me­dia markt fin­det fä­ka­li­en scheis­se

felix schwenzel

der me­dia­markt ant­wor­tet auf re­nés email:

Noch ein­mal: Sach­li­che Kri­tik ist uns je­der­zeit will­kom­men. Fä­kal­aus­fäl­le je­doch, über die der Ver­fas­ser im Nach­hin­ein den Deck­man­tel der Mei­nungs­frei­heit zu brei­ten ver­sucht, ver­bit­ten wir uns.

dum­my os­ten

felix schwenzel

auch wenn die nike wer­bung schal­ten, wer­de ich mir die ak­tu­el­le dum­my wohl auch wie­der kau­fen, al­lei­ne we­gen die­sem­ar­ti­kel:

For Kim / Nord­ko­rea kommt im­mer so schlecht weg. Wir ha­ben die staat­li­che Pres­se­agen­tur mal ge­be­ten, uns das Land aus ih­rer Sicht zu zei­gen
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kal­ter me­di­en-kaf­fee zu web2.0

felix schwenzel

gestern abend lud newsaktuell zum media coffee ein, thema „web 2.0 — wie verändern sich medien und pr?“. geladene gäste auf dem podium waren lars-christian cords, fischerAppelt kommunikation, philip graf dönhof, netzeitung, klaus-peter frahm, newsaktuell, stefan keuchel, google, mathias müller von blumencron, spiegel online, moderiert von anette hillebrand, akademie für publizistik. eine lustige, gutgelaunte runde. obwohl so richtig gutgelaunt war nur der blumencron. der hatte ein dauergrinsen aufgesetzt und blickte ständig erwartungsfroh ins publikum.

die diskussion entwickelte sich zwar im laufe des abends in eine three-men-show von blumencron, keuchel und cords. blumencron wurde vom veranstalter auch gleich „publikumsmagnet“ befördert. frahm bekam im laufe der diskussion kaum die gefalteten hände vorm gesicht weg, dönhof langweilte sich offenbar etwas und konnte mit dem thema nicht allzuviel anfangen.

nach einer kurzen begriffserklärung angeblicher web2.0 begriffe wie rss, podcast, vodcast, chat, trackback, wiki, forum, die alle teilnehmer der runde reihum erklären sollten um bildungs-gleichstand im publikum zu erreichen ging die erste frage an blumencron: „was sind die gefahren von web2.0 für die klassischen, etablierten medien?“ blumencron blieb erstaunlich differenziert: „das alles ist keine bedrohung, das ist eine ergänzung.“ die klassischen medien hätten nach wie vor grosse bedeutung, die leserzahlen würden weiter steigen, es gäbe da keine wirkliche konkurenzsituation. allerdings komme deutschland in sachen blogs nicht richtig voran. in amerika wäre da eine viel grössere vielfalt und die amerikanischen blogs wären vielfach viel interessanter. sein lieblingsblog sei „paidcontent“, das sei richtig interessant, da würde er alles wichtige aus der medienszene erfahren. die würden auch geld mit werbung und veranstaltungen verdienen und das sei ja auch gut und richtig so. entweder man verdiene mit blogs geld oder sei, wie die amerikaner sagten, ein „trustfund baby“. von blogs habe er auch eine menge gelernt, nämlich vor allem einen offenen umgang mit fehlern. und da hätten die deutschen medien grossen nachholbedarf. deutsche zeitungen hätten (fast) alle keine korrekturspalte (räusper, wo ist die korrekturspalte von spon?). blogs würden diese funktion zum teil sehr gut erfüllen. „damit müssen wir umgehen lernen. blogs sind eine neue machtvolle stimme für jedermann.“ später wies blumencron noch auf eine besonderheit der deutschen online-landschaft hin. überall auf der welt wären die stärksten und relevantesten onlineangebote die von tageszeitungen, nirgendwo würden wie in deutschland die wochenmagazine den onlinemarkt beherrschen (spon, stern, zeit). wenn man bedenke, dass online die zukunft des journalismus liege und tagsüber die hauptinformationsquelle „online“ sei, würden die zeitungen gerade ihre eigene zukunft verpennen. das bereite ihm sorgen, sagte er grinsend.

keuchel haute berechtigterweise in die gleiche kerbe wie blumencron: in deutschland werde seiner meinung nach die zukunft der blogs verschlafen. wenn man bedenke, dass das „frosta-blog“ das erfolgreichtse corporate-blog in deutschland sei (lachen im saal), sehe man, dass man in deutschland ständig nur die gefahren von blogs sehen würde und nicht die chancen und potenziale die sich ergäben. cords meinte er wäre zwar gerne der berater gewesen der frosta empfohlen hätte zu bloggen, aber (qed!) er würde niemandem empfehlen ein corporate blog zu machen. die „risiken“ seien zu hoch, die deutsche unternehmenskultur sei noch nicht so weit, es herrsche auf allen seiten nicht genügend vertrauen und ausserdem könne eh niemand „die responses händeln“.

philip graf dönhof erzählte was web2.0-mässig so bei der netzeitung los sei. in etwa so euphorisierend und mitreissend wie die readers edition sich zur zeit darstellt, erzählte er auch davon. das sei halt so ne zeitung die von lesern erstellt werde, die moderatoren gestalteten kräftig mit und seien so eine art „betreute leser“, auch wenn unter den moderatoren teilweise „echte“ journalisten seien. man schule die moderatoren in workshops und eine redakteurin verantworte das ganze. was man denn da besonderes bekomme bei der readers edition, warf die moderatorin ein. „nun“, stammelte dönhof, vor allem eine stärkung der regionalen berichterstattung. ups. ich habe die RE seit dem start aboniert, aber regionales habe ich da noch nicht allzuviel gelesen. ich vermute ja eher, das projekt ist redaktionsintern bereits abgeschrieben, als gescheitert, langweilig und die erwartungen nicht erfüllend, im papierkorb gelandet. oder dönhof ist extrem untalentiert im verkaufen. vielleicht auch beides.

was denn das spannende an web2.0 wäre, fragte die moderatorin. blumencron meinte web2.0 sei voll retro. deshalb sei es auch so hip. das begeisterte die moderatorin: „das ist morgen die überschrift!“. blumencron meinte wenn man bedenke, dass das web bereits in der version 1.0 total „anarchisch“ gewesen sei, dass bereits damals jeder sagen konnte was er wolle habe sich eigentlich gar nicht so viel verändert. zum beispiel hätte vor 10 jahren die ganze „community“ laut geschrien als spiegel online ging und dann auch noch werbung machte (komisch, hab ich damals nicht mitbekommen, hört sich an wie ein urbane legende). trotzdem habe sich vieles verändert, vor allem technisch, alles sei schneller, einfacher, vernetzter, machtvoller geworden.

[morgen mehr darüber wie lars-christian cords sich in rage redete, stefan keuchel kein wort über google verlor und klaus-peter frahm und philip graf dönhof fast nichts sagten.]

die moderatorin fragte irgendwann das publikum, wer denn alles selber blogge. da ich gerade in dem moment dabei war was ins internet zu schreiben und eh nicht mehr blogge konnte ich nicht aufzeigen, aber auch nicht sehen wieviele blogger sich meldeten. ich glaube es waren vier oder fünf finger. lars-christian cords nahm den geringen anteil blogger im publikum als steilvorlage: „sie verpassen da aber auch nix.“ blogs seien immer noch „zu 99,9% egozentrischer, selbstreflektierter schrott auf dem niveau von teenager-tagebüchern.“ was man youtube, myspace und sonstwo finde sei alles so unterirdisch, „da möchte man sich gar nicht mit auseinandersetzen.“ [nachtrag: cords meint er habe folgendes gesagt: „ 99,99% des Inhalts im Web 2.0 ist das Ergebnis von egozentrischen Selbstreflektierern und hat das Niveau von Teenager-Tagebüchern.“] cords fing an sich in rage und ins herz des publikums zu reden. unterbrochen nun nur noch ab und an von mattias müller von blumencron und klaus-peter frahm, wobei blumencron versuchte cords aussagen zu relativieren („wir erhalten durchaus interessantes aus der leserschaft“, „die alten hierarchien lassen sich nicht aufrechterhalten“) und frahm das von cords gesagte nochmal für weniger sprachbegabte laien zusammenfasste: was er da gesagt hätte sei total 2004 und provokant. blogs seien mittlerweile erwachsen geworden. [nachtrag: ich habe das von herrn frahm gesagte stark vereinfacht. hier in den kommentaren steht es von ihm selbst nachjustiert etwas detailierter. tzz. im gedächnis bleiben immer nur die schreihälse.]

cords wurde jetzt munter und leitete seine nächste runde monolog mit einer rhetorischen frage an sich selbst ein: „mich interessiert meinungsbildung. wie kann ich meinung beeinflussen?“ er frage sich ob „wir“ es mit einer art schwarmintelligenz (der olle profi wusste das: beim wort schwarmintelligenz lachte sich das publikum halb schief) zu tun bekommen würden, mit so einer „voll demokratischen, irgendwie veredelten meinungsbildung“ oder ob sich wieder „contentpyramiden“ von meinungsführern bilden würden, denen dann alle wie im print in einer art herdentrieb folgen würden. ihn würde interessieren wie man dort die meinungen beeinflussen könne, ob man sich mit diesen schwärmen auseinandersetzen müsse oder eben doch nur ein paar meinungsführer. „wie kann ich die meinungen beeinflussen?“ fragte er die runde. mit anderen worten, er fragte wie er künftig seinen job erledigen solle.

stefan keuchel flüsterte ihm von der seite zu, er solle sich doch mal anschauen was mit der meinungsbildung bei der „du bist deutschland“-kampagne passiert sei. da hätte die meinungsbildung doch fast nur bei spreeblick stattgefunden. cords wurde jetzt ein bisschen emotional. das sei ja alles „ok“ gewesen, die motive der flickr gruppe seien teilweise besser gewesen als die original-motive. ABER DAS SEI ALLES DER JOHNNY HAEUSLER GEWESEN! DER HABE DAS ALLES GEMACHT! SOGAR DIE PHOTOSHOP TEMPLATES UM DIE KAMPAGNE ZU VERULKEN! ALLES JOHNNY HAEUSLER! wer denn dieser haeusler sei, fragte die moderatorin im namen des publikums. ACH DAS SEI DER BLOGGER SCHLECHTHIN DER DIESE GANZE CHOOSE MIT DEN WEBLOGS INS ROLLEN GEBRACHT HÄTTE, MIT SONER JAMBA-GESCHICHTE DIE DANN GANZ GROSS GEWORDEN SEI WEIL DER SPIEGEL SIE AUFGEGRIFFEN HÄTTE (darauf folgte ein vorwurfvoller blick in richtung blumencron). „DAS WAR ALLES DER HAEUSLER, DER REST IST ZU NEUNUNDNEUNZIG KOMMA NEUN PROZENT IRRELEVANT!“

nachdem cords den boden des podiums mit hunderten kleinen ausrufezeichen ausgelegt hatte, aber doch noch irgendwie die kurve zur unternehmenskommunikation hinbekommen hatte und plötzlich die these im raum stand es gehe immer öfter um einen kampf der etablierten mit etwas neuem, unberechenbaren, widersprach blumencron; johnny haeusler sei mittlerweile durchaus etabliert, sogar selbst verleger: „der ist journalist wie damals der kress“, der sich irgendwo hingesetzt habe und sein ding durchgezogen habe. neu sei, dass heutzutage jeder einen unternehmensskandal auslösen könne. und da sei eben interessant: „wie gehe ich mit meinen fehlern um?“ an der meinungsbildung seien nun einfach sehr viel mehr menschen beteiligt.

ans publikum gewandt sagte blumencron: „wenn sie alle bloggen würden, dann werden wir uns das ganz genau angucken. und wenn da was lustiges dabei ist oder was peinliches, dann machen wir eine geschichte daraus.“ obwohl blumencron bereits seit gut andertalb stunden ununterbrochen grinste, legte er an dieser stelle nochmal etwas zu. keine ahnung ob das eine ankündigung war, dass spiegel-online das niveau künftig noch ein bisschen senken möchte oder ob das eine drohung oder warnung an die hamburger geschäftswelt war die finger vom bloggen zu lassen.

cords wollte dann auch nochmal was sagen. er fände doof dass das thema web2.0 immer auf „diese blogs“ reduziert werde. viel relevanter seien doch themen wie „breitband“ und das nun dank einer vielzahl an technischen innovationen video und audio viel einfacher viral unter die leute zu bringen sei. man könne die leute ja per video viel besser emotional packen, es täten sich viele spannende potenziale die unternehmenskommunikation auf. die sache mit dem „lonelygirl15“ fände er spannend obwohl das ja wohl ein „kulturelles projekt“ gewesen sei. aber das hätte gezeigt, wie die „etablierten“ es den bloggern, den usern mal in sachen „cultural hacking“ zurückzahlen könnten. blumencron widersprach und wies darauf hin, dass die macher von „lonelygirl15“ keinesfalls etablierte gewesen seien, im gegenteil. „hätten aber sein können!“ rief cords. was sich durchsetzen würde, hier wie da, auf youtube, in blogs, bei den „etablierten“ sei qualität. wenn etwas gut und authentisch sei, dann kämen die leute auch.

am ende musste ich mir eingestehen, derjenige in der runde der am besten verstanden wie das mit diesem internetdings und diesem angeblichen webzwonulldings läuft war mathias müller von blumencron. lars-christian cords steht wie der ochs vorm webwzonullberge und versteht die welt nicht mehr. er kann seinen job nicht mehr ordentlich machen weil er nach 5-9 jahren blogdings immer noch nicht rausbekommen hat wie man dieses ding beeinflussen kann. alles was ihm einfällt ist: „audio und video, da packen wir sie viral und emotional. die mehrheit möchte eh passiv konsumieren.“ stefan keuchel ist viel sympathischer als seine affige frisur vermuten lässt. und er kennt blogger persönlich und glaubt daran, dass blogger meinungen beeinflussen können. huh. wie philip graf dönhof aussieht habe ich genauso vergessen wie das was er gesagt hat. als ich eben nochmal meine notizen durchgegangen bin habe ich den eindruck gewonnen er habe gar nix gesagt. hat er aber. glaube ich. genauso wie der klaus-peter frahm. nur was? steht sicher bald im mediacoffee blog. oder in den kommentaren. oder sonstwo.

[nachtrag]
ausserdem zum thema:

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zi­ta­te am abend

felix schwenzel

„web 2.0 ist voll re­tro.“
mat­ti­as mül­ler von blu­men­cron, spon.

„blogs und das was man da so sieht ist ist im­mer noch zu 99,9% ego­zen­tri­scher, selbst­re­flek­tier­ter schrott auf dem ni­veau von teen­ager ta­ge­bü­chern. […] was sie bei you­tube, my­space und über­all fin­den, das ist al­les so un­ter­ir­disch, da möch­te man sich gar nicht mit aus­ein­an­der­set­zen.“
lars-chris­ti­an cords, fi­sche­r­Ap­pelt kom­mu­ni­ka­ti­on

ge­sagt so­eben auf dem me­dia cof­fee von news­ak­tu­ell in ham­burg.

[nach­trag]
zum me­dia cof­fee gibts jetzt auch wie der chef von news­ak­tu­ell sag­te, „ei­nen blog“.

[nach­trag]
lars-chris­ti­an cords:

Tat­säch­lich habe ich ge­sagt: „99,99% des In­halts im Web 2.0 ist das Er­geb­nis von ego­zen­tri­schen Selbst­re­flek­tie­rern und hat das Ni­veau von Teen­ager-Ta­ge­bü­chern.“

ix bin wohl ein arsch­loch

felix schwenzel

bes­ter kom­men­tar seit lan­gem und über­haupt von ver­tan auf spree­blick:

Der Anus ist ein sehr sen­si­bles Or­gan. Der Ring­mus­kel im Af­ter ist ver­gleich­bar mit dem des Mun­des (Lip­pen). Der Hin­ter­aus­gang ist wahr­schein­lich mit mehr Ner­ven­endun­gen ver­se­hen als der Ein­gang. - Arsch­lö­cher sind ein­fach sehr sen­si­bel.

aus­ufern­de pri­va­te ver­viel­fäl­ti­gung

felix schwenzel

ich kanns ja ei­gent­lich nicht mehr hö­ren. das ewi­ge ge­jam­mer der pho­no­ver­bän­de:

Doch die CD-Ver­käu­fe ha­ben sich bei rund 54,6 Mil­lio­nen Al­ben sta­bi­li­siert. „Das sind gute Zei­chen“, meint Mi­cha­el Haent­jes von den Deut­schen Pho­no­ver­bän­den. Den­noch fal­le die Markt­ent­wick­lung schwä­cher aus als er­hofft. Schuld sei­en „die un­ge­lös­ten Pro­ble­me durch aus­ufern­de pri­va­te Ver­viel­fäl­ti­gung“.

es sind im­mer die an­de­ren. glück­li­cher­wei­se gibt es leu­te die ver­stan­den ha­ben, das drm mu­sik nicht schützt, dass die kri­mi­na­li­sie­rung der ziel­grup­pe nicht hilft und dass die ewig­gest­ri­gen pen­ner be­reits ver­lo­ren ha­ben. es gibt al­ter­na­ti­ven. ver­trau­en und fans ge­winnt man nicht vor ge­richt.


amts­vor­mund­schaft

felix schwenzel

ein dol­les wort, „amts­vor­mund­schaft“. was es be­deu­tet, wenn meh­re­re äm­ter, ge­rich­te, fa­mi­li­en, bür­ger­meis­ter und land­rä­te um ein kind rin­gen kann man beim le­sen die­ses ar­ti­kels im bon­ner ge­ne­ral an­zei­ger er­ah­nen. kaf­kaes­que ist da gar kein aus­druck:

Der Trois­dor­fer Ju­gend­amts­lei­ter Her­bert Pau­li hat am Mon­tag alle 16 be­tei­lig­ten Par­tei­en für Diens­tag­nach­mit­tag zu ei­nem Ge­spräch ein­ge­la­den. Im Wege der Me­dia­ti­on sol­len nach sei­ner Vor­stel­lung ins­be­son­de­re die frü­he­ren Pfle­ge­el­tern und die jet­zi­gen Ad­op­tiv­pfle­ge­el­tern zu ei­nem ge­mein­sa­men Be­schluss kom­men.

16 „par­tei­en“ zer­ren und zan­ken sich um ein baby? wenn das mal gut geht.

[via an­ony­mer email von ei­ner mit­tel­bar be­tei­lig­ten. mehr dazu auch hier.]

[gibts so­was ei­gent­lich noch?]


die bei­fah­re­rin

felix schwenzel

sie hat mich an­ge­bag­gert. von an­fang an. zu­erst nur vir­tu­ell, mit an­deu­tun­gen und ver­steck­ten bot­schaf­ten. ich habe für sol­cher­lei bauch­pin­se­lei­en und an­deu­tun­gen al­ler­dings nur ein ein­ge­schränk­tes sen­so­ri­um. flirt­ver­su­che zie­hen un­be­ach­tet an mir vor­bei. ich be­mer­ke sie nichtg. ei­nes ta­ges kam sie ge­schäft­lich in die stadt. ein mir be­kann­ter und mit al­len was­sern ge­wa­sche­ner frau­en­held organ­sier­te ein tref­fen, si­cher­lich auch weil sie einst sei­nen bauch sorg­fäl­tig ge­pin­selt hat­te. flirt­pro­fis wie er könn­nen so­was so­gar zwi­schen den zei­len le­sen. ich noch nicht mal mit aus­ru­fe­zei­chen. die­ses ers­te tref­fen zo­gen der frau­en­held und ich un­be­wusst auf wie ein cas­ting. wir hat­ten al­ler­lei be­kann­te ein­ge­la­den, wa­ren aber als ein­zi­ge pünkt­lich. als sie die knei­pe be­trat, sas­sen wir ne­ben­ein­an­der, un­ter­hiel­ten uns über ir­gend­ei­nen blö­den tech­nik­kram und ba­ten sie uns ge­gen­über platz zu neh­men. an die­sem abend sah ich ihr strah­len zum ers­ten mal. ein wär­men­des, über das gan­ze ge­sicht ver­teil­tes strah­len. nicht nur ein lä­cheln. ein strah­len. schon ein lä­cheln kann ei­nen wär­men. aber ihr strah­len war be­son­ders warm. ich fing an zu schwit­zen. wohl auch weil ich ihr in­ter­es­se an mir nicht mehr ver­drän­gen oder als fehl­wahr­neh­mung ver­drän­gen konn­te. nicht dass ich aus­ser­ge­wöhn­lich kon­takt­ge­stört wäre, aber der ge­dan­ke an kör­per­li­che nähe, an in­ti­mi­tä­ten mit frem­den löst in mir un­be­ha­gen aus. sie blieb am ball. kei­ne 10 mi­nu­ten nach ih­rem ein­tref­fen fand sie es an der zeit ge­mein­sa­me fo­tos zu er­stel­len. sie ver­liess den ihr zu­ge­wi­sen­en platz, also die si­che­re di­stanz und kamn zu mir rü­ber. der frau­en­held soll­te uns fo­to­gra­fie­ren. nicht nur we­gen ih­res strah­lens, auch we­gen ih­res ein­drin­gens in mei­ne in­tim­sphä­re (sie leg­te den arm um mich, woll­te ge­sicht an ge­sicht po­sie­ren), lief ich zu­sätz­lich zum schwit­zen auch noch pu­ter­rot an.

mir ging das al­les zu schnell. um ver­trau­en zu je­man­dem zu schöp­fen brau­che ich nor­ma­ler­wei­se zeit. ein bis zwei jah­re, oder so. mein flucht­re­flex sieg­te, nach drei he­fe­wei­zen konn­te ich ohne zu lü­gen sa­gen ich sei hun­de­mü­de, to­tal ka­putt und müs­se am nächs­ten tag früh raus.

am fol­gen­den tag hat­te sie eine aus­stel­lungs­er­öff­nung. alle an­we­sen­den hat­ten zu­ge­sagt auch zu kom­men. ich war dann auf der ver­nis­sa­ge der ein­zi­ge der kam. als sie mich sah, kam sie strah­lend auf mich zu und be­grüss­te mich. wie­der lief ich pu­ter­rot (even­tu­ell so­gar krebs­rot) an. im lau­fe des abends be­trank und ent­spann­te ich mich al­ler­dings merk­lich. sie führ­te mich her­um, strahl­te, es ka­men noch ein paar ge­mein­sa­me be­kann­te vor­bei und beim ab­sa­cken bei al­ko­hol im pra­ter hiel­ten ich so­gar mal kurz ihre hand in mei­ner. ich muss­te am nächs­ten mor­gen wie­der früh raus und ging wie­der als ers­ter. wei­ter als sie zu ei­ner ver­an­stal­tung ei­ni­ge wo­chen spä­ter in ber­lin ein­zu­la­den woll­te und konn­te ich an die­sem abend al­ler­dings nicht ge­hen. ich ging nach­hau­se. al­lei­ne.

ei­ni­ge wo­chen spä­ter dann die ver­an­stal­tung zu der ich sie ein­ge­la­den hat­te. sie war tat­säch­lich da. ich ver­dräng­te er­folg­reich die tat­sa­che, dass sie al­lein we­gen mir ge­kom­men war und ver­such­te mei­ne ver­pflich­tung mich um sie zu küm­mern zu igno­rie­ren. ich trieb sie in den wahn­sinn be­vor ich mich nach stun­den dazu durch­rin­gen konn­te mich zu ihr zu set­zen und mit ihr mit be­leg­ter stim­me zu plau­dern. sie strahl­te. sie strahl­te so sehr, dass mich frem­de men­schen zur sei­te nah­men um mich dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die­se frau of­fen­kun­dig in­ter­es­se an mir habe. ich er­wisch­te mich selbst da­bei, auch in­ter­es­se zu ent­wi­ckeln. aber der wich­ser, der so­zio­path in mir wehr­te sich noch. ich wei­ger­te mich, trotz enor­men drucks („peer pres­su­re“), sie in mei­ne un­auf­ge­räum­te, ko­misch rie­chen­de jung­ge­sel­len­woh­nung mit­zu­neh­men. wir kann­ten uns ja ge­ra­de erst 2 mo­na­te.

jede noram­le frau hät­te spä­tes­ten an die­sem punkt auf­ge­ge­ben und die ge­schich­te als ge­schei­ter­tes ex­pe­ri­ment ad acta ge­legt. sie nicht. sie liess sich strah­lend mit dem ver­spre­chen ab­wim­meln, dass ich sie dem­nächst in ih­rer hei­mat­stadt zu ei­ner aus­stel­lungs­er­öff­nung be­su­chen wür­de.

und tat­säch­lich, nach ei­nem hal­ben jahr wer­ben, 2 mo­na­te nach un­se­rem ers­ten tref­fen mach­te ich mich lo­cker und liess sie an mich ran, öff­ne­te mich und nahm sie als mei­ne bei­fah­re­rin.

war­um ich das al­les so de­tail­iert auf­schrei­be? weil mei­ne bei­fah­re­rin eine ex­trem an­ge­neh­me bei­fah­re­rin ist und ich schon lan­ge mal wie­der was po­si­ti­ves schrei­ben woll­te und be­merkt habe, dass man fürs glück ei­gent­lich nur ei­nes tun muss: am ball blei­ben und der in­ne­ren stim­me fol­gen. aus­ser­dem ist bald weih­nach­ten und dann fah­ren wir be­reits ein jahr zu­sam­men.


sen­sa­ti­on

felix schwenzel

jür­gen klins­mann kann le­sen.


nacht­stu­dio

felix schwenzel

der pan­zer hat heu­te abend den pres­spre­cher von goog­le, kath­rin pas­sig und ein paar an­de­re zu gast um über goog­le zu plau­dern. heu­te im 2df, 00:50 laut 2df, 00:35 laut tv­brow­ser.


sir stein­gart

felix schwenzel

vom “sturm­ge­schütz der de­mo­kra­tie” zur spritz­pis­to­le der an­ge­la mer­kel. rené (und die taz) über ei­nen „lack­af­fen“ na­mens ga­bor stein­gart.

[nach­trag 19.09.2006]
mal­te fasst den kal­ten blick des ga­bor stein­gart zu­sam­men und hat ein supa sym­bol­bild.


„das par­fum“ stinkt

felix schwenzel

ich glau­be anke grö­ner hat in al­lem was sie über „das par­fum“ schreibt recht. ich glau­be es des­halb, weil ich ihre kri­ti­ken ers­ten nie be­vor ich den film ge­se­hen habe lese und zwei­tens weil ich mich erst­mal mit mei­nen ei­ge­nen wor­ten aus­kot­zen will, be­vor ich ihre kri­tik lese. drit­tens habe ich vor dem film den ers­ten ab­satz ih­rer kri­tik ge­le­sen. dort steht, dass anke grö­ner fin­det, dass „das par­fum“ von tom tykwer stin­ke.

ich sage, stin­ken ist gar kein aus­druck. ich habe schon lan­ge nicht mehr so ei­nen film vol­ler mie­ser schau­spie­le­rei und mie­ser re­gie ge­se­hen und mich so ge­lang­weilt. schon die ers­te ein­stel­lung in der man gre­nouilles nase in ei­nem licht­ke­gel sieht (und sonst nichts) legt den grund­stein für die sül­ze die in den nächs­ten 140 mi­nu­ten (ge­fühl­te 4 stun­den) zu be­trach­ten ist: über­in­sze­nier­ter, ama­teur­haf­ter stuss. wie aus ei­ner teen­ager phan­ta­sie ent­sprun­gen kommt die­se ers­te ein­stel­lung da­her­ge­stol­pert. nase? ge­ruch? wie in­sze­nie­re ich das? mit licht! ein­fach nur die nase be­leuch­ten! die lo­gik da­hin­ter: „mach mal licht, ich riech was“. eben­so muss das cas­ting für gre­nouilles lehr­meis­ter, den par­fü­meur bal­di­ni ge­lau­fen sein: „wel­cher amer­ka­ni­sche schau­spie­ler hat die gröss­te nase?“ lo­gisch, weil die nase ja ein riech­kol­ben ist: dus­tin hoff­man.

dann das licht und die mas­ke: der gan­ze schmutz den der film ger­ne dar­stel­len möch­te wirkt auf­ge­malt, auf­ge­schminkt und über­be­leuch­tet wie in ei­nem c&a wer­be­spot. aus­ser­dem be­steht der film zu ge­fühl­ten 80 pro­zent aus ex­trem zä­hen zeit­lu­pen, un­ter­legt mit noch zä­he­rer eso­te­rik-mu­sik aus dem ve­ga­ner-zu­be­hör-la­den. die ein­zi­gen schau­spie­ler bei de­nen nicht die mühe beim spie­len sand in die dra­ma­tur­gie streu­te wa­ren dus­tin hoff­man und alan rick­man. noch schlim­mer die sta­tis­ten, die man stän­dig in gros­ser zahl, mi­se­ra­bel ge­schminkt und teil­wei­se nackt sieht. sie be­weg­ten sich wie im eu­ryth­mie an­fän­ger­kurs in der an­tro­po­so­phen grund­aus­bil­dung: teil­wei­se pein­lich be­rührt, leicht ver­krampft udn kom­plett ah­nungs­los was sie da ei­gent­lich tun.

es war ein­fach ein qual und so­gar im eng­li­schen ori­gi­nal teil­wei­se ganz übel syn­kro­ni­siert. die­ser film ist so flop, dass sich bernd ei­chin­ger si­cher bald frei­wil­lig bei den gol­de­nen hir­schen be­wirbt, um in ei­nem neu­en „raub­ko­pie­rer sind ver­bre­cher“-wer­be­spot als chef­an­klä­ger auf­zu­tre­ten. denn so stolz wie der auf die­sen schund ist, kön­nen nur noch raub­ko­pie­rer sei­ne ehre ret­ten.

und jetzt les ix anke grö­ner.


spon hetzt

felix schwenzel

kri­tik am papst, so könn­te man nach dem le­sen die­ses ar­ti­kel auf spon mei­nen, ist aus­chliess­lich is­la­mis­tisch ge­prägt und steht in 20 jäh­ri­ger tra­di­ti­on von is­la­mis­ti­schen an­grif­fen auf car­rell, rush­die, ayan hir­si ali, van gogh, flem­ming rose. vier ab­sät­ze ein­lei­tung mit in der tat graus­li­chen ge­walt­tä­ti­gen is­la­mis­tisch ge­präg­ten aus­wüch­sen, lei­ten lo­cker über zur an­geb­lich „gro­tes­ken“, „schar­fen, oft auch mit der An­dro­hung von Ge­walt ver­bun­de­nen“ kri­tik an des ham­pel­manns rede in re­gens­burg. da ist plötz­lich al­les was dazu ge­sagt wird von „bös­wil­li­gen Ver­dre­hun­gen sei­ner Wor­te und ab­sur­den Un­ter­stel­lun­gen“ durch­wirkt. von ir­gend­wel­chen nicht wei­ter spe­zi­fi­zier­ten „Is­lam­ver­tre­tern“ ge­äus­sert und in ers­ter li­nie „auch ein fron­ta­ler An­griff auf den frei­en re­li­gi­ons­phi­lo­so­phi­schen Dis­kurs“. dass durch­aus mo­de­ra­te is­lam­wis­sen­schaft­ler, zum bei­spiel auch der vom papst höchst­selbt be­müh­te und zi­tier­te adel theo­dor khou­ry den papst kri­ti­sie­ren un­ter­schlägt claus chris­ti­an mal­zahn in sei­nem ar­ti­kel. laut ta­ges­spie­gel sag­te khou­ry:

„Ich hät­te mir vom Papst ein paar Wor­te der Dif­fe­ren­zie­rung ge­wünscht“, sagt Khou­ry. Die von Be­ne­dikt re­fe­rier­te An­sicht des christ­li­chen Kai­sers Ma­nu­el II. über den Is­lam sei „nur eine Les­art des ra­di­ka­len Is­lam“. Da­ne­ben gebe es an­de­re In­ter­pre­ta­tio­nen, die die Fried­fer­tig­keit des Is­lam her­aus­ar­bei­te­ten. Er hät­te sich auch ge­wünscht, dass der Papst die Mei­nung von Kai­ser Ma­nu­el nicht un­wi­der­spro­chen ste­hen ge­las­sen hät­te, sagt Khou­ry.

gro­tesk? bös­wil­lig? der papst be­müh­te in sei­nem zi­tat „eine Po­le­mik ge­gen den Is­lam zu Zei­ten der Be­la­ge­rung Kon­stan­ti­no­pels“. un­kom­men­tier­te po­le­mik aus dem mit­tel­al­ter als an­ge­bot zum dia­log der kul­tu­ren? auch mar­tin ri­ex­in­ger, is­lam­wis­sen­schaft­ler an der uni göt­tin­gen und an­de­re is­lam­wis­sen­schaft­ler kris­ti­sie­ren die schluss­fol­ge­run­gen des paps­tes. al­les bös­wil­li­ge fa­na­ti­ker, die die „Frei­zü­gig­keit von Rede und Dis­kurs“ aus­höh­len?

wenn man den ar­ti­kel im ta­ges­spie­gel und den ar­ti­kel auf spon so ne­ben­ein­an­der hält und mal so schaut was auf spon sonst noch so al­les steht, könn­te man das ge­fühl be­kom­men dass es dem spon gar nicht um an­geb­li­ches „papst bas­hing“ geht, son­dern um het­ze. un­dif­fe­ren­ziert den is­lam und kri­ti­ker des paps­tes in die ecke der be­klopp­ten stel­len, ängs­te schü­ren und al­les in ei­nen gros­sen topf wer­fen auf dem steht: „ge­fahr!“. statt die mo­de­ra­ten kräf­te des is­lam zu stär­ken, führt eine sol­che be­richt­erstat­tung, ge­nau­so wie die kläg­li­chen ab­gren­zungs­ver­su­che des paps­tes ge­gen den an­geb­lich ge­walt­tä­ti­gen is­lam zu im­mer neu­en kon­flikt­her­den und hass­brü­he. auf bei­den sei­ten. für mich ist klar: der spie­gel und sein on­line­ab­le­ger ins­be­son­de­re ist ge­nau­so ein dre­cki­ges hetz­blatt wie die „bild“-zei­tung. wi­der­lich, bi­gott, un­dif­fe­ren­ziert, ein­sei­tig, par­tei­isch, zum kot­zen.

ra­di­ka­le is­la­mis­ten, ge­walt­auf­ru­fe, an­ti­de­mo­kra­ti­sche oder frau­en­feind­li­che um­trie­be die sich auf den is­lam be­ru­fen müs­sen ent­schie­den be­kämpft und ver­dammt wer­den, aber sug­ges­tiv und het­zend al­les in ei­nen topf wer­fen bringt uns auch nicht wei­ter. im ge­gen­teil.


manch­mal

felix schwenzel

kann man auch eine „bild“-schlag­zei­le un­ter­schrei­ben. auch wenn die spa­cken auf un­nö­ti­gen pa­thos nicht ver­zich­ten kön­nen. ich für mei­nen teil habe so­gar auf ge­schlechts­ver­kehr ver­zich­tet, um mor­gen wäh­len ge­hen zu kön­nen.


wos4.3 - law­rence les­sig

felix schwenzel

law­rence les­sig hat heu­te die schlüs­sel­re­de der „wiz­zards of oz 4“ ge­hal­ten. ich hat­te vor­her noch nie et­was von ihm ge­hört. hät­te ich aber sol­len, denn schliess­lich hat er die idee der crea­ti­ve com­mons li­zen­zen ent­wi­ckelt. und die sind si­cher eine gute sa­che, wenn auch teil­wei­se hef­tig dis­ku­tiert.

aber viel be­schäf­tigt habe ich mich mit die­sen din­gen nie. ich gehe mit dem ur­he­ber­recht nach ge­fühl um, wie mit der recht­schrei­bung — ver­let­ze also si­cher die eine oder an­de­re re­gel, hier und da. beim vor­herr­schen­den ur­he­ber­recht sei es in­ter­na­tio­nal, na­tio­nal, ame­ri­ka­nisch oder deutsch be­schleicht mich hier und da das ge­fühl, dass dass al­les even­tu­ell nicht ganz in or­dung oder gar völ­lig schwach­sin­nig sein könn­te. vor al­lem was ver­le­ger, die mu­sik- und film­in­dus­trie mit hil­fe ih­rer lob­by­or­ga­ni­sa­tio­nen so trei­ben und mehr und mehr den frei­en zu­gang und um­gang mit kul­tur, in­for­ma­tio­nen und wis­sen ver­bau­en, ver­mi­nen und mit ju­ris­ten-ar­beits­be­schaf­fungs­mass­nah­men gar­nie­ren.
aber ich habe das ge­fühl, dass die­ses crea­ti­ve com­mons dings eine gute sa­che sein könn­te. wie ge­sagt. gross be­schäf­tigt habe ich mich da­mit nie. des­halb steht wir­res.net auch nicht un­ter ei­ner cc-li­zenz (mei­ne flickr-bil­der ste­hen al­ler­dings seit ei­nem jahr oder so un­ter ei­ner cc-li­zenz), ob­wohl ich kei­ne pro­ble­me da­mit habe dass die sa­chen die ich hier schrei­be und ver­öf­fent­li­che an­ders­wo ge­nutzt wer­den. ich freue mich im­mer wenn mich je­mand fragt ob er et­was bei sich ver­wen­den kön­ne und habe bis jetzt noch nie nein ge­sagt. so­lan­ge mei­ne ur­he­ber­schaft klar er­kenn­bar ist und an­de­re mit mei­nen ar­bei­ten kein geld ver­dient wird (ohne mir da­von et­was ab­zu­ge­ben). es gibt crea­ti­ve com­mons li­zen­zen die so­et­was ab­de­cken. und ir­gend­wann guck ich mir dass dann auch mal ge­nau­er an.

heu­te wäre so eine ge­le­gen­heit ge­we­sen. ein­fach law­rence les­sig zu­hö­ren und da­zu­ler­nen. aber ich muss zu­ge­ben, ich kann die­ser theo­re­ti­schen ju­ris­te­rei nicht so recht fol­gen. des­halb habe ich nur auf die bild­chen die law­rence les­sig zeig­te ge­ach­tet. was er ge­sagt hat, kann man dem­nächst si­cher bei hei­se.de le­sen und die zwei fleis­si­gen bien­chen die die gan­ze schlüs­sel­re­de ge­filmt ha­ben wer­den si­cher auch noch ei­ni­ges dazu ver­öf­fent­li­chen was er­heb­lich klü­ger als mein mum­pitz rü­ber­kom­men wird. ich tra­ge dass dann jetzt nach und schaue mir jetzt eine mit ko­pier­schutz, ver­krüp­pel­ten na­vi­ga­ti­ons­funk­tio­nen und re­gion­code ver­se­he­ne drecks-dvd an.

[nach­trag]
an­de­res the­ma, nicht min­der in­ter­es­sant, dazu si­cher dem­nächst auch mehr auf vi­deo in ei­nem blatt ih­res ver­trau­ens.

[nach­trag 16.09.2006]
sach ich ja, ste­fan krempl be­rich­tet auf hei­se.de schön aus­führ­lich.


stein­hö­fel vs. rain­er­sacht

felix schwenzel

stein­hö­fel ist ein *********, ****** *******, ein ********** ********* und me­dia markt auch. war­um?

1. le­sen
2. spen­den
3. was drü­ber ins in­ter­net schrei­ben
4. dar­über nach­den­ken ob man im me­dia markt (oder den an­ge­schlos­se­nen wa­ren­häu­sern) wirk­lich al­les so güns­tig und frisch be­kommt wie die wer­bung sug­ge­riert oder ob man nicht wo­an­ders güns­ti­ger und mit et­was rei­ne­rem ge­wis­sen ein­kau­fen kann. zu­min­dest die­ser faz-ar­ti­kel deu­tet an, dass im me­dia­markt fast al­les ein we­nig teu­rer als an­ders­wo ist.

[via fon­si]

[nach­trag]
er­staun­lich auch was der typ so auf sei­ner home­page für tex­te hat und ge­gen was für tex­te er vor­geht.

[nach­trag 16.09.2006]
ei­nen klei­nen me­di­en­spie­gel, wie ju­lio lam­bing, ihn be­gon­nen hat, könn­te man ja durch­aus mal zu­sam­men­stel­len:

oh. sehe ge­ra­de, hier gibts auch schon nen klei­nen pres­se­spie­gel.


co­ming zu­ne, plays not for su­re*

felix schwenzel

zune will den raub­ko­piern rie­gel vor­schie­ben und den ipod tö­ten. sagt man ja so, ipod-kil­ler. mit heis­sem dampf kann mi­cro­soft ja um­ge­hen, wenn auch manch­mal, naja, er­geb­nis­s­of­fen. fehlt ja noch ei­ni­ges. ei­ni­ges ist ja auch schief ge­gan­gen. aber den vo­gel schies­sen die „di­gi­ta­les-rech­te-ma­nag­ment“-freun­de von mi­cro­soft dies­mal wirk­lich ab. laut bo­ing­bo­ing spielt der zune nur un­ge­schütz­te mu­sik ab, also noch nicht ein­mal von mi­cro­soft als „plays for sure“ be­wor­be­ne, also mit mi­cro­soft­tech­nik ver­schlüs­sel­te und ko­pier­ge­schütz­te, mu­sik­da­tei­en. wer also auf mi­cro­softs bull­shit-mar­ke­ting rein­fiel und sich „play­s­for­su­re“ (aka plays for shit) mu­sik ge­kauft hat, steht nun doof da. schon irre zu was für ab­sur­den fol­gen die­se drm-ka­cke führt. vol­ker we­ber wür­de sa­gen: „Re­peat af­ter me: DRM is bad for the cus­to­mer.“

*) über­schrift hier ge­klaut.

[nach­trag]
et­was kla­rer ver­ständ­lich als bei mir liest sich das gan­ze bei netz­po­li­tik.

[nach­trag 16.09.2006]
auf li­zen­zen scheisst mi­cro­soft of­fen­bar auch.




ver­lo­re­ne mu­sik

felix schwenzel


wos4.2

felix schwenzel

nach dem 20 uhr pa­nel mit dem sau­blö­den ti­tel „in­for­ma­ti­on free­dom ru­les“ war ich ziem­lich voll. un­er­war­tet und schon lan­ge nicht mehr er­fah­ren, voll mit eu­pho­rie. und mit me­than­ver­bin­dun­gen. letz­te­re wa­ren der grund war­um ich mich nach den vor­trä­gen nach draus­sen setz­te und mir die an­schlies­sen­de dis­kus­si­on schenk­te. aber die vor­trä­ge, ins­be­son­de­re der von yochai ben­kler hat­ten mei­ne auf­nah­me­fä­hig­keit eh bis ans li­mit er­schöpft.

der vor­trag von ris­hab ayer ghosh mit sei­nen „coo­king pots“ war sehr ein­leuch­tend und in sei­ner ein­fach­heit fast in­fan­til und doch bei­na­he ge­ni­al. kurz, im in­ter­net ge­ben blog­ger, open-source pro­gram­mie­rer, kul­tur­schaf­fen­de und ähn­li­che ihre ar­beit nicht ein­fach um­sonst weg, sie tau­schen — und fast alle glau­ben mehr von der ge­mein­schaft zu pro­fi­tie­ren als sie ihr ge­ben. schön wa­ren ins­be­son­de­re die zeich­nun­gen von ghosh, ich ver­mu­te er hat sie alle mit dem mund ge­zeich­net.

hal r. va­ri­an hat nicht nur den vor­na­men von hal fa­ber, son­dern auch die lie­be zu sich selbst und sei­ner ver­gan­gen­heit. sein vor­trag be­stand aus ei­nem rück­blick auf ein zehn jah­re al­tes buch von ihm („[ama­zon-wer­be­link] in­for­ma­ti­on ru­les“). er be­trieb ein biss­chen selbst­kri­tik und ein biss­chen ei­gen­lob und war nicht ganz so lang­wei­lig wie hal fa­ber und mehr als zu­stim­mend ni­cken konn­te man wäh­rend des vor­tra­ges auch nicht; der mann sag­te nix fal­sches und man­ches sehr rich­ti­ges.

nach dem also auf der büh­ne ein smar­ter in­der und pro­to­typ des ame­ri­ka­ni­schen wis­sen­schaft­lers stan­den schien als drit­ter ein en­ga­gier­ter um­welt­schüt­zer mit zu­ge­wach­se­nem ge­sicht auf die büh­ne zu kom­men. yochai ben­kler ist aber ju­rist, bzw. lehrt an der yale law school. huch. ein öko-ju­rist? wäh­rend sei­nes vor­tra­ges der auch haupt­säch­lich auf ei­nem buch von ihm ba­sier­te („the wealth of net­works“) wur­de ich dann, wie er­wähnt, leicht eu­pho­risch und frag­te mich ob er dass durch eine per­fi­de tech­nik mit der er mei­ne vor­stel­lun­gen und vor­ur­tei­le von netz­wer­ken ge­schickt be­stä­tig­te oder ob an dem was er sag­te wirk­lich et­was dran sei.

er sprach von zwei ar­ten wie in­for­ma­tio­nen in netz­wer­ken ent­ste­hen. ei­ner­seits auf ei­ner „com­mons“-ba­sis, also kol­la­bo­ra­tiv, wie bei der wi­ki­pe­dia und per „peer pro­duc­tion“ also von ein­zel­nen, wie blog­gern. die­se me­cha­nis­men hät­ten mitt­ler­wei­le eine enor­me he­bel­kraft ent­wi­ckelt und wich­ti­ger noch, be­wie­sen, dass sie funk­tio­nier­ten. als bei­spie­le nann­te er die open source soft­ware apa­che, die ab­so­lu­ter markt­füh­rer bei web­ser­ver tech­no­lo­gie sei und da­mit be­wei­se, dass open source nicht nur zu­ver­läs­sig und be­last­bar funk­tio­nie­re, son­dern auch kom­mer­zi­el­le pro­duk­te über­flü­geln kön­ne. eben­so hät­te wi­ki­pe­dia be­wie­sen, dass kol­la­bo­ra­ti­ve, nicht hier­ar­chi­sche in­for­ma­ti­ons­samm­lung funk­tio­nie­ren kann. wer hät­te vor 5 jah­ren ge­dacht, als jim­my wales an­fing, dass das an­ge­se­he­ne wis­sen­schafts­ma­ga­zin „na­tu­re“ die wi­ki­pe­dia auf eine stu­fe mit der en­zy­klo­pe­die bri­ta­ni­ca stel­len wür­de und von bei­den beh­haup­ten wür­de, dass sie bei na­tur­wis­sen­schaft­li­chen the­men „crap­py“ work ab­lie­fern wür­den? eben nie­mand.

in der „peer­pro­duc­tion“, mein­te ben­kler wür­den sich fol­gen­de me­cha­nis­men ab­zeich­nen: es bil­den sich „com­mu­ni­ties“, die re­le­vanz, die in­for­ma­tio­nen wür­den „self sel­ec­ted“ und nicht von ir­gend­ei­ner hö­he­ren in­stanz aus­ge­wählt, es fän­den me­cha­nis­men der „trust con­s­truc­tion“, „norm crea­ti­on“ und stän­dig ver­bes­ser­te „trans­pa­ren­cy“ statt. „mo­ni­to­ring“ durch „peer re­view“ wür­de eta­bliert und vor al­lem funk­tio­nie­ren. statt kraft der ei­ge­nen au­to­ri­tät din­ge zu be­haup­ten, wür­de eher das mot­to „see for yours­elf“ vor­herr­schen, eben trans­pa­renz und ver­lin­kung im sin­ne of­fe­ner quel­len. das al­les füh­re zu qua­si selbst­or­ga­ni­sie­ren­der dis­zi­plin und „fair­ness“. und noch ein schö­ner satz der im lau­fe des vor­tra­ges fiel: „stuff will flow out of con­nec­ted peo­p­le“. wenn man ben­kler sich in rage re­den hört, glaubt man tat­säch­lich, dass die­ses gan­ze in­ter­net­dings, die ver­net­zung, das blog­dings, und die­se gan­zen din­ge die sich da mo­men­tan tun un­ge­heu­res po­ten­zi­al be­sit­zen, bzw. schon lan­ge ent­fal­tet ha­ben. ein we­nig eso­te­ri­sche stim­mung kam zu­ge­ge­be­ner­mas­sen ne­ben der eu­pho­rie auf, aber das mit den netz­wer­ken, das mei­ne ich mal beim the­ma neu­ro­na­le net­ze ge­lernt zu ha­ben, ist halt uns li­ne­ar und se­quen­ti­ell den­ken­den we­sen auch schwer vor­stell­bar. nur, es gibt le­ben­di­ge be­wei­se (im in­ter­net) zu be­stau­nen. na­tür­lich schränk­te auch ben­kler ein, dass jetzt nicht plötz­lich je­der ein be­gan­de­ter pam­phlet-schrei­ber wer­den wür­de (sie­he auch die 99% schrott the­se von von blu­men­cro­nen­spon), aber die ver­net­zen men­schen sei­en eben auch nicht alle in­tel­lek­tu­el­le lem­min­ge. sein buch (oben schon kurz ver­linkt) „the wealth of net­works“ steht üb­ri­gens un­ter ei­ner crea­ti­ve com­mons li­zenz frei ver­füg­bar im netz („aus­dru­cken!“).