hail, cae­sar!

felix schwenzel in gesehen

der film er­zählt die ge­schich­te von ed­die man­nix, der als pro­blem­lö­ser in ei­nem der gros­sen film­stu­di­os der 50er jah­re ar­bei­tet. ich fand den film am an­fang furcht­bar lang­wei­lig, ob­wohl ein re­spek­ta­bles star­auf­ge­bot zu se­hen ist. bei­na­he je­der, der in hol­ly­wood ge­ra­de ganz oben steht, spielt in ir­gend­ei­ner haupt- oder ne­ben­rol­le mit.

der gan­ze film ist mit ei­nem schwe­ren schlei­er ab­sur­di­tät über­zo­gen, was die co­hen-brü­der mut­mass­lich irre wit­zig fin­den. ich fands über eine hal­be stun­de strunz­lang­wei­lig, bis ich es dann aus ir­gend­ei­nem grund schaff­te, hin­ter den schlei­er zu bli­cken und mit­tel-in­ter­es­san­te cha­rak­te­re in den fi­gu­ren zu ent­de­cken. das mag al­les ein miss­ver­ständ­nis ge­we­sen sein, aber ich konn­te am an­fang ein­fach kei­nen re­spekt vor den fi­gu­ren er­ken­nen. es schien mir, als ob sich die co­hens über al­les und je­den den man sah lus­tig mach­ten und ver­gnü­gen dar­an hat­ten, ihre fi­gu­ren dumm und düm­mer wir­ken zu las­sen.

viel­leicht war es aber auch ein in­sze­na­to­ri­scher trick, denn ed­die man­nix, der pro­blem­lö­ser, tritt je­dem men­schen mit dem er zu tun hat, re­spekt­voll ge­gen­über und gibt je­dem das ge­fühl, dass er sich um sei­ne an­lie­gen oder pro­ble­me küm­mern wird und sie ernst nimmt. er ist imemr prag­ma­tisch, im­mer ernst, egal wie lä­cher­lich klein das pro­blem ist.

das zwei­te pro­blem das ich mit dem film zu ha­ben schien, war der feh­len­de zu­sam­men­halt. mir wur­den eine hal­be stun­de lang frag­men­te vor­ge­wor­fen, die alle, für sich ge­nom­men, klei­ne lie­bens­wer­te de­tails und über­zeich­nun­gen hat­ten, aber bis mir klar wur­de, dass ed­die man­nix das al­les zu­sam­men­hielt, im wahrs­ten sin­ne des wor­tes, ver­ging eben eine wei­le.

am ende von hail, cae­sar! ge­fiel mir der film dann, auch wenn ich bis jetzt noch nicht ganz si­cher bin, was ich da­von hal­ten soll. mir er­scheint hail, cae­sar! näm­lich ei­nen ta­cken zu selbst­re­fe­ren­zi­ell. ge­gen selbst­re­fe­ren­zia­li­tät an sich habe ich nichts, aber hier wur­de sie, glau­be ich, über­do­siert. hol­ly­wood be­zau­bert uns alle, ir­gend­wie, und wenn es nicht schon er­fun­den wäre, müss­te es un­be­dingt er­fun­den wer­den, aber so viel ei­gen­lob, hat dann doch ei­nen ge­ruch, auch wenn er mit viel par­füm, teil­wei­se per­fek­ter in­sze­nie­rung, viel tand und hu­mor ver­sche­lei­ert wird.

ich gebe, nach wie vor sehr un­ent­schlos­sen, drei punk­te.


sit­zen­blei­ben und über­sprin­gen

felix schwenzel in artikel

ich bin im gym­na­si­um drei­mal sit­zen­ge­blie­ben. ge­nau­er: auf mei­nem ver­set­zungs­zeug­nis stand drei­mal, dass ich nicht ver­setzt wer­den könn­te. zwei­mal habe ich es nach den som­mer­fe­ri­en ge­schafft, in ei­ner nach­prü­fung nach­zu­wei­sen, dass ich den stoff des letz­ten schul­jah­res in fran­zö­sisch doch drauf habe. beim drit­ten mal hat­te ich im ver­set­zungs­zeug­nis auch ein paar sech­sen ste­hen und durf­te kei­ne nach­prü­fung mehr ma­chen.

of­fen­bar fiel es mir leich­ter, den stoff in ein paar wo­chen zu ler­nen, als in etap­pen über das schul­jahr ver­teilt. ich hat­te jah­re­lang gros­se schwie­rig­kei­ten mei­ne in­ter­es­sen und die an­for­de­run­gen, die die schu­le an mich stell­te, in ein­klang zu brin­gen. lie­fen die ers­ten vier schul­jah­re noch re­la­tiv har­mo­nisch, knirsch­te es die fol­gen­den jah­re mei­ner schul­lauf­bahn im­mer wie­der. wäh­rend ich an mei­nen so­zia­len kom­pe­ten­zen ar­bei­te­te, und ver­such­te mei­ne kom­ple­xe und un­si­cher­hei­ten in den griff zu be­kom­men, hat­te ich we­nig lust mich mit zei­chen­set­zung, recht­schrei­bung, gram­ma­tik oder geo­me­trie aus­ein­an­der­zu­set­zen. spä­ter, als ich mei­ne so­zia­len kom­pe­ten­zen auf ein funk­tio­nie­ren­des ni­veau ge­bracht hat­te, ent­wi­ckel­ten sich mei­ne in­ter­es­sen auch nicht un­be­dingt im sin­ne des lehr­plans. mich in­ter­es­sier­te com­mo­do­re ba­sic, spie­le oder die wir­kung von al­ko­hol sehr viel mehr, als die che­mi­schen ver­bin­dun­gen hin­ter dem al­ko­hol oder fremd­spra­chen.

ei­ner der grün­de da­für, dass es mir ge­lang den für die nach­prü­fung nö­ti­gen schul­stoff in we­ni­gen wo­chen auf­zu­neh­men, war ein nach­hil­fe­leh­rer. dem nach­hil­fe­leh­rer ge­lang, was der schu­le vor­her nicht ge­lang: mein in­ter­es­se zu we­cken und mir werk­zeu­ge an die hand zu ge­ben, mit de­nen ich ef­fek­tiv und mit freu­de ler­nen konn­te. mit dem nach­il­fe­leh­rer er­schien mir das ver­hass­te franzsö­sisch plötz­lich fas­zi­nie­rend und span­nend. wie er das ge­nau ge­schafft hat, weiss ich auch nicht mehr. ich er­in­ne­re mich noch dar­an, dass er mei­ne aus­spra­che und le­se­fä­hig­kei­ten in fran­zö­sisch enorm ver­bes­ser­te, als er mich dazu brach­te, tex­te auf band zu spre­chen. auch fran­zö­si­sche vo­ka­beln und gram­ma­tik lern­te ich dank ihm, in nie da­ge­we­se­ner ge­schwin­dig­keit und ef­fi­zi­enz. über­haupt, die ge­schwin­dig­keit. für die ers­te nach­prü­fung hat­te ich ins­ge­samt nur eine wo­che vor­be­rei­tungs­zeit. den an­fang der som­mer­fe­ri­en hat­te ich da­mit ver­dad­delt, dass ich lust­los in den lehr­bü­chern blät­ter­te und mir die vo­ka­beln an­guck­te. an­der­t­alb wo­chen vor fe­ri­en­en­de er­fuhr ein be­kann­ter mei­ner el­tern von mei­ner lern­wei­se („och ja, ich hab n biss­chen ge­übt“) und zog die not­brem­se, bzw. die te­le­fon­num­mer von herrn lau­er. und tat­säch­lich schaff­te der es, mich in die­ser ver­blie­be­nen wo­che durch mei­ne ers­te nach­prü­fung zu brin­gen.

im dar­auf­fol­gen­den schul­jahr, liess ich das ge­lern­te wie­der schlei­fen und be­kam im ver­set­zungs­zeug­nis wie­der eine fünf (ne­ben deutsch). die­ses mal hat­ten herr lau­er und ich mehr zeit und wie­der schaff­te ich die nach­prü­fung.

so dank­bar ich herrn lau­er bis heu­te bin, dass er mir zeig­te, dass ich nicht doof, son­dern in­ef­fi­zi­ent und un­in­ter­es­siert war, so sehr bin ich auch dank­bar, dass ich die neun­te klas­se wie­der­ho­len konn­te. das war lang­fris­tig we­sent­lich ef­fi­zi­en­ter, als die nach­hil­fe. denn in die­sem zwei­ten durch­lauf der neun­ten klas­se, fing ich an mich tat­säch­lich für die the­men im un­ter­richt zu in­ter­es­sie­ren. ich liess mich auch nicht mehr so sehr von den chao­ten in mei­ner klas­se ab­len­ken, bzw. be­tä­tig­te mich selbst nicht mehr so in­ten­siv als klas­sen­cha­ot.

nach der zehn­ten klas­se bin ich dann für ein jahr nach ame­ri­ka in die high­school ge­gan­gen, wo ich die zwölf­te klas­se be­such­te und auch den high­school­ab­schluss mach­te. zu­rück in deutsch­land durf­te ich die elf­te klas­se über­sprin­gen, um mich dann in der zwölf­ten und drei­zehn­ten klas­se auf mein ab­itur vor­zu­be­rei­ten. so bin ich nicht nur drei­mal sit­zen­ge­blie­ben, son­dern habe for­mal auch eine klas­se über­sprun­gen. am ende hat­te ich im abi eine durch­schnitts­no­te von 2,3.


sen­dung mit der maus vom 27. märz 2016

felix schwenzel in gesehen

ar­min be­sucht eine mo­sel-bau­ern fa­mi­lie und be­glei­tet sie ein gan­zes jahr über. in die­ser fol­ge se­hen wir, was mo­sel-wein­bau­ern im win­ter ma­chen, ir­gend­wann in den nächs­ten wo­chen, dürf­te dann mehr fol­gen. ich fand das sehr, sehr se­hens­wert und wenn ich das rich­tig ver­stan­den habe, kann man die mo­sel-bau­ern-sach­ge­schich­te noch jah­re­lang in der ARD-me­dia­thek se­hen. ich kann sehr emp­feh­len, das zu gu­cken.

in tru­des tier, eine der we­ni­gen zei­chen­trick­se­ri­en in der maus, die ich mir hin und wie­der an­se­he, habe ich so­gar ein, zwei­mal la­chen müs­sen. was mich an tru­des tier fas­zi­niert, ist die plas­ti­zi­tät der zeich­nun­gen. ich ver­mu­te, dass sie mit hil­fe von drei­di­men­sio­na­len mo­del­len am com­pu­ter ent­steht. und in der tat, in ei­ner pres­se­mit­tei­lung lässt der WDR wis­sen:

Die Ti­tel­rol­len der Mi­ni­se­rie spre­chen der Co­me­di­an Bern­hard Ho­ë­cker (Tier) und die Schau­spie­le­rin Ruth Ma­cke (Tru­de). Die Pro­duk­ti­on schlägt die Brü­cke zwi­schen mo­der­ner Ani­ma­ti­ons­tech­nik und klas­sisch ge­zeich­ne­ten Hin­ter­grün­den im Sti­le der 50er Jah­re, die in die mo­der­ne Welt über­tra­gen wer­den.

die shaun das schaf-fol­ge schien mir et­was äl­ter zu sein und mir fiel auf, dass die­se fol­ge ganz her­vor­ra­gend mit sub­ti­ler mi­mik und ges­tik der tie­re ar­bei­te­te, in ei­ner sze­ne we­delt bit­zer so­gar so sub­til mit dem schwanz, dass ich ihn kurz für ei­nen ech­ten hund hielt. so ge­fällt mir shaun das schaf we­sent­lich bes­ser, als in den letz­ten bei­den aus­ga­ben.

die sen­dung ist be­reits zwei wo­chen alt (ich habe un­chro­no­lo­gisch ge­guckt) und nur noch bis sams­tag auf der maus­sei­te.


bet­ter call saul s02e08 (fi­fi)

felix schwenzel in gesehen

auch wenn man in die­ser fol­ge viel aus dem mike-hand­lungs­strang sieht, hät­te ich ger­ne mehr von mike ge­se­hen. im­mer wenn ich jim­my mc­gill sehe, ent­weicht mir ein leicht ge­nerv­tes stöh­nen. sei­ne ge­schich­te, sei­ne ge­schich­ten, sein dampf­ge­plau­der ner­ven irre. aber es hielt sich in die­ser fol­ge in gren­zen, weil die hand­lung eher um jim­my ihn her­um ab­spielt - oder ge­nau­er zu­sam­men­braut, und er le­dig­lich re­agiert.

wie er re­agiert, ist im­mer­hin über­ra­schend, auch wenn es uns in die­ser fol­ge we­der ver­gönnt ist die wir­kung con jim­mys re­ak­ti­on auf chucks meis­ter­stück (wer es ge­se­hen hat weiss was ich mei­ne, wer es nicht ge­se­hen hat, dem sag ich nichts), noch die wir­kung von mi­kes re­ak­ti­on auf die dro­hun­gen des me­xi­ka­ni­schen dro­gen­kar­tells, zu se­hen.

im prin­zip ist die­se fol­ge eine rei­ne vor­be­rei­tungs­fol­ge, de­ren, wahr­schein­lich ex­plo­si­ve, fol­gen wir dann in der nächs­ten (vor­letz­ten) sen­dung se­hen kön­nen. ohne zu viel zu ver­ra­ten, lässt sich wohl er­ah­nen, dass wir in der nächs­ten fol­ge er­fah­ren, wie ein al­ter be­kann­ter im roll­stuhl lan­det und dass chuck, we­gen ein paar zah­len­dre­hern, so kräf­tig auf den de­ckel be­kom­men wird, dass er sich da­von nicht mehr er­ho­len wird.

bet­ter call saul ist nach wie vor das bes­te was auf mei­nem bild­schirm läuft und we­gen der in­itia­len, über vier mi­nu­ten lan­gen, ohne schnitt ge­dreh­ten, ein­gangs­se­quenz und ei­ni­ger an­de­rer wun­der­ba­rer de­tails, gebe ich die höchst­wer­tung, auch wenn die bei­den fol­gen­den fol­gen si­cher noch bes­ser wer­den.


bil­li­ons s01e11 (ma­gi­cal thin­king)

felix schwenzel in gesehen

ich mag in die­ser se­rie we­der mag­gie siff, noch ihre rol­le als psy­cho­lo­gin wen­dy rhoa­des. ei­gent­lich spielt sie ja eine „cha­ka!“-trai­ne­rin, bzw. arsch­loch-op­ti­mie­re­rin bei axe ca­pi­tal. das ist eine wirk­lich un­dank­ba­re rol­le, weil ihr alle at­tes­tie­ren über­ra­gend in ih­rem feld zu sein und man sich als dreh­buch­schrei­ber und schau­pie­le­rin fra­gen muss: wie stellt man so eine über­flie­ge­rin ei­gent­lich dar? ir­gend­wann reicht es eben nicht, ihre qua­li­tä­ten im­mer nur zu be­haup­ten, ir­gend­wann muss man sie auch in ak­ti­on zei­gen.

wie ihre qua­li­tä­ten als trai­ne­rin und wie ihr zwi­schen-den-fron­ten-ste­hen zwi­schen bob­by axel­rod und ih­rem mann chuck rhoa­des, bis­her dar­gestllt wur­de, fand ich äus­serst schwach. in die­ser fol­ge ha­ben sich die au­toren be­ein­dru­cken­de mühe mit wen­dys rol­le und ih­ren dia­lo­gen ge­ge­ben, so dass ich tat­säch­lich re­la­tiv be­ein­druckt war.

das set­ting ist na­tür­lich wie­der völ­lig über­dra­ma­ti­siert, als bob­by axel­rod sie um eine sit­zung bit­tet, nach­dem er ei­nen ziem­lich teu­ren feh­ler ge­macht hat und dem grund da­für nach­ge­hen möch­te. weil die „sit­zung“ abends bis spät in die nacht statt­fin­den muss, ent­flammt das die ei­fer­sucht so­wohl von chuck rhoa­des, als auch axel­rods frau, die zu­dem auch noch wen­dys loya­li­tät ge­gen­über axel­rod an­zwei­felt. aber die ex­trem lan­gen dia­lo­ge zwi­schen axel­rod und wen­dy, fand ich wirk­lich gut. die bei­den lies­sen nichts aus, wa­ren ehr­lich und wen­dy konn­te, wie man sich das von ei­ner gu­ten psy­cho­lo­gin wünscht, nicht nur beim blick in die tie­fe as­sis­tie­ren, son­dern auch die fund­stü­cke prag­ma­tisch und ohne ver­ur­tei­lung ein­ord­nen. be­son­ders be­ein­dru­ckend (für hol­ly­wood-ver­hält­nis­se): ob­wohl wen­dy ih­rem pa­ti­en­ten wirk­lich nahe rückt, wur­de den bei­den kei­ne ge­gen­sei­ti­ge se­xu­el­le at­trak­ti­on an­ge­dich­tet. ihr ver­hält­nis ist freund­schaft­lich und von re­spekt ge­prägt, aber fi­cken wol­len sie ein­deu­tig nicht. in je­der an­de­ren hol­ly­wood-pro­duk­ti­on, wä­ren die bei­den ge­mein­sam im bett ge­lan­det.

am ende der fol­ge be­kommt man noch­mal zu se­hen, dass chuck rhoa­des ein ego­ma­nes arsch­loch ist, das wirk­lich je­den be­trügt, be­schimpft oder ma­ni­pu­liert, wenn es ihm in den kram passt. bob­by axel­rod ist zwar auch ein arsch­loch, aber da­für ein ehr­li­ches, loya­les arsch­loch, dass zu sei­nem arsch­loch­sein steht. rhoa­des hin­ge­gen for­dert le­dig­lich loya­li­tät, ge­ben mag er sie nicht.

ich weiss nicht ob ich die­se fol­ge so eu­pho­risch be­wer­ten wür­de wenn ich sie noch­mal schau­en wür­de, aber weil es jetzt schon ein paar tage her ist, dass ich die fol­ge ge­se­hen habe, er­scheint sie mir in der rück­schau 5 punk­te wert.



the gra­ham nor­ton show s19e01

felix schwenzel in gesehen

(mit ben af­fleck, hen­ry ca­vill, amy adams und den pet shop boys.)

ben af­fleck war über­ra­schend wit­zig und lo­cker und gar nicht trau­rig. hen­ry ca­vill hat ei­nen sehr klei­nen kopf auf ei­nem sehr mas­si­ven, et­was stei­fen kör­per und geht ir­gend­wie gar nicht. amy adams war sym­pa­tisch und ob­wohl ich sie schon in be­stimmt 10 fil­men ge­se­hen habe, hab ich sie bis jetzt nicht wie­der­erkannt.

das wie­der­keh­ren­de the­ma die­ser sen­dung wa­ren ak­zen­te, bri­ti­scher ak­zent von ame­ri­ka­nern, ame­ri­ka­ni­sche von eng­län­dern und dass ben af­fleck (und ich) nicht wuss­te, dass chris­ti­an bale eng­län­der ist. hen­ry ca­vill ist üb­ri­gens auch eng­län­der, su­per­man ist eng­län­der!

(auf you­tube, bei der BBC)


sen­dung mit der maus vom 3. april 2016

felix schwenzel in gesehen

jo­han­nes büchs er­klärt wie glas­fla­schen her­ge­setllt wer­den, ins­be­son­de­re brau­ne glas­fla­schen für arz­nei­en. ich bin im­mer noch un­ter­be­geis­tert von büchs, aber die sach­ge­schich­te, bzw. die glas­bla­se­ma­schi­nen wa­ren ziem­lich fas­zi­nie­rend.

aus­ser­dem wur­de eine sehr, sehr alte sach­ge­schich­te von ar­min mai­wald über die her­stel­lung von heft­pflas­tern ge­zeigt, die auch wirk­lich sehr alt sein muss­te, weil ar­min mai­wald aus dem off ein paar sym­pa­thi­sche, aber auch ein biss­chen al­ber­ne witz­chen mach­te. ei­gent­lich wa­ren die wit­ze so­gar — auf eine sym­pa­ti­sche art — ein biss­chen pein­lich, so wur­de am ende der sach­ge­schich­te, la­chen vom band ein­ge­spielt.

bei shaun das schaf, hat­te bit­zer ein pflas­ter am hin­tern und ich fra­ge mich, wie die pro­gramm­pla­nung bei der sen­dung mit der maus ei­gent­lich funk­tio­niert: „wir ha­ben hier ne alte sach­ge­schich­te über heft­pflas­ter, macht doch mal eine shaun das schaf mit nem pflas­ter!“ oder „oh, in shaun das schaf sieht man ein­mal kurz ein pflas­ter — ha­ben wir nicht auch was mit pflas­tern?“

an­sons­ten fand ich shaun das schaf wie­der doof und mo­ra­li­sie­rend.


zi­tro­nenspa­get­ti nach hans ger­lach

felix schwenzel in gekocht

die beifahrerin schlug mir gestern vor, dieses rezept („Spagetti al Urlaub“) von hans gerlach zu kochen. nachdem sie heute irgendwelche teuren spagetti und eine bio-zitrone besorgt hatte, hab ich das eben gekocht:

zitronenspagetti nach hans gerlach

zutaten

  • 500 g spaghetti
  • 1 bio-zitrone
  • 500 ml hühner- oder gemüsebrühe
  • 2 eier
  • 80 g parmesan
  • 1 bund petersilie
  • 2 el kalte butter

zubereitung

  1. ich hab zuerst mit der brühe angefangen und 450 milliliter wasser mit zwei teelöffeln hefefreiem hühnerbrühenpulver und dem saft der bio-zitrone zum kochen gebracht. vorher hab ich noch die schale der zitrone abgerieben. die brühe soll sich um die hälfte reduzieren, was bei mir so um die 10 minuten gedauert hat.

  2. die 500 gramm spagetti brauchten 10 minuten, in der zeit habe ich 80 gramm (selbst) geriebenen parmesan mit zwei eiern und und ein bisschen (50 millilitern) salzwasser verquirlt und die zitronenschale mit einer (grossen) handvoll fein gehackter, glatter petersilie vermengt.

  3. als die brühe auf ca. 225 milliliter flüssigkeit verdampft war, habe ich zwei esslöffel butter, die petersilie und zitronenschale unter die brühe gerührt, die spagetti abgegossen und alles zusammengemengt.

    das war am ende schön cremig, fast sahnig und angenehm sauer. die menge soll angeblich für 4 personen reichen, wir haben alles zu dritt weggemümmelt.



black mir­ror s01e03 (the en­ti­re histo­ry of you)

felix schwenzel in gesehen

ich hat­te, be­vor ich an­ge­fan­gen habe black mir­ror zu gu­cken, mehr­fach ge­hört, dass die ers­te fol­ge die schlech­tes­te sei und die fol­gen­den im­mer bes­ser wür­den. bis jetzt emp­fin­de ich das ge­naue ge­gen­teil. die ers­te fol­ge fand ich am bes­ten, die zwei­te ziem­lich gut und die drit­te, the en­ti­re histo­ry of you, eher so naja.

in die­ser fol­ge geht es um ei­nen ra­send ei­fer­süch­ti­gen ty­pen, der, wie am an­fang an­ge­deu­tet wird, auch von all­ge­mei­nen selbst­zwei­feln ge­plagt wird und aus­ser viel geld of­fen­bar kaum an­de­re her­aus­ste­chen­de cha­rak­ter­merk­ma­le hat. die­se ge­schich­te hät­te auch in ei­nem 70er-jah­re set­ting er­zählt wer­den kön­nen, was wit­zi­ger­wei­se auch durch die 70er-jah­re au­tos, die die prot­ago­nis­ten fah­ren (wenn sie mal kein taxi fah­ren), un­ter­stri­chen wird. die ge­schich­te könn­te auch als lü­cken­fül­ler in ei­ner fol­ge game of thro­nes er­zählt wer­den oder als kos­tüm­dra­ma an kö­nig lud­wigs hof. ei­gent­lich wur­de die­se ge­schich­te auch schon tau­send­mal er­zählt. dass sich in die­ser va­ri­an­te die ei­fer­sucht, un­si­cher­heit und ego­ma­nie über eine tech­no­lo­gie ka­na­li­siert, mit der men­schen all ihre er­in­ne­run­gen spei­chern und wie­der und wie­der ab­spie­len kön­nen, kommt mir kom­plett ver­nach­läs­sig­bar vor.

die ei­gent­li­chen fra­gen nach ver­trau­en, of­fen­heit oder be­zie­hungs­fä­hig­keit stel­len sich mit und ohne tech­no­lo­gie. men­schen su­chen seit tau­sen­den jah­ren nach ant­wor­ten auf die fra­ge, wie sie mit ih­rer ei­fer­sucht oder ver­trau­ens­kri­sen um­ge­hen sol­len.

soll ich sei­ne/ihre brie­fe le­sen? soll ich auf ih­ren/sei­nen han­dy rum­schnüf­feln? mal­te wel­ding wer­den sol­che fra­gen of­fen­bar hin und wie­der ge­stellt. und sei­ne ant­wort ist wei­se: „Ver­trau­en ist gut, mehr Ver­trau­en ist bes­ser.“

[W]enn man naiv ist, was ver­liert man da­bei? Es ist noch kei­ne Be­zie­hung durch um­fas­sen­des Mit­le­sen ge­ret­tet wor­den, aber maß­lo­se Über­wa­chung hat noch jede ge­tö­tet.

weil die in the en­ti­re histo­ry of you er­zähl­te ge­schich­te so vor­her­seh­bar war und das ende nach un­ge­fähr 10 mi­nu­ten klar war, habe ich mich in die­ser fol­ge black mir­ror furcht­bar ge­lang­weilt. die ge­schich­te ist mir auch nicht in den kopf ge­kro­chen, im ge­gen­teil: sie liess mich nicht über tech­no­lo­gie­fol­gen nach­den­ken, son­dern über die be­kloppt­heit der prot­ago­nis­ten. dazu kam, dass in die­ser fol­ge die zei­ge­fin­ger der au­toren sicht­bar wa­ren. in den vor­he­ri­gen bei­den fol­gen, ha­ben sie sich be­müht, ihre zei­ge­fin­ger, das be­wer­ten von tech­no­lo­gie­fol­gen, sorg­fäl­tig zwi­schen den zei­len zu ver­ste­cken.

nach die­sen drei fol­gen ha­ben ich be­reits die ers­te staf­fel black mir­ror durch. fol­ge 1 habe ich die höchst­wer­tung (5/5) ge­ge­ben, weil sie mich auf eine an­ge­neh­me art ver­stört hat, fol­ge 2 hat mich noch im­mer be­geis­tert (4/5), ich fand sie klug dra­ma­ti­siert und eben­falls ver­stö­rend. die­se fol­ge hat mich ag­gres­siv ge­lang­weilt und ge­nervt.

(black mir­ror kann man auf net­flix se­hen. )


black mir­ror s01e02 (15 mil­li­on me­rits)

felix schwenzel in gesehen

nicht ganz so ver­stö­rend wie die ers­te fol­ge, aber auch ver­stö­rend. in 15 mil­li­on me­rits wird eine her­me­ti­sche welt ge­zeigt, in der die men­schen in klei­nen me­di­en­bo­xen woh­nen und sich den gan­zen tag mit me­di­en­in­hal­ten be­schal­len las­sen (müs­sen). ad­blo­cker kos­ten geld, weg­gu­cken wird be­straft. geld (me­rits) ver­die­nen die men­schen, in­dem sie den gan­zen tag lang fahr­rad fah­ren, geld ge­ben sie für es­sen, ad­blo­cking oder für kla­mot­ten für ihre ava­tare aus. das ist al­les schön bunt und ziem­lich dys­to­pisch dar­ge­stellt.

ver­stö­rend ist die un­ent­rinn­bar­keit des sys­tems, nie­mand be­gehrt auf, je­der be­kommt aus­rei­chend brot und spie­le und das sys­tem scheint in ge­wis­ser wei­se selbst­or­ga­ni­sie­rend, es wird kein gros­ser, bö­ser füh­rer ge­zeigt oder re­pres­si­on, die über die so­zia­le kon­trol­le durch mit­men­schen hin­aus­geht.

ge­nau wie die ers­te fol­ge, kann man auch die­se fol­ge als in­tel­li­gen­te ge­sell­schaft­kri­tik ver­ste­hen, in­dem vor­han­de­ne ge­sell­schaft­li­che zu­stän­de über­spitzt ge­zeich­net wer­den und wei­ter­ge­dacht wer­den. war das in der ers­ten fol­ge die druck- und macht­ver­schie­bung durch so­zia­le me­di­en und das netz, ist es in die­ser fol­ge das spiel der mas­sen­me­di­en und cas­ting­shows mit au­then­ti­zi­tät, mas­sen­ge­schmä­ckern und dem pri­mat der un­ter­hal­tung, dem sich die men­schen­wür­de und an­stand, nach der lo­gik der mas­sen­me­di­en, un­ter­zu­ord­nen ha­ben.

das al­les wird sehr plas­tisch und dras­tisch, mit re­la­tiv mi­ni­ma­len mit­teln, dar­ge­stellt und ist al­lein da­durch — ha — un­ter­halt­sam. na­tür­lich ist es ein biss­chen pa­ra­dox sich eine sen­dung auf ei­nem hoch­auf­lö­sen­den bild­schirm an­zu­gu­cken, in der men­schen kri­tisch dar­ge­stellt wer­den, die sich sen­dun­gen auf hoch­auf­lö­sen­den bild­schir­men an­se­hen.

was die­se fol­ge, wie die ers­te, bei mir ge­schafft hat: sie hat sich in mei­nem kopf fest­ge­setzt und es wie­der ge­schafft, bil­der in mir ent­ste­hen zu las­sen, die ich nicht mehr so ein­fach los­wer­de. das schaf­fen die we­nigs­ten fern­seh­se­ri­en — und black mir­ror hat’s nun schon zwei­mal ge­schafft.

(black mir­ror kann man auf net­flix se­hen. )


goog­le AMP — com­ple­te and ut­ter fail­ure

felix schwenzel in artikel

seit der an­kün­di­gung von AMP habe ich mich, vor al­lem aus tech­no­lo­gi­scher neu­gier, be­müht das for­mat be­reit­zu­stel­len. im ja­nu­ar be­gann goog­le mei­ne AMP-for­ma­tier­ten sei­ten in den in­dex auf­zu­neh­men, etwa 500 AMP sei­ten auf wir­res.net wa­ren am 2.2.2016 in­de­xiert. zu die­sem zeit­punkt hat­te ich auch be­reits die meis­ten feh­ler der sei­ten be­sei­tigt, heu­te sind mei­ne sei­ten, AMP-tech­nisch, laut web­mas­ter con­so­le und laut de­bug­ging tool, fehelrfrei.

aber goog­le hat nicht nur über die letz­ten wo­chen hin­weg ge­merkt, dass mei­ne AMP-sei­ten syn­tak­tisch kor­rekt sind (die 6 mo­nier­ten feh­ler da­tie­ren al­le­samt auf ver­sio­nen von vor dem 2.1.2016), son­dern auch nur 4 mei­ner AMP-sei­ten im in­dex.

auch als ich noch mehr sei­ten im goog­le-in­dex hat­te, hat­te ich ma­xi­mal 1-2 be­su­cher pro tag auf mei­nen AMP-sei­ten, im goog­le-in­dex war ich, so­weit ich se­hen konn­te, AMP-mäs­sig un­sicht­bar. das heisst auch mo­bi­le such­ergeb­nis­sei­ten, zeig­ten nie mei­ne AMP-sei­ten an, son­dern stets die re­gu­lä­ren sei­ten. das ist ja nicht wei­ter schlimm, aber ich habe das ge­fühl, dass goog­le white oder black­lists führt und AMP-sei­ten nur von re­no­mier­ten, reich­wei­ten­star­ken web­sei­ten in die (mo­bi­len) such­ergeb­nis­sei­ten auf­nimmt.

ich fin­de die idee und die aus­füh­rung hin­ter dem AMP-pro­jekt nach wie vor fas­zi­nie­rend, weil es ver­spricht, sei­ten im web — und nicht etwa nur in apps — ef­fek­tiv und von stö­ren­dem und ir­ri­tie­ren­den müll be­freit, aus­zu­lie­fern, aber die im­ple­men­tie­rung und ad­ap­ti­on von AMP scheint, selbst bei goog­le selbst, un­ter al­ler ka­no­ne zu sein. des­halb bin ich ge­spannt auf den öf­fent­li­chen face­book in­stant ar­tic­les roll­out mit­te april, auch wenn sich die vor­tei­le vor al­lem in der app aus­wir­ken wer­den, aber im­mer­hin ist die face­book-im­ple­men­tie­rung so ge­löst, dass es im­mer ei­nen fall­back auf die web­ver­si­on gibt und die in­stant-ar­tic­les-ver­si­on wie ein sah­ne­häub­chen funk­tio­niert.


ap­ple news ist üb­ri­gens auch eine mitt­le­re ka­ta­stro­phe, zu­min­dest, wenn man ein me­di­um mit nur um die 100tau­send sei­ten­an­sich­ten im mo­nat (30.000 web, 60.000 RSS) be­treibt. ich habe mich dort vor ei­nem hal­ben jahr test­wei­se an­ge­mel­det und vor­erst nur ei­nen (eng­lisch­spra­chi­gen) RSS-ka­nal an­ge­mel­det, was ei­ner mitt­le­ren ka­ta­stro­phe gleich kam, weil sich die ap­ple news in­hal­te per RSS nicht ak­tua­li­sier­ten und auch nicht edi­tie­ren lies­sen. jetzt ist das ap­ple news for­mat teo­re­tisch für je­den of­fen, aber ap­ple lässt auch hier sei­nen ma­ni­schen kon­troll­wahn wal­ten. mei­ne bit­te um frei­ga­be mei­nes ap­ple news ka­nals wur­de be­reits zwei­mal ab­ge­lehnt, weil die ap­ple-tür­ste­her zwei­mal mein­ten, dass mein ka­nal­na­me ih­nen nicht passt und mich zwei­mal zu­rück­ge­wi­sen ha­ben. von mir aus kann ap­ple sei­nen news-for­mat al­lei­ne nut­zen, das zu­dem auch noch irre kom­pli­ziert und sehr pro­prie­tär ist.


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  an­ke­groe­ner.de: Ta­ge­buch, Frei­tag, 1. April 2016 – Die Böh­mer­mann-Edi­ti­on

nach­dem ich mich eher ober­fläch­lich mit jan böh­mer­manns be deutsch-vi­deo be­schäf­tigt habe, hat sich ges­tern sa­scha lobo sehr klug da­mit aus­ein­an­der­ge­setzt, und jetzt hat anke grö­ner ganz wun­der­bar be­schrie­ben, war­um sie das vi­deo kri­tisch be­trach­tet, nach­dem sie es vor zwei ta­gen erst ganz lus­tig fand.

sehr le­sens­wert, sehr grö­ne­rig.


the path s01e01 (what the fire throws)

felix schwenzel in gesehen

un­in­ter­es­sant, lang­wei­lig, ste­reo­ty­pen­rei­tend, pa­the­tisch und öde. eine gan­ze stun­de lang habe ich mir ge­lang­weilt eine ge­schich­te an­ge­se­hen, die ver­sucht span­nung auf­zu­bau­en und kon­flik­te und klei­ne mys­te­ri­en auf­zu­bau­en, ohne auch nur ei­nen in­ter­es­san­ten men­schen zu zei­gen, des­sen schick­sal mich die boh­ne in­ter­es­sie­ren wür­de.

die ge­schich­te lässt sich in ei­nem satz be­schrei­ben: es wird eine art sek­te ge­zeigt in der sich alle irre wohl­zu­füh­len schei­nen und ei­ner (ge­spielt von aa­ron paul), der nach ein biss­chen zu viel dro­gen, leich­te zwei­fel an der leh­re in sich auf­kei­men sieht.

das ist al­les nicht nur irre lang­wei­lig, son­dern auch to­tal flach, lust­los und viel zu lang­at­mig in­sze­niert. hier ein paar sex­sze­nen, von de­nen man eine so­gar zwei­mal ge­zeigt be­kommt, stumpf­sin­ni­ge vor­trä­ge, die der re­li­giö­sen in­dok­tri­na­ti­on die­nen sol­len („wollt ihr mir ins licht fol­gen?“) und im­mer wie­der durch­sich­ti­ge, sen­dungs­in­ter­ne cliff­han­ger, die von wer­be­pau­se zu wer­be­pau­se mit­ge­schleppt wer­den, um dann un­spek­ta­ku­lär auf­ge­löst zu wer­den.

schau­pie­le­risch ist das al­les auf schlech­tem tat­ort-ni­veau und aa­ron paul horst tap­pert un­ge­lenk durch die sen­dung und reisst das ni­veau noch­mal ein paar punk­te run­ter.

glat­te 0 punk­te von 5. 


[nach­trag 02.04.2016]

eine kom­plett an­de­re wahr­neh­mung scheint hen­ning har­der von den se­ri­en­jun­kies ge­habt zu ha­ben, der die pi­lo­t­epi­so­de „top be­setzt“, „in­tel­li­gent“ und „fes­selnd“ fand. er fand es auch völ­lig nor­mal, dass sich frau­en in der se­rie im­mer wie­der „se­xu­ell an­bie­ten“ (sei­ne wor­te), dass aa­ron paul „her­vor­ra­gend emo­tio­nal“ spie­le und gibt 5/5 punk­ten.



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  vice.com: Sor­ry, aber Böh­mer­manns ‚BE DEUTSCH‘ ist echt nicht die Lö­sung   #

ich muss­te bei die­sem vi­deo an­satz­wei­se über ei­nes la­chen: wie ein­fach jan böh­mer­mann til lin­de­mann par­odiert. an­sons­ten eher nicht; ich konn­te nicht be­son­ders viel la­chen und habe das vi­deo auch nicht zu­en­de ge­guckt. aber das soll ja auch so sein, weil das vi­deo kom­plett iro­nie­frei ist. jan böh­mer­mann trans­por­tiert in dem vi­deo eine bot­schaft, an der es über­haupt nichts aus­zu­set­zen gibt, aber der hei­li­ge ernst, mit dem böh­mer­mann das vor­trägt, das feh­len von jeg­li­chem witz, oder ge­nau­er, je­der dop­pel­bö­dig­keit, ist eben un­wit­zig. es ist die glei­che idee, wie beim köl­ner kar­ne­val, den ich auch völ­lig witz­los fin­de: sich ne pe­rü­cke oder ein kos­tüm an­zu­zie­hen und sich selbst für sein jeck-sein zu lo­ben ist nicht au­to­ma­tisch un­ter­halt­sam.

na­tür­lich meint jan böh­mer­mann es gut, aber das macht es eben auch so un­er­träg­lich.

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  face­book.com/sa­scha.lobo: We­ni­ger be­kannt habe ich bis­her wer­den las­sen, dass...   #

sa­scha lobo hat nicht nur 270 ko­lum­nen für spie­gel-on­line ge­schrie­ben, son­dern auch die knapp 54000 kom­men­ta­re da­drun­ter ge­le­sen. und jetzt ist et­was in ihm zer­bro­chen.

Die kleins­ten, nur noch dif­fus er­kenn­ba­ren De­tails auf die emp­find­lichs­te Gold­waa­ge zu le­gen, die man krie­gen kann. Und gleich­zei­tig selbst un­ge­nau, nach­läs­sig und ver­schwie­melt zu kom­mu­ni­zie­ren und vor­zu­ge­hen. Nur dann al­les ganz, ganz ge­nau zu neh­men, wenn es ei­nem ins längst vor­ge­fer­tig­te Bild passt, aber in al­len an­de­ren Be­rei­chen gilt kei­ne Re­gel, kei­ne Lo­gik, kei­ne Kon­sis­tenz, kein gar nichts – das ist er, der Netz­aber­glau­be.

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  tech­dirt.com: Af­ter Lea­ding The At­tack On In­ves­ti­ga­ti­ve Jour­na­lism, Pre­si­dent Oba­ma Whines About A Lack Of In­ves­ti­ga­ti­ve Jour­na­lism   #

die über­schrift sagt es schon, ba­rack oba­ma be­klagt sich über feh­len­den in­ves­ti­ga­ti­ven jour­na­lis­mus, ohne zu be­mer­ken, dass sei­ne re­gie­rung nicht gan­zun­be­tei­ligt dar­an ist, dass es der in­ves­ti­ga­ti­ve jour­na­lis­mus be­son­ders schwer hat. die gna­den­lo­se ver­fol­gung von whist­le­b­lo­wern, das un­ter druck set­zen von jour­na­lis­ten (fra­gen sie mal lau­ra poi­t­ras oder da­vid mi­ran­da, wel­chen spass es macht in­ves­ti­ga­tiv un­ter­wegs zu sein) und die ra­di­ka­le in­trans­pa­renz der re­gie­rung, las­sen oba­mas kla­ge, nun ja, an­satz­wei­se schein­hei­lig er­schei­nen. und ge­ra­de die­se schein­hei­lig­keit, die lü­cke zwi­schen an­spruch und wirk­lich­keit, könn­te ei­ner der grün­de sein, dass die oba­ma-re­gie­rung so be­son­ders ver­schwie­gen ist:

Way back in 2011, I saw Da­ni­el Ells­berg speak, and he spe­cu­la­ted that a key re­ason why Pre­si­dent Oba­ma was so in­cre­di­bly ho­sti­le to a free and open press was be­cau­se he was em­bar­ras­sed by his own ac­tions that they were in­ves­ti­ga­ting. Ells­berg poin­ted out that the pre­vious pre­si­dent, Ge­or­ge W. Bush was known for wi­de­ly ab­using the power of his po­si­ti­on, but he see­med proud of do­ing so. Pre­si­dent Oba­ma, on the other hand, got elec­ted with pro­mi­ses of mo­ving away from such ab­u­ses and res­to­ring ci­vil li­ber­ties. But that did­n't hap­pen. Things went in the other di­rec­tion un­der his watch and his com­mand. So you could un­der­stand why the Pre­si­dent re­mains less than keen about leaks and the me­dia dig­ging into things like mass sur­veil­lan­ce of Ame­ri­cans, or se­cret dro­ne bom­bing cam­paigns.

dazu passt auch, was netz­po­li­tik auf­ge­schrie­ben hat:

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  netz­po­li­tik.org: Vier von fünf Ant­wor­ten ge­schwärzt: US-Be­hör­den un­ter Oba­ma im­mer in­trans­pa­ren­ter   #

arne sems­rott:

Bei ins­ge­samt 769.903 An­fra­gen be­deu­tet dies fast 600.000 Schwär­zun­gen und Ab­leh­nun­gen. Zu Be­ginn von Oba­mas Amts­zeit 2008 lag die Ab­leh­nungs­quo­te noch bei 65 Pro­zent. Zum Ver­gleich: In Deutsch­land gab es im ver­gan­ge­nen Jahr we­ni­ger als 10.000 An­fra­gen. Die Ab­leh­nungs­quo­te schwankt hier je­des Jahr deut­lich, liegt aber im Schnitt etwa bei ei­nem Drit­tel.

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  buzzfeed.com: The Un­be­ara­ble Sad­ness Of Ben Af­fleck   #

scho­nungs­lo­ses, tief­schür­fen­des, sehr lan­ges und ein biss­chen ge­mei­nes por­trait über ben af­fleck, von anne he­len pe­ter­sen. es geht in dem por­trait zwar auch um ben af­flecks pri­vat­le­ben, aber wirk­lich in­ter­es­sant ist, dass ge­nau die­se de­tails un­ter dem aspekt der kar­rie­re­pla­nung und der PR-stra­te­gie ana­ly­siert wer­den. ich fand das sehr er­hel­lend und auch ein biss­chen un­ter­halt­sam für mei­ne dunk­le, vo­y­o­ris­ti­sche sei­te.

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  mar­gi­nal­re­vo­lu­ti­on.com: How to hide from the po­li­ce in Los An­ge­les   #

das ist ei­nes der pro­ble­me der to­tal­über­wa­chung: wirk­lich kri­mi­nel­le, fin­den die lü­cken im sys­tem im­mer und nut­zen sie ge­konnt aus. hier ein bei­spiel, in dem ver­bre­cher ihre flucht­we­ge an den ein­flug­schnei­sen von flug­hä­fen aus­rich­ten, weil sie dann nicht von po­li­zei­hub­schrau­bern ver­folgt und er­fasst wer­den kön­nen.

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  spie­gel.de: „Rock Me Ama­de­us“ von Fal­co: Die Ge­schich­te des deut­schen US Nr.1 Hit   #

ni­klas sai­ler über hans höl­zel. le­sens­wert.

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  te­xas­month­ly.com: Sa­mu­al Wal­ker, Sa­mu­el Colt, and the Six-Shoo­ters That Won the West   #

eine ge­schich­te über ei­nen sol­da­ten (der ge­gen ein­ge­bo­re­ne ame­ri­ka­ner kämpf­te) und ei­nen waf­fen­pro­du­zen­ten. ei­gent­lich ist das un­wahr­schein­lich, dass mir so eine ge­schich­te ge­fal­len wür­de, aber sie ent­behrt nicht ei­ner ge­wis­sen fas­zi­na­ti­on. des­halb: auch le­sens­wert.

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  bild­blog.de: Schnell, schnel­ler, „Fo­cus On­line“   #

mats schö­nau­er:

Ja, „Fo­cus On­line“ ist schnell. Schnel­ler als die meis­ten an­de­ren. Aber wenn der Piz­za-Lie­fer­dienst nur zwei Mi­nu­ten braucht und statt ei­ner war­men Piz­za eine kal­te Rat­te bringt, soll­te man sich viel­leicht mal fra­gen, ob Schnel­lig­keit wirk­lich al­les ist.

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  bbc.com: Le­gen­da­ry di­no­saurs that we all ima­gi­ne com­ple­te­ly wrong   #

sieht aus, als müss­te ju­ras­sic park neu ver­filmt wer­den.


bet­ter call saul se02e07 (in­flata­ble)

felix schwenzel in gesehen

ich guck bet­ter call saul nach wie vor irre ger­ne. und auch wenn es ak­tu­ell so um die drei hand­lungs­strän­ge gibt, fü­gen die sich an­ge­nehm an­ein­an­der. dazu kommt, dass die span­nung sich nicht aus be­son­ders span­nen­den vor­gän­gen speist, son­dern aus der zeit­lu­pen-ar­ti­gen — oder eher echt­zei­ti­gen — er­zäh­lung speist. die fra­ge ist nicht, wie bei brea­king bad, „über­le­ben wal­ter oder jes­se das jetzt?“, „brin­gen sie den mann um?“, „kom­men sie da wi­der raus?“, son­dern „nimmt kim das gros­se an­ge­bot an, oder das klei­ne?“ oder „schläft jim­my jetzt wie­der im na­gel­stu­dio?“

apro­pos gross oder klein, den pipi-ka­cka-witz fand ich ganz gran­di­os. bjar­ne bock sieht das auf se­ri­en­jun­kies.de ganz an­ders:

An die­sem Punkt soll­te an­ge­merkt wer­den, dass we­der Co­me­dy noch Dra­ma per se gut oder schlecht sind - ich per­sön­lich ver­eh­re Gil­ligan und Co. nor­ma­ler­wei­se für ih­ren be­son­de­ren Sinn für Hu­mor. Doch bei die­ser Epi­so­de bin ich et­was kri­ti­scher ein­ge­stellt. Da­bei be­zie­he ich mich in ers­ter Li­nie auf den Part, in dem Jim­my, nach­dem er sich end­lich dazu durch­ge­run­gen hat, sei­nen se­riö­sen Job bei Da­vis & Main auf­zu­ge­ben, al­les dar­an setzt, ge­feu­ert zu wer­den, da­mit er zu­min­dest noch die Will­kom­mens­prä­mie ab­grei­fen kann.

So ver­gnüg­lich und ein­falls­reich die Mon­ta­ge­se­quenz mit dem „Wab­bel-Wa­ckel-Ar­mi­gen-Wind­ho­sen-Ka­me­rad“ auch ist, Jim­mys Fi­gur läuft dar­in gleich mehr­mals Ge­fahr, den sprich­wört­li­chen „Shark zu jum­pen“, also et­was der­art Lä­cher­li­ches oder Un­glaub­wür­di­ges zu tun, dass man als Zu­schau­er auf­hört, sich mit ihm zu iden­ti­fi­zie­ren. Wem sein Toi­let­ten­spü­lungs­boy­kott noch nicht ge­nug war, der hat sich wohl spä­tes­tens beim Du­del­sack­kon­zert im Büro ge­wun­dert.

ge­nau an die­sen bei­den stel­len konn­te ich mich ganz be­son­ders mit „jim­mys fi­gur“ iden­ti­fi­zie­ren, ei­gent­lich so­gar zum ers­ten mal in der gan­zen se­rie. sonst iden­ti­fi­zie­re ich mich in die­ser se­rie na­tür­lich mit mike!

ich bin auch froh, dass anke grö­ner die se­rie auch ger­ne guckt. ich bin ei­gent­lich um je­den men­schen froh, der sich die­se se­rie mit ver­gnü­gen an­guckt, weil es zeigt, dass auch se­ri­en, die ge­gen den span­nungs­er­war­tungs­strom schwim­men, er­folg­reich und sehr un­ter­halt­sam sein kön­nen.


satu­da­rah – ein­bli­cke hin­ter die ku­lis­sen des ro­cker­clubs (wdr)

felix schwenzel in gesehen

auf me­dia­steak ge­fun­den, eine doku über den nie­der­län­di­schen ro­cker-club satu­da­rah, der sei­nen prot­ago­nis­ten er­staun­lich nahe auf die pel­le rückt und sie bei ein paar ih­rer tref­fen, selbst­in­sze­nie­run­gen und in­itia­li­sie­rungs­ri­ten be­ob­ach­tet.

die doku zu se­hen, steht dem kon­sum von sons of an­ar­chy in fast nichts nach. das, was ich an sons of an­ar­chy so schreck­lich fand, das pim­melfech­ten, der al­ber­ne männ­lich­keits­kult, über­haupt das kul­ti­sche und die völ­li­ge ab­we­sen­heit von ak­zep­ta­blen hu­mor, kann man eins zu eins in der doku be­ob­ach­ten. in­so­fern muss man sons of an­ar­chy wohl eins zu gute hal­ten, dass es tei­le der ro­cker-rea­li­tät wohl sehr ak­ku­rat ab­ge­bil­det hat. nur dass die rea­li­tät die die doku zeigt, noch ein biss­chen al­ber­ner wirkt.

ein wei­te­rer er­staun­li­cher par­al­lel­ef­fekt: wie bei sons of an­ar­chy er­wisch­te ich mich stel­len­wei­se, wie ich anst­zwei­se, im­mer nur ganz kurz, sym­pa­thien für die hei­opeis ent­wi­ckel­te und sie gleich­zei­tig für enorm schlech­te schau­spie­ler hielt. trotz ih­res ma­ni­schen männ­lich­keits­wahns und sei­ner teil­wei­se sehr schlech­ten dar­stel­lung, liess es sich nicht ver­mei­den, dass stel­len­wei­se mensch­lich­keit durch­schim­mer­te.

wie ge­sagt, die doku ist er­staun­lich nah und an­ge­nehm zu­rück­hal­tend, wes­halb ich 4 punk­te gebe und gu­ten ge­wis­sens emp­feh­len kann, sich das auch an­zu­gu­cken, zum bei­spiel in der ARD-me­dia­thek



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  spie­gel.de: Sa­scha Lobo über IS-Ter­ror: Über­wa­chung ist die fal­sche Ant­wort

die über­schrift der ak­tu­el­len ko­lum­ne von sa­scha lobo hört sich an, wie die über­schrift ei­ni­ger äl­te­rer ko­lum­nen von ihm, aber in der ko­lum­ne selbst, kon­zen­triert er sich auf ei­nen neu­en aspekt: bei­na­he alle der is­la­mis­ti­schen at­ten­tä­ter der letz­ten zwei jah­re wa­ren po­li­zei­be­kannt.

Alle 15 iden­ti­fi­zier­ten At­ten­tä­ter stan­den auf Ter­ror­warn­lis­ten oder „Is­la­mis­ti­sche Ge­fähr­der“-Lis­ten in min­des­tens ei­nem eu­ro­päi­schen Land. Die meis­ten stan­den zu­sätz­lich auf wei­te­ren Lis­ten wie der No-Fly-List oder der TIDE der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Alle 15 konn­ten als ge­walt­a­ffin ein­ge­stuft wer­den. 14 hat­ten be­kann­ten Kon­takt mit an­de­ren ra­di­ka­len Is­la­mis­ten (ei­ner ra­di­ka­li­sier­te sich of­fen­bar nur über das Netz). Zwölf hat­ten Rei­sen zum „Is­la­mi­schen Staat“ nach Sy­ri­en, in den Irak oder nach Je­men zu al-Qai­da un­ter­nom­men. Zehn hat­ten Vor­stra­fen, die meis­ten we­gen Ge­walt­ver­bre­chen. Acht schließ­lich wa­ren zum Teil seit Jah­ren zur Fahn­dung aus­ge­schrie­ben

sa­scha lobo at­tes­tiert den eu­ro­päi­schen be­hör­den und staa­ten to­ta­les struk­tu­rel­les ver­sa­gen:

Das also ist die grau­si­ge Rea­li­tät in Deutsch­land und Eu­ro­pa - ein über­las­te­tes, weil ka­putt­ge­spar­tes Jus­tiz­sys­tem ver­ur­teilt Ver­bre­cher, die dann von der über­las­te­ten, weil ka­putt­ge­spar­ten Po­li­zei nicht ins Ge­fäng­nis ge­bracht wer­den kön­nen.
Ab­sur­di­tä­ten des Über­wa­chungs­zeit­al­ters: Nie war Un­ter­tau­chen leich­ter, dank struk­tu­rel­len Staats­ver­sa­gens.

ich fin­de den ar­ti­kel von sa­scha lobo drin­gend nö­tig, bzw. fra­ge mich, war­um die­ser aspekt in der ter­ror-be­richt­erstat­tung bis­her so kurz ge­kom­men ist. drin­gend not­wen­dig fand ich vor­ges­tern auch die re­la­ti­vie­rung des is­la­mis­ti­schen ter­rors durch con­stan­tin seibt. ich kann mich ir­ren, aber ich habe das ge­fühl, dass sa­scha lobo, beim zwei­ten punkt der ge­fähr­li­chen re­ak­tio­nen auf den ter­ror, in­di­rekt con­stan­tin seibts re­ak­ti­on kri­ti­siert:

Ja. Es gibt ei­nen mör­de­ri­schen, is­la­mis­ti­schen Fa­schis­mus in Eu­ro­pa. Die ge­fähr­lichs­te Ant­wort dar­auf ist ein eu­ro­päi­scher Ge­gen­fa­schis­mus. Die zweit­ge­fähr­lichs­te Ant­wort ist die Ver­harm­lo­sung oder gar Leug­nung des is­la­mis­ti­schen Fa­schis­mus. Hier soll die Rede sein von der dritt­ge­fähr­lichs­ten Ant­wort dar­auf, denn es ist die­je­ni­ge, die sei­tens Po­li­tik und Be­hör­den ak­tu­ell vor­ge­tra­gen wird.

ich fin­de zwar nicht, dass seibt in sei­ner ko­lum­ne den is­la­mis­ti­schen ter­ror ver­harm­lost, son­dern ihn re­la­ti­viert, ihn ins ver­hält­nis setzt und ein­ord­net. und re­la­ti­vie­rung, also ein­ord­nung, ist im­mer wich­tig, auch wenn jede re­la­ti­vie­rung an­griffs­flä­chen für den vor­wurf der ver­harm­lo­sung öff­net. con­stan­tin seibts fisch­grä­ten-ver­gleich ist hef­tig kri­ti­siert wor­den und mitt­ler­wei­le auch (lei­der still­schwei­gend, sie­he auch den nach­trag un­ten) ge­än­dert wor­den, aber er zeigt mei­ner mei­nung nach gut, dass angst und kopf­lo­ser ak­tio­nis­mus nie die op­ti­ma­le re­ak­ti­on auf rea­le ge­fah­ren und ri­si­ken sind. auch wenn je­der ein­zel­ne ver­kehrs­teil­neh­mer von den tau­sen­den ver­kehrs­to­ten pro jahr weiss, set­zen sich die meis­ten eben nicht mit angst ans steu­er. in­ter­es­san­ter­wei­se re­agiert der staat beim ver­such die zahl der ver­kehr­to­ten zu re­du­zie­ren, ganz an­ders als beim ter­ror: er ach­tet akri­bisch dar­auf frei­heits­rech­te nicht zu stark ein­zu­schrän­ken: statt ei­nes ge­ne­rel­len tem­po­li­mits, stellt das ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um schil­der mit ap­pel­len auf („run­ter vom gas“).

ein­ord­nung, auch der ver­gleich von äp­feln mit bir­nen, ist und bleibt wich­tig, wie un­ter an­de­rem auch ge­ra­de bernd hoe­cker mit sei­ner re­la­ti­vie­rung der „flücht­lings­wel­le“ ge­zeigt hat. aber auch sa­scha lobo re­la­ti­viert in sei­ner ko­lum­ne. er re­la­ti­viert die stolz vor­ge­tra­ge­nen er­mitt­lungs­er­fol­ge der be­hör­den und setzt sie (im­pli­zit) ins ver­hält­nis, zu ih­rem schei­tern.


[nach­trag]

con­stan­tin seibt hat et­was län­ger über die kri­tik an sei­nem fisch­grä­ten-ver­gleich und die kor­rek­tur auf face­book ge­schrie­ben

Und als Jour­na­list hat man fast kei­ne Chan­ce, nicht den Job der Ter­ro­ris­ten zu tun, aus­ser man tut sei­nen Job nicht.
Also was tun? Ich glau­be, dass Küh­le im Zwei­fel die bes­se­re Hal­tung ist als ge­heu­chel­ter Schre­cken oder ge­heu­chel­tes Mit­ge­fühl: Ge­heu­chelt, weil man das Los ei­nes Ver­stüm­mel­ten oder von je­man­den, der je­man­den ver­lo­ren hat, nur als Echo nach­emp­fin­det. Und Ter­ror hat ja im­mer eine po­li­ti­sche Ab­sicht: Die Ter­ro­ris­ten wol­len ei­nen zu et­was brin­gen. Und die Leu­te, die das Bom­ben- und Ge­wehr­feu­er dazu be­nut­zen, ihre küh­len Hän­de zu wär­men, auch.