alles
andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.
des schwäbisch isch manchmal scho a bissle schwer zum ertraga, aber des mit de holzkohle-köhler isch echt klasse.
wieder so ein erklärbarenvideo von robwords bei dem man wieder erkennt dass irgendwie alles am pfund hängt. sogar das #.
der titel von HotD staffel 3 hat auf deutsch 6 silben („siegen oder sterben“), während er auf englisch 3 hat („win or die“). verspricht trotzdem langweilig zu werden:
die gesichter der figuren sind so schlecht, dass sie tatsächlich handgemalt aussehen — oder gut gepromtet wurden.

morgenspaziergang 13.06.2026
wieder mal an der spree entlang und durch die gartensiedlungen am ruhwald. angenehm unwarm, meisten wolkig bedeckt, insgesamt standen am ende 9 kilometer gehen auf der uhr.

gotham

strohmann
Put those bits of information together and what you have is not an “American-Proud Design”, but a phone designed in China, made in China, with the vast majority of parts sourced from China. I’m failing to find any stirring of American pride within me. I’ve certainly felt it before, so I can confirm that it is absent at this time.
kobolde und butler

vor ungefähr 35 jahren wurde während eines strandurlaubs unser auto aufgebrochen und ein paar sachen daraus geklaut. soweit ich mich erinnere, war nichts wichtiges oder wertvolles dabei, wir hatten ja nichts damals. aber auch mein adressbuch verschwand an diesem tag und das war sehr schmerzhaft. seitdem führe ich meine adressbücher nur noch redundant, ich habe seitdem immer ein backup. in den späten achtziger jahren waren das wahrscheinlich noch photokopien, aber seitdem ich zugriff auf einen PC und drucker hatte, führte ich meine kontakte mit computerhilfe. mein mobiles adressbuch bestand viele jahre aus gefalteten, klein bedruckten DIN-A4-blättern. meine adressen erfasste ich dann, glaube ich, mitte der neunziger jahre für den palm-pilot erstmals strukturiert. seitdem leben meine adressen in irgendeinem computer und sind immer irgendwo gesichert.
ich hole so weit nach anno dazumal aus, um zu begründen, warum die ersten smartphones mich von anfang an begeisterten und ich sie tatsächlich smart fand. weil vorher war das mit adressen und terminen einfach mist. man sollte die filo- oder papierfaxen zu denen wir damals gezwungen waren nicht verherrlichen. selbst das primitivste smartphone damals (bei mir unter anderem der palm pre) war um längen praktischer und smarter als der vorherige papierkram.
vor dreizehn jahren schrieb ich, dass smartphones natürlich nicht im sinne von intelligenz smart seien:
mein smartphone weiss einiges über mich: alle meine adressen, meine termine, meinen aufenthaltsort, mit wem ich telefoniere und schreibe. natürlich weiss mein telefon das alles nicht, sondern es speichert diese daten erstmal nur. der prozess, diese informationen zu echtem wissen umzuwandeln, steckt noch ziemlich am anfang.
mir fiel damals auf, dass diese zentrale aggregation von daten (oder digitale sammelwut) eigentlich auch nichts neues war. leute, die es sich leisten konnten, hatten schon immer assistenten oder diener, die das für sie erledigten.
ein guter butler (oder assistent) sollte meine kontakte, korrespondenz-metadaten und termine kennen, jederzeit meinen aufenthaltsort so genau wie möglich bestimmen können und so viel wie möglich über meine vorlieben und abneigungen wissen. diese daten sollte sich ein butler auch gut merken können, damit ihm das alles nicht jeden morgen neu erklärt werden muss.
mittlerweile sind smartphones und unsere anderen digitalen helfer sehr viel weiter als vor 13 jahren. wir erfassen und speichern noch mehr unserer daten auf ihnen, es fallen unmengen an metadaten an und die möglichkeiten, diese daten mit software zu verknüpfen, wurden im laufe der jahre immer besser. und jetzt stehen alle in den startlöchern und wollen diesen datenschatz mit künstlicher intelligenz aufbereiten, verknüpfen und auswerten. vorgeblich zu unserem nutzen und vorteil.
damals wie heute stellt sich vor allem die frage der loyalität: ist mein smartphone loyal? von butlern erwarten wir nicht nur loyalität, sondern auch diskretion. im prinzip erwarten wir das auch von unseren digitalen assistenten. in den jugendjahren unserer smartphones wurde dieses vertrauen gelegentlich gebrochen, wenn man irgendwann erfuhr, dass bei der anmeldung bei einem online-dienst auch gleich unser adressbuch auf die server dieses online-dienstes übertragen wurde.
mittlerweile haben die smartphone-hersteller an der loyalität ihrer produkte und den möglichkeiten der loyalitätskontrolle gearbeitet. moderne smartphones weisen darauf hin, wenn fremde zugriff auf persönliche daten erlangen wollen, und fragen bei uns nach. teilweise so oft, dass wir uns schon wieder assistenten wünschen, die diese anfragen automatisch und in unserem sinn beantworten würden. aber grundsätzlich haben die meisten menschen mittlerweile ein mittelgut begründetes vertrauen in die loyalität ihrer elektronischen helfer. bis auf die tatsache, um im bild zu bleiben, dass diese helfer oder butler alle amerikaner sind und deshalb etwas unberechenbar sind. aber das ist ein anderes problem als das, über das ich eigentlich schreiben wollte.
das problem ist künstliche intelligenz (KI). viele menschen (ich auch) erhoffen sich praktische vorteile davon, wenn sie KI-systemen zugriff auf all ihre daten geben. viele stöpseln sich mit openclaw oder anderen programmierknechten systeme zusammen, die zugriff auf all ihre daten bekommen und auch noch in ihrem namen handeln können. bildlich gesprochen ist die technologische lage momentan so, als ob sich die strassen plötzlich überall mit kobolden füllen, die uns versprechen, alle möglichen aufgaben für uns zu erledigen, kostenlos günstig und schnell. damit sie gut für uns arbeiten können, öffnen wir nicht nur unser haus und unsere wohnungstüren, sondern entfernen oft gleich alle schlösser und türen komplett, damit die kobolde ungestört arbeiten können.
das ist das gute recht aller erwachsenen menschen, so zu handeln, und wir werden alle sehr viel aus den erfahrungen mit den kobolden lernen, was passiert wenn sie autonom agieren oder wenn sie laienhaft mit scripten wie openclaw instruiert werden.
apple hat anfang der woche seine vorstellungen formuliert, wie die zusammenarbeit mit diesen kobolden aussehen soll. apple sucht die kobolde für uns aus und will sie rigoros auf unseren apple-telefonen einsperren. den schlüssel zu den kobolden will apple auf dem iphone nicht aus der hand geben. auf dem mac dürfen wir nach wie vor machen, was wir wollen, und beliebig kobolde einlassen. auf das iphone dürfen nur apple-approved kobolde in den daten wühlen.
die gesetzgeber in der europäischen union finden das nicht gut und meinen, dass auch andere kobolde im iphone in daten wühlen dürfen sollten. apple sagt, das ginge gar nicht, weil man nur die eigenen, ausgewählten amerikanischen kobolde kontrollieren könne. apple sagt (mit ganz anderen worten), dass man die kobolde derzeit einfach einmauert, um türen, fenster, einlass- und ausgangskontrollen, überwachung und kobold-auswahlkriterien zu konzipieren und zu bauen, brauche man noch mindestens 18 monate.
deshalb gibts jetzt wohl in der EU mindestens zwei jahre lang keine kobolde auf iphones.
ich hätte gerne mit den apple-kobolden auf meinem iphone rumgespielt. aber noch lieber hätte ich ein iphone, auf dem ich wie auf meinem mac das machen kann, was ich will. ein system, auf dem ich, wenn ich mal kobolde einlade, genau beobachten kann, was die kobolde machen, und sie jederzeit wieder rausschmeissen kann oder ihnen feingranular bestimmte rechte geben kann, wenn es mir mal experimentierfreudig zumute ist. aber apple will das momentan nicht auf iphones und ipads machen und wehrt sich mit händen und füssen und viel schlüpfriger resilienz gegen gesetze, die das eigentlich so vorsehen.
siehe auch:
abgesehen davon das federico viticci hier klüg über die neue siri nachdenkt (siehe zitat), hat er ein paar sehr tolle fotos an den artikel geklebt. insbesondere das bild von john ternus und tim cook sieht so ausgedacht aus, dass es fast zu promtig als wahr sein könnte. isses aber nicht.
The new Siri AI is, of course, reminiscent of a chatbot at a surface level. And yet unlike Claude, ChatGPT, or Gemini, the chatbot is not the product here: the chatbot is merely one of the shapes the new Siri AI can take. “It’s a feature, not a product”, Jobs would quip. The new Siri uses a collection of LLMs to deliver a personal assistant experience that, unlike others, can tap into the rich tapestry of device context and app data that other chatbots can’t aspire to. It can work with voice, it can work with text; it can be a glassy bubble in the Dynamic Island, and it can be an app. I saw Siri pull up messages from months prior and compare responses in tables generated on the spot. I saw Siri cross-reference an Apple note against an email and provide a useful response in about five seconds. It was Siri, but it also didn’t feel like Siri.
(via)
beim typographischen fundstück vom 12.06.2026 habe ich einiges über peek und cloppenburg gelernt, was ich zwar nie wissen wollte, jetzt aber doch weiss.
am publikum vorbei
ich schreibe gerne am publikum vorbei. also nicht absichtlich, sondern weil ich mich selten frage, was könnte lesende interessieren und lieber genau das schreibe was mich gerade fasziniert, interessiert oder beschäftigt. ich teile gerne und hoffe damit im besten fall andere anzuregen oder dass sie neue perspektiven finden. gelegentlich andere auf neue ideen zu bringen oder ein kleines stück zu bewegen, zähle ich als erfolgserlebnis. das ist nicht messbar, aber gelegentlich bekomme ich es doch mit und freue mich.
es betrübt mich aber andererseits auch nicht, wenn sich ausser mir niemand für das grossartige standard.site-format interessiert oder wie ich kurzurls oder weiterleitungen baue. da überwiegt viel mehr die selbstbefriedigung durch neufeatureritis und neugierbefriedigung.
gelegentlich scheint es aber doch überschneidungen zwischen den interessen des publikums und mir zu geben, sagen mir zumindest meine besucherzahlen. dieses rezept hat in den letzten 6 monaten über 3000 lesende gezählt. wer nach spitzkohl und airfryer googelt, findet es ganz oben im suchergebnis. wenn man davon ausgeht, dass google einigermassen weiss wonach menschen suchen, dann sieht es so aus als ob sich menschen (laut google) ausschliesslich für rezepte von mir interessieren. ich habe ungefähr 40 rezepte und fast alle tauchen mit bestimmten wortkombinationen ganz weit vorne bei google auf.
- gurkensticks
- gurkensalat mälzer
- spitzkohl airfryer
- melonensalat ottolenghi
- sticky toffee fallow
- rotkohl fallow
- schwarzbrot sonnenblumenkerne
- schwarzbrot plötzblog
- röstzwiebel spaghetti
- schneller brokkoli dominique woolf
- schneller brokkoli oliver
- bulgur pilaw ottolenghi
- bulgur pilaw
- rosenkohl-risotto nach ottolenghi
- rosenkohl-risotto ottolenghi
gerade gestern habe ich wieder irgendwo gelesen, dass die grässlichen langen texte die man bei fast allen internet-rezepten findet, eine suchmaschinenoptimierung sind. glaub ich nicht, aber was google offenbar sehr liebt, sind rezepte die mit json-ld und schema.org angereichert sind.
auch wenn das publikum und google mich nach mehr rezepten fragt: mach ich nicht. ich schreib weiter über langweiligen technik kram und die obskuren dinge, für die ich mich gerade zufällig interessiere, logge meinen medienkonsum, den niemand wissen will und produziere hintergrundrauschen, das niemand sieht.















andrew von @theartofstirytelling erklärt nachvollziehbar warum manche geschichten von star trek zeitlose klassiker sind, die in der oberliga der erzählkunst mitspielen. und in einem 5 sekunden-schlenker zeigt er auch, warum das bei den aktuellen inkarnationen der serie oft nicht mehr funktioniert: die funktionieren oft deshalb nicht, weil sie die moralischen konflikte zu offensichtlich und zu eindeutig präsentieren. gute geschichten fordern ihr publikum heraus, indem sie nachvollziehbare gegensätze zeigen und die grenzen zwischen richtig und falsch ausloten.