Wenn ich ju­ris­ti­sche Tex­te lese, Ver­trä­ge oder AGB, schla­fe ich meis­ten sehr schnell ein, im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes. Manch­mal zwin­ge ich mich aus be­ruf­li­chen oder ju­ris­ti­schen Grün­den aber dann doch den ei­nen oder an­de­ren ju­ris­ti­schen Text zu­en­de zu le­sen und durch­zu­ar­bei­ten — und kann die­ser Art von Text dann doch et­was ab­ge­win­nen, oder mir ein­bil­den den Text tat­säch­lich ver­stan­den zu ha­ben.

Was ich dann, in die­sen spe­zi­el­len Mo­men­ten, an die­ser Text­form doch sehr ger­ne mag ist die Präz­si­s­i­on und das Be­mü­hen um Ein­deu­tig­keit die­ser Tex­te die ei­nen in der Kon­seu­qenz zu ra­di­ka­ler dif­fe­ren­zie­rung zwin­gen. Die­se ra­di­ka­le Dif­fe­ren­zie­rung in der ju­ris­ti­schen Denk­wei­se sorgt inn der Re­gel da­für, dass Ju­ris­ten und Men­schen, die glau­ben sich von ei­nerm so­ge­nann­ten ge­sun­den Men­schen­ver­stand lei­ten zu las­sen, sehr oft an­ein­an­der vor­bei­spre­chen und sich ge­gen­sei­tig nicht ver­ste­hen.

Die­ser Text von An­drew Ham­mel un­ter­nimmt den Ver­such Men­schen ohne ju­ris­ti­sche Vor­bil­dung, Jour­na­lis­ten und Zu­schau­ern und Zu­hö­rern di­ver­ser ein­schlä­gi­ger Pod­casts und True Crime Do­cu­men­ta­ries ein biss­chen zur Dif­fe­ren­zie­rung zu ver­hel­fen. Nein, das ame­ri­ka­ni­sche Rechts­sys­tem ist nicht to­tal ka­putt und kor­rupt und nicht nur „arme Schwar­ze lan­den [in den USA] im Ge­fäng­nis“.

Ir­ri­tie­ren­der Wei­se schlägt Ham­mel in Punkt 7 dann aber vor: „Du sollst ge­sun­den Men­schen­ver­stand wal­ten las­sen“. Das möch­te ich kor­ri­gie­ren: „Du sollst nicht al­les glau­ben was be­rich­tet wird und beim Le­sen und gu­cken im­mer ver­su­chen mit- und nach­zu­den­ken“.

Ich fand Ham­mels Text ge­ra­de des­halb in­ter­es­sant zu le­sen, weil er die Gren­zen des ge­sun­den Men­schen­ver­stands bei der Lai­en­haf­ten Be­ur­tei­lung von ju­ris­ti­schen Sach­ver­hal­ten auf­zeigt.

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