Photo by felix schwenzel on July 11, 2019. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

das tol­le am stein­pilz­ri­sot­to (bzw. milch­reis mit ge­trock­ne­ten stein­pil­zen) ist der duf­ten­de auf­guss der stein­pil­ze. schmeckt aber auch fer­tig sehr le­cker, hier mit gur­ken/ret­tich sa­lat nach tim mäl­zers oma. 


in­fluen­cer am hof

felix schwenzel in artikel

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heu­te wa­ren wir in pots­dam im schloss­park von sans­sou­ci. die bei­fah­re­rin woll­te dort in den bo­ta­ni­schen gar­ten, weil sie ge­wächs­häu­ser ge­ra­de su­per fin­det und wir die ge­wächs­häu­ser im bo­ta­ni­schen gar­ten von ber­lin und kiel und auf dem bun­des­gar­ten­schau-ge­län­de schon ge­se­hen ha­ben. aus­ser­dem woll­te sie, nach­dem wir kürz­lich mal im chi­ne­si­schen tee­haus auf dem bun­des­gar­ten­schau­ge­län­de wa­ren, auch ins tee­haus im park von sans­sou­ci.

(das tee­haus auf dem buga-ge­län­de in mar­zahn ist sehr toll und er­schien uns sehr au­then­tisch — und vor al­lem le­cker.)

die tro­pen­häu­ser in pots­dam wa­ren toll, dort stan­den so­gar un­be­wach­te coca-sträu­cher und an­de­re dro­gen-pflan­zen. die far­ne und luft­wurz­ler wa­ren fas­zi­nie­rend und die ein­hei­mi­schen in­sek­ten mö­gen auch die tro­pi­schen pflan­zen.

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aus­ser­dem gibts in pots­dam die „merk­wür­digs­te pflan­ze der welt“, der in ih­rem gan­zen le­ben nur zwei blät­ter wach­sen, aber be­quem meh­rer tau­send jah­re alt wer­den kann. das ex­em­plar in pots­dam war erst 40 jah­re alt.

die angeblich „merkwürdigste pflanze der welt“
die an­geb­lich „merk­wür­digs­te pflan­ze der welt“

nach den ge­wächs­häu­sern lie­fen wir dann zum chi­ne­si­schen tee­haus und un­ter­wegs ka­men wir un­ter an­de­rem am lust­gar­ten vor­bei. was denn ein „lust­gar­ten“ wäre, frag­te die bei­fah­re­rin. ich mein­te, dass das der ort ge­we­sen sei, wo sich die ade­li­gen am hof amü­sie­ren könn­ten, rum­spa­zier­ten um zu gu­cken und ge­se­hen zu wer­den, fan­gen spie­len und so. dank mo­der­ner tech­no­lo­gie kann man sol­che fra­gen ja heut­zu­ta­ge auch gleich wenn sie auf­kom­men nach­schla­gen. ich las aus der wi­ki­pe­dia:

Der Lust­gar­ten ist ein (oft park­ähn­li­cher) Gar­ten, der vor­ran­gig der Er­ho­lung und Er­freu­ung der Sin­ne dient. Er ent­hält häu­fig auch zu­sätz­li­che Ein­rich­tun­gen (Gar­ten­lust­bar­kei­ten) wie Kon­zert­sä­le, Pa­vil­lons, Fahr­ge­schäf­te, Zoos oder Me­na­ge­ri­en.

was denn eine me­na­ge­rie sei, frag­te die bei­fare­rin dann noch:

Die Me­na­ge­rie ist eine his­to­ri­sche Form der Tier­hal­tung und als sol­che der Vor­läu­fer des zoo­lo­gi­schen Gar­tens, der sich erst im Lau­fe des 19. Jahr­hun­derts ent­wi­ckel­te.

nach­dem die lust­gar­ten- und me­na­ge­rie-fra­gen auf­ka­men, muss­te ich je­den­falls an die knapp 200 adels­fil­me und -se­ri­en den­ken, die ich in den letz­ten 40 jah­ren kon­su­miert hat­te (be­mer­kens­wert in den letz­ten bei­den jah­ren üb­ri­gens ver­sailles und the fa­vou­ri­te). so ein hof war ja ne­ben dem po­li­ti­schen ge­döns vor al­lem ein ort an dem sich die frü­hen in­fluen­cer ver­sam­mel­ten und tra­fen. man ver­brach­te dort ei­nen nicht un­er­heb­li­chen teil sei­ner zeit da­mit über mode zu re­den und mode und sein ei­ge­nes ex­qui­si­tes ver­ständ­nis von mode zur schau zu tra­gen, schmink­tipps zu tau­schen und ein ge­fühl von zu­ge­hö­rig­keit zu ex­klu­si­ven krei­sen zu fei­ern. sel­fies wa­ren da­mals noch et­was auf­wän­di­ger in der her­stel­lung, die ver­brei­tung ging zu­nächst nicht über die ei­ge­nen, ex­klu­si­ven krei­se hin­aus und vor al­lem konn­te man die sel­fies nicht selbst her­stel­len.

das pro­mi-sel­fies oft gar nicht selbst her­ge­stellt wer­den ist al­ler­dings auch heu­te, seit min­des­tens vier jah­ren noch so.

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selfie von christian ulmen, collien ulmen-fernandes und anderen (Bildrechte: BR/PULS/Sebastian Wunderlich)
sel­fie von chris­ti­an ul­men, col­li­en ul­men-fer­nan­des und an­de­ren (Bild­rech­te: BR/PULS/Se­bas­ti­an Wun­der­lich)

ne­ben den in­fluen­cern wa­ren an die­sen adels­hö­fen aber vor al­lem auch vie­le pro­mi-gaf­fer. der nie­de­re adel hat­te es — ver­meint­lich — zu et­was ge­bracht, zu pri­vi­le­gi­en und ein biss­chen ver­mö­gen, und such­te jetzt am hof vor al­lem ge­le­gen­heit das ei­ge­ne selbst­wert­ge­fühl durch pro­mi-ex­po­si­ti­on auf­zu­wer­ten. der auf­ent­halt am hof muss irre lang­wei­lig und ein­tö­nig ge­we­sen sein, aber die mög­lich­keit sich vom ruhm der pro­mis be­schei­nen zu las­sen, sich selbst zu ver­ge­wis­sern zum er­lauch­ten kreis dazu zu ge­hö­ren, mach­te die lan­ge­wei­le wohl wett.

dar­an muss­te ich, wie ge­sagt, heu­te im schloss­park den­ken — und als ich eben den blog­ar­ti­kel der bei­fah­re­rin von heu­te las (ce­le­bri­ty-art), schloss sich der kreis: die­se leu­te, de­ren le­bens­zweck es zu sein scheint in be­stimm­ten krei­sen ge­se­hen zu wer­den, de­nen es wich­tig ist ei­nen be­stimm­ten, ver­meint­li­chen sta­tus nicht nur zu ha­ben, son­dern of­fen­siv zu zei­gen, die gibt’s heu­te mehr denn je. die sprin­gen auf kunst-mes­sen rum, drop­pen names in in­ter­views oder schlür­fen aus­tern in steh­tisch-re­stau­rants in ham­burg, düs­sel­dorf, sylt oder mün­chen.

dank der mas­sen­me­di­en und der noch mas­si­ge­ren netz­me­di­en, hat zwar je­der theo­re­tisch die chan­ce auf 15 mi­nu­ten teil­nah­me am hof­ze­re­mo­ni­ell, aber pro­mi­nenz, ve­r­a­de­lung durch pro­mi­nenz oder ex­klu­si­vi­tät, ist im­mer noch eine wert­vol­le und nicht ganz leicht zu er­lan­gen­de wäh­rung im ge­sell­schafts­zir­kus.

wenn wir uns heu­te lus­tig ma­chen über die hof­zer­io­ni­el­le von vor 100, 200 oder 300 jah­ren, soll­ten wir be­den­ken, dass die fil­me in 200, 300 jah­ren ge­nau­so un­barm­her­zig mit un­se­ren ge­sell­schaft­ri­tua­len um­ge­hen wer­den.

das tee­haus im schloss­park von sans­sou­ci ser­viert üb­ri­gens kei­nen tee. das ist nur ein aus­stel­lungs­raum. ganz hübsch, aber tro­cken. 

chinesisches teehaus im schlosspark von sanssouci
chi­ne­si­sches tee­haus im schloss­park von sans­sou­ci



#ike­a­v­ä­xer wo­che 20: der man­gold geht ab, die zwei­te ge­ne­ra­ti­on rau­ke auch, ko­ri­an­der macht sich und die ba­si­li­kums sind teil­wei­se mons­trös. un­ten noch ein paar sa­la­te, un­ter an­de­rem en­di­vie viel­ver­spre­chend. je­den­falls gibt’s jetzt bald man­gold­auf­lauf. 




als co-au­tor bin ich jetzt vier­fa­cher grim­me on­line mit­preis­trä­ger.
so ge­se­hen bin ix als bei­schrei­ber er­folg­rei­cher als als au­tor.

https://www.xing.com/profile/Felix_Schwenzel/cv
https://www.xing.com/pro­fi­le/Fe­lix_Schwen­zel/cv

Noch mal ge­son­der­te Glück­wün­sche an alle @rie­sen­ma­schi­ne / @tech­nik­ta­ge­buch GOA-Dop­pel­preis­trä­ger: @re­gu­lar­gon­za­les @dal­cashdvin­sky, @free­lan­ce­po­li­ce, @sa­scha­lobo, @cle­men­setz, @mju­ta­bor, @spits­hi­ne, @di­plix, Lu­kas Im­hof, Jo­chen Schmidt, @ge­nis­ta, @Ga­briel­Ber­lin und @mo­ritz­metz! twit­ter.com/kath­rin­pas­sig/…

Kath­rin Pas­sig (@kath­rin­pas­sig) 20.06.2019 11:22

 


Photo by felix schwenzel on June 19, 2019. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

ich weiss, das bild ist un­scharf, aber eben auch voll geo­me­trisch. und es sieht aus als stün­de auf dem aus­wär­ti­gen amt eine gold­sta­tue von hei­ko maas. 



Photo by felix schwenzel in Rotes Rathaus. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

ges­tern, als eine schü­ler­grup­pe mit ih­rer leh­re­rin vor dem ro­ten rat­haus stand und die leh­re­rin frag­te war­um es rot sei, bei­na­he ge­sagt: „weil es mit ro­ten zie­gel­stei­nen ver­klei­det wur­de.“ 



Maciej Ce­głow­ski ist ei­gent­lich der Be­trei­ber des groß­ar­ti­gen on­line Le­se­zei­chen­ver­wal­tungs­di­ens­tes Pin­board, macht aber ge­le­gent­lich mit groß­ar­ti­gen Blog­tex­ten oder Vor­trä­gen (auch auf der Re­pu­bli­ca) auf sich auf­merk­sam.

An­fang Mai sprach Ce­głow­ski vor ei­nem Ko­mi­tee des ame­ri­ka­ni­schen Kon­gres­ses über Pri­vat­sphä­re und Da­ten­samm­lung im Zeit­al­ter der di­gi­ta­len Öko­no­mie. Ich bin si­cher, dass er für die­sen Kurz­auf­tritt vor dem Kon­gress lan­ge nach­ge­dacht hat, um sei­ne Aus­sa­gen auf den Punkt zu brin­gen.

Der Punkt ist nicht neu: die Re­gu­lie­rung der Da­ten­sam­mel­wut der gro­ßen In­ter­net­kon­zer­ne ist völ­lig un­zu­rei­chend und die An­ga­ben der Platt­for­men, wel­che Da­ten sie sam­meln und wie ver­wen­den, sind in­trans­pa­rent und teils hin­ter­lis­tig. Die Da­ten­ber­ge sind po­ten­zi­ell so ge­fähr­lich oder to­xisch wie Atom­müll, weil das Miss­brauchs­po­ten­ti­al der ge­sam­mel­ten Da­ten so groß ist. In sei­nem State­ment vor dem Kon­gress fürch­tet Ce­głow­ski, dass die­ser un­re­gu­lier­te Ver­trau­ens­bruch die Dy­na­mik und In­no­va­ti­ons­freu­de der Di­gi­ta­li­sie­rung und Ver­net­zung brem­sen könn­te.

I worry about this be­cau­se Si­li­con Val­ley has been a force of dy­na­mism. It's one of the gre­at suc­cess sto­ries of Ame­ri­can ca­pi­ta­lism, and we'­re put­ting it at risk right now by not ha­ving sen­si­ble re­gu­la­ti­on in place that crea­tes the con­di­ti­ons for in­no­va­ti­on.

Dann hat Ce­głow­ski aber of­fen­bar noch­mal in­ten­si­ver nach­ge­dacht und sei­ne Ge­dan­ken zu ei­nem der wich­tigs­ten Grund­satz­tex­te über Re­gu­lie­rung, Pri­vat­sphä­re und den Über­wa­chungs-Ka­pi­ta­lis­mus ge­schärft.

Er schafft es in die­sem Text ein ak­tu­el­les Pa­ra­do­xon auf­zu­lö­sen, in­dem er ein klaf­fen­des De­fi­zit in un­se­rer Wahr­neh­mung sicht­bar macht.

Ein Grund, dass In­ter­net­kon­zer­ne gleich­zei­tig bei­spiel­los Da­ten mit Ras­ter­fahn­dungs­me­tho­den ab­grei­fen, sich aber trotz­dem ge­ra­de in den letz­ten Mo­na­ten auch als Da­ten­schutz­mus­ter­schü­ler po­si­tio­nie­ren kön­nen, ist un­ser ver­al­te­ter Be­griff von Pri­vat­sphä­re, der dem Zeit­al­ter der Mas­sen­über­wa­chung nicht mehr ge­wach­sen sei.

Der­zeit re­gu­lie­ren und de­fi­nie­ren wir Pri­vat­sphä­re als Schutz vor Of­fen­le­gung be­stimm­ter per­sön­li­cher Da­ten oder der Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Ein­zel­nen. Das macht es den In­ter­net­kon­zer­nen leicht sich als Schüt­zer der von ih­nen ge­hor­te­ten Da­ten dar­zu­stel­len. Kaum ei­ner kann mit den hoch­ska­lier­ten Si­cher­heits­maß­nah­men und -Stan­dards der gro­ßen Platt­for­men noch kon­kur­rie­ren, kaum je­mand kann so viel Geld und Res­sour­cen zur si­che­ren Ver­wah­rung von Be­nut­zer­da­ten auf­wen­den. Was im Üb­ri­gen auch er­klärt, war­um Face­book und Goog­le (oder auch Ap­ple) neu­er­dings im­mer lau­ter nach Re­gu­lie­rung und stren­ge­ren Da­ten­schutz­richt­li­ni­en ru­fen: das hält die her­an­wach­sen­de Kon­kur­renz auf Di­stanz und öff­net den Gro­ßen ei­nen Wett­be­werbs­vor­teil.

Aus der Re­gu­lie­rungs­per­spek­ti­ve, zu­min­dest nach dem alt­her­ge­brach­ten Be­griff der Pri­vat­sphä­re, ist der Da­ten­schutz der gro­ßen Kon­zer­ne grund­sätz­lich in Ord­nung — sie schüt­zen die Da­ten vor Fremd­zu­grif­fen und vor Of­fen­le­gung. Al­ler­dings ist die grund­sätz­li­che Fra­ge, die wir stel­len müs­sen, eben nicht ob die Da­ten si­cher ge­la­gert sind, son­dern war­um auf ein­mal über­haupt so un­glaub­lich vie­le schüt­zens­wer­te Da­ten da sind.

Wäre Goog­le ein Dra­che und Be­nut­zer­da­ten Gold, soll­te uns nicht vor­ran­gig in­ter­es­sie­ren wie und ob der hor­ten­de Dra­che die Gold­hal­de schützt, son­dern war­um er so ei­nen rie­si­gen Ap­pe­tit hat.

Um die Sam­mel­wut und die öko­no­mi­schen Grund­la­gen des Über­wa­chungs-Ka­pi­ta­lis­mus bes­ser zu ver­ste­hen, schlägt Ce­głow­ski ei­nen Ar­beits­be­griff vor: Um­ge­bungs­pri­vat­sphä­re (am­bi­ent pri­va­cy).

Um­ge­bungs­pri­vat­sphä­re be­schreibt un­se­re all­täg­li­chen In­ter­ak­tio­nen mit­ein­an­der, die klei­nen De­tails un­se­res All­tags, die bis­her ein­fach ver­ges­sen wur­den, sich in Luft auf­lös­ten und eben nicht in je­dem De­tail auf­ge­zeich­net wur­den. Jetzt wo sich gro­ße Tei­le un­se­res ana­lo­gen Fleisch­le­bens di­gi­ta­li­sie­ren, kleins­te In­ter­ak­tio­nen spei­cher­bar wer­den — und hem­mungs­los und dau­er­haft ge­spei­chert wer­den — ver­än­dert sich die Lage. Au­to­ri­tä­re Staa­ten wie Chi­na oder Sau­di-Ara­bi­en ha­ben den Wert die­ser Auf­zeich­nun­gen er­kannt und nut­zen sie zur so­zia­len Kon­trol­le, in der west­li­chen Welt wer­den sie ge­nutzt um ver­kack­te Wer­bung aus­zu­spie­len.

Ent­sch­ei­dend ist: die gro­ßen In­ter­net­un­ter­neh­men ha­ben den Wert die­ser Da­ten er­kannt, wir als Ge­sell­schaft und Ein­zel­ne hin­ken mit dem Ver­ständ­nis der Reich­wei­te, den Aus­wir­kun­gen und den Miss­brauchs­mög­lich­kei­ten die­ser Da­ten­hal­den hoff­nungs­los hin­ter­her.

Be­cau­se our laws frame pri­va­cy as an in­di­vi­du­al right, we don’t have a me­cha­nism for de­ci­ding whe­ther we want to live in a sur­veil­lan­ce so­cie­ty. Con­gress has re­main­ed si­lent on the mat­ter, with both par­ties con­tent to watch Si­li­con Val­ley make up its own ru­les. The lar­ge tech com­pa­nies point to our wil­ling use of their ser­vices as pro­of that peo­p­le don’t re­al­ly care about their pri­va­cy. But this is like ar­guing that in­ma­tes are hap­py to be in jail be­cau­se they use the pri­son li­bra­ry. Con­fron­ted with the rea­li­ty of a mo­ni­to­red world, peo­p­le make the ra­tio­nal de­cis­i­on to make the best of it.

That is not con­sent.

 


stan­dard-cur­ry

felix schwenzel in gekocht

vor ner wei­le kam die bei­fah­re­rin mit ei­nem low-carb-koch­buch an. an den ers­ten re­zep­ten die wir aus­pro­biert ha­ben gabs nichts aus­zu­set­zen und auf reis kann ich schon mein le­ben lang ver­zich­ten.

frü­her muss­te ich zu al­lem im­mer reis zu­be­rei­ten, selbst zu thai-sup­pen be­stand die bei­fah­re­rin auf eine gros­sen por­ti­on reis. dass das jetzt we­fällt, macht es mir sehr leicht die­ses low-carb-ge­döns zu ak­zep­tie­ren.

wir, also ich, ma­che jetzt seit mo­na­ten re­gel­mäs­sig ein cur­ry aus die­sem buch, das sich wun­der­bar va­rie­ren lässt. es be­steht im prin­zip aus zwei kom­po­nen­ten, ei­ner „gre­mo­la­ta“ und gel­bem cur­ry mit fisch und ge­mü­se. im re­zept wer­den auch gar­ne­len emp­foh­len, auf die ver­zich­ten wir aber meis­tens und nut­zen je ein TK-fi­let ti­la­pia (so­weit er­kenn­bar aus aqua-kul­tur). der lässt sich in kal­tem was­ser auch gut schnell auf­tau­en und wird in hand­li­che stü­cke ge­schnit­ten in li­met­ten­saft und so­ja­sos­se ma­ri­niert, wäh­rend ich die an­de­ren sa­chen zu­be­rei­te.

für die gre­mo­la­ta soll man ei­gent­lich vie­le xthai-ba­si­li­kum-blät­ter (gibts im asia­markt) neh­men, ich habe er­satz­wei­se aber schon al­les von nor­ma­lem ba­si­li­kum, rau­ke oder pe­ter­si­lie ge­nom­men. also ir­gend­wel­chen wür­zi­gen kräu­ter in strei­fen ge­schnit­ten mit ei­ner ge­rie­be­nen li­met­ten­scha­le, ein paar (zwei ess­l­ö­fel) grob ge­hak­te erd­nüs­se und ein paar ein ge­wür­fel­te rote chi­lis zu­sam­men­rüh­ren. meis­ten neh­me ich die klei­nen ro­ten chi­lis aus dem asia markt, die ich hal­bie­re und ent­ker­ne. das ist im­mer wie­der ein er­leb­nis, bei dem ich we­gen der auf­stei­gen­den äthe­ri­schen­die öle ger­ne hus­ten­an­fäl­le und spä­ter, wenn ich mei­ne chi­li-fin­ger ver­ges­se und mir ans auge fas­se, bren­nen­de au­gen be­kom­me. mitt­ler­wei­le ha­ben wir uns an 4-6 klei­ne chi­lis ran­ge­tas­tet, ans gre­mo­la­ta kommt aber nur die hälf­te.

die an­de­re hälf­te kommt mit ei­nem gu­ten, fein ge­wür­fel­ten stück ing­wer in die pfan­ne (mit eine biss­chen öl). manch­mal schmeiss ich auch noch knob­lauch oder ganz fein ge­wür­fel­te zi­tro­nen­gras­stän­gel dazu, zwie­beln wür­den hier ei­gent­lich auch pas­sen. die ing­wer-chi­li-wür­fel wer­den dann mit dem di­cke­ren teil der ko­kos­milch ab­ge­löscht, mit ei­nem gu­ten ess­löf­fel gel­ber fer­tig­cur­ry­pas­te ver­rührt. da­nach die rest­li­che ko­kos­milch dazu, und falls man das mag ein biss­chen ein­ko­chen.

da­mit hat man ei­gent­lich die grund­la­ge, jetzt kann man peu a peu ge­mü­se und fisch da­zu­schmeis­sen und kö­cheln las­sen. im re­zept wird fol­gen­des vor­ge­hen emp­foh­len:

die fes­ten, weis­sen tei­le von pak-choi-stau­den (in strei­fen oder rin­ge ge­schnit­ten) 1 mi­nu­te ga­ren. an die­ser stel­le habe ich heu­te ne­ben den pak chois ein paar klein­ge­schnit­te­ne spar­gel-stan­gen da­zu­ge­wor­fen, an­de­re kohl-sor­ten dürf­ten hier auch funk­tio­nie­ren, möh­ren, pa­pri­ka oder was auch im­mer man an fes­tem ge­mü­se da hat. im re­zept sind auch, zu­sätz­lich zum pak-choi, in strie­fen ge­schnit­te­ne zu­cker­scho­ten (100 gramm) vor­ge­se­hen.

nach der ers­ten mi­nu­te kommt der fisch dazu, den kip­pe ich meist mit­samt der so­ja­sos­sen- und li­met­ten­saft-ma­ri­na­de dazu. der fisch kann jetzt 4 mi­nu­ten lang kö­cheln, da­nach kom­men die schnell ga­ren­den zu­ta­ten: das fei­ne grün der pak-choi-scho­ten, man­gowür­fel oder dün­ne man­go­schei­ben sind im re­zept vor­ge­se­hen, ich habe heu­te auch ein paar erb­sen da­zu­ge­wor­fen.

nach eei­ner wei­te­ren mi­nu­te ist das cur­ry gut, wenns noch nicht gut ist, kön­nen noch li­met­ten­saft oder so­ja­sos­se dazu. 

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Dif­fe­ren­zie­ren ist müh­sam, aber noch müh­sa­mer ist es zu ak­zep­tie­ren, dass es sich im­mer lohnt zwei­mal oder zu­min­dest ge­nau­er hin­zu­schau­en. Lei­der lei­den wir alle, nicht nur Jas­per von Al­ten­bo­ckum, an an­ge­bo­re­nem con­fir­ma­ti­on bias [ei­gent­lich Be­stä­ti­gungs-Be­fan­gen­heit, of­fi­zi­ell aber „Be­stä­ti­gungs­feh­ler“, bei dem es uns leicht fällt Quatsch als Fakt zu ak­zep­tie­ren, wenn er in un­ser Welt­bild passt] — und das ein­zi­ge was da­ge­gen hilft ist Mühe, ge­nau­er Hin­schau­en oder Re­cher­chie­ren.

[Re­cher­chie­ren ist üb­ri­gens eine Tä­tig­keit die dem Pro­kras­ti­nie­ren nicht un­ähn­lich ist. Re­cher­che, ge­nau­es Hin­se­hen, hi­ner­fra­gen wird üb­ri­gens mü­he­lo­ser und nied­rig­schwel­lig, wenn man da­für an­de­re wich­ti­ge Tä­tig­kei­ten auf spä­ter ver­schiebt.]

Manch­mal macht sich auch je­mand an­ders die Mühe zu re­cher­chie­ren, dann muss man nur noch le­sen:

Ende April lau­te­ten be­reits die Schlag­zei­len vie­ler Me­di­en „AfD jetzt stärks­te Par­tei im Os­ten“. Auch in den letz­ten Ta­gen wird im­mer wie­der ver­mel­det, dass die AfD in Bran­den­burg die stärks­te Kraft sei. Das ist be­son­ders be­deu­tend, da in Bran­den­burg, Sach­sen und Thü­rin­gen in die­sem Jahr ge­wählt wird. Die AfD hofft auf und alle an­de­re be­fürch­ten ei­nen „blau­en Herbst“, wie es die Ta­ges­schau ges­tern schrieb. Man könn­te mei­nen, zu­min­dest in den ost­deut­schen Bun­des­län­dern wür­de die AfD im­mer stär­ker wer­den.

Doch das Ge­gen­teil ist der Fall. Wie wir be­reits vor ein paar Wo­chen er­klär­ten: Dass die AfD im Os­ten stark und auch die stärks­te Par­tei ist, ist nichts Neu­es. Be­reits im Som­mer 2018 war die AfD im Os­ten die stärks­te Par­tei. Die Be­richt­er­stat­tung täuscht dar­über hin­weg, dass die AfD in ei­nem hal­ben Jahr in Wahr­heit 4 Pro­zent­punk­te (2018: 27% – 2019: 23%) ver­lor.

[Es kann na­tür­lich sein, dass ich hier auch ei­nem Be­stä­ti­gungs­feh­ler er­lie­ge und Tho­mas La­schyks Ana­ly­se Quatsch ist, und ich mir nur wün­sche, dass es im Os­ten kei­nen Rechts­ruck, son­dern Wäh­ler­wan­de­run­gen nach Links gibt. Si­cher aber ist: über­sicht­lich und klar ist die po­li­ti­sche Lage nicht.]

 






mei­ne klei­ne man­gold-farm (links fri­sche rau­ken-an­zucht)
mei­ne klei­ne man­gold-farm (links fri­sche rau­ken-an­zucht)

#spei­se­kam­mer­gar­ten stand nach 13 wo­chen: die nor­ma­le kopf­sa­lat-pro­duk­ti­on hab ich run­ter­ge­fah­ren: nimmt zu­viel platz weg, wächst gut, ist aber nur mit­tel­be­frie­di­gend. sehr schön nach wie vor der alte man­gold, seit wo­chen ern­te ich den im­mer wie­der ab. pak chois se­hen gut aus, pas­sen in alle sa­la­te, die rau­ke schmeckt am bes­ten, will aber nicht so bru­tal spries­sen wie der man­gold. die ba­si­li­kum-an­zuch­ten kom­men lang­sam, der su­per­markt-ba­si­li­kum lebt und spriesst auch nach 10 wo­chen noch. ko­ri­an­der kommt auch lang­sam. #ike­a­v­ä­xer #vä­xer 

pak choi da­hin­ter kopf­sa­lat
pak choi da­hin­ter kopf­sa­lat
in die rau­ke set­ze ich gros­se hoff­nun­gen
in die rau­ke set­ze ich gros­se hoff­nun­gen
hin­ten rechts der „alte“ man­gold, der sich be­reit­wil­lig pro wo­che 2-3 blät­ter an­schnei­den lässt. die an­de­ren man­golds ha­ben ein um­topf-mas­sa­ker gut über­lebt.
hin­ten rechts der „alte“ man­gold, der sich be­reit­wil­lig pro wo­che 2-3 blät­ter an­schnei­den lässt. die an­de­ren man­golds ha­ben ein um­topf-mas­sa­ker gut über­lebt.
un­ten ei­ner der letz­ten kopf­sa­la­te, ein en­di­vi­en-test und ein an­de­rer test
un­ten ei­ner der letz­ten kopf­sa­la­te, ein en­di­vi­en-test und ein an­de­rer test
vor­ne ver­schie­de­ne ba­si­li­kum-sor­ten, hin­ten pak choi und rau­ke
vor­ne ver­schie­de­ne ba­si­li­kum-sor­ten, hin­ten pak choi und rau­ke