While very different movies, Rise of the Planet of the Apes and Project Nim both put us eyeball to eyeball with extraordinary chimps in a bid to teach us something about ourselves.
also wieder zwei meiner überzeugungen bestätigt: es sind die augen und wir gehen ins kino um über uns zu lernen.
saschalobo.com: Addendum zu „Der neue Terrorismus kommt aus dem Netz“ sascha rudert ein kitzekleines stückchen von seiner letzten kolumne zurück und sagt richtigerweise, dass er in seiner kolumne die eigentliche quinessenz nicht ausreichend betonte (ich zitiere unten die quintessenz aus einem anderen absatz als sascha eigentlich meinte):
Deshalb müssen sich die Verfechter des freien und offenen Netzes wappnen und ihre Argumentation nicht auf Brotmessern aufbauen.
ich weiss nicht warum, aber malte welding schreibt unglaublich gutes zeug in die berliner zeitung (via). wenn das so weitergeht, löst malte demnächst sascha lobo in den ganzen talkshows ab. er braucht dafür nur noch eine frisur. der text ist irre lang, aber ein paar zitate machen bestimmt appetit:
Wohin es führen kann, wenn eine Gesellschaft mit allem aufhört, was sie rücksichtslos, fordernd, laut und unappetitlich sein lässt, kann man bei den alten Römern studieren.Die hörten auf mit ihren Orgien, mit ihrer Sklavenhalterei, mit ihren Straßenstrichen und ihren Bordellen, in denen man sich vom Blutrausch der Arena erholen konnte, sie hörten auf, die größten Arschlöcher der damals bekannten Welt zu sein – und wurden Christen. Eine neue Welt erblühte, eine Welt der Nächstenliebe und Barmherzigkeit, eine Welt der guten Werke, in der man den Armen die Füße wusch und in der Sklaven Päpste wurden, eine Welt, in der man ganz nah bei Gott war. Und weit davon entfernt, fließend Wasser zu haben.
[…]
Ja, seltsamerweise ging mit dem ganzen Schindluder, den die alten Römer getrieben hatten, auch die komplette Zivilisation den Bach runter. Die christlichen Glaubenskrieger waren zwar gut in Fundamentalismus, aber schlecht in Straßenbau, Architektur, Kunst, Schifffahrt, Hygiene, Geburtenkontrolle (na: da erst recht), sie konnten nicht dichten, nicht denken und eine Ars Amandi hat auch keiner von ihnen geschrieben. Sie hatten aufgehört. Mit allem. Die Christen waren im Grunde das, was man heute den Grünen vorwirft.
[…]
Der Mensch mag ein wenig Exzess, nur wenn er langsam ältlich wird und finanziell ausgesorgt hat, dann wird er wie Harald Schmidt und interessiert sich bloß noch für seine Verdauung.
das heisst also, standardmässig bekommt man bei opel alten scheiss?
[nachtrag 06.08.2011] zur info: das foto zeigt die untere linke ecke einer opel-werbung. die ganze „innovation ist optional erhältlich“-kampagne kann man sich in diesem PDF ansehen.
menschenrechte bedeuten für mich einerseits den schutz von schwachen und andererseits, die schwachen zu stärken. menschenrechte machen (im besten falle) schwache und rechtlose menschen zu starken und beschützten menschen.
ehrlichgesagt sind mir die logos zu sehr mit friedens- (nummern 1, 3 und 4) und handschlagssymbolik (nummer 6 und 8) durchtränkt. die verbindung von menschenrechten und liebe (nummer 9) ist ja vielleicht ganz hübsch, aber erschliesst sich mir nicht.
ich habe mir nicht alle 2500 einreichungen angesehen, aber die seiten zu blättern, bereitet einem ganz hübsche heiss-/kalt-designbäder. man kann sich auch die „top 300“ oder eine „expertenauswahl“ ansehen.
mir gefiel — glaube ich — dieses logo am besten. es drückt dieses schutzdings ganz gut aus, ist ziemlich abstrakt und nah genug am ausschaltknopf um einem einerseits bekannt vorzukommen und doch ein bisschen ungewohnt.
dieses logo ist glaube ich ausversehen in den wettbewerb reingerutscht. ursprünglich ist es für das ausdruckstanzstudio melanie ücker gestaltet worden.
an diesem entwurf gefällt mir, neben der etwas platten netz-@nlehnung, auch die schutzsymbolik des kreises. und: das logo ist stark und einfach genug um auch ohne die @tung zu funktionieren, wie man in diesem alternativenturf sieht.
beim ersten durchsehen mochte ich die minimalistische symbolik dieses entwurfs. ich bin mir allerdings nicht ganz sicher ob das gleichheitszeichen als symbol für menschenrechte funktioniert. und für was steht das plus nochmal? equality+? +1equality?
auch ein gleichheitszeichen als zentrales symbol, auch eine zeichenkombination die jeder mit seiner tastatur nachstellen kann, aber erstaunlicherweise gleichzeitig zu kompliziert und zu primitiv.
das wiederrum ist ein kunststück. aus einem paragrafen ein herz bauen. wer hätte gedacht, dass gesetze und liebe je zusammenfinden?
pushthebutton.de: Zeitungsstreik: Solidarität? Wieso, weshalb, warum? hardy prothmanns rant gegen festangestellte redakteure, die seiner meinung nach unsolidarisch gegenüber freien journalisten sind und jetzt aber ihrerseits solidarität für ihre streikanliegen fordern. irgendwo habe ich heute gelesen, dass journalisten statistisch eine beschissene lebenserwartung haben: »Chemiker, Künstler, Psychologen und Journalisten dagegen sind die kurzlebigsten Studierten.«
rrrick.tumblr.com: Does this look infected? sehr witzige bildunterschrift unter einem animierten gif von william shatner (captain kirk): »I’m not really a Battlestar Galactica fan, but this is pretty great«
spiegel.de: Studieren mit Tourette-Syndrom: Mit allen Tics chris tomas über olaf blumberg der am tourette syndrom leidet und sport und germanistik auf lehramt studiert: »Die Tics sind bei jedem Betroffenen unterschiedlich, längst nicht jeder ruft ständig "Fotze" oder "Arschloch", wie es bei Olaf vorkommt. Manche husten und blinzeln auch einfach nur häufiger.«
ix lese gerade sascha lobos artikel darüber, dass die attentate in oslo „im Netz geboren“ seien. der artikel fängt glänzend und überzeugend an (weiter als vier absätze hab ich gerade noch nicht gelesen, ich glaube aber mein urteil wird sich nicht ändern). sascha verlinkt auch einen artikel von nils minkmar, in dem er sagt, dass man den atentäter von oslo auch als „ersten Open-source-Naziterroristen 2.0“ bezeichnen könnte und nennt minkmars artikel auch „glänzend“. auch das glaube ich gerne.
neben dem artikel fiel mir dann folgendes auf:
ein titelbild des spiegels auf dem der attentäter in roter gelatine abgebildet ist. was uns das wohl sagen soll? und was soll es uns sagen, dass „Anschläge in Norwegen“, „Sascha Lobo“ und „S.P.O.N. - Die Kolumnisten“ angeblich „VERWANDTE THEMEN“ seien?
ich habe ehrlichgesagt keine ahnung und lese jetzt weiter.
jetzt habe ich zuende gelesen.
ich finde sascha lobo hat nicht an allen stellen recht. er leidet wie viele an der einerseits richtigen, aber andererseits auch falschen wahrnehmung, dass dass was wir im internet treiben eine neue qualität hat, als das was wir zu einer zeit trieben, als es noch kein internet gab:
Wer Informationen zu einem Problem sucht, tut das nur dort, wo er die Lösung auch erwartet, er sucht den verlorenen Schlüssel unter der Laterne. Zusammen mit der allesumfassenden Informationsmenge im Netz entsteht der Mechanismus der Query-Realität: Wer sucht, der findet - im Internet exakt das, was er finden möchte oder erwartet. Seine Netzrealität kann sich der Nutzer bewusst oder unbewusst selbst konstruieren, ohne je in die Nähe der Objektivität zu geraten.
laternen, filter, einseitigkeit und die unfähigkeit zu diferenziereen oder menschlich zu handeln, sind keine qualitäten die das netz hervorgebracht hat, sondern die menschheit. kurz gesagt, das internet ist scheisse, weil die welt — oder eben die menschen — scheisse sind. jeder mensch konstruiert sich seine realität selbst, das war bereits in der steinzeit so. eine welt voller geheimnissvoller mächte und geister in der man hinter jedem wilden tier einen dämon oder hinter jedem blitz eine geheimnisvolle macht sah, ist genauso konstruiert wie die welt eines stadtbewohners. wenn wir uns die welt nicht in unseren köpfen zurechtkonstruieren, werden wir verrückt. das heisst im umkehrschluss natürlich nicht, dass menschen die sich ihre welt zurechtkonstruiert haben, nicht verrückt sein können. im gegenteil.
sascha lobo:
Breivik gehört zu einer neuen Generation von Terroristen, die ihre Ideologie im Internet aufbauen und mit Internet-Mechanismen weiterentwickeln, die im Internet ihre radikale Sozialisierung erfahren und sich die ständige, soziale Bestätigung im Internet suchen, auf dem richtigen Weg zu sein.
nein. der attentäter hat seine ideologie in seinem kopf aufgebaut. nicht im internet. wenn ich ausschliesslich currywurst ässe, bestünde ich nicht aus currywurst, abgesehen davon dass ich neben currywurst auch bier trinken müsste und mein wahn nicht unbedingt mit einer regulierung und kontrolle von currywurstbuden zu heilen wäre.
nein. hysterie, hass, angst, verschwörungstheorien sind kein internetphänomen. sie sind ein phänomen, dass bei menschen auftritt. mit internet, aber auch ohne internet.
trotzdem hat lobo am ende recht:
Breviks Tat wurde im Internet geboren. Das sollte und wird Folgen haben für die Art, wie man mit seinen Worten im Netz umgeht: jemand könnte sie als Waffen benutzen.
unsere worte sollten wir immer gut abwägen. nicht nur im internet.
den text von minkmar habe ich jetzt auch gelesen. und er ist in der tat glänzend. kein wort des widerspruchs kommt mir nach dem lesen in den sinn. deshalb ein zitat. wir müssen, sagt minmar, genau bleiben. wow. was für ein treffer ins schwarze:
Das bedeutet nicht, den nächsten Anschlag passiv abzuwarten, es ruft dazu auf, die Debatten nicht kosmisch werden zu lassen. Die Fragen von Immigration und vom Kampf der Kulturen konkret zu halten, faktenbasiert und im Dialog mit den anderen. Rasse, Religion und Kultur nicht als Synonyme zu verwenden, sondern zu differenzieren, über einzelne Schritte und sachliche Fragen zu reden und keine Panik zu machen. Der theoretische Teil von Breiviks Manifest ist von Seiten wie „Politically Incorrect“ inspiriert, auf denen die Beschreibung der fremden Bedrohung kein Maß und keine Grenze kennt, auf denen der Muslim immer auch der Araber und der immer auch der potentielle Dschihadist ist, und wenn nicht, so verstellt er sich bloß.
Und ihre ganze Art vererben sie, und nie wird etwas gut, und es gibt gar kein Ende der Gefahr, es sei denn, sie verschwänden oder würden wie wir. Es geht aber auch nicht, wie die für diesen Satz von Breivik gelobte Bundeskanzlerin, einfach festzustellen, „Multikulti ist gescheitert“, und dann nicht zu erklären, was besser ist und stattdessen geschehen soll. Denn dass mehrere Kulturen in unseren Städten leben, das sehen die Leute doch ganz genau. Solche losen Enden darf man nicht in der Landschaft herumliegen lassen, wir müssen jetzt genau sein.
allein für den link auf minkmars text muss man sascha lobo dankbar sein.
heute früh einige eigenartige tattoos gesehen. eins sah aus, als ob einer frau wollfäden aus einem loch im oberarm quellen würden. ein anderes sah aus als ob ein hund seinem frauchen aufs bein gekotzt hätte – oder sie mit blutigem sprühstuhl defäkiert hätte. eben lief eine frau vorbei die aussah, als ob ihr knöterich auf der schulter wachsen würde.
die grüstbauer werfen die gerüstteile beim aufbau tatsächlich hoch. ich frag mich, warum beim gerüstbau nicht mehr passiert. versichert die eigentlich jemand, die gerüstbauer?
dieses anamorphe bild das erhard schön ca. 1535 gezeichnet hat (hier entzerrt), auf dem ein mann einer frau relativ lüstern an die brust fasst und sie ihm einen runterholt, war letzte woche in der sendung mit der maus zu sehen um „anamorphose“ zu erklären.
vor ner woche hab ich gesehen wie die packstation an der packallee pappelallee gefüllt wurde. 30 pakete (alle von amazon). nachdem der DHL-mann sich an der packstation angemeldet hat, gehen 4 türen von leeren fächern auf. ein kleines fach, zwei mittelgrosse und ein grosses, bzw. hohes. der DHL-mann scannt dann jedes päckchen und legt es in ein passendes fach. in dem moment in dem er ein fach schliesst, springt ein neues fach in der gleichen grösse auf. immer wieder, 30mal. ein schönes, fast anmutiges, aber auch ein wenig kafkaesques schauspiel.
faz.net: Blogger im Gespräch mit Peer Steinbrück: Jetzt tun Sie doch nicht immer so ohnmächtig! vier alte männer, interviewen peer steinbrück und zitieren niklas luhmann und carl schmitt. steinbück wirkt in seinen antworten erstaunlich geradeheraus und verständlich. eine davon: »Die Reichweite staatlicher Politik hat in der Globalisierung abgenommen, aber das Auftreten der nationalen Politik vermittelt den Bürgern den Eindruck einer Omnipotenz. Tatsächlich hat die Regelungsfähigkeit der Politik abgenommen, sie leidet an Ohnmachtsanfällen.«
insgesamt ganz lesenswert, aber mir fiel auf, dass das wort „blogger“ einen pelzigen geschmack bekommt, wenn schirrmacher es benutzt.
jörg-olaf schäfersisttot. sein alias war, wie meiner, ix, auch wenn er das pseudonym in letzter zeit nicht mehr oft benutzte. ich las von seinem tod heute zuerst auf meinem handy per email, über die jonet-mailingliste. den dort verlinkten eintrag auf netzpolitik las ich im kaisers an der wursttheke und ich musste beim lesen meine tränen unterdrücken. tränen und wursttheke passen nicht zusammen. tod und jörg-olaf schäfers passen allerdings auch nicht zusammen.
ich habe jörg-olaf einmal kurz auf der republica getroffen, kannte und schätzte ihn aber schon viel länger. wir haben uns gelesen.
jörg-olaf schwomm nie mit dem strom, sondern stets mit seinen überzeugungen. wir waren nicht immer der gleichen meinung, aber ich hatte stets das gefühl, dass seine überzeugungen oder argumente fundierter als meine waren. er hatte die seltene fähigkeit dinge zu ende zu denken — oder zumindest weiter als ich. auch deshalb wird er nicht nur mir, sondern der welt fehlen.
Ich habe mir extra für Twitter zwei Katzen, ein iPhone und ein Baby zugelegt, ich werde für euch nicht auch noch anfangen, Tatort zu gucken.
Google+ ist eine Mischung zwischen Twitter ohne Followercount, Facebook ohne Farmville, Chatroulette ohne Penisse und Diaspora mit Features.
Das weibliche Fußballnationalteam macht Reklame für BILD. Emanzipation bedeutet eben auch: Frauen dürfen genauso scheiße sein wie Männer.
print-wuergt.de: Gutmenschen michalis pantelouris: »Denn das ist die Ideologie: Gutmenschen, lautet der immer implizierte Vorwurf, glauben an das Gute im Menschen, und das sei naiv.«
haltungsturnen.de: Gutmensch und Wutbürger als rechte Kampfbegriffe wolfgang lünenbürger-reidenbach: »Und weil, wer Gutmensch oder Wutbürger sagt, Menschen und ihre Haltungen und Handlungen verächtlich macht, denen es darum geht, dass die Welt besser wird anstatt schelchter oder gleich schlecht zu bleiben, ist dieses Reden zutiefst rechtsradikal, mindestens aber reaktionär.«
wobei man natürlich auch behaupten könne, dass man solche kampfbegriffe auch kapern kann. die piratenparteien versuchen das und malte welding hat es kürzlich mit der überschrift „ liebe schlechtmenschen “ versucht.
andy rutledge schreibt am 17.07.2011, dass die digitalen nachrichten kaputt seien („Digital news is broken“). er zeigt ein paar sehr minimalistische design-alternativen am beispiel der new york times. seine alternativen, meint er, seien übersichtlicher und benutzerfreundlicher als die gestaltung der websites der grossen nachrichtenseiten.
khoi vinh, ein designer, der unter anderem am design der new york times mitgewirkt hat, nennt das was andy rutledge macht „unsolicited redesigns“ und erklärt, warum er es in diesem fall komplett ignorieren wird, keinen namen nennen und keinen link auf rutledge setzen wird.
ich fand das alles sehr lesenswert und dazulernenswert. und ja, das ist alles irre selbstreferenziell, wie im übrigen auch ärztekongresse oder veranstaltungen der textilindustrie oder handwerksmessen irre selbstreferenziell sind. oder dieses ganze blogdings oder dieses neue plusdings.
thomas knüwer kündigt die wired-ipad-app mit „zückerchen“ an:
[…] Neben den Magazin-Inhalten [wird die iPad-App] eine Reihe von Zückerchen enthalten: Videos, zum Beispiel, und interaktive Grafiken.
und ich haue mir mit der hand auf die stirn. ob die wired-app videos „beinhaltet“ interessiert doch wirklich kein schwein. echt, welchen dorfdeppen will knüwer mit dieser ankündigung aus dem häuschen locken? das netz ist voll mit videos, jeder, wirklich jeder kann sich ungefähr zwanzig schrillionen videos ansehen oder auf ebensovielen kanälen empfehlen lassen.
wie wäre es statt einer luft-ankündigung, mit einer ankündigung wie dieser: „wir produzieren extra für die ipad-ausgabe hochwertige videos und nehmen dafür richtig viel geld in die hand.“ natürlich kann thomas knüwer soetwas nicht ankündigen, weil es dafür mit ziemlicher sicherheit kein budget gibt.
dann glaubt knüwer auch noch, dass man mit „interaktiven grafiken“ benutzer begeistern könnte. auch hier scheint ein missverständnis vorzuliegen. oder will knüwer tatsächlich sagen, dass die grafiken im heft so scheisse und langweilig sind, dass sie erst durch interaktivität aussagekräftig werden? oder andersrum: warum interaktive grafiken benutzen, wenn die nicht interaktiven grafiken gut genug sind? oder will knüwer, als blattmacher auf abruf sagen: auf papier kann man keine anständigen grafiken abbilden, wir müssen die interaktiv machen, damit sie was nutzen?
In an effort to disguise and mitigate the fact that they have little idea how to publish digital content properly—often sneakily called “differentiation”—some news outlets release apps for digital devices.
rutlegde bezieht sich natürlich nicht aufs papier, sondern sagt (und zeigt) deutlich, dass medienhäuser zunehemnd unfähig sind, interessante inhalte interessant an den mann zu bringen und ipad-apps als lösung ihrer inkompentenz ansehen.
Instead of working with a handful of redundant, mitigating formats (websites, mobile sites, apps, etc…) for content delivery to popular devices, news organizations should simply deliver it correctly in the first place, one time; using html, css, JavaScript, …oh, and design. The employment of content design would be quite refreshing, actually.
also statt kinkerlitzchen wie interaktive grafiken in eine ipad-app einzubauen, macht ein ordentliches heft und linkt in der ipad-app auf teufel komm raus auf eure quellen oder weiterführende informationen oder filme die im internet rumliegen. hört sich einfach an, ist aber offenar schwer in die köpfe von medienfuzzis reinzukriegen.
immerhin hat knüwer nicht „multimedia“ gesagt. das ist ja auch schon was.
tautoko.info: We are vulnerable by choice. hört sich an wie aus der ratgeber-sektion der brigitte, ist aber was dran. wahre stärke und souveränität zeigt sich nicht durch mackerhaftes, aggressives auftreten, sondern durch selbstbewusstsein, angstfreiheit und offenheit.
(diesen satz werde ich irgendwann bereuen:) das ist auch der grund, warum fahrradhelme so lächerlich aussehen.
malte-welding.com: Liebe Schlechtmenschen man kann malte polemik vorwerfen, unter der gürtellinie zu argumentieren, unsachlich zu sein oder aber gar nicht zu argumentieren -- aber an einer stelle hat er ein korn gefunden, das vielleicht der schlüssel zum sinn des lebens, des universums und überhaupt allem sein könnte: »Ihr habt keinen Humor.«
taz.de/reptilienfonds: Thilo, geh doch nach Oslo heiko werning hält thilo sarrazin für ein „sensibelchen“ und schreibt über die reaktionen auf den fürs fernsehen inszenierten kreuzberg-besuch von thilo sarrazin:
Noch nach der Ausstrahlung des Films schreibt [Vera Lengsfeld] vom „Besuch Thilo Sarazzins, der wegen tätlicher Haßattacken auf den ehemaligen Finanzsenator abgebrochen werden musste.“ Dabei kann jeder sehen, dass die beiden Kreuzberg-Abenteuertouristen alle geplanten Stationen ihres Besuchs vollständig und unversehrt abfahren konnten, nur, dass sich die Kreuzberger eben dabei nicht so geäußert haben, wie Herr Sarrazin sich das womöglich gewünscht hat. Sondern, einfach so und ganz unangemeldet, eine eigene Meinung haben zu jemand, der von genetischen Unterschieden zwischen den Rassen predigt, von der Gefahr, die durch die Massenvermehrung der falschen Rasse ausgeht, und die ihn deswegen einfach so als Rassist bezeichnen.«
während ich den film sah, war ich ziemlich begeistert. dann dachte ich wieder: soll ich so diesen bedeutungsschwangeren hollywood-scheiss, der vor pseudo-philosophischen weisheiten nur so strotzt, der fragen nach dem schicksal und dem freien willen so flachbürstet, dass es der hinterletzte dorfdepp kapiert, wirklich empfehlen?
aber als ich im abspann las: »Based upon the short story „Adjustment Team“ by Philip K. Dick« war mir klar, den film kann man rundheraus empfehlen.
People who realize free will is a gift you’ll never know how to use until you fight for it. I think that’s the chairman’s real plan, that may be one day we dont’t write the plan. You will.
blog.ronniegrob.com: Ein Manifest auf dem Silbertablett ronnie grob: »Der Terrorist, der in Norwegen am Freitagnachmittag fast 100 Menschen umgebracht hat, füttert die Medien in eigener Sache. Die Journalisten verhalten sich genau so, wie er sich das vorgestellt hat.«
faz.net: Elmar Theveßen und der "saubere Journalismus" der Terrorismusexperten stefan niggemeier fühlt sich von elmar theveßens rechtfertigungs-blogeintrag angesprochen und guckt sich nochmal genau an was theveßen gesagt haben will und tatsächlich gesagt hat. zwischenfazit stefan niggemeier: »Theveßen hat hier offenbar seinen Terrorismusexperten-Hut gegen seinen Stellvertretender-Chefredakteur-Hut ausgetauscht und bescheinigt sich selbst, "journalistisch sauber" gearbeitet zu haben. Das heißt wohl soviel wie: Wir haben uns zwar komplett verfahren, aber immer die Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten.«
blog.dummy-magazin.de: Der ZEIT-Online-Totenrechner: 1500 deutsche Opfer in Norwegen »Für manche Journalisten ist es schwierig, zu schweigen, wenn man schweigen sollte. Deswegen passieren angesichts von unfassbaren Katastrophen auch immer wieder peinliche Artikel, die versuchen, Sprachlosigkeit mit viel zu viel Sprache auszudrücken.«
ich bin ja bekennender internetrezeptausdrucker. google ist eines der besten vorstellbaren rezeptbücher: zutaten googlen, staunen dass chefkoch.de für fast jede zutaten-suchanfrage an platz eins oder zwei steht, zwei, drei rezepte angucken, das beste ausdrucken, kochen, essen.
gut funktioniert auch tim mälzer im fernsehen oder auf seiner webseite beim kochen zuzugucken und das eine oder andere nachzukochen.
in letzter zeit gibts bei uns fast jede woche den gurkensalat, den tim mälzers oma ursprünglich mal gemacht hat. das rezept dazu bei tim mälzer oder weiter unten.
was mich aber auch interessiert, ist dieses suchmaschinen-gedöns. chefkoch.de ist da ja offensichtlich immer ganz weit vorne. eine google-suche nach gurkensalat, zum beispiel, listet an erster (und zweiter) stelle chefkoch.de, aber bereits an dritter stelle mälzers gurkensalat. die suchergebnisse von bing sind (mehr oder weniger) exakt gleich. beide sites arbeiten ohne maschinenlesbare microformate, chefkoch.de baut das layout sogar noch mit tabellen auf. weder hrecipe, noch das von google propagierte schema.org recipe-format oder RDFa. trotzdem, oder gerade deswegen, landen sie ganz weit oben — zumindest wenn man die deutsche google-version benutzt. bei der amerikanischen version schieben sich zwei rezepte die offenbar mit microformaten versehen sind zwischen chefkoch.de und mälzer (beide im hcard-format).
ich würde das auch gerne mal ausprobieren und versehe das rezept hier mit dem schema.org/recipe-format um es maschinenlesabr zu machen. mal sehen was mit dem rezept in sachen google (und anderen suchmaschinen) passiert.
gurkensalat von tim mälzers oma
der gurkensalat schmeckt am besten mit gurken vom markt. discounter-gurken gehen auch, sind aber sehr viel weniger knackig und etwas wässriger. wichtig ist natürlich auch möglichst frischen dill zu nehmen — nicht nur die spitzen, auch ein paar stengel auf denen man rumbeissen kann. das beste: der salat schmeckt auch nach dem fünfzigsten mal sensationell lecker.
zutaten
2 gurken
1 zwiebel oder (besser) 2 schalotten
0,5 bund dill
2 esslöffel weisser weinessig
5 esslöffel sahne
salz, pfeffer, zucker
zubereitung
die gurken in dünne scheiben schneiden und mit salz, pfeffer und dem zucker bestreuen und 10 minuten stehen lassen.
das gurkenwasser abgiessen (ix trink das immer weg).
zwiebel und dill fein schneiden und hinzugeben.
zwei esslöffel essig hinzugeben und gut verrühren.
5 esslöffel sahne hinzugeben, nochmal verrühren.
faz.net: Thilo Sarrazin im „Aspekte“-Film: Emotional ein bisschen zugespitzt sarrazin der olle zuspitzer. manchmal sind angebliche wahrheiten so zugespitzt und so übertrieben, dass es platte lügen werden: »Entscheidend für die Mythen, die in der islamfeindlichen Gegenöffentlichkeit schon um Sarrazins Kreuzberg-Visite gestrickt werden, ist die Szene im Restaurant „Hasir“ in der Adalbertstraße. Die „grölende Gruppe“ des „Welt“-Artikels von Frau Balci beziehungsweise der „Menschenauflauf“ in Sarrazins Protokoll ist im Film auf „zwei Passanten“ geschrumpft, ein junges Paar.«