2015 führ­te Dan Pri­ce, der Chef des Zah­lungs­dienst­leis­ters Gra­vi­ty, ein Min­dest­ein­kom­men von 70.000 Dol­lar für die 120 Mit­ar­bei­ter sei­ner Fir­ma ein — und re­du­zier­te sein ei­ge­nes Ge­halt um eine Mil­li­on Dol­lar.

Als er das Min­dest­ein­kom­men ein­führ­te, glaub­te kaum ei­ner an den Er­folg der Mass­nah­me. Pri­ce ver­lor zwei sei­ner Füh­rungs­kräf­te („se­ni­or em­ployees“), die der Über­zeu­gung wa­ren, dass der Ge­halts­sprung die An­ge­stell­ten („ju­ni­or em­ployees“) zum Fau­len­zen ani­mie­ren wür­de und der Fir­ma Wett­be­werbs­nach­tei­le be­sche­ren wür­de.

Das Ge­gen­teil trat ein.

The head­count has dou­bled and the va­lue of pay­ments that the com­pa­ny pro­ces­ses has gone from $3.8bn a year to $10.2bn.

But the­re are other me­trics that Pri­ce is more proud of.

"Be­fo­re the $70,000 mi­ni­mum wage, we were ha­ving bet­ween zero and two ba­bies born per year among­st the team," he says.

"And sin­ce the an­noun­ce­ment - and it's been only about four-and-a-half ye­ars - we'­ve had more than 40 ba­bies."

More than 10% of the com­pa­ny have been able to buy their own home, in one of the US's most ex­pen­si­ve ci­ties for ren­ters. Be­fo­re the fi­gu­re was less than 1%.

Die An­ge­stell­ten sei­en be­reits vor dem Min­dest­ein­kom­men, bzw. vor ih­ren teils dras­ti­schen Ge­halts­er­hö­hun­gen zu har­ter Ar­beit mo­ti­viert ge­we­sen, aber ih­nen et­was mehr fi­nan­zi­el­le Frei­heit zu ge­ben, habe ihre Fä­hig­kei­ten und ihre Pro­duk­ti­vi­tät ge­stei­gert, sagt Dan Pri­ce. Eine der An­ge­stell­ten for­mu­liert es so: „Man denkt nicht mehr, dass man zur Ar­beit geht um Geld zu ver­die­nen, son­dern kon­zen­triert sich mehr auf die Fra­ge: »Wie kann ich bes­se­re Ar­beit lie­fern?«“

Dan Pri­ce ist al­ler­dings schwer ent­täuscht, dass sein frap­pie­rend ef­fi­zi­en­tes Ge­schäfts­mo­dell nicht mehr Nach­ah­mer ge­fun­den habe. Er habe ei­gent­lich weit­läu­fi­ge, struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen er­war­tet, die aber aus­blie­ben.

Die Ge­schich­te zeigt her­vor­ra­gend, wie ver­korkst und ver­lo­gen un­se­re Vor­stel­lung von Lohn­ar­beit ist. Kaum ei­ner, auch in Eu­ro­pa, glaubt dar­an, dass Min­dest­lohn oder gar ein Grund­ein­kom­men die Pro­duk­ti­vi­tät stei­gern wür­de und die Bau­ern­re­gel, dass sich „Leis­tung loh­nen müs­se“ ver­kommt nicht nur in den USA zu per­vers und un­an­ge­mes­sen ho­hen Ge­häl­tern in den Vor­stands­eta­gen.

Das er­folg­rei­che Ex­pe­ri­ment von Dan Pri­ce zeigt, dass es sich lohnt zu ex­pe­ri­men­tie­ren und un­se­re Vor­stel­lun­gen von Lohn­ar­beit aus der Ge­dan­ken­welt der frü­hen In­dus­tria­li­sie­rung zu be­frei­en.

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