malt) habe.


eben hab ich das staf­fel­en­de von star­fleet aca­de­my ge­guckt. das war wie­der fast un­er­träg­lich. im­mer­hin ha­ben sie ein zi­tat ge­bracht, das mich zum mit­schrei­ben in­spi­rier­te. man kann das zi­tat aqus nahla akes schluss­plä­doy­er und das gan­ze fi­na­le auch als kom­men­tar zur po­li­ti­schen lage in den USA le­sen:

you never grew up. and it got us right here. so the ques­ti­ons i’d ask all the­se peo­p­le wat­ching: is this the per­son you want to fol­low into the fu­ture? an an­gry child with his fin­ger on the trig­ger, who­se en­ti­re world­view ist ba­sed on a lie?

ste­ven col­bert, der den elek­tri­schen KI-de­kan aus der PA ge­spro­chen hat, wird sich viel­leicht auch drü­ber ge­freut ha­ben.


Star Trek: Starfleet Academy (S01E10) gesehen

würdiges aber trotzdem mit­tel­mäs­si­ges ende einer leider ziemlich schlech­ten staffel. pa­the­tisch, unsubtil, zu knallig, zu dick auf­ge­tra­gen, zu viel bling-bling, ruckelige dialoge. viele folgen hab ich gerad eso ertragen, folge 7 nicht, die hab ich nicht beenden können.





kir­by­b­log­ger

felix schwenzel in notiert

mir fiel auf, dass mitl­ler­wei­le doch ein paar leu­te mit kir­by blog­gen, also dach­te ich: mach mal ne lis­te.

schon seit ewig­kei­ten schei­nen mir chris­toph und phil­ipp mit kir­by un­ter­wegs zu sein. phil­ipps knus­per­ma­gi­er.de hat mir je­den­falls da­mals bei mei­ner ent­sch­ei­dung auf kir­by zu wech­seln ge­hol­fen. chris­toph und phil­ipp blog­gen un­re­gel­mäs­sig, aber ich freue mich im­mer wenn bei ih­nen et­was neu­es auf­taucht.

hei­ko hat vor ein paar wo­chen rü­ber­ge­macht, zu kir­by, von word­press. des­halb lese ich ihn jetzt noch lie­ber, na­tür­lich auch per rss, auch weil er sei­ne rss-le­sen­den gut be­han­delt.

wenn ich mich recht er­in­ne­re hat wolf­gang auch mal kurz ver­sucht zu kir­by zu wech­seln, ist aber doch erst­mal auf word­press ge­blie­ben. des­halb ho­no­rable men­ti­on.

mau­rice hat mir auch sehr ge­hol­fen auf kir­by um­zu­stei­gen, nicht zu­letzt we­gen sei­ner gross­ar­ti­gen plug­ins. viel ge­lernt habe ich auch beim me­di­en­bä­cker tho­mas, auch wenn er nicht klas­sisch bloggt, aber doch re­gel­mäs­sig ar­ti­kel ver­öf­fent­licht (auch per RSS) die ich sehr ger­ne lese. das reicht um sich bei mir als blog­ger zu qua­li­fi­zie­ren.

bas­ti­an, der im haupt­be­ruf kir­by baut, qua­li­fi­ziert sich per RSS auch als blog­ger, auch wenn der letz­te ar­ti­kel von vor zwei jah­ren ist.

ich habe mei­ne bloggrol­le auf der rück­sei­te um die kir­by-blogs er­wei­tert und falls ich le­sens­wer­te kir­by-blog­gen­de über­se­hen habe, sags mir.


Person of Interest (S03E01) gesehen

netflix schrieb zu person of interest: „new seasons“ — und ich hab einfach auf play gedrückt. zuerst dachte ich: „respekt! die führen die neue staffel genau so fort, wie sie die ersten 5 staffeln gemacht haben.“

dann merkte ich, dass ich staffel 3 folge 1 sehe. das mit der neuen staffel bezog sic auf das hin­zu­fü­gen der staffel 5 von 2016 zum netflix katalog, bzw. neue lizenzen. trotzdem gerne gesehen, obwohl person of interest wirklich absurd ist. aber es ist so überdreht, dass ich’s schon wieder gut finde. es wird nie in frage gestellt, dass harold finch immer alles weiss und jede „ressource“ recht­zei­tig or­ga­ni­siert bekommt. warum john reese un­ver­wund­bar ist wird auch nie erklärt, ebenso wenig wie die be­zieh­nung von „root“ und der maschine. alles egal. die serie lebt in ihrer eigenen welt und wenn man sich drauf einlässt, kann das ein grosses vergnügen sein. ich hab mich je­den­falls amüsiert.

ich dachte ei­gent­lich auch, dass ich person of interest damals durch­ge­schaut hatte. aber an den inhalt dieser folge konnte ich mich nicht im ge­rings­ten erinnern.




was ist das ge­gen­teil von slop?

ich kann nur mit dem fin­ger drauf zei­gen, das hier ist auf je­den fall das ge­gen­teil von slop, also lie­be­voll, sorg­fäl­tig, fes­selnd, faz­si­nie­rend, le­cker:

eine webseite mit alten filmen als aus­ge­dach­te alte (vintage) buchcover. gibt’s auch als e-book oder kartenset. (via)



hand­auf­le­gen, se­ri­en, lan­ge­wei­le, bü­cher und kar­tons

felix schwenzel in artikel

ges­tern habe ich ein vi­deo ge­se­hen, in dem ge­sagt wur­de, das men­schen und hun­de bein ge­mein­sa­men schlaf in ei­nem bett ihre herz­fre­quenz­va­ria­bi­li­tät (HRV) syn­chro­ni­sie­ren. ob­wohl sich hun­de und men­schen im bett nachts stän­dig ge­gen­sei­tig kurz we­cken, stei­ge trotz­dem die sub­jek­ti­ve schlaf­qua­li­tät.

fri­da lässt sich das na­tür­lich nicht neh­men in un­se­ren bet­ten zu schla­fen, egal ob wir im bett sind oder nicht. aber be­son­ders ger­ne liegt sie na­tür­lich im bett, wenn ei­ner von uns auch drin liegt.

tags­über liegt sie ger­ne bei der bei­fah­re­rin im wohn­zim­mer auf der couch, wäh­rend ich im home of­fice ne­ben­an ar­bei­te. aus­ser wäh­rend mei­ner täg­li­chen ca. 30 mi­nu­ten mi­t­ags­schlaf. die möch­te sie un­be­dingt bei mir ver­brin­gen. das ri­tu­al ist im­mer das glei­che. ich lege mich ge­gen 12 uhr in bett, sie kommt aus dem wohn­zim­mer ge­da­ckelt ge­pu­delt, springt aufs bett, prüft wie ich aus dem mund rie­che und legt sich dann, mit kon­takt zu mei­nen bei­nen, ans fus­sen­de.

ich schla­fe im­mer gut ein wenn ich mich ins bett lege, egal ob mit­tags oder abends oder spät nachts. aber wenn fri­da ne­ben mir liegt, schla­fe ich noch schnel­ler ein. es ist in der tat er­staun­lich, was für ei­nen be­ru­hi­gen­den ef­fekt ein hund am bein hat. und laut der stu­di­en, die das vi­deo zi­tiert, be­ruht das wohl auf ge­gen­sei­tig­keit. es ist als wür­de man sich ge­gen­sei­tig eine hand auf­le­gen, mit dem un­ter­schied, dass auf­ge­leg­te hän­de sich spä­tens nach 3 mi­nu­ten un­an­ge­nehm oder un­ge­müt­lich an­füh­len. noch er­staun­li­cher, wenn fri­da das bett ver­lässt, zum bei­spiel weil die bei­fah­re­rin sich es­sen macht und sie prü­fen möch­te was es gibt und ob et­was für sie ab­fal­len könn­te, bleibt das ge­fühl, dass fri­da an mei­nem fus­sen­de liegt, wie ein ab­druck be­stehen.


ich fra­ge mich in den letz­ten ta­gen: was ist es ei­gent­lich, was mich in fern­seh­se­ri­en rein­zieht? oder an­ders­rum ge­fragt, war­um lang­wei­len mich die zwei­ten staf­feln man­cher se­ri­en so sehr? ich hab die tage mit der zwei­ten staf­fel the night ma­na­ger an­ge­fan­gen und mä­kel­te in­ner­lich die gan­ze zeit dar­an rum. zwei fol­gen hab ich ge­schafft, mehr geht glau­be ich nicht.

die ers­te fol­ge der zwei­ten staf­fel hi­jack spielt in ber­lin, was mich 2 mi­nu­ten lang ge­freut hat, bis es dann pein­lich wur­de, weil nichts was man dort sieht, mit dem über­ein­stimmt, was ich selbst so in ber­lin sehe oder er­le­be.

die ant­wort auf die rhe­to­ri­sche fra­ge, die ich mir selbst ge­stellt habe, scheint pa­ra­dox, aber viel­leicht ist was dran: wenn ich die ers­te fol­ge ei­ner se­rie an­se­he und al­les was ich sehe ein biss­chen lang­wei­lig ist, weckt das un­ter um­stän­den (vor al­lem wenn die se­rie nicht zu bil­lig aus­sieht) mein in­ter­es­se. ich glau­be wenn eine se­rie zu am­bi­tio­niert und be­müht an­fängt, ent­wick­le ich so­fort wi­der­wil­len. wenn ich hin­ge­gen nor­ma­le leu­te sehe und das was sie ma­chen und was ih­nen pas­siert nach­voll­zie­bar ist, weckt das mein in­ter­es­se (wenn die se­rie nicht zu bil­lig aus­sieht). und tat­säch­lich ist das mög­lich­wei­se die grund­la­ge von gu­tem ge­schich­ten­er­zäh­len. das funk­tio­niert nur, wenn ich mich mit den prot­ago­nis­ten iden­ti­fi­zie­ren kann und da­für braucht es erst­mal nor­ma­li­tät.

id­ris elba als sam nel­son ist in der zwei­ten hi­jack-staf­fel von an­fang an pa­ra­no­id, sieht in je­dem wim­pern­zu­cken der men­schen in der ubahn et­was ver­däch­ti­ges. in der ers­ten staf­fel ist er ein­fach in ein flug­zeugt ge­stie­gen und das hat als span­nungs­bo­gen aus­ge­reicht.

tom hidd­le­s­ton als jo­na­than pine hat in der zwei­ten staf­fel vom night ma­na­ger durch­ge­hend dra­ma­ti­sche flash­backs im kopf­ki­no, die der re­gis­seur uns zu­schau­ern dann brüh­warm auf die au­gen bin­det. wenn das al­les et­was lang­wei­li­ger oder sub­ti­ler in­sze­niert wäre, wie viel span­nen­der hät­te das wer­den kön­nen? über­dra­ma­ti­sie­rung nimmt dem gan­zen dra­ma den schwung.

wenn ich mich recht er­in­ne­re, wa­ren die ers­ten 30 mi­nu­ten der ers­ten fol­ge brea­king bad irre lang­wei­lig. ich sah: das ist nicht bil­lig pro­du­ziert und mein in­ter­es­se war trotz (oder we­gen?) der lan­ge­wei­le ge­weckt. die fol­gen­den es­ka­la­tio­nen wur­zel­ten in so­li­der lan­ge­wei­le und blie­ben des­halb auf eine art nach­voll­zieh­bar. bei bet­ter call saul war die gan­ze ers­te staf­fel lang­wei­lig, da­mit die spä­te­ren es­ka­la­tio­nen in ruhe wur­zeln schla­gen konn­ten. auch bei a knight of the se­ven king­doms blieb es drei oder vier fol­gen lang sehr lang­wei­lig, aber da­für sah al­les sehr schön aus — und ich fand den rest der ers­ten staf­fel gran­di­os.


auf der ar­beit habe ich mich in den letz­ten ta­gen viel mit ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on be­schäf­tigt. kon­kre­ter mit goog­le sheets. in ers­ter li­nie ver­su­che ich mir und mei­nem team ein paar werk­zeu­ge zu bau­en um bes­ser und schnel­ler preis­aus­künf­te ge­ben zu kön­nen. da­bei fiel mir auf, wie ar­cha­isch es ei­gent­lich ist, prei­se oder preis­lis­ten auf web­sei­ten oder pdfs als ein­fa­che lis­ten zu ver­öf­fent­li­chen.

mir kam der ge­dan­ke, dass ja ei­gent­lich jede oder je­der die vor ei­ner kauf­ent­sch­ei­dung ste­hen in ir­gend­ei­ner form prei­se und op­tio­nen ver­glei­chen wol­len oder müs­sen. war­um kann man das al­les nicht in­ter­ak­tiv wie bei ei­ner ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on ma­chen? wenn ich ei­nen com­pu­ter kau­feh will, war­um in der preis­lis­te statt „16 GB RAM“ hin­zu­schrei­ben, ein aus­wahl­me­nü mit 16, 32, 64 oder 128 GB RAM an­bie­ten, und die sum­me dann dy­na­misch be­rech­nen? war­um sta­ti­sche ta­bel­len lay­ou­ten, wenn man ge­nau­so gut dy­na­mi­sche te­bel­len ver­öf­fent­li­chen könn­te und die kun­den so lan­ge an den op­tio­nen dre­hen kön­nen, bis es ih­nen passt? das muss ja auch nicht ex­klu­siv sein, man kann ja bei­des ver­öf­fent­li­chen.

der sta­tus quo ist ja der­zeit, dass fir­men ihre preis­lis­ten auf­wän­dig in ei­ner ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on ent­wi­ckeln, dar­aus auf­wän­di­ge preis­lis­ten ab­lei­ten und die kun­den die­se preis­lis­ten dann wie­der für den ei­gen­ge­brauch in eine in­ter­ak­ti­ve ta­bel­len­kal­ku­la­ti­on um­wan­deln? wenn fried­rich merz jam­mern wür­de dass sta­ti­sche oder pdf-preis­lis­ten die pro­duk­ti­vi­tät un­se­rer öko­no­mie läh­men wür­den, dann gäbe es auch mal was wo ich ihm aus­nahm­se­wei­se zu­stim­men könn­te.


ges­tern habe ich an­ge­fan­gen die­ses buch zu le­sen. liest sich gut, ob­wohl ich stän­dig ein­ge­schla­fen bin (nicht we­gen des buchs, son­dern weil ich so ger­ne schla­fe). ich habe ich mehr als die hälf­te an ei­nem nach­mit­tag ge­le­sen. beim le­sen dach­te ich: „das sind doch al­les blog­bei­trä­ge!“ weil chris­ti­an han­ne zwei ka­pi­tel in sei­nem blog / auf sei­ner web­sei­te ver­öf­fent­lich hat, stimmt der ge­dan­ke also min­des­tens ein biss­chen („Fear and Loathing auf dem El­tern­sprech­tag“, „Epi­log“).

ich denk beim le­sen von bü­chern trotz­dem im­mer: war­um ei­gent­lich tex­te auf pa­pier dru­cken oder in ein e-book-da­tei­for­mat pres­sen? hat das fi­nan­zi­el­le grün­de? oder ha­ben bü­cher wirk­lich im­mer noch eine bes­se­re re­pu­ta­ti­on als tex­te im web? die ge­mein­frei­en klas­si­ker füh­len sich doch auch im pro­jekt-gu­ten­berg.org wohl?

oder ist es es die hap­tik? das ge­fühl et­was kau­fen zu kön­nen, was man dann in der hand hal­ten kann? ich für mei­nen teil könn­te gut da­mit le­ben ein buch zu kau­fen und dann statt es ei­nes bu­ches eine url ge­schickt zu be­kom­men auf der ich das am rech­ner oder dem te­le­fon le­sen kann. ich fin­de das hap­tisch aus­rei­chend. oder man ver­schickt bü­cher als klei­ne pap­kar­ten die auf der ei­nen sei­te das buch-co­ver auf­ge­druckt ha­ben und auf der an­de­ren sei­te ei­nen qr code mit der url, wo man das buch dann im web le­sen kann.

wer ger­ne zeigt was er ge­ra­de liest, kann die papp­kar­te hin­ten aufs te­le­fon kle­ben. für be­son­ders hoch­wer­ti­gen kar­ton kann man das dopp­le­te be­zah­len (hard­co­ver), die bil­li­ge ver­si­on (ta­schen­buch) ist auf dün­nem kar­ton ge­druckt. hard­co­ver könn­ten kreis­för­mi­ge ma­gne­te ein­ge­ar­bei­tet ha­ben, die dann an magsafe oder qi2 ma­gnet­rin­ge am han­dy an­klip­sen.

war­um ein buch nicht ein­fach wie eine web­sei­te mit be­zahl­schran­ke ver­öf­fent­li­chen? über­me­di­en ver­öf­fent­licht je­den tag (?) ei­nen ar­ti­kel und packt sie für eine wei­le ex­klu­siv hin­ter eine ste­ady be­zahl­schran­ke. war­um soll­te man das nicht auch mit ei­nem buch ma­chen? wenn das buch neu ist zah­le ich 12 euro und jede wo­che — oder je­den tag — kommt ein neu­es ka­pi­tel. sind alle ka­pi­tel er­schie­nen kau­fen 12 euro den zu­gang zum gan­zen buch. zah­le ich ein paar euro mehr be­kom­me ich ei­nen be­druck­ten kar­ton den ich mir ans te­le­fon hef­ten kann, an die wand hän­gen oder ins re­gal stel­len oder sta­peln kann.

für men­schen die ohne strom le­sen wol­len kann man na­tür­lich im­mer noch eine klei­ne auf­la­ge auf pa­pier aus­dru­cken oder den text in ein e-book-for­mat statt html pres­sen. ich mag es mitt­ler­wei­le wirk­lich am liebs­ten, wenn mich buch­sta­ben von ei­ner web­sei­te an­leuch­ten.

buch­sta­ben mit son­nen-, ker­zen- oder lam­pen­licht selbst zu be­leuch­ten regt kei­ne ge­füh­le in mir an. oder hab ich was über­se­hen, was aus­ge­druck­te buch­sta­ben zwi­schen papp­de­ckeln oder e-book-da­tei-for­ma­te so spe­zi­ell macht, dass nie­mand ein „buch“ als web­sei­te ver­öf­fent­li­chen mag?


Hijack (S02E01) gesehen

die erste staffel liess sich gut wegbingen. in der zweiten staffel lässt sich eher gut cringen.

die zweite staffel spielt offenbar in berlin und ich muss immer zu­sam­men­zucken, wenn ich schlecht ge­schau­spie­ler­tes deutsch höre. die BVG hat für den film ne neue fu­tu­ris­ti­sche, fotogene leit­stel­le spendiert bekommen und im film sind die ansagen in den ubahnen plötzlich ver­ständ­lich?

das wäre doch mal was für die echte BVG: alle fahrer für 5 jahre auf die schau­spiel­schu­le, damit die durch­sa­gen ver­ständ­lich und schlecht ge­schau­spie­lert klingen.

ich wollte, nachdem ich mich durch die 40 minuten geqäult habe, ei­gent­lich nicht wei­ter­gu­cken. aber der plottwist am ende („i’m hijacking this train“) wird mich dazu bringen doch noch eine folge zu schauen.