peer schader schaut sich deutsche quatsch-siegel-vergeber an, die deutschland „grossflächig versiegeln“ -- gegen gebühr:
Das ist ja das Schöne an der Empfehlungsindustrie: Am Ende kann sich jeder als Sieger fühlen. Außer den Leuten, die das alles ernst nehmen.
ich wünsche mir ja sehr, dass peer schader sich demnächst mal die matrazen-outlet-industrie ansieht, die meiner beobachtung nach sehr gekonnt mit gezielter kundenverwirrung arbeiten und über deren praktiken eigenartig wenig in den medien zu lesen ist.
macaroni mit cheese und peas. und ein paar möhren.
Maybe there is no real you. There are just the yous that you can construct, and the you that you can make that seems the most accepted and respected, that is who you prefer to see as the “real" you.
interessante frage: gibt es ein wahres, authentisches ich? oder verhalten wir uns stets so, wie es uns am vorteilhaftesten erscheint, bzw. so, dass wir in den gemeinschaften in denen wir uns bewegen oder in die wir aufgenommen werden möchten maximale akzeptanz und respekt erreichen? ich vermute auch, aber nicht ausschliesslich. und vor allem vermute ich, dass drogen wie alkohol oder kognitive einschränkungen (wie sie manchmal das hohe alter mit sich bringt) durchaus das wahre ich entblössen können. mich erschreckt es jedenfalls zutiefst, wenn freundliche menschen unter alkoholeinfluss gemein oder aggressiv werden.
Da sitzen internetunerfahrene Menschen (mein Eindruck nach zahlreichen Gesprächen), die sich unsicher fühlen, die nach einem Umgang mit einem Thema suchen, das ihnen selbst fremd ist, weil sie damit nicht aufgewachsen sind und dann steht da vorne jemand der Benzin in deren glühenden Ängste schüttet.
mein eindruck nach dem lesen ist, dass manfred spitzer sich gut eingelesen hat in das handbuch für schlangenölverkäufer; einfache lösungen profitabel mit grosser emotionlisierung als lösung für komplexe probleme verkaufen.
ich bin nicht ganz sicher ob dieser artikel ernst, halbernst oder ironisch gemint ist. was aber auch egal ist, denn witzigerweise habe ich ein paar tage vor diesem taz-artikel genau hierdrüber nachgedacht: wie beleidigt man eigentlich leute, ohne andere, unbeteiligte zu verletzen oder herabzusetzen? oder andersrum gefragt, warum beklagen sich eigentlich ausgerechnet hochbegabte und gut bezahlte autoren darüber, dass man von ihnen verlangt sich kunstvoller und rücksichtsvoller auszudrücken, statt das als herausforderung zu sehen? sollte man — gerade als autor — nicht das florett dem schwert vorziehen, um mal die ausgelutschteste metapher der welt zu nutzen?
vielleicht ist das eigentliche problem, dass #ulfharaldjanmatthias einfach unfassbar schreib- und denkfaul sind? oder völlig von jeder kreativität befreit?
jens schröder, der alte fuchs, hat sich die traffic zahlen von den krautreportern angesehen, obwohl die keine zahlen rausgeben: die aufmerksamkeitskurve geht nach einem starken start ein bisschen nach unten, aber ich glaube das geht in ordnung: die krautreporter haben gezeigt, dass sie gute texte liefern können und der nächste knaller kommt bestimmt — und dann steigen die zahlen wieder. /bei turi2 gefunden
„Aber ansonsten sind Quote und Algorithmus ganz unterschiedliche Modelle.“ Bei Netflix gehe es darum, dem Zuschauer zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort einen Vorschlag zu machen. Die Quote kann lediglich im Nachhinein mit der anderer Sendungen verglichen werden. Sie ist vor allem ein Instrument für Werbekunden. Netflix, das auf Abonnements basiert, braucht keine Werbekunden, dafür aber die höchstmögliche Zufriedenheit der Abonnenten - und einen Maßstab dafür, welche Filme die Abonnenten zufrieden machen. Wenn Netflix auf Einkaufstour geht, sind es die aggregierten Zuschauerdaten, die den Preis bestimmen.
ich frage mich ob sebastian esser das gelesen hat. abgesehen davon ist die folgende zahl so faszinierend, dass ich sie nicht glauben mag:
Mittlerweile beschäftigen sich laut The Atlantic bei Netflix 800 Computeringenieure allein mit dem Algorithmus.
Aber die Psychologie der führenden Geheimdienstköpfe funktioniert völlig anders. In den Augen dieser Leute handeln sie selbst völlig korrekt. Sie fühlen sich geradezu zur Totalüberwachung verpflichtet. Denn offensichtlich ist ein politisch-administratives System entstanden, das fast jede gesellschaftliche Herausforderung mit Überwachung beantwortet. Dass es bisher praktisch keine nennenswerten Konsequenzen aus den Snowden-Enthüllungen gab, lässt den Schluss zu, dass aus der Innenperspektive alles okay ist. Außer den Enthüllungen.
Zwar braucht man ein monströses Verdrehungsvermögen der Realität, um das so zu sehen. Aber das ist eindeutig vorhanden. Das ist ja das Gefährliche an einer derart radikalen Unkontrollierbarkeit der Geheimdienste: zu deren Geschäft gehört zwingend die Täuschung und die Lüge gegenüber dem Gegner. Und als Gegner in dieser Welt kann tatsächlich jeder betrachtet werden, der eine Machtbeschneidung anstrebt. Auch, wenn diese Machtbeschneidung demokratisch durch Parlamentarische Ausschüsse geschieht. Oder durch Journalisten. Britische Behörden haben ernsthaft den Helfer und Partner von Glenn Greenwald als "Terroristen" gebrandmarkt. Und immer wieder wird gedroht, gegen die Journalisten des "Guardian" wegen "Terrorismus" zu ermitteln.
sascha lobo zählt zwei entscheidende punkte auf: die überwachung ist politisch gewollt und widerstand gegen überwachung macht einen automatisch (früher oder später) zu einem terroristen. damit lösen sich zwei wichtige säulen der demokratie auf: parlamentarische kontrolle (die in sachen geheimdienste defakto nicht existiert) und die ordentliche gerichtsbarkeit, die zu einem politischem (einschüchterungs-) instrument verkommt.
sarah levy und christopher piltz habe für diese reportage den reportagepreis für junge journalisten bekommen:
Auf einmal war er weg, untergetaucht in der Menschenmenge. Er kommt zurück, dachte Marianne Heuer über ihren dementen Mann. Also suchte sie und wartete. Doch wann gibt man einen geliebten Menschen auf?
Und deshalb husch, husch, ihr allmännermächtigen Diskursbeherrscher, zurück in eure Eckkneipe.
der artikel ist ok, aber die forderung am ende, dass #ulfharaldjanmatthias den mund zu halten hätten, ist eine billige retourkutsche an ebenjene, die andere ständig dazu auffordern den mund zu halten, bzw. ihre neumodischen ideen für sich zu behalten.
zumal: ich finde es grandios zu sehen, wie sich (zum beispiel) harald martenstein von kolumne zu kolumne immer weiter selbst demontiert und in seinen ausscheidungen wälzt. am liebsten würde ich diese demontage auf den titelseiten aller medien sehen: männer die sich öffentlich einnässen und dabei wie die rhetorikkaiser von china fühlen.
toller erfahrungsbericht von fritz schumann über irgendwas mit journalismus und japan.
Als ich beim Einchecken dem Hotel meinen Namen nannte, schaute mich ein Herr im Anzug von gegenüber an. “Sie sind Fritz Schumann, richtig? Ich bin Chefredakteur der dpa, ich halte nachher die Laudatio auf sie. Ich habe mir extra Ihren Beitrag ausgesucht, weil er mich so beeindruckt hat." Ich konnte nur Danke sage und wusste sonst nicht, was ein so erfahrener und erfolgreicher Journalist mit mir will. Ich ging aufs Klo.
5. To store asparagus for up to 2 weeks, first I would suggest you consider how much you actually like asparagus and why you bought so much asparagus 2 weeks before you planned on eating it.
da hab ich meine jugend verbracht. also nicht in der JVA, sondern in heinsberg. und an der JVA bin ich täglich vorbeigefahren. und jetzt konnt ich dank internet da reingucken. /in der knastreporter krautreporter-morgenpost gefunden
Die Schriftstellerin Heike Geißler hat drei Monate im Versandlager bei Amazon gejobbt. In „Saisonarbeit“ wirft sie einen verstörenden Blick in die aktuelle Arbeitswelt.
In 1981, Sony asked the public to redesign their logo. Then it realized it was a huge mistake.
vielleicht war es ein fehler des sony-managements zu einem wettbewerb für die neugestaltung des sony-logos aufzurufen. aber es war definitiv kein fehler, das alte logo zu behalten.
But the reporters who enjoy the spectacular tales of Uber's arrogance can also be on the sharp end. Uber henchmen regularly take it upon themselves to chide journalists who criticize the company, and sometimes they -- and Kalanick himself -- go much further. Last year the CEO attacked a Reuters report on a push for new investment as “completely false" and the product of “extremely poor reporting and journalistic ethic." (Reuters took the story down, but three months later, it emerged that it was really inaccurate only in one sense: It didn't value the company's stock high enough.) Others say Kalanick has privately used this episode as an example when threatened with other inconveniently-timed stories even though they were also later proven true. Then came the latest backlash, which started when a senior executive “joked" to BuzzFeed about hiring opposition researchers to expose the personal secrets of a critical reporter, PandoDaily's Sarah Lacy, in order to stifle criticism. It was dismissed by Kalanick as “not representative in any way of the company approach." In fact, it's entirely typical: BuzzFeed has since run documents showing Uber was interviewing opposition researchers with an intent to “weaponize facts" against its competitors.
Kalanick's brand of ruthlessness is not an accident, it's more a core character trait.
gregor gysi lässt im interview mit chrstoph schlingensief einfach schlingensief reden. das ist teilweise sehr, sehr witzig. /hier gefunden
Ein Behördenleiter erklärt, warum er Asylbewerbern die Leistung kürzt: Sie haben schließlich nie etwas eingezahlt. Und wenn sie nicht zufrieden seien, hätten sie immer die Möglichkeit, die Bundesrepublik zu verlassen.
Zum Hintergrund: Die Flüchtlinge kommen aus Eritrea. Kein Land auf der Welt (!) hat weniger Pressefreiheit, Folterungen politischer Gefangener sind dokumentiert, diese Flüchtlinge sind also astreine politische Verfolgte, wie DDR-Flüchtlinge es waren, wie Thomas Mann es war.
faszinierend. ich weiss nicht von wem man mehr lernen kann, von pandos paul carr, der versucht die pr-taktiken des milliarden-schweren uber zu zerlegen, oder von den schadensbegrenzungsmassnahmen von uber, die sich nicht nur sehr teure hilfe aus der politischen PR geholt haben, sondern offenbar auch willens sind, deren praktiken kompromisslos auszunutzen — egal wie dumm sie danach dastehen.
ganz anderes thema: ich spreche uber übrigens über aus.
sehr schön differenzierter artikel von eugene robinson darüber, wie schwer es ist, sich angesichts der letzten monate eine meinung über bill cosby und die vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn zu bilden. wichtigstes take-away: die frauen die sich jetzt melden haben wegen der verjährung der taten kaum chancen darauf, dass ihre vorwürfe vor gericht verhandelt werden, noch auf geldforderungen.
It is important to note that Cosby has never been charged with any crime. It is also important to note that statutes of limitations have run out on most, if not all, of the alleged attacks. It may be unfair, but a rape that goes formally unreported for too long is no longer legally considered a rape.
Is it fair to Cosby, then, that his alleged victims come forward now, knowing they will never have to prove anything in court? Cosby's defenders should be aware that some of the women have spoken publicly before; the difference is that now they're being listened to.
eine kommentatorin oder ein kommentator schreibt unter den artikel in dem über eine weitere frau berichtet wird, die von cosby missbraucht wurde das hier:
As horrifying as hearing all these stories is, I have to say, the fact that all these women, who are long past the point of being able to "get something" out of telling their stories, are coming forward kind of warms my heart. Why? Because so many of them seem to be doing it in support of the others who spoke publicly.
They must know that they're going to be harassed by Cosby's lawyers and any number of internet trolls, but all these unrelated women from different walks of life are still stepping up and saying, "Those women aren't lying. I know, because he pulled the same shit on me."
I'm not a huge Janice Dickinson fan, but when she said, "I'm doing this because it's the right thing to do, and it happened to me, and this is the true story. I believe all the other women," that really pulled at my heart strings.