seit mitte juli bloggt der tagesspiegel, bisher ohne grössere resonanz. ich habe die blogs alle im rss-abo, aber alles was da kommt ist entweder kreuzlangweilig oder wochenalt. das projekt tagesspiegel-weblogs ist nach monatelanger planung und ganz sicher nicht unerheblichen kosten so dermassen an die wand gefahren, dass es einem die tränen in die augen treibt.
ich mag den tagesspiegel und lese ihn fast täglich komplett. bis auf den einen oder anderen höchstpeinlichenausrutscher ist das blatt auch sicher eins der besseren lokalblätter.
was mich dann aber doch wundert: die tagesspiegel-blogs sind nicht nur grottenschlecht und langweilig, sondern auch noch mit unerträglicher arroganz gewürzt. als spezialist für arrogantes abwatschen (u.a. von anderen zeitungen) scheint sich clemens wergin berufen zu fühlen. erst lästert er aus dem glashaus über die blogs der süddeutschen (wer im glashaus und der dritten reihe sitzt, sollte im keller ficken) und jetzt betrachtet er faktenverdrehend und selbstgerecht die unglaubliche weitsicht und pro-amerikanische weisheit des tagespiegels. wo henryk m. broder wenigstens noch lesenswert und unterhaltsam jeden gedanken an klima- und umweltschutz wegbasht, schlägt der „meinungsredakteur“ des tagesspiegels einfach nur hysterisch und unendlich langweilig um sich und macht sich abschätzig gedanken um die anatomie seiner kollegen. ich spare mir gedanken um die anatomie von herrn wergin, sein foto im weblog sagt da eh genug drüber aus.
wie viele journalisten gibt es in deutschland? es kann doch nicht sein dass bei tausenden von journalisten nur ein einziger lesenswert für seine zeitung bloggt? oder habe ich da wen übersehen?
Wenn sie kein Brot haben, sollen sie (die Armen) doch Kuchen essen.
dieses zitat hingegen ist barbara bush eindeutig zuzuschreiben:
Many of the people in the arena here were underpriviliged anyway, so this ist working very well for them. (mp3)
sie bezieht sich damit auf die evakuierten flutopfer im astrodome in houston. kurz und knapp meint sie damit, die armen schweine sollen froh sein dass sie leben und einfach mal die schnauze halten. marie antoinette wurde für ihre vermeintliche arroganz und hochnäsigkeit noch gedorisschröderköpft geköpft.
herr alfonso meint es solle „mehr Wirres, mehr Jörg-Olaf“ geben. find ix auch. die adipositas wird schon dafür sorgen. witzig übrigens, dass herr schäfers sich früher (?) auch „ix“ nannte. ausserdem sei ich „einzigartig“ weil ich gerne esse und trinke (hihi):
Die wunderbar surrealistischen Wirklicheitswahrnehmung bei Felix Schwenzel verhindert übrigens genau diese Defizite. Ix ist politisch nicht aus Meinung festzunageln; es ist eher wie der reine Tor, der Schelm auf den Parteitagen, niht verbissen und gerade deshalb so politisch. Er isst und trinkt gern. Das macht ihn einzigartig, und darum fällt er auch den Medien auf. Deshalb berichten die über ihn. Das ist etwas Neues, nennen wir es “Fear and Loathing at the Conventions”
don alfonso bezieht sich übrigens auf mein parteitaggeblogge. mehr „politisches“ gibts wahrscheinlichin der tat bald, und zwar (nach dem 9/11-parteitag der fdp am sonntag) am 18.09.2005. da plünder ich dann eventuell das buffet im reichstag. mal schaun.
jörg-olaf recherchiert sich bei lautgeben wieder den arsch ab. wenn man das liest könnte man meinen dass wir demnächst eine richtige eiertanz-regierung bekommen. dagegen wirkten dann die schröderschen eiertänze wie unendliche entschlossenheit.
also falls es heute den einen oder anderen hörer von bayern2/zündfunk hierher verschlagen sollte, das worum es in der sendung ging, der csu parteitag, ist hier verlinkt. die bezaubernde stimme im radio stammt von hanna grabbe die so bzw. so aussieht und hier als auskennerin selbst bloggt. die abgefuckte stotterstimme stammt von mir und ix sehe in badehose so aus. in der zeitung sehe ix so aus. einigermassen lesbare beiträge aus diesem weblog habe ix hier zusammengestellt. noch fragen?
faszinierender artikel bei der bbc darüber wie katrina den amerikanischen medien das rückgrat zurückbrachte und die sich nun endlich wieder trauen die bush regierung und deren leeren worthülsen zu kritisieren. viel arbeit nun für die spackos die ständig die europäischen/deutschen medien dafür kritisieren (angeblich) „amerikafeindlich“ zu berichten. soll man jetzt den amerikanischen medien antiamerikanismus vorwerfen?
obwohl ich ja zumindest in sachen spiegel/spon schon länger der meinung bin, dass man da gar nicht genug bashen kann. obwohl es wahrscheinlich klüger wäre den tendenziösen, verbogenen und schlampigen schmu überhaupt nicht mehr zu lesen.
die fdp hat dem spasswahlkampf ja eine klare absage erteilt. glaube ich. ich kann mich auch erinnern, dass herr westerwelle mittlerweile aggressiv auf fragen nach dem „spasswahlkampf“ reagiert. trotzdem schön, dass die fdp noch eigens eine seite für „show termine“ eingerichtet hat: alle zu finden auf der seite in der datei show_termine.php.
jaja. kalauer-alarm. ist auch noch geklaut geschenkt, der kalauer. was ich sagen wollte, nächsten sonntag setze ich das parteitagsgeblogge fort, bei der fdp. die veranstaltung findet im berliner cccicc statt. weiss jemand wie es dort mit wlan steht?
heute abend gibt es einen bericht 7-minuten beitrag über meinen aufenthalt beim csu-parteitag in nürnberg auf bayern2. das kann man auch im live-stream hören. ich werde mich höchstwahrscheinlöich zwischen 19:00 und 20:30 uhr für den blödsinn den ich am freitag von mir gab und hanna grabbe aufs band sprach rotschämen und mit dem fingernagelkauen anfangen.
leider weiss ich nicht genau wie man „selbstreferenzialität“ schreibt, sonst hätte ich das als überschrift genommen. vielleicht habe ich ja richtig geraten. wen reduntante selbstbetrachtung und namenserwähnungsgeilheit nicht interessiert, kann diesen artikel getrost überspringen. einerseits. andererseits habe ich ein, zwei lesenswerte links im fliesstext versteckt. egal. zum thema:
lesenswert (und online) übrigens auch mario sixtus artikel über weblogs. danach, zum vergleich auch ruhig nochmal den zeit artikel zum gleichen thema von ihm lesen.
eben bei imaginary animals gefunden: der kress mediendienst hat mich als „kress-liebling“ des monats nominiert. ich trete dort an gegen den „süßen bill von tokio hotel“, gegen das „t-mobile-phantom chad kroski“, gegen harald „iSchmidt“ und den „halloween-kürbis“ an. momentan liege ich mit nur 5 stimmen ganz hinten.
da ich wirklich nicht hinter dem „halloween-kürbis“ landen möchte, starte ich hiermit einen eindringlichen wahlaufruf: wählt „schwenzel“, linkt auf kress (oder direkt auf die abstimmung), unterstützt meinen wahlaufruf und erspart mir die schmach gegen einen kürbis zu verlieren. danke.
ich hatte das gefühl da plaudern zwei leute die mehr gemeinsam haben als sie trennt. oft hörte man von beiden, wie bei einem alten ehepaar: „das haben wir gemeinsam gemacht.“ entweder hat die merkel kreide gefressen oder ich habe noch zu viel von stoibers gekreische im ohr, so dass ich fast überrascht war von merkels moderaten positionen. ich hatte immer wieder das gefühl das beim duell merkel gegen schröder keine allzu grosse polarisierung stattfand. insofern hat schröder das duell klar verloren. seine kritik an merkel griff nur einmal beinahe, als er ihr vorwarf eine unsoziale politik zu vertreten. ich mochte die merkel nie besonders, die politik der union erst recht nicht, aber merkel bot schröder keinen richtigen angriffspunkt und konterte seine angriffe meist überraschend souverän und gut vorbereitet.
der versprecher des abends kam von dem ex-zdf, jetzt sat1-typen: „nochmal nachgefragt bei ihnen, frau kirchhof.“ schön war auch der dialog zwischen merkel und schröder wo denn ein zitat von paul kirchof herkäme:
- das zitat stammt aus einem vorwort. - das ist aus einem interview! - nein, das ist aus einem vorwort. - interview!
insgesamt wirkte schröder nervöser und fahriger als ich erwartet habe, er stammelte ein paar mal, wirkte stellenweise sogar aggresiv und altklug. merkel war viel ruhiger und gelassener als ich erwartet hätte, ihre argumente, auch wenn ich sie nicht teile, waren teilweise sogar überzeugender als die schröders. angenehm auch, dass merkel nicht ständig so komisch mit dem kopf wackelt wie stoiber vor 3 jahren. im gegenteil zu stoiber schaffte sie es auch ab und zu souverän zu gucken und ihrem gegner ins gesicht.
bei den moderatoren hat peter klöppel gewonnen. der konnte sich zwar gegen niemanden durchsetzen, aber mit abstand am wichtigsten und staatstragendsten gucken.
schon irre. heutzutage wird man ja schon antiamerikanisch genannt, wenn man george w. bush nicht mindestens einmal pro woche (öffentlich) als den grössten und klügsten führer der westlichen welt bezeichnet. auch menschlichkeit, mitgefühl und anstand kann man heutzutage nur für sich in anspruch nehmen, wenn man bedauern und mitgefühl schriftlich und im voraus ausdrückt. ansonsten muss man „weg“.
so ist das in heraufziehenden zeiten von „anstand und ehrlichkeit“. ehrlich und anständig ist, was mir im wahlkampf hilft.
eben kam aus meiner zahnpastatube eine blase als ich die zahnpastareste auf meine zahnbürste drückte. sie flog 4 sekunden in richtung badezimmerschrank und zerplatze dann in der luft. eine elmexblase.
heute bin ich wegen akuter politikmüdigkeit bis ungefähr drei uhr im bett geblieben. trotzdem phoenix geguckt. nicht schlecht einen parteitag im dem fernseher zu verfolgen. als stoiber alllerdings für eine laue runde applaus die faktenlage genauso verbog wie spiegel-online um trittin abzuwatschen (sich aber in wahrheit selbst ins knie zu ficken) bin ich wieder eingeschlafen.
drei „junge welt“-redakteurte haben bei der letzten bundestagswahl stoiber gewählt, einer davon nach eigener aussage „im affekt“.
scheitern macht spass.
stoiber riecht wirklich gerne an seinem zeigefinger. ständig.
merkel nannte den spd-parteitag laut tagesspiegel vom 2.9.2005 eine veranstaltung der „vergangenheit“. rrrichtiiisch! der csu-parteitag ist seit heute nachmittag übrigens auch eine veranstaltung der vergangenheit, is nämlich vorbei jetzt.
so ein parteitag ist kulisse. kulisse für reden, phrasen und selbstdarstellung, kulisse und gelegenheit politiker zu interviewen, zu filmen und zu fotografieren. kulisse und gelegenheit für journalisten sich zu profilieren, andere journalisten zu treffen („networken“), anzubaggern und nach hintergrundgesprächen oder hotelbar-exzessen zu pimpern. die industrie baut messestände auf und informiert, bezahlt die pressefütterung und präsentiert oder verschenkt die eigenen produkte. heute war der parteitag, den ich ja beobachten sollte, auch noch kulisse für eine beobachtung des beobachters. hanna grabbe, die „radio-tante“, von bayern2 wurde von ihrer redaktion (zündfunk) dazu verdonnert einen sieben-minuten-beitrag über mich als parteitagsblogger zu machen (sendetermin: montag, 5. september, irgendwann zwischen 19 und 20 uhr auf bayern2). ich wiederrum blogge über sie, wie sie mich beobachtet hat — wenn das mal kein metabloggen ist, meta-meta gar.
die dame war bestens vorbereitet, hatte sich gut eingelesen und sogar ausdrucke von dem zeug was ich schrob dabei — und sie war furchtbar nett. trotzdem stürzte sie mich in eine tiefe sinnkrise. durch ihr behaarliches und berechtigtes fragen nach dem warum, warum ich blogge, warum ich von parteitagen blogge, warum ich so schreibe wie ich schreibe, habe ich, je länger ich darüber nachdenke, keine antworten. habe ich eine aufgabe, hat das einen sinn, habe ich einen anspruch und wenn ja welchen? im vorfeld habe ich mich ja vorsorglich von jedem anspruch frei gemacht, jeglichen sinn und anspruch meines tuns auf den parteitagen geleugnet, mich geweigert auch nur ansatzweise journalistische masstäbe an mich anlegen zu lassen.
das ist ja auch ok, solange man ins stille stübchen bloggt, in klein bloggdings rumbloggt. aber wenn dann die pressefuzzis kommen und einen auf irgendeine beuteutungsebene heben indem sie über einen berichten, dann geht die unbekümmertheit doch irgendwie verloren. ich muss mich (zu recht) fragen lassen welche masstäbe ich beim schreiben anlege, welches selbstverständniss ich habe und ob ich bereit bin verantwortung zu tragen für die regeln die ich — bewusst oder unbewusst — breche (oder auch nicht).
meine ins dunkle gestellten rhetorischen fragen laufen alle auf die gute alte relevanz-frage zu, der ich eigentlich einfach aus dem weg gehen wollte. welche relevanz hat das blogdings, heute oder in ein paar jahren? wo positionieren sich die blogger, welche gesellschaftliche position wollen sie einnehmen?
nur — ein viel besseres beispiel als mein/unser teilweise sinnbefreites parteitagsgeblogge, ist jörg-olafsfleissarbeitscoop bei lautgeben.de. dieser artikel zeigt wo die blogdings-reise zukünftig in sachen relevanz und einfluss hingehen kann. deshalb, liebe presse-fuzzis, schmeisst euch an jörg-olaf ran und lasst mich am sonntag wieder in ruhe und unbeobachtet irrelevantes zeug vom fdp-parteitag bloggen. genauso hohl und beudeutungsleer wie die hohlen worthülsen und absichtserklärungen die mir vom rednerpult aus entgegengeschleudert werden. anders ausgedrückt: die musik spielt nicht auf parteitagen, sondern ganz woandershier. eat that, taz, tagesspiegel oder berliner zeitung (aber am montag abend trotzdem nicht vergessen bayern2 zu hören). ich gehe ab nächster woche eh wieder in mein stilles stübchen zurück und iche von dort aus weiter.
in der faz steht heute ein artikel von johannes leithäuser, übertitelt „In drei Wellen“:
Angeblich sind unterdessen knapp 20 000 mögliche Mitstreiter des „TeAMs“ registriert. Sie hatten ihren augenfälligsten Einsatz am Parteitagssonntag der CDU in dewr Dortmunder Westfalenhalle, wo mehrere 1000 von ihnen das Gerüst der orangenfarbenen Jubelkulisse bildeten, sie sind aber auch bei allen größeren öffentlichen Auftritten der Kanzlerkanditatin und anderer CDU-Spitzenpolitiuker präsent, schirmen sie bei ihrem Einzug auf öffentlichen Plätzen ab und versuchen gezielt und vorbereitet, die erwarteten Störattacken von Aktivisten der Linkspartei oder anderer Initiativen einzudämmen.
diese CDU/TeAM jubelperser (ich benutze das wort immer lieber, immer wenn ich es sage, grinst mich mein gegenüber an) sind heute nicht da. es ist auch kein orange zu sehen. auch keine roten teppiche. die veranstaltung ist recht übersichtlich und komplett in blau gehalten, sogar das blumenwasser ist blau eingefärbt. in der hallle im plenum sind ca. 30 sitzreihen, gefüllt mit delegierte, dahinter ein paar gäste, dahinter wiederum, oben auf einer tribüne, die fernsehsender. vorne reden bayerische politiker und die delegierten werden wie bei der bahn, von 1 euro-jobbern die mit wägelchen durch die gänge fahren, gefüttert.
insgesamt hat man das gefühl einer familiären veranstaltung beizuwohnen. man kennt sich halt. klein, übersichtlich, gemütlich. hier muss keiner fremdeln.
immer wieder fragt mich die radio-tante nach meiner motivation. warum ich hierher gefahren bin. warum ich blogge, warum ich parteitagsblogge. recht hat sie. es ist völlig unverständlich, warum ein gutausehender typ wie ich an einem solchen tag nicht ins freibad geht oder ins kino. nun, zum thema freibad ist die antwort natürlich leicht, im freibad mit einem kompressionsstrumpf rumzulaufen ist nämlich eher peinlich, auf parteitagen, zudem einem der csu, fällt man damit kaum auf.
warum also auf parteitage fahren? bin ich politisch? sind parteitage politisch? welchen sinn hat ein parteitag? ich hatte ja bereits beim linksparteitag gemutmasst, dass es ausschliesslich um „wortproduktion“ geht. mittlerweile bin ich aber zur überzeugung gekommen, dass parteitage eine art selbstreferenzielle endlosschleife sind. zugleich sind sie eine arbeitsbeschaffungsmassnahme erster güte, für „eventagenturen“, veranstaltungsorte, fernsehsender und journalisten. und natürlich für blogger.
auf so einem parteitag versichern sich leute die sich gut finden, dass sie sich gut finden. sie legitimieren sich in mehr oder weniger aufwenigen legitimationsverfahren die sie sich vorher ausgedacht haben. dabei beobachten und applaudieren sie sich gegenseitig und werden auch „von aussen“ heftig beobachtet. manche leute die das sich-gegenseitig-gutfinden beobachten werden wiederum beobachtet und gefragt was sie denn da beobachtet hätten. wer die besten worte findet hat gewonnen und kommt mit diesen worten auch ins fernsehen oder die zeitung. juriert werden die worte von beobachtern auf der tribüne. wer viele gute worte hat und damit am ende oft genug ins fernsehen kommt (und so „die themen“ setzen kann) wird am ende kanzler. oder kanzlerin.
das ist alles ein grosses und unglaublich aufwendiges spiel, von dem man nur ganz wenige, kleine teile sieht. um politik geht es nicht wirklich. es geht um stimmung, um die inszenierung, um bilder, um gesten und symbole.
ich gebe zu, ich habe den reden nicht allzu aufmerksam zugehört, räusper, kann ich ja morgen in der zeitung nachlesen. nur als die merkel sprach bin ich einmal ganz nah an sie (und die führungsriege der csu) rangegangen. angela merkel hat ganz kleine füsse die hinten ein bisschen aufgebockt sind, damit die beine länger wirken. sie trug (wieder) was rosa/flieder/orangiges und redet erstaunlich flüssig, in genau der richtigen lautstärke, mit fester stimme, die nicht so keifig, schrill und aufgeregt rüberkommt wie bei manchen spd- oder pds-politikern. komisch. ich empfinde sympathie. sie wirkt sympathisch wie sich einen abgrinst als sie den saal mit einer kirchhof-schmähungs-retourkutsche an schröder zum brodeln bringt. sie freut sich! das ist nicht das mühsam antrainierte ich-will-noch-fröhlicher-werden-grinsen das ich letztlich ständig im fernsehen sah. das ist echte freude.
überhaupt. die stimmung. cdu und csu strahlen siegesgewissheit und selbstbewusstsein aus. auch wenn ich überall las, dass schröder die genossen (und genossinen) mit seiner rede „mitriss und euphorisierte“, gegen die stimmung bei den unions-parteitagen war der spd-parteitag eine trauerveranstaltung ganz furchtbar sachlich. im herzen haben die anhänger der union die wahl schon gewonnen. ich kann mir vorstellen, stoiber macht heute abend wieder mal ein glas sekt auf. ich frage mich ob schröder, wenn er bald ins fernsehen kommt, noch irgendein ruder herumwerfen kann. die spd (nicht schröder) wirkt müde, cdu und csu hingegen wirken unglaublich euphorisiert und selbstbewusst und setzen auch noch die themen.
die radio-tante hat mich eben in der presselounge gefunden. wir haben uns eine weile unterhalten, über mein lieblingsthema, mich. dann der schock, sie will mir die ganze zeit über folgen. wie soll ich so arbeiten? glücklicherweise muss ich nicht arbeiten, nur bloggen. ich muss jetzt also immer erklären was ich mache und das kommt dann im radio.
in der halle wurden eben die jubelperser angeheizt. eine blondine (alles voll mit blondinen hier, doo) von sat1 versucht das: „und jetzt geben sie alles.“ jetzt kommt eine „poppige“ version der bayern-hymne. supa.
wo war ich? achja in der hallle. was mir auffällt: wie bei der linkspartei werden die delegierten, die gäste und die jouranlisten nicht getrennt aufbewahrt, alle laufen gemischt durch die halle (das habe ich eben auch schon im radio gesagt). was ich auch eben im radio gesagt habe; der glos beckstein ist ein lieber onkel. zumindest wenn man schräg vor ihm steht, 20 kameras auf ihn gerichtet sind und hinter einem eine grossbildleinwand ist. dann grinst der nämlich ganz super freundlich und man kann sich einbilden er grinst einen an.
jetzt redet der herr söder. statt zu kommentieren was er redet („gerd-show ist bald zuende“, „wechsel“, „blah“) link ich mal auf den herrn rossi, der hat den herrn söder bestens portraitiert. hanna (vom radio) ist gerade aufs klo gegangen. jetzt kann ich den scheiss endlich online stellen ohne die ganze zeit dabei zu reden.
ich fahre nach nürnberg. dort holt mich eine dame die für irgendein radio arbeitet vom bahnhof ab. mal gucken ob ich sie erkenne:
bin so ne große blonde evtl. mit pseudo-grafikdesignerbrille.
die damen und herren von der presse haben den speisewagen geentert. der eine versucht seinen beruf durch ein lautstark geführtes gespräch auch dem dümmsten speisewagenbenutzer klar zu machen. der typ labert die ihm gegenübersitzende blondine eiskalt tot. später liest er ihr seine lieblingszitate aus der zeitung vor. meiner bescheidenen meinung nach etwas zu laut. einwürfe kann sie nur machen, wenn er abgelenkt ist und über seine eigenen witzchen lacht. ein anderer arbeitet sich durch 7 tageszeitungen. der typ neben mir, trinkt weisswein und hustet lungenreste in sein stofftaschentuch. rechts sitzt auch ein spacko im anzug mit turnschuhen, wie ich. er ist allerdings noch ne nummer cooler als ich und frühstückt mit sonnenbrille.
mittlerweile bin ich in nürnberg, auf dem messegelände, hier gibts auch wlan, von der telekom. ich kauf mal zur sicherheit ne stunde für 9 euro, falls ich den herrn fresenius nicht finde oder eine dose wo ich mein antikes ethernetkabel mit RJ45 buchse anschliessen kann.
die blondine vom radio will mich jetzt um viertel vor drei am eingang treffen. eine brünette versucht gerade mit ihrem laptop über die bereitgestellten telefondosen ins internet zu kommen. der telekomtechniker hat pipi-langstrumpf als klingelton. was ist bloss mit der presse los? haben die noch nie was von wlan gehört? umts? ich guck mal was das buffet hergibt. bilder demnächst in diesem flickr-set.
eben in nürnberg angekommen, die „grosse blondine mit pseudo-grafikdesignerbrille“ vom radio hat sich mit ihren zügen vertan und mich deshalb nicht vom bahnhof abgeholt.
wlan gibts, allerdings teures, mal gucken ob ich den herrn fresenius noch finde, der mir wired lan versprochen hat. demnächst mehr auf wahlblog.de.
eigenartig in der vollen u-bahn neben einer nicht unattraktiven, grossen, blonden frau zu stehen, die in der zeitung die seite aufschlägt auf der man selbst, in nicht ganz vorteilhafter pose, abgebildet ist.
ok. ich gebe zu, es ist schon eigenartig, wenn drei mild adipöse blogger 5 euro eintritt für eine veranstaltung im nbi in der kulturbrauerei bezahlen um sich dann nach draussen, auf die terrasse zu setzen und dort nach und nach, von 9 bis 12 uhr insgesamt 12 bier trinken. dass diese bier jeweils mit 50 cent pfand belegt sind ist ja ok, wenn aber dann die spackige bedienung sich um 24 uhr weigert das pfand wieder herauszugeben, weil das bier seit 30 minuten ohne pfand ausgegeben wird, dann ist mir das ehrlichgesagt zu blöd mich mit einem blonden vollpfosten auf eine diskussion einzulassen, warum sie mir nicht „alles“ zurückgeben „kann“. da sie sich mit ihrer vorgesetzen absprach, gehe ich davon aus dass es nicht nur an der dummheit der bedienung lag, sondern dass das nbi ein veritabler saftladen ist.
erfreulich fand ich es hingegen, beim gehen von einem faz redakteur meine wäscheklammer auf die nase gesteckt bekommen zu haben und ausserdem frau passig vorgestellt geworden zu sein.