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sch­ein­dring­lich­keit

felix schwenzel in notiert

The more of­ten we suc­cumb to the ur­gen­cy of the mo­ment, the more ur­gen­cy we crea­te.

seth go­din

wenn man durch ak­zep­tanz von dring­lich­keit eben­die­se ver­mehrt, kann man sie dann durch ab­leh­nung oder igno­ranz re­du­zie­ren?

ich bil­de mir ja ein re­gen igno­rie­ren zu kön­nen. das funk­tio­niert draus­sen, im re­gen, ganz gut, aber wenn ich dann wie­der zu­hau­se bin und mer­ke dass ich trop­fe, wer­de ich dann doch un­si­cher ob sich re­gen wirk­lich ihno­rie­ren lässt.

kann man dring­lich­keit igno­rie­ren? ich glau­be schon, al­lein des­halb, weil sich die hälf­te al­ler an­lie­gen von al­lei­ne er­le­digt. egal ob das an­lie­gen drin­gend oder nicht war. für die an­de­rem an­lie­gen die mir be­geg­nen ist igno­ranz ei­gent­lich gar nicht nö­tig, weil ich oh­ne­hin im­mer eine wei­le be­nö­ti­ge um die na­tur oder den hin­ter­grund und kon­text des an­lie­gens zu ver­ste­hen. oder an­ders ge­sagt auf dring­li­ches so­fort zu re­agie­ren ist oh­ne­hin nichts an­de­res als ak­tio­nis­mus. eine lö­sung braucht zeit, ko­or­di­nie­rung, re­fle­xi­on.

dring­lich­keit ist auch sel­ten eine ei­gen­schaft des pro­blems, son­dern eher re­sul­tat un­se­rer wahr­neh­mung oder der er­war­tung an­de­rer. des­halb ist es viel­leicht am bes­ten dring­lich­keizt mit sorg­falt zu be­geg­nen, dann ver­mehrt sich dring­lich­keit auch nicht.



check­ins

felix schwenzel in notiert

dass es fours­qua­re und swarm noch gibt ist ein klei­nes wun­der. ich habe nie ver­stan­den, war­um man sich an or­ten ein­che­cken soll­te und ver­su­chen soll­te ma­yor zu wer­den. trotz­dem habe ich das spiel vor vie­len jah­ren, als fours­qua­re neu war, exes­siv mit­ge­spielt.

in ur­lau­ben war das tat­säch­lich ganz prak­tisch eine spur zum spä­te­ren nach­ver­fol­gen zu hin­ter­las­sen und fours­qua­re hat uns in ur­lau­ben ei­gent­lich auch ganz gute emp­feh­lun­gen für orte, re­stau­rants, ca­fés oder bars ge­ge­ben.

war­um man in swarm ir­gend­wann auch „co­ins“ für check­ins be­kom­men konn­te ver­ste­he ich auch nicht — und trotz­dem nut­ze ich swarm seit märz wie­der in­ten­siv. vor al­lem des­halb, weil es eine der schnells­ten und zu­ver­läs­sigs­ten me­tho­den ist, bil­der mit text hier im blog zu pos­ten (mit own­y­ours­warm, lan­det al­les in /check­ins). seit märz che­cke ich mich je­den mor­gen an ei­nem baum, den ich pho­to­gen fin­de, ein und pos­te ein bild: the baum

mitt­ler­wei­le sind das um die 60 fo­tos.

heu­te dach­te ich, mal gu­cken ob man dar­aus ei­nen ei­ni­ger­mas­sen an­sehn­li­chen stop-mo­ti­on film draus ma­chen kann. geht so.

mitt­ler­wei­le gibts in der AT­mo­sphe­re ei­nen swarm-klon. der heisst be­a­con­bits.app. den baum hab ich da auch mal ge­pos­tet, aber ei­gent­lich nur um zu tes­ten wie das geht. theo­re­tisch kann ich die da­ten ein­fach in den PDS schrei­ben und der che­ckin das be­a­con ist ge­setzt. um noch ein foto dazu zu pos­ten, muss man das foto auf blues­ky pos­ten. theo­re­tisch kann ich also au­to­ma­tisch ei­nen own­y­ours­warm-che­ckin zu be­a­con­bits syn­di­zie­ren. aber da mei­ne check­ins schon auf swarm nie­man­den in­ter­es­sie­ren, in­ter­es­sie­ren sie auf be­con­bits wahr­schein­lich noch we­ni­ger leu­te.




kurz­fas­sung: was wir über süssstoff zu wissen meinen basiert fast alles auf miss­ver­ständ­nis­sen, my­then­bil­dung. wer es nicht über­treibt ist mit süssstoff min­des­tens so sicher unterwegs wie mit bananen, alkohol oder rotem fleisch.

Die hart­nä­ckigs­ten Mythen ranken sich um den Süßstoff Aspartam. Bereits in den Neun­zi­ger­jah­ren be­feu­er­ten Tier­ex­pe­ri­men­te die Theorie, dass der Stoff Krebs auslösen könnte. Weitere Un­ter­su­chun­gen wi­der­leg­ten diese Ver­mu­tun­gen jedoch eindeutig. Als die In­ter­na­tio­na­le Agentur für Krebs­for­schung (IARC) Aspartam 2023 als »mög­li­cher­wei­se krebs­er­re­gend« einstufte, gab es eine neue Es­ka­la­ti­ons­stu­fe mit ent­spre­chen­den Schlag­zei­len.

Der ei­gent­li­che Befund ver­schwand hingegen im Klein­ge­druck­ten: Die Ein­stu­fung be­schreibt, dass es eben keinen Nachweis einer krebs­er­re­gen­den Wirkung beim Menschen gibt. In derselben Kategorie landen auch ein­ge­leg­tes Gemüse, die in Kaffee oder Basilikum ent­hal­te­ne Kaf­fee­säu­re oder Safrol aus Bananen und Pfeffer. Sub­stan­zen, die er­wie­se­ner­ma­ßen oder wahr­schein­lich krebs­er­re­gend sind, findet man in den Ri­si­ko­grup­pen 1 und 2A – also etwa Wurst, Alkohol, rotes Fleisch und Acrylamid aus Brat­kar­tof­feln und selbst ge­ba­cke­nen Plätzchen.

[…]

Was aber ist mit dem Kör­per­ge­wicht? Lange Zeit wurde ar­gu­men­tiert, Süßstoffe würden das Gehirn »verwirren«. Weil Süße ohne Kalorien komme, esse man später mehr und nehme letztlich sogar zu. Die Theorie klingt zunächst plausibel. Sie hat nur einen ent­schei­den­den Nachteil: Die Fakten machen nicht mit.

[…]

Meine Emp­feh­lung ist daher, Süßstoffe weder zu ver­teu­feln noch zu glo­ri­fi­zie­ren – sondern sie dort ein­zu­set­zen, wo es sinnvoll ist.

ich verzichte ja seitdem ich mal kurz se­maglu­did genommen habe auf zucker. ge­le­gent­lich trinke ich eine flasche club mate mit zucker über drei tage verteilt. die süssstoff-variante schmeckt scheuss­lich. coke zero mag ich, aber soft­drinks (und obstsäfte) trinke ich eh nie, ausser ich bin mal bei mcdonalds.

was ich mir jeden tag leiste ist eine grosse portion ma­ger­quark mit ge­frie­obst, sahne und flüssigem süssstoff. das hält mich 4-6 stunden pappsatt und zufrieden. kein heiss­hun­ger nach dem süsstoff, kein un­ter­zu­cker oder blut­zu­cker flashes oder crashes.


Die Leute, die gestern noch behauptet haben, die Erhitzung sei kein Problem, erklären jetzt die Leute für doof, die sich nicht auf die Erhitzung vor­be­rei­tet haben. Und die Leute, die gestern noch die Wär­me­pum­pe ver­teu­felt haben, erklären jetzt aus­ge­rech­net die für doof, die seit Jahren für Kli­ma­an­la­gen werben – denn Kli­ma­an­la­gen sind Wär­me­pum­pen. Man kann heute ein dummes Haus bauen: mit Gas­hei­zung. Oder ein schlaues: mit Wär­me­pum­pe/Kli­ma­an­la­ge. Aber auch in einer kleinen Miet­woh­nung lassen sich Bal­kon­kraft­werk und Kli­ma­ge­rät kom­bi­nie­ren.