war noch ein bisschen arg dunkel heute früh um zehn nach sieben. so wie #frida, sieht man auf dem video fast nix.

eine realverfilmung die nichts mit der realität zu tun hat, noch nicht mal mit der newtonsche mechanik oder der struktur von raum und zeit. da hätte man diese pathetische sosse lieber im abstrakten zeichentrickformat belassen. als 3-seitiges märchen hätte mir die geschichte wahrscheinlich gut gefallen.
leinen los!

baum mit #frida

den anstrengenden tag im moor und am wasser auf nem kopfkissen ausklingen lassen. #frida
born to retrieve
Spielen oder ausgespielt werden (t3n 61)

Ich bin alt und erfahren genug, um zu wissen, dass auch ich manipulierbar bin. Als wir in der Schule Werbung analysiert und über ihre Strategien und Funktionsweisen gesprochen haben, war ich eine Zeit lang überzeugt, dass mich diese paar Wissensbrocken gegen Werbebotschaften immunisieren würden. Was natürlich Quatsch ist. Werbung wirkt – und zwar immer an anderen Stellen, als wir antizipieren oder zu wissen glauben. Genauso wie Alkohol wirkt: Das Wissen um seine Schädlichkeit macht mich beim Trinken weder zurückhaltender noch nüchterner.
Natürlich wird auch Spaß zur Manipulation eingesetzt; das wussten schon die römischen Kaiser, die sicher nicht als erste die politische Dimension von Spielen (und Getreide) erkannten. Auch ich lasse mich gerne auf Spiele ein, hinter denen Profitinteressen, Manipulation oder Aufmerksamkeitslenkung erkennbar sind. So habe ich vor einigen Jahren bei Foursquare mitgemacht und Check-ins und ein paar Mayorships gesammelt. Auch auf Facebook und Twitter habe ich ein paar Jahre lang bei der Jagd auf Favs und Likes mitgespielt, fand dann aber irgendwann Beschäftigungen, die mich mehr interessierten.
Spielen zur Verhaltensformung wird auch intensiv in der Hundeerziehung eingesetzt. Das ist für Hunde eine gute Nachricht, weil man früher glaubte, (vermeintlichen) Gehorsam am besten über Zwang, Strafe und Dominanz zu erreichen. Gezielt gelenktes Spiel und positive Verstärkung haben die alten Erziehungsmethoden – zumindest bei Hunden – mittlerweile weit zurückgedrängt. Und wie man in diesem Heft lesen kann, haben viele Unternehmen erkannt, dass sich geschickt gelenktes Spiel und Spaß positiv auf die Unternehmensziele, Werbeerlöse oder das Erreichen von gewünschten Verhaltensweisen auswirken können. Das ist für uns Menschen nicht unbedingt eine gute Nachricht, auch wenn Gamification, Nudging, Brot und Spiele sicher angenehmer als Peitsche oder Geheimpolizei sind.
Der Knackpunkt beim Spielen, bei der Unterhaltung und dem Vergnügen ist, dass sie sich relativ schnell abnutzen und die Ansprüche immer weiter steigen – zumindest wenn man Menschen zum Spielen animieren will (Hunde sind da genügsamer). Irgendwann ist jedes Spiel durchgespielt, und schlecht gestaltete und angelegte Spiele spielt eh keiner lange.
Dass das Volk nach immer neuen Vergnügungsformen giert, bekamen bereits die römischen Kaiser zu spüren. Für ein paar Jahre fand der „Plebs“ Gefallen daran, dabei zuzusehen, wie ein paar Gladiatoren dazu gezwungen wurden, sich gegenseitig abzustechen oder in der Arena wilde Tiere zu töten. Aber das reichte relativ schnell nicht mehr. Karl-Wilhelm Weeber schreibt in Panem et Circenses, dass viele Kaiser deshalb darin wetteiferten, „ihre Vorgänger an Pracht, Ausstattung und Häufigkeit der Spiele zu übertrumpfen“.
Beim modernen Kaiser Zuckerberg verhält es sich ähnlich: Wenn Facebook nicht ständig konkurrierende Spaß- und Unterhaltungs-Unternehmen kauft oder kopiert, wendet sich das Publikum ab.
Was Machthaber unbedingt verhindern wollen, ist für das Volk dabei eine Chance: Mal nach eigenen Spielregeln zu spielen. Überhaupt spielen zu können, ist nämlich eine der großen Stärken der Menschheit. Neben Hunden und einigen Haustieren sind Primaten eine der wenigen Tierarten, die bis ins hohe Alter gerne spielen. Durch Spielen erfahren und eignen wir uns die Welt auch im Erwachsenenalter an.
Der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga behauptete schon 1938 in Homo Ludens, dass das Spiel neue Welten jenseits der Alltagswelt hervorzubringen vermag, gerade weil es etwas Überflüssiges ist. Spiel, schreibt er, treibe die kulturelle Entwicklung in den unterschiedlichsten Bereichen – von Recht über Wissenschaft bis zu Dichtung und Kunst – voran.
Vorgefertigte Spiele mitzuspielen, sich auf gamifiziertes Gedöns einzulassen, hilft sicher beim Verständnis der Welt, aber selbstbestimmtes Spiel nach eigenen Spielregeln schafft potenziell Neues, inspiriert die Kreativität — und wer frei spielt, lernt, sich selbst zu manipulieren, statt sich nur von anderen lenken zu lassen.
Denn: Wer nach eigenen Regeln spielt, belohnt sich selbst und ist nicht darauf angewiesen, Belohnungen im Netz oder auf der Arbeit hinterherzuhetzen.
fernseher zu fenstern
man könnte meinen, wir hätten jetzt ein fenster in unserem düsteren flur.
ist aber nur ein teil eines alten monitors aus dem sperrmüll, den ich mit 50 adressierbaren LEDs (sk6812-LED-streifen und esphome) getuned habe, frei nach diesem video.


ein bisschen schrottig, wie unser flur, aber ich finde dieses falsche fenster toll. vor allem war das so um die 55,00 bis 100,00 € günstiger und 1000,00 € besser als die eigentlich ganz günstigen ikea floalts.

rosinenbrötchen

diese rosinenbrötchen habe ich in den letzten monaten sehr, sehr oft gebacken. einerseits weil sie sehr lecker sind und andererseit … hm, eigentlich gibt’s kein andererseits. die sind einfach lecker.
für den hefeteig steht im rezeot trockenhefe. hab ich mein leben lang benutzt, aber in letzter zeit benutzen wir fast nur noch frische hefe, bevorzugt bio. ich habe irgendwo aufgeschnappt, dass die herstellung von hefe eine ziemliche schweinerei ist und die bio-variante einen etwas weniger problematischen herstellungsprozess hat. die wikipedia schneidet das nur kurz an:
Insgesamt fallen bei der Herstellung auf Melassebasis größere Mengen organischer und chemischer Stoffe sowie Mikroorganismen-haltiges Hefewasser an, die nach wie vor ein Entsorgungsproblem darstellen.
aber deshalb schreibe ich das nicht auf, sondern wegen meiner ungeduld. es heißt ja immer, man solle die hefe, die eier, die butter am besten auf zimmertemperatur verarbeiten, weil die hefe sich sonst „erschrecke“.
ich hab mir gedacht, wenn ich hefe, milch, eier und butter eh im kühlschrank habe, also alle die gleiche temperatur haben, wer soll sich da denn erschrecken? ausserdem gelingen hefebackwaren besonders gut (sagt man, und es deckt sich mit meiner erfahrung), wenn der hefeteig eine Nacht im kühlschrank geht. dabei wird die hefeaktivität gebremst und der teig wird schön feinporig.
also seit dem ich mir das geadcht habe, verarbeite ich den teig immer mit zutaten aus dem kühlschrank, kalte hefe, kalte milch, kalte eier, kalte butter. das resultat ist meiner meinung meisten sogar besser.
viel geübt in den letzten tagen : auf die decke legen, so tun als sei man entspannt und bleiben, no matter what. #frida hat das ziemlich schnell begriffen.
heute früh, nach 5 kilometern spaziergang, merkt man: die hitze setzt #frida sehr zu. na gut, heute nicht.
ix am heavily defunded by google. #achgoogle

Defund the Terminator Program
Als alter, weißer Mann im kuschelig-privilegierten deutschen Homeoffice fällt es mir schwer, die Nachrichten, Artikel und Videos zu den Black-Lives-Matter-Protesten und den Rufen nach der Definanzierung der US-Polizei („Defund the Police!“) richtig einzuordnen oder gar zu bewerten. Allerdings hat der hier gepiqte, satirisch-überhöhte Text von Carlos Greaves heute früh einen deutlichen 💡-Effekt bei mir hinterlassen.
This initiative, also known as Skynet, was created by Cyberdyne Systems for the Department of Defense as a way to keep Americans safe. Critics have said that spending half of our country’s GDP on developing an army of state-of-the-art cyborgs with advanced weapons systems and an AI specifically trained to neutralize threats was a bad idea. And while the recent killings might seem to confirm that, we feel that, despite a few stumbles here and there, this program has still been an overwhelming success.
Das fiktive Skynet und die US-amerikanische Polizei gleichzusetzen erscheint allerdings gar nicht mehr so absurd, wenn man sich entweder ein bisschen in die Materie einarbeitet oder wenn man von ausufernder Polizeigewalt betroffen ist, weil man dunkle Haut hat. Denn die Polizeigewalt gegen Schwarze, gegen die in den USA und vielen anderen Teilen der Welt (wieder) protestiert wird, lässt sich schon lange nicht mehr mit ein paar aus der Reihe tanzenden Polizisten („schwarzen Schafen“ oder „bad apples“) erklären. Die Probleme sind strukturell, institutionell, politisch und historisch begründet.
John Oliver, der immer einen guten Überblick über vielschichtige, komplexe und verfahrene Situationen gibt, erklärt auch in diesem Video brillant, wie die Geschichte der US-amerikanischen Polizei und die Ideologie der weißen Vorherrschaft strukturell verwickelt sind. Die 30 Minuten John Oliver sind gut investierte Zeit (und Oliver erklärt auch die killology-Anspielung in Greaves Satire), aber eins der Hauptprobleme, die Vernebelungsausrede, die Polizeigewalt immer wieder auf schwarze Schafe zurückzuführen versucht, zerbröselt Chris Rock hier in nur anderthalb Minuten; in manchen Berufen wie Polizisten oder Piloten kann man sich eben keine schwarzen Schafe leisten.
Zum Thema Definanzierung des Skynets, äh, der Polizei, hat die Zeiteinen Text von Mychal Denzel Smith übersetzt, der (unter anderem) ein weiteres zentrales Problem beleuchtet:
Statt stets die Polizei loszuschicken, um gesellschaftliche Probleme zu lösen, auf die deren begrenztes Instrumentarium gar nicht ausgelegt ist, könnte man andere Wege finden, um den Anliegen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Dass die Gesellschaft von der Polizei erwartet, Probleme zu lösen, für die sie gar nicht geeignet ist, ist allerdings nicht nur in den USA ein riesiges Problem. Auch Deutschland zeigt Tendenzen, auch bei Bagatelldelikten oder Sachbeschädigungen das volle Exekutiv-Arsenal aufzufahren und die aktuelle Rechtsprechung sieht Sitzblockaden in Deutschland weiterhin gerne als nötigende Gewaltanwendung.
Zurück zur 💡 und warum die bei mir beim Lesen der Skynet-Analogie angegangen ist: Die wahren Bedrohungen und Gefahren für unsere Gesellschaft liegen oft gar nicht in der Zukunft, im Unbekannten oder Neuen, sondern ganz oft in unserer Vergangenheit, vor der wir all zu gerne die Augen verschließen und uns weigern, sie adäquat aufzuarbeiten. Statt uns vor aus dem Ruder laufender KI bedroht zu fühlen, sollte uns der Preis, den wir für unsere vermeintliche Sicherheit zu zahlen bereit sind, Sorgen bereiten.
By now you’ve probably heard the news that a Terminator has killed another innocent civilian just days after the last innocent civilian was killed by a Terminator. This unfortunate incident has led to renewed calls to divert funding from the Terminator program and reallocate it into other services that would prevent Terminators from being necessary in the first place. But just because a growing number of Terminators have ignored their AI programming and begun slaughtering humans left and right doesn’t mean we should take the dangerous and radical step of defunding the Terminator program.
how to play with your food. #frida










