alles
immer an die lesenden denken …
trotz verschiedenster metriken die ich hier erfasse habe ich wenig ahnung woher mein publikum kommt, was es erwartet, was den menschen gefällt oder missfällt. alle was ich habe sind ahnungen. deshalb gestalte ich den ganzen scheiss hier fast ausschliesslich so, wie ich es mag wenn ich webseiten besuche.
ich mag minimalistische webseiten, bei denen die inhalte im vordergrund stehen und nicht das beiwerk, die mich nicht nach cookie- oder tracking-zustimmung fragen, die relativ schnell laden, im desktop browser genau so gut funktionieren wie auf dem telefon oder tablet, die ich per RSS oder im reader-modus lesen kann, die dunklen hintergrund haben (wenn ich das will). spontan fallen mir als vorbilder daring-fireball und das couchblog ein. wenn ich etwas länger nachdenke fallen mir auch nur das couchblog und daring-fireball ein. wenn ich dann auf meine blogrolle schaue, fallen mir ein paar mehr ein konnexus.net, florian.photo, eay.cc, vowe.net, knuspermagier.de oder anmutunddemut.de.
in der vorherigen version vom couchblog hab ich erstmals vom 512kb.club gehört. ich glaube nico hat das 512kb.club-banner in der aktuellen (wieder) wordpress-version runtergenommen, weil er sich nicht mehr qualifiziert. ich qualifizierte mich nicht mal ansatzwesie mit einer startseite, die initial 3-7mb daten lädt. aber jetzt doch, mit meiner minimalversion die wahrscheinlich noch ganz gut optimierbar ist und im prinzip aus markdown dateien besteht, die per javascript zu html gezaubert werden:
wirres.net/index.md.html ist gerade mal 190kb gross. und sie enthält trotzdem links zu über 700 artikeln die dann auch jeweils nicht viel mehr als 70 bis 480kb laden (je nachdem ob und wieviele fotos eingebettet sind).
ich habe so eine ahnung dass mein angebot von markdown-versionen oder einer minimalistischen version so gut wie niemanden interessiert. aber ich denk ja nicht nur an menschliche besucher, sondern auch an automaten. ich sehe täglich 400 bis 1500 einzelne abrufe von markdown-versionen meiner beiträge. ob sich das ganze gewese um solche optimierungen lohnt ist eine andere frage. aber diese frage stellt sich ja auch beim verfassen von texten oder kommentaren. man weiss nie ob’s irgendwem gefällt und wenn ja wieviel.
deshalb bleibt mir nicht viel anderes übrig als mich zu bemühen und gelegentlich an die lsenden zu denken. heute habe ich nochmal an die lesenden gedacht. beim google page speed test meiner minimal-übersichtseite …

… sah ich heute nämlich etwas neues: „agentisches browsen“. ein punkt von dreien gibts für:
Wenn deine llms.txt-Datei nicht den Empfehlungen entspricht, können Large Language Models möglicherweise nicht nachvollziehen, wie deine Website gecrawlt oder für das Training verwendet werden soll. Die llms.txt-Datei muss eine Markdown-Datei sein, die mindestens eine H1-Überschrift enthält.
die hab ich den llms dann gleich mal gebaut: wirres.net/llms.txt
und wo ich gerade dabei war auch noch eine humans.txt: wirres.net/humans.txt
ich weigere mich ja meine webseite nach google vorgaben auszurichten, aber gelegentlich den empfehlungen die die page speed insight aussprechen zu folgen kann sich doch lohnen (für die indexierbarkeit, aber auch lesenden-freundlichkeit). für die auffindbarkeit von wirres.net in der google-suche lohnt es sich momentan lediglich für rezepte.
bing hat bisher meine rezepte (grösstenteils) tapfer ignoriert. in den webmaster tools empfiehlt bing sehr eindringlich index now zu nutzen. weil das von mir eingesetzte seo-plugin das eigentlich kann, habe ich das schon vor vielen monaten aktiviert.
das problem war nur: hat nicht funktioniert. diese woche habe ich das mal debugged und repariert. und seit ich jetzt bei jedem neuen oder geänderten artikel bing und den bei index-now angeschlossenen suchmaschinen einen ping sende, findet man bei einer suche nach „wassermeldonensalat ottolenghi“ auch wirres.net ganz oben.
ich hasse es, wenn beiträge in blogs mit einem call to action enden. das riecht so llm-ig oder seo-ig. aber es würde mich wirklich sehr interessieren was dir, lieber leser, liebe leserin an wirres.net fehlt oder dich nervt. die automaten geben mir bereitwillig auskunft darüber. aber die humans eher wenig. aber da mich jetzt alle humans mit aktiviertem javascript mit leichtigkeit in den kommentaren erhellen oder beschimpfen können, würde ich mich über feedback sehr freuen.
das wichtige schwimmt

ich wünschte ich könnte das john irving zitat „sorrow floats“ öfter benutzen, aber es passt nie und nirgendwo.
das geniale an „sorrow floats“ ist das bildhafte, der nach seinem tod ausgestopfte familienlabrador sorrow, der nach einem flugzeugunglück irgendwo zwischen den trümmern treibt. und gleichzeitig ist „sorrow floats“ eine metapher dafür, dass trauer nie ganz verschwindet und immer wieder zwischen trümmern auftaucht.
aber es ist eben nicht nur die trauer die schwimmt, eigentlich ist es alles wichtige. das meine ich zumindest im laufe der jahre immer wieder beobachtet zu haben. und wenn ich schon nicht mein leben nach dieser erkenntnis ausrichte, so habe ich zumindest meinen medienkonsum danach ausgerichtet.
leider hört sich „importance floats“ nicht halb so gut an wie „sorrow floats“.
jedenfalls musste ich da heute wieder dran denken, weil ich gerade hier und da lese, dass manche leute von ihrem RSS reader gestresst sind. klar, lesen sollte kein stress sein und RSS zu lesen erst recht nicht.
die app current hat sich zur aufgabe gemacht das lesen von rss feeds wieder schön zu machen:
Every RSS reader treats your feeds as a to-do list. Current doesn't.
There are no unread counts. No badge of phantom obligation. Just a river.
New articles flow in at the top. Old ones drift downstream. Nothing is owed.
ich hab current gekauft und ausprobiert aber mir war das zu stressig. current versuchte mich wie ein gutmeinender onkel, der nichts von mir weiss, dabei zu unterstützen „wertvolle“ feeds zu identifizieren (von „authors“) und aus meinen vermeintlichen lesegewohnheiten filter zu bauen.
ich habe gemerkt: meine eigenen, eingebauten filter funktionieren ganz gut ohne app-hilfe und dass mich eine onkelige app nervt, die ständig in meine gewohnheiten grätscht.
ich habe auf einem asteroiden (von uberspace) miniflux installiert und nutze entweder das webfrontend von miniflux oder den reeder classic auf dem telefon um meine 435 feeds zu lesen. das oben drüber „ungelesen 7238“ steht ist mir egal. ich lese das was oben steht zuerst und springe weiter, wenn mich weder die überschrift, noch die ersten paar sätze interessieren.
das ist nicht anders als früher die tages- oder wochenzeitung zu lesen. da lagen auch mehrere hundert artikel vor mir und wenn mich weder die überschrift, noch die ersten paar sätze interessieren, sprang ich weiter in die nächste spalte oder seite.
warum sollte mich das stressen wenn ich ein paar hundert ungelesene artikel vor mir liegen habe? gelegentlich hab ich zeitungen in der mitte aufgeschlagen oder am ende, weil ich wusste dass dort kategorien themen oder kolumnen lagen die mich interessierten.
so mache ich das auch mit RSS. ein paar blogs, ein paar autoren habe ich irgendwann in einen ordner gelegt, den ich, wenn mir danach ist, gezielt ansteuern und lesen kann.
sonst gehe ich ausschliesslich umgekehrt chronologisch vor. ich lese das ungelesene und springe mit der tastatur (j/k) oder wischgesten weiter.
man vergisst ja schnell, dass chronologie bereits eine form von kuratierung ist. die zeit sorgt dafür, dass wichtiges wieder auftaucht und das belanglose vorbei treibt.
apropos zeit. ich habe vor vielen jahren, als nachrichten noch mehrheitlich auf papier vertrieben wurden, mal behauptet, dass die welt besser wäre wenn es nur wochenzeitungen gäbe (quasi). wenn nachrichten ein bisschen getrocknet sind und ihre atemlosigkeit nachlässt, wenn der oder die eine oder andere autorin zeit hatte nachzudenken, gewinnen nachrichten an interessanz und das wichtige bleibt, schwimmt auf.
wenn zeitungen das äquivalent zum feed-reader sind, dann wären magazine das äquivalent zu instagram oder tiktok. die magazin-macher haben auch schon damals versucht die lesenden emotional zu packen, zu skandalisieren und überspitzen. doomscrolling nannte man damals einfach blättern.
aber ich komme vom thema ab. was ich an meiner chronologischen sammlung von über 400 quellen so sehr mag ist gerade die anzahl der ungelesenen beiträge. beunruhigt bin ich, wenn mein feedreader leer wäre.
der ungelesen-zähler ist keine aufforderung, sondern entspannendes weisses rauschen.
wenn ich mal tiefer meinen selbst „kuratieren“ nachrichtenstrom einsteige (und dabei nicht einschlafe oder mir was besseres einfällt) und einfach immer weiter lese, bestätigt sich irgendwann die these von oben. das interessante, das wichtige war oben, nach unten wird meistens langweiliger und ich denke zunehmend: „kenn ich schon.“ oder „schon anderswo drüber gelesen“
möglicherweise ist die sicht auf einen strom auch einfach mit etwas distanz besser, als wenn man mittdrin steht. sicher ist: wenn man die ströme auch mal an sich vorbeiziehen lässt, verpasst man trotzdem nix.
manche dinge scheinen sich nicht zu ändern. ich sehe immer wieder eltern mit ihren kindern, die vor müllautos oder baustellen stehen bleiben, weil die kinder die müllwagen, baumaschinen oder die müllarbeiter oder bauarbeiter fasziniert beobachten (wollen). geht mir auch oft noch so: ich frage mich wie die müllmenschen in berlin von den hunderten haustürschlüsseln, die sie in einem riesigen bündel mit sich herumtragen, den richtigen finden. baustellen und grosse maschinen sehe ich mir weiterhin gerne an. baustellen sind ja quasi real-life-wimmelbilder.
genauso fasziniert, wie ich mir gelegentlich wimmelsituationen ansehe, bin ich irritiert darüber, dass so wenige menschen die ins internet schreiben selbstgemachte animierte bilder benutzen. ich mein: jedes iphone hat live-bilder standardmässig aktiviert. das heisst bei einem foto, nimmt das iphone vorher und nachher ein paar sekundenbruchteile video mit auf, die man, wenn man will zu einer endlosschleife umwandeln kann, ider so einem „abpraller“. man kann auch eine langzeitbelichtung damit simulieren.
sehr, sehr viele menschen haben solche bilder also auf ihren telefonen, aber im internet sieht man die trotzdem selten bis nie. warum?
ich poste solche bilder regelmässig mit dem hashtag #live fotos und vor einer weile habe ich sogar erklärt wie ich das mache, bzw. dass ich neben einer mp4-endlosschleife auch fallback-gifs baue um die endlosschleifen auch im RSS feed anzeigen zu können. ich hab sogar mal eine seite erstellt, die alle beiträge auflistet die (echte) gifs verwenden. das hatte ich völlig vergessen, funktioniert aber.
fragen an die hie rmitlesenden:
- habt ihr „live fotos“ auf eurem iphone/eurer kamera aktiviert?
- erstellt ihr in der fotomediathek gelegentlich auch endlosschleifen oder abpraller?
- wollt ihr die nicht der welt zeigen?






