alles
morgenspiel beim morgenspaziergang
gelegentlich spielen frida und ich „auf die plätze - fertig - los“ und meistens muss ich frida gar nicht gewinnen lassen, weil sie immer schneller ist. mein einziger vorteil ist, dass ich mit 180 cm augenhöhe manchmal einen kleinen vorteil bei der übersicht habe. („auf die plätze-fertig-los“ hab ich hier versaut, weil ich ausversehen zuerst „OK“ gesagt habe und frida damit freigegeben habe. sonst klappt das aber gut mit dem „los!“)
Was Felix und den Tusch angeht frage ich mich, woran sein System erkennt, dass er auf dem Klo sitzt (Kamera? ernsthaft? oder doch Japan-Klo?) und ob der Tusch ein Gratulationstusch oder ein Warntusch ist.
das ist ein tof (time of flight) sensor an der decke über dem klo. im prinzip ist so ein tof-sensor ein laserstrahl der den abstand misst. wenn einer auf dem klo sitzt, wird ein geringerer abstand gemessen als ohne. mit etwas kalibration und präzision könnte der auch messen, ob der deckel zu ist oder offen. aber das war mir bisher zu aufwendig.
nützlich ist der sensor auch zum ableiten anderer werte: wenn das klo länger als eine oder zwei minuten besetzt ist, wird ein achtzehntel vom klopapiervorrat abgezogen. so haben wir quasi einen klopapierzähler der klopapier auch auf die einkaufsliste schreiben kann, wenn es weniger als drei rollen sind. wenn klopapier von der einkaufsliste gestrichen wird, wird der zähler wieder um 10 erhöht.
der tusch ist natürlich ein gratulationstusch, den man aber, wenn man will, auch als warnung interpretieren kann.
die beifahrerin mag automatierungen auch nicht, hat sich aber an den komfort einiger automatgisierungen gewöhnt. und natürlich schätzt sie auch die bedienungserleichterungen die mit der automatisierung einhergehen.
genau genommen, ist das schalten von mehreren leuchten in einem raum per schalter auch eine automatisierung, nur eben manuell getriggert. aber ich verstehe die aversion gegen automatismen. nur dass ich persönlich eben keinen kontrollverlust spüre, weil das ja alles von mir, nach meinen bedürfnissen und gut dünken automatisiert ist und jederzeit zu ändern ist.
kameras haben wir natürlich auch im haus. die lassen sich beide schwenken, schauen also in der regel weg (an die wand oder decke) und richten sich auf die wohnungs- und balkontür wenn wir weg sind. natürlich automatisch. beide kameras sind weder aus dem internet erreichbar, noch haben sie internetzugang. über scrypted habe ich sie allerdings zu homekit secure video kameras gemacht, womit sie sich auch aus der ferne steuern lassen und bei bewegung automatisch in die apple cloud speichern. tatsächlich habe ich mir gerade gestern eine neue reolink kamera gekauft, weil die alte dafang sich nicht mehr ordentlich schwenken liess. und das (weg) schwenken können ist die einzige mir wirkliche wichtige funktion einer kamera, den rest kann man sich selbst zusammenhacken oder sperren.
@blindi@marctodon.marci.one hab ich auch gedacht, dass meine versteckte Kommentarfunktion niemals von spammern gefunden wird. wird sie aber. der spam kommt schon noch.
textbasierte vernetzung
Kurz: Das öffentliche, textbasierte Social Media ist weiter auf dem absteigenden Ast. Für Freaks gibt es die Möglichkeit, zu bloggen, aber insgesamt verschiebt sich das Ganze dann doch eher in die privaten Kanäle.
je länger ich über das ins-internet-schreiben, neue kommunikationsformen oder öffentliche und private kanäle sozialer kommunikation nachdenke, desto mehr frage ich mich ob wir das mit den „privaten kanälen“ nicht eklatant falsch einschätzen, bzw. das potenzial dieses öffentlich nicht besonders gut sichtbaren kommunikationskanals unterschätzen.
ich würde zum beispiel behaupten, dass sich die reichweite öffentlicher „leitmedien“ wie faz, spiegel, zeit oder bild über die letzten 30 jahre gar nicht mal so krass verändert hat. ja, die werbeeinnahmen sind ins internet diffundiert, aber wenn man sich abo-zahlen aus den 90er jahren ansieht, dann mögen medien wie der spiegel oder die bild zwar die eine oder andere debatte geprägt haben, aber das — wie auch jetzt — mit einer relativ geringen reichweite im vergleich zu bewegtbild, audio oder „privaten“ kanälen.
oder anders gesagt: text war schon immer ein nischenphänomen. und diese privaten kanäle wurden wahrscheinlich auch schon immer ein bisschen unterschätzt. um meine steile these weiter auszubauen: während sich die reichweiten der „öffentlichen“ kanäle in den letzten 30 jahren nicht wirklich signifikant verändert haben, haben die privaten kanäle in den letzten jahren einerseits viel an sichtbarkeit, aber auch an effizienz gewonnen.
ich erinnere mich an die jamba-geschichte von spreeblick vor > 20 jahren (wie die zeit vergeht!). johnny haeusler schrieb damals wenig schmeichelhaftes über das geschäftsmodel des klingelton-anbieters jamba und die geschichte ging viral. ich erinnere mich aber auch daran, dass eine der treibenden kräfte hinter der viralität des spreeblick-artikels damals im dunkeln lag, also besucher nicht hauptsächlich von anderen blogs oder webseiten kamen, sondern aus dem „nichts“. die geschichte wurde ganz offenbar vor allem über „private kannäle“ verbreitet, also via email oder messenger (icq, aim).
diese „dunkle“ (also nicht ohne weiteres trackbare) vernetzung durch „private kanäle“ sollte man gerade in der heutigen (sozial-) medienlandschaft nicht unterschätzen. ob wir freaks, also ins internetschreibende, da eine signifikante rolle spielen ist eine ganz andere frage (höchtswahrscheinlich nicht).




