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2004: ankegroener.de bekommt permalinks
2026: ankegroener.de bekommt fussnoten
ein etwas atemlos begeisterter jordan golson zeigt das von jony ive’s „love from“ design-studio gestaltete benutzerinterface des neuen elektrischen ferrari. die witzigste stelle ist, als golson nach 8 minuten euphorie über die kleinsten details des tachos und lenkrads am sitz des neuen ferrari vorbeigeht und sagt:
it’s a seat … whatever
… und weitergeht um die einzelteile des tachos und lenkrads zu begrapschen.
ich komme mit den touch-schaltern in unserem auto gut klar. kann man sicherlich besser machen, aber man bekommt eben wofür man bezahlt und solange es funktioniert kann ich mich auch das das unfreundlichste design gewöhnen. es bleibt trotzdem zu hoffen, dass in künftigen auto-generationen die design ideen von jony ive und seinem team hemmungslos geklaut werden. digital ist gut wo digital gut ist, aber haptik ist manchmal auch gut und wie man die beiden so kombiniert, dass sie befriedigen scheint das ive-design eindrucksvoll zu demonstrieren.
in den letzten tagen habe ich mich hier und da mit den themen monetarisierung und reichweite beschäftigt und mir kam der gedanke, was für ein wahnsinn das eigentlich ist, dass es für unabhängige bewegtbild-produzierende eigentlich nur eine einzige stelle im internet gibt, wo sie ihre reichweite und brötchen herbekommen: youtube.
ein gigantischer monolith, der im prinzip bestimmen kann, was hunderte millionen sehen und ein paar hunderttausend verdienen. wahrscheinlich ist es höchste zeit mir mal ein nebula abo zu besorgen, auch wenn die trumpisten noch nicht ihre axt-hände an youtube gelegt haben mögen.
mir kam beim lesen dieser meldung beim netzfeuilleton aber ein ganz anderer gedanke. die BBC wird inhalte speziell für youtube produzieren, „auch wenn die Inhalte auch weiterhin auf iPlayer und Sounds erscheinen können“ (sollen, werden?). das erinnert mich an die indieweb-philosophie Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere (POSSE). wenn man die inhalte bei sich „zuhause“ vorhält, sie aber an andere orte syndiziert/kopiert, um einerseits die reichweite oder monetarisierung zu erhöhen, behält man andererseits (theoretisch) ein paar ticken mehr unabhäbgigkeit, als wenn man exklusiv „elsewhere“ publiziert.
theoretisch machen das ja auch die deutschen öffentlich rechtlichen schon mit ein paar kanälen für jüngeres publikum, mit dem unterschied, dass das eine art PUPZ-POSSE ist: publish elsewhere und dann bei sich selbst depublizieren.
dieses video hat mich in ein kleines rabbit hole gestürzt (gefunden bei eay.cc).
ich war sofort angetan von scott jensons angenehm euphorischer und unkonfrontativen art sein lieblings-thema (benutzer-schnittstellen-funktion) anderen menschen nahezubringen. unterwegs schnitt er so viele inspirierende ideen und kleine details kurz an, ohne sie weiter zu verfolgen, dass sich in meinem kopf gleich merhere DIN A4 seiten füllten mit todos und sachen denen ich mal nachgehen will.
dann seine webseite. endlich mal wieder eine webseite die das auge entspannt und den geist reizt. allein der letzte artikel, „Boring is good“, ist so voller guter neuer ansätze über die welt, LLMs, das schreiben, das denken nachzudenken, dass ich seine webseite gerne in den urlaub mitnehmen möchte, um sie dort in ruhe von vorne bis hinten zu lesen.
But writing is hard for a deeply human reason. You don’t know what you don’t know. You write to understand, which usually means writing a ton of awful text that must then be ruthlessly thrown away. Trying to ‘write automatically’ using LLMs completely circumvents this pain.
Ultimately, a mature technology doesn’t look like magic; it looks like infrastructure. It gets smaller, more reliable, and much more boring.
jedenfalls ist das video ein toller einstieg nicht nur ins thema benutzer-schnittstellen-funktion und design (im sinne von design is how it works), sondern auch ins thema lernen (im weitesten sinne). dieses zitat hänge ich mir möglicherweise übers bett:
Fun is just another word for learning
— Raph Koster, A Theory Of Fun For Game Design
If you want to understand what goes into a big YouTube production, this behind-the-scenes look from the tenth most popular tech channel seems to be a good place to start. It is remarkable how Marques Brownlee has grown from being just a guy making webcam videos from home to having a dedicated production space full of staff — and it all kind of hinges on YouTube, a singular video hosting platform. That would make me anxious daily, but Brownlee has made it work for about nine years.
das behind the scenes video ist andertalb stunden lang und ich habe es (noch) nicht zuende geschaut, auch weil ichs ein bisschen langweilig finde. aber wie nick herr sagt, das ist schon alles ziemlich remarkable.
making of weltpolitik. nicht uninteressant.
apropos pinboard. diesen link habe ich im pinboard-netzwerk gefunden, bei mrtoto. bisher habe ich für die waschmaschine und die spülmaschine elaborierte automationen und temlate-sensoren-konstrukte genutzt. das hat bis jetzt ok funktioniert, zumindest für benachrichtigungen wenn einer der maschinen fertig ist. ich habe auch versucht eine einigermassen realistische schätzung des aktuellen status (spülen, heizen, trocknen) umzusetzen, was für die spülmaschine ok funktionierte und sogar eine einigermassen gute laufzeit-schätzung ergab. seit dem ich allerdings die pumpe getauscht habe sind die leistungswerte leicht verschoben und die erkennung funktioniert nicht mehr 100%.
jedenfalls hoffe ich, das hiermit besser zu erfassen, ich habe gerade angefangen daten zu sammeln und mal schauen wie es geht und ob ich einen haufen selbstgestrickter senosren dun automatisirungen hiermit ablösen kann.
Nach nun 5 Episoden setze ich mich als jemand, der seit 1991 Trekkie ist, offenbar deutlich von anderen Alt-Trekkies ab, wenn ich sage: Academy überrascht mich bisher. Seit 30 Jahren dachte ich, dass es eine solche Serie nicht braucht, dafür habe ich richtig viel Spaß an ihr.
thomas findet SFA (starfleet academy) durchgehend gut. ich ertrage den pathos, das bunte, die lautstärke, das ständige, unsubtile in your face nur schwer, muss aber sagen, dass die geschichten, die SFA bisher erzählt hat, mir im kern gefallen, die inszenierung hingegen nicht.
während die inszenierung und die kulissen alle völlig over the top sind, finde ich gerade das ensemble erschütternd langweilig. alle nice und glatt und schön und makellos. ausnahme (neben holly hunter): kerrice brooks die SAM spielt und in der vierten folge im fokus steht. die ist so erfrischend, dass es einen fast umhaut.
Lorraine spent thirty eight years as a high school guidance counselor in Pittsburgh. This video is about what she wishes someone had told her before she turned seventy. Recorded January 2026 at age ninety two.
sich mit dem altern, mit dem tod auseinander zu setzen ist unangenehm. deshalb fand ich es unangenehm mir dieses video anzusehen, allerdings nicht wegen lorraine. sie sagt die richtigen sachen auf die richtige art und weise. achte auf deinen körper, bau muskeln und stärke auf, die du im alter nicht mehr hinbekommst, verzeih anderen menschen bevor es zu spät ist oder dich der ärger anfrisst, sei da, aber halte dich mit ratschlägen zurück („Your adult children do not need your advice. They need your presence“).
über den part mit den erwachsenen kindern, die keinen rat brauchen, musste ich ein bisschen lachen, weil lorraine natürlich im video als obercheckerin auftritt und man ihr die 38 jahre als „guidance counselor“ (vertrauenslehrerin/mentorin) anmerkt. aber das ist andererseits auch der witz an diesem video: sie weiss es definitiv besser als du und ich. und das was lorraine sagt ist teilweise so aufrichtig, ehrlich und persönlich, dass es mir fast die tränen in die augen trieb.
Lesson number eight, write things down because you are going to forget everything.
if you do not prepare for it, you will lose things that matter. Write down your memories. Write down your family stories. Write down the recipes your mother taught you and the way your father laughed and the name of your first dog. Write down what you want your grandchildren to know about who you were before you were old.
das sag ich ja auch ständig (und viele andere natürlich auch): schreibt tagebuch. öffentlich oder privat. aber schreibt auf, was euch durch den kopf geht, es hilft nicht nur beim verfertigen von gedanken, sondern eben auch beim erinnern, wo die ganze zeit hingelaufen ist.
tl;dr: das video ist eher unangenehm anzuschauen weil lorraine einen mit gedanken konfrontiert, denen man lieber ausweicht. aber da sollte man durch, auch weil man im leben selten gelegenheit hat, sich sowas anzuhören. und danach kann mal „hart nachdenken“. (via)
p.s.: auf den stock-foto-slop hätte man bei der produktion des videos sehr gut verzichten können.
p.p.s.: das video ist KI-generiert, siehe oben.
When I was 22 I would stand on the roof of my apartment at Smith & 9th St. in Brooklyn and watch the elevated MTA F-train go back and forth, and wonder, Where will I go? The answer: Back and forth.
auch sonst grosses lesevergnügen, insbesondere das making-of (oder coming of age?) seiner website.
(via kopfzeiler)