alles

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  scrip­ting.com: Face­book uses RSS for In­stant Ar­tic­les

dave wi­ner:

Late yes­ter­day Face­book re­leased docs ex­plai­ning how In­stant Ar­tic­les works for pu­blishers. It's good news. They have, as I spe­cu­la­ted ear­lier, built their sys­tem around RSS.

ich fin­de das, zu­rück­hal­tend ge­sagt, ziem­lich sen­sa­tio­nell. end­lich eine mög­lich­keit, face­book semi- oder voll­au­to­ma­tisch und „mul­ti­me­di­al“ mit in­hal­ten zu fül­len. die RSS-spe­zi­fi­ka­ti­on ist na­tür­lich ein biss­chen an das in­stant-ar­tic­les-for­mat an­ge­passt, was wie­der­um auf HTML5 ba­siert. mit ein paar klei­nen drehs am RSS-for­mat, lässt sich das aber leicht ein­rich­ten. tech­nisch ist das al­les vor­bild­lich ge­löst. und: zum ers­ten mal seit lan­gem, ver­ste­he ich eine face­book-do­ku­men­ta­ti­on über­haupt.

jetzt wird’s nur noch zeit, dass aus­ser ein paar gros­sen pu­blishern auch blog­ger zu­gang zu den in­stant ar­tic­les be­kom­men.



er­staun­lich wie vie­le stan­dard­si­tua­tio­nen der tech­no­lo­gie­kri­tik bei der blend­le-kri­tik an­fal­len: eu­ro­zi­ne.com/ar­tic­les/2009-12-01-pas­sig-de.html

  • „What the hell is it good for?“
  • „Wer will denn so was?“
  • „Die Ein­zi­gen, die das [Dings] wol­len, sind zwei­fel­haf­te oder pri­vi­le­gier­te Min­der­hei­ten.“
  • „[Das Dings] ist eine Mode, die viel­leicht wie­der vor­bei­geht.“
  • „[Das Dings] wird [nichts] ver­än­dern"
  • „Schö­nes Spiel­zeug.“
  • „Da­mit lässt sich kein Geld ver­die­nen.“

seit mehr als ei­nem mo­nat schrei­be ich auf al­len ka­nä­len über blend­le die fin­ger wund.
die bei­fah­re­rin eben so: „blend­le? was iss’n das?“


ich bin ge­blend­let

felix schwenzel in artikel

ich muss vor­aus­schi­cken, dass nichts am fol­gen­den text ob­jek­tiv ist. wie ei­gent­lich al­les, was ich so ins netz schrei­be. aber in be­zug auf blend­le bin ich wahr­schein­lich noch vor­ein­ge­nom­me­ner, als ich es sonst bin. blend­le ist wie ein wahr­ge­wor­de­ner traum von mir. die­ser text ent­hält auch kei­ne pro­gno­sen über den künf­ti­gen er­folg oder miss­erfolg von blend­le (da­für gibt’s ge­nug ober­che­cker), son­dern um mein wunsch­den­ken.

ich habe mir im­mer ge­wünscht ein­fa­chen zu­griff auf tex­te zu ha­ben. die ers­te hür­de auf die­sem weg habe ich be­reits vor 40 jah­ren ge­nom­men, als ich le­sen lern­te. mit bü­chern und zeit­schrif­ten klapp­te der zu­griff auf tex­te dann auch jah­re­lang ganz her­vor­ra­gend, aber seit ich mir bü­cher mit ein bis zwei klicks kau­fen kann und sie, egal wo ich ge­ra­de bin, qua­si so­fort, nach zwan­zig bis dreis­sig se­kun­den, le­sen kann, sind mei­ne er­war­tun­gen an text­lie­fe­ran­ten ex­po­nen­ti­ell ge­stie­gen. ich sehe nicht mehr ein, war­um ich mir tex­te ki­lo­wei­se per abo auf pa­pier nach hau­se lie­fern las­sen soll, um sie dann ir­gend­wann zu le­sen — oder sie nicht le­sen zu kön­nen, wenn ich nicht ge­ra­de den rich­ti­gen pa­pier­sta­pel mit mir her­um­schlep­pe.

als ich mei­ne letz­ten bei­den pa­pier-abos ge­kün­digt habe, die c’t und die brand­eins, gab es von der c’t noch kein rein di­gi­ta­les abo und für die brand­eins kein di­gi­ta­les abo, das ich auf den mir zur ver­fü­gung ste­hen­den ge­rä­ten hät­te be­nut­zen kön­nen (isch abe kein ipad). die ein­zi­ge pu­bli­ka­ti­on die ich mir hin und wie­der, je­des mal ohne reue, auf pa­pier kau­fe, ist die geo-epo­che. auch sie gibt es, bis auf ein paar sam­mel­bän­de, für mich bis­her nicht di­gi­tal zu le­sen.

die c’t lese ich jetzt re­gel­mäs­sig in der fir­ma, die noch ein pa­pier­abo hat, die brand­eins gar nicht mehr — und ta­ges­zei­tun­gen, seit ich nicht mehr zwi­schen ham­burg und ber­lin pend­le, auch nicht mehr. ehr­lich­ge­sagt reicht das was mir mei­ne RSS-, twit­ter oder an­de­ren feeds in mei­ne le­se­apps spü­len auch voll­kom­men aus. da wird na­tür­lich auch viel schrott an­ge­spült, aber auch im­mer wie­der per­len und klei­ne schmuck­stü­cke, die ich so gut wie mög­lich mit mei­nen fast täg­li­chen links mit in­ter­es­sier­ten zu tei­len ver­su­che.

To­day: Nee­ded a cab. No black cab around. Down­loa­ded Uber app again. Set up new ac­count. Scan­ned cre­dit card. Loved the ease of that. Or­de­red car. Dro­ve away. All wi­thin 5 mi­nu­tes - from rea­li­sing I nee­ded a cab, to set­ting up that ac­count and sit­ting in a car.
Last week: Tried to sub­scri­be to the di­gi­tal edi­ti­on of a lea­ding news­pa­per. Gave up af­ter 9 mi­nu­tes.
E-Com­mer­ce is an art form, not a side job.

Wolf­gang Blau 22.09.2015 12:31

(ur­sprüng­lich ver­öf­fent­licht am 22.09.2015 20:32)

was ich sa­gen will: das was ex­klu­siv auf pa­pier oder hin­ter den be­zahl­sys­te­men der ver­la­ge an jour­na­lis­mus pro­du­ziert wird ist mei­ner wahr­neh­mung seit ein paar jah­ren kom­plett ent­zo­gen. ich be­kom­me da­von nur in aus­nah­me­fäl­len et­was mit. hin und wie­der ma­chen mich die zeit­schrif­ten-co­ver ein­zel­ner ti­tel neu­gie­rig oder ich lese im netz von leu­ten, die et­was auf pa­pier ge­le­sen ha­ben und es ein­dring­lich emp­feh­len.

vor ei­ni­gen mo­na­ten gab es im spie­gel zum bei­spiel eine ti­tel­ge­schich­te zu ikea. die woll­te ich un­be­dingt le­sen, aber der spie­gel zwang mich zu ei­nem lang­wie­ri­gen re­gis­trie­rungs­pro­zess, in dem ich im­mer wie­der dazu ge­drängt wur­de ein abo ab­zu­schlies­sen. letzt­end­lich muss­te ich mir das gan­ze heft kau­fen, zum bei­na­he glei­chen preis, wie am ki­osk. der ikea-text und das le­se­ver­gnü­gen wa­ren un­ter­ir­disch.

seit­dem habe ich mir kei­ne ein­zi­ge spie­gel-aus­ga­be, we­der auf pa­pier, noch di­gi­tal ge­kauft. das glei­che bei der faz: schlim­mer re­gis­trie­rungs­pro­zess und mond­prei­se. die sz? da weiss ich noch nicht­mal, ob und wenn ja wo man dort ein­zel­ne ar­ti­kel kau­fen kann. ach ja, 2013 woll­te ich für eine gran­dio­se re­por­ta­ge von mi­cha­el obert un­be­dingt et­was be­zah­len (der text war und ist kos­ten­los im netz zu le­sen). das ser­vice­team der sz be­ant­wor­te­te mei­ne fra­ge da­mals so:

Was Ihre An­fra­ge be­trifft, so ist die ge­sam­te Bran­che zur Zeit im Wan­del. Ob es ir­gend­wann ein­mal mög­lich sein wird, nur für die In­hal­te zu be­zah­len, die man auch le­sen möch­te, ist si­cher­lich nicht aus­zu­schlie­ßen. Die­ses The­ma wird ak­tu­ell in der Ver­lags­welt aus­gie­big dis­ku­tiert. Es gibt aber auch die Schat­ten­sei­te. Kann ein Ver­lag es sich dann noch leis­ten eine gan­ze Zei­tung zu pro­du­zie­ren? Wür­den dann viel­leicht nur­noch Ar­ti­kel ver­öf­fent­licht, die auch mas­sen­taug­lich sind? Alle die­se Punk­te müs­sen bei der Fra­ge be­rück­sich­tigt wer­den, ob es ir­gend­wann ein­mal mög­lich sein wird, auch ein­zel­ne In­hal­te zu kau­fen.

(hier habe ich die ge­schich­te vor 2 jah­ren auf­ge­schrie­ben)

das, ein­zel­ne ar­ti­kel zu le­sen und ein­fach zu be­zah­len, war 2013, aber auch schon lan­ge da­vor, mein traum. hier noch­mal, in al­ler kür­ze, aus­for­mu­liert. ich möch­te …

  • für be­son­ders tol­le (oder auch mit­tel­gu­te) tex­te (un­kom­pli­ziert) et­was zah­len, frei­wil­lig oder we­gen ei­nes preis­schilds
  • un­kom­pli­ziert auch an tex­te her­an­kom­men, die nicht ohne wei­te­res frei zu­gäng­lich sind, ger­ne ge­gen (an­ge­mes­se­ne) be­zah­lung
  • die­se tex­te auch an­de­ren emp­feh­len kön­nen, per link und vor al­lem mit nied­ri­ger zu­gangs­schwel­le für an­de­re, ger­ne ge­gen (an­ge­mes­se­ne) be­zah­lung
  • zu­griff auf alle — oder mög­lichst vie­le — deutsch­spra­chi­ge oder eng­lisch­spra­chi­ge tex­te zu ha­ben, ohne mir alt­pa­pier lie­fern las­sen oder selbst ins haus schlep­pen zu müs­sen — und vor al­lem ohne abos ab­schlies­sen zu müs­sen

und, eben­falls in al­ler kür­ze: das ist un­ge­fähr das, was seit ein paar wo­chen mit blend­le mög­lich ist.


ich lese wahn­sin­nig viel auf blend­le und bin über­rascht, wie vie­le sehr- und mit­tel­gu­te tex­te ich, in den we­ni­gen wo­chen die ich es nut­ze, dort be­reits ent­deckt habe (link auf mei­ne blend­le-sei­te, in der auch alle mei­ne emp­foh­le­nen tex­te auf­ge­lis­tet sind).

die meis­ten die­ser tex­te sind in der re­gel auf pa­pier oder hin­ter schwer über­wind­ba­ren be­zahl­wän­den und an­mel­de­pro­ze­du­ren ver­steckt und für ot­to­nor­mal-web­nut­zer mehr oder we­ni­ger un­zu­gäng­lich. ob­wohl ich die idee von be­zahl­wän­den und ge­schlos­se­nen räu­men im in­ter­net aus prin­zip blöd fin­de, bin ich be­geis­tert, wie vie­le per­len sich hin­ter der re­la­tiv leicht über­wind­ba­ren blend­le-be­zahl­mau­er of­fen­ba­ren.

es ist ein biss­chen so, als hät­te ich bis jetzt im pa­ra­dies ge­ses­sen, die brat­hähn­chen wa­ren alle in reich­wei­te, je­den tag konn­te ich mich sat­tes­sen und mei­nen RSS-feed­le­ser über­haupt nur so halb lee­ren und den emp­feh­lun­gen mei­ner time­line ge­ra­de mal so zu 0,18 pro­zent fol­gen. und plötz­lich ist da im pa­ra­dies ne tür, hin­ter der es nicht nur brat­hähn­chen gibt, son­dern auch su­shi, rin­der­fi­let und omas sau­er­bra­ten. kos­tet ein biss­chen ex­tra, schmeckt nicht im­mer über­ra­gend, aber ziem­lich oft sehr, sehr gut.


was mir beim le­sen auf blend­le auf­fällt, so schön es ist, am sonn­tag die FAS oder den spie­gel di­gi­tal durch­zu­blät­tern, enorm vie­le tol­le tex­te wer­den dort durch emp­feh­lun­gen nach oben ge­spült. und das manch­mal aus un­wahr­schein­li­chen quel­len. zum bei­spiel, ein gu­ter text im stern. den stern wür­de ich sonst (am ki­osk, in der arzt­pra­xis) nur noch mit hand­schu­hen an­fas­sen, aber auf blend­le lese ich plötz­lich stern-tex­te, wenn sie ein­dring­lich ge­nug emp­foh­len wer­den. glei­ches gilt für die welt, hier die am sonn­tag. ein dif­fe­ren­zier­ter, aus­führ­li­cher und aus­ge­gli­che­ner ar­ti­kel über „bio“ in der welt? un­wahr­schein­lich, pas­siert aber of­fen­sicht­lich ab und an — und auf blend­le mer­ke ich es.

tat­säch­lich ist es die mi­schung aus stö­bern und emp­foh­len be­kom­men, die blend­le so an­ge­nehm macht. bei­des führt im­mer wie­der zu gu­ten tex­ten, aber trotz­dem be­mer­ke ich, wie die mar­ken in den hin­ter­grund rut­schen. schrott, un­in­ter­es­san­tes, wie­der­ge­käu­tes, zu­sam­men­fas­sen­des steht in al­len blät­tern, aber hin und wie­der eben auch be­frie­di­gen­de lang­stre­cken oder re­por­ta­gen. nur muss ich da­für eben nicht mehr die FAS, die FAZ, den spie­gel oder was auch im­mer auf­schla­gen. ich muss nicht gan­ze hef­te kau­fen, von de­nen eh nur ein drit­tel lese, ich muss nicht zu de­ren web­sei­ten na­vi­gie­ren und mich dort an­mel­den, die gu­ten tex­te schwim­men bei blend­le ein­fach an mir vor­bei; die tex­te kom­men an­ge­schwom­men.

na­tür­lich gibt es (um mei­ner the­se von den ver­schwin­den­den mar­ken gleich mal zu wi­der­spre­chen) noch eine men­ge hef­te, die ich schmerz­lich ver­mis­se, die GEO, die GEO-epo­che, die brand­eins. die deut­sche wired ist an­ge­kün­digt bald zu kom­men, aber was ist mir den eng­lisch­spra­chi­gen aus­ga­ben? die ein­zig se­riö­se com­pu­ter­zeit­schrift (die c’t) fehlt noch, eben­so die new york times oder der new yor­ker. und wo ist die mare?


ich möch­te für gu­ten, lei­den­schaft­li­chen jour­na­lis­mus be­zah­len. ich möch­te gu­ten jour­na­lis­mus un­ter­stüt­zen, des­halb habe ich ur­sprüng­lich die kraut­re­por­ter un­ter­stützt, des­halb war ich vie­le jah­re brand­eins- und c’t-abon­nent. ich will aber vor al­lem, dass das gan­ze leicht zu­gäng­lich ist, für mich und an­de­re.

auf blend­le.de bin ich freeri­der, ich kann dort so viel le­sen wie ich will, ohne zu be­zah­len. ich be­zah­le da­mit, dass ich ab und zu tex­te emp­feh­le. (wo­mit wir wie­der am an­fang und der über­schrift die­ses tex­tes sind. ich bin vor­ein­ge­nom­men und ge­blend­let.)

mein kraut­re­por­ter-abo habe ich nach ei­nem jahr ge­kün­digt, auch sonst habe ich der­zeit kei­ne abos mehr. des­halb habe ich mir über­legt, je­den mo­nat 20 bis 30 euro an un­ter­schied­li­che jour­na­lis­ti­sche pro­jek­te zu spen­den. in die­sem mo­nat wird das cor­rec­tiv.org sein, mal se­hen was die kom­men­den mo­na­te an in­ter­es­san­ten jour­na­lis­ti­schen pro­jek­te brin­gen.



vor et­was 25 jah­ren habe ich in ei­ner köl­ner knei­pe mal den „chef vom dienst“ von bou­le­vard bio ge­trof­fen. nach­dem ich ihn erst­mal be­lei­digt hat­te („du re­dest ex­akt wie wolf­gang schäub­le“) frag­te ich ihn was man so als chef vom dienst ma­che. ich habe fast al­les was er mir er­zählt hat ver­ges­sen, aber ein de­tail ist mir bis heu­te prä­sent: den ers­ten teil des ta­ges, er­zähl­te er mir, ver­brin­ge er da­mit erst­mal „alle“ ta­ges­zei­tun­gen zu le­sen um zu wis­sen was los in der welt ist, wel­che the­men dis­ku­tiert wer­den. was für ein traum­job dach­te ich da­mals — und ei­gent­lich auch noch heu­te: alle zei­tun­gen le­sen kön­nen — und dann auch noch da­für be­zahlt wer­den!

ich hat­te da­mals™ zu­hau­se zu­griff auf die aa­che­ner/heins­ber­ger nach­rich­ten und den köl­ner stadt­an­zei­ger. der ksta wur­de uns da­mals im­mer erst mit der post ge­lie­fert und da­mals freu­te ich mich je­den tag dar­auf, ihn end­lich in den hän­den hal­ten zu kön­nen. kann man sich heut­zu­ta­ge gar nicht mehr vor­stel­len, dass man ei­ner­seits auf (re­la­tiv alte) zei­tungs­tex­te war­ten muss­te und an­de­rer­seits, dass man den köl­ner stadt­an­zei­ger le­sen woll­te.

die vor­stel­lung, alle (re­le­van­ten) zei­tun­gen le­sen zu kön­nen hat mich jah­re­lang fas­zi­niert. dann kam plötz­lich das netz und der traum schien sich zu er­fül­len.


Photo by felix schwenzel on September 22, 2015. Keine Fotobeschreibung verfügbar..

kann man das ei­gent­lich sa­gen, „be­gos­se­ner da­ckel“?


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Wolf­gang Blau 22.09.2015 12:31


in­ter­es­sant, seit heu­te ist @mar­cel­weiss bei blend­le, aber dass blend­le nicht funk­tio­niert, weiss er schon seit 5 ta­gen.

Die Er­kennt­nis ist, dass die aus der Zeit der Pa­pier­dis­tri­bu­ti­on kom­men­den Struk­tu­ren und Pro­zes­se heu­te nicht mehr trag­fä­hig sind.

Ich kann den Wunsch nach ei­ner er­folg­rei­chen Be­zahl­op­ti­on für Pres­se­er­zeug­nis­se im In­ter­net ver­ste­hen. Aber der Blend­le-An­satz ist wenn schon nicht zum Schei­tern, dann min­des­tens zu ei­nem „Fer­ner Lie­fen“-Platz im Er­lös­mix ver­dammt.




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  ka­tia­kelm.de/blog: wie mei­ne art­week war

was ich für die bei­fah­re­rin so bin:

im ate­lier. mich rum­ge­plagt mit nem neu­en bild, mal wie­der ein por­trait mei­nes man­nes.
mein mann ist für mei­ne ma­le­rei in­zwi­schen das, was frü­her, zu knet­mas­se-zei­ten, die rat­ten, ka­nin­chen und tau­ben wa­ren.

aber na­tür­lich geht’s in dem text gar nicht um mich, son­dern um die art­week, „con­n­eg­ge“ und ku­ra­to­ri­sche kon­zep­te.



links vom 22.09.2015

felix schwenzel

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  zel­dman.com: Ad Blo­cking and the Fu­ture of the Web   #

das ist so­weit der bes­te ar­ti­kel zum the­ma on­line-wer­bung und on­line-wer­bungs-blo­ckie­rung, den ich in den letz­ten 2 wo­chen ge­le­sen oder ge­schrie­ben habe. der ar­ti­kel hat mich je­den­falls dazu ge­bracht mei­nen ent­wurf für ei­nen wei­te­ren ar­ti­kel zum the­ma ad­blo­cking weg­zu­wer­fen.

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  the­ver­ge.com: Why Slack could be the fu­ture of con­fe­ren­ces   #

no­tiz an mich selbst: zwei mo­na­te vor der re­pu­bli­ca 2016 noch­mal le­sen.

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  sz-ma­ga­zin.sued­deut­sche.de: Da­ni­el Rich­ter im In­ter­view   #

vor ein paar ta­gen schon­mal als blend­le-link ver­öf­fent­licht, ist hier die wer­be­fi­nan­zier­te ver­si­on des gran­dio­sen in­ter­views mit da­ni­el rich­ter.

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  truth­dig.com: What You Need to Know About Da­vid Ca­me­ron’s #Pig­gate, the Con­tro­ver­sy Swee­ping the U.K.   #

mit tweets.

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  qz.com: Choice ques­ti­ons from Do­nald Trump’s dis­as­trous Twit­ter in­ter­view   #

ich fand die fra­gen zum teil sehr wit­zig. zum bei­spiel:

Wha­t's your fa­vou­ri­te type of dis­cri­mi­na­ti­on? #Ask­Trump

Lily Bai­ley (@Li­ly­Bai­ley­UK21.09.2015 19:31

#Ask­Trump how do you keep your hu­man skin over your rep­ti­le skin

yova (@yo­va­bun­dra21.09.2015 19:13

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  tech­dirt.com: Com­pa­ny Ac­qui­res Rights To Drug Used By AIDS/Can­cer Pa­ti­ents; Im­me­dia­te­ly Rai­ses Per Pill Pri­ce From Un­der $14 To $750   #

das müss­te man doch ei­gent­lich arsch­loch­ka­pi­ta­lis­mus nen­nen, wenn eine fir­ma die rech­te für ein me­di­ka­ment kauft und den pil­len-preis von $14 auf $750 er­höht?

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  grindtv.com: Rob­bie Maddi­son surfs Ta­hi­ti on a dirt bike   #

rob­bie maddi­son beim wel­len­rei­ten — auf ei­nem mo­to­rad. der stunt hat ihn wohl bei­na­he das le­ben ge­kos­tet, ist to­tal be­scheu­ert und ist im rah­men von wer­bung für ir­gend­wel­che schu­he ent­stan­den, aber ich ver­lin­ke ihn trotz­dem.



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  wired.de: John­ny Haeus­ler kann eure schlau­en Face­book-Sprü­che nicht mehr se­hen!

john­ny haeus­ler mal ex­trem wit­zig. zwei sei­ten lang zer­pflückt er le­bens­weis­hei­ten, die auf bil­der mon­tiert wer­den und in so­zia­len netz­wer­ken ver­teilt wer­den.

„Man ist im­mer so alt, wie man sich fühlt.“ Kom­plet­ter Bull­shit. Man ist so alt, wie man alt ist. An­dern­falls wäre ich ges­tern 72, vor­ges­tern 13 und vor­vor­ges­tern 35 ge­we­sen, wie soll man denn da Ge­burts­tag fei­ern?

ralf heimann hat dann aber noch ei­nen drauf ge­setzt mit die­ser mon­ta­ge:


#bosch­hol­ding­hands with #evaa­de­le. Of cour­se this was my per­so­nal @ber­lin­art­week high­light.

An­dré Krü­ger (@bosch21.09.2015 10:05




nie­mals auf die le­ser hö­ren

felix schwenzel

Then
Users: Plea­se Do­No­t­Track me
AdT­ech+Pu­blishers: Screw you

Now
AdT­ech+Pu­blishers: Plea­se Do­No­t­Ad­Block me
Users: Screw you

Kon­tra (@coun­ter­no­ti­ons20.09.2015 15:00

man kann die­sen tweet als naiv an­se­hen (was un­ter dem tweet von „Kon­tra“ auch gleich ge­schah), aber man kann auch mal kurz in­ne­hal­ten und sich die­ses do-not-track-dings mal in ruhe an­se­hen. die do-not-track-in­itia­ti­ve war ein ver­such, brow­ser-be­nut­zern die ein­fa­che mög­lich­keit zu ge­ben, das track­ing, also die ver­fol­gung durch wer­be­ver­mark­ter, auf web­sei­ten zu de­ak­ti­vie­ren. jörg breit­hut auf spie­gel on­line for­mu­liert das so:

Ei­gent­lich sol­len Nut­zer in ih­ren Brow­sern mit der Ein­stel­lun­gen „Do Not Track“ si­gna­li­sie­ren kön­nen, dass sie nicht von Un­ter­neh­men zu Wer­be­zwe­cken aus­ge­forscht wer­den wol­len.

und:

Vie­le Netz­nut­zer wa­ren da­mals be­geis­tert von der Idee, ohne Da­ten­spu­ren durchs Netz zu sur­fen. Doch mit dem Aus­stieg von Ya­hoo schei­nen sich die Pro­gno­sen der Bran­chen­ex­per­ten zu be­wahr­hei­ten.

Kri­ti­ker sag­ten da­mals schon vor­aus, dass die wer­be­fi­nan­zier­ten Un­ter­neh­men bei „Do Not Track“ nicht mit­spie­len wür­den. Zu groß war ih­rer Mei­nung nach das Ri­si­ko, die An­zei­gen-Kun­den zu ver­prel­len. Schließ­lich kön­nen Mi­cro­soft, Ya­hoo und Co. die Wer­bung we­sent­lich bes­ser auf die Nut­zer zu­schnei­den, wenn sie de­ren Klick­ver­hal­ten und In­ter­es­sen ken­nen.

spie­gel on­line ist eben­falls eine wer­be­fi­nan­zier­tes un­ter­neh­men, das sei­ne an­zei­gen­kun­den nicht ver­prel­len möch­te. je­den­falls ar­bei­tet spie­gel-on­line auch mit un­ter­neh­men zu­sam­men, die be­nut­zer „zu Wer­be­zwe­cken“ aus­for­schen. der ar­ti­kel über den aus­stieg von ya­hoo aus der do-not-track-al­li­anz, aus dem ich oben zi­tie­re, wird laut ghos­tery von 17 aus­for­schungs-tra­ckern gar­niert.

ich habe mir mal stich­pro­ben­ar­tig und zu­fäl­lig die da­ten­schutz­er­klä­rung ei­nes die­ser bei spie­gel-on­line ein­ge­setz­ten tra­ckers an­ge­se­hen, von cri­teo. in der eng­lisch­spra­chi­gen ver­si­on sei­ner da­ten­schutz­er­klä­rung, weist cri­teo dar­auf hin, die do-not-track-ein­stel­lung des be­nut­zers nicht zu re­spek­tie­ren:

As de­scri­bed abo­ve, we elec­ted to pro­vi­de me­cha­nisms of choice th­rough our pro­prie­ta­ry opt out and th­rough in­dus­try plat­forms and do not re­spond to web brow­ser do not track si­gnals.

ei­nen ein­fa­chen me­cha­nis­mus, mit dem man glo­bal an­zei­gen kann, nicht er­fasst wer­den zu wol­len, lehnt cri­teo ab, weil man sich für eine „in­dus­trie“-ei­ge­ne im­ple­men­tie­rung ent­schie­den habe.

in der deut­schen ver­si­on der da­ten­schutz­er­klä­rung konn­te ich gar kei­ne hin­wei­se auf den um­gang mit der do-not-track-an­wei­sung fin­den. dort steht:

In die­sen Fäl­len ist es am ein­fachs­ten, un­se­re Wer­be­mit­tel für die­se Brow­ser durch die Ver­wen­dung un­se­rer Opt-out-Funk­ti­on zu de­ak­ti­vie­ren.

wenn ich von der deutsch­spra­chi­gen da­ten­schutz­er­klä­rung von cri­teo auf de­ren „in­dus­trie-ei­ge­ne“ opt-out-funk­ti­on kli­cke, lan­de ich auf ei­ner eng­lisch­spra­chi­gen sei­te, hier. für die deut­sche ver­si­on muss ich ein biss­chen su­chen und lan­de dann hier, bzw. beim „Prä­fe­renz­ma­nage­ment“.

dort be­kom­me ich ei­nen ein­fach zu ver­ste­hen­den hin­weis:

3rd Par­ty Coo­kies nicht ak­ti­viert: Der Sa­fa­ri-Brow­ser blo­ckiert das Set­zen von Coo­kies für ver­hal­tens­ori­en­tier­te Wer­bung. Um die­se er­folg­reich über die­ses Sys­tem de­ak­ti­vie­ren zu kön­nen, müs­sen die­se Coo­kies aber ak­ti­viert sein. So­fern Sie die­se nicht de­ak­ti­viert las­sen möch­ten, ge­ben wir Ih­nen Hil­fe­stel­lun­gen, die­se zu ak­ti­vie­ren. Für wei­te­re In­for­ma­tio­nen be­su­chen Sie un­se­re Hil­fe-Sei­te Opt-out-Hil­fe-Sei­te. So­fern Sie die­se Coo­kies de­ak­ti­viert hal­ten, wird ih­nen nur ver­hal­tens­ba­sier­te Wer­bung über Web­sei­ten ein­ge­blen­det, die Sie be­sucht ha­ben und nicht von Dritt­par­tei­en.

ich glau­be das be­deu­tet, dass ich erst track­ing-coo­kies ak­zep­tie­ren muss, be­vor ich die an­bie­ter wis­sen las­sen kann, dass ich de­ren coo­kies, oder was auch im­mer sie be­nut­zen um mich zu ver­fol­gen, nicht ak­zep­tie­ren möch­te. OK. statt coo­kies nur von sei­ten zu ak­zep­tie­ren, die ich be­su­che, ak­zep­tie­re ich dann eben um des da­ten­schutz wil­lens alle coo­kies.

sei­te neu­la­den … war­ten:

“Coll­ec­ting your sta­tus from 0 com­pa­nies. This may take a while”

nach 40 se­kun­den steht die sei­te. „Nut­zungs­ba­sier­te On­line-Wer­bung“ ist bei al­len an­bie­tern ak­ti­viert, bis auf „Krux“. da is­ses de­ak­ti­viert. war­um auch im­mer. vor zwei jah­ren habe ich das tool schon­mal zu re­cher­che­zwe­cken be­nutzt, viel­leicht habe ich dort ein paar an­bie­ter „de­ak­ti­viert“. egal. ich kli­cke „Bei al­len An­bie­tern de­ak­ti­ve­ren“. das de­ak­ti­vie­ren dau­ert ca. 30 se­kun­den, also lese ich noch ein biss­chen.

Wenn Sie "De­ak­ti­ve­ren" wäh­len be­deu­tet das nicht, dass Sie kei­ner­lei On­line-Wer­bung mehr er­hal­ten. Es be­deu­tet je­doch, dass die On­line-Wer­bung, die Sie auf den Web­sei­ten se­hen, nicht auf der Ba­sis Ih­rer ver­meint­li­chen In­ter­es­sen oder Vor­lie­ben (ab­ge­lei­tet von Ih­rer In­ter­net­nut­zung) an­ge­passt wird. Eine De­ak­ti­vie­rung der nut­zungs­ba­sier­ten On­line-Wer­bung hat kei­nen Ein­fluss auf an­de­re Diens­te, die Coo­kies ver­wen­den; bspw. Ihr Wa­ren­korb. Von Ih­nen be­such­te In­ter­net­sei­ten kön­nen über­dies auch noch für an­de­re Zwe­cke In­for­ma­tio­nen sam­meln; bspw. für Markt­for­schung.

„So­cio­man­tic“ lässt sich nicht de­ak­ti­vie­ren, aber you­ron­line­choices.com be­ru­higt mich:

Wir ha­ben die­sen Feh­ler au­to­ma­tisch pro­to­kol­liert. Wenn der Feh­ler wei­ter­hin be­steht wer­den wir uns an die be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men wen­den.

ei­ni­ge der on­lin­ever­mark­ter, die auch mit spie­gel-on­line zu­sam­men­ar­bei­ten, sind also der mei­nung dass es bes­ser (oder ein­fa­cher) für die ver­brau­cher oder be­su­cher von web­sei­ten sei, sich durch ein le­se­inten­si­ves, ha­ke­lig zu be­die­nen­des, deng­lisch-spra­chi­ges, pro­prie­tä­res bran­chen-werk­zeug durch­zu­kli­cken, als ein häck­chen im brow­ser zu set­zen.

mög­li­cher­wei­se hat das „Screw you“, die ent­schei­dung der wer­be­schnüff­ler sich nicht an „do not track“ zu hal­ten, nicht di­rekt zur po­pu­la­ri­sie­rung von wer­be- und tra­cker-blo­ckern ge­führt, wie @coun­ter­no­ti­ons sug­ge­riert. aber die grund­hal­tung, nut­zer­wün­sche nicht oder nur wi­der­wil­lig — und dann ganz be­son­ders lieb­los — zu re­spek­tie­ren, scheint in der wer­be­bran­che doch sehr aus­ge­prägt zu sein. aber der ei­gent­li­che witz ist, im­mer noch, dass selbst eine er­folg­rei­che, sich durch sei­ne toch­ter selbst ver­mark­ten­de und über­wa­chungs­the­men gegn­über enorm sen­si­ble pu­bli­ka­ti­on wie spie­gel-on­line sich die­sem un- und irr­sinn beu­gen muss. was die wer­be­kun­den wol­len wird ge­macht. auch bei spie­gel-on­line. bloss nie­man­den ver­prel­len! aus­ser die le­ser, die „bling-bling“-kon­su­men­ten, wenn man die ver­prellt hat das kei­ne schwer­wie­gen­den fol­gen, vor al­lem ver­ste­hen die das al­les ja auch gar nicht.


sar­kas­mus zur sei­te. mir ist es wirk­lich ein rät­sel, war­um spie­gel-on­line nicht das on­line-me­di­um ist, das sich mit bei­spiel­haf­ter, an­stands­kon­for­mer wer­bung pro­fi­liert oder die be­fol­gung der do-not-track-an­wei­sung kon­se­quent durch­setzt. mit ei­nem ei­ge­nen wer­be­ver­mark­ter, ei­ner ge­schäfts­fü­he­rin, die in der mo­zil­la-stif­tung sitzt und der die­se pro­ble­ma­ti­ken sehr gut be­wusst sein dürf­ten — und vor al­lem mit ei­ner re­dak­ti­on, die her­vor­ra­gen­de be­richt­erstat­tung rund um pri­vat­sphä­ren- und da­ten­schutz­ver­let­zun­gen macht.


kurz­kri­tik to­mor­row­land: pa­the­ti­scher, to­tal verz­wir­bel­ter und hu­mor­lo­ser ami-kitsch mit noch scha­le­rem nach­ge­schmack als das ende von lost.