in den letzten 14 jahren hat sich nicht viel verändert an der art wie ich blogge. das sieht man an diesem heute genau 14 jahre alten artikel: wirres.net/article/articleview/29/1/6/
ich habe mir aus dem offiziellen programm die veranstaltungen herausgepickt, die ich unbedingt ansehen möchte. die veranstaltungen habe ich in einem google-kalender (html-, ics-version) gelegt.
dooce lese ich zwar nicht allzu viel, aber es gehört schon seit vielen jahren zu meinen lieblingsblogs. egal über was sie redet, ich will das sehen.
auch egal über was sie redet, architektinnen und städteplanerinnen höre ich fast immer sehr, sehr gerne zu. andererseits, eine zeile text zur keynote, wäre nicht schlecht gewesen. aber wenn die keynote-ankündigung keine beschreibung enthält, ist das ein zeichen, dass das rpTEN organisationsteam diese speakerin unbedingt haben wollte und so vielversprechend findet, dass sie sich an keine regeln halten muss.
moritz metz kann ich stundenlang zuhören, ausser im radio, wo er arbeitet (weil ich kein radio höre). aber wenn er auf der republica spricht, möchte ich ihn hören, zumal er sehr schöne vorträge hält und zeigt.
er hat ein jahr pause gemacht und ich bin sicher, diesmal werden wir kein zeuge technischer pannen, sondern zeugen steiler thesen und guter unterhaltung.
langweiliges thema, aber das ist die spezialität von julia reda, langweilige themen verständlich, spannend und nachvollziehbar aufzuarbeiten. so macht sie das jedenfalls in ihrem blog. julia reda ist piratin und ein guter grund, zur europaparlamentswahl nochmal zu erwägen piraten zu wählen, wenn sie bis dahin nicht die partei gewechselt hat.
JOERG HEIDRICH
→ Was tun gegen den Hass im Netz? joerg heidrich ist justiziar des heise-verlags und sein vortrag wird möglicherweise sehr formal-juristisch, aber wenn das zu schlimm wird, kann ich ja immer noch rausgehen und mich auf den hof stellen.
weder mit dem titel noch der kurzthese kann ich etwas anfangen, aber auch wenn gunter dueck jedes jahr über das gleiche redet (die dummheit der menschen), kann es passieren, dass ich hin und wieder doch interessiert zuhöre. auch wenn das in den letzten zwei jahren nicht passiert ist.
das thema ist eigentlich durch, aber dieser satz in der kurzthese vermag meine neugier dann doch (ganz milde) zu wecken: „Wir berichten aus der Perspektive des technisch sensibilisierten Klickviehs und haben vielleicht den Ansatz einer verbraucherfreundlichen Alternative im Gepäck.“
mit der themanwahl zeigt friedemann karig wieder einmal, dass er das gras wachsen hört und behandelt den megatrend, der in den letzten neun jahren durch die republica gejagt wurde: wie verändert das netz die gesellschaft? aber weil friedemann karig ein begnadeter vortrags-vorbereiter ist, wird das nicht nur unterhaltsam, sondern auch erkenntnisreich.
wenn philip banse zum gespräch lädt, passieren oft magische dinge: man findet plötzlich leute, die man vorher nicht oder kaum kannte, ganz toll und interessant. philip banse kann sehr gut fragen stellen und auf den republica-bühnen ganz besonders.
ein thema, das friedemann karig bereits vor zwei jahren behandelt hat, das aber so zentral und wichtig ist, dass man dazu gut und gerne 200 vorträge halten oder sehen kann: wie verändern narrative die welt?
vorträge über kunst können ganz schlimm in die hose gehen oder super-spannend sein. ich guck mir diesen vortrag an, um danach sagen zu können, ob dieser vortrag in die hose ging oder super-spannend war.
SASCHA STOLTENOW, MIRIAM SEYFFARTH, THOMAS WIEGOLD
super thema, guter vortragstitel, tolle vortragende, die mehrfach gezeigt haben, dass sie ihr handwerk und thema beherrschen. kann ich mir leider nicht ansehen, weil ich mir journelle ansehen werde, die im gleichen zeitraum spricht.
ich empfehle (und sehe) diesen vortrag nicht nur aus nepotismus: ich bin der festen überzeugung, dieser vortrag wird sehr unterhaltsam und augenöffnend. aus der vortragsbeschreibung:
Oft fragte ich mich, woher die gesellschaftliche Obsession mit Diäten, Fitness und Gesundheit kommt. Und ob uns ein schlankerer Körper, eine Entgiftung mit grünen Säften und ein Runtastic-Lauf wirklich zufriedener macht.
Aber um mich herum wurde diätet, gesportelt und selbstoptimiert. Meine Zweifel mussten falsch sein, es können sich ja nicht alle irren.
Dann stieß ich im Internet auf Menschen, die wie ich hinterfragten, warum eine sehr eng definiere Körpermasse als erstrebenswert und ideal festgelegt wurde. Und die versuchen - häufig begleitet von wüsten Beschimpfungen -, die Mythen um unseren absurden Körper- und Gesundheitskult zu entlarven.
ich fürchte, der vortrag wird ein bisschen zur werbeveranstaltung zu randall munroes neuerem buch. aber das macht nichts, weil randall munroe ist grandios, auf sehr vielen ebenen. und ich vermute, der saal wird noch einen ticken voller als bei sascha lobo werden.
gelegentlich lese ich die kolumne von thomas fischer in der zeit und gelegentlich gefällt sie mir auch. ich bin sicher, der vortrag wird nicht langweilig.
letztes jahr hat alina fichter reed hastings von netflix auf der bühne 1 interviewt. dieses jahr kommt amazons „Head of Drama Development“ morgan wandell dran. dürfte interessant werden und will ich auf keinen fall verpassen. ich hoffe an der bühne 5 wirds im zuschauerraum nicht zu eng. ich fürchte aber doch.
ich mag den professoralen ton von pörksen nicht, aber was er sagt ist manchmal nicht dumm, im gegenteil. deshalb werde ich mir das dieses jahr wieder antun.
ich mag friedrich liechtenstein sehr — und deutsche filme und deutsches fernsehen weniger. aber anschauen kann man sich das ja mal, auch wenn mattias schweighöfer (und andere) mit auf der bühne sitzen.
irgendwann am ende der republica gibt’s auch ein liechtenstein-konzert. mal schauen, ob ich so lange ausharren werde.
die schlussthese meines #rp11 vortrags lautete: zukunft ist was wir aus der gegenwart machen. das gilt nicht nur für die zukunft, sondern auch für das wohlbefinden aller.
michael seemann ist einer der besten netz-theoretiker die ich kenne. ich kenne allerdings nicht viele netztheoretiker. ich möchte diesen vortrag nicht verpassen, aber sollte ich es tun, werde ich ihn als videoaufzeichnung oder in der verschriftlichten version ansehen.
nach 20 folgen better call saul ist klar, dass die serie auf ein paar jahre laufzeit angelegt ist. nach der ersten folge war mir bereits klar, dass vince gilligan (und seine autoren) keine eile haben, die geschichte voranzutreiben, im gegenteil, ich habe auch jetzt, nach dem staffelfinale, das gefühlt, dass gilligan und die autoren das publikum mit dieser extrem ruhigen erzählart vor sich her treiben.
ich habe den fehler gemacht, zu antizipieren, dass in dieser staffel furchtbare dinge passieren würden, noch in der vorletzten folge habe ich erwartet, dass wir zum finale erleben, wie ein „alter bekannter“ im rollstuhl landen würde und das chuck sich von jimmy’s manipulationen nicht mehr erholen würde. ich lag mit beiden erwartungen daneben. die serie plätschaert einfach am alltag entlang. vor allem, sie plätschert an einem alltag entlang, wie wir ihn alle (mehr oder weniger) kennen. der witz ist, dass genau das enorm viel spass beim zusehen macht: die erwartung, dass etwas passieren könnte und dann, am ende jeder folge die einsicht, dass zwar etwas passiert ist, aber nicht mal ansatzweise so drastisch wie wir uns das in unserer phantasie ausgemalt haben.
selbst der handlungsstrang mit mike, in dem tatsächlich ständig etwas passiert und der sich und seine familie — zu recht — ständig bedroht sieht, passiert nichts, also zumidnest nicht so, wie wir es erwartet und befürchtet haben.
jimmy mcgill vor einer frisch gewaschenen fahne
better call saul ist ein bisschen so wie meine fenster in den letzten 20 jahren, bevor ich mit der beifahrerin zusammengezogen bin. die habe ich so gut wie nie geputzt. und wenn ich sie dann doch mal geputzt habe, sass ich tagelang davor und wunderte und freute mich, wie toll die sicht plötzlich war. nur: passiert ist nichts. die fenster haben sich nicht grossartig verändert, sie sind weiterhin nur fenster. aber trotzdem freue ich mich durch sie zu sehen, so wie ich mich freue, jede einzelne folge better call saul zu gucken.
mit dem weg von jimmy mcgill zu saul goodman können in diesem tempo sicher noch zwei oder drei staffeln gefüllt werden, vielleicht auch mehr. allerdings dürfte es dann in 8 jahren schwer werden, mike ehrmantraut dann noch jünger als in breaking bad wirken zu lassen. das wirkt jetzt schon teilweise nicht ganz leicht. auch der weg von mike zu gus frings zweiten mann, könnte in diesem tempo noch einige staffeln füllen.
nachtrag 23.04.2016: phelim o’neill zeigt sich im guardian schwer beeindruckt von better call saul:
It’s very much the Jimmy and Chuck show, and their brotherly dynamic is one of the most complex television has offered. It’s increasingly easy to see their story from both sides, and harder to settle on only one, as their past is slowly revealed.
die new york times hat sich in einem mittelkurzen video dem kampf um die befreiung der brustwarze angenommen. gut gemacht und auch witzig, dass man am anfang darauf hingewiesen wird, dass das video weibliche brustwarzen enthielte. unter dem eigentlichen video ist noch ein zweites, dass keine brustwarzen enthält und einen tätowierer portraitiert, der brustwarzen rekonstruiert.
ich glaube jetzt ist wirklich alles gesagt, zu böhmermann. ich glaube dieser text von stefan niggemeier ist für mich der innere schlussstrich zu diesem thema. abgesehen davon ist das echter, brillianter, ganz grandioser, purer niggemeier. das ist die art text, weshalb wir alle so gerne für übermedien bezahlen. aber dieser text ist auch ohne abo zu lesen.
Ich hatte vorher noch nie was von Miller gehört und war beeindruckt von diesem Lebensweg in Fotos: Von surrealistischen Aufnahmen aus Paris und Kairo, über Modefotografien in London zu den Gefangenen in Dachau und Buchenwald, bis hin zu Hitlers Badewanne. Ein Besuch lohnt sich. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. Juni und kostet sieben Euro (ermäßigt fünf).
artikel wie dieser sind der grund, warum ich einen dauerauftrag eingerichtet habe, um netzpolitik.org zu unterstützen.
Seit Zensursula hat man auf deutscher und auf europäischer Ebene anscheinend dazugelernt: Durch öffentlich-private Partnerschaften regelt man das mit dem Sperren und Löschen sehr viel effizienter, indem man den Rechtsstaat umgeht – Gesetze erregen viel zu viel Aufsehen, dauern zu lange und machen einem danach einen enormen Verwaltungsaufwand.
Wer braucht schon Internetsperren wenn es Nutzungsbedingungen gibt?
sehr witzig, wie sensibel manche „rocker“ sind. naja, eigentlich nicht witzig, aber was stefan laurin auf die abmahnung von frei-wild geantwortet hat, ist dann doch witzig. siehe auch nerdcore.
ich fand mr. robot eine der besten neuen serien des letzten jahres (kann man bei amazon prime gucken ). keine ahnung ob die zweite staffel das niveau halten kann, ich bin gespannt.
Hier in Berlin-Mitte habe ich, auch wenn ich nicht, wie jetzt, als Restaurantkritiker unterwegs bin, ständig Angst, dass mir Maxim Biller auf seinem Manufactum-Fahrrad plötzlich den Weg abschneidet und mich aus diesem Stadtteil herausredigiert, weil ich auf uninteressante Weise nicht gut aussehe.
im anreisser des texts schreibt das zeitmagazin, dass es seinen hässlisten autor zum restauranttest nach berlin mitte geschickt habe. der trick ist eigentlich von mir, nach meiner ersten abmahnung, wahrscheinlich auch schon davor, habe ich gerne mich selbst als arschloch bezeichnet, um nicht abgemahnt zu werden. denn jemanden „arschloch“ oder „unfähigen deppen“ zu nennen, galt schon lange vor böhmermann als unzulässige schmähkritik, die teure abmahnungen — oder noch schlimmer, wütende emails zur folge hatte.
der text selbst ist trotz der ritualisierten selbstherabsetzung und absatzweise wiederholten mitte- und hippster-bashings im detail tatsächlich stellenweise ganz witzig.
portrait des hippsterschnapsbrenners christoph keller:
Ich arbeite in einer Welt, in der es um die ständige Verfeinerung des Lebensstils geht. In diesem Luxus-Kulinarik-Metier geht es immer darum, wie man’s noch besser machen – noch exklusiver essen, noch einzigartiger Trinken und noch geschickter vermarkten. Ich gehöre da dazu, das kann ich nicht abstreiten. Aber ich persönlich bin’n Typ: Ich ess‘ abends gern’n Wurschtbrot. Ich muss mich aber ständig mit Sterne-Gastronomie und der endlosen Verfeinerung der Welt auseinandersetzen. Und sich dabei dann immer wieder mit der Frage zu befassen: Wie können wir immer noch luxuriöser leben – das ist meines Erachtens geisteskrank.
sehr schön komplizierte folge, mit zweieinhalb handlungssträngen. peter florick droht wieder dahin zu gehen, woher er in der ersten staffel kam, diane und kurt schlagen sich beim knutschen fast einen zahn aus und alicia und lucca spielen die NSA und den kanadischen CSE gegeneinander aus um einen ex-NSA whistleblower/verräter kanadisches asyl zu besorgen.
abgesehen davon, dass diane und kurt in ihrem handlungstrang die ganze zeit turteln, will kurt auch seinen laden verkaufen. diane übernimmt die verhandlungen und wird zwischendurch ein bisschen unwirsch, gereizt und eifersüchtig auf die gutaussehende ex-studentin von kurt.
dabei entsteht die lieblingsszene dieser folge, als diane den preis hochzutreiben versucht, wählt sie die worte:
„but unless you can increase your offer, you can go and …“
nach dem „and“ formt diane gerade noch ein offensichtliches „fu“ mit ihren lippen, und dann schnitt.
… but unless you can increase your offer, you can go and …
ich fand das sehr sehr witzig und die technik steht in dieser serie in einer alten tradition. das auf HBO unproblematische „fuck“ wurde in der CBS-serie the good wife alle paar folgen mal gesagt, aber immer von nebengeräuschen übertönt. die schnitttechnik war mir bisher noch nicht aufgefallen. ich finde das auch deshalb so lustig, weil dem fuck damit eigentlich die doppelt oder dreifache aufmerksamkeit zukommt, die ihm zukommen würde, wenn es einfach so dahergesagt wurde. es ist ein bisschen so, wie bei jimmy kimmels grandioses unnecessary-censorship-reihe
der rest der folge war unterhaltsam und teilweise arg bedeutungsschwer. peter sagt zu alicia: „so we’re right back whre we started.“ und jason fragt alicia mehrfach — noch ne stufe bedeutungsschwangerer — „what do you want, alicia?“
bedeutungsschwanger hin oder her, die frage gefällt mir, es ist sogar eine meiner lieblingsfragen: „was willst du eigentlich?“ sollte man sich, anderen, allen eigentlich viel öfter, nicht nur an serienenden, stellen.
noch drei folgen, dann ist the good wife vorbei und gleichzeitig (auch) wieder da, wo sie vor sieben jahren mal war.
ich glaube so richtig hat „mircrosoft presse“ das mit dem responsive design noch nicht verstanden.
letzte woche hab ich vergessen™ die sendung mit der maus zu gucken. also hab ich heute zwei sendungen sehen können. beide hatten ziemlich gute sachgeschichten und beide sendungen kann man sich noch eine oder zwei wochen in der ARD-mediathek oder der seite mit der maus ansehen. der player auf der seite mit der maus, scheint mir aber seit letzter oder vorletzter woche nicht mehr so richtig zu funktionieren. deshalb guck ich jetzt immer in der mediathek.
mir ist heute, beim kochen, was ganz anderes aufgefallen. nämlich, dass das konzept der sendung mit der maus, auch wenn sie fast so alt ist wie ich und seit 1971 produziert wird, keinen vergleich modernen bewegtbildformaten zu scheuen braucht, wie sie heutzutage auf youtube oder anderswo zu finden sind. im gegenteil, ich habe bei manchen formaten eher das gefühl, dass sie idee oder konzepte der sendung mit der maus kopieren oder nachahmen — bewusst oder unabsichtlich.
das konzept nicht weniger youtuber oder youtube-kanäle ist ja, dass da jemand sitzt und sachen erzählt die ihn oder sie interessieren. die zuschauer werden direkt angesprochen, geduzt und die clips sind meist nicht viel länger als die durchschnittliche aufmerksamkeitsspanne reicht. so wie die sachgeschichten in der sendung mit der maus. ich habe jedenfalls immer das gefühl, dass die menschen, die für die sendung arbeiten, sich immer auch für die themen, die sie in den sachgeschichten behandeln, interessieren — oder mindestens grossen spass daran haben, sich wege und mittel auszudenken, die sachen, die man dort sieht, so einfach und nachvollziehbar zu erklären, so dass sie auch von kindern verstanden werden können.
durch die inhalte und das format sind die sachgeschichten der maus eigentlich wie gemacht für youtube, das netz, für die informationsströme auf facebook und twitter. nur dass das konzept mindestens 30 jahre vor youtube erfunden wurde.
ebenfalls vor ein paar wochen, habe ich zum ersten mal gesehen, dass viele der sachgeschichten in der mediathek jetzt bis zum dezember 2099 abrufbar sind. ich finde das ganz hervorragend, einerseits weil ich sie jetzt dauerhaft verlinken kann und weil sie als .mp4-datei in der mediathek liegen, lassen sie sich auch einbetten. wie zum beispiel diese sachgeschichte aus der sendung von heute, in der armin erklärt, wie man spargel anbaut.
in der sendung vom 10. april, erklären christoph biemann und evi seibert, wie man heutzutage milch konserviert, bzw. die relativ neue „länger haltbare frischmilch“ produziert, die nicht so starken kochgeschmack hat wie h-milch. grundsätzlich fand ich das, wie fast immer, sehr gut erklärt (vor allem das homogenisieren), aber mir fehlten auch ein paar informationen. zum beispiel: warum trennt man das fett, bzw. die sahne, und fügt sie später wieder hinzu? wie sieht die milch aus, wenn sie aus den zentrifugen kommt, in denen sie in ihre bestandteile zerlegt wird? wie sehen die filter aus, mit denen auf milchverpackungen geworben wird und die davon reden, dass der keimgehalt mit „besonders schonenden filtrationsverfahren“ reduziert werde?
in der sendung vom 10. april lief zu der sachgeschichte mit der milch auch noch eine sachgeschichte, in der armin erklärt, warum flugzeuge fligen und eine folge kapitän blaubär. hab ich beides nicht geguckt. in der sendung von heute lief neben der spargel-sachgeschichte noch eine ältere folge shaun das schaf, in der timmy einen auftritt als godzilla-schaf hat.
apropos tolle sachgeschichten, über die sachgeschichte über den deichbau, habe ich im januar sehr begeistert geschrieben und dort ist jetzt auch die sachgeschichte selbst eingebettet.
beide sendungen bekommen wegen der tollen sachgeschichten und der einbettbarkeit heute ausnahmsweise mal die volle punktzahl.
gleich in der ersten folge hatte ich das gefühl, dass peaky blinders sehr nach sons of anarchy schmeckt. tatsächlich ist das grundmotiv von peaky blinders dem von sons of anarchy ziemlich ähnlich. beide erzählen die geschichte einer brutalen verbrecherbande aus der pespektive der gang. das gibt der erzählung die chance, die charaktere der gang-mitglieder schön auszudifferenzieren. dazu kommt in beiden serien die perspektive eines ermittlers, der versucht die verbrecher zu fall zu bringen.
das läuft dann zwangsläufig auf ein dauer-pimmelfechten kräftemessen zwischen den anführern der verbrecher und den ermittlern heraus. das kräftemessen spielt sich nach einem einfachen schema-f ab: nach ein, zwei offenen, teilweise brutalen konfrontationen, fangen die gegenspieler an deals zu machen und sich gegenseitig auszumanövrieren. im laufe dieses prozesses korrumpiert sich der ermittler langsam aber stetig und alle gegenspieler reiten sich, trotz gelegentlicher taktischer erfolge, mehr und mehr in die scheisse.
bei sons of anarchy fand ich das ein paar staffeln lang äusserst spannend, zumal die ermittler von staffel zu staffel wechselten und teilweise grandios besetzt waren. nach einer weile wurde das wiederkehrende muster dann aber langweilig, auch wenn das motiv immer leicht variert wurde. von peaky blinders hab ich jetzt die erste staffel gesehen und bin überhaupt nicht gelangweilt, im gegenteil. einerseits gefallen mir die charaktere hier sehr viel besser. die hauptfigur, der peaky-blinders-anführer thomas shelby, gespielt von cillian murphy, hat gegenüber dem etwas stumpfen SAMCRO-anführer jax teller (enorm dumpf gespielt von charlie hunnam) ein paar entscheidende vorteile: er ist klug, (meistens) kontrolliert und fähig ordentlich zu kommunizieren. das sekundär-motiv von sons of anarchy ist meiner meinung nämlich die unfähigkeit der führungsriege, entscheidende informationen auszutauschen. nicht wenige der katastrophalen ereignisse in sons of anarchy, lassen sich genau darauf zurückführen. bei sons of anarchy war das natürlich weniger ein motiv, als ein dramaturgisches mittel, um die story überhaupt in gang zu halten. peaky blinders bekommt die dramaturgie aber auch ohne diese stütze gut hin. überhaupt, ist sowohl die relativ verschachtelte geschichte, als auch die motivation von thomas shelby, viel nachvollziehbarer.
ich bin ja ein grosser fan von nachvollziehbarkeit. wenn hauptfiguren aus dramaturgischen gründen, schlecht begründete, bescheuerte entscheidungen treffen, sitze ich vor dem bildschirm und schlage mir die stirn wund. nicht so bei peaky blinders. selbst die amourösen elemente der serie bleiben nachvollziehbar, auch wenn sie, wie immer, furchbar kompliziert angelegt sind.
ich kann über diese erste staffel wenig schlechtes sagen. neben dem guten, aber irritierenden, eher inadäquaten soundtrack, haben mich eigentlich nur die etwas eindimensional bespielten kulissen gestört. sowohl die nebelmaschinen, als auch die funkensprüher wurden viel zu dick aufgetragen. ausserdem war einer der hauptspielorte, die stammkneipe der peaky blinders (the garrison) total überbeleuchtet. eher erfreulich fand ich, dass das gewummere der stahlpressen im hintergrund nie aufhörte, auch bei bettszenen lief das gewummere einfach subtil weiter im hintergrund. schauspielerisch kann ich nichts aussetzen, auch nicht am schauspiel von annabelle wallis, die die zweischneidige grace burgess spielt — ausser, dass sie, wie der soundtrack, hoffnungslos aus der zeit gefallen zu sein scheint. sie wirkte auf mich in jeder szene wie eine zeitreisende aus den 90er jahren. nichts an ihr fühlte sich nach den 1920er jahren an, in denen die serie eigentlich spielt.
die erste staffel hat auf rotten tomatoes sehr gute wertungen, die zweite noch bessere. hier meine anmerkungen zur ersten und zur zweiten folge. sehen kann man die erste staffel auf netflix, die zweite leider (noch?) nicht. ich habe die letzten vier folgen beinahe am stück gesehen, was im prinzip ein gutes zeichen sein sollte. kann aber auch daran liegen, dass ich am wochenende ne sturmfreie bude hatte. weil ich so wenig an der serie auszusetzen habe, gebe ich nach ganz leichtem zögern auch die volle punktzahl.
ich mag ikea-küchen sehr. so sehr, dass mein liebstes weihnachtsgeschenk zweimal eine ikea-küche war, die ich dann mit grosser freude über weihnachten aufgebaut habe, einmal in hamburg und etwas später dann in berlin. an der küchenmontage mag ich vor allem die handwerkliche betätigung, oder genauer, die befriedigung etwas mit eigenen händen aufzubauen und es später dann mit freude zu nutzen. aber auch die küchen selbst sind super. die korpusse, also die reinen kisten, die man an die wand hängt oder auf dem boden aufbockt, sind OK, solide spanplatten, die sauber beschichtet sind und günstig sind. auch sehr OK sind die fronten, also die türen oder bretter, die man vor die schubladen knallt. aber wirklich sehr gut, sind die beschäge, also die scharniere, die schubladenauszüge. die bekommt man kaum besser, selbst wenn man sich eine küche vom schreiner handschreinern lässt.
kürzlich hat ikea das design der küchen angepasst, das neue und das alte system sind nicht ganz kompatibel, aber ein bisschen. vor allem die lochungen, an die man die beschläge schraubt, haben sich verändert, aber die neuen beschläge passen durchaus noch in die alten korpusse, wenn man eine bohrmaschine im haus hat. der grösste vorteil des neuen system ist auf jeden fall, dass die rückwände nicht mehr festgenagelt werden müssen, sondern nur noch hinten eingesteckt werden.
als wir kürzlich bei ikea in der ausstellung waren, habe ich mir wie immer, die küchen angesehen. manchmal bekommt man da ganz gute anregungen, wie man die küchen geschickt montieren kann. damals habe ich zum beispiel in der ausstellung gesehen, dass die hängeschränke ungefähr zweitausend mal besser aussehen, wenn man sie verkleidet und eine schattenfuge bildet.
schattenfuge und korpusverkleidung
jetzt, vor ein paar tagen, sah ich im ikea spandau, dass die ausstellungmacher schubladenbeleuchtungen als schrankinnenbeleuchtung umfunktioniert haben. die neuen schubladenbeleuchtungen sind ziemlich pfiffig, weil sie sich im neuen küchensystem magnetisch über den schubladen einklicken kann und sie die schubladen beleuchten, wenn man sie öffnet. schliesst man die schublade, ist die beleuchtung (natürlich aus). in der ausstellung sah das im schrank so aus:
schrankinnenbeleuchtung, mit zurückgesetzten böden
kleiner haken an der sache hier: die schrankeinrichtung ist zurückgesetzt. damit funktioniert der optische türsensor (natürlich) nicht mehr. zur illustration hab ich das mal mit der kamera festgehalten:
und wo ich gerade am meckern bin, kabel kann man auch schöner verlegen, als so:
in dieser folge türmen sich die erfolge für thomas shelby übereinander. sein strategisches geschick scheint sich auszuzahlen, alles was er eine folge lang geplant und vorbereitet hat, geht in dieser folge auf. das ist sehr angenehm zu schauen, und auch wenn wir uns bisher kaum kennen, dieser shelby und ich, freue ich mich mit ihm, dass das alles klappt, auch wenn er ein verbrecher ist. so werden sich die drehbuchautoren das auch gedacht haben.
schon nach zwei folgen bin ich jetzt doch ein grosser fan von cillian murphy geworden, der thomas shelby sehr blauäugig, ruhig und unprätentiös spielt. auch wenn sam neill als inspector campbell in manchen einstellungen wie schulze ohne den anderen schulze aussieht, spielt er so überragend, dass man es nicht merkt, dass er spielt. eins der zentralen ereignisse der folge, ist eine unterhaltung der beiden, von der sich charlie „jax“ hunnamdamals gerne eine scheibe hätte abschneiden können.
nicht schlecht, aber etwas irritierend, war der soundtrack dieser folge. an nick caves red right hand als titelmelodie habe ich mich schnell gewöhnt, aber die white stripes passen irgendwie nicht zu den 20er jahren.
diese folge ist bereits die zweite folge, die mit einem pferd aufmacht. irgendwas hat thomas shelby mit pferden, leider habe ich durch pures zusehen, nicht herausfinden können, was das ist. wenn das so weitergeht, schlage ich es im internet nach.
ich mag die facebook instant articles. jedes mal wenn ich in der facebook-app auf einen klicke, freue ich mich, dass die app nicht erst rödelt, sondern sich der artikel in all seiner pracht ins sichtfeld animiert. vor allem aber fühlen sie sich wirklich gut an; die haptik der instant articles ist überragend, wie bilder laden und sich vergrössern lassen, wie reaktionsschnell scrollen, zoomen oder das zurückwischen sich anfühlen, wie sich vergrösserte bilder oder videos wieder schliessen lassen — aus benutzersicht fühlt sich das grandios an.
jetzt sind die instant articles (endlich) für alle verfügbar, theoretisch zumindest. nachdem man die eigene site mit einem weiteren codeschnipsel beansprucht („claimed“) und freigeschaltet hat, füttert man facebook einen leicht modifizierten RSS-feed (RSS-link) und facebook lädt die artikel. man kann die artikel debuggen, testen und wenn man 50 artikel fehlerfrei hat, zur freigabe an facebook schicken.
„Your review is currently pending“
die freigabe soll innerhalb von 24 bis 48 stunden erfolgen. meine 48 stunden sind zwar erst heute abend vorbei, aber den freigabeprozess konnte ich in meiner zugriffsstatistik beobachten. er erfolgte wenige stunden nach meinem antrag, irgendwer aus amerika, griff per iphone auf ca. 30 meiner vorbereiteten instant articles zu. seitdem gab es keine zugriffe mehr. ich interpretiere das so:
facebook wartet mit der freigabe der instant articles für alle noch ein paar tage, um dann, mit einem schwung, alle neuen instant-article-anbieter freizuschalten. warum sonst, sollte ich fast 30 stunden nach erfolgter prüfung weder eine freigabe noch eine bitte um anpassung bekommen haben?
ich habe auch noch keine neuen instant-article-anbieter auf facebook gesehen. bis jetzt kommen die instant articles in meinen timelines nach wie vor ausschliesslich von grossen medienhäusern.
was ich aber eigentlich sagen wollte: die instant articles fühlen sich wirklich gut an, haptisch, optisch und technisch. ich würde bald gerne mehr davon auf facebook sehen — und vor allem meine eigenen. und das wichtigste:
eine serie, die bei rotten tomatoes für die erste staffel 86% und für die zweite 100% tomaten-punktzahl bekommt, wollte ich dann doch mal gucken. und tatsächlich hat mir die erste folge auch gleich auf anhieb ganz gut gefallen.
ein bisschen fühlt sich das an wie eine mischung aus gangs of new york und sons of anarchy in den 20er jahren. die erzählstruktur ist angenehm flott, ohne grosse hektik, gleich in der ersten folge kann man sich ein ganz gutes bild machen, um was es in den kommenden folgen wohl so gehen wird. neben der vorstellung der hauptfiguren und des handlungsrahmens, schaffen es die autoren auch gleich ein paar überraschende wendungen in die erste folge einzubauen — wie gesagt, ohne hektik aufkommen zu lassen. das deutet entweder auf ziemlich gute drehbuchautoren, oder es liegt an cillian murphy als tommy shelby, der eine angenehme ruhe ausstrahlt, obwohl ich gar nicht mal so sympathisch finde.
die erste staffel ist von 2013, 2014 lief die zweite staffel und eine dritte staffel ist für den mai diesen jahres angekündigt (aus der wikipedia abgeschrieben).
ich guck das gerne weiter, unnd bin vor allem auf die zweite staffel gespannt, um zu sehen, wie eine staffel aussieht, die so gute kritiken einheimst.
IT-Sicherheit scheint bei DuMont nicht besonders groß geschrieben zu werden: Alle Kundenpasswörter lagen unverschlüsselt als Textdateien auf dem Server. Dazu gab es bislang kein Kommentar seitens DuMont. Telefonisch war bei dem Unternehmen heute niemand erreichbar um Auskunft über die Hintergründe zu geben. Auf Rückfrage per E-Mail äußerte Kommunikationsleiter Björn Schmidt, man befünde sich noch in der Analyse und werde „so schnell wie möglich weitere Erkenntnisse kommunizieren“. Merkwürdig nur, dass bei DuMont das Datenleck schon vor dem Abschluss der Analyse als Hackangriff deklariert wurde.
runde witzige folge, in der es um eine party geht (obviously) und phil und mitch irgendwann, sehr lustig und „high as kites“, bekifft durchs haus laufen.
mir fiel in dieser folge wieder eine der entscheidenden qualitäten dieser serie auf: sie mag ihre protagonisten. die drehbuchschreiber quetschen die figuren nicht nur aus, damit ein paar witze heraustropfen, sondern sie kitzeln die witze liebevoll heraus. wie das anders geht, sieht man an der big bang theory, bei der ich das gefühl habe, dass die autoren ihre figuren nicht mögen und sie keine scheu haben, sie dumm dastehen zu lassen.
in modern family mögen sich alle, auf irgendeine art. wir mögen die figuren, weil wir uns in ihnen wiedererkennen, die autoren mögen die figuren nicht nur wegen ihres witz-potenzials, sondern weil sie offenbar spass daran haben, mit sympathischen figuren zu spielen und die figuren mögen sich untereinander, weil sie eine familie sind. in der big bang theory spürt man den figuren gegenüber keine liebe, 80 prozent des ensembles werden als deppen gezeichnet und aus deren stumpfsinnigkeit und deren fehlern, werden die gags geschöpft. die figuren in modern family haben auch ihre schwächen und brüche, aber die werden immer mit sympathischen eigenschaften gekontert.
modern family ist, in einem wort, philanthropisch.
ich hatte ja so meine probleme mit der ersten staffelblack mirror und fand die ersten beiden folge ganz gut, aber die dritte eher albern. weil mir das weihnachtsspecial in meinen timelines wärmstens empfohlen wurde, habe ich mir das special angesehen, und die zweiten staffel erstmal übersprungen.
und ich fand diese folge (wieder) ziemlich gut. teile der geschichten krochen mir erneut in den kopf und deprimierten mich aufs äusserste. die drei geschichten sind extrem geschickt verschachtelt und miteinander verwoben. diese erzählstrucktur macht den wesentlichen reiz dieser folge aus und liess mich über gelegentliche erzählerische schwächen und absurditäten hinwegsehen. jede der drei geschichten wäre gut genug für eine eigene folge gewesen, aber so ineinander verschachtelt entwickelt sie einen besonderen reiz.
was mir nach dieser folge (endlich) auffiel, war das strickmuster von black mirror. die serie gilt ja als science-fiction und die oberflächlich gut erkennbare idee hinter der serie ist, bestimmte technologische und gesellschaftliche entwicklungen zugespitzt weiter oder zuende zu denken und zu zeigen, was dieser technologie- und gesellschaftswandel in der konsequenz bedeuten könnte. eine ebene tiefer zeigt sich aber noch ein anderes motiv. es ist genau das element, das die faszinierende unerträglichkeit der einzelnen folgen ausmacht und genau das element, was mir immer wieder nach dem zuschauen in den kopf kroch und mich irre deprimierte (und nachdenklich machte). das vorherrschende, nicht ganz offensichtliche thema der serie ist sadismus. black mirror zeigt nicht (nur), welche deprimierenden folgen technologie haben könnte, sondern was passieren könnte, wenn die (micro) gesellschaften oder einzelne personen, die in der serie gezeigt werden, sich neuer technologien bemächtigen, um ihren sadismus auszuleben.
besonders krass (und gleichzeitig faszinierend) ist das in white christmas ausformuliert. am ende des specials urteilen zwei polizisten eigenhändig nach einem verhör und denken sich eine strafe aus („now, that’s a proper sentence“), die wahrhaft bilblische dimensionen hat: pi mal daumen 3 millionen jahre strafe. wie man jemanden (theoretisch) 3 millionen jahre lang bestrafen kann, wird im laufe der folge plastisch erklärt und hergeleitet und die vorstellung ist so monströs, dass man diese folge black mirror wohl gut und gerne als existenzialistisches werk bezeichnen könnte. oder als sadistischen horror: de-sade-fiction.
toll erzählt, gut gespielt und sehenswert. verdirbt allerdings die laune und lust auf weihnachten.
gutes staffelfinale, auch wenn die zweite staffel jetzt wieder bei null los geht. an der grundkonstellation der serie (mächtiger staatsanwalt will einen mutmasslich korrupten multimilliardär in den knast bringen, was der sich nicht so ohne weiteres gefallen lässt) wird sich in der nächsten staffel nicht viel ändern. weder chuck rhoades, der staatsanwalt, noch bobby axelrod, der milliardär, sind ihrem ziel, den anderen im pimmelfechten zu besiegen, oder genauer: zu zerstören, in zölf folgen auch nur ansatzweise nahegekommen.
billions war stellenweise überragend gut erzählt und zum grossen teil ganz hervorragend gespielt. wir sehen machtspiele und intrigenspinnerei, die dem, was man in game of thrones sieht, in fast nichts nachstehen. klar, es gibt keine rüstungen und schwerter, keine drachen, weniger protagonisten und kaum gewalt. aber die folgen von gier, irrsinn, eitelkeit und ruhmsucht sind in beiden serien gut dargestellt.
mir gefällt an billions besonders gut, dass man sich mit beiden gegenspielerm identifizieren kann. wobei: identifizieren ist nicht das richtige wort: man kann beiden sympathien abgewinnen — und sie gleichzeitig für abgrundtief dämlich halten. das liegt zum grossen teil daran, dass die serie bei der charakterzeichnung sehr sorgfältig vorgeht und sich zumindest bei den hauptrollen vor eindimensionalität hütet (bei einigen nebenrollen weniger, die sind teilweise genauso klischebeladen, wie in anderen serien).
bereits in der ersten folge war ich begeistert, dass in ihr eigentlich nichts passiert, sondern lediglich die hauptfiguren ausgeleuchtet werden. das wenige was dann tatsächlich an hin und her passiert, passt bequem in die folgenden zehn, elf folgen. in der letzten folge immerhin passiert einiges, das pimmelfechten, das bisher vor allem indirekt über juristische winkelzüge, machtspielchen, intrigen oder public relations abspielte, eskaliert am ende in eine direkte (verbale) konfrontation die das thema für die zweite staffel festlegt: ein mann mit unbegrenzten resourcen, gegen einen mann der nichts mehr zu verlieren hat.
billions kann ich vorbehaltslos empfehlen. keine ahnung ob von der qualität irgendwas übrigbleibt, wenn die serie synchronisiert wird, dann könnten die dialoge schnell ins unglaubwürdige abdriften. aber filme oder serie nicht im originalton zu sehen, kann ich sowieso nicht empfehlen.
hört sich an wie ein verspäteter aprilscherz — und ist hoffentlich auch einer: lucia moses schreibt auf digiday, dass unter anderem the awl künftig
exklusivauf medium gehostet sein würde:
Eight small independent sites will fully migrate to Medium Tuesday, including The Awl and The Hairpin, sibling sites of The Billfold, which already migrated over last December; plus Pacific Standard, The Black List and Femsplain. Four others are in the pipeline, including Monday Note and NewCo Shift, a new business media brand from John Battelle’s NewCo. Medium also named several sites that will start putting original content there, including Time Inc.’s Money and Fortune and Atlantic Media’s National Journal.
stephen curry ist offenbar ein ziemliches basketball-ausnahmetalent. um die frage aus der überschrift zu beantworten: talent, ehrgeiz, bescheidenheit und üben, üben, üben.
ich glaube ich habe neil gaimans acht regel des schreibens schon mal verlinkt, aber regel acht kann man nicht oft genug wiederholen:
The main rule of writing is that if you do it with enough assurance and confidence, you’re allowed to do whatever you like. (That may be a rule for life as well as for writing. But it’s definitely true for writing.) So write your story as it needs to be written. Write it honestly, and tell it as best you can. I’m not sure that there are any other rules. Not ones that matter.
und zur sicherheit nochmal von mir übersetzt:
die wichtigste schreibregel lautet, dass du tun kannst, was du willst, solange du es mit ausreichend gewissheit und selbstvertrauen tust. (das könnte sowohl für’s leben, als auch für’s schreiben gelten. aber für’s schreiben gilt es ganz sicher.) schreibe deine geschichte so wie sie geschrieben werden möchte. schreibe sie ehrlich und erzähle sie so gut du kannst. ich bin nicht sicher, ob es noch andere regeln gibt. jedenfalls welche, die wichtig wären.
Raten Sie mal, wieviel die Sprecherin von Apples Siri für ihre Stimme bekam.
auch wenn der artikel das nicht verrät („Und Bennett? Wie viel genau sie mit ihren Aufträgen verdient, verrät sie nicht.“), ist der artikel relativ interessant und enthält für menschen, die unter steinen schlafen, auch neue informationen.
den trailer zu rogue one dürfte mittlerweile jede gesehen haben, der schonmal im internet war (oh toll, einfach ein R weglassen und schon mischen sich das generische femininum und maskulinum aufs verwirrenste). aber was rené walter (in aller kürze) dazu sagt, fand ich lesenswert.