alles
morgenspaziergang 18.02.2026 & eine gpx-datei
kühler, aber angenehmer morgenspaziergang mit etwas neuschnee. frida fand das alles sehr gut. mir fiel auf, wie transparent die rehberge und der goethepark im winter werden. während man im sommer ja nicht durch die bäume und büsche hindurchsehen kann, öffnen sich im winter ständig neue sichtachsen.
noch spannender, heute habe ich bei crowdersoup.com eine darstellung einer wanderung gesehen (inlusive toller bilder, check it out), die mir einerseits sehr gut gefallen hat und andererseits, bei genauem hinsehen lediglich aus einer .gpx-datei besteht die per javascript als karte und höhen-diagram dargestellt wird.
ich tracke mich selbst ja ständig mit owntracks, aber der gpx-track aus owntracks heute früh hatte gerade mal 8 bis 10 datenpunkte. das ist ein bisschen zu grob. das tracking von „trainings“ mit der apple watch hingegen ist sehr hochauflösend. tatsächlich habe ich schon lange eine app namens auto export auf meinem telefon und mit der kann man jedes training auch als gpx-datei exportieren.
in kirby habe ich mir (mit coding assistenz) einen neuen block bauen lassen, in dem ich einen titel für den spaziergang eingebe und die exportierte .gpx-datei hochlade.
und voilà, nach dem klick sieht man was javascript daraus zaubert. ich finde es grandios.
→ weiterlesenthis is seriously awesome. i always looked for an easy way of showing my walks and hikes on my site and just dropping in a .gpx file is such a great idea! in fact this works really well with a .gpx export from my apple watch activity tracking (via ios auto export). i’ll steal your implementation to use it on my site right away. thanks for the inspiration. (the photos of your valentine’s hike are awesome, too.)
was für ein grossartiger titel:
Ãoebersichtlicheres, benutzerfreundliches Design, auch verfügbar für alle führenden Mobilgeräte
content, ozempic, das alte web
markus unterscheidet zwischen schreiben und „content“-erstellung:
da stimme ich natürlich einerseits hundertprozentig zu, weil der sinn des schreibens für mich in erster linie eine art verdaungsvorgang ist, quasi die allmähliche verfertigung der gedanken beim bloggen. das schreiben ist das ziel, nicht der text. ich glaube so ähnlich, habe ich das auch schon hundertfach hier aufgeschrieben und möglicherweise wird das thema für hier lesende auch langsam langweilig — obwohl ich ja der meinung bin, dass es nichts schadet, wenn man weiss oder dabei zusieht, wie die wurst gemacht wird.
andererseits kann die generative KI etwas, was ich nicht kann, bzw. nicht können will: strukturiert, prägnant und optimiert auf den punkt kommen. ich war vor ein paar tagen ziemlich erstaunt darüber, was chatGPT aus meinem text über „elaborierte kulturtexte“ gemacht hat, nachdem es behaupt hatte, den text mit einer „klareren These, sauberer Struktur und weniger Behauptungsschlenkern“ schreiben zu können.
ich habe die textversion von chatGPT in die beilage kopiert und muss sagen: ja, der text, den chatGPT aus meiner vorlage gebaut hat, ist sauberer strukturiert und mehr auf den punkt als meiner. aber so, in aufzählungen, thesen und im oberchecker-tonfall, möchte ich selbst gar nicht schreiben. diese art zu schreiben ist eigentlich genau das, wogegen ich mich nicht erst seit generativer textgenerierung, sondern seit meiner schulzeit auflehne.
unter dem gleichen text hat jemand noch einen anderen gedanken kommentiert, den ich nicht nachvollziehen kann:
dass es unter den alten gatekeepern auch nicht besser war oder sogar schlimmer, hast du vor 20 jahren auch schon geschrieben. ist das problem nicht eher, dass das offene web nicht mehr das ist, was es vor 20 jahren war?
ich habe eher das gegenteilige gefühl, dass sich das offene web seit 20, 30 jahren eigentlich nicht im wesentlichen verändert hat. zumindest das was „man“, was ich dadrin so mache hat sich seit 30 jahren eigentlich nicht grossartig verändert. meine erste „homepage“ von 1986/97 sah im prinzip bereits aus wie diese seiten, auf denen ich heute schreibe.
das potenzial des offenen webs hat sich aus meiner sicht nicht verändert. das gallische dorf wurde vielleicht von grossen plattformen und attraktiven silos umbaut, aber im gallischen dorf kann man ungestört weiterleben, wie vor 20-30 jahren — auch wenn viele der jungen leute landflucht begangen haben. das gallische dorf im netz hat auch den vorteil, dass es nicht an einen ort gebunden ist, sondern eben nur an protokolle — und die sind, bis auf kleine anpassungen — seit jahren stabil und für jede nutzbar.
in diesem zusammenhang habe ich mich über dieses stück internet-archäologie über die cool site of the day von 1994 sehr gefreut:
gewundert habe ich mich gestern über dieses jubelstück von @kurzgesagt über ozempic.
das ist bemerkenswert unkritisch, auch wenn ich das meiste was dort beschrieben wird und aus studien zitiert wird, aus eigener erfahrung bestätigen kann. so war mein vorherrschendes gefühl, als ich ozempic im august und september genommen habe, dass das semaglutid (der wirkstoff von ozempic) den kreislauf von appetit und sättigung eingerenkt, wiederhergestellt hat. ich habe gelernt wieder besser auf die signale meines körpers zu hören, bzw. das semaglutid hat das rauschen und die übersteuerung der signale neu kalibriert und für mich wieder verständlich gemacht hat. mein appetit auf süssspeisen ist weiterhin exakt auf null, ohne dass ich das gefühl habe, auf etwas verzichten zu müssen.
Ich verfasse aber Texte und Sätze, weil ich mich ausdrücken will, weil ich etwas mitteilen will. Wenn das eine generative KI für mich macht, dann würde ich einfach Content produzieren, meine persönliche Ebene ginge darin verloren, mein Gedankengang, meine Idee, meine Formulierung und eventuell auch meine Fehler. Content muss nicht verwerflich sein, aber das will ich dann nicht als meinen Ausdruck darstellen. Vermutlich ist mein Wunsch, authentisch zu sein, größer als der Wunsch, Content zu produzieren. Und das will ich auch von anderen Leuten. Ich will authentische Leute um mich herum, keine Hüllen, die nur etwas darstellen.
bullitt
nico brünjes ist gerade in einer 70s-rewatch-phase. am sonntag hat er bullitt empfohlen, eine empfehlung der ich gerne nachgekommen bin, weil ich den noch nicht gesehen habe und der ja wohl ein klassiker ist.
um mit dem fazit anzufangen: das war ein grosses vergnügen und nico hat auch schon die wichtigsten gründe aufgeschrieben, warum bullitt sehenswert ist und ein klassiker ist. und er hat natürlich auch die ikonische autoverfolgungsjagd per youtube eingebettet, die man auch kennt, wenn man den film nie gesehen hat.
ich habe den film, der von 1968 ist und damit ein jahr älter als ich, mit dieser was bin ich? folge von 1976 im hinterkopf gesehen. ich weiss, es ist absurd bullitt und was bin ich? zu vergleichen, aber ich sehe da durchaus paralellen: das timing ist anders als man es heute gewohnt ist, die schnitte wirken teilweise ungewohnt, der ton ist direkter, echter und enthält irre viele nebengeräusche und wird nicht ständig mit musik übertüncht oder in der post-production geglättet. die frisuren sind ausserirdisch. keine handies. und das licht, die beleuchtung ist immer etwas zu hell und hart für die dark-mode-augen des 21ten jahrhunderts.
in bullitt stehen und fahren ausserdem überall oltimer rum und zum telefonieren muss man immer zu den apparaten gehen. es wird nicht weniger telefoniert als heute, nur anders, vor allem nicht im gehen.
die dialoge in bullitt sind spärlich. der verbale austausch zwischen den menschen, die man im film sieht, beschränkt sich auf kurze sätze mit vielen imperativen. nur der staatsanwalt spricht manchmal etwas ausladender. das längste gespräch im film ist, glaube ich, ein gespräch zwischen bullitt und seiner freundin cathy am rand der autobahn, in dem sie eigentlich einen monolog hält und bullitt nicht viel mehr sagt als „time starts now“.
ganz grandios fand ich, dass viele dialoge aus einer gewissen entfernung aufgenommen sind und man sie deshalb nicht hört. von mir aus hätte man das mit allen dialogen so machen können. was gesprochen wird ist ohnehin zweitrangig und hilft selten dabei die handlung zu verstehen. man könnte behaupten: in bullitt geht’s ohnehin nur um brilliant fotografierte gesichter, san francisco und autos.
ich war 1981 als zwölfjähriger mal in san francisco, also 10 jahre nachdem bullitt dort gedreht wurde. und ich muss sagen, meine erinnerungen, meine inneren bilder, decken sich hundertprozentig mit dem was man im film sieht. danach war ich noch zweimal in san francisco, einmal so um das jahr 2000 und dann nochmal 2014. da sah san francicso bereits ganz anders, glatter, pastelliger, geschliffeneer aus.
das erstaunlichste an bullitt ist aber was ganz anderes. man kann offenbar (theoretisch) auch mit strickjacke cool aussehen.
apropos …
… vernetzung, aggregation, empfehlungen und zielgruppen finden. ich merke es immer wieder wie hilfreich konstantins „dynamische blogrolle“ ist (sein „reader.konnexus.net“). ich folge zwar einem grossteil seiner quellen, aber ein kurzer besuch lässt interessantes meist einen ticken früher oben aufschwimmen, als es in meinem eigenen (RSS) reader geschieht.
heute, gerade, habe ich bei konstantin diesen kurzen longread von cory doctorow „gefunden“ und gelesen:
es zeigt sich: menschliches verhalten vorauszusehen ist komplizierter als man so denkt, aber soziolaogen haben in unserer welt eine gute datenlage und insgesamt günstige forschungsbedingungen. und wenn man der frage nachgeht, warum sich in online-communities oft redundante gruppen bilden, dass man mal wieder auf ein trilema stösst.
The conversational trilemma – the unresolvable need for scale, trust and information – has been with us since the earliest days of online socializing.
gern gesehen, gern gelesen und gefavt
Once men turned their thinking over to machines in the hope that this would set them free. But that only permitted other men with machines to enslave them.
― Frank Herbert, Dune, ca. 1965
in dune war deshalb kopfrechnen ein grosses ding.
bald kommt wahrscheinlich die CSU um die ecke und fordert: kopfrechnen statt KI. (via)
gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen visualisierung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch verstanden zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und gegebenenfalls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem dreidimensionalen raum dar. sie verkectten sich zu einer repräsentation, die die texturen bereits beinhaltet. sie sind sehr viel leichtgewichtiger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.
auch ahnungslose menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes verständnis davon bekommen, was gaussian splats eigentlich sind und warum sie so viel potenzial haben.