alles




”Once, men turned their thinking over to machines in the hope that this would set them free. But that only permitted other men with machines to enslave them.”

I started listening to the audiobook of Dune the other day. This quote felt very timely.





hier schreibt @alexmatz­keit sehr dif­fe­ren­ziert und nach­voll­zieh­bar über seine KI nutzung und streift dabei auch ein paar aspekte, die bei dis­kus­sio­nen über KI oft übersehen werden. sehr gerne gelesen.





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gaussian splats könnten das nächste grosse ding in sachen vi­sua­li­sie­rung, spezial effekte und 3D-animation werden. auf die gefahr hin das falsch ver­stan­den zu haben, das sind gaussian splats in meinen worten: statt polygone aus einem scan zu bauen und zu schleifen und ge­ge­be­nen­falls mit texturen zu belegen, stellen gaussian splats eher farbwerte in einem drei­di­men­sio­na­len raum dar. sie verkect­ten sich zu einer re­prä­sen­ta­ti­on, die die texturen bereits be­inhal­tet. sie sind sehr viel leicht­ge­wich­ti­ger als 3D-modelle aus polygonen und können aus den gleichen scan berechnet werden.

auch ah­nungs­lo­se menschen wie ich können in diesem video ein ganz gutes ver­ständ­nis davon bekommen, was gaussian splats ei­gent­lich sind und warum sie so viel potenzial haben.


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das ist der zweite teil der reparatur eines au­to­ra­di­os aus einem ferrari (teil 1).


ela­bo­rier­te kul­tur­tex­te

felix schwenzel in artikel

cover von walter moers roman qwert

@jan­schmidt hat sei­ne fol­gen­den ge­fragt ob er qwert oder was an­de­res le­sen soll. qwert ist der neue ro­man von wal­ter moers (ver­lang­slink). wal­ter moers habe ich ein biss­chen aus den au­gen ver­lo­ren. nach­dem ich 2004 die 13 ½ le­ben des käpt’n blau­bär ganz gran­di­os fand, fand ich 2013 das la­by­rinth der träu­men­den bü­cher ganz furcht­bar und mit sei­nem kliff­hän­ger mit­ten in der ge­schich­te auch un­ver­fro­ren. rumo hab ich dann, glau­be ich, wie­der mit gros­sem ver­gnü­gen ge­le­sen und dann nix mehr. der out­put von moers über die letz­ten jah­re scheint aber laut ver­lags­au­to­ren­sei­te kaum nach­ge­las­sen zu ha­ben.

ich habe er­freut fest­ge­stellt, dass die e-buch-ver­si­on von qwert bei tha­lia zwar so viel wie die ge­bun­de­ne aus­ga­be kos­tet (39,99 €), aber man da­für eine epub-da­tei ohne ko­pier­schutz be­kommt. das ist mal lo­bens­wert und ich über­le­ge mir mal ein paar tage ur­laub zu neh­men um das buch auf dem sofa bin­ge­zu­le­sen.


gemälde von ferdinand pauwels miot dem titel: „luther entdeckt die bibel“. aber eigentlich scheint luther vor einer bibel zu stehen und sie auszumessen

lorenz meyer teaserte diesen text von tilman baum­gär­tel vor ein paar tagen auf 6 vor 9 mit diesen worten an:

Tilman Baum­gär­tel beklagt in seinem Essay, dass ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te in der heutigen Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie kaum noch Resonanz fänden, da die Reich­wei­te von Print­me­di­en schwinde, und Social-Media-Al­go­rith­men dif­fe­ren­zier­te Inhalte sys­te­ma­tisch be­nach­tei­li­gen würden.

über die­se eher un­dif­fe­ren­zier­te an­sicht woll­te ich mich gleich nach dem le­sen des teasers auf­re­gen und selbst was su­per-dif­fe­ren­zier­tes schrei­ben, aber das es­say von til­man baum­gär­tel liest sich bes­ser, als die teaser beim bild­blog oder über dem text bei der taz, ver­mu­ten las­sen. aber der text bie­tet trotz­dem nicht viel mehr als an­ek­do­ti­sche evi­denz: baum­gär­tel meint, frü­her habe es im­mer wie­der er­freu­li­ches Feed­back“ auf „lan­ge, feuil­le­to­nis­ti­sche Ar­ti­kel“ ge­ge­ben — und jetzt nicht mehr.

ich hab aus der ver­gan­ge­nen zeit der gate­kee­per auch die eine oder an­de­re an­ek­do­te. na­tür­lich ha­ben er­wäh­nun­gen von oder in­ter­views mit mir oder gar ar­ti­kel über mich in über­re­gio­na­len oder re­gio­na­len me­di­en ge­le­gent­lich spür­ba­res feed­back er­zeugt1 — wenn die gate­kee­per ihre tore mal ei­nen spalt öff­ne­ten. aber da­mals wa­ren mas­sen­me­di­en eben auch noch mas­sen­me­di­en und noch nicht durch­frag­men­ta­ri­si­ert. da­mals lenk­ten die tore, über die die gate­kee­per wach­ten, noch reis­sen­de flüs­se, jetzt plät­schert an die­se tore im bes­ten fall noch ein gluck­sen­der bach.

der auf­merk­sam­keits-markt ist grös­ser, lau­ter und un­über­sicht­li­cher ge­wor­den, für alle be­tei­lig­ten. es bil­den sich neue gate­kee­per-clus­ter, in­fluen­cer ge­win­nen an ein­fluss (scnr) und ge­druck­tes ist, wie vi­nyl, von ei­nem mas­sen­pro­dukt zu ei­nem lieb­ha­ber­pro­dukt ge­wor­den. ich hab hier ge­nau­so we­nig neue er­kennt­nis­se, wie til­man baum­gär­tel:

Dass man mit Vi­deo­schnip­sel-De­bat­ten­bei­trä­gen mehr Auf­merk­sam­keit als mit ela­bo­rier­ten Tex­ten er­hal­ten kann, ist zwar kei­ne neue Er­kennt­nis. Ich war bloß noch nie auf die Idee ge­kom­men, dass das auch für mich und mei­ne Kul­tur­ar­ti­kel gel­ten könn­te. Doch of­fen­bar be­we­gen wir uns dank So­cial Me­dia und Vi­deo­re­els wie­der in Rich­tung ei­ner ora­len Kul­tur, wie sie der Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Wal­ter Ong be­schrie­ben hat.

wal­ter ong hab ich nicht ge­le­sen. wohl aber neil post­man. vor vier­zig jah­ren. der wur­de nicht müde zu ar­gu­men­tie­ren, dass die vor­herr­schaft des ge­druck­ten worts durch das zeit­al­ter des fern­se­hens, der bil­der und des amü­se­ments ab­ge­löst wür­de, bzw. schon wur­de. des­halb fra­ge ich mich: wa­ren die­se „ela­bo­rier­ten Kul­tur­tex­te“ über­haupt je­mals be­son­ders po­pu­lär? wa­ren die le­ser von so­was nicht im­mer schon eine ver­schwin­dend klei­ne spe­cial in­te­rest frak­ti­on der be­völ­ke­rung? war­um hat der in­fl­luen­cer mar­cel reich ra­ni­cki das li­te­ra­ri­sche quar­tett in den 80er jah­ren ins fern­se­hen ge­hievt? weil sich schon da­mals kei­ne sau für „ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te“ oder buch­kri­ti­ken in den ge­druck­ten me­di­en zu in­ter­es­sie­ren schien. also hat er mit ein paar be­kann­ten mit 70 mi­nu­ten lan­gen vi­deo­schnip­sel-de­bat­ten­bei­trä­gen ver­sucht mehr auf­merk­sam­keit für bü­cher zu ge­ne­rie­ren.

wenn ich mich recht an mei­nen ge­schichts­un­te­richt er­in­ne­re war mar­tin lu­ther, ge­nau wie post­man und ong da­von ge­nervt, dass die ka­tho­li­sche kir­che den glau­ben vor al­lem durch bil­der, sta­tu­en, ri­tua­le und per­for­man­ces ver­mit­tel­te und nicht sola scrip­tu­ra („al­lein durch die schrift“).

was ich sa­gen will: dif­fe­ren­zier­te, ela­bo­rier­te tex­te ha­ben es schon im­mer schwer ge­habt ein brei­tes pu­bli­kum zu fin­den. und viel­leicht ha­ben sich in­tel­lek­tu­el­le vor 20, 30, 100 oder 500 jah­ren, ge­nau wie der eine oder an­de­re blog­ger vor 20 jah­ren, da­von ein­lul­len las­sen, dass die de­bat­ten in vie­len fil­ter­bla­sen eben von in­tel­lek­tu­el­len do­miert wur­den und so eine et­was ein­di­men­sio­na­le, un­rea­lis­ti­sche wahr­neh­mung von re­so­nanz, re­le­vanz oder po­pu­la­ri­tät er­zeug­ten.

viel­leicht müs­sen me­di­en­schaf­fen­de (da zäh­le ich mich durch­aus mit dazu) ein­fach da­mit le­ben ler­nen, dass ihre tex­te ei­ner­seits eine sehr be­grenz­te, sehr klei­ne ziel­grup­pe ha­ben und dass es an­de­rer­seits im­mer schon schwer war die­se über­schau­ba­re ziel­grup­pe über­haupt zu er­rei­chen. feuil­le­tons wa­ren so­was wie ag­gre­ga­to­ren und such­ma­schi­nen der frü­hen zeit für „ela­bo­rier­te“, an­spruchs­vol­le­re tex­te, werk­zeu­ge um auf­merk­sam­keit­strö­me in ei­nem ge­wis­sen rah­men zu len­ken und zu ma­ni­pu­lie­ren oder zu sub­ven­tio­nie­ren.

um so wich­ti­ger dür­te es sein, die nut­zung des of­fe­nen webs wei­ter für ver­net­zung, ag­gre­ga­ti­on, emp­feh­lun­gen und ei­gen­ver­lag zu nut­zen. die ziel­grup­pe, klein und über­schau­bar, ist noch da, sie fin­det den gan­zen ela­bo­rier­ten scheiss nur im­mer schwe­rer. das kann man än­dern, in­dem man sich nicht mehr an den gros­sen plat­for­men ori­en­tiert, son­dern sich so gut wie mög­lich ver­netzt, fö­de­riert und werk­zeu­ge wei­ter­ent­wi­ckelt, ex­pe­ri­men­tiert und sein pu­bli­kum selbst ein­sam­melt und be­dient.

lu­ther nutz­te da­mals auch mo­der­ne werk­zeu­ge beim ver­such die men­schen aus den bild­wel­ten der kir­che zu zer­ren. und wie lu­ther ste­hen wir mäch­ti­gen gi­gan­ten ge­gen­über, aber wenn wir uns auf die kraft des ge­schrie­ben wor­tes ver­las­sen, tech­no­lo­gien klug nut­zen, er­tra­gen, dass die meis­ten men­schen uns igno­rie­ren und kaum wahr­neh­men, ha­ben wir viel­leicht doch die chan­ce hier und da je­man­den zu be­rüh­ren und viel­leicht auch was zu ver­än­dern.

am ende ist re­le­vanz fir­le­fanz und statt ei­nes mas­sen­pu­bli­kums ist ein or­dent­li­cher, selbst­ge­bau­ter re­so­nanz­raum wahr­schein­lich oh­ne­hin die bes­se­re lö­sung.


  1. vor zwan­zig jah­ren gabs das mal, dass sich zeit­wei­se arte, die taz und ber­li­ner zei­tung oder me­di­en­ma­ga­zi­ne für blog­ger und ge­le­gent­lich auch mich in­ter­es­sier­ten. 


urban krankenhaus fotografiert über den landwehrkanal
ur­ban kran­ken­haus fo­to­gra­fiert über den ge­fro­re­nen land­wehr­ka­nal
flughafen tempelhof von der schwiebusser str. aus fotografiert
flug­ha­fen tem­pel­hof, fo­to­gra­fiert von der schwie­bus­ser str.

ges­tern abend in kreuz­berg ver­bracht, weils so schön war heu­te früh gleich noch­mal, mit nem klei­nen spa­zier­gang am land­wehr­ka­nal und um die mar­hei­ne­ke markt­hal­le.




li­mo­na­dier

felix schwenzel in checkins

der li­mo­na­dier in kreuz­berg hat die cock­tail­kar­te on­line (stand ja­nu­ar 2026).

mein ers­ter cock­tail war ein „pe­ni­ci­lin“: „Blen­ded Scotch, Zi­tro­nen­saft, Ing­wer­si­rup, Ho­nig­si­rup, Is­lay Whis­ky“. war le­cker und er­in­ner­te mich — na­tür­lich — an ei­nen whis­ky sour mit ho­nig­no­te. der tumb­lr tumb­ler war zu 90% pro­zent mit ei­nem eis­berg­stück ge­füllt, was scha­de war, weil ich ger­ne mehr als 10 ml da­von ge­trun­ken hät­te.

statt mehr pe­ni­ci­lin habe ich mir dann ei­nen „ma­p­le sto­ry“ be­stellt („But­ter Wal­nut Bour­bon, Wal­nut Bour­bon, Ahorn­si­rup, Weis­ser Port­wein, Salz­lö­sung, Bit­ters“). der schmeck­te dann tat­säch­lich wie pe­ni­ci­lin sich an­hört. die bit­ters do­mi­nier­ten, aber nicht auf eine schlech­te art. aber auch nicht so gut, dass ich nach dem re­zept fra­gen wür­de.

zum ab­schluss ei­nen „bey­ond the pi­nes“ (Pi­neapp­le Rum, Fa­ler­num, Chi­li­scho­te, Dry Cu­ra­cao, Zu­cker­si­rup, Li­met­ten­saft), die schär­fe war an­ge­nehm, er­in­ner­te mich aber wit­zi­ger­wei­se an die schär­fe von gin­ger beer. fa­ler­num muss­te ich nach­schla­gen und das fa­ler­num-zeug er­klärt viel­leicht auch den gin­ger-beer-ein­schlag. der bey­ond the pi­nes war süf­fig und an­ge­nehm, aber nicht flo­ral, wie das „aro­ma­rad“ be­haup­te­te.

wenn ich mich mit cock­tails aus­ken­nen wür­de, könn­te ich wahr­schein­lich be­haup­ten, dass das al­les klas­si­ker mit ei­nem ei­ge­nen li­mo­na­dier-twist wa­ren.

zur durst­ver­stär­kung wur­de röst­mais ge­reicht. also die­ser stein­har­te, aber le­cke­re, stark un­ami­sier­te mais. dan­kens­wer­ter­wei­se wur­de von den freund­li­chen kell­ne­rin­nen stän­dig fri­sches lei­tungs­was­ser in ka­raf­fen nach­ge­reicht. wäh­rend wir den röst­mais in uns rein­schauf­fel­ten, über­leg­ten wir ob man den wohl im air­fry­er her­stel­len könn­te. kann man of­fen­bar (re­zept), al­ler­dings emp­fielt sich da­für „rie­sen­mais“. den hab ich über­teu­ert bei ama­zon ge­se­hen, aber auch in min­des­tens ei­nem asia-la­den.

der tro­cke­ne rie­sen­mais muss erst­mal 8 bis 12 stun­den ge­wäs­sert/re­hy­driert und da­nach wie­der sorg­fäl­tig ge­trock­net wer­den. die kör­ner kann man dann ent­we­der klas­sisch frit­tie­ren oder mit et­was öl, salz, pa­ri­ka- und knob­lauch­pul­ver 15-20 mi­nu­ten bei 180°C in den air­fry­er (alle 5 mi­nu­ten schüt­teln).

das ver­gnü­gen im li­mo­na­dier hät­te mich 43 € ge­kos­tet, hät­te mich mei­ne gast­ge­be­rin nicht ein­ge­la­den.

(4/5)

u leo­pold­platz

felix schwenzel in checkins

durch das ein­gangs­loch


schil­ler-bi­blio­thek

felix schwenzel in checkins

hat noch of­fen, trotz­dem nur vor­bei­ge­lau­fen.